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Dazwischen mit Erich François

Shownotes

Was passiert, wenn jemand nie stehen bleibt – nicht aus Unruhe, sondern aus Neugier? Erich François ist jemand, dem schnell langweilig wird, wenn nichts Neues passiert. Und genau daraus entsteht ein Gespräch über Lebenswege ohne Masterplan, über Arbeiten ohne Hire-and-Fire-Mentalität und über die Kunst, Menschen nicht auszutauschen, sondern mitzunehmen.

Von langen gemeinsamen Arbeitswegen, auf denen Kolleg:innen zu Freund:innen werden. Von Führung, die nicht laut sein muss. Von der Frage, warum Loyalität heute fast schon altmodisch wirkt – und warum sie trotzdem (oder gerade deshalb) so wertvoll ist.

Dazwischen: Trier. Eine Gegend, die wunderschön ist und oft unterschätzt wird. Ein Ort, den man erst richtig begreift, wenn man ihn verlässt – oder bewusst bleibt. Es geht um Lebensqualität, Perspektivwechsel und die leise Erkenntnis, dass nicht jeder nächste Schritt größer sein muss, um der richtige zu sein.

Ein Gespräch über Bewegung ohne Getriebensein. Über Entwicklung ohne Ellbogen. Und über das Vertrauen, dass gute Dinge Zeit brauchen.

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Erich Francois: Ich bin jemand, dem langweilig wird, wenn er lange Zeit nichts Neues macht.

Simi Will: ADHS?

Erich Francois: Nein! Siehst du doch, wie ruhig ich hier sitze?

Simi Will: Ja, das stimmt.

Erich Francois: Nein, das ist einfach, ich habe mein Leben lang immer wieder neue Sachen gemacht

Erich Francois: und mache das einfach sehr gerne.

Erich Francois: Ich gehöre zu denen, die das nicht studiert haben und noch nie gelernt haben

Erich Francois: und früher durften wir uns nicht mal Fotografen nennen, wir durften uns Fotodesigner nennen.

Erich Francois: Also diese Schranke, dass man sich Fotograf nennen durfte, ist dann irgendwann abgeschafft worden.

Erich Francois: Man musste also keinen Meisterbrief mehr haben, um sich Fotograf nennen zu dürfen.

Erich Francois: Was ich in dem Fall auch richtig finde, wo ich es blöd finde,

Erich Francois: wäre bei Klempnern, Elektriker

Erich Francois: Letztes Jahr an Pfingsten bin ich noch mal mit dem Mountainbike die Strecke

Erich Francois: Trier-Koblenz über den Moselsteig gefahren.

Erich Francois: Wahnsinn, wir wohnen hier in einer unglaublich schönen Gegend und wir wissen

Erich Francois: das oft viel zu wenig zu schätzen.

Simi Will: Immer und überall hörbar, dazwischen mit Simi Will.

Simi Will: Hallo zusammen da draußen an den Endgeräten. Willkommen zu einer frischen Ausgabe

Simi Will: des Dazwischen Podcast.

Simi Will: Mit mir, Semi Will und mit dem Erich.

Simi Will: Der Erich ist einer der wenigen immer noch gut aussehenden Männer,

Simi Will: die ich aus den 80er Jahren kenne.

Simi Will: Gebürtiger Bitburger, Starfotograf, Windmühlenbauer und ach egal,

Simi Will: es ist einfach Erich François.

Simi Will: Erich, ich grüße dich.

Erich Francois: Hallo Simi, dass Sie uns hier treffen, habe ich gerade eben schon gesagt.

Simi Will: Ja, verrückt. Erich und wir kennen uns aus den 80ern, Erich, ne?

Erich Francois: Da war ich schon nicht geboren.

Simi Will: Ja gut, klar. Gut, Erich, du siehst echt noch gut aus.

Simi Will: Ich habe eben gesagt, liebe Damen draußen an den Endgeräten,

Simi Will: ihr könnt euch Erich optisch so ein bisschen vorstellen, wie der,

Simi Will: wie heißt der Schriftsteller nochmal?

Erich Francois: Mit dem ich nicht in einem Atemzug genannt werde. Richtig. Schätzing.

Simi Will: Schätzing. Er sieht nicht aus wie Schätzing, er sieht viel besser aus als Schätzing.

Simi Will: Aber egal, Erich, was bist du für einer?

Erich Francois: Also ich bin jemand, dem langweilig wird, wenn er lange Zeit nichts Neues macht.

Erich Francois: ADHS. Nein.

Speaker2: Siehst du doch,

Erich Francois: Wie ruhig ich hier sitze.

Simi Will: Ja, das stimmt.

Erich Francois: Nein, das ist einfach, ich habe mein Leben lang immer wieder neue Sachen gemacht

Erich Francois: und mache das einfach sehr gerne.

Simi Will: Also das Letzte, was ich von dir weiß, also wir fangen einfach mal chronologisch an,

Simi Will: ist, ich hatte einen Kater in Berlin, den habe ich nachdem benannt,

Simi Will: weil jedes Jahr zu Weihnachten war ich in Trier und eine der Highlights an meinem

Simi Will: Weihnachtsbesuch war wohl was, Erich?

Erich Francois: Unsere Weihnachtsbaum-Einweihung.

Simi Will: Richtig, was ist das?

Erich Francois: Ja, das machen wir tatsächlich bei uns in der Meerestraße 15 seit bestimmt 30 Jahren.

Erich Francois: Das hat damit angefangen, dass ich früher mit einem Künstler und Kunstlehrer,

Erich Francois: mit dem Stefan Phillips, zusammengewohnt habe.

Erich Francois: Wir waren immer die dienstälteste WG in Trier.

Simi Will: Wieso dienstälteste WG?

Erich Francois: Die längste, die am längsten zusammenseiende WG in Trier.

Simi Will: Ach, die am längsten durchgehalten hat.

Erich Francois: Die am längsten durchgehalten, genau. Genau, genau. Und Stefan hatte,

Erich Francois: als wir zusammengezogen sind, kam er da an mit ein paar Paketen und sagte, Vorsicht, Vorsicht.

Erich Francois: Ich sagte, was ist, da sind Kugeln drin und dann reichte ihm ja noch ein anderes Paket.

Erich Francois: Ich meinte, was ist das? Er meinte, das sind meine weißen Handschuhe,

Erich Francois: damit ich die Kugeln aufhängen kann.

Erich Francois: Und so fing das an und Stefan hat halt über Jahre alte oder Jahrzehnte alte

Erich Francois: Weihnachtsbaumkugeln gesammelt.

Erich Francois: Und wir haben dann immer einen Weihnachtsbaum geschmückt, der so hoch ist wie

Erich Francois: unsere Wohnung, 3,40 Meter.

Erich Francois: Und da hängen im Schnitt immer über tausend Kugeln dran.

Erich Francois: Stefan ist zwar mittlerweile… Das sind tausend Kugeln? Ja, und Stefan ist mittlerweile

Erich Francois: verheiratet, lebt mit seinem Mann am Rhein.

Erich Francois: Und wir haben die Tradition Weihnachtsbaumeinweihung trotzdem fortgeführt,

Erich Francois: auch mit Stefan zusammen.

Erich Francois: Da kommt er immer runter mit seinem Mann und wir machen dann immer die große

Erich Francois: Weihnachtsbaumeinweihung, wo…

Erich Francois: immer über 100 Leute bei uns in der Wohnung sind.

Simi Will: Ja, und da war ich jetzt auch ein paar Mal. Und einmal vor vielen Jahren durfte

Simi Will: ich auch bei dir übernachten. Stell dir vor.

Simi Will: Ja, aber es ist leider nichts gelaufen. Warum, Erich?

Erich Francois: Ich kann es dir nicht erklären. Das hat wahrscheinlich irgendwie nicht sein

Erich Francois: sollen. Das ist ja auch gut so.

Simi Will: Ja, aber was ich dir nie vergessen habe, und da komme ich auch gleich zu dem

Simi Will: Kater, der deinen Namen nennt,

Simi Will: Die Katze, die deinen Namen trug. Ja, ist auch schon tot, der Kater. Erich.

Simi Will: Nochmal zurück zu dem Weihnachtsthema. Ich habe bei dir übernachtet,

Simi Will: hatte noch die Hoffnung, da geht was, wurde dann aber morgens wach und da hatte

Simi Will: ich ein kleines Schokolädchen auf dem Kopfkissen. So erinnere ich das.

Erich Francois: Das habe ich ja wahrscheinlich schon abends hingelegt und habe mich brav in mein Bett gelegt.

Simi Will: So wird es gewesen sein. Ja, andererseits musst du damals schon sapiosexuell

Simi Will: unterwegs gewesen sein, denn du hattest immer sehr kluge Freundinnen.

Erich Francois: Stimmt, ist zum heutigen Tag.

Simi Will: Ja, immer intellektuelle Ärztinnen, Medizinstudentinnen und wir hätten gut gepasst, Erich.

Simi Will: Ja, okay. Anyway, jedenfalls habe ich, als ich dann nach einem dieser Weihnachtsbesuche

Simi Will: zurück nach Berlin in meine damals noch kalte Wohnung, Ofenheizungswohnung zurückkam,

Simi Will: musste ich einen Kater retten und der trug dann 13 Jahre den Namen Erich nach dir.

Erich Francois: Finde ich Wahnsinn, oder? Das ist das, was in Berlin gab. Hätte ich das gewusst.

Simi Will: So, Erich, warum du hier bist. Du bist hier nicht nur, weil du immer noch Haare

Simi Will: hast und gut aussiehst, Sondern, weil du einfach total viel verrücktes Zeug machst.

Simi Will: Ich habe immer von meiner Schwester gehört, jetzt ist er sozusagen Standfotograf,

Simi Will: heißt es, bei den Hollywood-Leuten aus Luxemburg.

Simi Will: Dann warst du Windräder-Aufsteller.

Simi Will: Was stimmt denn jetzt davon? Was bist du? Erzähl doch einfach mal ein bisschen.

Erich Francois: Mache ich alles. Also ich habe schon sehr früh mit, was heißt sehr früh,

Erich Francois: da war ich 16 mit Fotografie angefangen.

Erich Francois: habe mich mit 19 als Fotograf selbstständig gemacht, hatte das Riesenglück,

Erich Francois: direkt von Anfang an einen großen Kunden zu haben.

Erich Francois: Das ist JTI, für die ich bis zum heutigen Tag fotografiere.

Simi Will: JTI, für alle Nicht-Trierer, ist hier ein ganz großer Tabakkonzern, ne? Ist das JTI?

Simi Will: Genau, genau. Ein sehr beliebter Arbeitgeber in der Region.

Erich Francois: Ja, und ein sehr treuer und sehr guter Arbeitgeber.

Erich Francois: Und für die ich wirklich jetzt seit 40 Jahren arbeite.

Erich Francois: Und hatte mich spezialisiert auf Industriefotografie zum Glück.

Erich Francois: Also es heißt große Maschinen, Ausleuchten, Hallen, also alles das,

Erich Francois: was du ausleuchten können musst.

Simi Will: Entschuldige Erich, hast du das studiert? Hast du Fotografie?

Erich Francois: Nein, ich gehöre zu denen, die das nicht studiert haben und auch nie gelernt haben.

Erich Francois: Und früher durften wir uns nicht mal Fotografen nennen, wir durften uns Fotodesignern nennen.

Erich Francois: Also diese Schranke, dass man sich Fotograf nennen durfte, ist dann irgendwann abgeschafft worden.

Erich Francois: Man musste also keinen Meisterbrief mehr haben, um sich Fotograf nennen zu dürfen.

Erich Francois: Was ich in dem Fall auch richtig finde, wo ich es blöd finde,

Erich Francois: wäre bei Klempnern, Elektrikan etc.

Simi Will: Bei Gas, was das scheiße, könnte es problematisch werden.

Erich Francois: Genau, da sind wir Gott sei Dank in Deutschland noch in einem ganz guten System.

Erich Francois: Bin Fotograf und habe dann auch beim Film gearbeitet.

Erich Francois: Viele Jahre habe ich Standfotografie gemacht bei großen amerikanischen Produktionen.

Simi Will: Ganz kurz.

Speaker2: Hast du da berühmte Menschen getroffen?

Simi Will: Das interessiert mich persönlich immer. Wen? Komm, Name-Dropping, bitte.

Erich Francois: Also einer meiner liebsten Schauspieler, mit dem ich sehr gerne zusammengearbeitet

Erich Francois: habe, war immer Mario Adolf.

Erich Francois: Plechtrommel, kennt man ja von der Plechtrommel wahrscheinlich.

Erich Francois: Oder man kennt den aus Ich scheiß dich zu mit meinem Jard. Das war auch Mario Adolf.

Simi Will: Ja, das war Stonk, nee.

Erich Francois: Nee, das ist

Erich Francois: München-Schickeria.

Simi Will: Mario Adolf, ist der nett?

