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Dazwischen mit Sascha Ley - Teil 1

Shownotes

Sascha Ley bewegt sich zwischen Musik, Theater und Stimme – und weigert sich konsequent, sich festzulegen.
In diesem 1. Teil spricht sie über Aufwachsen zwischen Ländern und Sprachen, über Kunst als Notwendigkeit statt Karriere und über Theater als kollektiven Möglichkeitsraum.

Es geht um Freiheit (früh gelernt), um Nähe (lieber eng als allein) und um Misstrauen gegenüber klaren Zuschreibungen. Nicht als Theorie, sondern als gelebte Praxis.

Ein Gespräch über:

- Kunst jenseits von Kategorien

- Theater als Arbeit, Raum und Reibung

- Identität als etwas Bewegliches

- alternative Wege statt klassischer Karrieren

- warum Risiko oft ehrlicher ist als Komfort

Keine Heldinnengeschichte. Kein Ankommen. Sondern ein bewusstes Dazwischen.

Transkript anzeigen

Sascha Ley: Mein Vater war Deutscher und meine Mutter ist Luxemburgin, sie lebt noch.

Sascha Ley: Und die haben zu der Zeit so zwischen Luxemburg und Deutschland gependelt.

Sascha Ley: Als ich noch ganz klein war, so mit eins, anderthalb, haben wir dann auch ganz

Sascha Ley: kurz in Düdelmange gelebt.

Sascha Ley: Ja, mein Vater war dort auch unter anderem Fußballtrainer.

Sascha Ley: Ich wollte ja damals schon Schauspielerin werden, habe ich gesagt, das ist ja toll.

Sascha Ley: Da habe ich in einem Film eine deutsche Fernsehansagerin gespielt und ich war

Sascha Ley: ja erst 15 oder 16, das war schon sehr lustig.

Sascha Ley: Der Pol Kiefer, unser Regisseur, kam uns dann immer abholen in einem Café am Bahnhof.

Sascha Ley: Es war wirklich so eine Konditorei an so einem Eckgebäude am Bahnhof.

Sascha Ley: Und Thierry hat dann sein erstes Bier getrunken und wir noch einen Kaffee, einen Croissant.

Sascha Ley: Dann sind wir dann nach Esch gefahren und haben dort in dem alten Schlachthaus geprobt.

Simi Will: Immer und überall hörbar. Dazwischen mit Simi Will.

Simi Will: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des Podcasts Dazwischen mit mir, Simi Will,

Simi Will: und heute eine Frau mit sehr aufregender Brille aus dem Nachbarländle angereist.

Simi Will: Die Künstlerin, Schauspielerin, Sängerin.

Simi Will: Wir erfahren gleich mehr über Sascha Lay. Hallo Sascha.

Sascha Ley: Hallo Simi.

Simi Will: Ja, witzigerweise haben wir irgendwie verrückte, gleiche Outfits.

Sascha Ley: Ja, heute total. Also es ist schon bemerkenswert.

Simi Will: Finde ich auch. Vor allem so im Mustermix.

Sascha Ley: Die Stiefel, so die Zusammensetzung.

Simi Will: Ja, Westernstiefel und Leopardengedöns. Egal, sind wir ein Jahrgang?

Sascha Ley: Wann bist du? 67.

Simi Will: Ja.

Sascha Ley: Auch 70. Das war ein guter Jahrgang. Sehr guter Jahrgang.

Simi Will: Du bist in Saarbrücken geboren. Fangen wir einfach mal mit dem biografischen Kram an.

Sascha Ley: Ja, mein Vater war Deutscher und meine Mutter ist Luxemburgin, sie lebt noch.

Sascha Ley: Und die haben zu der Zeit so zwischen Luxemburg und Deutschland gependelt.

Sascha Ley: Und da nehme ich an, zu der Zeit war es dann so, dass von der Arbeit her sie

Sascha Ley: halt in dem Moment in Saarbrücken waren, als ich geboren wurde.

Sascha Ley: Ich glaube, bis ich dreieinhalb war.

Sascha Ley: Luxemburg gelebt, meine Eltern haben sich dann getrennt.

Simi Will: Aber du bist dann quasi bilingual aufgewachsen?

Sascha Ley: Ja, wobei Deutsch, weil wir sind dann nach Deutschland gezogen,

Sascha Ley: als ich dreieinhalb, vier war.

Sascha Ley: Deutsch war dann schon meine Hauptsprache geworden und das Luxemburgische war

Sascha Ley: auf einmal eher so ein Kauderwelsch, weil ich es ja kaum gesprochen habe.

Sascha Ley: Ich habe dann die Grundschule und erstes Jahr Gymnasium, also die fünf ersten

Sascha Ley: Schuljahre habe ich dann in Deutschland gemacht. Mhm.

Sascha Ley: Dann hatte meine Mutter sich von ihrem damaligen Partner getrennt.

Sascha Ley: Hat sich erst einmal getrennt.

Simi Will: Deine Mutter?

Sascha Ley: Naja, sagen wir es so. Es gab halt diese großen Beziehungen.

Sascha Ley: Und sie hat sich eigentlich nur zweimal. Weil den Mann, den sie dann danach

Sascha Ley: kennengelernt hat in Luxemburg, mit dem war sie über 40 Jahre zusammen.

Sascha Ley: Ich habe immer gesagt, Papa zwei, obwohl das geht gar nicht.

Sascha Ley: Mein Stiefvater, der hatte eigentlich fast die gleiche Stellung wie mein Vater.

Sascha Ley: Das war sehr schön und das war dann ihr dritter Mann.

Sascha Ley: Also so oft hat sie sich dann doch nicht getrennt. Nicht so oft wie ich.

Simi Will: Nicht so oft wie du. Lebst du in der Beziehung?

Sascha Ley: Bitte?

Simi Will: Lebst du in der Beziehung?

Sascha Ley: Nee, zur Zeit nicht.

Sascha Ley: Habe aber in vielen Beziehungen gelebt. Ich habe durchaus meine Beziehungserfahrung gemacht.

Sascha Ley: Eine Beziehungsnomadin.

Simi Will: Ich bin so gerne Single.

Sascha Ley: Ja.

Simi Will: Ich könnte nicht mehr, ich sage immer, ich weiß nicht, wo soll der denn sitzen

Simi Will: in meiner Wohnung. Das ist gut.

Sascha Ley: Ach so, ja. Ich weiß nicht, ob die Wohnung groß genug wäre, aber man nimmt so

Sascha Ley: seinen Platz. Und ich denke schon lange, aber mittlerweile habe ich es auch

Sascha Ley: wirklich begriffen, ohne es nur zu sagen, weil es so schön klingt.

Sascha Ley: Ich dachte immer, man sollte mit jemandem nur zusammen sein,

Sascha Ley: weil das Leben dann besser, schöner ist als alleine.

Sascha Ley: Also auch im Sinne von unkomplizierter.

Sascha Ley: Ja, um so eine richtig feste Beziehung zu haben und dann unglücklich zu sein,

Sascha Ley: das ist ja eigentlich nicht die Sache.

Simi Will: Also unkompliziert, glaube ich, geht das gar nicht. Egal, weil eine Beziehung

Simi Will: ja immer nur ein Kompromiss sein kann.

Sascha Ley: Sicher, also unkompliziert war vielleicht das falsche Wort. Aber,

Sascha Ley: weißt du, dass man sich dann auch zankt und weiterentwickelt,

Sascha Ley: zusammenrauft und so weiter, das hat man ja auch in Freundschaften,

Sascha Ley: das hat man mit sich selber.

Sascha Ley: Und man kommt ja dann auch weiter, aber man, selbst wenn ich jetzt schaue,

Sascha Ley: im Alleingang weiterzukommen und dann hat man hier mal wieder gelitten oder

Sascha Ley: da sich geärgert, man hat sich wehgetan, man hat sich den Kopf an der Wand gestoßen,

Sascha Ley: aber du lernst hoffentlich was dazu.

