Dazwischen mit Sabine Leippert-Dengel
Shownotes
Ich kenne die Sabine schon eine Weile. Immer dieses breite Lächeln, dieser saarländische Charme, und ich dachte die ganze Zeit – ach, die singt in Bands, nette Frau, Karneval, fertig. FALSCH. Komplett falsch, Simi!
Die Frau ist nämlich eine bekennende Linke, Antifaschistin, hat Gregor Gysi persönlich auf das N-Wort angesprochen (!!), gründet Black Sisterhoods, kämpft vor dem Oberverwaltungsgericht Koblenz für das Exhaus – und kocht nebenbei noch gefüllte Klöße mit Felser Leberwurst. Ich meine, WER MACHT DAS ALLES?
Sabine ist biracial – weiße deutsche Mutter, schwarzer amerikanischer Vater, den sie nie kennengelernt hat – und hat sich irgendwann entschieden, dass sie sich verdammt nochmal nicht zwischen schwarz und weiß entscheiden muss. Beide Identitäten. Punkt. Passt ja eigentlich auch wunderbar zu einem Podcast, der „Dazwischen" heißt, oder? Ich sag's ja.
Dann haben wir geredet über Rassismus im Alltag (jemandem ungefragt in die Haare fassen – NEIN!), über das N-Wort, über den ersten Trierer Black History Month, den sie mit ihrer Freundin Muriel Mbuyi auf die Beine gestellt hat – und der in der Zeitung quasi NICHT vorkam. Volksfreund, ich schaue dich an.
Und dann – als ob das alles nicht genug wäre – ist sie auch noch Sängerin in einer 14-köpfigen Band, die moderne Hits im Stil der 20er Jahre spielt. Weil ihre Oma ihr Schellackplatten aufgelegt hat. Ich bin kurz davor, zu weinen, so schön ist das.
Was ich mitgenommen habe? Nachfragen ist keine Schwäche. Rassistische Sprache kann man entlernen. Und Haltung zeigen ist keine Option, sondern Pflicht.
Sabine, du hast mich geplättet. Komm wieder. Bitte. Und koche für mich.
Neuer Kommentar