Dazwischen mit Myriam Schmit (Unternehmerin, Queen of the Castle)
Shownotes
Mit meiner neuen Freundin Myriam Shmit rede ich über, Punk und Pink, wie es ist, eine Dauerpowerfrau zu sein, was in Luxemburg "alles ganz anders ist" und wer kennt den Superjhemp. Wir klären auch die Frage, ob ein Leben als Streberin besonders viel Spaß macht und wenn ja wieso. Was hat Desiree Nosbusch mit dem ganzen Kram überhaupt zu tun, wer ist Luc Veit und was macht Frau als Hexe sonst so in der Welt. Wie es kommt, dass eine flotte Frau, um sich ihren Wunschflitzer anschaffen zu können (400 PS sollten das dann schon sein) tatsächlich nach Trier reisen muss, weil das Nachbarland schnellen Frauen nicht vertrauen will. Das und mehr jetzt hier: Hört Hört!
Kapitel & Themen
0:00 – Intro 2:15 – Myriam über Anfänge & wie sie zum Festival kam 8:40 – Begegnung, die ihr Leben veränderte (Jugendpsychiatrie) 15:20 – In Firmen reingehen, Strukturen aufbrechen 21:50 – Musik, Punk, Identität 27:30 – Druck, Gesellschaft und Erwartungen 32:45 – Oldtimerliebe: Drama mit Stil 37:50 – Luxemburg, Nähe & persönliche Geschichten 42:10 – Abschlussgedanken & Impulse
Zitate, die hängen bleiben
„Wir sind alle Freiwillige im Schloss … die Arbeit beginnt lange vorher und hört danach nicht auf.“ „Ein Mädchen hat mir gesagt: ‚Das Projekt mit der Jugendpsychiatrie hat mir das Leben gerettet.‘“ „Ich gehe in Firmen … und helfe, neue Wege zu finden – die Zeiten haben sich geändert.“ „So eine englische Lady als Auto hat halt Charakter – manchmal startet sie sofort, manchmal braucht sie Drama.“ „In Luxemburg kennt man sich ja … manchmal denkst du aber auch: Huch, jetzt weiß das schon wieder jeder!“
Besuchenswerte Links zur Folge:
- Myriam Schmit Design https://msdesign.lu/
- Beautiful Decay https://beautifuldecay.lu
- Tempus Mediale im Gréiweschlass in Koerich https://www.tempus.lu
- Superjhemp https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=Dp1iSx2zW4o
- Philharmonie Luxemburg https://www.philharmonie.lu/de
- Elephant Parade https://www.elephantparade.com/parades/trier-luxembourg-2013
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Myriam Schmit: An der Uni hatte ich schon meinen ersten Oldtimer.
Simi Will: Okay, was war das?
Myriam Schmit: Das war eine DS.
Myriam Schmit: Eine Citroën DS. Ein Fantomas-Auto. Ja, so. Anfällig, aber wunderschön.
Myriam Schmit: Ja, wunderschön halt. Die DS Palace fahre ich momentan. Die ist aber auch sehr anfällig.
Myriam Schmit: Dann habe ich ein paar Engländer und dann habe ich einen sehr schönen Sportwagen,
Myriam Schmit: kann man sagen. Auch einen Engländer, eine Diva.
Myriam Schmit: So halt eine englische Lady, die manchmal will und manchmal nicht.
Myriam Schmit: Wir Luxemburger, wir kennen uns ja untereinander. Es ist ja nicht außergewöhnlich,
Myriam Schmit: wann ein Luxemburger einen Minister gut kennt, weil der war bei einem in der
Myriam Schmit: Klasse oder ist der Nachbar vom Bruder oder sonst was.
Myriam Schmit: Es ist ein Dorf und trotzdem multinational.
Myriam Schmit: Und dann muss man aber auch bedenken, in so einem Dorf darf man keinen Fehler machen.
Myriam Schmit: Ich habe ja auch eine Zeit unterrichtet. Und da kam eine Schülerin zu mir,
Myriam Schmit: wo ich gefragt habe, wieso bist du schon über 20 und erst in dieser Klasse und so weiter.
Myriam Schmit: Ja, Frau Schmidt, mir ging es nicht so gut. Und ja, ich war dann auch in der
Myriam Schmit: Psychiatrie und so weiter.
Myriam Schmit: Ich habe da ein Projekt, wo wir auch mit der Psychiatrie, mit der Jugendpsychiatrie
Myriam Schmit: zusammenarbeiten, mit einer Foundation.
Myriam Schmit: Da guckt sie mich an und kriegt Tränen in die Augen und sagt,
Myriam Schmit: das hat mir mein Leben gerettet.
Simi Will: Immer und überall hörbar. Dazwischen mit Simmi Will.
Simi Will: Hallo zusammen an den Endgeräten. Es gibt wieder eine frische Folge Podcast
Simi Will: mit mir aus dem Dazwischen Woher Sonst?
Simi Will: Und mit der fantastischen, enorm vielseitigen Unternehmerin aus dem Nachbarländle
Simi Will: und ihr Name ist Miriam Schmitz.
Simi Will: Hallo Miriam mit Y. Epsilon.
Myriam Schmit: Schöne gute Mitte, schläft Simi. Schön, dass ich da bin.
Simi Will: Das war Letzebäuisch.
Myriam Schmit: Das war Letzebäuisch.
Simi Will: Du kannst aber auch Hochdeutsch.
Myriam Schmit: Ich versuche, ich gebe mein Bestes.
Simi Will: Also, sie ist angekommen mit einem PKW. So ein Auto habe ich,
Simi Will: glaube ich, noch nie gesehen. Sag doch mal, was das für ein Auto ist.
Myriam Schmit: Machen wir jetzt Werbung? Werden wir gesponsert? Noch nicht,
Myriam Schmit: aber es ist eine gute Idee.
Myriam Schmit: Ja, das ist mein Vier-Wund-Fahrzeug. Das ist ein Mercedes C63 AMG und natürlich
Myriam Schmit: mit Pink dabei, weil das ja meine Hausfarbe ist.
Simi Will: Pink, ich kenne dich aus dem Salon bei der Tanja Kribbel.
Simi Will: Und du bist mir sofort sympathisch gewesen, weil wir beide irgendwie so eine
Simi Will: Vergangenheit möglicherweise hatten, die ähnlich, so ein bisschen ähnlich war.
Simi Will: Wir gleich musikmäßig uns ausgetauscht und so weiter.
Simi Will: Du warst früher mal so ein bisschen auf der Punk-Schiene, richtig?
Myriam Schmit: Ja, das ist schon ein paar Tage her. Also klar, mit Punk ist man irgendwann groß geworden halt.
Myriam Schmit: Ich war mit elf zum ersten Mal in London halt.
Myriam Schmit: Das war 81. Also klar, das waren dann in der Kings Road liefen die Punks rum.
Myriam Schmit: Das war ja was, was ich vorher noch nicht so gesehen hatte.
Myriam Schmit: und da war man schwer beeindruckt und dann kam natürlich auch die Phase in der
Myriam Schmit: Pubertät, wo man ein bisschen auf Revolution gehen wollte halt und also ich war kein Punk,
Myriam Schmit: aber ich habe das schon immer irgendwo mit in meinem Auge geguckt halt,
Myriam Schmit: Nina Hagen war eine große Ikone für mich, aber in den 80ern, also als ich dann
Myriam Schmit: im Gymnasium war und so weiter, da war ja dann schon mehr Post-Punk und New
Myriam Schmit: Wave und so weiter, das war so mehr oder ist auch immer noch meine Musik,
Myriam Schmit: wenn ich Lust drauf habe.
Simi Will: You Wave. Das heißt, du sitzt also in dem Fahrzeug mit den pinken, was ist denn das?
Simi Will: Das sind pinke Fußböden im Auto auch.
Simi Will: Unter anderem ja, pinke Fußböden halt.
Myriam Schmit: Pinke Beleuchtung, die kann man ja mittlerweile einstellen, wie man lustig ist.
Myriam Schmit: Und dann natürlich auch von außen es sind da so ein paar pinke Elemente drauf,
Myriam Schmit: dass, ja, das ist eigentlich so ein Männerwagen, den wollte man mir ja gar nicht
Myriam Schmit: in Luxemburg verkaufen, weil das ein Wagen ist, der nicht für Frauen gedacht ist.
Simi Will: Warum ist der nicht für Frauen gedacht? Der ist so vornschön.
Myriam Schmit: Ja, das musste die Verkäufer dann in Luxemburg fragen halt.
Myriam Schmit: Ich bin daraufhin, bin ich nach Trier gekommen und habe hier dann meinen Wagen
Myriam Schmit: gekauft, weil hier war das gar kein Problem.
Myriam Schmit: Und ja, dann habe ich dann halt meinen pinken Touch da mit reingesetzt,
Myriam Schmit: damit man auch erkennt, wenn der Wagen irgendwo steht, dass ich das bin.
Simi Will: Miriam ist da.
Myriam Schmit: Genau.
Simi Will: Wahnsinn. Du hast verschiedene Sachen studiert. Du bist also nicht jetzt hier
Simi Will: mit reichen Eltern, Firma der Eltern übernommen oder sonst was,
Simi Will: sondern du hast was studiert. Erzähl einfach mal.
Myriam Schmit: Ich habe erstmal in Luxemburg Grafik gemacht. Ich kann mich noch sehr genau
Myriam Schmit: erinnern, da muss ich so um die 12, 13 gewesen sein, habe ich irgendwann mal
Myriam Schmit: Samstagnachmittags eine Reportage im deutschen Fernsehen gesehen.
Myriam Schmit: In den 80ern war ja die Werbebranche sehr gehypt und da habe ich dann eine Reportage
Myriam Schmit: über Werbung gesehen und Fotografen und wie man Shootings macht,
Myriam Schmit: wie man eine Kampagne macht und ich wusste,
Myriam Schmit: In diese Richtung will ich rein, also in diese kreative Szene will ich rein.
Myriam Schmit: Und sehr früh ging ich dann auch auf Vernissagen, also schon mit 13,
Myriam Schmit: 14 war ich auf Vernissagen halt, hatte also sehr früh einen Fuß so in der kreativen
Myriam Schmit: Szene, nenne ich das jetzt mal einfach so.
Myriam Schmit: Ich hatte das Glück, ich bin aus Düdelange im Süden von Luxemburg.
Myriam Schmit: Düdelange. Düdelange, wo auch das CNA ist, das Centre National de l'Odivisuel.
Simi Will: Weißt du, was ich verstanden habe? Ich muss einen Scherz zwischen,
Simi Will: das C und A ist. Das ist jetzt nicht dein Ernst.
Myriam Schmit: Nee, ich war nicht bei C&A, sondern in C&A. Centre National de l'Odiovisuel.
Myriam Schmit: Das ist Fotografie, Film und so weiter.
Myriam Schmit: Und da habe ich dann immer wieder Schnupperkurse gemacht im Bereich Fotografie, im Bereich Video.
Myriam Schmit: Fotos selbst noch entwickelt, Shootings gemacht mit bekannten Fotografen und so weiter.
Myriam Schmit: Ja, und dann habe ich dann angewandte Kunst erst mal studiert.
Myriam Schmit: Das ist in Frankreich üblich, das Kunstgeschichte und Zeichnen und Semilogie
Myriam Schmit: und all diese Fächer, die zum Kunststudium dazugehören.
Myriam Schmit: Und dann immer noch mit der Optik, dann irgendwann Grafik- und Kommunikationsdesign zu studieren.
Myriam Schmit: Und dann kam irgendwann mal ein Prof zu mir und sagte, du bist eine Frau des Designs.
Myriam Schmit: Und ich verstand nicht, was er meinte. Und dann hat er gesagt,
Myriam Schmit: ja komm, geh mal drei Wochen in dieses Department rüber, dann guckst du dir
Myriam Schmit: das an. Und so habe ich dann Industriedesign studiert.
Simi Will: Aha, Industriedesigner sind doch immer die, die quasi irgendwelche Verpackungen
Simi Will: von irgendwelchem Schnickschnack entwickeln. Nee?
Myriam Schmit: Nee, der Industriedesigner, der entwickelt Produkte, die industriell hergestellt werden.
Myriam Schmit: Das kann sein ein Kuli, damit der mit wenig Material oder neuen Materialen hergestellt wird.
Myriam Schmit: Das kann ein Autodesigner sein, wobei da natürlich dann auch welche dann für
Myriam Schmit: das Interieur zuständig sind oder für die Karosserie.
Myriam Schmit: Das kann ich, für Moulinex habe ich Produkte entwickelt damals.
Myriam Schmit: Diese Küchengeräte. Diese Küchengeräte, genau.
Myriam Schmit: Ich habe an einem beleuchtungs-, also städtisches Beleuchtungssystem habe ich
Myriam Schmit: gearbeitet. Also das ist relativ technisch.