Simi Will: Ja klar.

Sascha Ley: Ja und dann geht es dir besser als vorher, das meine ich eigentlich.

Sascha Ley: Und wenn man mit anderen Menschen glücklich ist, dann steckt man das ja auch weg.

Sascha Ley: Sehr, sehr früh war mir der Begriff Freiheit extrem wichtig.

Sascha Ley: Freiheit, Glück im Sinne von...

Sascha Ley: Ich nehme an, weil das beschäftigt mich natürlich immer noch,

Sascha Ley: im Sinne von im Leben ankommen, auf diesem Weltball ankommen.

Simi Will: Aber in deinem Ankommen, im Selbstankommen.

Sascha Ley: Im Selbstankommen, weißt du, das war mir immer schon, auch als Kind habe ich

Sascha Ley: mir ganz viele Gedanken gemacht, ohne genau zu wissen, wo, wieso,

Sascha Ley: weshalb, wo es eigentlich hingeht.

Sascha Ley: Und ich merke jetzt immer mehr, dass das tatsächlich so ein Punkt ist,

Sascha Ley: der für mich zentral ist, im Leben genau bei mir anzukommen.

Sascha Ley: Man kann nicht ständig, ständig glücklich sein, sonst bist du ja wie gedopt.

Sascha Ley: Das kommt, geht.

Simi Will: Das würde man körperlich auch gar nicht aushalten.

Sascha Ley: Man würde es nicht aushalten. Ich habe ja auch schon gemerkt,

Sascha Ley: ich schaue zurück und hatte eine Beziehung, die sehr lange gedauert hat, die sehr schön war.

Sascha Ley: Und dann irgendwann ist man so, ja, man gewöhnt sich so dran und es ist fast schon langweilig.

Simi Will: Das konnte ich immer nie aushalten.

Sascha Ley: Ja, und dann danach, jetzt weiß ich, das war Glück. Das war eigentlich Glück.

Sascha Ley: Und es ist gut, so wie es ist. Wir sind sehr gut befreundet geblieben zum Glück.

Sascha Ley: Aber da habe ich gesagt, guck mal, so relativ ist das. Also nicht immer nur

Sascha Ley: der Luftsprung und man kann es auch nicht dauernd sein und es ist völlig okay,

Sascha Ley: auch mal traurig und schlecht gelaunt zu sein.

Sascha Ley: Also durch unsere Erfahrungen beim Älterwerden, das ist ja so ein Erfahrungswert.

Sascha Ley: Man lernt immer mehr und man lernt gelassener mit den Dingen umzugehen,

Sascha Ley: also sie in eine andere Relation zu setzen.

Sascha Ley: Und ich merke, je mehr ich...

Sascha Ley: So zu mir komme, also verstehe, wer ich bin und akzeptiere, wer ich bin in allen Hinsichten.

Sascha Ley: Das sind nicht nur jetzt Makel oder sowas, sondern auch zu akzeptieren,

Sascha Ley: dass man vielleicht Riesentalente hier und da hat, dass man Dinge ganz toll macht.

Sascha Ley: Das ist ja auch hin und wieder schwierig.

Simi Will: Es nicht zu akzeptieren. Ich erinnere mich nämlich auch. Also wir kennen uns

Simi Will: vom Sehen. Also wir haben, glaube ich, nie gesprochen.

Simi Will: Und ich weiß immer, du warst auch mal so eine schillernde, ne?

Simi Will: Also so in Luxemburg, wenn man dann da war, dann läuft man sich um die Füße.

Simi Will: Wir sind dann in bestimmten Partybereichen unterwegs gewesen, so, ne?

Simi Will: Und ich weiß immer, dass ich früher, das habe ich auch fast in jeder Folge,

Simi Will: dass ich früher als Frau, als junge Frau mich immer verglichen habe und immer

Simi Will: schlechter abgeschnitten habe als die anderen.

Simi Will: Und das ist, irgendwann war das vorbei und dann war ich wirklich frei.

Simi Will: Wirklich frei irgendwie in dem, was ich denke und was ich haben will,

Simi Will: ohne zu gucken, was machen die anderen oder wie machen die das.

Simi Will: Sondern ich mache das so und wenn das nicht geht, muss ich mir was anderes suchen.

Simi Will: Aber immer selbstverantwortlich, eigenverantwortlich und auch mit Lust auf diese Eigenverantwortung.

Sascha Ley: Ja, das ist natürlich auch ein toller Motor, dass man diese Lust hat.

Sascha Ley: Ich bin auch jetzt in Luxemburg aufgewachsen.

Sascha Ley: Teilweise war das auch in den 80ern, 90ern etwas konservativ.

Sascha Ley: Obwohl es gab immer Leute und immer Orte, die ganz alternativ waren.

Sascha Ley: Aber natürlich alles im kleinen Format, so wie Luxemburg ein Land im kleinen Format ist. Und...

Sascha Ley: Wo man sich halt Gedanken macht, ja, also ich mir jetzt nicht so,

Sascha Ley: was sagt der Nachbar, was sagen die anderen, aber ich habe gesehen,

Sascha Ley: das ist ein Thema der Leute und ich dachte eher so an die Dinge,

Sascha Ley: ja, was, wenn man aufwächst und man hat gewisse Vorstellungen vom Leben oder

Sascha Ley: man tut oder sagt gewisse Dinge, dass dann so eine Scham aufkommt.

Sascha Ley: Und dass du dann irgendwann merkst,

Sascha Ley: Das hat nichts mit dir zu tun, sondern es ist einfach so eine Konvention der Gesellschaft.

Simi Will: Der Rahmen, der dir geboten wird. Früher auch immer, ich würde es so bezeichnen,

Simi Will: es trifft aber genau das, dass ich immer dachte, was stimmt denn mit mir nicht?

Simi Will: Immer so das Gefühl gehabt, irgendwas stimmt mit mir nicht.

Simi Will: Bis du dann gesehen hast, nee, du passt einfach nicht in dieses Format,

Simi Will: was die meisten hier so haben wollen.

Sascha Ley: Oder es ist nicht mal, du passt. Ich meine, wir sind ja glaube ich beide auch

Sascha Ley: sehr soziale Wesen, habe ich das Gefühl. Aber man sprengt dieses Format.

Sascha Ley: Und das ist auch etwas, was mir früher oft ein bisschen, ich will nicht sagen

Sascha Ley: Angst gemacht hat, aber diese Energie oder Kraft, die ich hatte,

Sascha Ley: dass ich mir selbst Angst gemacht habe und daher mich selbst gebremst habe.

Sascha Ley: Weil das habe ich auch irgendwann festgestellt, dass wenn Bremsen da waren,

Sascha Ley: dass ich das auch oft selbst war, um zu passen.

Sascha Ley: Und ich finde das ganz interessant, wenn man dann irgendwann versteht,

Sascha Ley: wie verschachtelt das alles ist. Also dieses gesellschaftliche Konventionen und so weiter.

Sascha Ley: Wie kannst du deinen Weg finden? Heute denke ich zum Beispiel,

Sascha Ley: wenn ich niemanden schlage und schlagen muss, das Bedürfnis ich nicht habe,

Sascha Ley: wenn ich niemanden berauben muss, niemanden töten muss, dann bin ich eigentlich

Sascha Ley: schon ziemlich gut unterwegs. Ja, das stimmt.

Sascha Ley: Und der Rest, der ganze Rest ist ein toller Bonus. Und wenn du dann hier und

Sascha Ley: da Dinge machst, die schön sind, für dich, für andere, alles mögliche, dann ist das Bonus.

