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Laura Schroeder (Regisseurin, Drehbuchautorin)

Shownotes

Als Laura Schroeder zum ersten Mal auf meinem Zettel landete, kannte ich ihren Film „Barrage" noch nicht. Dann habe ich ihn gesehen — in Luxemburg, nicht auf der Berlinale, obwohl er dort lief. Und ich dachte: Diese Frau muss ins Dazwischen. Es hat dann ein bisschen gedauert, weil sie sich beim Surfen in Dakar den Fuß verletzt hatte. Surfen in Dakar. Das ist Laura Schroeder in einem Satz.

Laura Schroeder ist Regisseurin und Drehbuchautorin aus Luxemburg. Ihr Spielfilm „Barrage" mit Isabelle Huppert und deren echter Tochter Lolita Chammah feierte 2017 Premiere auf der Berlinale und reiste danach durch fast alle Kontinente. Ihr dritter Spielfilm „Maret" — über eine Frau, die zwanzig Jahre ihres Lebens vergisst und sich fragt, ob sie das eigentlich zurückwill — läuft aktuell noch in der Arte-Mediathek. Studiert hat sie Film in Paris und London, angefangen hat alles auf einer Party in einem Haus, das kurz danach abgerissen wurde.

Über was wir reden: — Wie man Isabelle Huppert besetzte, ohne sie direkt anzuschreiben — und warum echte Mutter-Tochter-Chemie einen Film verändert — Drehbücher schreiben, die zwei, drei Jahre brauchen — und warum das kein Versagen ist, sondern Methode — Was Arthouse wirklich bedeutet: Raum lassen für den Zuschauer, für die Interpretation, für das Dazwischen — Warum sie fast Psychiaterin geworden wäre und was das mit ihrem Filmemachen zu tun hat — Die Idee vom „Club der Entschleunigung" — und warum Produktivität noch immer zu viel Stellenwert hat — Ihr neues Projekt „Der Schrank" (L'Armoire), das auf einer wahren Begebenheit aus Luxemburg basiert

Laura Schroeder ist auf Instagram unter @lauraschroeder.film zu finden und im Internet unter www.lauraschroeder.net.

„Maret" läuft noch bis 26. Juni in der Arte-Mediathek — unbedingt anschauen!

📷: © Ville de Luxembourg - Tom Jungbluth

Diese Episode wurde gefördert von der Stadt Trier

Transkript anzeigen

00:00:00: Heute sage ich mir, ich war einerseits sehr mutig aber andererseits auch sehr naiv.

00:00:05: Hätte ich gewusst wie viele Hindernisse einem da so entgegen kommen dann... Aber das ist ja auch in anderen Berufen so, ne?

00:00:13: Ja, nee!

00:00:13: In einem Rufen aber nicht so.

00:00:21: Sagen wir so der Film ist ziemlich viel gereist.

00:00:24: Also der war im Jahr zum ersten Mal auf dem afrikanischen Kontinent.

00:00:44: Ich habe den Eindruck, es ist immer noch so ein Ding, dass wer viel produziert, wer dauernd

00:00:49: rennt

00:00:50: und wer viel leistet – das ist gut!

00:00:54: dass die Langsamkeit und das Dagegengehen nicht verpönt ist.

00:00:59: Aber meiner Meinung nach könnte da noch was passieren, ne?

00:01:04: Das ist eines meiner Themen ... Nicht nur Entschleunigung in dem, was ich tue, in meiner Arbeit oder so, sondern allgemein in meinem Leben ist es etwas... Ich würde ein Klub-Klub der Entschneunigung

00:01:18: gründen!

00:01:33: Hallo, herzlich willkommen da draußen an den Endgeräten.

00:01:37: Willkommen zu einer neuen Ausgabe des Dazwischen Podcasts!

00:01:41: Heute habe ich wieder eine ganz besondere Persönlichkeit mir gegenüber sitzen hier in Trier Süd.

00:01:48: es ist eine filmschaffende aus dem Nachbarland.

00:01:53: Es ist die Regisseurin Laura Schröder.

00:01:58: hallo laura

00:01:59: hallo Simi.

00:02:00: Schön, dass du da bist.

00:02:02: Danke für die Einladung.

00:02:04: Ich stand ja schon länger auf meinem Zettel.

00:02:06: Du bist mit dem Bus gekommen?

00:02:09: Ich bin tatsächlich mit dem busgekommen.

00:02:11: Ja ich fahre schon mal also nicht hier bei dir.

00:02:13: manchmal wenn ich nach Trier kommen komme ich mit dem Zug weil ich Autofahren also Auto fahren prinzipiell nicht gerne mag aber Autobahn das geht gar nicht.

00:02:23: Und heute habe ich den Bus ausprobiert, weil der gleich hier am Ende der Straße hält.

00:02:27: Sehr praktisch wenn man nicht auch Fahrgarten kaufen müsste online was sich nicht getan hatte.

00:02:33: aber alles gut ich bin angekommen

00:02:35: du bist kontrolliert worden.

00:02:36: sag ruhig schwarz ist die gefahren schwarz liebe hörende da draußen?

00:02:40: nein ein der busfahrer könnte bestätigen dass ich ihn gefragt habe, ob ich eine Karte kaufen kann.

00:02:46: Ging nicht geht nur online.

00:02:48: und dann wurde ich an... Ich weiß nicht mehr wo es war märtert fasser billig wurde ich gebeten bitte auszusteigen Und da hatte ich Glück konnte ich schnell ne Tageskarte kaufen und dann hat man mich tatsächlich wieder auf dem in den Bus reingelassen.

00:03:02: Das ist weil die Luxemburger tatsächlich ich sag's nochmal Fantastischerweise Hat Luxemburg ja den öffentlichen Nahverkehr frei.

00:03:12: Das stimmt, das ist schon toll.

00:03:14: Ich bin da vorwahrscheinlich nicht sehr viel Bus gefahren.

00:03:17: Ich lebe in der Stadt in Luxemburg.

00:03:19: Da hab ich oft, nehmt mich das Rad oder ich lauf zu Fuß aber mit dem Bus springst du halt rein.

00:03:26: Du springst nach zwei Stationen wieder raus.

00:03:28: Aber daher war ich auch sehr durcheinander.

00:03:30: wie geht es jetzt wenn ich nach Trier fahre?

00:03:32: Kleine Weltreise!

00:03:34: Aber du bist da alles wird gut.

00:03:35: ja weil wir waren ja schon mal verabredet.

00:03:39: Stimmt

00:03:40: Und da hast du dich verletzt?

00:03:43: Ja, ich hab mich beim Surfen verletzst.

00:03:45: Das klingt irgendwie so abenteuerlich aber ja ... Ich war vor kurzem in Senegal auch um einen Film vorzustellen auf dem Festival Barrage.

00:03:56: Der Film ist schon etwas älter, die haben mich eingeladen und da kann man sehr gut surfen.

00:04:02: Da ich das liebe, war ich in der Karre surfen und habe mir den Fuß an einem Felsen gestoßen.

00:04:09: Ich bin seitdem nicht so schnell unterwegs.

00:04:14: Beim Surfenverletz ist mir auch schon öfter passiert, wo es so ... Surfen in Dakar klingt auch irgendwie wie ein Fernsehenfilm?