Erich Francois: Der ist ein super lieber und super kluger Mensch und der ist einfach,

Erich Francois: es war immer anstrengend mit ihm, weil normalerweise hieß es immer nach dem

Erich Francois: vierten Take, also wenn die Szene viermal aufgenommen worden waren, hieß es immer, ist gut.

Erich Francois: Und Mario Adolf hatte immer, wenn wir acht oder neun Takes hatten,

Erich Francois: da waren wir schon gut, er wollte meistens noch mehr.

Erich Francois: Also er wollte immer mehr. Er ist ein absoluter Perfektionist.

Erich Francois: Es ist vielen auf den Wecker gegangen, weil die Arbeitstage waren lang.

Erich Francois: Aber er war einfach gut und er ist ein hervorragender Schauspieler.

Erich Francois: Und ich fand ihn immer einen sehr, sehr lieben Menschen.

Simi Will: Weißt du, dass Malu Dreyer den auch so schätzt? Echt? Malu und Klausi kennen den auch ein bisschen.

Erich Francois: Ich habe eine tolle Szene mit ihm gehabt. Da waren wir, man soll es nicht glauben,

Erich Francois: da haben wir gedreht in Wittlich im Knast.

Erich Francois: Und der Wittlischer Knast hat noch so, also der ist einfach von der Baulich,

Erich Francois: also wenn man nicht selber drin sein muss, sondern wenn man das nur besucht,

Erich Francois: ganz schön, der hatte so noch so was sehr altes Backsteinhaftes.

Erich Francois: Und wir haben da getreten an der Zelle und der Deal war wohl mit dem Gefängnis,

Erich Francois: dass er danach eine Lesung macht. Das hat er gemacht.

Simi Will: Also im Gefängnis vor den Gefangenen?

Erich Francois: Im Gefängnis vor den Häftlingen eine Lesung gemacht. Und als er fertig war,

Erich Francois: fragte er noch, möchte noch irgendjemand was. und da stand ein Häftling auf

Erich Francois: und sagt, machen Sie nochmal mit, ich scheiße dich zu mit meinem Jört.

Erich Francois: Und er machte original den ganzen Text von vorn bis hinten und das war,

Erich Francois: es gab Standing Ovations für ihn von den Häftlingen.

Erich Francois: Es war einfach eine tolle Situation.

Simi Will: Ach wie nice, aber das spricht so für ihn.

Erich Francois: Ja, ja. Eine andere, und das ist genau das Gegenteil, Julie Delphi,

Erich Francois: kennt man vielleicht aus. Die finde ich gruselig.

Simi Will: Mit Ethan Hawkey.

Erich Francois: Ja, und alle möglichen.

Simi Will: Paris-Filme.

Erich Francois: Ja, und sie macht ja selber Regie mittlerweile und die fand ich immer schwierig.

Erich Francois: Schwierig, zickig, fand ich die auch, aber gut. Vielleicht hatte ich sie bei

Erich Francois: den zwei Drehs, wo ich war, wo sie dabei war.

Erich Francois: Vielleicht habe ich sie auf dem falschen Fuß erwischt, aber wir sind nie richtig

Erich Francois: warm miteinander geworden.

Simi Will: Das deckt sich mit meinen Vorurteilen, da freue ich mich immer drüber.

Simi Will: Julie Delphi.

Simi Will: Und Luxemburger Film, machst du das immer noch? Nein.

Erich Francois: Gar nicht mehr? Standfotografie gehört eigentlich zu den Dingen,

Erich Francois: die mit der digitalen Fotografie nach und nach weggefallen sind. Also genauso...

Speaker2: Und Fotografie ist so ein Bereich,

Erich Francois: Der eigentlich sehr gut zeigt, was in den nächsten Jahren durch KI und alles

Erich Francois: mögliche auf uns zukommt.

Erich Francois: Also wir waren die ersten, die betroffen waren. Es gab diesen Wechsel zwischen

Erich Francois: analog und digital um Ende der 90er, Anfang der 2000er Jahre.

Erich Francois: Und dann dachte plötzlich jeder, er sei Fotograf.

Erich Francois: Früher, wenn wir Fotografen fotografiert haben, wussten ja nur wir,

Erich Francois: was auf dem Film war. Da hast du ja nichts gesehen. Wir wussten, wie es nachher wirkt.

Erich Francois: Mit der Digitalfotografie konntest du einfach hinten drauf gucken und dann hast

Erich Francois: du dir gedacht, ich habe jetzt ein tolles Bild gemacht.

Erich Francois: Und dann fing das an, dass irgendwann die Kameraassistenten,

Erich Francois: die sowieso auch neben der Kamera sitzen, so wie ich das auch gemacht habe,

Erich Francois: dass die den Job übernachten. Also beim Dreh hast

Simi Will: Du auch quasi die Bilder mit angeschaut.

Erich Francois: Genau, du bist also Standfotograf, ist derjenige, der die ganzen Fotos macht

Erich Francois: für Kinos, für die Plakate, für alles mögliche, also die Fotos, die im Kino haben.

Simi Will: Also auch die Szenen.

Erich Francois: Die Szenen an sich und dann hast du die meistens nochmal nachstellen lassen,

Erich Francois: hast die komprimiert, sodass das auf dem,

Erich Francois: also wenn wir zum Beispiel jetzt hier gefilmt würden, würde die Kamera einmal

Erich Francois: dicht drehen, dann würde dieser mich drehen, dann die Gesamtaufnahme und ein

Erich Francois: Standfotograf würde das zusammenfassen, da würde ich halt neben dir sitzen,

Erich Francois: wir würden direkt miteinander reden.

Erich Francois: Also dass diese Szene zusammengefasst ist, damit das einen Sinn ergibt,

Erich Francois: damit du die in einem Foto zeigen kannst.

Erich Francois: Und das macht mittlerweile größtenteils der Kameraassistent mit,

Erich Francois: der einfach neben dem Kameramann sitzt, so wie ich auch immer neben dem Kameramann

Erich Francois: gesessen habe, der macht das dann mit.

Erich Francois: Also es gibt noch wenige Filme, wo noch Standfotografen dabei sind,

Erich Francois: aber man muss auch sagen, man ist dann drei, vier Monate auf dem Dreh,

Erich Francois: wenn es große Produktionen sind und dann könnte ich nichts anderes mehr machen

Erich Francois: und das hat sich dann irgendwann mit meiner Lebenswirklichkeit nicht mehr gedeckt.

Simi Will: Und wie kam das mit denen, also meine Schwester, die ja immer mit dir in Kontakt

Simi Will: war und befreundet, du bist ja auch mit Papa öfter mal spazieren gegangen,

Simi Will: wo du wieder mein Herz zwischendrin erobert hattest in der Ferne, damals in Berlin.

Simi Will: aber irgendwann hat meine Schwester mir erzählt immer wenn wir an der Autobahn

Simi Will: an irgendeinem Windfeld vorbeigefahren sind in den späten 80ern es war frühe

Simi Will: 90er oder Mitte 90er muss das gewesen sein hat sie immer gesagt,

Simi Will: der Erich hat ja jetzt auch so ein Windrad ich.

Erich Francois: Hatte also ich gehört

Simi Will: Wann war das?

Erich Francois: Mitte 90er habe ich angefangen die ersten Anlagen gebaut 1998 und das war

Erich Francois: so, dass ich jahrelang immer gegen Atomkraft demonstrieren war,

Erich Francois: gegen Catenor, gegen alles das, weil es mir einfach, weil das einfach ein absoluter

Erich Francois: Irrweg ist und war, war und ist,

Erich Francois: muss man leider wieder dazu sagen und auch sein wird, weil jetzt einige Idioten

Erich Francois: denken, sie müssen wieder was dazu bauen.

Erich Francois: Und ein Freund von mir, Andreas, also mein jetziger Kompagnon Windkraft,

Erich Francois: der sagte damals, komm lass uns zusammen eine Anlage bauen. Und dann hatten wir einen Standort.

Simi Will: Also Anlage, was heißt eine Anlage?

Erich Francois: Eine Windkraft, ein Windrad.

Simi Will: Das ist eine Anlage, sagt man dazu.

Erich Francois: Ja, eine Windkraftanlage. Und dann haben wir uns den Standort angesehen,

Erich Francois: haben irgendwann gesagt, komm lass uns zwei bauen, du eine und ich ein Windrad und Geld einsammeln.

Erich Francois: Und je weiter sich das Projekt entwickelt hat, desto mehr Chancen haben wir

Erich Francois: an diesem Standort gesehen und es wurden letztendlich 18 Windkraftanlagen.

Erich Francois: Das war der erste Windpark.

Simi Will: Wo stehen die?

Erich Francois: In der Eifel, das ist so für die, die sich in der Eifel ein bisschen auskennen, Grenze zu Luxemburg.

Simi Will: Das Burg?

Erich Francois: Nee, nee, das ist so eher so körperlich Mettendorf-Nussbaum,

Erich Francois: der Windpark heißt Nussbaum, Nussbaum in der Eifel.

Erich Francois: Und wir haben das Ganze dann 2012 nochmal repowered, das heißt alte Anlagen

Erich Francois: weg oder 2010 angefangen, alte Anlagen weg und neue, größere,

Erich Francois: leistungsstärkere Anlagen hingebaut und die laufen bis heute und wir betreiben die noch. Okay.

Simi Will: Wo du sagtest, hier AKW, nee und so, da kann ich mich nämlich auch dran erinnern.

Simi Will: Du warst immer so ein bisschen hippiemäßig.

Simi Will: Also Ex-Haus und lange Haare, stimmt.

Erich Francois: Aber das ist einfach, und das ist etwas, wo ich denke, wo es heute leider oft dran mangelt.

Erich Francois: Es wird wahnsinnig viel gemeckert und keiner sagt, okay, was sind die Alternativen

Erich Francois: und ich kümmere mich drum.

Erich Francois: Und das würde ich mir wirklich wünschen, dass die Leute...

Erich Francois: auch was tun, anstatt immer nur zu meckern.

Simi Will: Das ist mein, ich nenne es immer diese Empörungswellen. Alle empören sich, alle meckern zuerst.

Simi Will: Und ich sage immer, hört auf zu meckern, macht doch mal selber.

Simi Will: Und auch Personenbashing geht für mich gar nicht.

Simi Will: Ich kann unseren Bundeskanzler nicht leiden. Ich würde ihn trotzdem nicht zur Schnecke machen.

Erich Francois: Ich auch nicht. Er macht seinen Job und er hat keinen Leichtjob. So ist es.

Erich Francois: Und ob du seine Partei wählst oder nicht, ich würde ihn auch nicht wählen.

Erich Francois: Aber er macht einen Job und wir sollten froh sein, dass es noch Leute gibt,

Erich Francois: die einen solchen verdammten Kackjob noch machen. Weil ich möchte den Job nicht machen, ganz ehrlich.

Simi Will: Nein, ich auch nicht. Und ich finde auch interessant zu sehen,

Simi Will: das Meckern über unsere letzte Regierung,

Simi Will: wo man jetzt sieht, weil alle auch keine Zeit mehr haben. Das ist auch immer so ein Ding.

Simi Will: Sobald irgendwas passiert, Bäm, Riesenempörung, heiße Luft und alle klotzen

Simi Will: Fernsehen und bewegen ihre Ärsche nicht. Ich sag's mal ganz knallhart.

Simi Will: Ja, ist jetzt leicht populistisch, aber ich find's auch, was Kulturlandschaft

Simi Will: angeht, was alles angeht.

Simi Will: Ich sag immer, meckern, ja gut. Dann stell dich.

Erich Francois: Selber hin und mach es selber. Punkt.

Simi Will: Dann mach es besser oder dann halte aus oder halt die Klappe.

Erich Francois: Genau und wenn ich als jemand, der Windkraft wirklich keinerlei Ahnung hatte

Erich Francois: und auch von Finanzierung keinerlei Ahnung hatte,

Erich Francois: wenn ich es schaffe, mir das beizubringen

Erich Francois: und zu machen und mit meinem Kompagnon das Ding groß zu ziehen,

Erich Francois: dann können das andere auch.

Erich Francois: Ganz einfach. Das kann man sich alles beibringen, gerade in der heutigen Zeit.

Simi Will: Und da sprichst du aber noch was an. Braucht man zu sowas denn Geld?

Simi Will: Bin ich mit Startkapital am Start oder wie kann man denn sowas,

Simi Will: wie kann man denn einen Windpark bauen?

Erich Francois: Also sowohl der Andreas als auch ich kommen wirklich aus der Eifel aus sehr...

Erich Francois: Armen Verhältnissen, muss ich sagen. Also bei uns war es so,

Erich Francois: wir waren früher im Dorf die Letzten, die einen Telefonanschluss hatten.

Erich Francois: Ich bin immer noch mit Groschen damals, also zehn Pfennigstücke in der Tasche,

Erich Francois: in die Telefonzelle gegangen, wenn ich mit 18 meiner Freundin anrufen musste

Erich Francois: oder wollte, weil wir kein Telefon hatten.

Erich Francois: Wenn irgendwas besprochen wurde, da ist ein Traktor aus dem Nachbardorf gekommen,

Erich Francois: hat gesagt, den hat das nur gesorgt.