Simi Will: Dinge machen für andere. Was jetzt

Simi Will: nochmal, also ich weiß jetzt auch gar nicht, wie wir hier in so ein...

Sascha Ley: Du hast angefangen.

Simi Will: Ich weiß, aber wir sind gerade in so ein tiefstinniges Fahrwasser geraten, was ja auch okay ist.

Simi Will: Also ich glaube, in den Analen deiner Karriere, ich habe natürlich Wikipedia

Simi Will: kurz aufgemacht, gibt es auch so ein paar lustige Sachen,

Simi Will: wo so Namen wie Thierry van Werbeke, Luc Veit oder Andy Bausch auftauchen.

Simi Will: Und das sind für mich die Ursprünge, die Analen der Luxemburger Filmszene.

Sascha Ley: Ja, das war auch so, ich mein allererster Film,

Sascha Ley: also Andy Bausch hat jetzt gerade mit Nilton Martin,

Sascha Ley: das ist ein Produzent und Schauspieler in Luxemburg, die haben jetzt gerade

Sascha Ley: ein Kurzfilmprogramm als abendfüllenden Kino-Film herausgebracht.

Sascha Ley: Der hatte jetzt vor zwei, drei Tagen Premiere und tatsächlich habe ich mit Andy

Sascha Ley: meinen ersten Filmauftritt gehabt.

Sascha Ley: Da war ich glaube ich 15 und ich war damals von einem Freund von ihm,

Sascha Ley: das waren ja alles Freunde, die so zusammen experimentiert haben.

Sascha Ley: Weil ich einfach so eine kleine Kitsche war. Wir machen jetzt mal Film, ja genau.

Simi Will: Man kannte sich.

Sascha Ley: Der hat mich dann mal im Interviewcafé angesprochen, ob ich nicht in einem Film

Sascha Ley: und so. Und ich, okay, ja, weil ich wollte ja damals schon Schauspielerin werden,

Sascha Ley: habe ich gesagt, das ist ja toll.

Sascha Ley: Das lief jetzt nicht in diesem Programm, in einem Film mitgespielt,

Sascha Ley: ich glaube der hieß von Drosselstein oder Drosselstein, da habe ich eine deutsche

Sascha Ley: Fernsehansagerin gespielt und ich war ja erst 15 oder 16, das war schon sehr lustig.

Sascha Ley: Und ja, später immer wieder in Kontakt, immer wieder Andy begegnet und dann

Sascha Ley: kamen hin und wieder Dreharbeiten zusammen.

Sascha Ley: Mein erstes Stück, ich hatte als Teenager auch angefangen zu tanzen und da hatte ich mein… Zu tanzen?

Sascha Ley: Ja. Du heißt klassisches Ballett? Nicht klassisch, nee, das war schon modern.

Sascha Ley: Modern. Ja, und bin dann auch ganz viel gucken gegangen.

Sascha Ley: Vor allen Dingen alles, was zeitgenössischer Tanz war, das hat mir sehr gefallen und sehr imponiert.

Sascha Ley: Und ich wollte das ja immer alles machen, Musik, Tanzen, Schauspielen und so.

Sascha Ley: Und das war mein erster Auftritt eigentlich auf einer großen Theaterbühne.

Sascha Ley: Das war mit einem Tanzspektakel damals von dieser Tanzschule.

Sascha Ley: Und das war die, warte mal, welche Zeit? Ja, das war Anfang der 80er.

Simi Will: Dann warst du dann so 18, 19?

Sascha Ley: Nee, da war ich 15, 16 war ich da.

Simi Will: So jung. Und Schule?

Sascha Ley: Ja, neben der Schule. Danach habe ich natürlich einen großen Zank mit meiner

Sascha Ley: Mutter gehabt im Abi-Jahr.

Sascha Ley: 85, jetzt darf ich nicht mehr zum Tanzunterricht gehen. Jetzt soll ich mich

Sascha Ley: mal ums Kümmern. Jetzt wird gelernt.

Sascha Ley: Ja, ja, meinen Schulabschluss ordentlich da zu machen.

Sascha Ley: Ich wollte ja eigentlich weg und dann Schauspiel studieren und Jobben.

Sascha Ley: Und das gab Clinch zu Hause. Nein, nein, nein.

Simi Will: Was haben deine Eltern gemacht?

Sascha Ley: Meine Mutter, die hat verschiedene Jobs gemacht.

Sascha Ley: Sie hat in Banken gearbeitet, hat aber auch zehn Jahre lang bei RTL als Redakteurin

Sascha Ley: für eine Sendung gearbeitet.

Sascha Ley: Und mein Vater war, ich meine die waren ja geschieden, aber mein Vater war dann in Deutschland,

Sascha Ley: er kam aus dem Sport, hatte also ein Studium als Sportlehrer gemacht und späterhin

Sascha Ley: so eine Trainingsform entwickelt,

Sascha Ley: Rekabik, die so den gesamten Körper mit einbezieht, Muskeln,

Sascha Ley: Herz, Lunge, gut trainiert.

Simi Will: Also so ein Sportmediziner?

Sascha Ley: Ja, nicht Mediziner, er hat mit Medizinern zusammengearbeitet und mit einem Heilpraktiker.

Sascha Ley: Er war, wenn ich heute gucke, wie es heute aussieht in der Landschaft,

Sascha Ley: er war seiner Zeit voraus und es gab niemanden,

Sascha Ley: der Marketing gemacht hätte, weil sonst hätte er, ich glaube,

Sascha Ley: er hätte ganz toll noch influenzen können, beziehungsweise wirklich den Leuten was geben können.

Sascha Ley: Das ist ein sehr ausgetüfteltes Programm gewesen, aber das waren halt die 80er,

Sascha Ley: 90er, hat auch über Ernährung Vorlesungen gehalten, also war da schon ganz früh dran,

Sascha Ley: wo das damals noch belächelt wurde.

Sascha Ley: Mein Vater hat immer gesagt, ja, mach das, mach das Sascha. Aber du weißt oder

Sascha Ley: wisse, dass du ganz, ganz viel arbeiten musst.

Sascha Ley: Und hier war ich eben 18.

Sascha Ley: Mein Vater hat ja in Deutschland gelebt. Hat mit meiner Mutter und meinem Stiefpapa zusammen gelebt.

Sascha Ley: Mein Stiefpapa hatte auf dem Nichtsteueramt, aber wie nennt man das?

Simi Will: Finanzamt.

Sascha Ley: Finanzamt, Mehrwertsteueramt. Ja, genau.

Sascha Ley: Bei der Inspektor. Und ein absolut musisch interessierter Mann,

Sascha Ley: also wirklich völlig verrückt nach klassischer Musik, hat alles gekannt,

Sascha Ley: nach Lesen, Literatur und Kunst überhaupt sehr kunstinteressiert, aber…,

Sascha Ley: Da auch sehr vorsichtig und dann gemeint, nee, nee, nee, also du gehst jetzt

Sascha Ley: nicht schauspielen und schon gar nicht nach London oder so.

Sascha Ley: Und dann war das also ein, zwei Jahre lang eine Riesendiskussion,

Sascha Ley: bis ich dann doch mein Ding durchgezogen habe. Also ich habe dann auch Uni probiert.

Simi Will: Aber bist du weggegangen von Luxemburg?

Sascha Ley: Ich bin mit, ja, ich habe mit 18 hatte ich einen Job.

Sascha Ley: Den habe ich aber durch meine Mutter, durch ihren Kontakt da bei RTL bekommen.

Sascha Ley: Da habe ich sechs Monate in der Türkei gearbeitet.

Sascha Ley: Ach cool. Ja, da hatte ich einen Job in einem Ferienclub bekommen.

Sascha Ley: Und da habe ich, als ich den Chef-Animateur kennenlernte, der sagte,

Sascha Ley: ja, so jemand wie du, so jung, 18, das können wir gut gebrauchen.

