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Dazwischen mit Lajos Wenzel (Intendant Stadttheater Trier)

Shownotes

Zwischen Römern, Rotstift und Rampenlicht – Intendant Lajos Wenzel im Gespräch über Theater, Geld, Macht und Mut.

Highlights dieser Folge:

🎭 Warum ein Theater kein Luxus, sondern Grundnahrungsmittel ist

💸 90,5 Millionen für die Sanierung – und warum das eben nicht zu viel ist

🧮 „Umwegrentabilität“ – wie ein Euro Kultur 1,72 Euro zurückbringt

🧵 Aus S**** Gold machen – was die Kostümabteilung wirklich leistet

🧠 „Freiwillige Kultur ist die ehrlichste Kultur“ – warum Pflicht langweilig wäre

🏗️ Das Theater als „dritter Ort“ – ein offenes Haus für eine offene Stadt

💬 Simi über Römer, Rentner, Rewe und das Café Togo in Riol

Zitat des Tages:

„Es wird kein Klo mehr saniert, wenn das Theater nicht gebaut wird.“ – Lajos Wenzel

Zwischen bissiger Trierer Ehrlichkeit und zärtlicher Liebe zum Theater. Simi fragt, bohrt, lacht – Lajos antwortet klug, charmant und erstaunlich unaufgeregt. Eine Folge für alle, die glauben, Kultur sei Kür.

Transkript anzeigen

00:00:00: Und es war wirklich so weit, dass man mit dem Spaten in den Boden gestochen

00:00:03: hat und dann gesehen hat, oh, hier sind die Römer, hier können wir nicht bauen.

00:00:06: Das ist der Klassiker in Trier.

00:00:08: Ja, nun war man 1962 einfach noch nicht so weit. Heute hätte man vorher mal

00:00:11: ein paar Untersuchungen gemacht. Damals war man davon wirklich überrascht.

00:00:15: Damals hat man aber auch, was man heute nicht schaffen würde,

00:00:17: binnen ganz weniger Monate, innerhalb von vier Monaten, hat man dieses neue

00:00:20: Grundstück genommen und gesagt, dann bauen wir es halt da hin.

00:00:27: Kirche, Fußball, Theater hat ganz ähnliche Dinge, finde ich,

00:00:30: die sie gesamtgesellschaftlich tun.

00:00:31: Da gibt es Gesänge, da gibt es Rituale, da gibt es irgendwie die festen Sitzplätze,

00:00:36: die man vererbt, wo man sagt, da geht man mit der Oma hin und so.

00:00:39: Und das ist was, was ganz tief im Menschen auch ein Heimatgefühl bringt, glaube ich.

00:00:48: Wie sieht es aus? Wir würden gerne das und das Stück machen.

00:00:52: Habt ihr einen Raum? Habt ihr Zeit? Genauso Schmitz kommt und sagt,

00:00:55: im Sommer steht doch eure Probebühne leer. Können wir da vielleicht?

00:00:58: Ja, könnt ihr natürlich. Irgendjemand auch von der TUFA sagt,

00:01:01: wir bräuchten ein Schlagzeug, wir bräuchten Pauken.

00:01:03: Wir machen da so eine zeitgenössische Woche und da brauchen wir das und das und so.

00:01:08: Wer mit mir spricht und wo ich die Möglichkeit habe, dann machen wir das.

00:01:12: Weil ich kenne das selber, dass man da steht und es manchmal einem das Schwarz

00:01:16: unter den Nägeln nicht finanzieren kann.

00:01:18: Die Zeiten hatte ich und weiß genau, wie sich das anfühlt.

00:01:24: Immer und überall hörbar. Dazwischen mit Simi Will.

00:01:32: Hallo zusammen an den Endgeräten. Hier ist wieder Simi Will mit einer frischen Folge Podcast.

00:01:41: Der Podcast Dazwischen mit Simmi Will.

00:01:44: Heute sitzt mir gegenüber ein alterstypisch, also schwer einzuordnender Gegengeschlechter

00:01:52: mit einem sehr einnehmenden Lächeln.

00:01:56: Er trägt einen dunklen Pullover mit so einem Logo, was so ein bisschen aussieht

00:02:01: wie Raumschiff Enterprise umgedreht.

00:02:03: Es ist unser aktueller Stadttheaterintendant, Lajos Wenzel.

00:02:12: Vielen Dank für die Einladung.

00:02:15: Schön, dass du da bist. Ich fange mal gerade so an. Lajos, was ist denn das für ein Name?

00:02:21: Das ist ungarisch. Meine Eltern fanden das Witz. Leider kann ich kein Wort ungarisch.

00:02:26: Meine Eltern fanden den Namen einfach schön.

00:02:28: Lajos, sagen sie. Da gehört tatsächlich irgendein Strich drauf.

00:02:32: Der ist aber verloren gegangen bei mir, sodass ich einfach Lajos heiße.

00:02:36: Und ja, leider kann ich kein Ungarisch.

00:02:39: Ja, das solltest du natürlich können.

00:02:40: Man wird immer wieder angesprochen tatsächlich drauf, weil das in Ungarn tatsächlich

00:02:44: ein sehr, sehr verbreiteter Name ist. Wortstamm Ludwig.

00:02:48: Ja, aber bis jetzt hat es mich zum Ungarischen irgendwie noch nicht getrieben

00:02:53: oder habe ich noch nicht die Zeit und die Muße dafür gehabt.

00:02:55: Ich habe witzigerweise in meinem

00:02:56: Leben einmal einen kleinen Menschen kennengelernt, der auch Lajos hieß.

00:02:59: Da habe ich in riederkehrender Folge immer zum ersten Advent eine Premiere gemacht

00:03:04: und in einem Jahr kam eine junge Mutter mit einem Kinderwagen und meinte,

00:03:06: guck mal, das ist ein kleiner Lajosch, hat sich letztes Jahr das Programmheft

00:03:09: so gut gefallen und jetzt hat sie ihr Kind danach benannt.

00:03:12: Ach was. Ja, das ist der einzige Lajosch, den ich bis jetzt kennengelernt habe.

00:03:15: Aber das ist ja süß. Es ist doch schön, dass wir gleich mal mit was Nettem aus dem Theater anfangen,

00:03:21: weil es brodelt ja die Küche, alle meckern und schimpfen, diskutieren und was

00:03:28: ist denn da los am Theater in Trier jetzt hier?

00:03:33: Also ich weiß, worauf du abzielst, aber erstmal würde ich sagen,

00:03:36: wir haben hier in Trier ein tolles Theater, was ein sehr, sehr gutes Programm

00:03:41: macht und die Menschen, die ich im Theater treffe und so weiter,

00:03:44: sind davon auch total begeistert und das Brodeln, was du gerade Brodeln nennst, das nehme ich wahr.

00:03:50: Klar, es ist auch nicht so, dass uns das komplett kalt lässt.

00:03:53: Ich glaube aber gleichzeitig, dass das eine Sache ist, da werden wir vielleicht

00:03:57: im Gespräch drauf kommen, wie die einzuordnen ist und wie man die natürlich,

00:04:02: so wie jede Diskussion, die da ist, führen und ernst nehmen muss.

00:04:06: Aber die einzuordnen und dann vielleicht ihr die Wichtigkeit beizumessen,

00:04:12: das müssen wir, glaube ich, miteinander vielleicht nochmal besprechen.

00:04:16: Ja, ich tue, also hallo Leute da draußen, ich komme gerade von der Couch,

00:04:20: muss ich sagen und ich habe den Lajosch jetzt ganz schön überfeilen sozusagen mit, ja, erzähl Drama.

00:04:28: Ich will jetzt erstmal wissen, also ich weiß, dass das Stadttheater Trier,

00:04:33: so wie ich es kenne, schon immer ein Drei-Sparten-Haus war, das heißt immer

00:04:39: mit Tanz, mit Musik und eben Erzähltheater. Geldtheater.

00:04:43: Und Konzert und Kinder- und Jugendtheater. Aber drei Sparten, genau.

00:04:46: Genau, sozusagen. Und in Zeiten, wo es ums Geld geht, ist immer zuerst die Kultur dran.

00:04:54: Habe ich den Eindruck. Soziales und Kultur, da wird immer erst gespart.

00:04:58: Das ist mit Sicherheit ein Reflex, weil das halt die freiwilligen,

00:05:01: also im Bereich Kultur ist eine freiwillige Leistung.

00:05:05: Natürlich erwartet man von einem Kulturmensch jetzt, dass ich ein flammendes

00:05:08: Plädoyer dafür halte, dass Kultur alles andere als freiwillig ist.

00:05:12: Und dass es unbedingt zu den Pflichtteilen gehören sollte.

00:05:15: Aber ich finde viel besser, ehrlich gesagt, dass es freiwillig ist,

00:05:18: weil wir uns der Notwendigkeit von Kultur auf eine andere Art und Weise vergewissern,

00:05:23: wenn wir uns dafür entscheiden.

00:05:25: Dinge, die ich machen muss zu Hause, das ist wie, wenn ich irgendwo irgendwelche

00:05:29: Verpflichtungen habe, das ist was anderes, wenn man es freiwillig tut.

00:05:32: Und ich glaube, das ist ganz bewusst vom Gesetzgeber auch bislang so vorgesehen.

00:05:36: Und nicht umsonst entscheiden sich trotzdem alle Kommunen, alle Länder,

00:05:42: auch der Bund dafür, Kultur sich etwas kosten zu lassen.

00:05:47: Und das ist auch zwingend notwendig aus meiner Sicht.

00:05:50: Und da gehören alle Bereiche der Kultur dazu. Da gehören die großen Häuser dazu,

00:05:57: da gehören die Orchester dazu.

00:05:58: Aber auch, und das ist ja in Trier, was ganz Tolles, was wir an einer so reichen

00:06:01: Kulturlandschaft haben, von den Museen über die freie Szene,

00:06:05: Künstlerinnen und Künstler in den ganz unterschiedlichen Bereichen.

00:06:07: Das alles zusammen in diesem Mehrklang, das ist ja das, was letztendlich Kultur

00:06:10: ausmacht und so eine Stadt dann auch irgendwo lebenswert macht.

00:06:13: Ja, hast du denn schon mal Podcasts gehört überhaupt?

00:06:15: Tatsächlich wenig. Es hat mich nicht erreicht bis jetzt. Also ich bin mit Podcasts,

00:06:19: meine Frau hört sehr gerne Podcasts und mein Sohn hat auch verschiedene Podcasts, sie ja hört.

00:06:23: Ich bin dafür wirklich, vielleicht bin ich zu ungeduldig, ich weiß es nicht.

00:06:27: Ich rede sehr gerne mit Menschen und höre denen auch gerne zu.

00:06:31: Es ist nicht so, dass ich nur grundsätzlich selber rede.

00:06:33: Aber tatsächlich dieses Podcast-Phänomen, was ja viele irgendwie auch,

00:06:37: glaube ich, während Corona hat das ja einen riesen Hype. Plötzlich haben alle Leute Podcast gehört.

00:06:41: Das hat mich nie so erreicht. Das kommt vielleicht noch, weiß ich nicht.

00:06:45: Also ich habe jetzt hier mal reingehört in der Vorbereitung.

00:06:47: Und die wissen wollte, mit wem habe ich es denn da zu tun, was stellt die denn für Fragen.

00:06:50: Aber sonst habe ich da viele Leerstellen. Ich kenne das nicht.

00:06:55: Okay, so, zurück zum Thema. Wo waren wir jetzt mit dem Theater,

00:06:59: Dreispartenhaus, Trier und ...

00:07:03: Theater Trier war immer schon, also gehörte bei mir zu meinem Leben immer schon

00:07:09: von Kind an, weil es einfach automatisch so war.

00:07:13: Es gab das Weihnachtsmärchen, es gab in der Spätpubertät im Deutschleistungskurs

00:07:18: die Studiobühne und es gab natürlich mit der Oma die Operette.

00:07:23: Das ist doch wunderbar. Ja.

00:07:28: Tatsächlich in Trier höre ich das ganz, ganz oft. Ja, Theater Trier, da war ich als Kind.

00:07:34: Und ich höre das sehr gerne, weil ich glaube, dass das auch ein ganz großer

00:07:38: Auftrag ist, den wir haben.

00:07:40: Mein Ziel als Intendant ist es ja immer ein Angebot zu machen in einer Stadt

00:07:43: wie Trier, wo wir für jede Trierin, jeden Trierer etwas in unser Portfolio haben.

00:07:49: Ich sage immer, wir sind so ein bisschen auch so ein Allgemeinversorger.

00:07:52: Sowas gab es ja früher. Diese Läden, wo man dann alles kriegte.

00:07:55: Das soll nicht heißen, dass wir in Gemischtwarenladen sind, sondern wirklich, dass man schaut.

00:08:00: Und da ist die Produktion zur Weihnachtszeit, das Familienstück oder das Weihnachtsmärchen,

00:08:05: wie man klassisch sagt, ein wichtiger Faktor.

00:08:08: Auch vor dem Hintergrund, dass in den Grundschulen man Menschen und vielleicht

00:08:13: wirklich zum einzigen Mal im Leben Menschen wirklich durch alle Bildungsklassen,

00:08:18: durch alle Sozialisationen bekommt, die ins Theater Trier gehen.

00:08:23: Einige davon verliert man leider während der Pubertät oder dann auf den weiterführenden Schulen.

00:08:28: Während der Operette. Und mit der Operette ja, das wäre jetzt nicht mein Anspruch

00:08:32: mit der Operette tatsächlich dann alle zu erreichen so, die haben dann nochmal

00:08:36: ihr eigenes Publikum, aber insgesamt soll es schon so sein, also wir gucken

00:08:39: sehr konsequent jetzt seit ich, also in den letzten Jahren auch nochmal drauf,

00:08:43: dass wir in diesem Punkt so mit 10, 12 sind die Leute zu alt fürs Weihnachtsmärchen

00:08:47: und zu jung für Animal Farm oder diese Sachen, dass wir da gezielt was anbieten,

00:08:51: um diese Brücke zu schlagen.

00:08:52: Das ist einfach für Menschen zum Alltag dazugehört, ins Theater zu gehen,

00:08:58: weil das ist ein Phänomen,

00:09:01: was Menschen berührt und packt und nicht loslässt, wenn man sieht,

00:09:03: was für eine Energie im Raum ist, wenn Kinder im Haus sind oder auch dann die

00:09:07: Jugendlichen. mit welcher Begeisterung.

00:09:09: Letztes Jahr hatten wir irre viele Schulen bei Turandot.

00:09:12: Dies Jahr ist es, dass die alle zu Animal Farm laufen.

00:09:15: Das ist eine nochmal ganz besondere Qualität und ich bin ein großer Verfechter

00:09:19: davon, das Theater nicht der Generation 60 Plus zu überlassen,

00:09:23: nur weil die plötzlich nicht mehr arbeiten müssen und dann was mit ihrer Freizeit anfangen wollen.