00:04:25: Es klingt sehr exotisch, aber ich verbringe viel Zeit auf den kanarischen Inseln eigentlich und surfe da.

00:04:33: Und das hier war jetzt das erste Mal, dass ich ... Also paar Monate nach Senegal reisen, aber ich dachte wenn ich schon mal da bin und ein bisschen Freizeit hab dann schau ich mir da mal die Wellen an.

00:04:45: Und ja das war etwas überraschend!

00:04:48: Da hast du wohl schon was genannt den Film nämlich Barrage.

00:04:52: Das ist ein ziemlich großer Film gewesen von dir, ne?

00:04:55: Fangen wir mal so rum an.

00:04:57: Na sagen wir so!

00:04:58: Der Film ist ziemlich viel gereist.

00:05:00: also der war... ...zwei tausend siebzehn war auf der Berlinale und dann haben wir tatsächlich ja ich glaube ich war fast allen Kontinenten mit dem film also außer Australien und jetzt tatsächlich zum ersten Mal auf dem afrikanischen Kontinent nach fast zehn Jahren.

00:05:17: Aber ja, nein das war ein Film der wurde recht viel gesehen.

00:05:22: Und da hast du auch also Regie geführt und das Drehbuch geschrieben?

00:05:26: Genau, ja beides.

00:05:28: ich habe das Drehbuch aber die Idee hab' ich entwickelt so wie ich das meistens tue und dann habe ich sie in einer französischen Schriftstellerin die Marie-Nimier heißt, hab' Ich das Drebuch dann zusammenentwickelt also überarbeitet.

00:05:46: Es geht um zwei Mutter-Tochterbeziehungen.

00:05:49: Also eine junge Mädchen und dann ihre Mutter, die Großmutter des Mädchens.

00:05:56: Und die Konflikte eigentlich in diesen Beziehungen und auch wie sich manches von einer Generation zur nächsten wiederholen kann.

00:06:07: Der Film geht eigentlich um ... Na ja, die Frage Wie kann man das brechen oder kann man es brechen?

00:06:16: Ja, spannend.

00:06:17: Vor allem der Kast.

00:06:18: die Besetzung ist ja auch nicht so ohne gewesen.

00:06:21: das waren tatsächlich Mutter und Tochter in der Besetzung nämlich

00:06:26: Lolita Chama und ihre Mutter Isabel Hübert in den Hauptrollen genau.

00:06:32: Und wie du sagst sie haben Mutter und tochter gespielt.

00:06:36: dann hatte ich eine junge belgische ganz tolle Schauspielerin die halt das Kind gespielt hat.

00:06:45: Die haben sich sehr gut zueinander gepasst.

00:06:49: Man konnte fast denken, es ist eine wirkliche Familie.

00:06:51: und die Tatsache mit Isabelle Hyper zu drehen und dann mit ihrer echten Tochter.

00:06:58: Das hat den Film noch mal was anderes verliehen.

00:07:03: Wenn es jetzt zwei Schauspielern gewesen wären, nicht auch Muttertochter im richtigen Leben gewesen wäre ... wenn man da vielleicht an irgendwas vorbeigerannt oder so.

00:07:12: Ja schräg, aber wie kommst du dann an Frau Üper?

00:07:16: Wenn du sagst ah mein Buch ist fertig ich mache es jetzt mal ganz platt weil also für mich ist die Vorstellung tatsächlich ein Drehbuch zu schreiben.

00:07:24: So absurd!

00:07:26: Wieso?

00:07:27: Nein, da braucht man ja Struktur.

00:07:30: Man braucht Struktur.

00:07:31: zum einen denke Selbstdisziplin, Struktur.

00:07:35: Und dann auch Struktur im Text und die Figuren ent... Wie entwickelst du die Figur?

00:07:39: Also wenn du sagst, ich hab bis Lust auf ein Film, mein Thema ist im Moment Generationen der Frauen.

00:07:46: Was wird weitergegeben in Deutschland?

00:07:48: Übrigens super Traumageschichten mit Zweiter Weltkrieg aber das habt ihr ja auch alles.

00:07:55: Aber anders, wir hatten ihn auch, ne?

00:07:59: Das sind ganz viele Fragen.

00:08:00: also ich meine Ich fange immer glaube ich an entweder mit verschiedenen Bildern oder Stimmungen, oder halt Figuren die mich interessieren.

00:08:09: Oder wie das Projekt dann dem ich gerade arbeite mit einer Geschichte.

00:08:13: Das ist eigentlich das erste Mal dass sich wirklich eine Geschichte, die sich an der wahren Begebenheit inspiriert.

00:08:19: Das ist eine Premiere, normalerweise sind es wirklich die Figuren oder wie soll ich sagen ein Anfang einer Geschichte.

00:08:26: Warst du in der Situation wo ich mir denke das ist spannend?

00:08:28: Oder wie diese Figur in Beziehung zu einer anderen Figur steht?

00:08:32: Oder dass halt ihr was passiert?

00:08:36: Und dann entwickelst du das halt, es dauert alles wahnsinnig lange aber jetzt mal so im Zeitraffer.

00:08:43: Du entwickelt das halt von was weiß ich einem Abschnitt zu einer Seite, zu drei Seiten, zu fünf Seiten und zu hundert Seiten.

00:08:52: Und das manchmal merkst du dann, wenn du zwanzig Seiten geschrieben hast.

00:08:56: Das geht gar nicht.

00:08:57: ich habe zwar da jetzt eine Geschichte aber das entspricht überhaupt nicht dem was sich eigentlich erzählen möchte.

00:09:03: Ich meine man kann ja in der Geschichte immer auch die wahre Begebenheit kann ich auf zwanzich verschiedene Art und Weisen erzählen je nachdem auf was ich den Schwerpunkt legen möchte.

00:09:13: Und dann merke es halt okay jetzt hab ich zwanzige Seiten erzählt aber nicht dass was ich will also das was ich vermitteln will.

00:09:19: Also gehe ich wieder zurück sag' ich mir Da kommt dann die Disziplin auch.

00:09:24: Ich schreibe jetzt mal wieder zwei Seiten daraus, um wirklich zu gucken, okay, worum geht's eigentlich?

00:09:31: Was möchte ich ja eigentlich den Menschen

00:09:33: mitteilen?".

00:09:34: Und so jonglierst du dann und das dauert dann halt oft?

00:09:38: Ist

00:09:38: sie zwei, drei Jahre!

00:09:40: Ja, zwei, dreijahre.

00:09:41: Das ist ja so... Also

00:09:42: es schreiben, oder?

00:09:45: Und das Schreiben eines Drehbuches muss man ja irgendwie auch gelernt haben.

00:09:50: Das hat eine bestimmte Form, muss es sicher haben!

00:09:54: Das ist ja nicht, ich schreibe mal so ein bisschen Tagebuch.

00:09:57: Nee, also ich hab Film studiert in Paris und London aber ich hatte eigentlich nie wirklich ... das liegt auch an den Schulen oder ich sag mal den Studien die ich ausgewählt habe.

00:10:09: Ich hatte da keine Drehbuchkurse, ich hab nur einmal im Sommer auch in Paris hab ich so einen Wie nennt man das?

00:10:15: So zweiwöchigen Kurs gemacht.