Myriam Schmit: Deshalb habe ich dann auch noch Chemie, Physik und Materialkunde zusätzlich
Myriam Schmit: an anderen Unis studiert.
Myriam Schmit: So, dass mein Programm dann relativ voll war.
Simi Will: Und wann hast du gefeiert als junger Mensch?
Myriam Schmit: Wir haben auf der Uni permanent gefeiert.
Simi Will: Okay.
Myriam Schmit: Wir sind ja Designer.
Simi Will: Es gibt ja die, denen dann die Jugend irgendwann fehlt, wenn sie so strebsam sind.
Myriam Schmit: Ja, also ich würde es keinem raten, meinen Tempo...
Myriam Schmit: Zu wiederholen halt. Also ich bin dann schlussendlich rausgegangen.
Myriam Schmit: Ich habe dann noch ein Postinvestorstudium gemacht danach für Design,
Myriam Schmit: Management und Qualitätskontrolle.
Myriam Schmit: Das heißt, diese sechs Jahre habe ich dann schlussendlich in vier Jahren absolviert.
Myriam Schmit: Kann man machen, muss man aber nicht.
Simi Will: Okay.
Myriam Schmit: Ich habe dann schön brav mein Diplom gemacht. War auch die einzige Frau,
Myriam Schmit: die mit Diplom da rauskam.
Myriam Schmit: Die anderen haben es leider Gottes nicht geschafft.
Simi Will: Aus welchem Stall kommt man, wenn man sagt, ich will das machen, bam.
Simi Will: Und weil ich das machen will, ziehe ich das durch. Weil so schätze ich dich
Simi Will: ja ein, so muss es ja gelaufen sein.
Myriam Schmit: Ja, also das war nicht, ich musste mich durchsetzen halt. Also ich komme aus
Myriam Schmit: dem Haus Wirtschaftsprüfer.
Simi Will: Okay.
Myriam Schmit: Und dass die Tochter dann Kunst sozusagen studiert, war natürlich brotloses Leben halt.
Myriam Schmit: Das war sehr, sehr schwierig und ich wollte das machen.
Myriam Schmit: Ich wollte nichts anderes machen. Ich wollte was Kreatives machen,
Myriam Schmit: weil ich da auch gut, ich wusste, ich kann das.
Myriam Schmit: Ich war auch die, die schon in der Grundschule, wenn ein Theaterstück aufgeführt
Myriam Schmit: wurde, habe ich dann den Nick Kork an der Tafel gemalt.
Myriam Schmit: Also die Lehrerin hat mich ja dann ausgesucht und so weiter.
Myriam Schmit: Das war immer so ein bisschen mein Ding.
Myriam Schmit: Und ja, das ist, glaube ich, der Driver war, ich hatte nicht das Recht zu scheitern.
Myriam Schmit: Und wenn man dieses Recht nicht hat, zugeben zu müssen, ihr hattet Recht,
Myriam Schmit: es ist nicht mein Ding, ich schaffe das nicht.
Myriam Schmit: Dann kann man, ja, dann kann man weder den einen Weg gehen oder den anderen
Myriam Schmit: Weg gehen. Und ich bin den anderen Weg gegangen halt.
Simi Will: Aber dieses Argument, was du sagst, ich hatte kein Recht zu scheitern.
Myriam Schmit: Glaube ich schon.
Simi Will: Ja, das klingt...
Myriam Schmit: Man müsste ja dann meine Eltern fragen, was geschehen wäre, wenn.
Myriam Schmit: Aber in meinem Kopf war es, ich will das durchziehen. Und das hat mir natürlich Spaß gemacht.
Myriam Schmit: Also auch heute ist mein Beruf nach so vielen Jahren, ich bin seit 1994 selbstständig
Myriam Schmit: oder bin in diesem Beruf drin halt.
Myriam Schmit: Und der Job macht mir immer noch Spaß. Und auch meine Kunden sagen,
Myriam Schmit: man merkt, dass du Lust an der Arbeit hast.
Myriam Schmit: Also auch wenn die einen schlechten Tag nehmen und ich komme rein und dann nehme
Myriam Schmit: ich die mit in meine Welt oder ich nehme die raus aus ihrer Komfortzone und
Myriam Schmit: nehmen die mit in ein kreatives Umfeld.
Myriam Schmit: Die haben Lust da drauf. Und das finde ich so schön, dass ich das vermittle,
Myriam Schmit: dass ich einfach Lust habe zu arbeiten.
Myriam Schmit: Denn man muss ja auch sich bewusst sein, ein kreatives Leben zu führen, ist kein Hobby.
Myriam Schmit: Das ist nicht, wie wenn jemand anders abends nach der Arbeit malt oder zeichnet
Myriam Schmit: oder Keramik macht oder Fotografie macht.
Myriam Schmit: Das macht man, wenn man Lust dazu hat. Und wenn es was wird,
Myriam Schmit: ist es schön. Und wenn es nicht wird, ist es nicht schlimm.
Myriam Schmit: Aber ein Kreativer, der sich dazu entscheidet, ein kreatives Leben zu führen
Myriam Schmit: und sein Geld damit auch zu verdienen. Also die Profession.
Myriam Schmit: Genau, der muss ja auf Kommando, muss da ja kreativ sein.
Myriam Schmit: Es gibt ja dieses berühmte Buch von Raymond Lévy, das war ein Franzose,
Myriam Schmit: der nach Amerika ging und da zum Beispiel die Lucky Strike Verpackungen gemacht
Myriam Schmit: hat, die kennst du, die siehst du vor deinem Auge.
Simi Will: Mad Man, denke ich dann immer gleich.
Myriam Schmit: Genau, Madman, genau. Und der hat gesagt, ich weiß jetzt nicht,
Myriam Schmit: wie der deutsche Titel vom Buch ist, La Laideur se vormal, also alles,
Myriam Schmit: was nicht schön ist, verkauft sich schlecht.
Myriam Schmit: Und damals kam dann auch in Luxemburg 94 halt dieser Gedanke auf,
Myriam Schmit: wenn ich mein Produkt, was ich entwickle, dann auch noch ästhetisch mache,
Myriam Schmit: nicht nur funktional, dann hat das ja einen Mehrwert und ich kann das besser und teurer verkaufen.
Myriam Schmit: Und so kam ich dann auch in den Bereich vom Industriedesign in Luxemburg,
Myriam Schmit: was aber mehr über Audits und Consulting dann lief.
Myriam Schmit: Also Analysen machen halt und dann Vorschläge machen, wie man das in dem Moment dann umstellen kann.
Simi Will: Das heißt zum Beispiel, ich weiß auch mit den Begriffen immer so wenig anzuhören,
Simi Will: Consulting heißt, du entwickelst was, damit sich jemand das vorstellen kann?
Myriam Schmit: Ja, Consulting ist mehr die Beratung halt. Also man geht zum Kunden halt.
Myriam Schmit: Also mein Beruf hat sich nicht, doch der Beruf hat sich auch entwickelt,
Myriam Schmit: aber ich habe mich ja im Laufe der vielen Jahre weiterentwickelt halt.
Myriam Schmit: Und heute kann ich in meinem Alter mit meiner Erfahrung natürlich auch einfach
Myriam Schmit: Firmen, die vielleicht auch einen Kommunikationsbereich intern haben,
Myriam Schmit: aber von außen sehe ich die Sachen ja anders.
Myriam Schmit: Und ich gehe da rein, analysiere das, spreche mit den Leuten halt und finde
Myriam Schmit: dann vielleicht eine andere Lösung oder Angehensweise, weil die halt,
Myriam Schmit: wenn du zehn Jahre in der gleichen Firma arbeitest, dann siehst du ja nicht mehr,
Simi Will: Was kannst du nicht mehr von außen gucken.
Myriam Schmit: Und das ist so ein bisschen auch mein Bereich, wo ich in Firmen reingehe und
Myriam Schmit: dann die berate und dann gucke, wie können wir es anders angehen,
Myriam Schmit: denn die Zeiten haben sich auch für die Firmen geändert.
Simi Will: Du bist ja in Luxemburg Sozialisierte. Du bist ja da aufgewachsen.
Simi Will: Und was sagst du, ist für dich das Besondere an Luxemburg?
Simi Will: Weil von mir aus gesehen, ich springe, wir kommen dann aber wieder zurück zu
Simi Will: Business und was du sonst noch so auf dem Zettel hast. Da kommt ja noch einiges.
Simi Will: Aber für mich ist Luxemburg, ich bin 1991 weg. Da war Luxemburg,
Simi Will: da gab es zwei, drei tolle Restaurants.
Simi Will: Und ansonsten war das ein Bauernstart. Dann komme ich zurück und meine Schwester
Simi Will: lebt in Luxemburg seit vielen Jahren.
Simi Will: Und ich war auch immer mal da, aber ich sage immer, ich komme zurück nach 30
Simi Will: Jahren und es gibt drei Luxemburgs.
Simi Will: Es gibt oben den Kirschberg, wo die ganze Finanzindustrie ist und die Philharmonie
Simi Will: und so weiter und so fort.
Simi Will: Und das ist ja, Luxemburg ist für mich wie explodiert.
Myriam Schmit: Genau.
Simi Will: Und aktuell, so habe ich es aus irgendeiner Quelle, schlag mich tot,
Simi Will: ist Luxemburg das reichste Land der Erde.
Myriam Schmit: Scheint so.
Simi Will: Ja, das ist, also die Quelle müsste ich jetzt suchen, aber das war jetzt nicht
Simi Will: so ein Schnickschnack und kein TikTok-Quatsch.
Simi Will: Das ist schon irre. Das ist so, ja.
Myriam Schmit: Und Luxemburg finde ich immer noch sehr spannend halt, weil das ist ja auch,
Myriam Schmit: sagen mir immer die Ausländer, die in Luxemburg leben halt und arbeiten,
Myriam Schmit: die sagen immer, das ist so schwer
Myriam Schmit: mit Luxemburgern in Kontakt zu kommen halt, was ich gar nicht finde.
Myriam Schmit: Denn ich bin natürlich auch in einem internationalen Environment aufgewachsen
Myriam Schmit: und hatte immer schon als Kind mit vielen Ausländern, die da leben, zu tun.
Myriam Schmit: Und auch meine Bekannten heute sind, ich weiß oft gar nicht in welcher Sprache
Myriam Schmit: ich mit jemandem spreche, weil wir switchen.
Myriam Schmit: Das ist zum Beispiel auch was, was mir in Frankreich enorm gefehlt hat.
Myriam Schmit: Wenn man da ins Café ging, dann sprach man Französisch.
Myriam Schmit: Und in Luxemburg war ich gewohnt, auch damals schon in den 80ern,
Myriam Schmit: man ging in irgendeinen Pub und das ging von Deutsch auf Englisch,
Myriam Schmit: auf Spanisch, auf Schieß mich tot.
Myriam Schmit: Portugiesisch. Portugiesisch, genau.
Myriam Schmit: Und ja, ich mag Luxemburg, weil es so international ist.
Myriam Schmit: Aber dann trotzdem, wir Luxemburger, wir kennen uns ja untereinander.
Myriam Schmit: Also es ist ja nicht außergewöhnlich, wann ein Luxemburger einen Minister gut
Myriam Schmit: kennt, weil der war bei einem in der Klasse oder ist der Nachbar vom Bruder oder sonst was.
Myriam Schmit: Es ist ein Dorf.
Simi Will: Aber trotzdem multinational.
Myriam Schmit: Und dann muss man aber auch bedenken, in so einem Dorf darf man keinen Fehler machen.
Myriam Schmit: Wenn du einen Fehler in New York machst, bis das die Runde gemacht hast, das dauert eine Zeit.
Myriam Schmit: Wenn du in Luxemburg einen Fehler machst, bevor du zur Tür raus bist,
Myriam Schmit: weil es das halbe Land ist.
Simi Will: Lokalitätsprinzip.
Myriam Schmit: Genau.
Simi Will: Schwierig. Und spannend. Ja, aber ich finde zum Beispiel auch,
Simi Will: Für mich war das immer viel härter, in Trier zu sein, weil jeder wusste was
Simi Will: von dir, kennt dich, glaubt dich zu kennen, wie auch immer.
Simi Will: Und die Anonymität der Großstadt war für mich sehr gut, weil das hat mich quasi
Simi Will: befreit von diesem Ding.
Myriam Schmit: Ja, ich habe beispielsweise auch im Laufe meiner Karriere, wenn man das so nennen
Myriam Schmit: kann, habe ich für die European Bank of Reconstruction and Development gearbeitet,
Myriam Schmit: wo ich dann zum Beispiel in Kroatien, bevor das Mitglied der EU war,
Myriam Schmit: habe ich gearbeitet, in Albanien, augenspannendes Land.
Simi Will: Was gerade sehr viel für Urlauber entdeckt wird, seit zwei, drei Jahren.
Myriam Schmit: Ja, aber auch nicht ungefährlich ist, also besonders Tirana.