00:09:26: Sondern, dass wir die Menschen jeden Alters, wie gesagt, 30-Jährige,

00:09:30: 40-Jährige, 50-Jährige begeistern, beeindrucken, bewegen. Das ist unser Job.

00:09:35: Ja, und

00:09:36: Ich muss sagen, die Kindheitserinnerung, sowohl in der Grundschule als auch

00:09:41: später, dann in Gymnasiajahre und so weiter, war für mich das Trierer Theater so, wie es da war.

00:09:47: Es war für mich wie so eine Art Mahnmal. Es war so ein Kubus in dem ganzen butzigen

00:09:53: Porta, Kirche, Dom, Tralala,

00:09:57: gab es ein ganz großes Bums direkt neben dem Rathaus und das war das Stadttheater.

00:10:03: Und das Stadttheater hatte tatsächlich eine magische Anziehungskraft auf mich.

00:10:09: Und ich wollte mit 18 auch unbedingt Schauspielerin werden, was ich da nicht

00:10:14: durchgezogen habe, Gott sei Dank. Warum Gott sei Dank?

00:10:18: Also wenn ich mir heute vorstelle, 30 Jahre am Trierer Stadttheater oder in Neu-Ulm oder so.

00:10:25: Das muss man sehr, sehr wollen. Das ist einfach ein Beruf, das ist eine Berufung.

00:10:30: Ja und man muss glaube ich auch mit einer Konkurrenz immer leben,

00:10:34: das könnte ich nicht, ich bin die Nummer eins und neben mir hat keiner Platz.

00:10:39: Und das war für mich, wir haben damals geguckt mit Merit Becker und gab es diesen Film.

00:10:47: Wo alle zu diesen Vorsprechen gehen an Theaterhäusern und Schauspielern. Kleine Haie.

00:10:53: Kleine Haie, genau.

00:10:55: Und danach habe ich gesagt, nee. Ich war nämlich auch tatsächlich Statistin

00:10:59: am Stadttheater, hobbymäßig, ganz lange.

00:11:03: Dann kennst du das Haus sehr gut.

00:11:04: Ja, sicher.

00:11:05: Es hat sich nichts verändert seitdem.

00:11:07: Es war so geheimnisvoll immer. Verena Rühn war mein ganz großes Vorbild.

00:11:13: Ich weiß nicht, ob die das noch was sagt. Du bist ja deutlich.

00:11:15: Das war deutlich vor meiner Zeit, ja.

00:11:16: Ja, siehst du? Oh Gott, wie alt bist du?

00:11:18: Ich bin 79er Jahrgang.

00:11:19: Dann rechne mal vor.

00:11:20: Ich sage immer den Jahrgang, weil ich bin 45.

00:11:25: Ach ja, dann bist du auch so jung auch nicht mehr. Aber du siehst sehr jung

00:11:27: aus, muss man dazu sagen. Vielen Dank. Sehr jungenhaft.

00:11:31: Aber ich war Baby-Elefant im Dschungelbuch. Ich war aber auch Punkerin mit Strapso

00:11:36: und C-Flöte im Studio bei Wedikind. Ja, Tantenmörder.

00:11:43: Und es hat mich immer fasziniert. Und das Trierer Theater war ganz,

00:11:48: wie soll ich sagen, so eine Insel.

00:11:53: Im Trierer ständigen Vergleich mit den anderen. Wenn man in dieses Theater reingegangen

00:11:58: ist, war das irgendwie, das war nicht Trier.

00:12:01: Weißt du, was ich meine? Okay. Klar war das Trier, aber das hatte für mich so

00:12:05: die Bretter, die die Welt bedeuten.

00:12:07: Aber auch ein bisschen die 60er Jahre vorne und hinten diese dicken Seile,

00:12:14: mit denen der Vorhang hochgezogen wurde.

00:12:16: Und dann diese so ein bisschen auch schmuddeligen, damals schon ein bisschen

00:12:20: schmuddeligen, abgearbeiteten Gänge.

00:12:24: Wo wir dann immer auf unseren Auftritt warteten und sowas. Also das habe ich

00:12:28: schon, also das Trierer Theater hat für mich was ganz Besonderes.

00:12:31: Und deswegen habe ich auch sofort Ja gesagt, ja unbedingt, Intendant muss her und so.

00:12:36: Und ja, zurück zu dir. Natürlich drängel ich mich auch immer dazwischen.

00:12:41: Gut, ja, ist ja das Spannende.

00:12:43: Dazwischen heißt ja auch der Podcast, hast du? Nein, deswegen nicht.

00:12:48: Also, Lajosch Wenzel, wie lange bist du denn schon an diesem,

00:12:52: sage ich mal, geheimnisumwitternden Ort hier in Trier, der Chef?

00:12:56: Ich bin seit zwei Spielzeiten jetzt, also jetzt die dritte Spielzeit mit Manfred

00:13:00: Langner, war ich zwei Spielzeiten zusammen Intendant hier am Theater Trier.

00:13:04: Davor hatte ich zwei Jahre Einarbeitungszeit, als ich noch in Neuwied Intendant

00:13:07: war und da haben wir ganz viel zusammen vorbereitet und gemacht und getan.

00:13:12: Dann jetzt zwei Spielzeiten sehr erfolgreich zusammengearbeitet.

00:13:15: Dann hat Manfred Langner jetzt aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig oder

00:13:18: vorzeitig aufgehört und so bin

00:13:21: ich jetzt seit September dann alleiniger Intendant hier am Theater Trier.

00:13:25: Okay, wie fühlt sich das an?

00:13:27: Es ist ein tolles Haus, muss man sagen. Also das ist ein Haus,

00:13:32: wo vielleicht liegt das an dem, was du gerade beschrieben hast, das weiß ich nicht.

00:13:37: Ich habe das erlebt, als ich als Regisseur hier hinkam, vielleicht noch stärker,

00:13:41: als wenn man dann als Intendant da ist.

00:13:44: Und bekomme es jetzt aber bestätigt von Menschen, die auch jetzt als Regie-Teams zu uns kommen.

00:13:49: Man sagt immer ein bisschen, so alt das Haus, so toll die Menschen.

00:13:52: Wir haben wirklich, und das ist nicht irgendwie geschleimt oder sowas,

00:13:55: wenn ich das vergleiche mit anderen Häusern, wo ich auch gastiere oder wo man

00:13:58: dann die Abteilungen kennt oder sowas, wir haben ein unglaublich tolles Team

00:14:02: hier in Trier am Theater und das macht viel dieser Magie vielleicht aus.

00:14:06: Dass das Menschen sind, die wirklich ihr Theater wirklich lieben,

00:14:11: ähnlich wie du das gerade beschrieben hast.

00:14:12: Man kriegt so ein Leuchten in den Augen entgegengestrahlt und das hängt dann

00:14:17: auch damit zusammen, dass da anders als in anderen Häusern viel konstruktiver

00:14:23: gemeinsam darauf geschaut wird, dass am Ende der Lappen hochgeht,

00:14:26: wie man immer sagt, also dass der Vorhang zur Premiere sich öffnet.

00:14:28: Und dann ist es auch egal, ob jetzt der Stuhl, der auf der Bühne steht,

00:14:31: vielleicht zur Rüstkammer, zur Möbelkammer, zur Requisite, zum Bühnenbild gehört.

00:14:36: Irgendeiner stellt ihn halt weg, wenn er das stört. So und das ist nicht in jedem Bereich so.

00:14:40: Da kann dann sein, dass eine ganze Abteilung 20 Minuten Pause hat und deswegen

00:14:43: der Stuhl stehen bleibt oder so etwas.

00:14:45: Das passiert hier in Trier nicht. Man muss allerdings sagen,

00:14:48: dass wenn wir das immer so beschreiben.

00:14:50: Das ganz in der Nähe dessen ist, diesen Reflex, dass Menschen ihr Theater und

00:14:55: ihren Arbeitsplatz so lieben, den auszunutzen.

00:14:57: Und das ist eine Gefahr an der Stelle, weil wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

00:15:01: hier ganz schön was zumuten, muss man auch sagen.

00:15:03: Also die ganzen baulichen Dinge, da können wir vielleicht gleich drauf kommen,

00:15:06: aber gleichzeitig auch, es ist, das ist vielleicht in anderen Bereichen in Trier

00:15:11: ähnlich, es ist ja nicht so einfach Menschen zu überreden, in Trier zu arbeiten.

00:15:17: Ach ja? jetzt Ausschreibungen habe, dann ist es ja mittlerweile nicht mehr so,

00:15:21: dass man sich die Mitarbeitenden aussucht, sondern die Mitarbeitenden können

00:15:24: sich die Häuser aussuchen.

00:15:25: Und wenn ich dann, egal ob das Künstler, Künstlerinnen sind oder aus den technischen

00:15:30: Berufen oder sonst was in den Gesprächen bin, dann konkurrieren wir mit ganz

00:15:34: vielen anderen Städten.

00:15:35: Und wenn ich dann konkurriere mit Städten, wo ich sagen kann,

00:15:38: kommt doch nach Trier, die Menschen sind hier nett, die wissen hier zu leben,

00:15:42: es ist ein kulturelles Umfeld, die gehen gerne ins Theater, die lieben,

00:15:45: was wir tun, wir haben ein Publikum, was begeistert ist und so weiter,

00:15:47: dann fällt das leicht, die Menschen zu uns zu bewegen.

00:15:50: Vor allem, wenn man dann in der Konkurrenz mit Städten steht,

00:15:52: die einfach hässlich sind.

00:15:54: Sowas gibt es ja. Aber gleichzeitig muss man aufpassen, dass man an der Stelle dann nicht sagen muss,

00:16:00: aber du, ich kann dir nicht versprechen, dass dein Arbeitsumfeld bis zu deinem

00:16:03: Renteneintritt saniert wird und die Stellen drumherum, die werden nicht besetzt

00:16:09: werden, weil das Geld fehlt.

00:16:10: Bis jetzt sind die ganzen Tarifsteigerungen bei uns im Haus mitgegangen worden.

00:16:14: Also der Stadtrat hat unsere Tarifsteigerung übernommen.

00:16:17: Wir sind sehr, sehr bescheiden, aber verlässlich ausgestattet hier am Haus und

00:16:22: können das, was wir tun, für ein Publikum, was das wirklich sehr, sehr liebt.

00:16:27: Es heißt immer, da geht keiner hin.

00:16:29: Immer wenn ich mal da war, war es voll saustig.

00:16:31: Also entschuldige, wir haben 120.000 Zuschauende letztes Jahr gehabt.

00:16:35: Es gibt 111.000 Einwohner in Trier. 120.000.

00:16:39: In einem Jahr.

00:16:40: Ja, das sind statistisch gesehen, weil jeder Trierer mindestens einmal im Jahr im Theater.

00:16:45: Das ist eine Zahl, da kommt man eigentlich nicht so leicht dran vorbei.

00:16:49: Trotzdem ist es ein tolles Narrativ zu sagen, geht doch keiner hin,

00:16:52: brauchen wir nicht mehr. Das stimmt nur leider nicht.

00:16:54: Aber geht die Diskussion denn so weit?

00:16:58: Es hängt ja immer davon ab, mit wem man diskutiert und mit wem man spricht.

00:17:03: Ich finde die Diskussion wirklich wichtig und ich stelle mich der auch gerne.

00:17:06: Wenn mich Menschen persönlich darauf ansprechen, bin ich da wirklich gesprächsbereit,

00:17:10: weil das ja Menschen sind. Ich weiß auch vieles nicht.

00:17:14: Also ich kenne Theater, damit kenne ich mich aus und ich kenne auch ein paar

00:17:17: andere Sachen drumherum. Aber ich habe viele Sachen, wenn mir jetzt einer die

00:17:21: Abseitsfalle erklären wollte, müsste der da richtig was tun. Ich kapiere das nicht.

00:17:24: So eine Sache, das interessiert mich auch nicht, ehrlich gesagt.

00:17:26: Auch wenn man, oh Gott, man kriegt immer gesagt, nie was.

00:17:28: Also Fußball interessiert mich grundsätzlich schon, weil ich die Parallelen

00:17:32: nicht interessant finde. Fußball hat ja auch was.

00:17:34: Wegen Brot und Spiele und so?

00:17:36: Ja, die Parallelen. Nein, eher so.

00:17:40: Kirche, Fußball, Theater hat ganz ähnliche Dinge, finde ich,

00:17:44: die sie gesamtgesellschaftlich tun. Da gibt es Gesänge, da gibt es Rituale,

00:17:47: da gibt es irgendwie die festen Sitzplätze, die man vererbt,

00:17:50: wo man sagt, da geht man mit der Oma hin und so.

00:17:52: Und das ist was, was ganz tief im Menschen auch ein Heimatgefühl bringt,

00:17:57: glaube ich. Und da haben wir viel mehr miteinander zu tun.

00:18:00: Mich hat bis jetzt Fußball einfach wenig, weil ich vielleicht auch selber sehr,

00:18:04: sehr schlecht Fußball spiele.

00:18:05: Ich weiß nicht, woran das liegt. Gibt es andere Sportarten, die mich mehr interessieren.

00:18:08: Aber zurück zum Dings. Deswegen, wenn ich mit Menschen rede über das Theater

00:18:11: und über das, was an Herausforderungen auch jetzt für diese Stadt,

00:18:16: weil ich verstehe das, dass das erstmal eine gigantische Zahl ist,

00:18:19: wenn man liest 90,5 Millionen, dann ist das erstmal...

00:18:21: 90,5 Millionen, da muss ich jetzt nochmal aufgreifen. Stadttheater Trier,

00:18:28: liebe Hörende, wird gerade saniert.

00:18:32: Und es ist natürlich teurer geworden, wie alles, was langerhand geplant ist

00:18:37: im Bauwesen ja, immer dann Jahre später in der Umsetzung, also erstmal wieder

00:18:43: teurer ist, als in der Ursprungsplanung angedacht.

00:18:47: Und da geht gerade die Diskussion, das brauchen wir überhaupt noch,

00:18:52: das wird ja immer geschimpft, das sind ja Staatsgelder, brauchen wir denn überhaupt

00:18:55: noch Theater, Dreispatenhaus, wer braucht denn sowas.

00:18:59: Ich meine, wir sind eine Studentenstadt, wir sind die Mosel-Metropole,

00:19:03: uns fehlt schon der ICE-Anschluss, dann doch bitte wenigstens ein Drei-Sparten-Haus.

00:19:10: Also das ist die Diskussion oder der Streit oder wie man es auch immer nennen will.

00:19:16: Auch Trier hat was Urbanes, nämlich eine Großbaustelle, die die Gemüter erhitzt.

00:19:23: Ja, ich kann die Diskussion oder die Sorgen, die sich die Menschen machen,

00:19:28: kann ich wirklich verstehen und deswegen ist es unsere Aufgabe,

00:19:32: also wenn es eine Empörung gibt, hat das meistens damit zu tun,

00:19:34: dass es uns nicht gelungen ist, genug aufzuklären.

00:19:37: Weil ich glaube, oder mit den Menschen, mit denen ich spreche.