00:10:19: Der war zwar auf der Uni Aber nicht in meinem Studienprogramm eigentlich drin.

00:10:24: Das hat mir viel gebracht, aber sonst glaube ich, dass das schreiben ... Man lernt sehr viel durchs Schreiben.

00:10:33: Durch die Erfahrung, glaub ich und dann halt auch durch Filme gucken würde ich mal sagen?

00:10:40: Aber ich glaube, das Drehbuchschreiben ist tatsächlich etwas was man lernen kann.

00:10:45: Auch ohne Schule.

00:10:48: Durch viel Übung.

00:10:49: Und man muss halt bereit sein immer wieder zu streichen, immer wieder Zähnen rauszuschmeißen.

00:10:56: Ich glaube um auf Barage zurückzukommen dieses Projekt mit Marine Dimier was eine sehr begabte und erfolgreiche französische Schriftstellerin ist ich glaub sie fand das sehr frustrierend manchmal dass wir dann zähnengeschrieben haben oder sie hat mir dann welche geschickt habe ich gesagt ja das war toll aber du das passt jetzt nicht also in den Mülleimer damit und ich glaube, dass sie als Romanautorin eine ganz andere Art und Weise hat damit umzugehen.

00:11:27: Sie schreibt und meistens bleibt es dann eigentlich so.

00:11:31: Ja und beim Drehbuch das weiß ich von meiner sehr kurzen Fernseh-Set-Erfahrung dass da wirklich ganze Drehbuchseiten während des Drehs nochmal dem Rotstift quasi zum Opfer fallen, also noch mal umgeschrieben wird.

00:11:47: Oder die Figur beispielsweise Madame Hyper sieht die Rolle anders oder sagt... Das gefällt mir so nicht, das bin ich nicht.

00:11:55: Das ist nicht meine

00:11:56: Figur.".

00:11:57: Ich will das anders?

00:11:58: Ich möchte da das und das sagen oder ich möchte das und

00:12:01: dass?".

00:12:01: Und da wird ja dann auch noch mal während des Drehs teilweise am Drehbuch rumgefallen.

00:12:06: Ja, während des Drehes... ich meine klar normalerweise hast du eigentlich was jetzt hier aber mit den Schauspielern angeht oder so wie in meiner Erfahrung bisher ... mindestens die Zehen einmal durchsprichst, wenn du auch nicht wirklich Proben machst und dass da oft dann schon was zu Fragen der Schauspieler oder Anmerkungen zur Änderung stattfinden.

00:12:29: Aber ich glaube, was in meiner Erfahrung nach am meisten an einem Drehbuch sich ändert vor dem Dreh ist das man sehr oft zwei Wochen eine Woche vor Drehbeginn noch mal ganz viel kürzen muss weil es dann doch mit dem Budget Nicht unbedingt ausreichend.

00:12:48: Das ist mir jedes Mal passiert bei den Spielfilmen ...

00:12:51: Dein Drehbuch?

00:12:52: Naja, der Produktion vor und teilen das in Drehtage ein.

00:12:57: Genau!

00:12:58: Das macht die Produktion aber auch der Assistent, der Regieassistent.

00:13:04: Und sagen wir mal du hast jetzt irgendwie fünfunddreißig Drehtag oder vierzig Drehtagen und sagst dir okay das ist jetzt ziemlich großzügig.

00:13:12: Ich meine für einen europäischen Film ist es ziemlich groß zügig, ne?

00:13:15: Aber dann sagt man ja ok wir müssen jetzt nochmal... Wir haben fünfhunderttausend Euro zu viel im Budget.

00:13:20: Du musst kürzen, und dann musst du irgendwie ganz schnell ... Und das passiert leider natürlich.

00:13:27: Weil's du immer sehr knapp vor dem Dreh.

00:13:30: Musst du irgendwie ... kürz'n, ne?

00:13:32: Und du musst Drehtage rausschmeißen.

00:13:35: Das ist mir jedes Mal passiert, und es ist natürlich wie du dir vorstellen kannst eine scheißliche...

00:13:42: Oh nee!

00:13:43: Hast du's endlich fertig?

00:13:45: Dann scheiterts an den dreitausend Euro für den Drehtag.

00:13:50: Ja, Wahnsinn.

00:13:51: Aber wie ist es ... Siehst du die, wenn du so am Schreiben bist?

00:13:56: Du hast mir ja am Telefon gesagt in unserem Vorgespräch dass du auch gerade wieder da nieder sitzt und schreibst und schreibt und schreit und wie anstrengend das auch ist also diese Disziplinieren und wie lange es dauert und so weiter.

00:14:09: Und hast du ab einem bestimmten Punkt Also im Drehbuch dann auch den Cast im Kopf?

00:14:17: oder Wunsch, wen siehst du in der Rolle?

00:14:19: Oder ist das zweitrangig, ist dir das egal und wird es von der Produktion später gemacht.

00:14:25: Nein also das möchte ich sagen... Ich wähle mir die Schauspieler immer selbst raus.

00:14:31: Zumindest bei sag ich mal bei den Filmen, die ich selbst auch schreibe.

00:14:36: Aber das hängt davon ab.

00:14:38: Also ich meine ... Bei dem letzten Spielfilm Maret hab' ich mit Susanne Wolff, also es spielte Susanne Wolf, die Hauptrolle, nicht Volksbühne?

00:14:48: Schaubühne!

00:14:50: Sie war lange in Hamburg und dann ... Nein, Nicht-Schau-Bühne was sage ich?

00:14:54: Wie heißt denn?

00:14:55: Deutsches Theater?

00:14:56: Am DT, am DT genau.

00:14:58: Ich kannte die von irgendeiner Bühne eine tolle

00:15:01: Schauspielerwau.

00:15:03: fest.

00:15:03: Ich glaube sie spielt jetzt, also ist nicht mehr fest im Ensemble aber genau.

00:15:08: Naja und Susanne zum Beispiel, dass ich mit ihr zusammenarbeiten wollte das habe ich sehr früh entschieden.

00:15:14: Also ich glaub schon bei der ersten Drehbuchfassung wusste ich es schon und ich hab sie dann auch sehr früh daraufhin kontaktiert.

00:15:21: Aber z.B.

00:15:21: das Projekt an dem ich jetzt schreibe da möchte ich erstmal einfach das Buch fast fertig haben oder so zufrieden damit bin und dann in einer nächsten Etappe wirklich mir Gedanken machen über den Cast.

00:15:38: Ich meine, das hängt ein bisschen so davon ab.

00:15:40: bei Barage zum Beispiel wusste ich auch nicht was du bis wir weit in der Entwicklungsphase waren dass sich dann mit Lolita und Isabelle drehen würde.

00:15:49: ja

00:15:50: weil ich mein wie kommst Du denn als?

00:15:53: Also, ich sag mal als Privatmensch.

00:15:54: Wenn du das selbst auswählst, musst du ja so stell' ich's mir vor eine Frau Uber anschreiben oder ihren E-Mail schicken oder ihre Agentur über die Agentur wahrscheinlich

00:16:04: nicht.

00:16:05: Nein!

00:16:05: Das macht dann schon die Produktion.