Erich Francois: und dann so war die Informationskette nicht wie heute, wo man sich mehr WhatsApp

Erich Francois: schickt oder andere oder Signal, anstatt mit den Leuten richtig zu reden.

Erich Francois: Also wir waren, ich komme aus einer Armenfamilie und Was heißt arm?

Erich Francois: Wir waren reich an Glück, aber arm an Geld. Also wir hatten nicht viel Geld.

Simi Will: Was haben deine Eltern gemacht?

Erich Francois: Mein Vater war Straßenwärter, das heißt er hat bei der Straßenbauverwaltung gearbeitet.

Erich Francois: Da war einer von denen, die mit den orangefarbenen Autos rausfahren,

Erich Francois: wenn irgendwo ein Schild umgefallen ist oder eine Straße repariert werden muss oder sowas.

Erich Francois: Und der hatte Schreiner gelernt und hat dann nebenher immer noch ein bisschen

Erich Francois: als Schreiner gearbeitet. Meine Mutter war Hausfrau.

Simi Will: Wie viele Kinder?

Erich Francois: Wir waren also zwei Kinder, meine Schwester und ich. Meine Schwester ist älter, zwei Jahre älter.

Erich Francois: Und also aus diesen Verhältnissen kam ich und

Erich Francois: Ich bin deshalb bis zum heutigen Tag ein sehr sparsamer Mensch.

Erich Francois: Ich gebe nichts unnötig aus.

Simi Will: Aha, cool. Also Windräder, wie seid ihr da gestartet?

Erich Francois: Wir mussten ja erstmal die sämtlichen Pachtverträge mit den Grundstückseigentümern machen.

Erich Francois: Wir mussten mit den Ortsgemeinden die Verträge machen, die Zuwägungen regeln

Erich Francois: und so weiter. die Firmen beauftragen und natürlich das Geld eintreiben.

Erich Francois: Und wir haben am Anfang, haben wir das mit über Freunde und Bekannte gemacht,

Erich Francois: Geld einzusammeln und der letzte Windpark jetzt, den wir gebaut haben,

Erich Francois: ist halt ein bisschen größer.

Erich Francois: Das waren 49 Millionen, die wir investiert haben und das schaffst du halt nur

Erich Francois: noch über zum Teil professionelle Geld,

Erich Francois: Eintreiber, sage ich mal, aber auch, dass die Stadtwerke Trier,

Erich Francois: die sind mit einem großen Betrag, mit einem großen Anteil in den Windpark beteiligt.

Erich Francois: Das heißt, der Strom, der in Trier als grüner Strom verkauft wird,

Erich Francois: ist auch von uns. Ach, wie schön.

Simi Will: Geil.

Erich Francois: Ich sage immer, ich tanke mein Elektroauto mit Strom aus meinem Windpark.

Erich Francois: Also physisch sieht es natürlich ganz anders aus, weil der Strombenussbaum sagt

Erich Francois: ja jetzt nicht, ich muss nach Trier rollen, sondern du musst jetzt immer vorstellen

Erich Francois: wie einen großen See, in den viele Leute

Erich Francois: eimerweise Wasser reinkippen, andere holen mir einen Becher da wieder was raus.

Erich Francois: So muss man es ja im Prinzip vorstellen.

Simi Will: Ja geil, Respekt, Erich.

Erich Francois: Und so haben wir dann die Windparks gebaut und betreiben sie auch noch bis heute.

Simi Will: Also zwei Windparks?

Erich Francois: Der zweite, also das Repowern war ja alte Anlagen weg, die haben wir zum Teil

Erich Francois: nach Polen, nach Spanien, Italien verkauft und

Erich Francois: Und dann wieder neue Anlagen gebaut, größere Leistungsstärke.

Simi Will: Ah, okay.

Erich Francois: Am gleichen Standort. Also wir haben einen großen Standort.

Simi Will: Okay, also Windparks, das ist ein Standbein.

Erich Francois: Genau, Fotografie ist der andere.

Simi Will: Fotografie ist der andere. Wie viele Beine hast du denn noch?

Erich Francois: Dann mache ich noch, als das mit Fotografie, als man gemerkt hat,

Erich Francois: da kommt jetzt eine größere Pause, als plötzlich alle Werbeagenturen dachten,

Erich Francois: die Fotografen brauchen wir nicht mehr, da hatte ich einfach mal Zeit, darüber nachzudenken.

Erich Francois: wo ich noch mehr Kunden kriegen könnte. Und da ich ja schon in Luxemburg beim

Erich Francois: Film gearbeitet, habe ich gedacht, da will ich jetzt auch noch mehr Banken als

Erich Francois: Kunden, weil ich halt Industrie- und Werbefotograf bin.

Erich Francois: Aber wie kommst du da rein? Und Luxemburg ist halt sehr geschlossen.

Erich Francois: Also es ist nicht einfach, da reinzukommen. Ich dachte mir, na ja, vielleicht über Sport.

Erich Francois: Und ich saß mit einer Freundin von mir in Köln zusammen, abends in der Kneipe

Erich Francois: und sie sagte, ich muss jetzt aufhören zu trinken, ich muss morgen beim Marathon

Erich Francois: in Düsseldorf arbeiten.

Erich Francois: Da habe ich gesagt, Marathon, was ist denn Marathon?

Erich Francois: Und da sagte sie, ja, das ist so ein beklopptes 42 Kilometer Lauf.

Erich Francois: Und da habe ich gesagt, komisch, das gibt das gar nicht in Luxemburg.

Erich Francois: Und habe dann relativ schnell festgestellt,

Simi Will: Wann war das?

Erich Francois: Das war jetzt genau, also 2006 war der erste Marathon und das war so 2002.

Simi Will: Das ist 20 Jahre her, wow.

Erich Francois: Ja, ja, 2002, 2003, also dieser Wechsel Analogfotografie zu Digitalfotografie.

Erich Francois: Okay, ab da ging es los mit Marathon.

Erich Francois: Und saß ich eine Woche später im Zug nach Berlin und habe dann im Zug ein Konzept

Erich Francois: geschrieben für Luxemburg-Marathon.

Erich Francois: Hatte genau wie beim Windpark von Tutenblasen, keine Ahnung.

Erich Francois: Habe aber gesehen, dass die ING Titelsponsor vom New York-Marathon war.

Simi Will: ING ist eine Bank.

Erich Francois: ING ist eine Bank, in Deutschland bekannt als ING-DiBa, ansonsten ist es die ING.

Erich Francois: und dann habe ich gedacht, naja, wenn die Titelsponsor von New York sind,

Erich Francois: die könntest du ja mal anschreiben, weil die sind ja auch in Luxemburg und dann

Erich Francois: habe ich die angeschrieben und die

Erich Francois: melden sich direkt ein paar Tage später bei mir, es soll vorbeikommen und es

Erich Francois: war wirklich wie in einem Kinofilm, ich komme in diesen Raum rein,

Erich Francois: dieser Besprechungsraum

Erich Francois: also der war, ich weiß nicht 20, 30 Meter lang, genau so ein langer Tisch da

Erich Francois: drin mit unzähligen Stühlen dran und die saßen an einem Ende des Tisches,

Erich Francois: ich saß an einer anderen Ecke.

Erich Francois: Ich habe immer gedacht, ich muss ein Fernglas rausholen, weil die soll weg sitzen.

Erich Francois: Und die saßen da und meinten, ja, wir haben ihr Konzept da gelesen,

Erich Francois: das gefällt uns sehr gut, sind sie mit 200.000 Euro einverstanden. Wirklich erster Satz.

Erich Francois: Und ich dachte mir, okay, cool bleiben. Cool bleiben. Und dann habe ich gesagt,

Erich Francois: muss ich mir überlegen, ich melde mich bei Ihnen.

Erich Francois: Bin aufgestanden, bin rausgegangen. Kein Witz.

Erich Francois: Bin in den Liften, hab gedacht, nicht lachen, nicht lachen. Bin mit dem Lift

Erich Francois: runtergefahren, am Fortner vorbei, hab geküßt, gedacht, nicht lachen.

Erich Francois: Bin ins Auto um die Ecke und hab laut gelacht.

Simi Will: Geil.

Erich Francois: Und am anderen Tag hab ich sie angerufen und hab gemeint, wir können es gerne

Erich Francois: zusammen machen, aber die 200.000 Euro reichen nicht.

Erich Francois: Und seitdem, also seit 20 Jahren, ist die ING mein Titelsponsor.

Erich Francois: Also 2006 war der erste Marathon und wir haben dieses Jahr 20-Jähriges mit der ING zusammen.

Erich Francois: und es wird im Moment in Luxemburg viel über die ING gemeckert,

Erich Francois: aus anderem Grund, aber sie sind...

Erich Francois: Die sind sehr, sehr zuverlässige Partner.

Simi Will: Okay. Also gut, über Banken gibt es ja eine ganze Menge zu meckern.

Simi Will: Das ist nochmal ein anderes Thema.

Simi Will: Aber wie geil, Erich. Das heißt, du bist der Chef von dem Luxemburger Marathon.

Erich Francois: Genau. Ich habe mir dann Leute mit an Bord genommen, wie die Angie.

Erich Francois: Die war mit von Anfang an mit dabei.

Simi Will: Angie?

Erich Francois: Eine Mitarbeiterin und Kollegin. Angela Merkel? Nein, nein, nein.

Erich Francois: Aber sie ist halt mit von Anfang an dabei gewesen oder fast von Anfang an.

Erich Francois: Und auch das ist mir wichtig, dass die Leute, mit denen ich,

Erich Francois: ich mag halt gerne, wenn man was Mitarbeiter angeht und Freunde, dass es lang ist.

Erich Francois: Also nicht immer so in diesem High and Fire, wie unser lieber Freund in Amerika

Erich Francois: das immer so gerne sagt, so einer bin ich nicht.

Erich Francois: Ich mag gerne, wenn ich sehr, sehr lange mit Leuten zusammenarbeite.

Erich Francois: Ja, das war das dritte Standbein.

Simi Will: Ganz kurz nochmal zum Marathon. Ich habe gehört über eine Bekannte,

Simi Will: die organisiert immer mit, wenn es losgeht beim Marathon.

Simi Will: Weil du ja auch den Marathon nicht einfach nur eine Strecke klar machst,

Simi Will: wo rechts und links Fähnchen stehen, sondern dass es ein Riesenhappening ist, dass da Bands spielen.

Erich Francois: Also Luxemburg Marathon ist halt anders als andere Marathons.

Erich Francois: Als ich das damals initiiert habe,

Erich Francois: gab es in Europa schon über 300 Marathons und es war ganz klar,

Erich Francois: wenn man was Neues macht, auch in einer völlig unterschätzten Hauptstadt,

Erich Francois: sage ich mal, wie Luxemburg,

Erich Francois: da muss man schon was Besonderes machen und wir machen einen Nachtmarathon,

Erich Francois: also der startet nicht wie andere Marathons morgens um 9 Uhr oder 8 Uhr in aller Herrgotts früh,

Erich Francois: wo kein Mensch auf der Straße ist, sondern wir starten abends um 19 Uhr und

Erich Francois: es ist halt ein riesiges Volksfest.

Erich Francois: Also der Marathon in Luxemburg ist nach dem Nationalfeiertag oder zusammen mit

Erich Francois: dem Nationalfeiertag das größte Event in Luxemburg.

Simi Will: Nationalfeiertag ist 21. Juni.

Erich Francois: Oh, da fragst du mich, was ist im Juni? Ich weiß nie genau, was ist das?

Simi Will: Wo sie immer den Geburtstag vom Großherzog feiert.

Erich Francois: Genau, der da nie Geburtstag hat.

Simi Will: Genau, der hat im April Geburtstag, aber das ist so der Feiertag. Genau.

Simi Will: Und dann gibt es noch.

Erich Francois: Genau. Die Plus & Jazz Rally. Das ist nochmal was anderes.

Simi Will: Damit hast du nichts zu tun.

Erich Francois: Also diese Marathon. Marathon ist halt anders als andere.

Erich Francois: Es gibt mittlerweile vier Nachtmarathons auf der Welt.

Erich Francois: Also Bilbao, Las Vegas, Singapur. Wir sind so die großen Nachtmarathons.

Simi Will: Hör dir das nochmal an. Bilbao, Las Vegas, Singapur, Luxemburg.

Erich Francois: Genau, mit denen planen wir auch zur Zeit so eine Kooperation,

Erich Francois: dass wir also so eine Nachtmarathonserie machen.

Erich Francois: Und wir hatten damals, als wir angefangen haben,

Erich Francois: weiß ich noch genau, wir waren zu viert, also ich hatte drei Mitarbeiter noch

Erich Francois: eingestellt und wir haben Wetten abgeschlossen, wie viele Leute bei uns laufen

Erich Francois: würden und die höchste Schätzung war 2300.

Simi Will: Also man meldet sich dann an?

Erich Francois: Man meldet sich an, bezahlt dafür, darf seine 42 Kilometer laufen quer durch die Stadt.