Myriam Schmit: Und Marokko habe ich gearbeitet. Also ja, das ist spannend halt,
Myriam Schmit: wenn man so in andere Kulturen reinschwimmen kann.
Simi Will: Aber was hast du da gemacht? Als Banker, du hast die Bank beraten?
Myriam Schmit: Nein, nein, nein. Die Bank zahlt uns, damit wir als Consultants da in diese Firmen gehen halt.
Myriam Schmit: Und da muss man, da hat man fünf Tage Zeit, man lernt eine neue Kultur kennen,
Myriam Schmit: eine neue Firma kennen halt.
Myriam Schmit: Man muss sehr schnell Analysen machen, Audits machen und so weiter.
Myriam Schmit: Und dann am vierten, fünften Tag schon wieder anfangen, den Leuten da Ratschläge
Myriam Schmit: zu geben, wie sie ihr Produkt, ihre Firma besser verkaufen können.
Myriam Schmit: Ach du liebe Zeit, das klingt anstrengend. schnell analysieren können,
Myriam Schmit: halt Zusammenhänge zusammen rausfinden und so weiter und dann natürlich auch
Myriam Schmit: einen Vorschlag machen.
Myriam Schmit: Dann ist man wieder sechs Wochen weg und nach sechs Wochen kommt man zurück.
Myriam Schmit: Dann guckt man, ob das umgesetzt wurde, wie das umgesetzt wurde und so geht es dann immer weiter.
Simi Will: Und besser wahrscheinlich nochmal nach? Ja, genau.
Myriam Schmit: Es ist immer so eine Woche vor Ort und dann sechs Wochen Zeit,
Myriam Schmit: um das umzusetzen und dann geht man wieder hin.
Simi Will: Spannend. Das war quasi bei dieser Bank, European Bank for Reconstruction and Development.
Simi Will: Entwicklung, Development, Reconstruction heißt.
Myriam Schmit: Ja, und das ist dann immer in Ländern halt, die also nicht EU sind.
Myriam Schmit: Danach kamen dann Länder hinzu wie Tschetschenien und so weiter.
Myriam Schmit: Also das ist nicht ungefährlich. Man muss ja auch bedenken, ich war da für Luxemburg
Myriam Schmit: zu der Zeit die einzige Frau, die diesen Job gemacht hat. Was ja auch Marokko und ich weiß nicht.
Myriam Schmit: Und man geht ja dann auch dahin, das muss man sich ja dann auch vorstellen,
Myriam Schmit: du leitest deine Firma, denkst du machst das gut halt und dann kommt dann jemand
Myriam Schmit: von außen, ist drei Tage da und sagt dann, wie man es besser machen soll.
Myriam Schmit: Resümiere ich jetzt mal.
Simi Will: Schönen Dank.
Myriam Schmit: Da wird man nicht unbedingt mit offenen Armen aufgenommen oder nicht immer und nicht von jedem halt.
Myriam Schmit: Und dann auch in verschiedenen Ländern als Frau, also man fällt dann schon auf.
Myriam Schmit: Denn ich bewege mich ja auch anders als europäische Frau, als Unternehmerin,
Myriam Schmit: als eine Frau, die aus einer anderen Kultur kommt und die nicht in leitender Position ist.
Simi Will: Ja, und der Umgang für die Jungs, die dann mit dir zu tun haben,
Simi Will: ist bestimmt auch nicht so einfach erstmal.
Myriam Schmit: Ist nicht immer einfach, aber das kann man handeln.
Simi Will: Cool, und danach, nach diesen Auslandsaufenthalten?
Myriam Schmit: Ja, ich habe einmal dazwischen einen kleinen Break gemacht, das war 2001,
Myriam Schmit: da hatte ich mittlerweile schon eine Tochter. Oder mein Mann auch Wirtschaftsprüfer
Myriam Schmit: halt, also auch wenig zu Hause. Ich habe geheiratet, das was ich kannte.
Simi Will: Okay, hast du quasi den Papa ausgetauscht, ne?
Myriam Schmit: Nee, nee, das nicht. Aber vom Mindset her, bestenfalls nimmt man ja auch einen
Myriam Schmit: Beruf, der zu einem passt halt.
Myriam Schmit: Und die haben ja auch ein gewisses Mindset, genauso wie kreative Leute ein gewisses Mindset haben.
Myriam Schmit: Und ja, 2001 war eine Anzeige neben einer der Zeitungen, ich weiß das nicht mehr,
Myriam Schmit: dass eine große deutsche Gruppe mit Sitz in Luxemburg einen Manager sucht für
Myriam Schmit: internationales Marketing. Da habe ich gedacht, ja.
Myriam Schmit: Du hast bis jetzt deinen Beruf sehr schön und fleißig in Nuxenburg gemacht.
Myriam Schmit: Internationales Marketing, vielleicht kriegt man ja da mal einen Fuß vor die Haustür.
Myriam Schmit: Und da war ich dann zuständig für Belgien, die Niederlande, Italien, Spanien, Holland.
Myriam Schmit: Es sollte Japan hinzukommen, was sehr spannend gewesen wäre,
Myriam Schmit: war da nicht, weil es gab einen Börsenkrach.
Myriam Schmit: Also das war eine internationale Life Insurance Company, die dann auch mit Börsen gearbeitet hat.
Simi Will: Life Insurance ist Lebensversicherung.
Myriam Schmit: Lebensversicherung, ja, wo du ab damals warst, ab einer Million oder so,
Myriam Schmit: konntest du da investieren halt in Life Insurance Produkte.
Myriam Schmit: Also vom Produkt her nicht sehr spannend fand ich, aber in dieser riesigen Gruppe
Myriam Schmit: zu arbeiten, das waren damals 6.800 Leute.
Myriam Schmit: Das war dann schon was anderes als diese One-Man-Show, die ich bis dahin gemacht hatte.
Myriam Schmit: Die ich sehr gerne gemacht habe. Aber ich habe gedacht, ja komm,
Myriam Schmit: jetzt hast du das Glück, mal in einem anderen Umfeld zu arbeiten.
Simi Will: Und das hast du dann wie lange gemacht?
Myriam Schmit: Das habe ich, da wurde ich schwanger mit der zweiten Tochter. Das kam nicht so gut an.
Simi Will: Also das muss ich jetzt mal kurz einhacken. Und dann hat sie noch ein Kind in die Welt gesetzt.
Simi Will: Ich meine, dass man in der Zeit auch Sex hat, okay, das geht ja noch.
Simi Will: Aber dann auch noch eine Schwangerschaft irgendwann mal. Dann noch ein Kind auf die Welt bringen.
Simi Will: Und dann kam das zweite Kind. Also wo war ich in all den Jahren?
Myriam Schmit: Das frage ich mich im Nachhinein auch. Aber wenn du jetzt auf das Kind ansprichst.
Myriam Schmit: Also ich kam ja da mit einem Kind schon hin. Das war okay.
Myriam Schmit: Und als ich dann sagte, ich bin schwanger.
Myriam Schmit: Frau Schmidt, in ihrer Position wird man nicht nochmal schwanger.
Simi Will: Das glaube ich auch. Wann war das? In welcher Zeit?
Myriam Schmit: Meine Torte kam 2004 auf die Welt, also das war 2003 in den Dreh.
Myriam Schmit: Das kam nicht so gut an. Hat mich sehr
Myriam Schmit: verletzt, weil ich davon ausgehende schwangere Frau ist ja nicht krank.
Myriam Schmit: Im Gegenteil, die ist gesund, sonst würde sie nicht schwanger werden.
Myriam Schmit: Und ich wollte ja weiter arbeiten. Und in der Schwangerschaft kann man ja auch,
Myriam Schmit: also den Schwangerschaftsurlaub kann man ja programmieren.
Myriam Schmit: Und sagen, ihr wisst, dass ich dann ab da und da nicht da bin.
Myriam Schmit: Wie machen wir das jetzt? Stellen wir jemanden ein? Den arbeite ich ein? Ja.
Myriam Schmit: Das kann man ja alles organisieren. Das war für mich in meinem Kopf kein Problem.
Myriam Schmit: Und ich wollte ja danach auch wieder zurückgehen halt. Ja, klar.
Myriam Schmit: Aber da wurden mir mehrere Steine in den Weg gelegt. Und ich bin dann danach
Myriam Schmit: auch nicht mehr zurückgegangen.
Simi Will: Wäre ich auch sauer gewesen?
Myriam Schmit: Ja.
Simi Will: Ganz klar, geht gar nicht.
Myriam Schmit: Nee, nee. Und dann habe ich mich wieder selbstständig gemacht mit meinen zwei Kids.
Myriam Schmit: Und ja, seitdem will ich auch da nicht mehr raus.
Myriam Schmit: Also ich gehe immer wieder in andere Firmen rein halt oder mache Projekte,
Myriam Schmit: wo ich dann in einem Team arbeite.
Myriam Schmit: Aber diese Selbstständigkeit, also ich glaube, heute wäre ich auch gar nicht
Myriam Schmit: mehr fähig, als Angestellte irgendwo zu arbeiten.
Simi Will: Und selbstständig ist jetzt heute so, du hast dein eigenes Büro in Luxemburg
Simi Will: und du berätst nach wie vor auch Firmen.
Simi Will: Also wenn ich jetzt hier mit meinen 30 Angestellten sage, letztes Jahr ist scheiße
Simi Will: gelaufen, wir müssen irgendwas anders machen, dann rufe ich Miriam Schmidt an.
Myriam Schmit: Sehr gerne.
Simi Will: Die kommt dann mit ihrem pinkfarbenen Mercedes und räumt die Bude auf sozusagen.
Myriam Schmit: Ja, oder mach auch kreative Vorschläge. Oder wenn du sagst, ich gründe jetzt
Myriam Schmit: eine Firma und ich brauche einen Namen für meine Firma und ich brauche ein Logo für meine Firma.
Myriam Schmit: Ich will den Namen schützen lassen und dann brauche ich diesen ganzen Papierkram.
Myriam Schmit: Oder ich muss PR machen, traue mich aber nicht fürs Mikro.
Myriam Schmit: Dann kommt es auch vor, dass ich dann die Redensprache schreibe für die Leute oder die Coache.
Myriam Schmit: Wie die in 30 Sekunden, oft hat man ja im Radio auf nur 30, 60 Sekunden Zeit,
Myriam Schmit: um ein Produkt ein bisschen zu bewerben.
Myriam Schmit: Und dann musst du natürlich die richtigen Worte im richtigen Zusammenhang finden.
Simi Will: Das ist ja dann Madman, Madwoman quasi. Dann bist du quasi Madwoman.
Simi Will: Das ist deine Arbeit jetzt.
Myriam Schmit: Das ist eine meiner Arbeiten jetzt.
Simi Will: Geil. Hast du vor deinem Büro auch einen jungen Mann sitzen?
Myriam Schmit: Nein, habe ich nicht. Schade. Kann man sich bewerben.
Simi Will: Ja gut. Okay. Also das verstehe ich. Madman verstehe ich. Und ich liebe Madman.
Myriam Schmit: Ich kann mitsprechen.
Simi Will: Jetzt kenne ich dich aber aus diversen Zusammenhängen noch.
Simi Will: Wo die Tanja mir beim Salonabend, ja, die macht was mit der Philharmonie in Luxemburg.
Simi Will: Dann macht sie noch irgendwas mit einem Schloss.
Simi Will: Und ich so, geil, wer ist die Frau?
Simi Will: Und inzwischen kennen wir uns ein bisschen besser. Weil du hast uns einmal eingeladen
Simi Will: zu deinem Schloss in Gänsefüßchen.
Myriam Schmit: Das ist nicht dein Schloss,
Simi Will: Aber du, Mass, warte, das will ich ablesen, du hast ja so viel Mühe gemacht,
Simi Will: das aufzuschreiben und zwar ist es schon Richtung Belgien.
Myriam Schmit: Ja, das ist in dem Dorf, wo ich wohne, in der Gemeinde Körig,
Myriam Schmit: gibt es ein schönes Schloss, das Gräfesschloss, das kommt von Grafenschloss
Myriam Schmit: Und da bin ich seit 2019 Mitglied im Komitee und seit diesem Jahr dann auch
Myriam Schmit: die Präsidentin vom Schloss.
Simi Will: Eine Präsidentin vom Schloss, das wäre ich auch gerne.
Myriam Schmit: The Queen of the Castle.
Simi Will: Queen of the Castle, wie geil ist das denn?
Simi Will: Mitte Juli hattest du uns eingeladen. Genau. Und dann waren wir auf dem Schloss.
Simi Will: Und das war wirklich mega, mega schön. Das ist eine irre Location.
Myriam Schmit: Das freut mich.
Simi Will: Das Wetter war auch noch perfekt.
Myriam Schmit: Absolut.
Simi Will: Und es haben diverse Bands gespielt. Das Schöne war halt, dass es um das Schloss
Simi Will: rum Möglichkeiten gibt.