00:16:07: bei Susanne Wolf zum Beispiel war es so dass wir haben uns tatsächlich kennengelernt Als Barrage damals auf der Berlinane lief.

00:16:15: Sie hatte da auch ein Film von Volker Schlöndorf, der dort lief Und wir sind uns halt immer so über den Weg gelaufen.

00:16:22: Dann haben wir irgendwann mal miteinander gesprochen, das war dann ... wie soll ich sagen?

00:16:26: Schon von Privatperson zu Privat-Personen.

00:16:29: Aber bei Isabel Hubert, das muss ich auch sagen... Ich hab damals Lolita habe ich tatsächlich, also ich hab zuerst mich für Lolita entschieden und dann kam erst die Idee, dass ja ihre Mutter die Mutter spielen könnte.

00:16:42: Da hatten wir eine französische Co-Produzentin auf dem Projekt und die hatte schon mit ihr gearbeitet bekam dann die Verbindung eigentlich.

00:16:51: Aber das geht, ich meine ... Die Schauspieler haben natürlich alle Agenten.

00:16:56: Normalerweise läuft es dann über die Agenten eigentlich, über die Agenturen.

00:17:02: Also du sagst wen du möchtest, wen in der Rolle siehst?

00:17:05: Deine Produktion sagt wir gucken mal ob wir die bekommen können und so ist es.

00:17:10: Und meistens wenn das jetzt eine Hauptrolle ist Kontaktierst du auch nur einen oder eine.

00:17:17: Du machst jetzt nicht fünf verschiedenen Schauspielendes Angebot und guckst einfach mal, also wenn du wirklich jetzt sage ich mal ein Star so dann musst du schon dieses Exklusivangebot machen Und auf die Antwort warten, bevor du ...

00:17:32: Bevor du dann noch jemanden kastest.

00:17:34: Den nächsten

00:17:34: Kastest?

00:17:35: Ja, das

00:17:36: denk ich mir gerade.

00:17:37: bei Madame Hyper stelle ich mir so vor, dass diese Person natürlich gar nicht.

00:17:41: Aber ich denke mir die wahnsinnig streng vor und sehr ärgert sich weil sie ist ja auch wahnsinnigt gut.

00:17:47: Jeder der irgendwie im Schauspiel glaube ich Wahnsinnig Gut ist, ist ja keine einfache Person!

00:17:54: Ja, nein.

00:17:54: Ich glaub mal muss einfach wissen wohin man will und ich glaube auch die Rollen so auswählen dass sie der Karriere dienen und vielleicht nicht nur dem wie soll ich sagen?

00:18:05: Der momentanen Lust oder so.

00:18:08: Jetzt kommen wir noch einmal zu dir als Person.

00:18:10: Das waren ja schon mitten drin was sich auf gar keinen Fall vergessen will.

00:18:12: deswegen sage ich zwischendrin jetzt an der Stelle der Filmaree läuft aktuell auf Arte

00:18:20: In der Mediathek zu sehen.

00:18:22: Der läuft momentan noch im Streaming bis zum sechsohnzwanzigsten Juni, Maret.

00:18:26: Genau, kann man sich...

00:18:27: Sag mal Marie!

00:18:29: Maret?

00:18:29: Maret!

00:18:30: Kann man sich anschauen.

00:18:32: Auf Arte ist Ende Juni.

00:18:34: Sogar mit allen möglichen Untertiteln.

00:18:37: Spanisch, Polnisch, Rumänisch haben die toll gemacht ja.

00:18:42: Ich glaube sechs verschiedene Sprachen also Untertitel.

00:18:45: Guckst du vielmehr immer im Original?

00:18:47: gerne, wenn es geht schon.

00:18:50: Also ja und bedingt!

00:18:52: Und bedingt.

00:18:52: Ja

00:18:53: gut, aber du sprichst wahrscheinlich auch wieder vier Sprachen.

00:18:55: Ihr Luxemburger könnt ja immer alle Sprachen sprechen.

00:18:57: Naja...

00:18:57: Aber kann weder romänisch noch polnisch noch japanisch?

00:19:01: Nein, nein!

00:19:02: Ich

00:19:02: glaube es ist genauso

00:19:03: wie die Bücher.

00:19:06: Marrette!

00:19:07: Jetzt habe ich schon wieder Marretke gesagt weil ich immer Frankophil irgendwie sein

00:19:10: will.

00:19:10: Der Film ist ja auf Deutsch.

00:19:12: Also Teiles Deutsch und Talz Englisch und auch ein bisschen spanisch ist da drin.

00:19:16: Ja und ich hab Marrett gesehen an der Berlinale.

00:19:21: In Luxemburg gesehen?

00:19:22: Nein, in Luxembourg das stimmt.

00:19:23: Genau!

00:19:24: In Luxenburg habe ich Marrett gesehen und... Ganz hochinteressantes Thema, Gedächtnisverlust.

00:19:32: Einer Frau, die mitten im Leben steht?

00:19:35: Also Wahnsinns-Story!

00:19:37: Weil diese Umsetzung von der Angst vor Kontrollverluste ... Da bin ich das, surf' ich mit auf die Jawelle weißte.

00:19:46: Das ist ein tolles Thema.

00:19:48: und diese Frau geht dann

00:19:52: nach... Die geht nach Lanza Rute genau Weil

00:19:55: sie dort eine Ärztin ...

00:19:56: Ja, weil sie den Vorschlag von einer Neurochirurgien bekommt.

00:20:01: Also die sagt halt, Sie können ihr helfen und dann entwickelt der Film sich ein bisschen in eine Richtung, die man vielleicht nicht erwartet hätte.

00:20:10: aber ja genau es geht auch um.

00:20:12: also diese Frau hat halt zwanzig Jahre ihres Lebens vergessen und vergisst eigentlich ganz bewusst fast die Seite von sich, die sie halt nicht so gerne gemocht hat.

00:20:23: Und darum geht es eigentlich wie Sie die dann wieder durch die anderen vor die Nase gehalten bekommen oder entdeckt und wie sie sich damit konfrontieren muss?

00:20:37: Das hätte ich auch spielen können.

00:20:40: Absolut!

00:20:42: Nein, du weißt wie es meine.

00:20:43: Also diese großartige Schauspielerin wirklich fantastisch.

00:20:46: Marrette heißt der Film nicht Marie.

00:20:49: Also Marrett

00:20:50: auf

00:20:50: Acht

00:20:51: mit einem T.

00:20:52: Mit einem T M-A-R-E-T.

00:20:55: Genau

00:20:57: das ist eine deutsch luxenburgische Koproduktion gewesen?

00:21:01: Genau ja und Arta hat halt auch koproduziert.

00:21:04: daher läuft der Film

00:21:06: dann auch da.

00:21:07: Okay, und diesen Barrage haben wir angesprochen?

00:21:09: Der ist schon etwas... ...zweitausends siebzehn auf der Berlinale gelaufen.

00:21:14: Ja.

00:21:14: Schatzritter!

00:21:15: Und das Geheimnis von Melusina.

00:21:17: Genau.

00:21:18: Das klingt nach einem Kinderfilm.

00:21:19: Das war tatsächlich ein Kinderfilm also wirklich so'n schöner Family-Abenteuerfilm ja und er kamen Zwei tausend zwölf in die Kinos in Luxemburg und Deutschland.