Erich Francois: 2300 war die höchste Schätzung und wir hatten dann für uns Glück, für Mannheim Pech.

Erich Francois: Mannheim ist der Marathon eine Woche vor ausgefallen wegen Unwetter und wir

Erich Francois: hatten mit einem Schlag plötzlich 6000 Teilnehmer und damit hatten wir eine

Erich Francois: starke Duftnote auf der Marathon-Landkarte gesetzt.

Erich Francois: Mittlerweile, also dieses Jahr gehen wir auf 18.000, also wir sind dreimal so

Erich Francois: viel, wie wir angefangen haben, 18.000 und damit gehört das auch zu den großen

Erich Francois: Laufveranstaltungen in Europa mittlerweile.

Simi Will: Geil.

Erich Francois: Und ist halt mit 50 Sponsoren, mit allem, was dazugehört.

Simi Will: Wow, wie viele Leute arbeiten dann?

Erich Francois: Also am Tag selber arbeiten bei mir allein 1400 Freiwillige.

Erich Francois: Also ein kleines Dorf, sage ich immer.

Erich Francois: Von der Sanitäter sind es 120, 5 Notärzte.

Erich Francois: Von der Stadt nochmal 300 Mitarbeiter, von der Polizei 300 Mitarbeiter.

Erich Francois: Also es ist ein Riesending.

Erich Francois: Wir sind für einen Tag mit einer der größten Firmen in Luxemburg.

Erich Francois: Für einen Tag, immerhin.

Simi Will: Für einen Tag, ja. Immerhin. Aber die Firma gibt es das ganze Jahr über.

Erich Francois: Das ist immer witzig. Die Leute fragen immer, was macht ihr den Rest des Jahres?

Erich Francois: Also wenn ein Marathon war, spätestens dann fangen wir an. Also ich bin jetzt

Erich Francois: dran, den Marathon 2027 schon zu organisieren.

Erich Francois: Und der Tag nach dem Marathon, der geht es halt tatsächlich richtig los.

Erich Francois: was mit dem, also wir brauchen immer mindestens ein Jahr wieder für das neue Event.

Simi Will: Okay.

Simi Will: Und wenn du noch Bands brauchst, weil es spielen ja da immer Bands entlang der Strecke.

Erich Francois: Genau, das ist besonders, weil bei uns so viel Musik an der Strecke ist.

Erich Francois: Wir haben auf den 42 Kilometern über 50 Bands, Blasmusikkapellen,

Erich Francois: Samba-Trommler, Alleinunterhalter, DJs, alles mögliche.

Erich Francois: Also es ist wirklich alle paar Meter steht einer und macht Musik und das ist

Erich Francois: halt das, was es so zum großen Fest macht.

Simi Will: Ja, cool.

Simi Will: Gut, dann werde ich dieses Jahr auch mal hingehen.

Erich Francois: Ich war noch da. Da solltest du vielleicht mal mitlaufen.

Simi Will: Komm. Ja, ich.

Erich Francois: Du kannst ja auch eine kleine Strecke laufen. Fünf Kilometer haben wir ja auch.

Erich Francois: Die schaffe ich. Na siehst du.

Simi Will: Standbeine, deine Tausendung ist ja wie so eine Krake, Ehrich.

Simi Will: Standbeine. Was machst du noch?

Simi Will: Undenkbar, aber du machst, glaube ich, noch irgendwas.

Erich Francois: Ja, ich habe dann tatsächlich, weil es mir dann irgendwann wieder langweilig

Erich Francois: geworden ist, habe ich angefangen,

Erich Francois: eine Finca auf Mallorca zu renovieren und die, da mache ich mittlerweile Ferienvermietung.

Erich Francois: Also das ist auch so ein Projekt, wo sehr viel Herzblut reingeflossen ist und

Erich Francois: was mir sehr viel, ich komme auch jetzt gerade von da, muss ja da wieder was arbeiten und hatte

Erich Francois: da das große Glück auch ein Haus zu finden, was keiner haben wollte,

Erich Francois: weil keiner gesehen hat,

Erich Francois: wie schön das werden kann, wenn man es fertig hat.

Speaker2: Und da hatte ich einfach Glück,

Erich Francois: Dass ich Fotograf bin, mir halt Sachen gut vorstellen kann.

Simi Will: Okay, du bist eh so ein visueller Typ, ne? Du warst immer mit schönen Leuten,

Simi Will: alles immer schön, aber organisch irgendwie, sonst könnte ich dich nämlich gar

Simi Will: nicht leiden, bringe ich dich immer in Verbindung mit Schönheit.

Simi Will: Deswegen wollte ich auch, glaube ich, immer mit dir gehen, aber das weiß ich jetzt nicht mehr genau.

Simi Will: Ja, Standbein Mallorca, apropos Mallorca, in Mallorca oder auf Malle.

Simi Will: Halb Trier, also jeder dritte gefühlt Trierer hat eine Finca auf Malle. Kann es sein?

Erich Francois: Also es gibt einige Trierer da, aber es gibt auch den Hamburger Hügel.

Erich Francois: Es gibt bei mir in der Ecke sehr viele Kölner.

Erich Francois: Also man hat generell viele Deutsche dort, aber auch viele Engländer,

Erich Francois: Skandinavier, Amerikaner kommen jetzt immer mehr.

Erich Francois: Und das, was man da hört von wegen, die nehmen den Einheimischen die Wohnungen

Erich Francois: weg und so weiter, das ist nur bedingt richtig.

Erich Francois: Also wie mein Haus, das stand halt jahrelang halb leer, das wollte keiner haben.

Erich Francois: die Ausländer, die da was kaufen bauen oft etwas auf oder bauen kaputte Häuser

Erich Francois: nochmal auf und wenn es keine Wohnungen gibt für Einheimische,

Erich Francois: die auch da nicht an der Stelle nicht wohnen würden, weil es keinen Sinn macht

Erich Francois: das ist so wie Hunsrück, wo so viele Häuser leer stehen, jetzt würden plötzlich

Erich Francois: Leute von irgendwo aus Frankreich oder so kommen diese Häuser renovieren,

Erich Francois: man würde sagen, die nehmen den Einheimischen Ja,

Simi Will: Das haben wir ja in Rio, gibt es das ja, die gäbe Nummernschilder,

Simi Will: sind da nicht gern gesehen und ich weiß, also ich finde es natürlich toll,

Simi Will: weil mein Elternhaus dadurch mehr an Wert sich steigert und so,

Simi Will: aber das ist einfach normal.

Erich Francois: Ja, aber in Mallorca gibt es noch eine andere oder in Spanien generell gibt

Erich Francois: es eine Regelung, die ich persönlich absolut unklug finde, wenn jemand bei dir einbricht,

Erich Francois: Und nicht innerhalb von 48 Stunden rausgeworfen ist, dann kann der da wohnen bleiben.

Erich Francois: Völlig irrsinniges Gesetz, was nie abgeschafft worden ist.

Erich Francois: Du musst nur nachweisen, dass du da quasi deinen Wohnsitz hast und dann reicht

Erich Francois: es schon, wenn du zweimal Pizza dahin bestellt hast, dann kannst du da wohnen bleiben.

Erich Francois: Und das führt natürlich dazu, oder wenn du deine Miete nicht bezahlst,

Erich Francois: ist es extrem schwer, dich da rauszubringen.

Erich Francois: Und es gibt allein in Palma tausende Wohnungen, die nicht mehr vermietet werden,

Erich Francois: weil die Eigentümer einfach Angst haben, dass sie dann jemanden da haben,

Erich Francois: der seine Miete nicht bezahlt und sie bleiben auf dem Schaden sitzen.

Erich Francois: Und das ist ein Fehler im System.

Simi Will: Aber andererseits, naja, also ich komme ja jetzt nur aus Berlin.

Simi Will: Und ich muss sagen, ich kenne es halt genau andersrum, dass der Gesetzgeber

Simi Will: sich halt überhaupt nicht drum schert, dass die Leute aus ihren Wohnungen rausfliegen,

Simi Will: weil die einfach so teuer werden.

Erich Francois: Ja, aber es ist wie immer, man muss einen Mittelweg finden und da geht das Ruder

Erich Francois: in die falsche Richtung.

Erich Francois: Das andere, wie es in Berlin ist, ist genauso schlimm.

Erich Francois: Aber es ist aber falsch und das ist, wie es in Deutschland auch ist,

Erich Francois: man zeigt immer mit dem Finger auf die Ausländer.

Erich Francois: Man zeigt immer auf die Nicht-Einheimischen, die an allem schuld sind.

Erich Francois: Aber die Misere hat die Politik verursacht.

Erich Francois: Genauso ist es in Berlin, genauso ist es auf Mallorca und die Politik muss das ändern.

Erich Francois: Und man muss halt immer die goldene Mitte finden, das ist nicht einfach.

Simi Will: Man muss Regularien verändern und den Realitäten anpassen. Das ist ja immer das Problem.

Simi Will: Und weil auch nicht mehr so viele visionäre Leute rumlaufen,

Simi Will: die quasi die Verbindung haben zum einen Teil der Gesellschaft da oben und die

Simi Will: Verbindung zu dem da unten.

Simi Will: Und die Alltagsrealitäten beider. Ja.

Erich Francois: Und auf Mallorca, also jetzt reden wir über Mallorca, nicht über Trier,

Erich Francois: aber da ist auch der große Fehler gemacht worden, ist bei uns auch jahrelang

Erich Francois: in Deutschland so gewesen, dass viel zu wenig Sozialwohnungen gebaut sind, viel zu wenig.

Erich Francois: Und mein Vorschlag für Mallorca war immer, da macht es doch so,

Erich Francois: dass jeder Ausländer, der sich da oder jeder oder am besten auch vielleicht

Erich Francois: auch nur jeder Ausländer, dass

Erich Francois: man sagt, du bezahlst von deinem Kaufpreis 0,5 Prozent in einen Fonds,

Erich Francois: aus dem später Sozialwohnungen gebaut werden und du kriegst dann sogar noch

Erich Francois: eine kleine Rendite von ein oder zwei Prozent auf deine Einlage.

Erich Francois: Aber ich hätte das liebend gerne gemacht und ich hätte mich dann auch viel mehr

Erich Francois: als Teil dieser Gesellschaft gefühlt, von der ich ja Nutznießer bin.

Erich Francois: Ich bin ja Nutznießer von Mallorca, von dem Land, wo ich ja quasi als Ausländer hingekommen bin.

Erich Francois: Und ich hätte mich dann viel mehr zumindest über so einen kleinen Umweg integriert gefühlt.

Erich Francois: Aber das wäre eine kreative Vorgehensweise, aber oft ist Politik nicht kreativ.

Simi Will: Not leider.

Simi Will: Leider, leider, leider. So, jetzt haben wir wie viele Standbeine?

Erich Francois: Das war das Vierte.

Simi Will: Das Vierte. Gibt es noch was?

Erich Francois: Nein.

Simi Will: Er überlegt.

Erich Francois: Es wird aber langsam wieder Zeit, dass ich etwas Neues mache.

Simi Will: Es wird dir langsam wieder langweilig, Erich. Sehr schön.

Simi Will: Nach dieser Folge würde ich dich gerne noch mal zum Thema Sponsoring befragen,

Simi Will: wenn man keine großen Reichweiten hat, wie man am besten vorgeht.

Simi Will: Weil ich bin immer nie da, wo das Geld ist.

Simi Will: Ich meine, einerseits will ich das, weil dadurch bleibe ich frei.

Simi Will: Ich kann machen, was ich will. Soll mal einer kommen und das scheiße finden? Nicht mein Problem.

Simi Will: Andererseits verdiene ich zu wenig und kann mir das gar nicht leisten als Halbtags-Sozialtante.

Simi Will: Also ich kann mir einen Podcast nicht leisten, den selber zu basteln.

Erich Francois: Aber das große Problem, was viele machen, die Sponsoren suchen,

Erich Francois: ist, sie denken, was will ich vom Sponsor? Du musst immer andersrum denken,

Erich Francois: was will ein Sponsor von mir?

Simi Will: Ja, Reichweite. Und die habe ich nicht. Ich habe 3000 Follower oder so.

Simi Will: Ist es einfacher in Luxemburg Business zu machen? Haben die weniger Regularien?

Simi Will: Haben die weniger Bürokratie?

Erich Francois: Also ich würde sagen, es ist gleich. Also wir haben ja auch hier in Trier schon

Erich Francois: Sachen organisiert wie den Moonwalker, also unsere Wanderveranstaltung. Wir hatten ja

Speaker2: Hier, als das Brückenglück war,

Erich Francois: Das hatten wir

Simi Will: Zusammen mit der… Langsam, langsam, langsam. Brückenglück.

Simi Will: Es gibt in Trier, das ist die Römerbrücke, das ist die älteste Brücke Europas oder irgendwie so.

Simi Will: Also das ist wirklich eine römische Brücke und auf der Römerbrücke gibt es noch

Simi Will: nicht so lange, weil beim ersten Mal war ich schon hier.

Simi Will: Das muss irgendwie drei oder vier Jahre Marx, muss es das geben.