00:19:41: Kann ich diese Fragen meistens ausräumen? Spätestens wenn ich Ihnen dann das

00:19:44: Haus zeige, wie es da aussieht, wird dieses Missverständnis,

00:19:49: dass wir irgendwie goldene Wasserhähne planen, doch relativ schnell relativiert.

00:19:53: Auch wenn man sich anschaut, was kosten Theatersanierungen in Deutschland.

00:19:57: Das ist natürlich insofern zweischneidiges Schwert, weil man,

00:19:59: wenn man auch in andere Städte blickt, wo es teurer ist, immer die Angst haben

00:20:03: muss, oh, dann wird es bei uns genauso teuer.

00:20:05: Warum ich das aber mache und zeige und sage, was kostet ein vergleichbares Theater

00:20:09: in einer anderen Stadt zu sanieren und was planen wir hier in Trier.

00:20:13: Dann um deutlich zu machen, wie bescheiden wir hier in Trier tatsächlich und

00:20:17: das klingt viel zynischer als es gemeint ist.

00:20:22: Es ist wirklich eine bescheidene Sanierung für 90 Millionen.

00:20:27: Da wird wirklich nur das Allernötigste gemacht. Es gibt ganz viele Dinge,

00:20:31: von denen die Generalplaner dann uns sagen,

00:20:33: unbedingt müsst ihr das machen und unbedingt müsst ihr das machen und wenn ihr

00:20:35: es jetzt macht, dann macht doch unbedingt das und so weiter und was wirklich

00:20:40: immer noch weit weg von den goldenen Wasserhähnen wäre und wir sagen, ja, verstehen wir,

00:20:44: wir haben aber nicht das Geld, wir können uns das nicht leisten,

00:20:47: wir müssen wirklich uns auf das Nötigste beschränken und das ist der ganze Anlass

00:20:52: eigentlich und unser Tun in den letzten Monaten.

00:20:57: Vielleicht nochmal ganz kurz, warum,

00:21:00: Dass Theater Trier überhaupt sanierungsbedürftig ist?

00:21:03: Ja, gute Idee, weil es wäre jetzt meine nächste Frage gewesen.

00:21:06: Der Bau ist aus den 60ern.

00:21:07: Ja, genau. Also ein ganz großer Punkt dazu, den viele nicht wissen,

00:21:11: ist, dass das Haus eigentlich mal an den Kaiserthermen stehen sollte.

00:21:15: Mit Blick auf die Kaiserthermen, also auf der Paläste, auf der Wiese.

00:21:18: Also mal stehen sollte, heißt es in der Ursprungsplanung eines Theaters für Trier.

00:21:22: Dieses Theaters, exakt dieser architektonische Bau.

00:21:26: Der Architekt Graupner hat den geplant für die Kaiserthermen.

00:21:29: Da gibt es Modelle, da gibt es Entwurfsplanung, da gibt es die Zeichnung,

00:21:32: es ist alles fertig gewesen.

00:21:34: Und es war wirklich so weit, dass man mit dem Spaten in den Boden gestochen

00:21:37: hat und dann gesehen hat, oh, hier sind die Römer, hier können wir nicht bauen.

00:21:41: Ah, das ist der Klassiker in Trier.

00:21:43: Ja, nun war man 62 einfach noch nicht so weit. Heute hätte man vorher mal ein

00:21:46: paar Untersuchungen gemacht. Damals war man davon wirklich überrascht.

00:21:50: Damals hat man aber auch, was man heute nicht schaffen würde,

00:21:53: binnen ganz weniger Monate, innerhalb von vier Monaten hat man dieses neue Grundstück

00:21:56: genommen und gesagt, dann bauen wir es halt dahin.

00:22:01: Architekturmodell genommen, hat geguckt, wie passt das da drauf,

00:22:04: hat es gedreht, hat noch so einen Eingangsbereich, so einen kleinen Eingangsbereich,

00:22:08: Schnorchel, so ein schwarzes Ding da so rangemacht, damit man an den Augustinerhof kommen konnte.

00:22:12: Und dann hat man festgestellt, wir brauchen eigentlich viel mehr Grundstück.

00:22:15: Normalerweise würde das bis zur, wenn man sich das, ja, ist jetzt für die Leute,

00:22:18: die Trier nicht so gut kennen, schwierig zu hören, aber es gibt einige Grundstücke

00:22:22: an der Seite des Theaters noch bis zu einer Kirche, die da steht und da wären

00:22:26: etliche Häuser weggefallen.

00:22:29: So hatte Graupner das damals geplant. Dann machen wir einen zukünftigen Bauabschnitt.

00:22:32: Das wird irgendwann alles der Stadt übereignet, abgerissen und dann kommt das da halt dahin.

00:22:36: Und bis dahin muss das Theater sich ein bisschen bescheiden,

00:22:38: aber das machen wir alles später mal.

00:22:40: Und dann, seitdem hat das Theater Trier eigentlich in so einem Provisorium gearbeitet.

00:22:45: Es gab keinen Orchesterprobesaal, die ganzen technischen Bereiche viel zu klein.

00:22:50: Es gab auch keine vernünftige Zuschauer-Gastronomie vorne. Das war auch ganz

00:22:54: anders geplant tatsächlich alles.

00:22:57: Und ja, und dieses später, das machen wir jetzt halt jetzt.

00:23:00: Also diese 1962 gemachte, sag ich mal, Notlösung, wir machen das erstmal dahin

00:23:08: und bauen dann später so, wie es sein soll, ist nie weitergemacht worden.

00:23:13: Nein, nein, ist nie weitergemacht worden. Und das ist der Punkt,

00:23:16: der vielleicht auch deswegen dann die Sanierungen, die seitdem,

00:23:21: normalerweise steckt man in ein Haus dieser Größe jedes Jahr zwei,

00:23:24: drei Millionen rein, dann entsteht auch nicht so ein Sanierungsstau.

00:23:27: Ist auch nicht passiert, wenn man ehrlich ist, ist das auch nicht passiert.

00:23:39: War das Theater so, wie es heute ist? Da hat sich nichts geändert.

00:23:43: Das ist wirklich so. Außer, dass die Studiobühne irgendwann geschlossen war.

00:23:47: Die gibt es ja so nicht mehr. Die gibt es ja jetzt in der EKA,

00:23:50: gibt es so eine Ersatzbühne, wo dann die Studiogeschichte ausgelagert wurde

00:23:56: und wenn man weiß, wo, wie, was, kann man da hingehen.

00:23:59: Genau, also in der EKA, genau, da gibt es auch eine Bühne, wo wir spielen.

00:24:05: Es gibt die Studiobühne schon noch, da findet aber kaum noch etwas statt,

00:24:08: weil das wirklich von den Möglichkeiten, auch von der Belüftung,

00:24:11: von der ganzen Zulassungssituation und so weiter.

00:24:14: Da habe ich nämlich, ich weiß gar nicht mehr, das war so eine Oper,

00:24:18: also Frank-Wedekind-Stück, ich habe es schon mal irgendwann erwähnt,

00:24:21: aber das werde ich nie vergessen, da war irgendein Gast, Opernregisseur und

00:24:26: wir haben da wirklich keine Luft gekriegt.

00:24:28: Und meine Eltern waren da und es gab Buchstabensuppe in der Pause auf so einem

00:24:35: Zwei-Platten-Kocher gemacht.

00:24:38: Buchstabensuppe, wie die Kind.

00:24:41: Das war schon irgendwie lustig und schräg, aber das war schon damals.

00:24:45: Also es war 1991 schon unterirdisch eigentlich.

00:24:48: Ich habe neulich mit einem Intendantenkollegen aus Koblenz mit Markus Dietze

00:24:51: Kontakt gehabt, der tatsächlich erzählte, dass er vor 35 Jahren seine erste

00:24:56: Regie-Hospitanz hier in Trier am Theater gemacht hat.

00:24:59: Und das sei damals schon unzumutbar gewesen, hier zu arbeiten.

00:25:02: Und seitdem ist nichts passiert. Die aktuelle Sanierung ging damit los,

00:25:06: dass 2009, 2010 der TÜV gesagt hat, so geht es nicht mehr, Freunde,

00:25:09: ihr müsst euch was überlegen.

00:25:10: Dann wurden Konzepte gemacht, dann wurden Bedarfe analysiert,

00:25:13: dann wurden Raumbücher geschrieben, dann ging das über 2013,

00:25:17: wurde geguckt, Abreißen, Neubauen oder doch eine Sanierung. Dann wurde das alles

00:25:22: geprüft und der Stadtrat hat sich da wirklich sehr, sehr viel Zeit gelassen.

00:25:26: Und das wirklich, dann wurde zwischendurch das ganze Konstrukt des Stadttheaters

00:25:30: Trier als Amt 46. Wir sind ja ein Amt.

00:25:32: Wir sind ein Amt, ein städtisches Amt.

00:25:35: Wenn wir etwas kaufen wollen, brauchen wir eine Mittelbindungsnummer und so

00:25:38: weiter. Das sind ganz normale städtische Mitarbeiter.

00:25:40: Das ist ein tolles Wort. Kannst du das nochmal sagen?

00:25:42: Mittelbindungsnummer.

00:25:42: Eine Mittelbindungsnummer.

00:25:44: Das ist was ganz Tolles. Das ist, wenn man jetzt als Regisseur die Idee hat,

00:25:48: ich bräuchte doch auf der Probe ein Requisit.

00:25:51: Irgendetwas und wäre doch schön, wenn morgen eine Tempotaschenbox da wäre,

00:25:55: dann braucht man dafür eine Mittelbindungsnummer, die muss man beantragen,

00:25:58: dann muss irgendjemand das Ding kaufen gehen und mit der Mittelbindungsnummer

00:26:01: dann die Rechnung entsprechend einleiten.

00:26:03: Das ist toll. Das ist eine sehr, sehr spannende Sache. Man lernt deutsche Bürokratie kennen.

00:26:08: Aber warum ich das sage, das wurde dann überprüft, ob man nicht lieber eine

00:26:11: GbR gründet und so weiter.

00:26:13: Dann wurde auch damals 2013 sowas, dann gab es ja die ganz großen Diskussionen

00:26:18: um den Verbleib des Stadttheaters in dieser Stadt um Spartenschließungen,

00:26:22: um überhaupt Zusammenlegung mit anderen Häusern und so weiter und so weiter.

00:26:26: Wirklich tiefgreifende Diskussionen, Unterschriftenaktionen,

00:26:29: 30.000, 40.000 Unterschriften, ich weiß nicht genau die Zahl.

00:26:32: Und dann hat man sich entschieden,

00:26:34: Nein, wir brauchen in Trier ein Theater und das machen wir jetzt und das annehmen wir jetzt.

00:26:38: Und die Entscheidung, der Hammer ist wann gefallen?

00:26:42: Also ab da ging es los, dass man geprüft hat und so weiter.

00:26:47: Und dann der Grundsatz- und Bedarfsbeschluss, also wo man genau das Raumprogramm

00:26:50: hat, wo man gesagt hat, vorher hat man abgewogen, hat geguckt,

00:26:52: wie viel braucht man Studiobühne neu bauen oder nicht neu bauen.

00:26:56: Dann kam der Intendant, der brauchte plötzlich mehr Quadratmeter,

00:26:59: dann hat man wieder runtergerechnet. Und dann hat man sich irgendwann geeinigt

00:27:02: auf ein Raumprogramm, wo man sagt, das ist das absolut Notwendigste,

00:27:05: aber mehr gibt es jetzt auch nicht.

00:27:07: Das ist abgestimmt worden mit der ADD, mit der Aufsichts- und Dienstdirektion

00:27:10: und das ist 2018 in einem Grundsatz- und Bedarfsbeschluss festgehalten worden,

00:27:15: da ist quasi der Stempel drauf, jetzt fangt es an, plant, holt Generalplaner

00:27:19: und so weiter, jetzt wird saniert.

00:27:22: Das hat dann ein paar Jahre gedauert, dann kam Corona auch und so weiter.

00:27:25: Aber jetzt sind wir soweit, dass wir nicht nur wissen, dass wir sanieren,

00:27:28: sondern dass wir auch genau wissen, was wir sanieren und was wir neu machen

00:27:31: und was wir neu bauen müssen, wie wir die ganzen Funktionszusammenhängende entwirren.

00:27:37: Und jetzt stellt man wieder die Grundsatzfrage.

00:27:39: Och du liebe Zeit.

00:27:40: Und das ist dann was, wo man sagt, ich kann die Grundsatzfrage verstehen und

00:27:46: würde auch gerne erklären, warum und wie und was.

00:27:49: Mir fällt das tatsächlich leichter, als den Mitarbeitern, die 2013 schon mal

00:27:53: ihren Arbeitsplatz und all das infrage gestellt gefühlt haben.

00:27:56: Für die diese Rolle rückwärts.

00:27:58: Da sind Leute dabei,

00:27:59: Die ich überreden muss.

00:28:00: Dass sie überhaupt bleiben.

00:28:00: Dass sie sagen, hör mal Trier, wenn du uns nicht willst, wir finden überall einen Job.

00:28:05: Es ist so, ein Fachkräftemangel ist nicht nur bei der Zeitung hier oder bei

00:28:08: so, sondern auch bei uns am Theater. Wir würden überall einen Job kriegen.

00:28:12: Ja und jetzt, wenn ich mir vorstelle, es gibt in Trier kein Theater in der Größenordnung,

00:28:17: in der wir das haben. Wir sind eine Studentenstadt.

00:28:20: Wo ich immer denke, wir haben auch einen Auftrag an Kultur jenseits der Porta

00:28:26: Nigra. Entschuldigung.

00:28:28: Also weil ich, Theater ist, finde ich, ein Grundnahrungsmittel in einer Stadt.

00:28:37: Und das kann ja überhaupt nicht in Frage gestellt werden.

00:28:40: Es ist schön, wenn du das sagst.

00:28:42: Sonst wäre ich Bürgermeisterin. Dann wollen wir doch mal sehen.

00:28:45: Ja, wir werden Bürgermeisterin. Wenn ich das als Intendant sage,

00:28:50: dann ist das was, was so naheliegend ist, dass es viel besser ist,

00:28:53: wenn das andere Leute sagen tatsächlich.

00:28:55: Und wenn die sich vergewissern, warum es in Trier ein solches Haus bleibt und

00:28:59: deswegen ist es tatsächlich sehr erfrischend, wie viele Leute sich laut machen

00:29:05: und da ist dann die Unipräsidentin und die Präsidentin auch der Hochschule,

00:29:09: da sind Leute hier aus der Wirtschaft,

00:29:12: Leute von großen, den größten Unternehmen in Trier, die sagen,

00:29:16: wir unterstützen so ein Fringe Festival, wir unterstützen das Open Air und so weiter,

00:29:21: nicht aus Nächstenliebe oder aus sozialem Engagement, bestimmt auch.

00:29:25: Aber als ganz ureigenste, die sagen, sie finden gegebenenfalls in einer Stadt

00:29:31: ohne Kultur keine Menschen, die bei ihnen arbeiten wollen.