00:21:31: Das war auch wirklich die Idee des Produzenten damals, Bernamyshow den ersten luxemburgischen Kinderfilm zu machen.

00:21:40: Also das gab es davor nicht und der kam mal im Sommer ins Kino und da sind die Kinder dann alle ins Kinos geströmt.

00:21:50: Sehr schön!

00:21:51: Eine

00:21:51: Schatzsuche

00:21:53: Ja.

00:21:53: Fantastisch!

00:21:55: Und Kinderfilm, da hast du auch das Drehbuch geschrieben?

00:21:57: Nein, das wusste ich doch.

00:21:59: Genau, da habe ich das Drebuch nicht geschrieben.

00:22:01: Also zu dem Zeitpunkt war ich mit Barage – der hieß damals noch anders.

00:22:06: Da war ich schon an einer ersten Drehbuch-Fassung dran und wie es beim Drehbruch so ist hat sich ganz viel geändert.

00:22:14: Und dann kam halt Bernat zu mir und hat mir dieses Drehbuch, oder nein da gab es doch keinen Drehbuch diesen Film vorgeschlagen.

00:22:22: Er hatte eine erste Story geschrieben und dann haben wir mit ich glaube sogar vier verschiedenen deutschen Autoren zusammengearbeitet.

00:22:34: Ich hab dann vor dem Dreh das Dreh Buch.

00:22:36: dann was du etwas angepasst und das muss man halt auch aufmachen ist an die Locations, die Drehorte halt anpassen, die man findet.

00:22:45: Weil man natürlich immer dann diese Vorstellung hat und dann doch nicht unbedingt das genau so

00:22:50: findet.".

00:22:51: Und Arbeit mit Kindern macht es Spaß oder ist es eher anstrengend?

00:22:56: Ich mag es.

00:22:57: Also ich habe vor kurzem, als ich da in Dakar war, gab's so ... hab' ich mit einer anderen Regisseurin, haben wir so eine Begegnung mit Studenten an der Filmschule gemacht.

00:23:05: Das war sehr spannend und da war das Thema eigentlich Arbeit.

00:23:09: Ich hab den Ahnung, wenn man so sagt Arbeiten mit Kindern, das klingt so... Da ginge

00:23:12: ich mal Kinderarbeit!

00:23:13: Zusammenarbeit

00:23:14: mit den Kindern oder wie hast du es genannt?

00:23:16: Ja,

00:23:16: ich hab glaube ich Kinderarbeit genannt.

00:23:20: Ja, da ist mir dann aufgefallen dass sich eigentlich in jedem Also sogar die Kurzfilme, die ich gemacht hab.

00:23:28: Da waren immer Kinder in wichtigen Rollen.

00:23:31: Das war mir gar nicht so ... So bewusst habe ich das jetzt nicht so gemacht.

00:23:35: Aber ja, ich mag es mit Kindern zu arbeiten oder mit Kindern ... Ja, zu arbeiten, wie soll man sonst sagen?

00:23:42: Weil... Ich glaub, weil ich im Casting weißt du eigentlich schon die Rolle suche.

00:23:49: Also ich glaube daran, dass man bei Kindern eigentlich das suchen oder finden kann was die ... was in der Rolle drin ist.

00:23:57: Und die Kinder bringen halt so etwas Frisches, ja oder sowas Unver... Unfärvinemmendes im Deutel.

00:24:07: Und verkopft?

00:24:08: Ja und verkopfte und genau nicht verkopften und nicht reflektiert unbedingt so mit rein.

00:24:19: Ich glaube ich habe auch oft mit Kindern gearbeitet die auch bei Barage, was so kurz vor der Pubertät waren.

00:24:25: So kurz bevor diese Veränderungen eintritt, weil ich das ein spannendes Alter finde ...

00:24:31: Coming of age sozusagen?

00:24:33: Ja, coming-of-age oder ja nicht... Die Kurzvor dieser Entwicklung warst du und anschließend ist mir dann eigentlich nicht mehr der gleiche, ne?

00:24:45: Oder die Gleiche.

00:24:46: Ja,

00:24:47: stimmt!

00:24:48: Und ich glaub, weil diese Kinder dann halt auch so'n anderen Blick noch auf die Erwachsenen um sich rum haben.

00:24:55: Und die Erwachsenden sich dann wiederum in diesem Kinderblick spiegeln, also wie das so aufeinander trifft.

00:25:01: Aber Schatz, Ritter war was anderes.

00:25:03: da ging es jetzt nicht unbedingt darum.

00:25:05: Da ging's um Melusina!

00:25:07: Melusin?

00:25:08: Melusiner war das nicht ein Club in Luxemburg?

00:25:11: Das ist immer noch ein Klub.

00:25:13: Magin in Melosinau?

00:25:14: An de Mello!

00:25:15: An the Mello, genau.

00:25:16: Gibt's noch, gell?

00:25:17: Ist es ein Live-Klub?

00:25:18: Ja, ja ... Ich war da auch länger nicht mehr, aber gibt's immer noch.

00:25:23: Aber da gibts ewig.

00:25:25: Ja, ich hab mir noch aufgeschrieben biografisch jetzt nochmal ... Hintenrum kommen wir zu dir als Person.

00:25:33: Bist du in Luxemburg geboren?

00:25:36: Ja.

00:25:36: Biste in Luxe geboren und aufgewachsen?

00:25:39: Ich habe dort gelebt bis nach dem Abitur und bin da mit neunzehn nach Paris gegangen.

00:25:46: Filmschule?

00:25:47: Genau, zur Filmschule ja!

00:25:49: Und lebe jetzt eigentlich... Da bin ich nach London gegangen von anderen Filmschuhen noch ein Jahr.

00:25:53: also bin in zwei Jahren in London geblieben und dann bin ich acht oder zweitausend sieben glaube ich bin nicht dann nach Luxemburg zurückgezogen, sag ich mal so.

00:26:06: Also ich habe natürlich wegen der Arbeit größtenteils verbringen immer wieder längere Abschnitte auch im Ausland.

00:26:13: Man hat sehr oft darüber nachgedacht auch Luxemburg wieder zu verlassen aber ich hab es bis heute nicht gemacht.

00:26:20: Ich muss sagen ich finde ja in Luxembourg ist also bei Tria denke ich bin ja wie du weißt auch in Berlin gewesen lang dreißig Jahre länger als ich jeweils anders war.

00:26:30: Also ist Berlin für mich eigentlich meine Heimat, ich bin hier sozialisiert aber eigentlich erwachsen geworden in Berlin so und deswegen ist es für mich das zurückkommen war ziemlich hart.

00:26:43: also so

00:26:45: ja ich meine berlin ist auch

00:26:48: nicht nur wegen groß berlin und kultur aber auch natürlich einfach auch mentalität usw.

00:26:56: finde ich, ist immer so, fühlt sich soweit weg von allem an.

00:27:01: Und Luxemburg...

00:27:02: Außer Luxembourg!

00:27:04: Siehst du?

00:27:04: Ganz genau.

00:27:05: und aber ihr habt den Flughafen, ihr seid schnell weg.

00:27:07: Ihr seid schnell in Frankreich.

00:27:10: Das ist eine Gefühlsache.