Simi Will: Und da sind alle hingegangen, außer ich, weil ich da noch depressiv war,

Simi Will: weil ich nicht hier sein wollte.

Simi Will: So, oder beziehungsweise anders ausgedrückt, noch unter Kulturschock stand nach 30 Jahren Berlin.

Simi Will: Und da gab es aber das und da haben alle so abgefeiert, dass es so geil war,

Simi Will: dass es wie eine Dazwischenveranstaltung für Trier ist.

Simi Will: Weil, was ich ja persönlich so wichtig finde, weil in Trier erwartet man,

Simi Will: jetzt muss man ein ganz kurzes, kleines bisschen Trier-Bashing machen,

Simi Will: aber nur ein kleines bisschen.

Simi Will: Und dass man in Trier oft, nicht immer, aber oft ein fertiges Produkt erwartet,

Simi Will: damit man, wenn ich zu einer Veranstaltung gehe,

Simi Will: egal welcher Couleur die jetzt sein mag, Lesung, was auch immer.

Simi Will: Party, da, da, da.

Simi Will: Dass man weiß, was da geboten ist. So kommt mir das immer vor.

Simi Will: Dabei ist für mich das Spannendste ja immer an Kulturthemen,

Simi Will: egal welches kulturelles, inhaltliches Thema das ist,

Simi Will: dass ich mal wohin gehe und nicht weiß, was mich erwartet oder nicht in Gänze.

Simi Will: Das heißt, ich muss mich auf das, was passiert, automatisch einstellen.

Simi Will: Das heißt, ich bin sofort bei mir, weil ich erstmal unsicher bin.

Speaker2: Und weil ich mir die Frage stelle,

Simi Will: Was ist hier los? Und durch diese basic, elementare Frage ist für mich die Kulturveranstaltung

Simi Will: sinnig und stimmig und gut.

Simi Will: Humanistisch sinnvoll. So, und jetzt nochmal zurück zu deiner Veranstaltung, dem Brückenglück.

Erich Francois: Ja, Brückenglück ist ja nicht meine Veranstaltung, sondern es war so, dass wir...

Simi Will: Also ganz kurz, Brückenglück heißt, dass auf dieser alten Römerbrücke...

Erich Francois: Genau, ein Fest stattfindet.

Simi Will: Ein Riesenfest stattfindet und alle überqueren diese Brücke und jeder kann da

Simi Will: Picknick machen und Musik machen.

Erich Francois: Fangen wir vielleicht mal von vorne an. Also warum ich nach Trier gekommen bin

Erich Francois: mit einer Veranstaltung war, dass während der Pandemie, wir mussten ja zwei

Erich Francois: Jahre lang Marathon aussetzen.

Erich Francois: Also wir konnten keinen Marathon veranstalten und ich hatte plötzlich viel Zeit

Erich Francois: und natürlich auch Existenz gesagt, wie geht es weiter.

Erich Francois: Und ich bin in der Zeit, unser Sohn geht sehr, sehr gerne wandern,

Erich Francois: ist jetzt gerade zwölf und der ist immer sehr gerne wandern gegangen.

Erich Francois: Wir haben die Zeit genutzt, in der Zeit oft wandern zu gehen.

Erich Francois: Jetzt bin ich ja mit einer Afrikanerin zusammen und Sarah sagt immer,

Erich Francois: als Gott die Welt geschaffen hat, hat er den Weißen die Uhr und den Afrikanern die Zeit geschenkt.

Simi Will: Moment, den Weißen die Uhr?

Erich Francois: Nur den Afrikanern die Zeit geschenkt. Nach dieser Maxime lebt sie auch und

Erich Francois: jetzt bin ich aus der Eifel und da sage ich halt, okay, ich habe eine Wanderroute

Erich Francois: rausgesucht, wir gehen um 11 Uhr los.

Erich Francois: So, wenn du aber mit einer Afrikanerin zusammen bist.

Erich Francois: Ist es nicht 11 Uhr und ist es auch nicht 12 Uhr und nicht 13 Uhr,

Erich Francois: sind wir dann irgendwann um 17 Uhr weggekommen.

Erich Francois: Das ist halt, wenn man die Zeit geschenkt kriegt.

Erich Francois: So, jetzt bin ich aber ein sturer Eifelaner und wenn ich eine Strecke rausgesucht

Erich Francois: habe, die fünf Stunden dauert, dann gehen wir auch fünf Stunden,

Erich Francois: wir kurzen nicht ab. Und das Ergebnis war immer, dass wir immer ins Dunkel kamen.

Erich Francois: Und David und ich waren immer total, unser Sohn, wir waren immer total fasziniert,

Erich Francois: wenn es dunkel wurde, dass plötzlich alles anders roch und man hörte plötzlich

Erich Francois: Dinge, die du vorher nicht gehört hast. Es war einfach die Sinne, sich ändern.

Erich Francois: Und dann habe ich gedacht, boah, daraus müsste man eigentlich ein Event machen,

Erich Francois: also eine Veranstaltung machen.

Erich Francois: Und dann haben wir während der Pandemie Moonwalker, dieses Event gegründet.

Erich Francois: Das ist also eine Nachtwanderveranstaltung, 10, 20 und 30 Kilometer,

Erich Francois: einmal im Jahr 50 Kilometer.

Erich Francois: Und ähnlich wie beim Marathon sind unterwegs Künstler, Musiker.

Erich Francois: Wir haben so beleuchtete Stelzenläufer gehabt.

Erich Francois: Als wir in Trier waren, spielte eine Violinistin im roten Kleid im Kreuzgang. Der war mit Kerzen aus.

Simi Will: Im Kreuzgang heißt es beim Dom.

Erich Francois: Im Kreuzgang beim Dom in der Liebfrauenkirche. Der war mit Kerzen so ausgeleuchtet.

Erich Francois: Du bist hier in Trier durch die Weinberge gegangen. Da stand da eine Winzerin,

Erich Francois: die Christiane Becker mit Wein und hat Verkostung gemacht.

Erich Francois: Wir sind hier durch den Weinkeller durchgewandert und alles Mögliche.

Erich Francois: Also das ist Moonwalker. Und das hatten wir mehrfach in Luxemburg gemacht mit

Erich Francois: der UBS als Titelsponsor der Schweizer Bank.

Erich Francois: Und dann wollten wir es in Trier machen, waren bei der Trier Tourismus und Marketing.

Erich Francois: Und haben denen davon erzählt und haben gemeint, ja, sollen wir da net was zusammen machen?

Erich Francois: Ich würde so gerne auf der Römerbrücke starten. Dann haben wir gemeint,

Erich Francois: ja, das ist super, da wollen wir auch so ein Event mal machen.

Erich Francois: Komm, lass uns das zusammen machen.

Erich Francois: So ist das erste Brückenglück mit denen zusammen entstanden,

Erich Francois: dass sie sich oft um die Musik auf der Brücke gekümmert hatten.

Erich Francois: Wir hatten den Start da, wir haben den Aufbau gemacht.

Erich Francois: Und so hatten wir dann den ersten Moonwalker in Trier.

Simi Will: Und den gibt es nach wie vor?

Erich Francois: Den gibt es nicht, weil die UBS in Luxemburg hat mit der Swiss fusioniert und

Erich Francois: sie mussten ihr ganzes Marketingkonzept ändern und sind aus diesem Prozess noch

Erich Francois: nicht raus. Das heißt, ich habe da im Moment keinen Titelsponsor.

Erich Francois: Und glaubst mir, Veranstaltungen kosten wahnsinnig viel Geld und auch eine Nachtwanderung

Erich Francois: kosten wahnsinnig viel Geld.

Simi Will: Das weiß ich schon bei kleinen Sachen.

Erich Francois: Genau und deshalb braucht man einfach starke Partner und den haben wir da im Moment nicht.

Erich Francois: Und das Brückenglück hat dann ohne uns stattgefunden, aber die TTM macht das

Erich Francois: nach wie vor sehr, sehr gut.

Erich Francois: Cooles Konzept, tolle Leute, die es da organisieren von der Stadt.

Erich Francois: Also man kann nicht immer nur Trier-Bashing machen, da sind auch Leute,

Erich Francois: die wirklich tolle Sachen machen.

Simi Will: Nein, das sage ich auch nicht. Aber ich finde ganz toll, wie das Theater sich

Simi Will: weiterentwickelt, trotz aller Diskussionen und so weiter. Das ist überhaupt keine Frage.

Simi Will: Da, wo ich Trier ein bisschen bäsche, geht es eigentlich nur um das Prinzip

Simi Will: Kleinstadt. Kleine Stadt.

Simi Will: Und da wünsche ich mir halt mehr dazwischen und ein bisschen mehr Mut,

Simi Will: weil wir brauchen Veränderung. Aber das hast du.

Erich Francois: Also wir waren bei dem Thema, ist es in Luxemburg einfacher etwas zu machen

Erich Francois: und da bist du aber auf dem gleichen Stand.

Erich Francois: Da kannst du, du hast da genauso viele gute Leute wie woanders auch und hast

Erich Francois: auch genauso viele dumme Leute wie überall auch. In meiner Meinung ist es ja so, dass...

Erich Francois: Überall auf der Welt, egal wo du bist, der Prozentsatz an Idioten ist überall gleich.

Erich Francois: Manchmal hast du Pech und alle Idioten sind gleichzeitig da, das gibt es auch.

Simi Will: Sind am gleichen Ort. Sind am gleichen Ort.

Erich Francois: Deshalb auch bei den Flüchtlingen, die Anzahl der Idioten ist überall gleich.

Erich Francois: Aber du musst auch immer die Guten sehen. Und der Anzahl der Idioten ist wirklich

Erich Francois: klein, aber manchmal hat man sie halt wirklich alle auf einen Schlag.

Erich Francois: Und in Luxemburg ist es genauso und es ist manchmal genauso schwierig Leuten

Erich Francois: da was zu erklären, wie das hier der Fall ist. Und auch da sind die Wege kürzer.

Erich Francois: Also wenn irgendwas nicht funktioniert und wenn ich die Faxen dick hat,

Erich Francois: dann ruft man halt einen Minister an. Das ist ja bei uns anders.

Erich Francois: Aber es ist im Prinzip das Gleiche.

Erich Francois: Überall hast du Leute sitzen, die bremsen. Das hast du in Luxemburg genauso gut wie hier.

Simi Will: Das muss man sich, glaube ich, immer wieder sagen, wenn man sowas macht,

Simi Will: weil, ja, ich glaube, bei Organisationen von Kulturveranstaltungen,

Simi Will: egal welcher Couleur oder welcher Größe,

Simi Will: glaube ich, ist es immer, also ich bin ganz oft schnell enttäuscht und meine

Simi Will: Frustrationstoleranz ist halt irgendwie...

Speaker2: Da bin ich verwöhnt.

Simi Will: Da bin ich wirklich verwöhnt aus Berlin, wo ich wirklich nur gedacht habe,

Simi Will: ach, ich mache mal eine Fernsehshow und schwupp hatte ich 20 Leute,

Simi Will: die mitgemacht haben, weil sie einfach dachten, coole Idee.

Erich Francois: Weil da der Prozentsatz, weil du eine größere Masse hast.

Simi Will: Und der Idioten-Prozentsatz verspielt sich mehr.

Erich Francois: Ja, der ist immer noch gleich, aber die Idioten, die sind bei den Parteitagen

Erich Francois: der AfD und die anderen sind dann plötzlich da und können dir...

Simi Will: Und die anderen sind alle in Neukölln in der Donaustraße, da wo unsere Kneipe war.

Erich Francois: Und weil auch der Prozentsatz an guten Leuten ist überall gleich.

Erich Francois: Und wenn du in der Regel, und wenn du 100.000 Leute hast und du hast nur 1%

Erich Francois: gute Leute, dann gehst du die halt suchen.

Erich Francois: Und das hast du halt überall. In Berlin ist einfach die Auswahlgröße.

Erich Francois: Das ist der einzige Unterschied.

Simi Will: Das stimmt. Das stimmt. Wobei aber, also ich habe während ich in Berlin war

Simi Will: immer nie drüber nachgedacht, was ich da hatte.

Simi Will: Und jetzt so retrospektiv denke ich immer so, das war ein Paradies,

Simi Will: weil wir systemisch gut aufgestellt waren immer und wir waren da am richtigen

Simi Will: Platz, wir hatten irgendwie immer Glück.

Erich Francois: Aber du hast auch hier Möglichkeiten, wenn du dir anguckst.

Erich Francois: Also ich bin ja, ich finde Luxemburg ist ein tolles Land, wirklich.

Erich Francois: Also was mir besonders viel Freude macht ist, wenn ich die Politik betrachte,

Erich Francois: dass eine Regierung abgelöst wird und dann kommt eine neue Partei.

Erich Francois: Und dann wird nicht alles, was die andere Partei an guten Sachen gemacht hat,

Erich Francois: einfach weggestrichen, sondern die guten Sachen übernehmen sie,

Erich Francois: überarbeiten sie vielleicht nochmal ein bisschen, aber sie behalten sie.