Simi Will: Verließe und ich weiß nicht was. Und dann gab es draußen auch,
Simi Will: ich habe die geilste Bratwurst ever gegessen.
Simi Will: Die geilste, wirklich, das war der Hammer.
Simi Will: Das Schöne ist ja auch, ist mir da nochmal aufgefallen, dass,
Simi Will: behaupte ich jetzt mal, die Luxemburger, wenn sie was organisieren,
Simi Will: dass das dann funktioniert.
Simi Will: Also zumindest dieses Open Air. Begeben uns Mühe. Von euch da,
Simi Will: von dir da und deinem, sag es nochmal, es ist ein Verein.
Myriam Schmit: Wir sind die Schlossfreunde vom Ostkörig, also Kerscher Schlossfrand.
Simi Will: Und das gibt es jetzt jedes Jahr, das gibt es nächstes Jahr auch wieder?
Myriam Schmit: Das Beautiful Decay gibt es jedes Jahr, drei Tage. Wir fangen freitags abends an.
Myriam Schmit: Einmal hatten wir Punkabend. Und mittlerweile haben wir sehr viel Erfolg mit Elektro.
Myriam Schmit: Also wir haben drei Stages, eins vor dem Schloss, eins im Schloss,
Myriam Schmit: eins unten im Keller, wo wir dann freitags Elektro machen halt bis drei Uhr morgens halt.
Myriam Schmit: Die Dorfbewohner sind nicht immer so glücklich, aber ja, Elektro gehört ja auch Berlin.
Myriam Schmit: In Berlin ist Elektro ja auch Kulturerbe, also das gehört dazu.
Simi Will: Und in Berlin haben sie auch gerade das große Clubsterben, Weil die Nachbarn
Simi Will: alle schimpfen, weil das auch immer mit Konflikten verbunden ist und damit muss man leben.
Simi Will: Aber du hast mir auch was gesagt, dass ihr da...
Simi Will: ganz viel Mühe drauf wendet, dass das Dorf auch mit Teil dieses Festivals sein darf und soll.
Simi Will: Und das finde ich super. Das wird oft vergessen, wenn dann Kultur gemacht wird.
Myriam Schmit: Nee, da legen wir Wert drauf. Also wir haben ja auch ein paar regionale Sponsoren
Myriam Schmit: halt, die uns mit ein bisschen Geld da unterstützen halt, weil wir ja auch ein
Myriam Schmit: gemeinnütziger Verein sind halt.
Myriam Schmit: Und ja, dann, wenn ein Restaurant uns sponserst, dann dürfen die zum Beispiel
Myriam Schmit: auch einen Stand da machen und dürfen dann ihre, ob das jetzt der Chinese ist
Myriam Schmit: oder das portugiesische Restaurant oder der Fußballverein.
Myriam Schmit: Ich glaube, deine Wurst hattest du beim Fußballverein.
Simi Will: Ja, das stimmt, beim Fußballverein. Die war mega gut.
Myriam Schmit: Und so arbeiten wir dann halt, wenn es nur geht, mit lokalen Leuten zusammen
Myriam Schmit: halt. Oder wir hatten auch jetzt ein Kids-Festival.
Myriam Schmit: Oft kommen ja junge Eltern hin. und ja, Eltern können nur da bleiben,
Myriam Schmit: wenn die Kids auch happy sind.
Simi Will: Dass man die Kinder mal abgeben kann für eine Stunde.
Myriam Schmit: Genau, und da haben wir dann so ein Kids-Festival, das ist dann mit dem Jugendhaus,
Myriam Schmit: wo wir dann zusammentreffen, arbeiten.
Myriam Schmit: Und die können dann da Mocktails machen und haben Podcasts gemacht zum Beispiel.
Simi Will: Ah, siehst du? Der Nachwuchs.
Myriam Schmit: Der Nachwuchs kommt. Ja, toll.
Simi Will: Ja, das war wirklich, also wir waren ja vor Ort, deswegen kann ich ja so mitreden.
Simi Will: Und das hat mir sehr gut gefallen. Und ich fand es ein bisschen schade,
Simi Will: dass wir nicht schon zwei Tage, also die drei Tage.
Myriam Schmit: Ja, nächstes Jahr, wir haben ja auch ein Camping.
Simi Will: Kann man da zelten?
Myriam Schmit: Ja, genau. Ach, dann ist es so richtig. Das letzte Mal kommst du dann Freitagabend
Myriam Schmit: schon mit deinem Zelt oder schläfst bei mir. Ich wohne ja im Dorf.
Myriam Schmit: Und ja, dann bis sonntags.
Simi Will: Ich habe da immer keine Lust mehr drauf auf Festivals, weil ich immer denke, da gibt es ein Dixie.
Simi Will: Und da bin ich schon einfach auswohlen.
Myriam Schmit: Dixies haben wir ja nicht.
Simi Will: Nee, ihr habt richtig anständige Klos zum Beispiel.
Simi Will: Und was ich auch super fand, es gibt in diesem Zwischending,
Simi Will: da spielte irgendeine Rockband, als wir ankamen, gibt es so eine Art Überdachung,
Simi Will: dass man auch selbst bei Schlechtwetter die Möglichkeit hat, Kultur zu erleben.
Simi Will: Und quasi im Schutz der Burg oder des Schlosses.
Myriam Schmit: Also ich hatte letztens jetzt noch ein Konzert da. Das waren diese Lieder,
Myriam Schmit: deutsche und italienische Lieder aus den 50er, 60ern.
Myriam Schmit: Als die Deutschen anfingen, nach Italien zu fahren.
Myriam Schmit: Und das waren dann professionelle Sänger, die da zum Beispiel einen italienischen
Myriam Schmit: Abend gemacht haben. Dann gab es dann April, es war auch ein schöner Sommerabend halt.
Simi Will: Aber das war dann was anderes.
Myriam Schmit: Das ist was anderes. Wir machen einmal Theater, einmal Kabarett, Kinoabende.
Myriam Schmit: Jetzt im September haben wir Tempus Medievale, zwei Tage dann Mittelalterfest.
Myriam Schmit: Das ist eine ganz andere Stimmung als so ein Festival halt.
Myriam Schmit: Also wir versuchen da möglichst viel für jedermann anzubieten.
Myriam Schmit: Denn was dem einen gefällt, muss dem anderen ja nicht gefallen halt.
Myriam Schmit: und mit Gratis-Eintritt dann auch am Mittelalterfest.
Simi Will: Super. Wie hieß jetzt das Festival, wo wir waren? Beautiful Decay.
Myriam Schmit: Der schöne Verfall. So wie das Schloss.
Simi Will: Der schöne Verfall.
Myriam Schmit: Passt doch. Passt immer. Passt auch zu uns.
Simi Will: Auf jeden Fall. Ich habe mir jetzt ein Needling-Gerät besorgt.
Simi Will: Ich versuche das jetzt mal. Ob ich damit den Beautiful Verfall aufhalten kann?
Myriam Schmit: Dann sagst du mir Bescheid.
Simi Will: Dann sage ich dir Bescheid. Dann sage ich allen Freundinnen Bescheid,
Simi Will: dass sie das alle benutzen können.
Simi Will: Zurück zu Luxemburg. Du wohnst, glaube ich, sogar in der Nähe von meiner großen Liebe Jean Asselborn.
Myriam Schmit: Oder? Ja, genau. Herr Asselborn wohnt in Steinfurt.
Myriam Schmit: Das ist ein Steinschlag von Kürich entfernt. Und er fährt auch immer mit seinem
Myriam Schmit: Fahrrad bei meinem Haus vorbei.
Simi Will: Ah, kennt man ihn? Also kennt ihr euch? Nein, wir kennen uns nicht persönlich.
Myriam Schmit: Nein, aber natürlich weiß ich, wer Jean Asselborn ist.
Simi Will: Ich finde den so toll.
Myriam Schmit: Und wir machen zum Beispiel mit der Gleichheitskommission von Steinfurt,
Myriam Schmit: also aus seiner Gemeinde, machen wir immer einen Hexenabend.
Myriam Schmit: Denn ich habe dir ja erklärt, in unserem Schloss gibt es den Hexenturm.
Myriam Schmit: Wir sind ja auch Hexen halt.
Myriam Schmit: Und mit denen zusammen machen wir dann immer Ende Oktober ein Hexenfest.
Simi Will: Also wenn das Hexenfest ist, sag bitte nochmal Bescheid. Weil da fühle ich mich dazugehörig.
Simi Will: Mensch, Miriam, mega. Also das war jetzt das Schloss, haben wir jetzt auch gehabt.
Simi Will: Ist das schon besetzt mit Kunst für nächstes Jahr alles?
Myriam Schmit: Ja, wir haben sehr viele Anfragen halt und gucken dann halt,
Myriam Schmit: wie wir das alles geregelt kriegen, denn wir sind ja alles Freiwillige,
Myriam Schmit: die das da in diesem Schloss machen halt und wir könnten viel mehr annehmen
Myriam Schmit: halt, wenn wir mehr Zeit hätten halt, aber du weißt auch, wie es ist mit Freiwilligen,
Myriam Schmit: die ihre Zeit opfern halt investieren für,
Myriam Schmit: das ist ja nicht nur drei Tage Festival, sag ich jetzt mal, das ist ja vorher
Myriam Schmit: aufrichten und nach dem Festival wird schon wieder überlegt,
Myriam Schmit: was war gut, was war schlecht. Welches machen wir nächstes Mal anders?
Myriam Schmit: Da haben wir einen Kollegen aus unserem Verein, der kümmert sich hauptsächlich ums Festival.
Myriam Schmit: Aber die ganze Saison wird ja immer schon ein Jahr. Im Voraus wird die ja schon
Myriam Schmit: geplant. Und für nächstes Jahr sind da auch schon mehrere Konzerte.
Simi Will: Dieses Jahr war da, wie hieß er, der Frontmann, Patrice?
Myriam Schmit: Ja, Patrice. Ja, Herr Kleiner. Und für nächstes Jahr habe ich eine Idee.
Myriam Schmit: Ich hoffe, dass ich mich da durchsetzen kann, dass wir das auch finanziell gestemmt kriegen.
Myriam Schmit: Vielleicht sind ja ein paar Sponsoren da, die da mitmachen würden.
Myriam Schmit: Ich hätte gerne eine Dragshow im Schloss.
Simi Will: Eine Dragshow?
Myriam Schmit: Ja. Das wäre auch schön. Ich habe Kontakt und wir sind dabei, da zu gucken.
Myriam Schmit: Und wir müssen gucken, ob wir das Budget da zusammenkriegen,
Myriam Schmit: um diese Dragshow zu machen. Das wäre doch toll.
Simi Will: Das wäre echt toll. Ja, irre. Also das ist schon toll, was du da alles auf die
Simi Will: Beine stellst. Was machst du denn, wenn du mal frei hast überhaupt?
Myriam Schmit: Dann fahre ich Auto.
Simi Will: Was für ein Auto fährst du dann?
Myriam Schmit: Ich hatte mit, an der Uni hatte ich schon meinen ersten Oldtimer.
Simi Will: Okay, was war das?
Myriam Schmit: Das war eine DS.
Simi Will: Ein Citroën DS. Ein Fantomas-Auto.
Myriam Schmit: Ja, so.
Simi Will: Anfällig, aber wunderschön.
Myriam Schmit: Ja, wunderschön halt. Es gab auch den DX,
Simi Will: Das ist die Luxusvariante, gab es in Cremefarben.
Myriam Schmit: Ja, die DS Palace fahre ich momentan, die ist aber auch sehr anfällig.
Myriam Schmit: Dann habe ich ein paar Engländer und dann habe ich einen sehr schönen Sportwagen,
Myriam Schmit: kann man sagen, auch einen Engländer, eine Diva.
Simi Will: Was heißt die?
Myriam Schmit: Ja, so halt eine englische Lady, die manchmal will und manchmal nicht will, die sehr viel Power hat.
Myriam Schmit: In Amerika durfte sie lange Zeit nicht gefahren werden.
Myriam Schmit: John Travolta vor diesem Wagen in dem Film Swarfish, also das ist ein TVR Tuscan S,
Myriam Schmit: ein linksgesteuerter, da wurden nur 67, 68 Stück davon gebaut und das ist momentan mein Favorite.
Simi Will: Oh Gott, du musst ultrareich sein. Weißt du so?
Myriam Schmit: Überhaupt nicht. Diese Wagen, besonders
Myriam Schmit: diese TVRs, das war eine englische Manufaktur, die gibt es nicht mehr.
Myriam Schmit: Und keiner will eigentlich so einen Wagen kaufen halt, denn es gibt keine Ersatzstücke
Myriam Schmit: mehr, denn das sind ja praktisch dann Prototypen halt bei so einer kleinen Auflage.
Myriam Schmit: Unglaublich schwierig, jetzt auch noch mit Brexit schwieriger,
Myriam Schmit: um da Ersatzteile zu finden halt.