00:27:12: Also die dreißig fünfdreißig Kilometer zum Flughafen kann ich auch fahren wenn ich will.

00:27:18: Das ist so ein Gefühl, dass Trigger soweit weg von allem ist.

00:27:21: Und Luxemburg ist so offen nach Richtung Frankreich-Belgien aber auch England oder Europa überhaupt wie so ein Tor zu Europa eigentlich.

00:27:32: Da ich ja mit dem Bus gekommen bin und dann hier

00:27:34: den ... Mit dem Bus?

00:27:36: Und dann

00:27:37: hier diesen Berg, wie heißt dieser Berg.

00:27:41: Petrusberg!

00:27:42: Genau da runter.

00:27:43: ne und dann denke ich jetzt gerade was du sagst das hat aber vielleicht auch damit zu tun dass das vom Gefühl her Trier gleich auch so ein bisschen eingekesselt, aber genau mit diesem Berg und da ist ja auch irgendwie auf der anderen Seite auch irgendwie so ein bischen hügelig Also, dass man das so im Kopf dann noch zusätzlich hat vielleicht.

00:28:03: Und weil es halt nicht rück

00:28:04: und eifel gefangen ist.

00:28:06: Ja, und dann auch die Mosel...

00:28:08: Ja, genau!

00:28:10: Aber dafür sind wir römisch.

00:28:12: Aber ihr wahrscheinlich auch?

00:28:14: Ja, aber ich glaube nicht ganz so alt.

00:28:17: Nicht ganz so Alt wie hier.

00:28:18: Wir sind immer älter als ihr.

00:28:20: Genau.

00:28:21: Zurück zum Biografischen in Luxemburg aufgewachsen London Paris zurückgekommen, das war ja in Luxemburg ist ja jetzt im Grunde auch eine Filmstadt geworden.

00:28:38: Was es früher nicht so war oder?

00:28:41: Nein, früher war da gar nichts.

00:28:42: also ich meine ich kann mich erinnern dass sich... Da habe ich halt meinen ersten Job oder wie heißt das Praktikum Was du auf dem Film gemacht, also während den Studien dann so im Sommer oder so.

00:28:55: Und da musstest du ... Es war ja eh eine andere Zeit.

00:28:57: aber ich kann mich erinnern, ich hab dann Briefe geschrieben an diese vier Firmen oder so die es damals gab und irgendwie um ein Sommerjob gebetelt hatte.

00:29:07: auch Glück Aber das war ne ganz andere Landschaft.

00:29:11: Also da musste man wirklich so Ich weiß nicht, danach Kram Dass man diese Filmbranche überhaupt irgendwie fand.

00:29:21: Es war schon eine Herausforderung, auch in dem Sinn.

00:29:24: Dass ich halt nicht irgendwie ein Fetter oder einen Opa hatte ... Ich kannte niemanden in dieser Branche.

00:29:33: Das war wirklich ... Manchmal denke ich darüber nach und denke so.

00:29:37: Und das war schon ein lustiger Schritt, den eigentlich damals ... Nein, man ist ja ... Heute sage ich mir, ich war ... Ich war einerseits sehr mutig, aber andererseits auch sehr naiv.

00:29:51: Hätte ich gewusst wie viele Hindernisse einem da so entgegen kommen dann... Aber das ist ja auch in anderen Berufen so, ne?

00:29:58: Ja, nee!

00:29:59: In einem Rufen aber nicht so weil ich finde es, wie du sagst, einerseits mutig aber vielleicht auch ein bisschen naiv, aber das braucht's ja Das braucht's ja eigentlich, finde ich in allen Kreativbereichen.

00:30:11: Weil da ist auch immer so ne... Also ich hab das eben nicht geschafft, ich wollte immer Schauspielerin werden.

00:30:16: Ja, immer so große Fresse und habe den Schritt nie gewagt.

00:30:23: Also hab gar nicht den Ansatz gefunden mit achtzehn-neunzehn nach dem Abitur.

00:30:27: Ich hab mich sogar beworben auch, hab Schauspülunterricht genommen hier bei einem Stadttheater, meinem Schauspiele im Ensemble Und so was alles.

00:30:35: Aber als es dann darum ging, ich muss mich jetzt da ... Ich hab das immer soweit nach oben gesetzt, dass ich mich immer verglichen habe und so weiter und so fort.

00:30:43: Deswegen hab' ich's nicht gemacht.

00:30:45: Und Schwachsinn!

00:30:46: Ja?

00:30:47: Also wunderbar, dass wir dich jetzt als Regisseurin bekommen haben, ne?

00:30:50: Ich mein...

00:30:52: Ja, ich war anzutrauf

00:30:54: überhaupt.

00:30:54: Na ja, also ich glaub', da war ich so ... vierzehn, fünfzehn hab ich angefangen kurz Geschichten zu schreiben.

00:31:04: Das war nicht sehr gut aber zur gleichen Zeit habe ich ... also ich hab viel fotografiert mit einer alten Analogenkamera und hab dann meinen Vater hatte so ein altes Vergrößerungs- und Vergrösserungsapparat um die Fotos halt zu entwickeln.

00:31:19: Und das hat mir sehr viel Spaß gemacht.

00:31:22: Ich glaube auch noch zur gleichenzeit.

00:31:24: meine Mutter ist sehr Film interessiert immer schon gewesen.

00:31:29: Und ich glaube, sie war dann eigentlich die erste, die mich so mit den Filmen der Nouvelle Vague aus Frankreich und dem italienischen Neorealismus und so zusammengebracht hat.

00:31:38: Also im Sinne guckt ihr das mal an!

00:31:41: Dann habe ich einfach nur noch gestaunt.

00:31:44: Ich meine, da hab' ich in dem Alter diese ganzen Filme halt entdeckt, die so anders waren als ... Mit vierzehn

00:31:50: Nouvelles war

00:31:51: es?

00:31:51: Ja, sechszehn, fünfzehn-sechzehn so... Und da habe ich dann, glaube ich angefangen auch wie soll ich sagen Kino jetzt nicht so Samstagabend irgendwie so zum Samstag-Abend-Programm aber wirklich zu verstehen okay Filme das kann was ganz anderes sein.

00:32:10: Film kann Kunst sein film kann zum Denken Anregen.

00:32:19: Danke, anregen!

00:32:20: Ja also Film eben Arthaus-Film

00:32:23: auch.

00:32:24: Was bedeutet

00:32:25: Arthouse?

00:32:26: Ich habe immer einen Freund von mir der Butsche ist ein Schauspieler aus Berlin spielt immer so Seriendingen sieht ganz gut aus und spielt irgendwie ganz ordentlich Ist gelernter Dreher gewesen.

00:32:38: Der DDR

00:32:39: Handwerker DDR.

00:32:42: Und

00:32:42: ist nach der Wende irgendwie zum Film gekommen und hat dann Pöa-Pö das gemacht, also genau andersrum.

00:32:49: Der wird immer gekasset für Athaus-Filme.

00:32:52: Und er hat gesagt, oh, singe die Weiße!

00:32:54: Da muss ich wieder bei so einem Aathaus-Film mitspielen.

00:32:58: Sag ich, ey Butcher is doch geil!

00:32:59: Ist doch Kunst!

00:33:01: Immer so schweres Zeug, weißt du?