00:29:34: Das ist ein ganz einfaches wirtschaftliche Rechnung. Die investieren das quasi

00:29:38: in den Standortfaktor Trier, damit sie konkurrenzfähig sind anderen Städten gegenüber.

00:29:44: Weil das sind nicht nur die Studierenden, die schauen, wie sieht denn die Stadt

00:29:47: aus, was kann ich da erleben, wenn ich da hingehe.

00:29:49: Sondern es sind ja auch Menschen, die hier, die brauchen Sicherheit,

00:29:52: die brauchen einen bezahlbaren Wohnort.

00:29:54: Und die brauchen eine gute Ausbildung für ihre Kinder, gutes Privatleben,

00:29:58: gute Freizeitmöglichkeiten, gute Restaurants und dann kommt aber auch schon

00:30:01: die Kultur und die ist glaube ich an der Stelle, also ich gucke mir das an,

00:30:04: wenn ich irgendwo hingehe, was,

00:30:06: ist denn da geboten und ist das ein Umfeld in dem ich möchte,

00:30:09: dass mein Kind aufwächst und da gehören solche Dinge mit dazu.

00:30:12: Wahnsinn. Wie viele Angestellte hat das Stadttheater?

00:30:15: Knapp 250.

00:30:16: Das sind 250 Leute?

00:30:18: Also da sind dann Gäste mit dabei und so weiter.

00:30:21: Also Stückverträge.

00:30:23: Genau, Leute, die dann Regie-Teams, die für eine Zeit zu uns kommen.

00:30:26: Aber es sind nicht alle TVÖD-Angestellte sozusagen, Künstlerinnen und Künstler dabei.

00:30:32: Aber wir haben ja ein Orchester, wir haben eine große Ballett-Company, wir haben den Chor.

00:30:37: Das sind Schauspielerinnen und Schauspieler.

00:30:39: Die Ballett-Company. Das war das Erste, was ich, als ich zurückkam,

00:30:44: in Trier wieder wahrgenommen habe am Theater.

00:30:47: Und da war ich erstaunt. Das fand ich mega, mega, mega, mega.

00:30:51: Weil ich in Berlin, ich habe früher immer, war ich bekenne eine Tanztheater- und Balletthasserin.

00:30:57: Oh, okay.

00:30:59: Ja, ja, ich bin ja immer ganz schnell, ich switche auch zwischen Hass und Liebe

00:31:02: dann irgendwann ganz schnell hin und her.

00:31:05: Und da hat mich ein Freund mitgenommen. Hallo Markus.

00:31:08: Das musst du dir angucken, weil ich am Schluss in Berlin auch bei Sascha Walz

00:31:14: gekellnert habe, nicht getanzt, gekellnert, im Radialsystem.

00:31:19: Und da habe ich natürlich immer alles Neue gesehen und dann habe ich auch Spaß

00:31:26: daran gefunden, muss ich sagen, auch an moderner Tanzerei.

00:31:29: Und wir sind ins Theater gegangen, das war dieses Stück mit diesen vier Jahreszeiten,

00:31:34: Elements oder Elemente.

00:31:37: Das war schon mit Roberto Scafati, unser jetziger Ballettdirektor.

00:31:40: Roberto, ganz genau. Und dieser Roberto ist schon mega und das ganze Tanz,

00:31:47: die ganzen Hupfdohlen am Trierer Stadttheater sind wirklich,

00:31:51: wirklich großstädtisch.

00:31:53: Wir hatten eine unglaubliche Qualität auf der Bühne. Ja, und ich habe wirklich

00:31:57: gesagt, okay, weil ich auch immer so ein bisschen, man ist ja immer geneigt,

00:32:01: also so sich so ein bisschen, ja, ich war ja in Berlin und ha ha,

00:32:05: deutsches Theater, Staatsballett und bla und blub.

00:32:08: Ich bin da auch nur einmal im Jahr ins Theater gegangen.

00:32:11: So ungefähr. Jedenfalls, als ich zurückkam, habe ich gesagt,

00:32:15: okay, das Trierer Stadttheater ist bei mir so nah.

00:32:18: Ich musste mir das alles auch ein bisschen schönreden, weil ich bin wegen meiner

00:32:22: Eltern halt wiedergekommen und nicht wegen dem großen Kulturangebot zurückgekommen.

00:32:26: Und habe dann gedacht, aber super, in Trier bin ich so nah am Theater,

00:32:30: da kann ich mit den Schlappen von der Couch runter, wenn das Fernsehprogramm

00:32:32: scheiße ist, und schnell mal rüberlaufen. Das sind keine drei Minuten.

00:32:36: Ja, cool.

00:32:37: So, und heute im Gegensatz zu vor 30 Jahren würde ich auch jederzeit mit der

00:32:42: Jogginghose ins Theater gehen.

00:32:45: Kann man auch. Also wir haben tatsächlich alles, also von wirklich Leuten,

00:32:50: die sich ganz bewusst auf einen schönen Abend auch aufbrezeln und sich schick

00:32:53: machen und Leute, die wirklich von der Arbeit kommen oder Schülerinnen,

00:32:57: Schüler, die mit dem Kurs da sind oder so,

00:33:00: die fragen dann je nachdem auch, wie müssen wir uns denn anziehen und muss es

00:33:02: das Abikleid sein oder sowas.

00:33:04: Und ich finde ganz wichtig, dass wirklich jeder soll kommen, wie er sich wohlfühlt.

00:33:09: Ich habe auch selber Abende, wo ich keinen Anzug anziehe, wo ich keine Lust

00:33:12: dazu habe, wo ich jetzt so wie jetzt im Pulli einfach komme oder sonst was.

00:33:15: Und das ist auch total normal. Das ist aber glaube ich in anderen Städten auch ganz ähnlich.

00:33:19: Weil ich glaube, das Theater in Trier, so erlebe ich das, nicht als Statussymbol,

00:33:24: sondern wirklich wegen des Theaters besucht wird. Und das ist eine tolle Sache.

00:33:27: Ja, und ich mag, ich habe ja so ein bisschen Angst gehabt, dass mein Theater

00:33:32: sich zu stark verändert, weil ich immer mochte,

00:33:36: dass auch die Architektur dieses 60er, also diese Mid-Century-Architektur,

00:33:42: so mitten im schönen Trier, auch sowas, so ein bisschen wie so ein, wie sagt man,

00:33:51: wie so ein Weisheitszahn da stand, weil wir ja nicht so viel 60er Jahre Architektur

00:33:57: haben in Trier, nicht so wie in Köln oder so, wo ja ganze,

00:34:01: und das fand ich aber immer toll und da haben ja auch immer einige gemeckert,

00:34:06: ja das ist ja, wie das aussieht, das ist ja irgendwie nicht schön und so weiter und so fort.

00:34:11: Und ich habe die Grundstruktur des Theaters immer total gemocht und ich mag

00:34:15: auch diesen Theatersaal und ich mag auch unten diesen dunklen Eingang,

00:34:19: diesen Sixties-Eingang, Der sich wahrscheinlich wegfahren wird.

00:34:23: Der schwarze Eingang, der ist tatsächlich nicht von Graupner.

00:34:26: Der Rest ist ja ein Graupner-Bau.

00:34:27: Also das ganze Haus, es hat ein wirklich ganz, ganz toller Theaterarchitekt gebaut.

00:34:33: Dieser Schnorchel, wie wir sagen, dieses Steinfoyer, ist von einem anderen Architekt

00:34:36: drangeklemmt worden. Eben in diesem Transformationsprozess, als man das umsetzen muss.

00:34:41: Für diese Zwischenlösung. Genau, genau. Auch dazwischen quasi.

00:34:45: Dazwischen, das Gebäude des Trierer Stadttheaters war eine Dazwischenlösung anno 1962 bis 2025.

00:34:55: Bis zu diesem Podcast quasi.

00:34:57: Bis ran ans Dazwischen.

00:35:00: Ja genau, das hat sich eine ganze Weile so gehalten. Aber ich mag das Theater auch sehr gerne.

00:35:06: Auch weil ich Bauhaus eigentlich als eine, dieses Form follows Function,

00:35:10: das ist was, was ich am Theater immer ganz wichtig finde. auch wenn wir.

00:35:15: Egal, ein Programmheft machen oder ein Spielplanheft, ein Plakat.

00:35:20: Ganz oft, finde ich, muss man ...

00:35:23: Hat man die Tendenz in der Kunst, dass sich die Form wichtiger nimmt als der Inhalt.

00:35:29: Und das ist bei dem Haus nicht der Fall und ich würde behaupten,

00:35:31: dass es auch bei unserem Spielplan, bei dem, was wir erzählen wollen und so

00:35:34: weiter, versuchen wir das zu vermeiden.

00:35:35: Dass wir sagen, der Kern dessen, was wir erzählen, ist eine Geschichte,

00:35:39: ist eine Bewegung, ist ein Gefühl, ist ein Inhalt, ist irgendwie etwas,

00:35:43: was wir erzählen wollen und dem ordnen wir dann, dem versuchen wir alles unterzuordnen sozusagen.

00:35:49: Also natürlich muss Kunst dann einen Ausdruck dafür finden, aber die Kunst darf

00:35:53: nie in meinen Augen nicht Selbstzweck sein.

00:35:55: Deswegen darf auch die Architektur kein Selbstzweck sein, sondern muss eine

00:35:58: dienende Architektur sein, die dem dient, was es tun soll und das soll Menschen

00:36:04: zusammenbringen und einen Kulturgenuss ermöglichen.

00:36:07: Und dieses Zusammenbringen ist an der Stelle wichtiger geworden,

00:36:10: finde ich, im Vergleich zu dem noch vor 60 Jahren.

00:36:12: Das Theater hat sich gewandelt, ist eben nicht mehr der Ort,

00:36:15: wo man mit Lackschuhen und Nerzmantel abends hingeht und wo sich das Bürgertum

00:36:19: selbst feiert, sondern ist auch eine Aufgabe, wir haben soziokulturelle Aufgaben

00:36:22: mit übertragen bekommen oder uns genommen und mit übernommen, kann man auch sagen.

00:36:26: Und Theater knüpft heute viel mehr an die Punkte an, die es bei den alten Römern

00:36:32: gar selbstverständlich gehabt hat.

00:36:33: Damals ist man den ganzen Tag im Theater gewesen und hat gegrillt und hat gegessen

00:36:36: und hat Karten gespielt und hat sich irgendwas angeguckt und so weiter.

00:36:39: Da war das ein Happening für die ganze Familie.

00:36:42: Da geht es ein bisschen wieder hin, dass man einen Ort anbietet,

00:36:45: der 24-7 geöffnet ist und für Menschen da ist.

00:36:49: Und da soll dieses neue Theaterfoyer, wo wir jetzt die Möglichkeit haben,

00:36:52: das zu bauen, auch einen Teil dazu beitragen. Also wir haben intern umgeschichtet

00:36:56: in diesem sehr, sehr strengen Raumprogramm, von dem ich vorhin erzählt habe.

00:37:01: Wir dürfen bestimmte Räume bauen mit bestimmten Möglichkeiten und auf bestimmten

00:37:05: Quadratmetern und die haben wir so...

00:37:07: Und umstrukturiert, dass wir ein bisschen mehr Bereich für das Foyer für diese

00:37:11: Dinge gefunden haben, um dort, und ich denke, das muss nachher von der Trierer

00:37:15: Bürgerschaft belebt werden, mit einerseits einer tollen Gastronomie,

00:37:18: aber auch einem Speiseangebot ohne Konsumszwang.

00:37:22: Wir haben hier einen tollen Theatergarten, wo man sich treffen kann.

00:37:24: Und dann gibt es einen Bereich mit so einer großen Freitreppe innen drin,

00:37:27: wo man sitzen kann, wo man alles mögliche machen kann.

00:37:29: Ich denke mal, da kann dann von Babymassage über den Makramee-Kurs irgendwie Rentner-Yoga.

00:37:34: Da kann alles mögliche stattfinden.

00:37:36: Ein offenes Haus für eine offene Stadt.

00:37:38: Ah, super.

00:37:39: So soll das sein. Oh, schön. Und damit Menschen gar nicht diese Schwellenängste

00:37:44: irgendwie erst aufbauen.

00:37:44: Da soll man sitzen mit dem Laptop, wenn man draußen, wenn es regnet,

00:37:47: und dann macht man da seine Hausaufgaben oder für die Uni irgendwas oder was weiß ich.

00:37:50: So ein dritter Ort nennt man das in der Soziologie.

00:37:53: Neben dem, man hat die Arbeit, man hat die Heimat und dann hat man noch einen

00:37:55: anderen Ort, wo man sich trifft.

00:37:57: Und da sind Freistellen entstanden in unserer Gesellschaft, weil die Menschen

00:38:00: viel mehr vereinsamen und alleine zu Hause wohnen, je nachdem.

00:38:03: So der Küchentisch, sag ich jetzt mal, wo man sich früher getroffen hat.

00:38:06: Eckbank.

00:38:07: Eckbank, wie man es immer nennen mag. Oder auch früher die Eckkneipe oder die

00:38:12: Kegelbahn. Da muss ich ganz kurz was erwähnen.

00:38:15: Aus dem Dorf Riol an der Mosel, wo ich geboren bin und wo ich jetzt auch wieder

00:38:18: meine Eltern so betreue, das ist, gab es immer den Rewe-Laden und im Backstage

00:38:25: des Rewe-Ladens gab es in der Küche eine Eckbank.

00:38:28: Und die Tochter hat den Spar- oder Rewe-Laden übernommen.

00:38:34: Und hat dann außen so einen Aufsteller gemacht vor ein paar Jahren und nannte das das Café Togo.

00:38:40: Und dann die älteren Leute haben das angenommen wie nix, weil es gibt keine

00:38:45: Gastronomie mehr bei uns im Dorf.

00:38:47: Es gibt gar nichts mehr im Dorf, wo der dritte Raum, der fehlt.

00:38:52: Und die Vereinsamung gerade der alten Menschen ist enorm.

00:38:55: Schade, ja.

00:38:56: Und dadurch hatte sie mit dem Café Togo, da stand ein Transistorradio,

00:39:01: und die Leute haben gesagt, wir gehen ins Café Togo.

00:39:04: Und sie sagte, sie weiß nicht mehr, sie kriegt die Tür nicht mehr zu,

00:39:08: weil das ist eine Dauerparty bei ihr in der Küche und das hat sie leider jetzt

00:39:13: auch geschlossen und das ist so ein bisschen das, hallo Maria,

00:39:16: ich grüße dich in Driohe, groß Maria.

00:39:21: Worüber beschwert man sich, wenn man sich beschweren will, über das Thema Theater und Kosten?

00:39:26: Also eine Sache war tatsächlich die große Empörung.

00:39:30: Ich meine, wir leben in einer Zeit, da ist das so, da leben Medien auch von Klickzahlen.

00:39:37: Das ist einfach so, das ist auch deren Job, muss man verstehen.