Sascha Ley: Du machst ja auch Sport und hast getanzt und so weiter oder tanzt.

Sascha Ley: Und dann habe ich damals schon, obwohl ich konnte auch schüchtern sein,

Sascha Ley: ich konnte so beides sein.

Sascha Ley: Stirn, der Stirn nach vorne, aber auch schüchtern sein. Aber ich war da echt

Sascha Ley: frech und habe gesagt, ja, aber was ich so gehört habe von Clubmade,

Sascha Ley: also das so mit Animationen, so blöde Spiele, das will ich nicht machen.

Sascha Ley: Oder blöde Shows. Und sagt der, nö, nö, also das kann ich dir versprechen.

Sascha Ley: Du, hier der Sport und diese Sachen, das ist dann deine Sparte.

Sascha Ley: Also der Job dann, ich meine natürlich musst du, wenn du den Leuten begegnest,

Sascha Ley: sie auffangen, mit ihnen sprechen und so weiter. Aber du machst das, wozu du Lust hast.

Simi Will: Also du kannst dein eigenes Programm basteln sozusagen.

Sascha Ley: Ja und die haben ganz schöne Programme, das war ein sehr kleiner Club,

Sascha Ley: das war nicht Clubmate, das war wirklich was ganz Kleines in der Südtürkei, wo damals...

Sascha Ley: Noch kaum Hotels waren. Es war die einzige Anlage da. Es war verrückt.

Sascha Ley: Und schon noch ein halbes Jahr später war alles vollgebaut. Ich übertreibe nicht.

Simi Will: Nee, also in den 80ern war das in Portugal genauso.

Sascha Ley: Ja, siehst du. Und für mich war das eine schöne Erfahrung.

Sascha Ley: Ich habe das dann auch irgendwie so phänomenal befunden.

Sascha Ley: Und erst Jahre danach habe ich gesagt, Mensch Sascha, das war schon toll.

Sascha Ley: Und ich konnte da richtig eigenständig sein.

Sascha Ley: Man hat mir das zugetraut also ich hatte wirklich eine wunderbare Erfahrung und bin immer ein,

Sascha Ley: zweimal pro Woche konnten wir

Sascha Ley: raus und das Land oder die Gegend umbesuchen und ja ich habe den letzten,

Sascha Ley: Nachfahren vom letzten Sultan kennengelernt, mir anbefreundet der auch da gearbeitet hat der.

Simi Will: Nachfahre des Sultans arbeitet im Animationsclub

Sascha Ley: Ja, das war, und ich habe das auch erst später erfahren.

Simi Will: Das war schon so ein Schicker-Club dann wahrscheinlich.

Sascha Ley: Nein, nee, nee, nee, das war was ganz, das war eigentlich Familien,

Sascha Ley: das war wirklich auf Familie gepolt, Familienurlaub so, ganz niedliche Anlage.

Sascha Ley: Und ja, und ihn, Nassim, den habe ich da kennengelernt, der hat damals an der

Sascha Ley: Rezeption gearbeitet, später aber auch als Animateur.

Sascha Ley: Und ich erzähle jetzt nicht alles.

Simi Will: Da lief wohl was?

Sascha Ley: Nein, wir waren befreundet. Und das fand ich auch sehr bemerkenswert,

Sascha Ley: weil das war mal einer der wenigen Männer, wo ich dachte, oh,

Sascha Ley: wir sind so entspannt, wir sind nur Freunde.

Sascha Ley: Aber das heißt nur, wow, toll. Da war also kein jetzt Love Interest oder so

Sascha Ley: und das fand ich sehr entspannt in dem Alter.

Sascha Ley: Und er hat dann eine gemeinsame Kollegin und mich am Ende der Saison eingeladen,

Sascha Ley: mit ihm noch nach Istanbul zu kommen, wo er mit seiner Schwester...

Sascha Ley: Und seiner Mutter in einem alten Haus wohnte. Und ich zeige euch dann Istanbul.

Sascha Ley: Und ich war dann zehn Tage da und er hat uns dann Istanbul gezeigt.

Sascha Ley: Und das war echt toll. Und ich weiß noch, als wir die erste Nacht,

Sascha Ley: wir waren durchs Land gefahren, tagsüber, eine ganze Reise mit dem Auto.

Sascha Ley: Und durch unglaubliche Landschaften wieder. Und kamen dann abends an.

Sascha Ley: Und das erste war in einen Jazzclub gehen. Da dachte ich, ach guck mal, in Istanbul.

Sascha Ley: Und dann waren wir dort. und bevor wir zu ihm nach Hause kamen,

Sascha Ley: Dann zeigt er uns, ja, und hier ist der Palast, der Sultanspalast und da hat

Sascha Ley: mein Onkel gearbeitet oder Großonkel Onkel.

Sascha Ley: Und ein paar Tage später, nachdem ich so Kalligrafien in einem Museum,

Sascha Ley: in dem großen Museum bewundert hatte, sagte er, ja, was stehst du da so lange?

Sascha Ley: Und ich sage, ich finde die so wunderschön. Ja, hast du die nicht gesehen,

Sascha Ley: die bei uns im Haus hängt?

Sascha Ley: Und sage ich, wie? Ja, dort, wo du schlägst, auf dem Sofa, hinter der Tür.

Sascha Ley: Die Tür war natürlich immer offen. Und ich sage, wie kommt ihr an eine Kalligrafie?

Sascha Ley: Ihr habt ja doch gesagt, dass mein Onkel da gearbeitet hat.

Simi Will: Aber dass er der Sultan war, ist ja wie ein Märchen.

Sascha Ley: Ja, ist sehr lustig. Wir waren noch eine Weile in Kontakt per Brief.

Sascha Ley: Er war dann auch nach Indien gereist.

Sascha Ley: Das war ganz spannend. Und irgendwann haben wir uns aus den Augen,

Sascha Ley: aus dem Sinn verloren. leider. Und ich habe den Leuten immer erzählt.

Simi Will: Ja, ich habe da in der Türkei habe ich dann den kennengelernt

Sascha Ley: Und so und bei denen gewohnt. Und irgendwann dachte ich, stimmt das überhaupt?

Sascha Ley: Dann bin ich im Internet nachforschen gegangen. Das stimmt, der ist der letzte männliche Nachfahre.

Sascha Ley: Aber ich habe ihn nicht mehr gefunden. Ich habe versucht, ihn mal so zu kontaktieren.

Simi Will: Abgefahren ist es?

Sascha Ley: Zurück zu mir. Ich bin dann zurückgekommen aus der Türkei.

Simi Will: Du warst wie lange da?

Sascha Ley: Also insgesamt war ich sechs Monate da.

Sascha Ley: Bevor ich in die Türkei bin, hatte ich dann meine erste große Rolle gespielt.

Simi Will: An einem Theater?

Sascha Ley: Ja, an einem alternativen Theater, das Schlürschthaus.

Sascha Ley: Das ist heute die Kulturfabrik in Esch.

Sascha Ley: Und das war damals der alte Schlachthof. Und dort war, ja, seit den frühen 80ern waren da ...

Sascha Ley: Schauspieler, Regisseure, die Sachen auf die Beine schalten.

Sascha Ley: Also die später halt auch wirklich professionell Schauspieler und Regisseur wurde.

Sascha Ley: Frank Hoffmann und Steve Carrier, kennst du also ganz viele.

Sascha Ley: Und ja, ich kam aus der Türkei zurück und….

Simi Will: Wir schreiben das Jahr.

Sascha Ley: Jetzt schreiben wir das Jahr 1986 und für Anfang 1987 sollte ich dann in einem

Sascha Ley: Stück spielen, Herzstück von Heiner Müller.