Myriam Schmit: Wenn er links gesteuert ist, ist das dann noch schwieriger, Weil die waren ja
Myriam Schmit: dann rechtsgesteuert halt.
Myriam Schmit: Also das muss man sich antun wollen. Also ich habe immer geträumt von einem
Myriam Schmit: Jaguar E-Type. Das sind diese schönen auch langen Schnauze.
Simi Will: Ja, die kenne ich noch aus dem Autoquartett.
Myriam Schmit: Und dann habe ich immer gesagt, ja wunderschön, aber das ist so ein Montagsauto.
Myriam Schmit: Entweder du Pech hast, also die wenigsten fahren rund.
Myriam Schmit: Und da habe ich immer gedacht, nee komm, lass das sein, lass die Finger davon.
Myriam Schmit: Ja und dann lege ich mir da nach zehn Jahren Überlegung. und da muss ja auch
Myriam Schmit: mal so ein Auto auf dem Markt sein, lege ich mir dann diesen TVR Tuscan S zu.
Myriam Schmit: Und ja, das ist eine englische Diva.
Myriam Schmit: Krass. Die Vorbesitzerin, auch spannend, das war auch eine Frau,
Myriam Schmit: die hatte den Wagen Christine genannt.
Simi Will: Okay.
Myriam Schmit: So wie dieser Film mit dem Auto Christine.
Simi Will: Aber Stephen King, ja.
Simi Will: Christine? Ja. Das war Stephen King? Ja. Dieses Mörderauto? Genau. Mörderauto Christine.
Myriam Schmit: Und Christine, ich bin mal mit einer Freundin, die hat ein bisschen viel getrunken
Myriam Schmit: halt, bin ich mit der mal abends durch die Stadt gefahren und ich wollte eigentlich
Myriam Schmit: nach Hause und hat sie gesagt, komm Baby, fahr doch mit dem Ding, die will fahren halt.
Myriam Schmit: Und dann sind wir dann nochmal Kirchberg hochgefahren und auf einmal ging einfach die Fahrertür auf.
Simi Will: Oh Gott.
Myriam Schmit: Out of the blue. Und ich habe nur noch geschrien, nimm das Lenkrad, nimm das Lenkrad.
Myriam Schmit: Und sie hat ins Lenkrad reingegriffen halt und ich versucht während dem Fahren
Myriam Schmit: dann die Tür zuzuschließen weiter. Also das ist Christine.
Simi Will: Christine.
Myriam Schmit: Ja.
Simi Will: Krass. Gefährliches Hobby.
Myriam Schmit: Aber spannend und schön.
Simi Will: Ja, geil. Also ich habe auch als Teenager haben wir immer bei uns im Dorf Autokwartett
Simi Will: gespielt. Mit den Nachbarjungs.
Simi Will: Und da stand dann immer 50 Kubik Sticht und Dings.
Simi Will: Und ich habe dieses Spiel geliebt. Und tatsächlich wusste ich als Mädchen über
Simi Will: diverse Autotypen immer besser Bescheid als andere. Die Mädels wussten das nicht.
Simi Will: Da wusste keiner mit 15, was ist ein Citroen DS, was bedeutet DX.
Simi Will: Da habe ich immer erklärt, das ist das Phantomas Auto. Oder Jaguar E-Type,
Simi Will: wusste auch kein Mensch.
Simi Will: Also Autos finde ich immer spannend. Und für mich waren Autos immer schon auch
Simi Will: Ausdruck der Freiheit oder der Persönlichkeit.
Myriam Schmit: Absolut.
Simi Will: Weil ich habe von Anfang an, also bei uns musste man ja mit 18 Führerschein
Simi Will: haben, wenn du auf dem Dorf wohnst.
Myriam Schmit: Genau, bei mir auch.
Simi Will: Und das ist ja nicht in Berlin, meine Freunde, da bin ich fast die Einzige,
Simi Will: die einen Führerschein hat. Oder die überhaupt ein Auto fährt,
Simi Will: weil brauchst du ja nicht.
Simi Will: Aber für mich war immer wichtig, ein eigenes Auto zu haben, egal wie.
Simi Will: Und ich wollte auch immer so ein bisschen meine Persönlichkeit ausdrücken über
Simi Will: das Auto, was ich gefahren habe.
Simi Will: Das waren jetzt bei mir keine 400 PS Karren, das war einmal ein Fiat 500 Targa
Simi Will: mit unsynchronisiertem Schaltgetriebe.
Simi Will: Da musstest du fahren können, da
Simi Will: musstest du nämlich beim Runterschalten Zwischengas geben, wie beim LKW.
Myriam Schmit: Ja, auch bei Oldtimer macht man das noch.
Simi Will: So, und den habe ich gefahren, dann habe ich danach einen R4 Kastenwagen gefahren
Simi Will: mit Revolverschaltung.
Myriam Schmit: Im Winter waren die immer innen auch gefroren.
Simi Will: Ganz genau. Und eine Ente hatte ich auch. Und diese Klappfenster gingen irgendwann
Simi Will: nicht mehr zu schließen.
Simi Will: Und du hast immer dir den Arsch abgefroren. Absolut. So geil das Auto im Sommer
Simi Will: war, so scheiße war es im Winter. Also im Winter stand die Ente eigentlich nur rum.
Myriam Schmit: Ja, kann ich.
Simi Will: Also ich habe auch immer so, also das ist glaube ich jetzt auch nicht unbedingt
Simi Will: eine Frage immer des Geldes. Sondern Auto und also den Wagen und das bestimmte
Simi Will: spezielle Auto fahren zu wollen, das kann ich total nachvollziehen.
Myriam Schmit: Und man muss in einer Partnerschaft auch zu zweit dieses Hobby teilen halt.
Myriam Schmit: Denn das kostet ja dann trotzdem...
Myriam Schmit: Platz, Zeit und wenn immer einer da wieder investiert oder noch eine Garage
Myriam Schmit: zukaufen muss oder wieder Zeit auf einer Rallye verbringt und so weiter und der andere sagt dann,
Myriam Schmit: bist nie zu Hause und was mache ich, dann wird es schwierig.
Simi Will: Ich kenne eine Ehe, die geschieden wurde wegen eines Wanderers,
Simi Will: Baujahr 34 und eines Roh 80.
Simi Will: Also die wurden geschieden.
Myriam Schmit: Also Gott sei Dank habe ich meinen Mann da schon an der Uni,
Myriam Schmit: als ich meine erste DS kaufte, beim Unterzeichnen hat er gesagt,
Myriam Schmit: stopp, ich unterzeichne mit.
Myriam Schmit: Und wir haben somit unseren ersten gemeinsamen Oldtimer gekauft.
Myriam Schmit: Er wurde fast zu Hause dann enterbt, aber gut.
Simi Will: Von seinen Eltern, oder? Ja.
Myriam Schmit: Aber nur fast.
Simi Will: Habt ihr euch beim Studieren kennengelernt?
Myriam Schmit: Nein, viel früher. Wir waren zusammen im Gymnasium.
Simi Will: Ach, wie süß.
Myriam Schmit: Aber natürlich waren wir da nicht zusammen. Man guckt ja dann als Mädel,
Myriam Schmit: guckt man ja die Jungs, die schon ein bisschen älter sind, die schon ein Mufa
Myriam Schmit: haben oder sogar ein Auto haben und so weiter.
Myriam Schmit: Also man hat ja nicht die Jungs aus der Klasse sich angeguckt.
Myriam Schmit: Nein. Und danach haben wir uns auf der Uni wieder gesehen. Er hat auch in Frankreich studiert.
Myriam Schmit: Und ja, seitdem sind wir zusammen und feiern dieses Jahr 25-jährigen Hochzeitstag.
Simi Will: Ja, gratuliere.
Myriam Schmit: Danke.
Simi Will: Du machst auch einen glücklichen Eindruck.
Myriam Schmit: Ja, finde ich auch.
Simi Will: Vor allen Dingen, weil du auch machen kannst, was du willst.
Myriam Schmit: Ja, das ist auch ein großes Glück.
Simi Will: Weil das glaube ich, also was du alles machst, wir sind ja noch gar nicht fertig.
Simi Will: Jetzt haben wir jetzt irgendwie hier das Hobby mit den Autos,
Simi Will: das Schloss haben wir erwähnt.
Simi Will: Und ich wusste ja, die erste Information, die ich zu dir hatte am Salonamt,
Simi Will: die macht da was mit der Philharmonie.
Simi Will: Und die Philharmonie in Luxemburg ist für mich...
Simi Will: Das war das erste Glück, hier in Trier zu sein, bei den Konzerten in der Philharmonie.
Simi Will: Weil ich sehr gelitten habe, hier zu sein. Und dann angefangen habe,
Simi Will: die Philharmonie als erweitertes Kulturspektrum von Trier zu sehen.
Simi Will: David Byrne. Ja, Talking Heads.
Simi Will: Ganz genau. Und David Byrne liebe ich.
Myriam Schmit: Ich auch. Talking Heads liebe ich noch immer.
Simi Will: Ja, habe ich gesehen, gebe ich immer gerne mit an, 1991. 1991 im Beacon Theater in New York City.
Myriam Schmit: Da bin ich schneidig.
Simi Will: Das war ein Art Deko Theater und es war mega. Also eins der Konzerte,
Simi Will: was du nie vergisst. Das glaube ich, ja.
Myriam Schmit: Ich habe letztes Jahr noch das, die hatten ja ein Konzert Stop Making Sense, was ja verfilmt wurde.
Simi Will: Ja.
Myriam Schmit: Und das habe ich damals gesehen mit 16, 17, keine Ahnung. Und habe es letztes Jahr nochmal gesehen.
Myriam Schmit: Und das hat mich genauso wieder mitgenommen wie damals. Also abgeholt, ja. Als junges Mädchen.
Simi Will: Ja, toll. Nee, und ich finde super, dass die jetzt alle wieder auftauchen. Ja.
Myriam Schmit: Und hast du den Clip gesehen, als er seinen Anzug aus der Reinigung da genommen
Myriam Schmit: hat? Ja, sehr süß. 100 Jahre danach, genau.
Simi Will: Absolut. Philharmonie. Ja. Was machst du denn da jetzt genau?
Myriam Schmit: In der Philharmonie, da kam ich wie die Jungfrau zum Kinde, sagt man auf Deutsch,
Myriam Schmit: bin ich seit, ich glaube, 2018 bin ich Mitglied im Verwaltungsrat.
Myriam Schmit: Da wurde ich damals angerufen halt von einer Ministerin, die gesagt hat,
Myriam Schmit: das war sehr früh am Morgen, ich glaube halb acht oder so,
Myriam Schmit: hat die angerufen und gesagt, so ich habe dich vorgeschlagen als Mitglied in
Myriam Schmit: den Verwaltungsrat, bis zehn Uhr hast du Zeit dir das zu überlegen.
Myriam Schmit: Ja, und da ist man natürlich dann erstmal sehr geschmeichelt,
Myriam Schmit: aber auch gleichzeitig Panik,
Myriam Schmit: denn ich bin ja nicht, also ich liebe Musik und kann auch ein paar Sachen aus
Myriam Schmit: der Musik halt, aber ich bin ja kein Musiker.
Myriam Schmit: Und dann wurde mir dann erklärt, die Musiker, die arbeiten ja da.
Myriam Schmit: Du brauchst nicht Musiker zu sein, du bist im Verwaltungsrat.
Myriam Schmit: Und mit deinem Blick auf die Gesellschaft und die Visionen, die du auch hast
Myriam Schmit: im Marketing und du kennst den Luxemburger Markt und, und, und.
Myriam Schmit: In dieser Funktion nehmen wir dich dann mit in den Verwaltungsrat.
Simi Will: Okay. Aber ist das dann auch quasi, also setzt sich dein, sag ich mal,
Simi Will: Broterwerb auch aus diesen Sachen alles zusammen?
Simi Will: Also wird man mit sowas auch noch reich?
Myriam Schmit: Nee, mit dem Verwaltungsrat von der Philharmonie wird man bestimmt nicht reich.
Myriam Schmit: Aber nee, es ist einfach spannend, weil man in eine neue Welt reinblicken kann.
Myriam Schmit: Das funktioniert ja wiederum ganz, ganz anders. Also auch, das sind ja angestellte
Myriam Schmit: Musiker halt. Das ist so ein Apparat von plus minus 200 Leuten.
Myriam Schmit: Also Musiker plus Verwaltung kommt man auf knapp 200 Leute halt.
Myriam Schmit: Und das ist ja sehr spannend halt, wenn so ein Konzert wie, wenn heute ein großes,
Myriam Schmit: klassisches Konzert ist, das ist oft vier Jahre im Voraus schon geplant.
Myriam Schmit: Und das weiß man ja gar nicht, wenn man da abends im Konzert sitzt halt,
Myriam Schmit: dass da vier Jahre oft Vorarbeit ist.