00:39:40: Ob das dann die lokalen Internetplattformen sind, wo viel abgeht oder auch dann

00:39:46: die entsprechenden Printmedien.

00:39:50: Das wird dann auch ein bisschen hochstilisiert natürlich, weil wenn man sich

00:39:54: rechnerisch anschaut, wir sind irgendwo gestartet. Ich sage jetzt ganz vorsichtige

00:39:58: Zahlen, einfach weil wir nicht ins Detail gehen wollen.

00:40:01: Sagen wir, um es einfach zu machen, um die 50 Millionen gestartet.

00:40:05: Knapp drunter wäre es ohne den Orchesterprobesaal, knapp drüber mit dem Orchesterprobesaal,

00:40:09: aber sagen wir mal 50 Millionen.

00:40:10: Die sind dann fortgeschrieben worden, heißt also inflationsbereinigt,

00:40:15: wurde Anfang diesen Jahres nochmal geschaut, wie viel ist das denn heute,

00:40:19: welchem Stand entspricht das, wenn man damals gesagt hat, wir bauen 50 Millionen.

00:40:23: Also damals heißt 2018. Mit dem Schlag jetzt machen wir das, die Entscheidung.

00:40:28: Genau, da wurde eine erste Kostenschätzung gemacht und dann wurde die Kostenschätzung

00:40:32: fortgeschrieben und ich sage immer, in dem Moment hat sich nicht ein Eimerfarbe verändert.

00:40:37: Wir haben genauso viele Dachlatten wie vorher, sie sind nur einfach teurer geworden.

00:40:41: Und in dem Moment ist es von...

00:40:44: 50 auf 80 gekommen. Das ist noch keine Verdoppelung.

00:40:50: Dann sind auf dieser Grundlage angefangen worden, also da wurde einstimmig entschieden,

00:40:56: ja weitermachen, Stadtrat, einstimmig, 81 oder 80 Millionen.

00:41:01: Dann ging es weiter und wir haben genau geguckt, jetzt nicht nur über Flächenzahlen

00:41:07: irgendwie mal eine Schätzung zu machen, sondern was kostet es wirklich,

00:41:09: was müssen wir zwingend wirklich bauen, um all das fertig zu bekommen.

00:41:14: Und dann haben die Architekturbüros zum ersten Mal eine wirklich berechnete

00:41:18: Zahl rausgegeben und die steht bei 90,5 Millionen.

00:41:23: Das ist 11 Prozent mehr.

00:41:27: Als ursprünglich vor Jahren, vor fast zehn Jahren geplant.

00:41:31: Vor zehn Jahren geplant und kostenseitig hochgerechnet sozusagen.

00:41:35: Eigentlich sind es, anstatt 80 sind es jetzt 91 oder 90,5.

00:41:40: Das heißt, diese, und das wollte ich nur sagen, Kostensteigerungen sind schlimm,

00:41:45: aber Kostensteigerungen haben wir in allen Bereichen.

00:41:47: Das sind in den Schulen in Trier, das ist in den Baumaßnahmen,

00:41:50: in der Feuerwehr, in allen Bereichen.

00:41:53: Es ist nirgendwo eine Rede. Auch Menschen aus dem Stadtrat sagen mir,

00:41:56: das ist schlimm und das ist viel Geld.

00:41:59: Aber es ist die Empörung dazu, die ist menschengemacht.

00:42:06: Ja, ja, ja.

00:42:09: Empörung ist ja bare Kohle, wie du sagst.

00:42:11: Ja, ich will das gar nicht verurteilen. Ich verstehe das und das ist auch,

00:42:17: wie gesagt, es ist wichtig, dass man sich darüber unterhält,

00:42:20: was eine Stadt sich leisten will.

00:42:22: Aber sie hat sich damals entschieden, knappe 50 Millionen auszugeben und jetzt

00:42:27: dann diese 80 Millionen und alle anderen Projekte sind ja mitgewachsen,

00:42:32: hat an der Stelle nichts an der Priorität verschoben.

00:42:34: Wenn man damals gesagt hat, wir machen jetzt was für 40 Millionen statt ein

00:42:38: anderes Projekt für 40 Millionen oder so etwas, dann ist es jetzt ja,

00:42:41: das andere Projekt ist ja auch teurer geworden. Also von der Wertigkeit hat

00:42:44: sich da ja nicht verändert.

00:42:45: Wir sind jetzt dann von den guten 80 auf die 90,5, das ist eine Kostensteigerung,

00:42:51: die ist real, das sind 11 Prozent.

00:42:53: Da kann man eine dicke Überschrift schreiben, das kann man von mir aus auch auf Seite 1 schreiben.

00:42:58: Das hätte aber nicht den Empörungseffekt gehabt, wie wenn man sagt,

00:43:00: eine Verdoppelung. Eine Verdoppelung?

00:43:03: Also, Entschuldigung, aber ein bisschen Mathe muss man können von 40 auf,

00:43:07: also von, das ist einfach keine Verdoppelung.

00:43:09: Aber egal. Wurscht.

00:43:14: Wo waren wir stehen geblieben? Die Kosten, Empörung. Genau, die Empörung.

00:43:18: Du hast jetzt erstmal erklärt, das ist super, einfach mal zu wissen. Wie das 2018 bis heute,

00:43:24: Kostensteigerungseffekt ist gar nicht so hoch, ist keine Verdopplung,

00:43:28: sondern von 80, also runtergerechnet auf einfach mal eine Vorstellung für jeden Bürger, klar zu haben.

00:43:37: 2018 gestartet mit dem, okay, das kostet sagen wir so 80, wenn wir soweit sind,

00:43:44: also 2025 wird das so und so teuer sein.

00:43:47: So genau hat man, man hat damals gesagt, es kostet zum jetzigen Zeitpunkt das

00:43:51: und das, fortzuschreiben in den Folgejahren.

00:43:53: Stand von vornherein drin, wird teurer.

00:43:55: Dann hatten wir ja zwischendurch Jahre, wo 7,5 Prozent Inflation waren,

00:44:00: wo die Baukosten enorm gestiegen sind.

00:44:02: Mittlerweile ist das wieder deutlich weniger geworden, Aber es wird, Bauen wird teurer.

00:44:06: Wie ist es denn, also wie viel ist denn was und wo stehen wir heute und was

00:44:10: ist der Empörungsgegenstand?

00:44:13: Ja, also natürlich, ich will nicht kleinreden, dass das viel Geld ist und dass man diesen Reflex,

00:44:21: ja aber die Toiletten beim Schulklo, bei meinem Sohn in der Schule,

00:44:26: der geht aufs Max-Planck-Gymnasium, da ist das wirklich in Ordnung.

00:44:30: Und wir haben einen Schulleiter, der sich total engagiert und wenn da Schmierereien

00:44:33: sind, dann wird was gesagt, dann wird was gemacht und so weiter.

00:44:36: Das ist für die Leute auch nicht leicht. Und wir haben da auch Schulen, wo es wirklich Mist ist.

00:44:41: Und hier in Trier, wo irgendwie diese, wir kennen alle diese Thematiken,

00:44:45: wo es irgendwie schrecklich und schimmlig und vermüllt und irgendwelche Tiere

00:44:49: oder sonst was. Das ist nicht schön.

00:44:52: Aber das ist ja auch genau das Problem.

00:44:56: Dass wir das jahrelang haben liegen lassen, diese Dinge und an anderen Stellen investiert haben.

00:45:04: Und ob empört oder nicht, jetzt haben wir es ja auf dem Tisch und auch da,

00:45:09: das wird ja angegangen, so weit wie möglich.

00:45:12: Ja und man muss ja ehrlicherweise sagen, dass es in Trier, ich meine wir haben,

00:45:16: ich bin nicht mit Zahlen so, ich will auch gar nicht da die Aufgabe der Politik

00:45:20: übernehmen oder dazu sehr in diese, nur einfach um es zu erklären.

00:45:24: Das Investitionsvolumen, also das Geld, was vorhanden ist, um Dinge zu machen,

00:45:31: zu bauen, zu reparieren, allgemein in der Stadt Trier, sind über 100 Millionen pro Jahr.

00:45:39: Davon ist an allererster Stelle Bildung dran, da ist Verkehr dran,

00:45:43: da ist Sicherheit dran und so weiter.

00:45:44: Wenn die Theatersanierung über mehrere Jahre gemacht wird, es kommt eine Förderung vom Land dazu,

00:45:53: hier in der TUFA haben wir 60% Förderung bekommen, andere Häuser,

00:45:58: also Mainz ist gefördert worden aus dem Produkt, Koblenz ist gefördert worden,

00:46:02: Kaiserslautern ist gefördert worden, da können wir gut davon ausgehen,

00:46:05: dass in Trier auch gefördert werden wird.

00:46:09: Dann bleibt ein Betrag übrig von diesen 90 Millionen und der wird über mehrere

00:46:14: Jahre abgeschrieben da sind wir dann in einem ich würde sagen nicht mehr zweistelligen,

00:46:19: Millionenbetrag pro Jahr den das nachher kosten wird, die Stadt Trier,

00:46:23: Das kann man sich wirklich leisten. Also Entschuldigung, das kann man sich wirklich

00:46:26: leisten, ohne dass es selbst, das darf ich vielleicht nicht sagen,

00:46:32: ich weiß es nicht oder man hört es nicht gerne.

00:46:35: Das Geld, was wir in der Stadt in Trier zur Verfügung haben,

00:46:38: um zu verbauen, ist in den letzten, ich weiß nicht, vielen, vielen Jahren oftmals

00:46:44: nicht mal zur Hälfte verbaut worden.

00:46:46: Es liegt nicht am Geld, dass die Sachen nicht umgesetzt werden.

00:46:49: Es liegt an vielen anderen Dingen, an Ausschreibungen, an Handwerkerinnen,

00:46:55: Handwerkern, an Ressourcen im Haus auch, bei uns in der Stadtverwaltung,

00:46:59: irgendwo an den verschiedensten Orten, also an ganz vielen Faktoren.

00:47:03: Aber wir nehmen und das Geld geht zurück. Das wird ins nächste Jahr übertragen.

00:47:09: Also ist ja wie im Grunde, da ist auch was aufgelaufen im Laufe der Zeit.

00:47:13: So, also es wird, das ist das, was ich sagen kann.

00:47:16: Das habe ich noch nie gehört.

00:47:17: Ganz wichtig, es wird kein Klo mehr saniert, wenn das Theater Trier nicht gebaut wird. Ist so.

00:47:25: Das kann die Überschrift dieses Podcast haben. Es wird kein Klo mehr saniert.

00:47:30: Ja, ich kann das ja verstehen. Ja, natürlich. Also ich habe neulich einen Mitarbeiter

00:47:34: gehabt, der hat gesagt, er möchte nicht mehr in Trier arbeiten,

00:47:36: weil er es nicht erträgt, in welchem Zustand sein Kind hier zum Fechten,

00:47:40: zum Schwimmen und zu sonst was gehen muss.

00:47:42: Der kann diese Hallen, dieses ganze kaputte Zeug nicht mehr ertragen.

00:47:45: Er möchte nicht, dass sein Kind so aufwächst.

00:47:47: Das tut ganz schön weh. Und dann habe ich dasselbe Angebot in einem Stadttheater, wo ich sage, ähm...

00:47:54: Möchte ich denn, dass mein Kind in so ein Theater geht?

00:48:00: Aber das ist auch eine Innenschau ein bisschen natürlich aus einer Stadt heraus.

00:48:06: Ich weiß es nicht, ich kenne jetzt einige Städte und ich kenne viele Städte,

00:48:10: die sind deutlich schrecklicher als Trier.

00:48:13: Da fällt mir immer nur direkt eine ein, die ich jetzt nicht nennen will.

00:48:16: Ich nenne jetzt auch keine, da kann man nur Fehler machen.

00:48:18: Hallo Stadt Trier, das sage ich jetzt mal ganz laut. Mach dich mal bitte ein

00:48:23: bisschen lockerer, was die Innenstadt, dass man da mal was hinstellen darf.

00:48:28: Dass man da mal zu fünft auf der Straße steht und lustig ist.

00:48:33: Dass diese ganzen Dinge, da muss Trier auch was machen, Entschuldigung.

00:48:38: Das kann sein.

00:48:39: Oder viele kleinere deutsche Städte.

00:48:41: Aber weißt du, was ich finde? Also wenn ich durch Trier laufe und ich wohne

00:48:46: jetzt in der Innenstadt.

00:48:47: Ich wohne direkt vorm Theater und bin...

00:48:50: Jeden Tag in der Innenstadt. Und ich bin in der Innenstadt und die ist immer voll.

00:48:56: Ich kenne die Trierer Innenstadt nicht leer. Nie.

00:49:00: Aber dazu sage ich dir gleich, da kommen Tausende von Senioren und Seniorinnen

00:49:06: und chinesische Leute, die zum Karl-Marx-Haus gehen.

00:49:10: Und ich übertreibe jetzt. Aber es ist...

00:49:13: Aber zum Karl-Marx-Haus, dann zahlen die zumindest im Karl-Marx-Haus.

00:49:15: Genau.

00:49:16: Schlimm, wir sind die, die mit ihren eigenen Führungen durchgehen,

00:49:19: die noch den Führer mitbringen und dann wieder aufs Schiff steigen und dann

00:49:22: vielleicht gar keinen Euro hier gelassen haben.

00:49:23: Siehst du so. Und davon gibt es ganz viele.

00:49:26: Und wir könnten aber auch noch andere ansprechen.

00:49:30: Und da fehlt mir ganz oft zumindest mein Gefühl, ich kann es nicht belegen.

00:49:35: Es ist so mein Gefühl, dass ich sage, Trier habe ich immer geschimpft.

00:49:39: Aber es ist wirklich nur mein Gefühl.

00:49:40: Ich stelle so fest, dass ich kann es überhaupt nicht belegen.

00:49:44: Wenn irgendwo eine römische Münze gefunden wird, Dieser Ort wird heilig gesprochen

00:49:49: und alles wird gesperrt.

00:49:51: Ist das so?

00:49:52: Ich weiß es nicht. Ich verhaupte das immer so.

00:49:55: Aber ich habe so das Gefühl, dass Marc Aurel fand ich auch super.

00:50:00: Ich mag das. Ich habe auch da gemeckert, ja, schon wieder so ein Römer.

00:50:03: Habe aber tatsächlich das ganz gut gefunden. Ah, schon wieder eine Ausstellung.

00:50:07: Ich glaube, dass das auch alles Sinn macht und gut ist und auch zur Stadt gehört.

00:50:12: Das ist halt, das ist unser Öl, sind die Römer. Ja, aber wir haben nicht nur

00:50:18: die Römer, sag ich immer.

00:50:20: Klar ist das, natürlich ist das unser Weltkulturerbe, natürlich ist es die Porta.

00:50:27: Und ich bin auch, wenn man sowas sein kann wie stolz auf irgendwas,

00:50:32: was schwachsinnig ist, aber das ganze römische Ding.