Erich Francois: nimm kostenloser ÖPNV das ist nicht von der neuen Regierung einfach weggewicht worden,

Erich Francois: man hat es behalten man hat es vielleicht noch verfeinert dreht an den Stellschrauben

Erich Francois: und so machen die das weil doch die Wege auch so kurz sind und du kannst dir nicht erlauben,

Erich Francois: dass du etwas was jemand wirklich hart aufgebaut hat einfach den Gulli runterkippst

Erich Francois: und in Deutschland ist es einfach,

Erich Francois: weil die Wege sind einfach groß und das ist halt das

Erich Francois: was in Luxemburg besser ist.

Simi Will: Und natürlich haben sie einfach, es ist ein reiches Land einfach.

Erich Francois: Aber Geld macht nicht Kultur und Geld macht auch nicht Geld.

Simi Will: Aber ein Stück weit schon, weil allein... Es nimmt Sorgen. Wie?

Erich Francois: Es nimmt Sorgen. Es nimmt ganz einfach...

Simi Will: Ja, es nimmt Sorgen.

Erich Francois: So kann man sagen. Das ist Pandemie, muss man ganz einfach sagen.

Erich Francois: Wenn ich sehe, wie Luxemburg einfach alle unterstützt hat, als die Pandemie kam.

Erich Francois: Auch uns, wo ich übrigens der Einzige war, der sich offiziell bedankt hat bei

Erich Francois: der Regierung, weil ich einmal gesagt habe, kann doch nicht sein,

Erich Francois: dass keiner denen mal Danke sagt.

Erich Francois: Und ich habe wirklich auf RTL öffentlich gesagt, ich muss jetzt mal ein großes

Erich Francois: Danke sagen an die Regierung, die das wirklich gut hingekriegt hat.

Erich Francois: Weil einfach auch Geld da war und weil die richtigen Leute da waren,

Erich Francois: zur richtigen Zeit in der Regierung.

Simi Will: Ja, das war bei uns nicht ganz so der Fall zu dem Zeitpunkt.

Simi Will: Aber die sind alle immer noch da. Ein Spahn, ein Jensi, Pensi oder die ganzen Loser.

Simi Will: Egal, führt zu weit vom Thema weg.

Simi Will: Was ich in Luxemburg ist immer mein Beispiel, wenn ich einem Berliner Menschen

Simi Will: erklären will, Was sind die Vorteile in Trier oder was ist kulturell hier toll?

Simi Will: Sage ich ganz schnell, bin ich ganz schnell immer bei die Nähe zu Luxemburg.

Simi Will: Weil logischerweise ist die Kultur

Simi Will: in Luxemburg natürlich auch deutlich unterstützt und subventioniert.

Simi Will: Und wenn ich einem Berliner erzähle, einer Berliner Freundin erzähle,

Simi Will: dass ich für 35 Euro Laurie Anderson in zweiter Reihe sitzend gesehen habe.

Erich Francois: Oder ein Niederlandes Danstheater im Theater.

Simi Will: Oder ein Elvis Costello für unter 50 Euro.

Simi Will: Und in Berlin in der Philharmonie bezahlst du das Dreifache und da gibt es nichts gesponsert.

Erich Francois: Guckt dir die Stadt Luxemburg an, 100.000 Einwohner, 8 Theater.

Erich Francois: Da ist alles erzählt. Und das ist halt etwas, was...

Simi Will: Aber umso erstaunlicher, weil Luxemburg, also ich sage immer,

Simi Will: ich bin vor 30 Jahren weggegangen.

Simi Will: Da gab es in Luxemburg drei schicke Restaurants und es gab so ein bisschen Aufbruchstimmung

Simi Will: und ich komme zurück und Luxemburg ist eine Weltstadt.

Erich Francois: Ja, und da siehst du, was du mit guter Politik erreichen kannst. Ganz einfach.

Simi Will: Lieber Jean, ich möchte mich ganz, ganz, ganz herzlich nochmal für deine Teilnahme

Simi Will: in meinem Dazwischen-Podcast bedanken.

Simi Will: Jean Asselborn, ich liebe ihn. Ich liebe ihn, wirklich.

Erich Francois: Ja, guter Mann.

Simi Will: Authentisch, glaubwürdig.

Erich Francois: Merda Lor, sage ich dann.

Simi Will: Merda Lor, steht auf meinem Sakko, habe ich heute gar nicht an. Ja,

Simi Will: also Trier hat aber nicht nur Luxemburg, da muss man auch ein bisschen vorsichtig

Simi Will: sein, weil Trier hat auch einiges anderes selber zu bieten.

Simi Will: Das will ich jetzt, jetzt hat zum Beispiel, Trier hat den dazwischen Podcast, Erich, oder?

Erich Francois: Trier hat aber, und da mache ich jetzt mal hier der Politik einen großen Vorwurf,

Erich Francois: Trier hat in den letzten zehn Jahren so abgebaut, dass ich Luxemburg, viele Luxemburger,

Erich Francois: oder eigentlich jeder sagt das mittlerweile in Luxemburg, ich fahre nicht mehr

Erich Francois: nach Trier, das ist mittlerweile so runtergekommen.

Simi Will: Die Innenstadt, ne?

Erich Francois: Und wenn ich mit dem Bürgermeister auf der Römerbrücke stehe und sage,

Erich Francois: schauen Sie mal, da wächst auf Ihrem Kulturdenkmal schon eine Birke,

Erich Francois: da sehen Sie, dass das Ding hier nochmal gepflegt werden muss und dass man auch

Erich Francois: Dinge pflegen können muss.

Erich Francois: Und er sagt, da ist keine Birke. Und dann sage ich, okay, dann sieht jemand das nicht.

Erich Francois: Vielleicht sehe ich mehr als andere Leute, aber ganz im Ernst,

Erich Francois: man muss die Dinge sehen.

Simi Will: Ich persönlich finde das so ultra wichtig, dass so eine Stadt wie Trier,

Simi Will: eine Innenstadt, eine lebendige Innenstadt hat. Wir können doch nicht nur die

Simi Will: römischen Münzen ausstellen.

Erich Francois: Wir müssen auch eine Zufahrt in die Stadt haben, die gut aussieht.

Erich Francois: Die realistisch ist. Und wir können nicht eine Zufahrt, die Bitburger runter

Erich Francois: machen, die aussieht, als würde hier keiner mehr leben.

Simi Will: Ja, so. Von wegen, diese Alländer kommen die Bitburger Straße runter und singen

Simi Will: New York, New York, wenn sie die Mariensolle sehen. Die Zeiten sind vorbei.

Simi Will: Die Trierer fahren nach Saarbrücken, wenn sie eine große Kunstausstellung sehen

Simi Will: wollen. Und ich verstehe auch nicht.

Erich Francois: Dass hier Geschäfte eine Anzeige kriegen, wenn ihre Außenwerbung zu groß ist.

Erich Francois: Und dann kommst du an die Kaiser-Wilhelm-Brücke, was ein Kulturdenkmal ist.

Erich Francois: Da sind zwei Meter mal einen Meter große DB-Schilder auf die Brücke montiert mittlerweile.

Erich Francois: Da denkst du dir, sag mal, wer hat denn hier keine Augen im Kopf?

Simi Will: Ja, wer entscheidet hier denn? Also das finde ich wirklich liebe, liebe Stadt Trier.

Simi Will: Kümmer dich mal um deine Innenstadt. Es darf auch nicht sein,

Simi Will: meiner Ansicht nach, wo wir gerade bei der kritischen Ecke sind,

Simi Will: es kann nicht sein, dass eine Studentenstadt leere Häuser in der Innenstadt stehen hat,

Simi Will: dass das Gesetz nicht langsam mal oder die Stadtväter und Mütter nicht mal auf

Simi Will: die Idee kommen, da jetzt auch mal an den Stellschrauben zu ziehen.

Simi Will: Was kann man da verändern? Ein bisschen was passiert, muss man auch sagen.

Simi Will: Aber auch erst seit ich da bin.

Simi Will: Nein, oder Tanja Kribel mit ihrem Salonabend. Wir machen uns alle auf die Beine.

Simi Will: Tanja hat damit angefangen. Hat gesagt, Simi, lass uns hier kreative Leute zusammenbringen.

Simi Will: Wir können nicht nur meckern. Wir müssen selber was auf die Beine stellen.

Simi Will: Und das tun wir jetzt auch. Und da gibt es viele Frauen, die was tun.

Simi Will: Unter anderem auch diese Leerstandgeschichten, was man in Berlin vor 30 Jahren

Simi Will: auch gemacht hat, dass man den Leerstand mit Kultur bespaßt.

Simi Will: Und das muss gar nicht viel kosten, ganz im Gegenteil. Das macht die Stadt Luxemburg auch.

Simi Will: Und dass Eigentümer von Häusern auch zumindest in die Pflicht genommen werden,

Simi Will: diese Häuser irgendwie belebbar zu machen, in welcher Form auch immer.

Simi Will: Und niedrigschwelliges Kulturangebot in den Räumen von Leerstand ist ja wohl

Simi Will: das Mindeste, was schnell und leicht umgesetzt werden kann. Genau.

Simi Will: Und wenn da mal eine Fußmatte auf der Straße liegt, muss man nicht gleich das

Simi Will: Ordnungsamt rufen. Kann ja wohl nicht wahr sein.

Simi Will: Belebte Innenstadt bedeutet auch, dass ich mein Stühlchen mal rausstelle und

Simi Will: dass man da ein Gespräch mit dem Nachbarn anfängt.

Simi Will: Oder dass die Leute, die da vorbeilaufen, ins Gespräch kommen miteinander.

Erich Francois: Genau, Sie können ja die Schilder abnotieren an der KC Wellenbrücken, sich da draufsetzen.

Simi Will: Zum Beispiel.

Speaker2: Ha, Erich, was habe ich hier noch?

Simi Will: Windrider, ING. Ich habe Bands für dich, habe ich mir noch aufgeschrieben, sage ich dir.

Simi Will: Es gibt tolle Bands. Kennst du Monoboson?

Simi Will: Nein.

Simi Will: Ganz toller Zweig von La Praspanda zum Beispiel.

Erich Francois: Ah, okay.

Simi Will: Oder Hajo Schumachas Sohn hat eine mega geile Brassband.

Erich Francois: Also Hajo Schumacher habe ich schon fotografiert, witzigerweise.

Simi Will: Hajo, hörst du das? Der Erich hat dich schon fotografiert. In welchem Zusammenhang?

Erich Francois: Als Läufer.

Simi Will: Achim Achilles. Stimmt.

Erich Francois: Hatte er ein T-Shirt an, wo Walker drauf waren, die Menschen mit den Stöcken durchgestrichen.

Simi Will: Weil er die immer verarscht hat. Leute, die mit diesen Gehstöcken,

Simi Will: wie heißt es, Walking gemacht haben. Schon lange her.

Simi Will: Bestimmt schon 25 Jahre her mit Hajo. Hajo hatte ich ja auch letztens hier.

Simi Will: Ah ja, hättest du was gesagt, gleichgekommen. Letztes Jahr. Ja,

Simi Will: ich hatte immer deine alte Telefonnummer, Erich. Das habe ich ja jetzt.

Simi Will: Du kriegst jetzt auch immer Bescheid, wenn was ist. Auf jeden Fall.

Simi Will: Du hast meine Schwester auch nach Luxemburg geholt. Und meine Schwester,

Simi Will: das war mein Glück, weil ich doch nie wollte, dass meine Schwester auch in Berlin ist.

Simi Will: Weil ich immer gedacht habe, dass die Stadt zu klein ist für uns beide.

Erich Francois: Genau, deine Schwester hat ja Modedesign studiert. Und wir haben sogar damals

Erich Francois: schon zusammengearbeitet, weil sie Kostüm für mich gemacht hat bei Fotos.

Erich Francois: und ich sage dir irgendwann, du solltest nach Luxemburg kommen,

Erich Francois: Filmproduktion, das ist genau deins.

Erich Francois: Und dann habe ich sie in die erste Produktion damals mit reingebracht und sie

Erich Francois: ist ja bis, sie arbeitet ja bis zum heutigen Tag sehr, sehr erfolgreich und

Erich Francois: sehr, sehr gut in Luxemburg.

Simi Will: Ja, das stimmt. Meine Schwester ist, Uli Simon, ist googlebar,

Simi Will: meine Schwester, auf jeden Fall.

Simi Will: Und die hat nämlich auch mit Julie Delpy gearbeitet, die hat mit Patrick Swayze gearbeitet.

Erich Francois: Sie hat viel mehr auf der Promi-Liste wie ich.

Simi Will: Auf jeden Fall noch mehr als ich. Deswegen muss ich ja auch immer versuchen,

Simi Will: Promis an Land zu ziehen, um mit meiner Schwester den Kampf auf Augenhöhe zu führen.

Simi Will: Ich bin froh mit meiner Schwester, das weißt du. Jetzt im Alter.

Simi Will: Erich, wie ist dein Verhältnis mit deiner Schwester?