Myriam Schmit: Die haben ja auch einen Tourmanager halt und gucken dann halt mit welchem Programm
Myriam Schmit: die in dem Jahr auf Tour gehen. oder wenn ein Mozart-Jahr ist oder Beethoven-Jahr
Myriam Schmit: ist, dann kann man ja auch nicht jeden Abend die gleiche Symphonie spielen.
Myriam Schmit: Dann muss ja auch ein bisschen abgewechselt werden.
Myriam Schmit: Und dann hat man neue Künstler oder wir haben die Rainy Days.
Myriam Schmit: Rainy Days war ich auch schon mal. Die Tanja hat ja dann auch Kostüme gemacht.
Myriam Schmit: Also das ist auch sehr vielseitig. Also ob das jetzt Kammermusik ist oder Jazz
Myriam Schmit: oder einstürzende Neubauten waren in der Philharmonie. Richtig.
Myriam Schmit: Habe ich leider verpasst.
Simi Will: Aber wenn die nochmal, also die sollten nochmal kommen. Da habe ich auch.
Simi Will: Die habe ich im Pierre-Boulet-Saal gesehen in Berlin.
Simi Will: Und da war ich auch sehr, das ist ja ein Orchester mittlerweile. Also großartig.
Myriam Schmit: Also von daher ist das eine spannende Welt. Und das finde ich eben das Schöne auch,
Myriam Schmit: In meinem Leben sage ich einfach, dass ich nie weiß, was morgen kommt,
Myriam Schmit: weil ich mich immer auf neue Sachen einlasse, aber das Ganze macht trotzdem
Myriam Schmit: einen Sinn. Es ist trotzdem rund.
Myriam Schmit: Denn die Philharmonie hat ja auch eine Foundation, die Foundation EMI,
Myriam Schmit: wo wir Musik zu Leuten hinbringen, die eben keinen Zugang zu Musik haben.
Myriam Schmit: Und ich bin seit 1997 im Lions Club engagiert, wo wir auch soziale Projekte unterstützen.
Myriam Schmit: Und da kommt man dann wieder auch mit diesen Leuten zusammen.
Myriam Schmit: Man hat Musik, man unterstützt soziale Projekte.
Simi Will: Das heißt, ihr bringt Musik, sagst du, zu Menschen, die keinen Zugang haben.
Myriam Schmit: Ja, die keinen Zugang haben, weil sie beispielsweise im Altenheim sind oder weil sie krank sind,
Myriam Schmit: ob es eine mentale Krankheit ist oder ob die MS haben oder ob die Autismus haben
Myriam Schmit: oder sonst irgendwas haben, wo sie nicht in die Phänomenie gehen können.
Myriam Schmit: Und dann bringen wir mit Projekten, mit Musikprojekten, mittlerweile auch Tanz,
Myriam Schmit: bringen wir dann halt Musik zu diesen Leuten.
Myriam Schmit: Weil Musik hat ja auch eine heilende Wirkung.
Simi Will: Und das heißt aber, da bist du quasi auch mit beschäftigt.
Myriam Schmit: Im Verwaltungsrat, ja.
Simi Will: Dass ihr sagt, so nächstes Jahr, ich habe gesehen, da ist meinetwegen ein Kinderheim,
Simi Will: die kommen dann nie raus.
Simi Will: Oder da ist eine Senioreneinrichtung, die hat angefragt.
Myriam Schmit: Mit den Senioren machen wir zum Beispiel Gospel.
Simi Will: Und die singen dann mit?
Myriam Schmit: Die singen mit. Ach, wie schön. Ja.
Simi Will: Und die können ja nicht unbedingt Englisch.
Myriam Schmit: Also die kriegen dann auch erklärt, was die Message in so einem Gospel-Song ja auch ist.
Myriam Schmit: Und ich finde das so ergreifend. Die stehen dann auch auf der Bühne mit langen,
Myriam Schmit: violetten Gewändern, so Gospel-Gewändern halt.
Myriam Schmit: Toll. Und dann hast du Leute, die über 80 sind, teilweise auch über 90,
Myriam Schmit: wo die Stimme ja auch, das sind ja keine Musiker oder keine Sänger,
Myriam Schmit: das sind ja normale Leute.
Simi Will: Die aber angeleitet werden, selbst zu singen.
Myriam Schmit: Die werden angeleitet und die singen auch Solos.
Simi Will: Oh wow.
Myriam Schmit: Und auch oft dann mit dem Personal, was sonst in diesen Pflegeeinrichtungen
Myriam Schmit: arbeitet, wenn die Zeit haben, können die mitsingen. Und dann lernt man ja auch
Myriam Schmit: seinen Pfleger oder der in der Küche arbeitet, lernt man dann anders kennen.
Simi Will: Wow, das ist schön.
Myriam Schmit: Wenn man so ein integratives Projekt zusammen macht.
Simi Will: Und das sind dann Musiker auch, die rund um die Philharmonie irgendwie aktiv sind?
Myriam Schmit: Das sind professionelle Musiker, mit denen wir zusammenarbeiten halt.
Myriam Schmit: Oder auch Musiktherapeuten, da gibt es ja auch im Musikbereich sehr viele verschiedene Branchen halt.
Myriam Schmit: Und mit denen arbeiten wir dann zusammen halt. und die geben das dann weiter, gucken je nach
Myriam Schmit: Was das Problem bei den Leuten ist, wenn du mit dem Autismus arbeitest,
Myriam Schmit: arbeitest du ja anders, als wenn du in der Psychiatrie arbeitest oder wie wenn
Myriam Schmit: du im Altenheim arbeitest halt.
Myriam Schmit: Und je nachdem werden die Projekte auch so ausgeführt und natürlich auch die,
Myriam Schmit: die diesen Kurs dann geben halt, haben verschiedene Backgrounds.
Simi Will: Also ich frage mich gerade, wenn ich das höre,
Simi Will: was du alles so, also auch auf professioneller Ebene, das ist ja jetzt nicht
Simi Will: mal schnell was gemacht, weil das jetzt schön ist, sondern alles immer unter dem Ding,
Simi Will: dass das auch hundertprozentig perfekt und richtig und tralala wird.
Simi Will: Gibt es einen Tag auch mal im Monat, wo du einfach nur in die Sauna gehst oder
Simi Will: einen Friseurtermin hast? Friseurtermin, ja.
Myriam Schmit: Sauna, Wellness, nein. Ist nicht meins, dafür habe ich nicht die Ruhe und die Musa.
Myriam Schmit: Aber wie ich dir vorhin schon gesagt habe, mein Beruf ist auch Teil meines Hobbys.
Myriam Schmit: Ich muss nicht morgens zur Arbeit gehen, ich darf zur Arbeit gehen.
Myriam Schmit: Das macht erstens mal schon sehr viel aus vom Mindset her.
Myriam Schmit: Und ja, dieses Schloss, da kriegt man ja auch was zurück. Man gibt sehr viel
Myriam Schmit: Energie, aber man kriegt was zurück.
Myriam Schmit: Und genauso, wenn man sich sozial engagiert, kriegt man auch was zurück,
Myriam Schmit: wenn man in die Augen schaut von den Leuten halt.
Myriam Schmit: Und ich hatte mal, ich habe ja auch eine Zeit unterrichtet, da kam eine Schülerin
Myriam Schmit: zu mir, wo ich gefragt habe, wieso bist du schon über 20 und erst in dieser Klasse und so weiter.
Myriam Schmit: Ja, Frau Schmidt, mir ging es nicht so gut. Und ja, ich war dann auch in der
Myriam Schmit: Psychiatrie und so weiter.
Myriam Schmit: Und sie hat gesagt, ich arbeite mit, also ich arbeite, ich konnte dir ja nicht
Myriam Schmit: mein ganzes Leben erzählen, aber ich habe da ein Projekt, wo wir auch mit der
Myriam Schmit: Psychiatrie, mit der Jugendpsychiatrie zusammenarbeiten, mit einer Foundation,
Myriam Schmit: dann guckt die mich an und kriegt Tränen in die Augen und sagt,
Myriam Schmit: das hat mir mein Leben gerettet.
Myriam Schmit: Als ich auf der Bühne stand und ich konnte da mit Web und mit Tanz,
Myriam Schmit: also auch da gucken wir dann halt ein Medium zu verhandeln, was dann junge Leute anspricht.
Myriam Schmit: Und ich konnte mich ausdrücken damit.
Myriam Schmit: Und jetzt sitze ich wieder hier in der Schule, zwar zwei, drei Jahre älter als
Myriam Schmit: die anderen, aber zumindest habe ich mein Leben wieder im Griff.
Myriam Schmit: Und all All diese Projekte, die geben mir sehr, sehr viel.
Myriam Schmit: Also ich bin keine, geh nicht mit mir in die Sauna, geh nicht mit mir an den Strandurlaub.
Myriam Schmit: Ich mache dir keine Freude damit.
Simi Will: Ganz ehrlich, ich muss sagen, ich habe ja immer viele Vorurteile und das sage
Simi Will: ich ja auch immer in meinem Podcast.
Simi Will: Ich finde das ja auch immer wichtig, das zu benennen, was man so für Bilder
Simi Will: im Kopf hat. Und mein Bild war immer,
Simi Will: Auch so Luxemburging über, wenn ich aus Neukölln ohne Heizung,
Simi Will: wirklich, ich habe in den letzten 15 Jahren mit Kohleofen gewohnt,
Simi Will: so freiwillig gewählt, aber dann Weihnachten bei meiner Schwester in Luxemburg
Simi Will: zum Essen eingeladen war, da sitzen dann oft gutverdienende Frauen,
Simi Will: die Business machen oder beim Film arbeiten oder irgendwas.
Simi Will: Und die waren alle auch nicht glücklicher als ich. Weißt du, wie ich meine?
Simi Will: Und immer dieses, oder nicht immer, ich habe oft das Vorurteil, so müsste ich sagen,
Simi Will: dass gelangweilte, reiche Frauen jetzt auch noch was Nettes für die Gesellschaft
Simi Will: machen wollen. Weißt du? Ja.
Simi Will: Und da habe ich immer das Vorurteil gehabt, dass das Gelangweilte,
Simi Will: jetzt bist du endlich, du bist jetzt mal das Beispiel, Die Frau weiß ja gar
Simi Will: nicht, wo ihr der Kopf steht.
Myriam Schmit: Ich langweile mich trotzdem manchmal.
Simi Will: Ja, dann bist du hyperaktiv. Dann weiß ich jetzt auch nicht mehr,
Simi Will: was ich dazu sagen soll. Liebe Miriam, sag mal.
Simi Will: Nee, aber toll. Und auch wirklich gefällt mir.
Myriam Schmit: Aber Langweil ist gut. Also ich habe jetzt ein neues Projekt für den Herbst, Winter.
Myriam Schmit: Je nachdem, wie die Auftragslage ist, will ich noch eine Zusatzausbildung machen.
Myriam Schmit: Halt in eine ganz andere Schiene rein.
Myriam Schmit: Weil ich dann wieder sage, hier, das finde ich spannend. Der Zeitpunkt ist gekommen,
Myriam Schmit: wo du reif bist, auch das zu machen halt.
Myriam Schmit: Ich will mich zum Trauerredner ausbilden lassen.
Simi Will: Das ist schön.
Myriam Schmit: Das ist ja auch Kommunikation. Und das kam in so einer Zeit,
Myriam Schmit: wo ich mich ein bisschen gelangweilt habe. Wo ich gedacht habe, was wäre das Nächste?
Simi Will: Das hatte ich denn noch nicht.
Myriam Schmit: Das hatte ich nicht. Und ich muss auch sagen, wir hatten letztes Jahr in der
Myriam Schmit: Familie innerhalb von sechs Monaten drei Trauerfälle.
Myriam Schmit: Und ich fand es sehr traurig, wie diese letzte Ehre, die man dem Verstorbenen erweist,
Myriam Schmit: wie das rüberkam von den Leuten, die halt diese Trauerreden gehalten haben.
Myriam Schmit: Da habe ich gedacht, das muss doch besser gehen.
Myriam Schmit: Das ist ja auch Kommunikation.
Myriam Schmit: Wie kann ich tröstende Worte für die Familie finden und den Verstorbenen Ehre erweisen,
Myriam Schmit: indem ich auf sein Leben zurückblicke und das mit seinen Taten, die er gemacht hat.
Myriam Schmit: War es ein guter Vater, war es eine gute Mutter, war er ein toller Chef.
Myriam Schmit: Oder ein guter Napa, keine Ahnung, man weiß es ja nicht halt und dem einfach
Myriam Schmit: über die Art und Weise dann wieder Ehre erweisen.
Simi Will: Ja, schön. Schöne Idee.
Myriam Schmit: Hoffen wir. Und da kann ich es ja dann auch wieder in mehreren Sprachen machen,
Myriam Schmit: das ist auch dann mein Vorteil.