00:33:04: Er hat auch in letzter

00:33:05: Zeit Ferien gemacht.

00:33:06: Wahrscheinlich niedrigere Gagen...

00:33:08: Ja, das ist glaube ich das.

00:33:10: Er hat bei die Chefin Fernseh ZDF-Serie hier mit der Tochter von, ich weiß nicht... Krimiserie?

00:33:17: Neunzig Minuten, glaube ich, so eine Reihe und da war er dann jahrelang und mittlerweile ist er da weg weil er will jetzt doch lieber Athaus machen, weil er älter geworden ist und merkt dass es ihm einfach mehr bringt, wenn er irgendwie nicht immer nur dieselben Floskeln absondert und so.

00:33:34: Witzig, ja, Butcher.

00:33:35: Schülgrüße!

00:33:37: Ich denke das ist halt Arthaus, dass du... wie soll ich sagen?

00:33:42: Dass der Zuschauer muss da eigentlich auch was machen.

00:33:48: Also er muss sich investieren.

00:33:49: Es wird ihm halt nicht so frontal erzählt.

00:33:54: Und ich glaube dadurch Ich sag's im Deutschen, der Blickpunkt ...

00:34:01: Blickwinkel?

00:34:02: Der Regie einfach auch eine Rolle spielt.

00:34:05: Wie halt erzählt wird, ne?

00:34:06: Also ich meine das ist was sich vorhin sagte.

00:34:09: die gleiche Geschichte kannst du auf zwanzig verschiedene Art und Weisen erzählen Und ich glaub, Arthaus wählt dann eigentlich die nicht aus.

00:34:18: wie soll ich sagen?

00:34:19: Nicht weil es jetzt provozieren will oder so Aber weil es halt dann Genau den Blickwinkel wählt, sodass die Regie der Regisseur, die Regisseurein halt den Fokus auf verschiedene Elemente in dieser Geschichte legen kann.

00:34:35: Und also nicht so ein fertiges... Schabletten-Theater.

00:34:39: Genau, ja!

00:34:41: Wo man dir sagt und jetzt denkt bitte das und dann kommt die Musik... Und jetzt fühlt

00:34:45: man sich hier... Man weiß ja wie es ist aber man will das immer wieder sehen weil es keine Überraschung macht.

00:34:50: Das ist entspannt.

00:34:51: Ja manchmal braucht man das halt auch.

00:34:53: Ist auch völlig legitim.

00:34:54: nur ich habe mal festgestellt für mich tatsächlich aber auch noch nicht so lange her da hat mich eine Freundin zu einem Lars von Trier Film gezwungen.

00:35:02: Gezwungen?

00:35:03: Ja wirklich gezogen Und ich war mal wieder in der depressiven Phase, keine Ahnung.

00:35:07: Ich weiß dahin das kann ich überhaupt gar nicht und sage sie probier es.

00:35:11: Geh mit rein!

00:35:12: Wenn die ersten zehn Minuten nicht gehen darfst du wieder rausgehen wenn das nicht voll ist.

00:35:16: Und das war einer von den Lars von Trier Filmen, dieser Weltuntergang mit den zwei Monaten.

00:35:22: Melancholia.

00:35:23: Genau!

00:35:24: Das war lange Zeit mein Lieblingsfilm.

00:35:26: Ich bin tatsächlich gebannt in diese Kingo-Sessel gesessen und bin rausgegangen.

00:35:31: Mir war etwas schwindelig ich war overdosed aber es hat mir total gut getan.

00:35:36: Ich weiß gar nicht obwohl die Geschichte den Weltuntergang erzählt.

00:35:41: Aber eben die Art und Weise wie es erzählt wurde war traurig Aber nicht deprimierend.

00:35:47: Und da ist ja auch ein Unterschied zwischen Trauer und Depression, das ist ja ein Riesenunterschied.

00:35:52: Deswegen kann ich mittlerweile – wenn ich nicht so gut drauf bin – keine Schmonzette ertragen?

00:35:59: Ist es eher andersrum, dass mich Filme dann... besser zu mir zurückbringen, die vielleicht mit einer gewissen Schwere den Blick irgendwie halten.

00:36:09: Ja

00:36:09: aber ich würde jetzt nicht... für mich ist Atheus muss nicht schwer sein.

00:36:14: also ich meine für mich is Atheaus jetzt nicht nur etwas was wie soll ich sagen jetzt deprimierend oder ne?

00:36:20: Ich glaube Atheuß kann auch sehr lustig sein!

00:36:22: Ich glaube in meinen Augen geht es darum dass man halt dem Zuschauer Raum lässt, was du Raum für sein eigenes denken, für seine eigenen Interpretationen auch.

00:36:35: Und das finde ich dann auch spannend wenn man dann halt was du oftest wie er dann, dass bei den Arthausfilmen kannst du verschiedene Dinge auf eine ganz andere Art und Weise interpretieren wo ich glaube bei einem Mainstream Film bleibt.

00:36:48: also sind sich alle einig was es erzählt oder so.

00:36:54: Aber ist es schwer, für den Arthaus dann zu schreiben?

00:36:58: Dann musst du ja nochmal verquerer denken.

00:37:01: Ja ich glaube nicht dass ich mich hinsetze und sage oder mir selbst sage oder denke Ich mache jetzt Arthäus und deshalb denke ich jetzt noch um drei Kurven.

00:37:11: also das ist einfach die ich glaub die Erzählweise die ich mag oder die die mir wahrscheinlich besser liegt nämlich dass sich dass ich versuche zwisch.

00:37:21: also ich glaube das versuche immer nicht was du, wenn es zum Beispiel um Dialoge geht oder so.

00:37:27: Ich glaube da unterscheidet sich auch sehr viel Mainstream von... Es gibt wahrscheinlich auch Mainstream mit guten Dialogen.

00:37:32: aber ich meine wie kannst du eigentlich fast zwischen den Zahlen nochmal erzählen?

00:37:38: Oder wie kannst Du durch die Bilder weißt du, Dinge erzählen die nicht nur in den Dialogen sind.

00:37:45: Also ganz platt gesagt wenn ich zu einem Fernsehen Schuss gegen Schuss eine... wie heißt das im Deutschen?

00:37:53: Eine Wenn du halt den Raum ganz weit siehst, meine Gott.

00:37:57: Eine totale...

00:37:58: Ein totalen

00:38:00: Engelzweier

00:38:01: im Gespräch hat ein Richtiges von mir gesagt so dann mach mal noch ihr wisst schon Blick, Blick, Engel-Zweier wo man dann beide Köpfe sieht Reaktion auf und da gibt es ja richtiges Muster.

00:38:14: und das waren immer Blick, Plick und Engel Zweier Und dann noch eine Totale.

00:38:17: und dann haben wir's doch.

00:38:18: Ja, und das ist halt für mich so diese Fernsehsprache.

00:38:25: Es geht nicht darum was die Kamera erzählt es geht einfach nur darum halt etwas aufzunehmen.

00:38:31: Da sitzt ein Mensch du stellst eine Kamera hin der Mensch spricht naja also film ich den Mensch der spricht wenn du Ich sag jetzt irgendwas.

00:38:39: Wenn ich diesen Menschen von draußen durch das Fenster filme, der in diesem gleichen ... Das ist ein blödes Beispiel.