Erich Francois: Sehr gut. Also wir sehen uns allerdings sehr, sehr selten, obwohl sie nicht weit von hier wohnt.

Erich Francois: Sie wohnt auch in der Eifel, also ist da nicht weggezogen. Aber wir haben ein sehr,

Speaker2: Sehr gutes Verhältnis.

Simi Will: Was macht die?

Erich Francois: Sie hat Grafik studiert und hat gearbeitet bei der Bitburger Brauerei.

Simi Will: Oh, wie sympathisch. Weißt du, dass die Bitburger Brauerei die Einzigen und

Simi Will: Ersten waren, die jemals, ohne was von mir sehen zu wollen, außer einem Link

Simi Will: zu meiner Homepage, Simi Will unterstützt haben.

Simi Will: So, ganz bezaubernd.

Simi Will: Ich habe gesagt, ich mache dann Werbung für sie, aber ich habe immer noch nicht so viel Publikum.

Simi Will: Ich sage immer nur bei jeder Gelegenheit,

Simi Will: dass die Bitburger das beste alkoholfreie Bier der Welt haben.

Simi Will: Das grüne, das herbe, mega. Da kannst du Flensburger in die Ecke stellen, wirklich.

Simi Will: Entschuldigung, Flensburger. Aber genau, jetzt wollte ich mal gucken, was ich hier noch...

Simi Will: Erich, was haben wir noch nicht... Ah, da, die K-Folge. Katzen, Kunst, Karriere, Kino.

Erich Francois: Ah, Kunst, ja, das ist noch was. Ich habe ja Kunstgeschichte.

Erich Francois: Eigentlich bin ich ja Kunsthistoriker. Das wäre kein Standbein.

Erich Francois: Ich habe nie ein Standbein draus gemacht.

Simi Will: Du bist eine Krake, Erich.

Erich Francois: Genau, aber ich habe nie was aus meinem Studium gemacht.

Simi Will: Du hast das zu Ende studiert?

Erich Francois: Ich habe es zu Ende studiert. Ich habe tatsächlich mal gestern Kunstgeschichte

Erich Francois: und das Einzige, wo es mir wirklich mal geholfen hat, war, als ich mich bei

Erich Francois: einer amerikanischen Filmproduktion beworben habe.

Erich Francois: Ich musste tatsächlich da eine Bewerbung abgeben, was ich bis dahin nie gemacht hatte.

Erich Francois: Und da stand auch drin, dass ich Kunstgeschichte studiert habe.

Erich Francois: Und dann war witzigerweise der Produzent auch Kunsthistoriker.

Erich Francois: Und dann hatte ich den Job.

Simi Will: Okay, das war aber ein Film in Luxemburg.

Erich Francois: Das war ein Film in Luxemburg und in Paris, ja. Und das wurde zum Teil in Paris gedreht.

Simi Will: Was war das?

Erich Francois: American Werewolf.

Simi Will: Werewolf in Paris. Da hat meine Schwester auch Kostüme gemacht.

Simi Will: Julie Delpy, Besetzung.

Erich Francois: War auch da dabei, genau.

Simi Will: Und wer war da noch?

Erich Francois: Die anderen. Da war jetzt keiner mehr, dem man auch noch kennt. Ich glaube, diesen

Simi Will: Schauspieler kannte ich mal.

Simi Will: Da war doch die Innenstadt von Luxemburg, kann man so schnell auf Paris basteln.

Erich Francois: Genau, ja.

Simi Will: Das hat irgendwie meine Schwester erzählt. Dann irgendwelche Verfolgungsjagden

Simi Will: oder sonst was in der Innenstadt von Luxemburg ist dann wie,

Simi Will: also schnell mal Paris. Finde ich auch geil.

Simi Will: Ach ja, Kunstgeschichtler. Bist du im Besitz von echter Kunst?

Erich Francois: Ja, von Trierer Künstlern.

Speaker2: Bodo Korsig zum Beispiel.

Simi Will: Von dem besitze ich noch nichts.

Erich Francois: Und ich versuche immer, also nicht nur Trierer Künstler, sondern auch von anderen

Erich Francois: bekannten Fotografen was zu ersteigern, so weit, dass meine Mittel zulassen.

Simi Will: Okay. Ich habe ja auch eine Kunstsammlung aus den Annalen der Kreuzberger Szene.

Simi Will: Aber anteilig ist davon inzwischen was, also gibt es da Sachen,

Simi Will: die was wert geworden sind. Nicht, weil die alle verstorben sind,

Simi Will: sondern weil da so tolle Leute wie Wolfgang Müller drunter sind zum Beispiel.

Simi Will: Wolfgang Müller, tödliche Doris, warst du ja.

Simi Will: Und ist einer meiner wichtigsten Künstler.

Speaker2: Genau.

Simi Will: Ja, Erich, wovon träumst du noch? Was ist das, worauf du sagst,

Simi Will: das habe ich noch nicht, das will ich noch?

Simi Will: Gibt es da was Konkretes? Ne, das gibt es jeden Tag.

Erich Francois: Ich versuche immer das, worauf ich Lust habe, auch umzusetzen.

Erich Francois: Also wenn es Dinge gibt, die ich machen will.

Erich Francois: Und deshalb sage ich ja, ich überlege jetzt gerade wieder, was ich Neues anfangen

Erich Francois: kann. Und da wird mir bestimmt irgendwas einfallen.

Simi Will: Mach doch ein alternatives großes Theater auf. Ich würde dann die Bar machen.

Erich Francois: Nein, aber das wird sich zeigen.

Simi Will: Aber denk mich ruhig mal mit. Ein paar Sachen kann ich.

Simi Will: Ich kann immer gut so mit Menschen und so. Habe ich nämlich studiert.

Simi Will: Was liebst du, Andrea? Was ist das Schöne hier? Was ist das Besondere hier?

Erich Francois: Also ich sage mir, wir leben in einer Stadt, in der andere Leute Urlaub machen.

Erich Francois: Und es ist, Trier ist eigentlich von der Substanzen, vom Ort ein wundervoller Ort.

Erich Francois: Wenn du überlegst, dass allein drei große Fernwanderwege hier starten oder landen

Erich Francois: oder dran vorbeigehen, da ist das schon allerhand.

Erich Francois: Ich bin jetzt letztes Jahr an Pfingsten nochmal mit dem Mountainbike die Strecke

Erich Francois: Trier-Koblenz über den Moselsteig gefahren.

Erich Francois: Wahnsinn, wir wohnen hier in einer unglaublich schönen Gegend und wir wissen

Erich Francois: das oft viel zu wenig zu schätzen.

Simi Will: Ich weiß unsere Landschaft zu schätzen, als ich das erste Mal im Berner Land

Simi Will: war, wo die Männer mehrstimmig gesungen haben, nachdem sie das Fleisch vom Grill geholt haben.

Simi Will: Und ich so Pippi im Auge hatte und am anderen Tag sind wir auf die Regi gewandert.

Simi Will: Und da ist mir aufgefallen, dass die Leute ihre Landschaft, in der sie leben, total abfeiern.

Simi Will: Und guck mal, ist das nicht schön? Und guck mal, das kannst du bei uns auch.

Simi Will: Und ich dachte damals in der Schweiz, in der Nähe zwischen Luzern und Dings,

Simi Will: dass die Leute ihre Landschaft, in der sie wohnen, viel bewusster wahrnehmen.

Simi Will: Weil ich, oder es lag daran, dass ich einfach jünger war.

Simi Will: Weil wenn man jung ist, glaube ich, achtet man nicht so auf die Landschaft,

Simi Will: sondern will nur feiern. Vielleicht ist es das einfach gewesen.

Simi Will: Aber da ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass wir ja hier wirklich da leben,

Simi Will: wo andere auch Urlaub machen. Das ist wahr.

Simi Will: Genau.

Simi Will: Ehe. Warum Ehe, Erich?

Erich Francois: Ich habe nie geheiratet.

Simi Will: Ach, du bist gar nicht geheiratet? Nein. Du lebst in wilder Ehe.

Simi Will: Ja, das tue ich tatsächlich. Okay, das wusste ich nicht.

Speaker2: Und fühle mich wohl dabei.

Simi Will: Okay. Okay, also wir googeln wilde Ehe und Sapios-Sexualität. für das nächste Mal.

Simi Will: Was liest du, wenn du Zeit zum Lesen hast, Erich?

Erich Francois: Wir haben gerade eben über den Schwarm gesprochen, über den Schätzing.

Erich Francois: Das habe ich tatsächlich gelesen, aber schon einige Jahre her.

Erich Francois: Im Moment bin ich tatsächlich weniger lesend als viel mehr hören.

Erich Francois: Ich bin ein absoluter Podcast-Hörer und Podcasts haben tatsächlich das,

Erich Francois: was ich früher mit Büchern gemacht habe, haben das übernommen.

Erich Francois: Also ich gehe auch abends mit dem Podcast, lege ich mich hin und höre mir abends

Erich Francois: nochmal eine halbe Stunde an und höre im Moment alles, was es gibt über KI,

Erich Francois: weil ich einfach glaube, dass es das ist, was in den nächsten zwei Jahren uns

Erich Francois: um die Ohren fliegt und gleichzeitig viel weiterbringen wird.

Erich Francois: Und jeder, der sich momentan nicht mit KI beschäftigt, da wird so schnell abgehängt,

Erich Francois: glaube ich, so schnell kann man gar nicht gucken.

Simi Will: Die Gefahr, die ich sehe, ist, also ich weiß es von mir selber und von vielen,

Simi Will: wenn du im Gespräch bist, mit Nachrichten und so weiter, wie gehe ich damit um?

Simi Will: Dann sage ich im Moment zum Beispiel, ja, ich gucke mir das gar nicht mehr an.

Simi Will: Ich gehöre wirklich zu diesen Stino-Menschen.

Simi Will: Genau das ist das Problem, dass man eben sagt, ich halte es nicht mehr aus.

Simi Will: Diese Doofheit von Trump, des Dings, von Bums und so weiter.

Simi Will: Es ist wichtiger denn je, Nachrichten so zu konsumieren. Genauso wie das Thema KI.

Simi Will: Ich verstehe sehr wenig davon, aber ich behandle, ich bin ja viel in den sozialen

Simi Will: Sachen unterwegs und liebe das auch, weil ich mich da immer selber posten kann und so weiter.

Simi Will: Und ich finde auch wichtig, ein bisschen das KI-Thema so zu verfolgen,

Simi Will: um zu verstehen, wo das dazwischen ist.

Erich Francois: Also muss ich direkt sagen, stopp, investiere die Zeit, die du in Social Media

Erich Francois: verschleuderst und investiere sie da rein, dass du dich über KI informierst.

Erich Francois: Ich finde, ich persönlich finde, Social Media sind ein reiner Zeitfresser. Ja gut, das stimmt.

Simi Will: Aber wenn ich meinen Podcast, dann muss ich Social Media machen. Und wenn ich sehe...

Erich Francois: Dann ist es Werbung, aber es geht nicht darum, Social Media zu konsumieren.

Simi Will: Ja, das stimmt.

Erich Francois: Wenn die Leute mittlerweile keine Zeit mehr haben, dich mit dir abends zu treffen,

Erich Francois: um zu trinken, und du fragst dich, okay, wie viel Zeit hast du heute in Instagram

Erich Francois: oder sonst wo verbracht?

Erich Francois: Und die sagen zwei Stunden, dann sagst du, du hast nicht mal eine halbe Stunde

Erich Francois: Zeit für ein Bier mit mir, dann würde ich sagen, auf Wiedersehen.

Erich Francois: Und das passiert immer öfter. Also nutzt die Zeit, schmeißt Social Media weg,

Erich Francois: weil da ist so viel Unsinn unterwegs.

Erich Francois: Es entspricht nicht zu 99 Prozent dieses Quatsch.

Erich Francois: Und seht euch, hört euch gute Podcasts an über KI, informiert euch über KI, arbeitet damit selber.

Simi Will: Hast du ein Beispiel?

Erich Francois: Podcast? Ja. Also KI ist beispielsweise der KI-Podcast, ein sehr guter.

Erich Francois: Dann KI-Update, heiße KI-Update.

Erich Francois: Dann KI-Taggen-Schmetterlinge hier von Sascha Lobo.

Simi Will: Okay, Sascha Lobo lese ich immer seine Bücher. Also Sascha Lobo mag ich auch.

Erich Francois: Das ist ein sehr guter. Und dann KI-Verstehen, das ist der vierte.

Erich Francois: Das sind eigentlich vier sehr, sehr gute Podcasts, die man teilweise wöchentlich,

Erich Francois: heiße Update, kommt alle drei Tage.

Erich Francois: Und ich falle immer aus allen Socken, wenn ich sehe, was sich innerhalb von

Erich Francois: drei Tagen getan hat. und dann weiß man, was sich innerhalb von zwei Jahren tun wird.

Simi Will: KI, Erich, danke für deine Tipps. Dann komme ich jetzt zu meiner kleinen Leseecke.