Simi Will: Wie viele Sprachen sprichst du?
Myriam Schmit: Die Sprache, in denen man in Luxemburg spricht, also Luxemburg ist Deutsch,
Myriam Schmit: Französisch, Englisch.
Simi Will: Also für mich, als ich brauche es auch mal anders, bin ich mega glücklich mit
Simi Will: Luxemburg. Und ich bin sehr oft in Luxemburg, wenn es um Kultur geht auch, ganz klar.
Myriam Schmit: Ja, aber Luxemburg, man muss immer wissen, wo man hingeht.
Myriam Schmit: Also auch in den 80ern, als ich anfing auszugehen, wir hatten schon tolle Clubs damals.
Myriam Schmit: Die waren kleiner, das waren keine Großstadtclubs, wo 500 Leute oder 5 Scenes
Myriam Schmit: im Club waren oder so. Aber wir hatten tolle Clubs, wir hatten eine tolle Szene.
Myriam Schmit: Wir hatten auch eine tolle Schulenzähle in Luxemburg in den 80ern halt.
Myriam Schmit: Und irgendwann habe ich den Eindruck, oder war es, weil ich dann auch im Ausland lebte, keine Ahnung.
Myriam Schmit: Das ist so ein bisschen, als wenn man wieder so einen Schritt zurückgegangen
Myriam Schmit: wäre und dann auf einmal, ich glaube, das Kulturjahr, wann war das?
Myriam Schmit: 94? Ich glaube, das hat sehr viel bewegt in Luxemburg auf der kulturellen Szene.
Myriam Schmit: Und mittlerweile, wir haben ja ganz tolle Projekte und man merkt,
Myriam Schmit: dass die Luxemburger mehr in die Welt rausgehen, was sehr wichtig ist.
Myriam Schmit: Und dann diesen Input, den sie draußen kriegen, wieder mitbringen halt und dadurch entstehen.
Myriam Schmit: Tolle neue Ideen, ob das jetzt Start-up-Firmen sind oder ob das Cafés sind oder
Myriam Schmit: ob das in der Mode ist. Finde ich sehr, sehr spannend und auch sehr wichtig.
Simi Will: Ja, Luxemburg hat sich wirklich mega entwickelt, auf jeden Fall.
Simi Will: Man sagt ja immer, früher waren die Luxemburger alles Bauern.
Simi Will: Ja, sind wir ja auch. Das sagt sogar Jean, Jean Asselborn hat es mal gesagt.
Simi Will: Das waren ja, wissen Sie, Madame Simone, hat er gesagt.
Simi Will: Das waren ja alles auch Bauern. Und wir haben, das ist alles ganz jung da noch.
Myriam Schmit: Das ist auch alles sehr jung. Das fing ja mit den Hütten an von Arbeit.
Myriam Schmit: Arbeit Saarstall sagt dir noch was, genau.
Myriam Schmit: Und das ist ja 140 Jahre her, als das anfing.
Myriam Schmit: Also vorher war es ja auf Agrarbasis passiert.
Myriam Schmit: Und dann kamen halt mit den Hütten, mit der Industrialisierung,
Myriam Schmit: kamen auch die Italiener erst ins Land.
Myriam Schmit: Und danach kamen die Portugiesen und so weiter. und auch da kamen ja da neue Kulturen rein.
Myriam Schmit: Das ist auch Neuessenskultur, andere Musik.
Simi Will: Das finde ich auch in Luxemburg ganz toll, dass quasi so die Portugiesen da
Simi Will: ganz viel mit in der Stimmung der Stadt bestimmen durch ihre Gastronomie, durch die Art und Weise.
Myriam Schmit: Oder auch in der Philharmonie haben wir immer ein Festival rund um die portugiesische Kultur.
Simi Will: Sehr schön. Luxemburg ist schon ein tolles Land.
Simi Will: Aber ich finde das immer so knallhart, dass ich immer, ich bin immer so ein
Simi Will: bisschen mitstolz, wenn ich weiß, kurz wieder in Berlin, dass Luxemburg ist
Simi Will: ja das reichste Land der Welt und wir wohnen direkt nebendran, weißt du so.
Myriam Schmit: Ja, ich habe aber auch mal gehört, da gibt es auch einen Film drüber,
Myriam Schmit: deine Schwester kann dir bestimmt mehr darüber erzählen.
Myriam Schmit: Ich glaube, der hieß The Red Bridge, diese rote Brücke, die auf den Kirchberg geht. Ja.
Myriam Schmit: Dieser Film handelte über die Selbstmorde, die von dieser Brücke,
Myriam Schmit: also man ging auf diese Brücke und jemand ist gesprungen.
Myriam Schmit: Und ich habe irgendwann mal eine Statistik gehört, ich hoffe,
Myriam Schmit: dass sie nicht mehr stimmt,
Myriam Schmit: dass Luxemburg vom Suicide den höchsten Anteil hat und das zeigt ja dann auch
Myriam Schmit: wieder, dass der Druck auch sehr hoch ist.
Myriam Schmit: Also ja, man ist ein reiches Land, vielleicht sind die Häuser größer oder die Autos schneller,
Myriam Schmit: keine Ahnung, aber der Druck allgemein ist,
Myriam Schmit: man will ja auch mithalten oder viele Leute wollen mithalten halt und können
Myriam Schmit: es nicht und dann ist der Druck enorm hoch und das kriegt nicht jeder verarbeitet.
Myriam Schmit: Und deshalb habe ich immer diese kreative Szene so gerne gehabt,
Myriam Schmit: weil da ist das Mindset einfach anders, weil man einfach nicht davon ausgehen kann, dass man,
Myriam Schmit: wenn man was Kreatives macht, auch sein Leben damit verdienen kann.
Myriam Schmit: Aber man macht es sehr gerne. Und das ist das, was du vorhin gesagt hast.
Myriam Schmit: Oft trifft man sehr reiche Leute, aber die sind todunglücklich.
Myriam Schmit: Und dann trifft man andere, die nicht unbedingt so reich sind,
Myriam Schmit: die aber glücklich sind.
Myriam Schmit: Das ist ja oft der Fall, wenn du in andere Länder reist, wo die in Hütten wohnen,
Myriam Schmit: aber die lachen und die laden dich ein und die teilen ihre Suppe mit dir.
Myriam Schmit: Das findest du in reichen Ländern oder in reichen Familien wahrscheinlich weniger.
Simi Will: Ja, da ist was dran. Also auch nicht nur so, aber ja, auch interessant mal zu
Simi Will: hören, nachdem ich hier so abfreie von der Selbstmordrate, es gibt ja immer auch das andere.
Myriam Schmit: Absolut, es gibt immer die andere Seite der Medaille.
Simi Will: Ja, so. Und jetzt gucke ich mal, ob ich in deinem Riesenzettel,
Simi Will: was du da alles noch gemacht hast, ob ich da nicht irgendwas noch vergessen habe.
Simi Will: Der Film. Du hast doch mit Film Luxemburg und seine Filmindustrie.
Simi Will: Das ist ja auch was relativ Neues. Also die letzten 30, 40 Jahre so extrem.
Myriam Schmit: Ja, ich habe mit Andy Bausch eigentlich richtig kommerziell angefangen.
Myriam Schmit: Andy Bausch kommt ja auch aus Düdelange,
Simi Will: Wo ich herkomme. Gibt es den noch?
Myriam Schmit: Den gibt es noch, absolut. Wir sind dann damals zusammen immer eher zur Arbeit.
Myriam Schmit: hätte ich zur Schule im gleichen Zug gefahren.
Myriam Schmit: Man hatte den gleichen Weg nach Hause.
Simi Will: Und Andy Bausch, weiß ich, der hat Filme gemacht mit Thierry van Verwecke.
Myriam Schmit: Genau, genau, habe ich auch interviewt.
Simi Will: Ich auch, 1984 habe ich ein Interview mit Thierry van Verwecke gemacht.
Myriam Schmit: Ja, ich habe ja auch das Buch über Thierry van Verwecke gemacht,
Myriam Schmit: zusammen wieder mit dem Centre National des Nudes Visuelles.
Myriam Schmit: Dicker Schmöker, schönes Buch über die Expo, die über Thierry gemacht wurde,
Myriam Schmit: vor ein paar Jahren halt.
Myriam Schmit: Und ja, da sind auch wieder so alle Fans wieder zusammengekommen,
Myriam Schmit: denn man hat dann Fotos bekommen von rechts und von links oder auch im Interview,
Myriam Schmit: dieses Café, was du ja auch bestimmt kennst, wo dann die Leute da vorne im Fenster saßen.
Myriam Schmit: Da kann man ja die Fenster aufmachen mit den Füßen nach draußen und so weiter. Großartig.
Myriam Schmit: Fotos von Thierry im Interview und dann auch mit den ganzen Leuten,
Myriam Schmit: mit denen er zusammengearbeitet hat.
Myriam Schmit: Und Udo Kier war dann in Luxemburg beispielsweise. Das ist auch einer
Simi Will: Der… Mit dem hat meine Schwester auch gedreht.
Myriam Schmit: Udo Kier. Ja, den sehe ich auch manchmal in der Stadt, wenn der da rumläuft.
Myriam Schmit: Der wohnt in Köln, glaube ich.
Simi Will: Ja, kann sein.
Myriam Schmit: Ja.
Simi Will: Und Udo Kier, Desiree Norsbusch, da war auch was. Die ist ja die bekannteste
Simi Will: Frau Luxemburgs, also für uns Trierer. Absolut.
Myriam Schmit: Mit Lea Linster.
Simi Will: Das ist die Köchin.
Myriam Schmit: Die Köchin, genau.
Simi Will: Lea Linster, sagen alle, du musst dir mal die Lea Linster ins Gespräch holen.
Simi Will: Die würde ausflippen, mit mir zu reden.
Simi Will: Weil was ich an meinem Herd mache ist, da ist mein Laptop drauf,
Simi Will: das ist mein Schreibtisch. Weil ich im Stehen arbeite. Ja.
Simi Will: Und wie ist die? Würde die sowas machen? Ach, ganz bestimmt.
Myriam Schmit: Ich habe mal ein Interview mit Lea Linster gemacht.
Simi Will: Okay, Lea Linster. Und diese Renosbusch, da gab es ja auch irgendeinen Film.
Myriam Schmit: Wo du… Ja, das war Super Gem Returns. Kennst du Super Gem? Diese ganzen Comics, die…
Myriam Schmit: In den Ende 80er, 90er Jahren rauskam. Du meinst jetzt Superman?
Myriam Schmit: Superheld, ja, ein Luxemburger Superheld, wie Superman, nur halt Superjamp.
Simi Will: Quasi ein Superman von Luxemburg, einen eigenen Superman.
Myriam Schmit: Ja, das ist ein dickbäuchiger Herr, der mit rotem Cape magische Kräfte hat.
Myriam Schmit: Und natürlich hat er auch einen magischen Zaubertrank. Und das ist natürlich
Myriam Schmit: dann unser berühmter Kachcase.
Myriam Schmit: Also dieser klebrige Käse halt, den er dann isst.
Myriam Schmit: Und ja, das waren dann immer Comics halt, die sehr viel Erfolg hatten.
Myriam Schmit: Und dieser Comic wurde dann durch Felix Koch als Regisseur, wurde dieser Film
Myriam Schmit: dann verfilmt mit Samsa-Production.
Myriam Schmit: Und ja, die brauchten dann jemanden halt, um nicht nur Public Relations und
Myriam Schmit: Marketing zu machen, sondern auch der Supergem, der lebt in Luxusburg.
Myriam Schmit: Und die ganzen Marken, die man in Luxemburg kennt, die waren,
Myriam Schmit: die hatten dann so Namen, dass jeder erkennt, wer gemeint ist,
Simi Will: Aber das ist anders geschrieben.
Myriam Schmit: Ja zum Beispiel Simonpils ist dann Sibon.
Myriam Schmit: Oder die Juxer. Und das musste man dann in diesen Film integrieren halt.
Myriam Schmit: Und da war meine Aufgabe dann da, Firmen zu kontaktieren halt,
Myriam Schmit: damit die in diesem Film dann auch mitmachen mit ihren Produkten.
Myriam Schmit: Da musste dann zum Beispiel auf der Joghurtverpackung war dann der andere Name drauf.
Myriam Schmit: Also wenn man das erstmal guckt, sagt man, ja, das ist ein Joghurt von der und der Marke.
Myriam Schmit: Aber wenn man es dann nochmal guckt, dann sieht man, dass das ein bisschen verdreht ist.
Simi Will: Also quasi verdecktes Product Placement.
Myriam Schmit: Product Placement, aber verdeckt.
Simi Will: Verdeckt oder ironisch gebrochen.
Myriam Schmit: Ja, das ist ja eine Parodie auf Luxemburg. Und dann waren dann auch die Produkte
Myriam Schmit: oder Marken haben sich integriert in diese Parodie.