Sascha Ley: Und zwar war das ein Abend mit drei Stücken Heiner-Müller-Stücken und da hatte

Sascha Ley: der Thierry von Verwecke mit mir seinen ersten Auftritt im Theater.

Simi Will: Sein Debüt.

Sascha Ley: Sein Debüt im Theater, also er hatte ja schon mit Andy einiges gedreht,

Sascha Ley: Kurzfilme vor allem und den Troublemaker und hier war dann das Debüt mit dem

Sascha Ley: Herzstück, das wir immer noch so lange erlebte, haben wir uns immer noch unseren Dialog zitiert.

Sascha Ley: Der besteht ja nur aus ein paar Sätzen, aber unser Regisseur hatte tatsächlich

Sascha Ley: fertig, ich glaube wir haben 20, 25 Minuten lang gespielt.

Sascha Ley: Und das war eine sehr schöne Erfahrung, es war wirklich ganz toll.

Simi Will: Da in Esch?

Sascha Ley: Ja, das heißt unser Regisseur kam uns immer abholen, weil wir beide in...

Sascha Ley: In Bahnhofs, nee, in Luxemburg lebten. Thierry bei seiner Großmutter.

Simi Will: Weil sein Vater Diplomat war.

Sascha Ley: Ja, genau. Und ich dann noch bei den Eltern.

Sascha Ley: Und dann kam der Paul Kiefer, unser Regisseur, kam uns dann immer abholen in einem Café am Bahnhof.

Simi Will: Im Interview?

Sascha Ley: Nee, am Bahnhof. Das gibt es, glaube ich, auch nicht mehr.

Sascha Ley: Das war wirklich so eine Konditorei an so einem Eckgebäude am Bahnhof.

Sascha Ley: Und Thierry hat dann sein erstes Bier getrunken.

Sascha Ley: Ja, klar. Wir haben noch einen Kaffee im Croissant und dann sind wir dann in

Sascha Ley: der Esch gefahren und haben dort in dem alten Schlachthaushalt geprobt und das war sehr lustig.

Sascha Ley: Also das waren so die Anfänge dann auch mit, wo du sagst, mit den Urgesteinen, mit Andy, mit Thierry.

Simi Will: Das heißt aber tatsächlich, bist du quasi,

Simi Will: sage ich jetzt mal, ein Kind des Undergrounds, also du hast dein Abi gemacht

Simi Will: und bist dann so frei, Schritt für Schritt in diese Richtung gelaufen.

Sascha Ley: Ja, schon. Ich meine jetzt Underground, also ich war jetzt nicht mit Bewegungen,

Sascha Ley: Underground-Bewegungen direkt verbunden.

Simi Will: Aber was ist denn das?

Sascha Ley: Das stimmt, ja, eigentlich so gesehen.

Simi Will: Quasi eine alternative Theaterszene in Esch und du bist da als 17,

Simi Will: 18 oder 18, 19, 20-Jährige und spielst mit Thierry von Werwecke in einem Heiner-Müller-Stück.

Sascha Ley: Ja, ja.

Simi Will: Das ist doch, weiß ich nicht.

Sascha Ley: Ja, stimmt. Ja, ich glaube,

Sascha Ley: es ist ganz lustig, weil manchmal denke ich auch, es sind mir ganz tolle,

Sascha Ley: verrückte Sachen im Leben geschehen, die ich dann immer als völlig normal betrachtet

Sascha Ley: habe. Aber es ist gar nicht als extraordinär.

Sascha Ley: Und stimmt, eigentlich hat mich das schon sehr gefüttert oder vielleicht bin

Sascha Ley: ich da schon bei Leuten gelandet,

Sascha Ley: Meine Interessen lagen ja da auch, also ich habe auch unwahrscheinlich viel

Sascha Ley: gelesen, sehr gerne als Kind schon und als Teenager und bis später.

Sascha Ley: Ich habe sehr, sehr viel Spaß und Freude an Sprache auch gehabt,

Sascha Ley: also auch Sprachen lernen oder sogar Dialekte.

Sascha Ley: Irgendwann dachte ich, das ist ja auch toll, das ist ja auch Musik.

Simi Will: Dialekte?

Sascha Ley: Ja, also Dialekte einfach, ich finde es was Spannendes, wo andere sagen,

Sascha Ley: oh, das ist aber hässlich. Und dann sage ich, nö, es ist halt ein Dialekt.

Simi Will: Was für Dialekte sprichst du?

Sascha Ley: Ach du, ich spreche selber jetzt nicht unbedingt Dialekte. Also zum Beispiel

Sascha Ley: Saarländisch konnte ich überhaupt nicht, das habe ich erst später wieder gelernt.

Simi Will: Aber sag mal was, ich liebe Saarländisch.

Sascha Ley: Auf Saarländisch, ich kann gar nicht so richtig schwätzen. Wenn ein richtiger

Sascha Ley: Saarländer mich jetzt hört, der sagt, das kann die nicht doch.

Simi Will: Das ist nicht richtig so, wie die schwätzt, gell?

Sascha Ley: Nee, das ist so, die probiert das halt so.

Sascha Ley: Aber meine Ohren sind immer aufgegangen, bei fremden Sprachen,

Sascha Ley: Dialekten, alles was so klingt und ich habe halt unheimlich gern gelesen, schon damals.

Sascha Ley: Und war interessiert an Kunst.

Sascha Ley: Also ich habe das alles schon gemocht, es war toll. Und ich war damit auch oft

Sascha Ley: relativ alleine, weißt.

Simi Will: In Luxemburg glaube ich das auch.

Sascha Ley: Nicht mal, weil es Luxemburg ist. Also ich hatte schon eine Freundin,

Sascha Ley: mit der ich das zum Beispiel ganz stark teilen konnte.

Sascha Ley: Aber weil viele in dem Alter auch, 15, 16, 17, ja, da wollen wir Party machen.

Sascha Ley: Das haben wir natürlich auch gemacht. Noch dazu.

Simi Will: Da hätte ich richtig, ja.

Sascha Ley: Ja, und dann bin ich nach Saarbrücken, habe dann auch mit Freude eigentlich

Sascha Ley: so angefangen, das zu studieren, fand ich schon interessant.

Simi Will: Weil dann ja auch einfach mal eine Entscheidung da ist.

Sascha Ley: Das war auch genau und dass du dich so situierst und dann auch schnell mit Freunden

Sascha Ley: und mit meiner Cousine eine WG gegründet.

Sascha Ley: Und mich ein bisschen gewundert, also mich auch schon ein bisschen gelangweilt,

Sascha Ley: muss ich sagen, im Studium.

Sascha Ley: Zum Beispiel Italianistik habe ich gemacht.

Simi Will: Italienisch.

Sascha Ley: Italienisch, also italienische Sprachwissenschaft und dann sollten wir natürlich

Sascha Ley: lesen und ich habe die Bücher auf Italienisch gelesen und meine Kommilitonen auf Deutsch.

Sascha Ley: Weißt du, es gab jetzt keinen Dialog oder so in der italienischen Sprache, was ich gewöhnt war.

Sascha Ley: Egal, es war halt so, ja, es fiel mir leicht und war halt sowas,

Sascha Ley: ja. Aber dann hat man ja auch...

Simi Will: Und das hast du auch zu Ende gebracht, das Studium?

Sascha Ley: Ja, ich habe dann am Ende des ersten Semesters, war ich eigentlich sehr gut

Sascha Ley: vorbereitet, um meine Scheine zu machen und da...

Sascha Ley: Bin ich angefahren worden. Was? Ja, da hatte ich einen bösen Unfall als Fußgängerin

Sascha Ley: und bin von einem Manta-Fahrer auch noch.

Simi Will: Das waren die 80er.

Sascha Ley: Richtig heftig, ja. Scheiße. Richtig heftig. Also das war ein ganz schlimmer Unfall.