Simi Will: Ich lese aktuell mit wachsender Begeisterung wieder mal einen Harald Wälzer.

Simi Will: Obwohl ich lange mit Harald Wälzer nichts mehr zu tun haben wollte,

Simi Will: weil ich fand, Futur 2 und so, der wiederholt sich, hat nichts Neues.

Simi Will: Dann hatte er aber einen Infarkt und hat nochmal ganz neu und langsam weitergemacht.

Simi Will: Und das, was da jetzt kommt, gefällt mir sehr gut.

Simi Will: Der Titel ist überarbeitungswürdig, wie ich finde, aber das Haus der Gefühle.

Simi Will: Sehr schönes Buch, lesenswert, vor allen Dingen deswegen, weil man kann,

Simi Will: wie du sagst, lesen ist was anderes als konsumieren und wegwischen,

Simi Will: aber man kann es kapitelweise lesen. Das finde ich auch immer ganz geil.

Simi Will: Ich empfehle wie immer Latein für Angeber, weil da kann man einfach immer mit beeindrucken.

Simi Will: Und ich empfehle, es war noch was, ah ja Mensch, Wolfgang Müller,

Simi Will: Wolfgang Müller aus Liebe zur Kunst.

Simi Will: Schöne Essays, die Spaß machen und schlau sind.

Simi Will: So, liebe Dazwischenhörer, ich sehe, Erich guckt denkend, überlegend an die Styropor-Decke.

Simi Will: Erich, was kommt denn noch von dir jetzt?

Erich Francois: Was kommt noch von mir?

Simi Will: Ja.

Erich Francois: Ich würde sagen, auf Wiederhören.

Simi Will: Hast du kein Thema mehr, was du noch unbedingt ansprechen willst?

Simi Will: Nein. Haben wir alle deine Standbeine benannt?

Erich Francois: Glaube ich schon.

Simi Will: Was ist das nächste Projekt, wo wir uns alle wiederfinden können in der analogen

Simi Will: Welt, was du am Plan bist?

Erich Francois: Das sage ich dir dann, wenn es fertig ist.

Simi Will: Okay, aber jetzt kommt ja wieder mal ein Marathon in Luxemburg. Der ist im Juni. Am 16.

Erich Francois: Mai.

Simi Will: Am 16. Mai, ein Tag nach meinem Geburtstag? Habe ich extra so gelegt.

Simi Will: Das ist aber lieb, Erich.

Erich Francois: Nein, um ehrlich zu sein, es ist immer das Wochenende Christi Himmelfahrt,

Erich Francois: weil wir halt in Luxemburg vor allen Dingen von den ausländischen Läufern abhängig sind,

Erich Francois: weil genauso wie bei dem prozentuellen Anteil von Idioten weltweit ist auch

Erich Francois: die prozentuelle Anteil der Läufer weltweit ernährend gleich und wenn du nur

Erich Francois: eine Bevölkerung von 600.000 Menschen hast und ein Promille läuft,

Erich Francois: dann bist du ganz schnell an die Grenzen gelangt.

Erich Francois: Und deshalb sind wir abhängig von Läufern aus dem Ausland und daher dieses Datum

Erich Francois: immer langes Wochenende.

Simi Will: Aber ist im Ausland da auch langes Wochenende?

Erich Francois: Also Deutschland beispielsweise, Frankreich, Belgien, Holland.

Simi Will: Die haben alle Christi Himmel vor, siehst du? In Berlin gab es das,

Simi Will: glaube ich, gar nicht. Doch. Doch auch?

Erich Francois: Ja.

Simi Will: Ah, das ist einer von den Donnerstagen, die es sogar noch in Berlin gibt. Genau. Okay, verstehe.

Simi Will: Zum Weltfrauentag, machst du da was?

Erich Francois: Nein.

Simi Will: Schade.

Simi Will: Gut Erich, also künftig, also merkt euch diesen Namen Wieso eigentlich Erich François?

Erich Francois: Also in der Eifel gibt es viele mit französischem Namen.

Erich Francois: Das muss alles rund um die Bartholomäusnacht passiert sein, wo Menschen aus

Erich Francois: Frankreich geflohen sind und sich dann in der Eifel oder in Nachbarregionen

Erich Francois: damals in Frankreich niedergelassen haben.

Erich Francois: Und daher kommt der Name allein bei mir im Dorf.

Erich Francois: Ich hatte einmal bei mir, weil ich immer Leute aus der Eifel nehme zum Arbeiten,

Erich Francois: weil da weiß ich, ich kann mich darauf verlassen, dass sie auch wirklich was machen.

Erich Francois: Wir waren einmal bei mir im Team mit drei Personen, die François hießen.

Erich Francois: Alle aus Rittersdorf, keiner miteinander verwandt. Und es gibt noch einen vierten.

Simi Will: Die heißen alle François und wohnen alle in Selmdorf.

Erich Francois: Alle François und wohnen alle in Rittersdorf. Rittersdorf hat tausend Einwohner.

Erich Francois: Wir heißen alle François mit nachher und sind alle nicht miteinander verwandt.

Simi Will: Geil, die Eifel. Ja, wie kommen wir jetzt jetzt? Ich fange ja immer wieder irgendwas

Simi Will: an. Wie kommen wir jetzt da wieder raus?

Simi Will: Du lebst in Trier, du lebst aber auch auf Malle. kann man das so sagen lebst

Simi Will: in Trier, lebst auf Malle und lebst aber nicht in Luxemburg Nein,

Simi Will: Ja Erich, was ist neben der KI sonst noch zu beachten in der Zukunft.

Erich Francois: Er denkt Es gibt so vieles, was zu beachten wäre, aber das würde wirklich hier

Erich Francois: den Rahmen da sind wir morgen noch dran

Simi Will: Ja, aber wo, oder sagen wir mal anders, wo können, was können wir tun?

Simi Will: Welser sagt zum Beispiel, Welser hatte immer diese Futur 2 Bewegung und war

Simi Will: irgendwann so frustriert.

Simi Will: Also er hat immer ganz viele Projekte gemacht, Zukunftsvisionär und was für

Simi Will: Umwelt, für Wirtschaft, für bla bla bla.

Simi Will: Und irgendwann hat er gesagt, nee, er kam wieder zurück und macht jetzt so kleine

Simi Will: Dinger und sagt, wenn wir alle was machen, kommt was zusammen,

Simi Will: was dann die Welt verändert. Aber ich glaube ehrlich gesagt,

Simi Will: dass wir die Zeit nicht haben.

Erich Francois: Also ich glaube, auch das, was Klimawandel angehen wird, dass uns die KI da

Erich Francois: vieles helfen wird, wenn wir dazu bereit sind.

Erich Francois: Also die KI wird uns technische Möglichkeiten aufzeigen, hoffe und vermute ich, die uns helfen.

Erich Francois: Es wird uns aber nicht davor bewahren, dass wir die Art und Weise,

Erich Francois: wie wir hier in westlichen Ländern leben, dass wir das stark überdenken.

Simi Will: Ja, also ich finde, das ist so ein bisschen die FDP-Variante.

Simi Will: FDP war die gelbe Partei, die es jetzt nicht mehr gibt, mit den bösen Männern an der Spitze immer.

Simi Will: Und die haben ja auch immer gesagt, wie hieß das immer so, technologieoffen.

Erich Francois: Technologieoffen, dummes Geschwätz ist das. Ja, das aber, was ich sage,

Erich Francois: ist, wir werden in den westlichen Ländern unsere Lebensart und Weise des Lebens überdenken müssen.

Erich Francois: Ich glaube aber, dass uns KI helfen wird, technisch Möglichkeiten zu finden,

Erich Francois: wie wir das Schlimmste verhindern können.

Simi Will: Ja, okay. Da gehe ich mit, Erich.

Simi Will: Wer war deine erste große Liebe? Sowas will ich jetzt noch am Schluss haben.

Erich Francois: Die gibt es tatsächlich immer noch. Sie heißt Heike und wir schreiben uns sogar ab und zu noch.

Erich Francois: Sie hat mir neulich noch eine Postkarte geschickt.

Simi Will: Von wo?

Erich Francois: Aus Elber, weil da hatten wir unseren ersten gemeinsamen Urlaub.

Erich Francois: Das fand ich ganz schön, als ich die Postkarte gekriegt habe.

Erich Francois: Also ich bin generell sehr froh darüber, dass ich mit fast allen meiner Ex-Freundinnen

Erich Francois: noch immer ein sehr, sehr gutes Verhältnis habe. Das ist mir auch sehr wichtig,

Erich Francois: weil sie haben mir mal viel bedeutet.

Erich Francois: Es kann ja nicht sein, dass sie mir plötzlich nichts mehr bedeuten.

Simi Will: Du bist ein treuer Mensch, Erich.

Erich Francois: Ja.

Simi Will: Ja, da fällt mir nur eine Story ein. Ich habe letztens im Edeka in Schweig,

Simi Will: da habe ich den Tibor getroffen. Kennst du den Tibor?

Simi Will: Tibor, musst du dir vorstellen, also sein Bruder hat ein Einzelabitur gemacht

Simi Will: in meinem Jahrgang, Kolompa.

Simi Will: und Tibor war immer so ein bisschen der Freche, immer so ein bisschen 80er-Proie,

Simi Will: super hübscher Typ, super hübsch, immer noch total hübsch und hat auch,

Simi Will: glaube ich, ganz viele Kinder mit ganz vielen Frauen, ich weiß nicht,

Simi Will: und hatte immer Pferde und ist jetzt Pferdezahnarzt.

Simi Will: Und Tibor und ich treffen uns im Edeka in Schweich und stehen dann an der Kasse

Simi Will: und dann fragt die Kassiererin, sammeln Sie Treuepunkte?

Simi Will: Dann sagt er so, Simi, sammle ich treue Punkte? Eher nicht, oder?

Simi Will: Tibor Buszi, du bist echt einer der letzten überlebenden Cowboys aus den wilden 80ern.

Simi Will: Ja, viel Glück in deinem neuen Jahr, Schatz. So, zurück zu dir,

Simi Will: Erich. Wie kommen wir jetzt hier raus?

Simi Will: Erich guckt wieder.

Erich Francois: Ich glaube, das muss ich dir überlassen.

Simi Will: Ja, es gibt ein paar tausend Sachen, die ich fragen wollte. Aber ich glaube,

Simi Will: wir sind auch schon wieder durch.

Simi Will: Wir haben deine Standbeine, die ökologisch sind, die kulturell sind,

Simi Will: die wirtschaftlich sind, die spannend sind.

Simi Will: Du darfst jetzt ein bisschen arrogant werden, Erich. Das sei dir gegönnt,

Simi Will: weil du hast auch schon echt ein paar Sachen auf die Beine gestellt,

Simi Will: die sehr viel Mut erfordern.

Simi Will: und ich wünsche mir mehr Leute, die mutig sind, auch mutig sind,

Simi Will: Fehler zu machen und wir leben alle nicht in so einer Fehlerkultur und das ist

Simi Will: auch was, was mir in Trier noch ein bisschen fehlt,

Simi Will: sei es aus Lokalitätsprinzipgründen oder was auch immer,

Simi Will: dass man Fehler machen kann und dazu stehen kann, weil das Größe ist und weil

Simi Will: das uns auch zu Menschen macht und.

Speaker2: Jetzt will ich noch deinen letzten großen Fehler wissen.

Erich Francois: Nee, mir fällt noch gerade was dazu ein, was du sagst, dass wir eine Kultur der Fehler brauchen.

Erich Francois: Ich finde halt, dass wir gerade unsere Kinder schon dazu erziehen müssen,

Erich Francois: dass sie Fehler machen dürfen und dass wir sie dazu erziehen,

Erich Francois: dass sie mutig sind und Dinge zu tun, so wie es meine Eltern auch gemacht haben.

Erich Francois: Meine Eltern haben mir tatsächlich die Freiheit gelassen, Dinge auszuprobieren,

Erich Francois: haben nämlich ständig reingeredet.

Erich Francois: Und das finde ich wichtig, dass man sich echt traut, den Kindern was zuzutrauen,

Erich Francois: weil die Kinder sind unsere Zukunft. Punkt. So einfach ist das.

Simi Will: So Leute, das war jetzt das Schlusswort von Erich François.

Simi Will: Merkt euch diesen Namen. Erich ist auch googelbar.

Simi Will: Er ist glaube ich nicht in den sozialen Netzwerken unterwegs,

Simi Will: aber er ist googelbar. Erich François, ganz lieben Dank, dass du da warst.

Simi Will: Danke für das Schokolädchen.

Erich Francois: Jederzeit gerne.

Simi Will: Und ich freue mich, wenn es auch nächsten Dezember wieder heißt Erichs Riesending.

Simi Will: Erich hat nämlich den größten Weihnachtsbaum, den ich je gesehen habe.

Simi Will: Tschüssi, bis zum nächsten Mal. Winke, winke. Tschüss Erich.

Simi Will: Er winkt. Wir gehen dann immer so raus mit, wir labern da noch ein bisschen was.

Simi Will: Kannst du zu Wort, Erich? Ja.

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