Simi Will: Aber dann ja auch sympathisch beworben werden. Das ist ja ein sympathisches Ding. Ja.
Simi Will: Weil sie gehören zu Luxemburg und jeder erkennt sie. Ja, okay.
Myriam Schmit: Ein sehr großer Erfolg. Und da war, Dersin Osbusch hatte dann natürlich eine der Hauptrollen.
Myriam Schmit: Sie war die frühere Freundin von Superjamp und wusste nicht,
Myriam Schmit: dass sie jetzt mit Superjamp, eigentlich ihrem Mann,
Myriam Schmit: der eigentlich ein bisschen langweilig geworden ist und nicht so einfach ist,
Myriam Schmit: wie das manchmal so ist nach langen Jahren Ehe halt.
Myriam Schmit: Aber der hat dann im Keller ein heimliches, hinter dem Weinregal ist ein Verlies
Myriam Schmit: und dann wird er zu Superjamp, aber sie weiß nicht, dass sie mit Superjamp verheiratet ist.
Simi Will: Süß.
Myriam Schmit: Und Luc Veit, der ja auch in Deutschland sehr bekannt ist.
Simi Will: Mit dem habe ich sogar mal gearbeitet in Berlin.
Myriam Schmit: Luc hatte auch eine schöne Rolle als Kommissar, als Vertreter,
Myriam Schmit: verschwunder Kommissar.
Simi Will: Toller Schauspieler auch für Luc Veit.
Myriam Schmit: Ja, absolut. Und ja, das war sehr spannend. Und auch mit diesen Schauspielern
Myriam Schmit: zusammenzuarbeiten war auch sehr schön halt.
Simi Will: Den würde ich mir gerne mal angucken. Und der ist auf Luxemburgisch.
Myriam Schmit: Der ist auf Luxemburg. Ich glaube, der wurde sogar auf Chinesisch auch übersetzt.
Myriam Schmit: Aber den gibt es auch mit Subtitles.
Simi Will: Wie heißt der Film nochmal?
Myriam Schmit: Super Champ Returns.
Simi Will: Super Champ. Ja, Champ.
Myriam Schmit: Champ ist Jean-Pierre. Und die Luxemburger geben ja immer gerne andere Namen.
Simi Will: Ah ja, Super Jam.
Myriam Schmit: Das ist dann der Jean-Pierre, der wurde zum Jam, aber hier ist es ja dann der
Myriam Schmit: Super Jam und Returns mit Ö.
Simi Will: Ja genau, Returns.
Myriam Schmit: Ja.
Simi Will: Und wann lief der im Kino? 2019, 18, 19?
Myriam Schmit: Der kam, Oktober 2018 kam der in die Kinos und meine Arbeit hat,
Myriam Schmit: ich würde mal sagen, 16 angefangen, um diese Firmen zu kontaktieren.
Myriam Schmit: Da muss ja dann auch geguckt werden, wie kann man diese Produkte,
Myriam Schmit: das ist ja kein Werbefilm, diese Produkte müssen ja dann erzählt werden halt
Myriam Schmit: und müssen ins Bild gerade reinpassen.
Myriam Schmit: Und ich habe noch ein paar Probs bei mir im Büro stehen.
Myriam Schmit: Die Leute fragen sich immer, wieso da leere Rapsatflaschen rumstehen und alte
Myriam Schmit: Joghurtschachteln rumstehen und so weiter.
Myriam Schmit: Aber das gehörte alles zu diesen Probs.
Simi Will: Ja, super. Was steht an? Es wird nächstes Jahr wieder das Festival geben?
Myriam Schmit: Im Schloss wird es wieder das Festival geben und natürlich auch sonstige Konzerte.
Myriam Schmit: Mittelalterfest sowieso immer.
Simi Will: Mittelalterfest. Sag nochmal, wie das Schloss heißt.
Myriam Schmit: Gräveschloss. Gräveschloss, das Grafenschloss.
Simi Will: Und wo ist es nochmal?
Myriam Schmit: In Körig.
Simi Will: In Körig.
Myriam Schmit: Zwischen Marmer und Steinfurt. Okay.
Simi Will: Das gibt es im Juni. Juli.
Myriam Schmit: Juli, Beautiful Icai und drittes Wochenende September immer Tempus Medivale.
Simi Will: Und das war Tempus Medivale?
Myriam Schmit: Mittelalterfest.
Simi Will: Mittelalterfest. Tempus Medivane, okay. Ja, Wahnsinn. Du bist Schlossherrin, Hexe.
Simi Will: Im Moment auf jeden Fall meine Lieblingsunternehmerin. Das kann ich jetzt schon mal sagen.
Myriam Schmit: Oh, danke.
Simi Will: Nein, weil du, ich meine natürlich Tanja, die ihr Design macht und so weiter,
Simi Will: aber du bist halt wirklich in so einem klassischen Sinne Unternehmerin.
Myriam Schmit: Das weiß ich gar nicht, ob ich im klassischen Sinne Unternehmerin bin.
Myriam Schmit: Also ich denke dann auch immer, dass Leute, die riesige Unternehmen haben,
Myriam Schmit: dass das die Unternehmerinnen sind.
Myriam Schmit: Aber ich glaube, Unternehmer sein, das ist so ein...
Myriam Schmit: So ein Mindset, den man hat, dass man, wenn ein Problem da ist,
Myriam Schmit: dass man sich nicht beklagt, sondern dass man eine Lösung sucht.
Myriam Schmit: Das ist halt immer, sonst geht es ja gar nicht anders.
Myriam Schmit: Wartet ja keiner drauf, dass ich für ihn arbeite. Also ich muss ja gucken,
Myriam Schmit: dass die Leute zu mir kommen und mit mir arbeiten wollen und mir Projekte geben wollen.
Myriam Schmit: Und da muss man immer lösungsorientiert sein und auch positiv.
Myriam Schmit: Nützt nichts, wenn ich da in meinem Stimmel...
Simi Will: Geh doch bitte in die Politik. Geh doch bitte in die deutsche Politik.
Myriam Schmit: Bin schon öfters gefragt worden, in die Politik zu gehen.
Simi Will: Ich mach dich zur Bundeskanzlerin. Nein, wirklich, weil wie du sagst,
Simi Will: das ist ja was, jetzt mal jenseits von viel Geld verdienen, wenig Geld verdienen, tralali, tralala.
Simi Will: Wer hat denn heute noch Lust auf Verantwortung?
Simi Will: Verantwortung zu übernehmen und mit einer intrinsischen Motivation an Dinge
Simi Will: ranzugehen, das steckt andere an. Davon bin ich überzeugt.
Myriam Schmit: Auch bei der Berufswahl kann ich nur sagen. Es gibt ja viele,
Myriam Schmit: die einfach nur einen Beruf aussuchen, weil sie meinen, damit viel Geld zu verdienen.
Myriam Schmit: Und die Anzahl der Leute, die im Burnout sind mit 40, weil sie sagen,
Myriam Schmit: jetzt muss ich noch 20, 25 Jahre weiter in diesem Job arbeiten.
Myriam Schmit: Wir haben alle Tage, wo wir keine Lust haben zu arbeiten oder wo wir dazwischen
Myriam Schmit: mal Jobs machen, wenn ich meine Buchhaltung machen muss.
Myriam Schmit: Das ist für mich pain in the neck, weil das nicht meine Lieblingsaufgabe ist.
Myriam Schmit: Aber das sind ja nur kleine, kurze Momente halt.
Myriam Schmit: Aber es ist wichtig, dass man einen Job sich aussucht, den man einfach gerne macht.
Myriam Schmit: Also auch als meine jüngste Tochter, die geht ja auch in eine schon kreative
Myriam Schmit: Richtung rein und die hat gesagt, Mama, ich habe mir das ausgesucht,
Myriam Schmit: weil du mir gesagt hast, ich hätte dieses Talent, das ist einfach so angeboren halt.
Myriam Schmit: Es gibt Sachen, die kann man, man kann vieles lernen, aber zum Beispiel kreativ
Myriam Schmit: sein, guten Geschmack haben.
Myriam Schmit: Das sind Sachen, die kann man nicht lernen. Man kann Techniken lernen,
Myriam Schmit: aber verschiedene Sachen muss man einfach haben.
Myriam Schmit: Und wenn man die hat und man kann daraus seinen Beruf machen,
Myriam Schmit: dann ist das doch wunderschön.
Myriam Schmit: Dann ist es ja kein Beruf mehr. Das ist Freiheit.
Myriam Schmit: Mit seinem Hobby. Das ist es schon ein bisschen mehr als Hobby.
Myriam Schmit: Ganz klar. Aber es macht einfach immer noch sehr, sehr viel Spaß.
Simi Will: Das merkt man auch, weil du bist eine zufriedene Person.
Myriam Schmit: Danke, danke. Und es gibt ein Buch, was ich mal gelesen habe,
Myriam Schmit: Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen, von Frank Bertzbach,
Myriam Schmit: einer meiner Lieblingsautoren.
Myriam Schmit: Und als ich dieses Buch gelesen habe, habe ich gedacht, der Typ kennt mich,
Myriam Schmit: der hat über mich geschrieben.
Simi Will: Frank Bertzbach?
Myriam Schmit: Frank Bertzbach, unbedingt reingucken, unbedingt lesen. dann halt
Myriam Schmit: Und kreativ aushalten ist auch so ein Buch, das ist über die Psychologie für Designer.
Myriam Schmit: Und da habe ich auf jeden Fall mich wiedergefunden halt, denn ich bekam immer
Myriam Schmit: gesagt, ja du bist anders als die anderen.
Myriam Schmit: Ich wusste das, ich konnte das nicht einschätzen. Ist das jetzt ein Kompliment
Myriam Schmit: oder ist das eine Kritik? Was ist das? Was heißt das?
Myriam Schmit: Für mich war ich ja normal. Und die anderen waren immer ein bisschen komisch.
Myriam Schmit: Und wenn ich dann mit Kreativen zusammen bin, dann merke ich ja,
Myriam Schmit: auch wenn der Schauspieler ist
Myriam Schmit: oder Musiker ist, dass wir da irgendwo auf einer gleichen Ebene ticken.
Myriam Schmit: Und das ist eben halt für kreative Leute oder Leute, die nach Lösungen suchen,
Myriam Schmit: natürlich anders denken als
Myriam Schmit: die, die immer das Problem sehen und sich auch in diesem Problem suhlen.
Simi Will: Dann geht hier leider gar nichts. Ich habe auch noch einen Literaturtipp und
Simi Will: zwar die gute alte Hannah Arendt.
Simi Will: Die Freiheit, frei zu sein.
Simi Will: Das ist nämlich auch nicht jedem gegeben. Und jenseits der Systeme,
Simi Will: in denen man lebt, ist es einfach mal immer ein wichtiges Thema,
Simi Will: wie ich finde, sich zu überlegen, was ist denn frei in meinem Leben?
Simi Will: Und eine eigene Verantwortung zu haben für die eigene Freiheit zu kämpfen oder was zu tun.
Simi Will: Das ist für mich ein ganz wichtiges Ding.
Simi Will: Und nicht im Vergleich stecken bleiben und auch nicht in diesem,
Simi Will: wie du sagst, die nicht das Problem bejammern, sondern die Lösung beschreien.
Myriam Schmit: Ja, absolut. Dann kommt man voran.
Simi Will: Sehr gut. Miriam, ich habe jetzt Hunger. Du hast gesagt, du lädst mich zum Essen ein. Sehr gerne.
Simi Will: Jetzt suche ich noch was, wo wir denn hingehen in Trier. Lecker essen.
Simi Will: Und es war mir wirklich ein Fest, dass du den weiten Weg, aber mit einem sehr
Simi Will: schnellen Auto, muss man dazu sagen, hierher gemacht hast.
Myriam Schmit: Auf der Baustelle fährt man gleich langsam.
Simi Will: Das stimmt. Im Stau hast du auch gesteckt. Ja.
Simi Will: und ja, toll, dass du dabei warst. Hat mich sehr gefreut.
Myriam Schmit: Ich bedanke mich bei dir. Vielen, vielen Dank für die Einladung und auch,
Myriam Schmit: dass ich in dieses Netzwerk hier in Trier gerade dabei bin, ein bisschen einzusteigen.
Myriam Schmit: Auf jeden Fall. Ich habe tolle Leute hier kennengelernt und ich freue mich auf weitere Begegnungen.
Simi Will: Sehr schön. Luxemburg und Trier muss zusammenhalten. Genau. So sieht es aus. Für ein starkes Europa.
Simi Will: Das war jetzt wieder ein bisschen übertrieben, aber egal. Liebe Miriam,
Simi Will: bis gleich im Restaurant.
Simi Will: Winke, winke an euch alle da draußen und merkt euch diesen Namen.
Simi Will: Miriam Schmidt, die Hexe aus Luxemburg.
Simi Will: Tschüssi.
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