00:50:36: Ich sag auch immer, ich bin Römerin, wegen meiner krummen Nase und irgendwie

00:50:41: ist es, ich liebe das alles, das ist fantastisch. Wir sind wirklich klein Rom

00:50:45: an der Mosel. Das ist so. Ja. Aber ...

00:50:48: Das wissen ja jetzt schon alle. Wir sind aber nicht nur Klein-Rom,

00:50:52: sondern wir sind die, nach den Römern hier geblieben sind und die hier das machen,

00:50:58: was die Römer gemacht hätten, wenn sie geblieben wären.

00:51:03: Die Römer haben sich den Fleck doch ausgesucht, würde ich unterstellen,

00:51:06: weil sie wussten, wo es schön ist.

00:51:07: Und ich lebe wirklich sehr gerne in Trier und ich kann, also ich glaube,

00:51:14: jetzt wieder große Nix, es gibt ja Städte, in denen zum Beispiel Facebook überhaupt

00:51:18: keine Rolle mehr spielt.

00:51:20: In Trier ist man da glaube ich manchmal noch ein bisschen, ich sag jetzt immer

00:51:23: traditioneller, aber da hat

00:51:25: so eine Plattform wie Facebook immer noch die Meinungsmacht in der Stadt.

00:51:28: Ja, das stimmt.

00:51:29: Und das ist was, das interessiert doch in Berlin nicht, was einer auf Facebook schreibt.

00:51:33: Nein.

00:51:33: Null. 0,0. Das stimmt.

00:51:34: Ich bin zurück und wieder bei Facebook.

00:51:37: In Trier richten sich selbst Stadträte nach dem, was bei Facebook Meinung ist.

00:51:41: Und die Stadt in Trier ist so viel schöner als, ich frage mich mal,

00:51:44: wo sitzen diese Menschen, die auf Facebook überhaupt ein Schreibt,

00:51:47: Trier sei schrecklich, sitzen die irgendwo in ihrem Keller oder so,

00:51:51: kriegen die das mit, wie schön diese Stadt ist und wie belebt die Stadt ist und...

00:51:55: Es ist keinen Euro teurer, in Trier zu parken, als irgendwo anders auf dieser Welt. Keinen Euro.

00:52:03: Moment, Paris ist deutlich teurer. In Paris waren wir mit dem Auto.

00:52:08: Ja, ich meine, Trier sei so teuer. Das wollte ich sagen. In Paris ist doch teurer zu parken.

00:52:13: Natürlich.

00:52:14: Das meine ich.

00:52:14: Aber Trier ist halt nicht Paris.

00:52:16: Nein, aber auch.

00:52:18: Ich habe jetzt, ja, weißt du warum, was ich eigentlich beschwere? Ha, ha, ha, ha, ha.

00:52:22: Muss man auch dazu sagen. Trier war so billig mit dem Parken.

00:52:25: Als ich gekommen bin vor vier Jahren, ich habe für einen Parkausweis,

00:52:29: Anwohnerparkausweis, habe ich bezahlt 36 Euro.

00:52:33: Im Jahr oder im Monat? Fürs ganze Jahr.

00:52:36: Und da dachte ich mir, das ist ja geil, das ist ja geil.

00:52:38: Was zahlst du in Berlin?

00:52:39: Jetzt bezahle ich, in Berlin gab es sowas gar nicht. Da bist du einfach eine

00:52:42: Stunde um den Block gefahren, wenn du so dumm warst. Ich habe in Schöneberg gewohnt,

00:52:45: Da habe ich ewig gesucht. Du hast in Schöneberg gewohnt? Ich habe in Schöneberg gewohnt.

00:52:47: Wo denn da?

00:52:48: In der Eisenacher Straße.

00:52:49: Eisenacher Strasse hast du gewohnt? Ach, guck.

00:52:51: Wo bist du her gewesen?

00:52:52: Ich war immer Neukölln, aber durch meine, ich habe in der schwulen Community

00:52:58: immer Beratungsdienste gemacht und habe mein Diplom über HIV-Prävention an Schulen

00:53:02: geschrieben und war dementsprechend natürlich immer rund um den Nolli unterwegs.

00:53:07: Ja, und Winterscheiderplatz oben, Neulendorffplatz und so weiter.

00:53:10: Genau, Winterfeldplatz, Samstag, super lecker, lecker, Hafen.

00:53:15: Das war eine tolle Zeit in Berlin. Aber genau, die Parkplatzsuche,

00:53:18: ich finde hier in Trier, obwohl ich direkt neben dem Theater wohne,

00:53:20: ich finde immer einen Parkplatz mit Anwohner parken, geht, geht.

00:53:24: Ja, geht. Aber ich glaube, die Diskussion war...

00:53:28: Weil die hat mich mit betroffen als parkende Anwohnerin, dass ich vom Glauben

00:53:34: abgefallen bin, von 36 auf 200.

00:53:38: Und von jetzt auf gleich. Das ist ein großer Sprung. Man hätte das ein bisschen stufenweiser machen.

00:53:45: Da wäre die Empörung ein bisschen kleiner gewesen und mehr Raum für andere Sachen. So vielleicht.

00:53:51: Ich denke immer, warum macht man nicht einfach alle Touris so wie in Venedig?

00:53:55: Die sollen alle vorne an der Messe parken und dann gibt es einen kostenlosen Shuttle-Bus.

00:53:58: Dann wäre die Stadt aufgeräumt. So sieht es aus. Fertig. Einfach machen.

00:54:01: Was ist denn aktuell in der Spielzeit los? Was gibt es gerade?

00:54:04: Also Animal Farm habe ich gesehen.

00:54:06: Animal Farm läuft wie verrückt. Wir können tatsächlich, also wir haben auch

00:54:10: wegen der Sanierung, wegen dem, was die Mitarbeitenden da alles zu tun haben

00:54:15: und so weiter, können wir im Moment keine Zusatzvorstellungen anbieten.

00:54:17: Leider, wir hatten sie optional schon vorgesehen.

00:54:19: Wir könnten bestimmt fünf, sechs Vorstellungen mehr von Animal Farm spielen.

00:54:23: Das ist alles sehr, sehr gut nachgefragt.

00:54:26: Marie Antoinette läuft gut, Traviata kommt jetzt.

00:54:29: Wir hatten eine tolle Turn of the Screw von Sandra Leupold, die das inszeniert

00:54:33: hat, die wirklich eine renommierte Regisseurin ist. Wir haben dieses Jahr wirklich ganz viele tolle Teams.

00:54:38: Elisa von Isseldorf als Schauspieldirektorin macht einen super Job.

00:54:40: Das Schauspielensemble spielt sich in die Herzen der Trierinnen und Trierer nach wie vor.

00:54:46: Wir haben ganz tolle Konzerte, das Philharmonische Orchester der Stadt Trier.

00:54:48: Klingt so gut wie nie, muss man wirklich sagen, was die unter dem GND sich entwickelt haben. GND?

00:54:55: Generalmusikdirektor Joachim Horstenbach, genau. Der hat da wirklich ein musikalisch

00:54:59: tolles Händchen, das Orchester.

00:55:01: Klingt richtig super. Die haben einen tollen Ballettabend jetzt mit La Strada

00:55:05: und Le Sacre de Printemps.

00:55:07: Wir haben eben ja schon über Roberto geschwärmt. Das ist ja ein Abend geworden.

00:55:12: Das ist Gänsehaut ab der ersten Minute. Das muss man sich angucken.

00:55:16: Und dazu kommen dann die kleinen Produktionen noch in der eben schon angesprochenen

00:55:20: Europäischen Kunstakademie, wo wir tolle Schauspielproduktionen haben.

00:55:24: Kinder und Jugend, großes Thema immer. Wir haben über 20.000 Kinder und Jugendliche

00:55:29: jetzt dieses Jahr dann beim gestiefelten Kater auch die Vorstellung ausverkauft.

00:55:33: Also läuft, würde ich sagen, es läuft.

00:55:36: Darüber spricht keiner.

00:55:37: Nein, My Fair Lady auch, ausverkauft bis Ostern.

00:55:41: Ja gut, bei My Fair Lady denke ich dann schon wieder, ja okay,

00:55:43: dann kommen wieder die Busse. Aber auch die sollen ja kommen.

00:55:46: Ja, aber die Busse gehen ja alle noch essen danach in Trier.

00:55:49: Das stimmt. Tatsächlich, wir haben neulich über das Thema Umwegrentabilität gesprochen.

00:55:54: Umwegrentabilität, schon wieder so ein schönes Wort. Umwegrentabilität.

00:55:58: Umwegrentabilität, um zu erklären, Herr Müller-Fürstenberger hat das analysiert.

00:56:02: Also ein Ökonom hat gerechnet, wie viel von jedem Euro, den die Stadt Trier

00:56:09: in das Theater Trier investiert, in die Stadt zurückfließt.

00:56:15: Halte ich fest. Wenn die Stadt Trier einen Euro nimmt und die in das Theater

00:56:20: Trier steckt, fließen 1,72 Euro, so die Berechnung von diesem Herrn,

00:56:24: zurück in die Stadt Trier.

00:56:26: Also es ist ein tatsächlich gutes Investment. 100 Millionen reinstecken,

00:56:30: 172 Millionen rausholen.

00:56:34: Also so, rein mathematisch.

00:56:38: Rechnen wir es zurück. Damit sind die Betriebskosten gemeint.

00:56:41: Damit sind nicht Investitionen gemeint, sondern Betriebskosten.

00:56:44: Das hängt dann auch damit zusammen, dass der Betriebskostenzuschuss vom Land aufgedoppelt wird.

00:56:49: Also wir sind das Theater in Rheinland-Pfalz, was zu jedem Euro,

00:56:52: den die Stadt gibt, 50 Prozent vom Land dazukriegen können.

00:56:57: Wohlgemerkt nur, wenn es ein Drei-Sparten-Haus bleibt. Also deswegen Milchmädchenrechnung

00:57:01: zu sagen, wir lassen das Ballett weg.

00:57:03: In dem Moment, wenn wir das Ballett weglassen, ist es kein Drei-Sparten-Haus

00:57:06: mehr, dann fällt die Förderung weg. Zack. Also Schwachsinn.

00:57:09: Die Diskussion kann man direkt stoppen.

00:57:12: Das ist Quatsch. Genau, abgeräumt das Thema.

00:57:17: Das, was das Land sich kosten lässt, das hier, also das Land sagt,

00:57:21: uns ist es wert, dass die Stadt Trier ein Theater hat und deswegen unterstützen

00:57:25: wir das mit 50 Prozent der Betriebskosten.

00:57:27: Das ist ein wesentlicher Faktor bei dieser Umwegrentabilität und dann kommen

00:57:30: die Sachen dazu eben, weil du gerade meintest, Busse, die dann essen gehen,

00:57:33: die dann je nachdem hier übernachten, die die Bustickets hier mitfinanzieren.

00:57:38: Aber auch die Menschen, die hier arbeiten, die zahlen auch alle Steuern hier.

00:57:44: Also 250 Menschen unterschiedlichster Gehaltsklassen, die hier in Trier versteuern,

00:57:48: die einen Anwohnerparkausweis kaufen für 200 Euro, die einen Büchereiausweis

00:57:53: bezahlen und so weiter und so weiter.

00:57:54: Also die am städtischen Leben teilhaben und hier essen gehen und einkaufen gehen und so weiter.

00:57:59: Und sind wir ehrlich bei den Wohnkosten, manch eine Schauspielerin Schauspieler

00:58:03: zahlt einen nicht unerheblichen Betrag dessen, was es bei uns am Theater Trier

00:58:07: verdient, unmittelbar wieder den Lebensunterhaltungskosten.

00:58:10: Also da bleibt dann das Geld, was die Stadt Trier ausgibt, damit der Mensch

00:58:14: hier hinkommt, bleibt beim Vermieter.

00:58:19: Naja gut, aber das dazu, weil du gefragt hast, was diese Umwegrentabilität bedeutet.

00:58:24: Wir waren bei Bussen und beim Spielplan.

00:58:26: Das macht tatsächlich Spaß für so ein Publikum Theater zu machen,

00:58:30: was und da sind wir echt ein Stück verwöhnt. Das sieht in anderen Städten anders aus.

00:58:35: Ich habe Premieren erlebt in wirklich nicht mal ein Drittel besetzten Häusern

00:58:40: und das ist, muss man ehrlicherweise sagen, auch Manfred Langner zu verdanken.

00:58:43: Der vorige Intendant oder der mit mir zusammen auch Intendant war, der hat es geschafft,

00:58:47: dieses Haus, was sehr viele unterschiedliche Handschriften hatte in den letzten

00:58:52: Jahrzehnten und wirklich ganz

00:58:55: tolle Qualitäten hat und hatte und tolle künstlerische und alles mögliche.

00:59:00: Aber er hat es geschafft, dass das Theater Trier ein verlässlicher Partner ist,

00:59:04: bei dem man eine Karte kauft, schon bevor man weiß, wie es wird.

00:59:07: Und das war vorher nicht immer der Fall. Wir sind jetzt ausverkauft,

00:59:10: bevor die Premiere draußen ist.

00:59:12: Und das, früher hat man gewartet, naja, hoffentlich wird es nicht so scheiße.

00:59:16: Oder hoffentlich wird es, weil manchmal, es gab ja Sachen, die waren richtig

00:59:18: mega geil, aber es war manchmal nicht so verlässlich, sagt man mir.

00:59:21: Ich habe davon nichts gesehen, das sind nur, was man mir sagt.

00:59:24: Nein, das weiß ich auch. Das war immer, müssen wir gucken und das,

00:59:29: wie hieß es damals immer, ja, ja, dann gibt es natürlich wieder das meiste Geld

00:59:32: für Maske in Blau, damit die Busse kommen.

00:59:35: Ach so, okay. Ja, ja, das war so, wir reden jetzt von den 80ern.

00:59:39: Ja, ja, okay.

00:59:39: Und das war dann so, ja, wir müssen gucken, dass die ganzen,

00:59:42: also man geht ja, jeder geht ja einmal im Jahr ins Theater und macht sich fein,

00:59:46: auch die Bauern aus den Dörfern und für die müssen wir dann Maske in Blau und

00:59:53: das stimmte aber hinten und vorne auch nicht,

00:59:55: weil die Kostüme, ich weiß, ich habe einmal so ein Kostüm,

00:59:58: ach Gott, da war ich bei Cabaret, Vertretung, das war mehr so ein,

01:00:02: wie sagt man, das Bühnenbild, ich war Teil des Bühnenbilds, weißt du, ich vergesse es nie.

01:00:08: Das war eben Cabaret, ist ja auch ein verlässliches Stück, ist ja auch sehr

01:00:12: bekannt und so weiter. Das war eben Stadtmaske in Blau, gab es dann was moderneres, Cabaret.

01:00:17: Und Verena Rühn war großartig, mein großes Vorbild.