Sascha Ley: Und wo ich nach ein paar Tagen dann mal zu mir kam und die Ärzte sagten,

Sascha Ley: ja, sie müssen jetzt zwei Monate liegen. Wir wissen nicht, ob sie noch jemals gehen können.

Sascha Ley: Und ich hatte...

Simi Will: In dem Alter.

Sascha Ley: Ja, mein Kurzzeitgedächtnis war völlig hinüber, also ich habe mich an fast nichts

Sascha Ley: erinnert und bin aber dann auch direkt aufgestanden,

Sascha Ley: als die mir das gesagt haben, das geht gar nicht und also wirklich hatte viele

Sascha Ley: Risse in den Wirbeln und was weiß ich,

Sascha Ley: Gehirnerschüttelung, also es war schon ziemlich schlimm und arg,

Sascha Ley: aber ich habe dann versucht,

Sascha Ley: also wirklich, ich war stur, Aber vielleicht auch, weil ich diese Gehirnerschütterung hatte.

Sascha Ley: Ich direkt aufstand, weil ich konnte ja gar nicht gerade gehen.

Sascha Ley: Das Gute war die schlechte Nachricht, dass ich in der sogenannten Sterbe- und

Sascha Ley: Unfallklinik hieß die damals, wo ich gelandet war. Ja, ja.

Sascha Ley: Das war halt die schlechte Nachricht dann. Das Gute war, es hat sich niemand

Sascha Ley: um mich gekümmert. Also konnte ich da...

Sascha Ley: Mich langsam wieder aufrappeln. Also ich habe wirklich wieder dann so quasi

Sascha Ley: aufrecht gehen gelernt und gedacht, so jetzt.

Simi Will: Wie lange warst du denn da in der Klinik?

Sascha Ley: Drei Wochen. Und dann habe ich mich selbst entlassen und habe mir in der Zeit,

Sascha Ley: soweit mir das möglich war, weiß ich, ich habe dann auch ganz viele Bücher gelesen,

Sascha Ley: ich erinnere mich an gar nichts mehr.

Sascha Ley: Ich weiß nur, welche das waren zum Teil, aber das blieb nichts hängen.

Sascha Ley: Aber ich weiß, ich mir sagte, ich hätte jetzt tot sein können.

Sascha Ley: Schade eigentlich da dachte ich, guck mal du wärst tot gewesen und hättest nicht

Sascha Ley: mal das richtig ausprobiert, was du eigentlich machen, wohin du gehen willst,

Sascha Ley: und ich sag so, jetzt geh ich da hin ich mein, ich hab hier und da Unterricht,

Sascha Ley: ich hab mir sehr vieles selbst beigebracht also ich bin eigentlich größtenteils,

Sascha Ley: Autodidakt würde ich mal sagen und dann halt auch Autodidakt.

Sascha Ley: Ich war immer auf vieles neugierig. Ich habe auch schon sehr früh angefangen

Sascha Ley: zu schreiben, weil ich dir sagte, ich habe ja auch so gerne gelesen und das

Sascha Ley: auch immer wieder aufgepickt.

Sascha Ley: Ich bin begeistert von Kunst, von Farben, all diesen Sachen und habe das dann

Sascha Ley: nach und nach immer wieder einfließen lassen in meiner Arbeit.

Sascha Ley: Und was mich besonders interessiert hat, das ist halt selbst überrascht zu werden

Sascha Ley: und daher halt auch zum Beispiel dann die Lust an experimentelleren Projekten oder Musik.

Sascha Ley: Also ich kam auch schon relativ früh in den Gesangsanfängen Berührung mit frei improvisierter Musik.

Simi Will: Schwierig.

Sascha Ley: Ja, aber es fand ich ganz spannend und durch einen Freund dann auch viele Interpreten entdeckt und gedacht,

Sascha Ley: bach, das ist ja irre, was Musik sein kann.

Sascha Ley: Also nicht nur das, was wir kennen, in harmonischen Strukturen,

Sascha Ley: rhythmischen Strukturen, sondern alles. Ich meine, das Kratzen meiner Hose.

Simi Will: Sound.

Sascha Ley: Du kannst mit allem, mit deinen Ringen, mit deinen Händen, du kannst mit allem

Sascha Ley: Sound, mit Geräuschen Musik herstellen.

Sascha Ley: Du kannst also wirklich diese Sinneserfahrung transzendieren,

Sascha Ley: wenn man das so sagen kann, und auf andere Ebenen setzen.

Sascha Ley: Und das finde ich so irrespannend. Also für mich ist so Wahrnehmen,

Sascha Ley: die Wahrnehmung, unsere Wahrnehmung ein ganz großes, wichtiges Thema.

Sascha Ley: Dialog und Wahrnehmung und das Kommunizieren, also auch ich meine natürlich,

Sascha Ley: wenn ich jetzt irgendein Stück oder auf die Bühne bringe oder Musik,

Sascha Ley: improvisierte Musik, da ist schon was dahinter, aber ich bin jetzt nicht die,

Sascha Ley: die sagt, hier ist meine Message,

Sascha Ley: sondern es ist eher hört mal, schaut mal, gefällt euch das, also eher so Fragen

Sascha Ley: eher herauslocken, die Leute eher zum Fragen bringen, dass sie sich selber fragen

Sascha Ley: oder dass sie selbst assoziieren können.

Sascha Ley: Und das finde ich spannend.

Simi Will: Das ist ja die Diskussion zum Beispiel.

Simi Will: Das ist ja immer so das Thema, was ist Kunst? Und

Simi Will: Für mich, ich habe nie Kunst studiert oder sonst irgendwas und ich zeichne heute

Simi Will: noch Kopfhüßler, weil ich nicht anderes kann, aber ich mag meine Kopfhüßler.

Simi Will: Und ich möchte auch gern irritiert werden.

Simi Will: Da muss ich ganz kurz mal sagen, daher mein Dazwischen und das scheint mir so

Simi Will: ein bisschen, du hast mir was mitgebracht.

Simi Will: Also es passt jetzt hier da kurz rein, weil wenn man sowas mit sowas gar nichts

Simi Will: zu tun haben möchte, kann man das ganz schnell abtun als, ja, was soll denn das sein?

Simi Will: Dinge, die komisch sind, im besten Sinne komisch, irritierend sind, anders sind.

Simi Will: Und du hast mir mitgebracht eine CD, ein antikes, eine Musik,

Simi Will: wie sagt man denn, Konserve aus der Vorzeit. Aber ich besitze noch einen CD-Player im Auto.

Sascha Ley: Wunderbar.

Simi Will: Und zwar, Moment, ich fasse es an. Und zwar ist es das Thema in between.

Simi Will: Und in between, also das dazwischen, ist ja auch mein Thema.

Simi Will: Und für mich ist dazwischen wichtig, weil ich möchte wach bleiben.

Simi Will: Ich möchte nicht permanent wissen, in jeder Lebenssituation, was ist hier los?

Simi Will: Und wenn ich mir die Frage stellen kann, in einer Lebenssituation,

Simi Will: das kann was ganz Banales sein, das ist überhaupt nicht gewohnt an was Wichtiges,

Simi Will: wo ich sage, das ist aber komisch, da weiß ich jetzt gar nicht,

Simi Will: was soll ich damit anfangen?

Simi Will: Da wird nämlich ein Fühlprozess in Gang gesetzt, wenn ich nicht weiß, was es soll.

Simi Will: Und dann ist auch immer eine eigene Ästhetik am Start. So ist meine Erfahrung.

Simi Will: Und dazu muss man nicht intellektuell sein und man muss auch nicht ein Einzelabitur

Simi Will: haben, liebe Hörerschaft.

Sascha Ley: Nee, gar nicht, gar nicht. Man muss nur in Berührung kommen damit.

Simi Will: So, und Dinge zulassen, die einen eben irritieren, weil das, was man nicht kennt.

Simi Will: Wir sind so verproduktisiert, nenne ich das immer, dass ich weiß,

Simi Will: das ist ein schönes Stück, das kann ich mir anhören, weil das hört sich so und so an.

Simi Will: Es gibt immer was, was wir daran schon kennen.

Simi Will: Und Sascha Lay hat mir mitgebracht eine CD, die heißt Inbetween.

Simi Will: Was war das, Inbetween? Oder was ist das?

Sascha Ley: Das Inbetween, also der Titel, der kam einmal,

Sascha Ley: weil die Musik, die ich mache,

Sascha Ley: das ist so zwischen Jazz und zeitgenössischer Musik und ganz freien Sachen,

Sascha Ley: aber auch ein bisschen klassisch.

Sascha Ley: Also es ist so eine große Mischung und lässt sich oft nicht kategorisieren.

Sascha Ley: Und dann dachte ich aber, das ist diese Ding und auch mit den Texten nicht hin

Sascha Ley: und wieder einfließen lasse.

Sascha Ley: Also ich singe auch ganz viel, ich benutze die Stimme auch oft wie ein Instrument.

Sascha Ley: Also dass das dann jetzt nicht Lieder im herkömmlichen Sinne sind mit gesungenen Worten und Refrains,

Sascha Ley: sondern mit Silben oder wie auch immer, also wirklich wie ein Instrument und das war mal ein,

Sascha Ley: eine Seite von dazwischen also ich bin eben zwischen diesen.

Sascha Ley: Verschiedenen Genres und manches sind vielleicht nicht mal Genres sondern es

Sascha Ley: ist einfach etwas, was man erfunden hat,

Sascha Ley: Und dann war für mich ganz ein großes Thema, 2018 sind sowohl mein Vater als

Sascha Ley: mein Stiefvater im gleichen Jahr gestorben.

Sascha Ley: Und ich habe auch beide begleitet und war also bei dem Prozess dabei,

Sascha Ley: als sie den letzten Atem ausgestoßen haben.

Sascha Ley: Und das hat mich sehr viel, wie soll ich sagen, seitdem habe ich mich sehr viel

Sascha Ley: mit dem Thema auseinandergesetzt.

Sascha Ley: Wie das eigentlich ist mit der, also umso mehr, ich meine, man weiß es schon,

Sascha Ley: aber wirklich ist zu sehen, die Endlichkeit des Lebens. Und wow,

Sascha Ley: wir sind da und wann weiß man oder wann genießt man es?

Sascha Ley: Wie kann man es wertschätzen da zu sein?

Sascha Ley: Wie kommen wir klar mit der Tatsache, dass wir nicht wissen,

Sascha Ley: wir wissen wann wir geboren wurden,

Sascha Ley: aber haben wir die Erinnerung, mancher erinnert sich ab dem Jahr,

Sascha Ley: ab zwei, drei, manche erst ab zehn Jahren.

Sascha Ley: Wir wissen, wann wir geboren wurden, feiern die Geburtstag. Aber wir werden

Sascha Ley: nicht wissen, wann wir den Planeten verlassen.

Sascha Ley: Und das fand ich ganz spannend. Und da habe ich auch gedacht,

Sascha Ley: es ist eigentlich ein immerwährendes Dazwischensein.

Sascha Ley: Zwischen der Geburt und dem Ende. Und dass es wirklich so ein Rundes ist.

Sascha Ley: Der Tod gehört dazu, der Tod gehört zum Leben.

Sascha Ley: Der ist die Konsequenz des Lebens. Ich fand das einfach ungeheuer spannend und

Sascha Ley: dann habe ich auch gedacht daran, dass...

Sascha Ley: Man ist so dazwischen, zwischen dem großen Universum und dem Boden,

Sascha Ley: auf dem wir stehen und so weiter.

Sascha Ley: Also es war, habe ich mir so ganz bildhaft gemacht und angefangen,

Sascha Ley: teilweise Texte zu schreiben, teilweise Musik zu komponieren und wollte aber

Sascha Ley: auch ganz viel freie Sachen im Studio aufnehmen.

Sascha Ley: Und dann wurde das diese Mischung und das ist eigentlich so ein typisches, wie soll ich sagen.

Simi Will: Ich lese hier gerade www.jazzhausmusik, also in Deutsch.

Sascha Ley: Georg Rubi kennst du vielleicht, Georg Rubi.

Simi Will: Brunnenhof, Jazz im Brunnenhof,

Sascha Ley: Ja. Er war aber nicht Jazz im Brunnenhof, sondern er hat im Café,

Sascha Ley: im Brunnenhof hat er ein paar Jahre lang die Rubis Jazz Zone hieß das, glaube ich.

Simi Will: Also so eine Veranstaltungsfreie.

Sascha Ley: Ja, das war dann einmal im Monat und es waren immer mal ein bis zwei Konzerte

Sascha Ley: und da war ich auch ein paar Mal aufgetreten im Brunnenhof.

Sascha Ley: War echt immer total nett. Im Brunnenhof? Also im Café, im Café,

Sascha Ley: ja. Und einmal im Festival, das ist aber schon lange her.

Simi Will: Aber jetzt nochmal zurück. Also Sascha Lay ist Schauspielerin,

Simi Will: Musikerin, Performancekünstlerin, kann man sagen.

Simi Will: So Autodidaktin größtenteils mit Konservatoires, Kursbelegungen zwischendrin.

Sascha Ley: Ja und mal Workshops, Masterclass. Und ich war auch ein Jahr in Amsterdam auf einer Jazzschule.

Simi Will: Ah ja, okay.

Sascha Ley: Ja, ein Jahr.

Simi Will: Ein Jahr auf einer Jazzschule in Amsterdam, okay. Ein Jahr in Amsterdam, wie schön.

Sascha Ley: Ja, war auch schön, ja.

Simi Will: Amsterdam ist für mich, also 80er Jahre Amsterdam.

Simi Will: Da erinnere ich mich erst da, hier mit, wie sagt man denn, Interrail-Urlaub mit Freundinnen.

Simi Will: Portugal, Rückweg Amsterdam, shoppen gehen, Sleep-In, Übernachtung.

Simi Will: Und im Sleep-In, weil wir so viele Klamotten auf dem Flohmarkt gekauft haben,

Simi Will: weil hier gab es ja Secondhand und sowas gab es damals gar nicht.

Simi Will: Und da musstest du, wenn du in London warst auf Klassenfahrt oder in Amsterdam

Simi Will: oder in Berlin Kaufhaus Kilo, da musstest du zuschlagen, weil coole Klamotten

Simi Will: war immer wichtig, bloß nicht die Sachen, die alle anhaben das ist ja immer noch

Simi Will: wichtig, immer noch genau und Amsterdam aber ein Jahr in Amsterdam gewohnt,

Simi Will: wie toll ja, das war schon, wann war das?

Sascha Ley: Das war, lass mich, ich glaube das war 93 2, 3, 94 da um die Ecke.

Sascha Ley: Ja, war ein spannendes Jahr.

Sascha Ley: Da habe ich auch schon natürlich was gelernt, was dazu gelernt.

Sascha Ley: Nur gleichzeitig kamen so immer mehr Angebote aus dem Theater.

Sascha Ley: Und dann habe ich so, ich war da schon drei, vierundzwanzig Jahre und habe gedacht, Mensch, jetzt...

Sascha Ley: Schon voll in die Arbeit gehen können und ich habe damals mit meiner damaligen

Sascha Ley: Gesangslehrerin der Schule darüber gesprochen, die kam ursprünglich auch aus dem Theater,

Sascha Ley: also aus dem Schauspiel, die Renanette von Seidfeld und sie meinte,

Sascha Ley: nee Sascha, mach das, mach das, geh und mach das Theater, das musst du jetzt machen.