01:00:20: Und ich stand immer, wenn Szene im Café oder in der Gastronomie spielte,

01:00:28: stand ich mit einem blauen Presswurstkleid links an der Bühne und musste da einfach nur stehen.

01:00:34: Und das waren immer richtig lange Szenen und das werde ich auch nicht vergessen.

01:00:37: Und dieses Kostüm war wirklich das Unterletzte.

01:00:39: Das war total kaputt und zerschlissen. Das weiß ich noch. Und das war wirklich

01:00:43: an der Seite mit so Sicherheitsnadel zusammengehalten.

01:00:46: So viel zum Thema für Maske in Blau und Kabarett. Und diese großen Sachen ist

01:00:49: immer das Geld da und für die anderen nicht.

01:00:51: Das stimmte schon damals nicht. Es stimmte einfach so nicht.

01:00:54: Also Geld ist immer relativ und wenn dann die Diskussionen kommen von wegen

01:01:00: Nachhaltigkeit und irgendjemand in der Politik kommt dann auf die Idee,

01:01:03: lass doch mal nachhaltig machen, wir nehmen die Kostüme aus dem Fundus.

01:01:05: Da sagen wir, Leute, wenn wir den Fundus nicht hätten, wir würden gar nichts mehr anziehen.

01:01:08: Es ist ja schon so, dass wir alles aus dem Fundus haben. Ja, es ist doch alles so.

01:01:13: Als ob bei jeder neuen Premiere komplett alles neu ist, das ist ja so auch nicht.

01:01:17: Nein, vieles wird genäht, wir haben wirklich tolle Abteilungen.

01:01:20: Ich kenne sogar die Mutter von meiner Freundin Christina, war bis zu ihrem hohen

01:01:24: Alter, die hat jetzt vor kurzem erst aufgehört, war die Gewandmeisterin am Stadttheater.

01:01:28: Ach, wie toll. Das sind ganz tolle Berufe. Und da sind so viele Menschen,

01:01:33: die das mit so einer, erstmal mit einer Präzision, mit einem Wissen,

01:01:37: mit einem Können, aber auch dann dazu noch mit so einer Leidenschaft tun.

01:01:40: Also wir haben hier wirklich Schätze an diesem Theater und müssen die wirklich

01:01:45: sehr pflegsam behandeln. Ja, das ist so.

01:01:51: Und die zaubern wirklich aus, dann manchmal, ja da gibt es so Redewendungen,

01:01:56: sage ich jetzt nicht, aber dass man wirklich Dinge vergoldet,

01:01:59: die eigentlich ursprünglich woanders herkommen.

01:02:01: Du meinst aus Scheiße Gold machen, sagst doch, sagst doch. Gut,

01:02:05: du darfst es nicht sagen, ich darf das sagen. Aus Scheiße Gold machen.

01:02:09: Tufa, Tufa, Tufa, Tufa.

01:02:13: Gibt es da auch Empörungen oder ist das mit der TUFA empörungsfrei?

01:02:18: Das weiß ich jetzt ehrlich gesagt gar nicht.

01:02:20: Weil die TUFA, liebe Zuhörende, ist auch jetzt ein Übergangs,

01:02:26: sag einfach Stopp, wenn ich wieder was Falsches sage.

01:02:29: Rät erst mal.

01:02:30: Ein Übergangsergänzungshaus für das Stadttheater, wo auch Proben stattfinden

01:02:36: dürfen können und auch kleinere Vorstellungen sind.

01:02:41: Ungefähr, ganz auf dem richtigen Weg. Vielleicht aber dazu zu sagen,

01:02:44: also die Tufa als solches.

01:02:47: Tufabrik in der Weber.

01:02:48: Tufabrik, genau, ist eine wirklich ganz, ganz tolle Einrichtung.

01:02:51: Ich glaube, Trier weiß gar nicht, oder nicht jeder in Trier weiß,

01:02:54: was es an dieser Tufa hat.

01:02:55: Und vielleicht manch einer, der in der Tufa ein und aus geht,

01:02:58: weiß ich gar nicht, ob denen das bewusst ist. Ich glaube, ich weiß gar nicht,

01:03:00: ob es sowas in Rheinland-Pfalz nochmal gibt.

01:03:02: Dass es eine so tolle, so lange schon und wirklich auch so professionell auf einem so hohen Niveau.

01:03:08: Wie viele Vereine sind? Über 40 Mitgliedsvereine mittlerweile,

01:03:12: von, sagen wir, Heavy Metal bis zum, über Schauspiel, über Kindergeschichten,

01:03:19: wirklich ganz tolle Sachen.

01:03:20: Vom Yoga- und Atemworkshop ganz zu schweigen alles. Kunst, bildende Kunst, großer Bereich.

01:03:26: Musik, auch Tanz, Ballettgeschichten und so weiter.

01:03:29: Katztheater ist da auch.

01:03:31: Katztheater, verschiedene Theatergruppen und die machen wirklich ganz tolle

01:03:34: Sachen, die Impro-Geschichten, dann das tolle Tufa-Musical, was jedes Jahr mit

01:03:37: einem irren Aufwand, einem irren Können.

01:03:39: Dann gab es dieses Hedda,

01:03:40: Das ich leider verpasst habe.

01:03:43: Das muss mega gut gewesen sein.

01:03:45: Und alles das, deswegen ganz wichtig, alles das ist in der TUFA und das bleibt

01:03:50: auch in der TUFA und das ist toll, dass es die TUFA gibt.

01:03:52: Jetzt kam jemand vor ein paar Jahren auf die Idee und hat gesagt,

01:03:55: wir brauchen dringend einen großen neuen Saal an der TUFA, einen TUFA-Anbau.

01:04:00: Und es gibt ein benachbartes Grundstück, wo sich das anbietet.

01:04:02: Und dann wurde ein Konzept gemacht, dass das Stadttheater in der Zeit des Interims,

01:04:08: also wenn wir bei uns sanieren, einen Anbau bekommt an der TUFA.

01:04:14: Den aber, und das ist das Wichtige, der komplett gedacht wird von dem Bedarf

01:04:19: der TUFA, nicht von dem Bedarf einer Interimsspielstätte, sondern der wird so

01:04:22: gebaut, damit die TUFA danach einen tollen neuen Saal hat. Und die TUFA.

01:04:26: Braucht das seit Jahren, das weiß ich, das ist alles das Platz aus allen Dingen.

01:04:30: Eine Generalsanierung, die dann im Anschluss auch kommt. Also jetzt mit dem

01:04:34: Bau dieses Saales werden an den Schnittstellen,

01:04:36: also überall da, wo man den Saal an die Tufer ranbaut und dann macht man da

01:04:40: einen Durchbruch oder dann stellt man fest, hui Leute, das geht aber so alles

01:04:44: nicht, dann muss man das mitmachen und oben die Garderoben,

01:04:46: dann merkt man auch, was man damit alles mitmachen muss und so weiter,

01:04:48: also da wird einiges gemacht.

01:04:49: Aber die Generalsanierung der TUFA steht dann noch aus.

01:04:52: Warum ich es aber so betone, um deutlich zu machen, die TUFA bleibt,

01:04:57: wenn das Theater Trier mit dem Schauspiel dorthin geht, erhalten als Spielstätte

01:05:03: mit dem, was es ist. Es gibt Einschränkungen, ja.

01:05:06: Es gibt in dem oberen Bereich werden Garderobenplätze eingerichtet für die Schauspielerinnen

01:05:11: und Schauspieler des Theaters Trier.

01:05:13: Unten mussten Fenster geschlossen werden oder sowas. Das sind Einschränkungen für die Zeit.

01:05:17: Für die Zeit dazwischen.

01:05:20: Für die Zeit danach hat die TUFA einen 400-Plätze-Saal für viel Geld dahingestellt gekriegt.

01:05:27: Ich wüsste im Moment kein Haus in Rheinland-Pfalz aus der freien Szene,

01:05:31: was für dieses Geld einen solchen Bau gebaut kriegte.

01:05:34: Ja, das ist ja super.

01:05:35: Das ist eine super Sache und das sehen auch die Verantwortlichen der TUFA so.

01:05:39: Und die sind da auch dankbar und froh drüber und stolz drauf,

01:05:42: was sie da ein tolles Konzept, was da erarbeitet wurde.

01:05:45: Und wenn man das sich anguckt, was da gebaut wird, das ist wirklich auch das

01:05:50: Team, was da dahinter ist, was diesen Bau dort hochzieht und so,

01:05:53: das wird eine wirklich richtig tolle Kiste und wir freuen uns da sehr drauf. Du hast gerade gefragt,

01:05:58: Warum ist die Tufa sauer oder ist die Aber.

01:06:00: Da war doch irgendwer sauer, auch darüber. Ich glaube, die Diskussion war,

01:06:06: auch da berichtige mich bitte,

01:06:08: dass die Underground-Szene, die kleinen Alternativ-Theatergruppen,

01:06:15: die es auch rund um die Tufer gibt,

01:06:19: unter anderem das Katztheater, was ja gar nicht so klein ist,

01:06:21: die kennt man ja, die gibt es ja schon lange.

01:06:24: Aber wie sagt man denn, die Alternative-Theaters, sauer oder so?

01:06:28: Die freie Szene, danke.

01:06:30: Die freie Szene jetzt Angst hat, dass es weniger Geld oder weniger finanzielle

01:06:36: Unterstützung für die freie Szene gibt, weil das Stadttheater alles Geld bekommt. Fragezeichen.

01:06:46: Die Verteilungskämpfe kenne ich in der Form nicht, muss ich sagen.

01:06:49: Also es gibt Herausforderungen oder gab Herausforderungen in den städtischen

01:06:53: Haushalten, das ist bekannt.

01:06:55: Da ging es jetzt nicht um die Investitionen oder so etwas, sondern eben um die

01:06:58: Verteilung von sonstigen Mitteln und dann stehen in allen möglichen Dezernaten

01:07:04: natürlich, ich bin kein Politiker, ich kann es nur so wiedergeben.

01:07:06: Wie ich das so weiß. Wir sprechen heute mit dem Intendanten des Dreischpartenhauses

01:07:12: Trier an dieser Stelle nochmal und nicht mit dem Baudezernenten oder dem Geldverteiler.

01:07:18: Finanzdezernent oder Kulturdezernent, das sind alles kompetente,

01:07:21: tolle Leute. Nur falls ich irgendwo ungenau bin oder sowas, dann mag man mir das bitte nachsehen.

01:07:27: Aber ich komme selber aus der freien Szene, muss ich sagen an der Stelle.

01:07:30: Ich habe in Köln lange in der freien Szene gearbeitet, habe auch damals,

01:07:33: als ich in Berlin studiert habe, in der freien Szene gespielt,

01:07:35: auch an Stadt- und Staatstheatern gespielt.

01:07:36: Aber dann auch in der freien Szene gearbeitet, auch als Regisseur und habe immer

01:07:41: mit ganz großem Neid einerseits, muss ich sagen, oder über mich selber darf man das sagen,

01:07:49: Misstrauen vielleicht auch, ob der adäquaten Mittel einsetze.

01:07:53: Und habe dann in Bonn, in Deutschlands bestbesuchtem Kinder- und Jugendtheater

01:07:57: gearbeitet, das auch mit sehr bescheidenen Mitteln umgehen musste.

01:08:00: Und dann ist es naheliegend, wenn einem Gelder fehlen, dann zu gucken,

01:08:04: was haben denn andere zur Verfügung und warum haben wir nicht auch diese Millionen.

01:08:10: Und wenn man jetzt die Perspektive ein bisschen wechselt und sieht,

01:08:13: dass das Geld, was das Theater Trier zur Verfügung hat,

01:08:16: über einen ganz, ganz, ganz, ganz großen Teil gebunden ist, tarifgebunden ist,

01:08:21: dass die Mittel wirklich in die Steigerungen, in den Tarifverträgen abgebildet

01:08:27: sind von einem Orchester, von einem Chor und so weiter.

01:08:30: Und wenn man sich dann anschaut, dass es bleibt eine Summe,

01:08:34: Von dem Geld, was zur Verfügung steht, was nicht durch tarifliche Bindungen,

01:08:39: durch Mieten oder sonst was festgebunden sind.

01:08:41: Der Bereich, über den jetzt, sag ich mal, die künstlerische Leitung des Hauses,

01:08:45: der Intendant und mit den Leuten, mit denen ich das zusammen mache, wir sind ja ein Team,

01:08:49: worüber man entscheiden kann sozusagen, was möchte ich davon für Sachkosten,

01:08:53: für Gäste, für Künstler, also das Spielgeld für die Kunst, sag ich mal.

01:08:58: Das ist seit 2013 100% gleich geblieben.

01:09:02: Der Rest ist gewachsen. Und jetzt muss man sich angucken, was in der Zwischenzeit

01:09:06: an Baukosten, an Personalkosten, an sonst welchen Steigerungen passiert.

01:09:10: Auch was wir an Zuschauer zuschüssen, also an Einnahmen, die über die Zuschauer kommen.

01:09:16: Weil wir je nachdem mehr Zuschauer haben.

01:09:20: Also da wirtschaften wir doch sehr, sehr gut und wirklich wir drehen den Euro

01:09:26: wirklich mehrfach um, auch hier an dem Haus, auch wenn das immer so wirkt,

01:09:29: als ob da wahnsinnig viel Geld wäre.

01:09:31: Deswegen zurück in die Perspektive freie Szene.

01:09:34: Dass da zu wenig Geld für alle da ist, das kann ich verstehen und in Jahren,

01:09:40: in denen die Stadt im Haushaltssicherung oder in denen eben bestimmte Automatismen

01:09:45: und bestimmte Bremsen, wo man kein Geld mehr ausgeben darf, wenn man nicht eine

01:09:49: Unabweisbarkeit dafür belegt, wieder so ein tolles Wort.

01:09:54: Unabweisbarkeit, auch das Wort.

01:09:55: Genau, da muss man einen Unabweisbarkeitsantrag stellen, wenn man zum Beispiel

01:09:57: eine Homepage machen möchte und dann schreibt man einen Antrag und dann schreibt

01:10:00: man noch einen Antrag und dann heißt das, ja, da musst du eine Querfinanzierung

01:10:03: haben, weil wenn du 60 Prozent von woanders bekommst, dann ist das nicht mehr

01:10:07: unabweisbar und so weiter und dann bekommt man so einen Zweizeiler zurück.

01:10:10: Wir haben festgestellt, das Theater Trier hat eine Homepage und deswegen wird

01:10:13: das hiermit abgewiesen.

01:10:14: Und dann sagt er, Moment, Leute, die Homepage, wir haben das nicht ausgedacht.

01:10:19: Wir haben jetzt, inzwischen haben wir die Homepage, Theaterfreunde haben da

01:10:22: ganz ordentlich in die Tasche gegriffen und uns unterstützt und haben da Geld dazugegeben.

01:10:25: Also und die Stadt hat auch, also wir haben jetzt wieder eine Homepage.

01:10:29: Aber das sind alles Mittel und ich kann das deswegen verstehen,

01:10:32: wenn Gelder fehlen und man deswegen sagt, könnt ihr uns unterstützen.