Sascha Ley: Und weil ich auch schon so lange selbstständig war und unabhängig.

Sascha Ley: Und da war das schon irgendwie sehr eine große Versuchung, in den Beruf einsteigen zu können.

Simi Will: Ja, aber wie toll. Das ist ja nicht artfremd. Du bist ja nicht Kellnern gegangen,

Simi Will: sondern du wurdest gerufen.

Sascha Ley: Ja, eben. Und ich dachte, wow. Das ist auch wow.

Sascha Ley: Und dann habe ich ihr gesagt, ja, aber ich will doch Musik machen.

Sascha Ley: Und was ist mit dem Konservatorium? Und dann sagt sie, ich sehe dich eh nicht

Sascha Ley: auf dem Konservatorium.

Sascha Ley: Und ich sage, ja, wie, wie?

Sascha Ley: Ja, nee, du hast so dein eigenes Ding. Du hast so deinen eigenen Stil. Mach, mach, geh.

Sascha Ley: Und die Musik sagt sie, ja, dann gründe deine eigene Gruppe.

Sascha Ley: Guck, dass du eine Band auf die Beine stellst. Und spiel und spiel.

Sascha Ley: Und lerne zu wissen, was du tust.

Simi Will: Ja.

Sascha Ley: Und ich habe damals dann auch gedacht, aha, ja, mhm.

Sascha Ley: Lern zu wissen, was du tust, ja toll. Und dann habe ich aber auch irgendwann

Sascha Ley: verstanden, was sie sagt. Und ich liebe es heute noch.

Sascha Ley: Ich finde, das war einfach einer der besten Ratschläge.

Sascha Ley: Lern zu wissen, was du tust. Sowohl fürs Leben wie für die Kunst. Toll.

Simi Will: Das ist wirklich toll. Toll ist auch, so einen Satz habe ich auch.

Simi Will: Bekommen, in der Zeit, wo mir das alles noch nicht klar war.

Simi Will: Und zwar von meiner ersten Analyse, die ich gemacht habe.

Simi Will: Und die Frau Schäfer, weiß ich noch, war so eine ganz schöne, ganz strenge Frau.

Simi Will: Und die sagte zu mir, Frau Simon, da wollte ich eben eigentlich schon mal drauf

Simi Will: kommen, als du das mit dem Verabschieden deiner zwei Väter erzählt hast und

Simi Will: der Endlichkeit des Lebens.

Simi Will: Und die hat mir gesagt, Frau Simon, Wenn Sie mal begriffen haben,

Simi Will: dass das Leben endlich ist, dann sind Sie geheilt.

Simi Will: Und das habe ich nie vergessen. Und das ist für mich die wahrste Aussage ever.

Simi Will: Für so einen guten Satz mit auf den Weg. Aber das ist tatsächlich,

Simi Will: das habe ich nie vergessen.

Simi Will: Damals wusste ich auch nicht so genau. Ja, ja, wilde Worte.

Simi Will: Aber das habe ich nie vergessen. Und das ist für mich wie so ein Mantra.

Simi Will: In den Momenten, wo ich das Leben verliere oder wo ich nicht mehr da bin, wo ich sein will.

Simi Will: Oder wo ich mich selbst, wo ich keine Erdung habe.

Simi Will: Dann ist das wie so ein, ja, denk dran, du kannst morgen tot sein.

Simi Will: Dann bin ich nämlich nicht mehr streng zu mir.

Simi Will: Dann wird ein Schalter umgelegt. Dann kann ich freundlich aufs Leben blicken.

Simi Will: Dann bin ich weg von der Analyse, also vom Analytischen.

Simi Will: Und dann geht es ins Fühlen rein. So, musste ich jetzt nur sagen,

Simi Will: weil so weise Worte von guten Lehrenden.

Sascha Ley: Ja, ja.

Simi Will: Da ist was dran.

Sascha Ley: Weißt du, die dich dann begleiten und eigentlich auch immer ihren Wert behalten oder sogar.

Sascha Ley: Weißt du, ich finde das ja interessant, dass man dann hin und wieder...

Sascha Ley: Gewisse Gedankengänge erst viel später versteht.

Sascha Ley: Nicht mal anders, sondern begreift. Man hat es vielleicht vorher verstanden, aber dann zu begreifen.

Simi Will: Der Unterschied ist auch ein sehr schöner Unterschied zwischen begreifen und verstehen.

Sascha Ley: Ja, und dann auch eben zu wertschätzen. Und ich denke, es ist mir heute noch

Sascha Ley: ein Leitmotiv, zu wissen, lernen zu wissen oder wisse, was du tust.

Sascha Ley: Vieles habe ich schon gelernt, aber man lernt eh nie aus. Aber weißt du,

Sascha Ley: wo du dann auch nochmal so auf deine zwei Füße dich nicht mal fällst,

Sascha Ley: sondern spürst du, du dich erden kannst, indem du dich fragen kannst, kann ich das schon?

Sascha Ley: Das kann man immer lernen. Da muss man halt sich ein bisschen anstrengen,

Sascha Ley: Kopf oder Hände oder was auch immer.

Sascha Ley: Oder kann ich es schon? Dann verlass dich drauf. Nimm deine Hand,

Sascha Ley: klopf dir auf die Schultern.

Sascha Ley: Und mache und verteidige es.

Simi Will: Was machst du aktuell? Was kann ich mir da vorstellen?

Sascha Ley: Jetzt gerade im Moment probe ich das Weihnachtsmärchen für Luxemburg. Guck an.

Simi Will: An welchem Haus?

Sascha Ley: Am großen Theater in Luxemburg.

Simi Will: Am Grand Theater?

Sascha Ley: Ja, das bei der Roten Brücke. Da werden wir auf der Hinterbühne sein.

Sascha Ley: Und ich muss sagen, als Nicht-Spezialistin für Kindertheater finde ich es eine

Sascha Ley: großartige, lustige Erfahrung, also wir haben sehr, sehr viel Spaß Hänsel und Gretel in einer,

Sascha Ley: völlig modernen neu geschriebenen Version, diesmal auch ohne Mama,

Sascha Ley: also es gibt nur den Papa Hänsel, Gretel und die Hexe und Tänzer sieben oder acht Tänzer,

Sascha Ley: Aus dem zeitgenössischen Tanz, etwas Musik und ja,

Sascha Ley: ist schon so eine schrille Sache, ist sehr interessant, weil wir natürlich versuchen,

Sascha Ley: die Kinder zu beglücken ab sechs, aber auch die großen.

Simi Will: Die Erwachsenen mitkommen. Die großen ja mit.

Sascha Ley: Genau, und die muss man ja auch bei Stange halten.

Simi Will: Und wen spielst du da?

Sascha Ley: Die Hexe.

Simi Will: Oh, super geil. Die Hexe, wie geil ist das denn?

Sascha Ley: Ja, das macht auch sehr Spaß.

Simi Will: Aber hat die neue, die moderne Hexe eigentlich auch ein paar gute Sachen bestimmt, oder?

Sascha Ley: Also sagen wir so, ich habe sie jetzt mal so angelegt.

Simi Will: So, liebe Dazwischenhörer, das war Teil 1 mit der bezaubernden Sascha Lay aus dem Nachbarland.

Simi Will: In Teil 2 erfahrt ihr dann, wie es richtig zur Sache ging im Partybereich,

Simi Will: was die Filmszene Luxemburgs für spannende Geschichten bereithielt über all

Simi Will: die Jahre und warum die indischen Gurus so wichtig sind für viele Luxemburger Damen.

Simi Will: Es wird sehr witzig und es wird schräg versprochen.

Simi Will: Hört weiter Teil 2 mit der bezaubernden Sascha Lay.

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