01:10:36: Und da kommen dann solche Sachen, wir haben eben von Hedda gesprochen,

01:10:40: Bühne 1 ist so ein Fall, die beschweren sich nicht in irgendwelchen Foren und

01:10:43: gehen nicht in die Zeitung und schreiben, wie schrecklich und keiner redet mit uns.

01:10:46: Der kommt einfach zu mir und fragt, wie sieht es aus, wir würden gerne das und das Stück machen und so.

01:10:52: Habt ihr einen Raum, habt ihr Zeit? Genauso Schmitz kommt und sagt,

01:10:55: im Sommer steht doch eure Probebühne leer, können wir da vielleicht?

01:10:58: Dann sage ich, ja, könnte natürlich.

01:10:59: Oder irgendjemand kommt und sagt, wir würden gerne, bei euch können wir auf

01:11:02: den Zuschneidetischen Sachen zuschneiden oder Bücherei kommt.

01:11:06: Also es gibt lauter Leute, die konkret kommen.

01:11:08: Irgendjemand auch von der TUFA sagt, wir bräuchten ein Schlagzeug,

01:11:11: wir bräuchten Pauken, wir machen da so eine zeitgenössische Woche und da brauchen

01:11:15: wir das und das und so. Also wer mit mir spricht und wo ich die Möglichkeit

01:11:19: habe, dann machen wir das.

01:11:22: Weil ich kenne das selber, dass man da steht und manchmal einem das Schwarz

01:11:26: unter den Nägeln nicht finanzieren kann.

01:11:28: Die Zeiten hatte ich und weiß genau, wie sich das anfühlt. Und deswegen hilft man, wo man kann.

01:11:33: Aber wenn man nicht gefragt wird und dann in der Zeitung steht,

01:11:36: man hätte nicht mit ihnen geredet, das ist dann schwierig.

01:11:39: Das glaube ich sofort. Meine Zuschreibung für Trier ist hart,

01:11:43: aber herzlich. Das ist einfach so.

01:11:45: Es war für mich zum Beispiel in Berlin viel einfacher, weil mir scheißegal ist,

01:11:50: was die Leute denken, weil der kennt mich sowieso nicht.

01:11:52: Wenn ich was wissen will, gehe ich hin und frage.

01:11:54: Mein Bild ist immer, du stehst in Berlin in der U8, Ghetto-U-Bahn,

01:11:59: alles ist laut, dreckig, es stinkt.

01:12:02: Und du guckst hilflos auf den Plan und verstehst was nicht.

01:12:07: Ungefragt brüllt dich einer von hinten an und sagt, was kickst du denn so blöd? Wo willst du denn hin?

01:12:13: Und erklärt dir, wo du lang musst. Ungefragt. In Trier.

01:12:19: Stehst du an der Ampel, guckst dein Gegenüber an, die Ampelschaltung ist wahnsinnig lange.

01:12:25: Das dauert eine Viertelstunde. Man kann im Grunde eine feste Beziehung mit dem

01:12:30: Wartenden Gegenüber anfangen. Aber

01:12:33: Es wird nicht gesprochen. Und wenn du guckst und grinst oder irgendwas,

01:12:38: also interagierst, erzeugt das eine Irritation anstatt eine schnelle Reaktion. Okay.

01:12:44: So, und das einfach mal so dahingestellt als Bild.

01:12:48: Okay. Und ich glaube, ich bin auch so aus Trier rausgekommen mit dem Ding,

01:12:55: ja, würde ich ja gern, aber geht ja sowieso nicht.

01:12:59: Und dieses.

01:13:00: Wo kommt denn das her?

01:13:02: Ich weiß es nicht.

01:13:03: Also ist das, ich habe das so ausgeprägt nicht erlebt, muss ich sagen,

01:13:08: aber vielleicht auch Theaterkosmos, da sind viele Leute, die dann keine Urtrierer sind.

01:13:11: Ja. Ich glaube, Urtrierer ist man ja auch erst nach, weiß ich nicht,

01:13:14: drei Generationen oder sowas, oder?

01:13:16: Circa, circa, die Fremden.

01:13:18: Dauert vielleicht ein bisschen.

01:13:19: Die Zugezogenen.

01:13:20: Ich habe das hier wirklich, aber mit den Bereichen, die ich so kennengelernt

01:13:24: habe irgendwo und ich habe jetzt einiges kennengelernt, muss ich sagen, irgendwie auch,

01:13:28: keine Ahnung, auch Sachen wie den Heuschreck oder den rosa Karneval und so unterschiedlichste

01:13:34: dann die ganzen Leute, mit denen man so zusammenarbeitet aus den Museen und so.

01:13:38: Ich habe viele wirklich ganz, ganz tolle Begegnungen und Menschen,

01:13:41: die offen sind und die auch so, da habe ich auch kennengelernt.

01:13:44: Aber das, was du sagst, begegnet mir eher so aus Erzählungen,

01:13:47: dass die Leute sagen, der Trierer, der ist so und so und so.

01:13:49: Ja, vielleicht ist es auch die Warnung des Trierers von sich selbst.

01:13:52: Ach so. Das weiß ich gar nicht.

01:13:54: Das ist doch schon ziemlich international hier auch, oder nicht?

01:13:58: Ja, also wenn du durch die Stadt läufst, hörst du Englisch, hörst du Holländisch,

01:14:02: hörst du Französisch. Das stimmt schon alles.

01:14:05: Aber dieses, was du sagst, wenn es darum geht, die Tufa weiß ja auch,

01:14:09: wenn da einer kommt, die sollen einfach fragen, das haben wir ja alles,

01:14:12: können sie mit, wenn das geht, teilen wir, machen wir.

01:14:15: Kommt und fragt mich, kriegt ihr. Ich muss es nur wissen.

01:14:18: Ich muss gerade, wo wir von der TUFA reden, sagen, ich habe gerade eben,

01:14:21: ich hätte gestern einen Termin gehabt, offensichtlich ist es in meinem Kalender

01:14:25: abhandengekommen mit dem ganzen TUFA-Vorstand.

01:14:27: Falls Sie das jetzt hier hören und sagen, Wenzel, was erzählst du denn da?

01:14:31: Das ist tatsächlich auch immer...

01:14:33: Ich habe einen Termin verpasst. Ich war den ganzen Tag gestern durchgetaktet.

01:14:38: Ich weiß gar nicht, da muss ein Termin gewesen sein, weil sie standen offensichtlich

01:14:40: zu siebt vor dem Stadttheater.

01:14:42: Also richtig scheiße gelaufen auf Deutsch gesagt. Wir hatten aber gestern Stromabschaltung

01:14:46: am Haus, weil der Notstrom gemacht wurde, weil das war Personalversammlung.

01:14:50: Und ich war, egal, ich eruiere das. Irgendwo ist da ein Dreher,

01:14:54: vielleicht steht das einfach im Dezember. Ich weiß es nicht. Irgendwo muss es sein.

01:14:57: Weißt du, was verrückt ist?

01:14:58: Peinlich.

01:14:58: Du erinnerst mich total an meinen Chef. Ich habe jetzt die ganze Zeit überlegt.

01:15:02: Hallo Marc. Ich weiß, du hörst keine Podcasts, wie der Lajosch ja auch keine Podcasts hört.

01:15:08: Aber ich arbeite ja beim Bürgerservice als Sozialtanker an der BBS Wirtschaft.

01:15:11: Und Marc Peiffer sieht dir auch ein bisschen ähnlich.

01:15:16: Du in ein bisschen heller, ein bisschen jünger noch. Aber auch so schnell,

01:15:20: schnell, schnell, schnell.

01:15:20: Das ist extrem strukturiert. Also so von Hause aus.

01:15:24: Jemand, der einfach schnell und strukturiert ist. So und dem rutscht nichts durch.

01:15:29: Und Marc ist ganz, ganz tolerant gegen alles. Dem kannst du alles.

01:15:34: Das geht bei mir nicht. Das habe ich vergessen. Diensthandy liegt zu Hause.

01:15:39: Es ist nie ein Problem.

01:15:43: Und der redet auch so schnell. Der redet auch so schnell und hat alles parallel auf dem Schirm.

01:15:49: So einer bist du auch. Doch, ich stelle euch irgendwann mal vor.

01:15:53: Irgendwann stelle ich euch mal vor. Ihr werdet euch mit Sicherheit auch gut

01:15:55: verstehen. Er hat auch ein Kind, einen Sohn hat er auch und er macht Musik,

01:16:01: was aber keiner weiß, außer ich. Hallo Marc.

01:16:05: Jetzt ist es verplampert.

01:16:06: Anyway, genau, witzig, musste ich gerade erwähnen. Hallo Zuhörende,

01:16:10: das war jetzt langweilig für euch, macht aber gar nichts.

01:16:13: Genau, ja, das heißt, nochmal zurück zum Theater. Wir haben die TUFA, wir haben das Theater,

01:16:20: Und wie lange sind die Bauarbeiten geplant oder wann wird es denn so sein,

01:16:26: dass dieses offene Haus, wo ich dann lesend im Treppenhaus sitzen kann mit viel

01:16:32: Glas zum rausgucken und so weiter und ich bleibe gleich da,

01:16:35: weil um 18.30 Uhr ist die Vorstellung für Dingsbums, auch wie praktisch,

01:16:41: dann esse ich hier doch noch ein Schnittchen.

01:16:43: Gibt ja da hinten im Café, gibt es ja vegane Tralalas.

01:16:46: Alles gibt es da.

01:16:47: So, ja siehst du.

01:16:48: Schönen Flammbuchen im Theatergarten.

01:16:49: Genau, wann? Oder was ist avisiert?

01:16:53: Genau, die aktuelle Planung ist so, dass wir jetzt Ende dieses Jahres,

01:16:57: also wir sind jetzt ja live, senden wir jetzt was?

01:17:00: Nein, wir sind jetzt 25, wir senden nicht, wir sind jetzt 25.

01:17:04: 25, genau.

01:17:05: Und der Baubeschluss soll im Dezember 25 gefasst werden.

01:17:09: Und dann brauchen wir noch ein Jahr ungefähr für die weitere Ausführungsplanung,

01:17:14: also dann die Leistungsphase 2, nein, die Leistungsstufe 2.

01:17:19: Die Leistungsphasen vier bis sieben, die dann ausgeführt werden,

01:17:23: bis dann die Bauerei losgeht.

01:17:25: In der Zwischenzeit zieht dann das Schauspiel im nächsten Sommer in den Tuferanbau.

01:17:31: Zum 1.1.27 soll dann das Konzert, die Oper, das Ballett auch dann aus dem großen

01:17:39: Haus rausgehen, sodass wir dann anfangen können zu sanieren.

01:17:42: Und dann gehen wir von drei Jahren aus, die die Sanierung dauern wird,

01:17:46: dann so wieder Einrichtungsarbeiten und so weiter, sodass wir dann wieder das

01:17:49: Haus eröffnen können. Mal gucken, wie war es.

01:17:51: Das heißt so 20, 30 Jahre?

01:17:54: Oh Gott, das habe ich nicht gerechnet. 27 gehen wir raus, 27,

01:17:57: 28, 29, ja 29, ich glaube 30.

01:18:01: Aber in der Zeit ist ja weiterhin Vorstellung und Tanz, Orchester, alles läuft ja weiter.

01:18:07: Ja, genau. Konzert und im Tuferbereich ist Tauerspiel. Genau,

01:18:11: in der Europahalle werden wir einiges machen, an verschiedenen Orten in der Stadt auch.

01:18:15: Wir müssen ja, oder wir wollen ja auch weiter Oper spielen, wir wollen die großen

01:18:18: Konzerte haben und dafür müssen wir, da gehört das müssen hin,

01:18:21: Und dafür müssen wir einen Raum haben, wo halt entsprechend auch dann 600,

01:18:25: 700, 800 Menschen reinpassen, damit sich das Ganze dann auch einfach auch rentiert.

01:18:29: Und wir müssen ja immer sehr wirtschaftlich denken an der Stelle,

01:18:32: da sind wir gerade dabei, die besten, kostengünstigsten und trotzdem adäquatesten Möglichkeiten.

01:18:38: Da kommt, glaube ich, noch Spannendes, damit wir auch Konzert und Oper weiterhin

01:18:41: anbieten können und auch Ballett mit Orchester.

01:18:44: Also, Lajosch, mega sympathisch. Wirklich, also ich freue mich.

01:18:48: Kann ich nur zurückgeben, hat Spaß gemacht.

01:18:49: Und auch mal nicht so ein alter Intendant. Früher waren das immer alte, weiße Männer.

01:18:53: Und ich muss sagen, ich habe ja noch, der erste Podcast, den ich bis zum Ende

01:18:57: erlebt habe, ist der, wo ich selber mitmache, muss ich sagen.

01:19:01: Das lässt jetzt vielleicht tief blicken. Aber ich werde mir mal einen Podcast

01:19:03: anhören. Ich finde das tatsächlich, vielleicht komme ich auf den Geschmack.

01:19:06: Ja, genau. Hör dir doch mal selber zu. Weißt du so?

01:19:10: Nein, jetzt nicht diesen. Ich meine sonstige Podcasts. Ich gebe mal dem Format eine Chance.

01:19:15: Dann kannst du ja eben dazwischen mal stöbern. Da gibt es ja schon einiges.

01:19:18: Ich bin gespannt. Vielen Dank, dass du da warst.

01:19:22: Danke für die Einladung.

01:19:23: Ich habe es nicht so spannend erwartet, ehrlich gesagt.

01:19:27: Muss ich gestehen. Aber ich habe ja immer Vorurteile und freue mich,

01:19:30: wenn alles anders ist, als ich mir das gedacht habe.

01:19:33: Super.

01:19:33: Es gibt ja nichts Schlimmeres als, alles klar, wusste ich schon.

01:19:39: Dankeschön.

01:19:40: Vielen Dank. Wir beobachten das Stadttheater Trier. bleibt ein Trechspatenhaus

01:19:45: und ich sage, danke dafür. Lajos.

01:19:48: Danke.

01:19:49: Lajos.

01:19:52: Tschüssi, draußen an den Endgerät.

01:20:02: Es ist Zeit, Danke zu sagen. Ich bedanke mich bei allen UnterstützerInnen,

01:20:08: die mit ihren monatlichen Beiträgen auf Steady diesen Podcast möglich machen.

01:20:14: Einen extra großen Dank geht dabei an Steffi Willkomm und meine liebe Freundin

01:20:20: Malu Dreyer, aber auch die Tanja, Tanja Kribel, die mich sowieso immer und überall unterstützt.

01:20:29: Ein ganz besonderes Dankeschön geht natürlich an niemand Geringeren als Stefanie

01:20:36: Stahl und den tollen Holger Sorg.

01:20:41: Die beiden, ohne die dieser Podcast so nicht möglich wäre.

01:20:47: Danke Steffi, danke Holger. Ihr seid die Besten.

01:20:52: Merci beaucoup.

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