00:38:48: Das ist das Einzige, was mir so einfällt.

00:38:50: Dann erzähle ich vielleicht etwas über die Einsamkeit dieses Menschen oder dass er halt ja im Raum aller ... Weißt du?

00:39:00: Und das... Das war kein sehr gutes Beispiel.

00:39:07: Wenn ich halt schreibe, dann versuche ich es so darzustellen nicht dass der Zuschauer anschließend verloren ist in dem was er sieht sondern das er zusammenhänge verstehen kann.

00:39:19: Ich meine das was ich momentan schrei be ist ein sozialpolitisches Thema auch eine Premiere.

00:39:25: deshalb ist es auch sehr komplex und aber spannend Und ich könnte mir es manchmal sehr leicht machen, indem ich zwei Figuren in einen Raum zusammensetze und die sagen einfach ja aber das muss doch der Schuldige sein.

00:39:40: Das muss doch... Aber ich sag mir, das interessiert mich nicht!

00:39:43: Ich möchte Zähnen schaffen, in denen die Menschen eigentlich, weil die Menschen das glaube ich auch so tun um den Brei rum, sagt man das im Deutschen?

00:39:50: Um den Breih

00:39:51: rumreden?

00:39:52: Genau.

00:39:53: Verstehst du dass man halt zwischen den Zeilen eigentlich versteht was dort passiert.

00:39:58: Und das ist nicht nur ... Das ist mein Versuch, meinen Wille und meinen Wunsch!

00:40:02: Dass es nicht nur diese Geschichte erzählt, sondern vielleicht etwas über die Mentalität dieser Gesellschaft oder über die mentalität der Menschen einfach.

00:40:14: Oder weißt du?

00:40:14: Das Verhalten der Menschen, ne?

00:40:16: Ich glaub, ich glaube, vielleicht versucht man das auch im Arthausfilm etwas ... Ja also abstrakter in dem Sinne aber

00:40:27: Poetischer mit einer anderen Geschwindigkeit,

00:40:31: um

00:40:31: einen dazwischen zu erlauben.

00:40:36: Ein Dazwischend bei der Rezeption des Films... Tolles Wort!

00:40:44: Also wenn ich im Kino das sich so ein bisschen aushalten muss in dem Moment wo ich es ein bisschen aushalte weil das ist ja eine andere Art zu schauen und dass ich dann sofort auch enger dabei bin.

00:40:56: Und wenn ich rausgehe, länger nachhaltiger vielleicht sogar Ideen habe was da passiert ist im günstigen Fall, wenn es gut war

00:41:06: oder man sich halt einfach hat tragen lassen weißt du von einem Blick der vielleicht nicht der eigene ist ein Blick auf ein bestimmtes Thema wo man sich denkt okay Aber man hat halt während anderthalb Stunden oder zwei diesen Blick ... Den Blick aufgenommen von dieser Person, die den Film gemacht hat und man sieht vielleicht dann Dinge auf einmal ganz anders.

00:41:31: Und ich meine, die große Kunst ist in meiner Meinung nach, wenn es schafft, diesem Blick treu zu bleiben weil ich glaube das hat viel damit zu tun mit einer gewissen Ehrlichkeit auch in diesem Blick.

00:41:45: Und wenn man es denn Dennoch schafft viele Menschen damit anzuziehen.

00:41:52: Wir hatten da drüber kurz geredet, ich meine Filme wie vor ein paar Jahren Toni Erdmann oder vor nicht so langer Zeit Anatomie eines Falls.

00:42:03: Dann noch ein dritter Film mit Sandra Hüller, Son of Interest ... Ich weiß nicht, wie der auf Deutsch

00:42:08: hieß?

00:42:09: Also ja, das sind Beispiele.

00:42:12: So wirklich Atheros-Filme sind aber die es dann schaffen Dadurch, dass sie irgendwie so eine Offenheit haben oder wirklich das Thema auf den Punkt treffen.

00:42:21: Oder natürlich gerade das Thema der Zeit so treffen... ...dass dann die Menschen ins Kino strömen und das finde ich wunderbar da.

00:42:29: Und das ist natürlich auch denke ich nicht die Regel bei Arthaus?

00:42:33: Nein!

00:42:33: Das kommt selten vor.

00:42:36: Die große Hollywood-Knete machst du wahrscheinlich auch nicht so schnell mit diesem poetischen, ich nenne es einmal mal poetischem Kino der langsamen Erzählweise.

00:42:48: Der literarische Erzähleweise von Kinos.

00:42:52: Wobei meine Hoffnung ist tatsächlich weil ja Zeiten sich immer abwechseln wie und Ich glaube auch dass die Wie wir auf Dinge auf Geschichten gucken wie wir auf Figuren gucken das verändert sich Ja auch.

00:43:04: oder dieses der Overlord mit den Handys.

00:43:08: Und ich weiß, wovon ich rede?

00:43:09: Ich bin ja auch addicted mit diesem Handy!

00:43:13: glaube ich, dass sich auch wieder eine Bewegung hin zum Analogen ergibt und das es auch wahnsinnig wichtig ist.

00:43:20: Also ich habe jetzt für mich entdeckt, dass Demokratie nur funktioniert wenn analog- und digital miteinander zu tun haben in Korrespondenzen weil wenn du die digitale Welt hast also nur die Fiktion dann sitzt ganz komisch.

00:43:36: Das will ich nicht haben und das finde ich ganz schrecklich.

00:43:39: Und ich hab das Gefühl... Ich hab nur das Gefühl Und ich will, dass das Analoge mehr sich verbindet mit der digitalen Welt.

00:43:49: Also dass das Dialoge sich seinen Weg barnt und dazu gehört für mich auch so eine Art Resensibilisierung durch... also Entschleunigung ist auch so ein missbrauchtes Wort.

00:44:03: Aber letztendlich ist es jetzt tatsächlich einer Zeit mit der Entschneunigung Das noch mal herzuholendes Thema und dazu gehört für mich auch poetisches Kino.

00:44:13: Ja,

00:44:13: das was du sagst ist mit der Entschleunigung... ...das ist eines meiner Themen nicht nur Entschneunigung in dem, was ich tue, in meine Arbeit oder so, sondern allgemein in meinem Leben ist es etwas, ich würde am liebsten einen Klub der Entchleunigungen gründen.

00:44:34: Ich weiß noch nicht genau, was man da machen würde.

00:44:37: Ich finde es immer noch leider in unserer Zeit, finde ich das Produktivität noch zu sehr... Was du noch zu sehen?

00:44:45: Also es will nicht heißen man soll nichts tun und so weiter.

00:44:48: Das ist auch richtig.

00:44:49: verstehen aber dass Produktivitet eigentlich immer noch zu eine hohe Stelle.

00:44:55: also wie sagt man das was einen hohen Stellenwert hat?

00:45:00: Ich kenne mittlerweile, wenn vor kurzem Menschen in Kontakt Burnout oder dieser Leistungsdruck und da kann man auch sagen was man will.

00:45:10: Also ich habe den Eindruck das ist immer noch nicht bei verschiedenen natürlichen oder in verschiedenen Nischen oder so, aber es ist immer nur ein Ding dass wer viel produziert, wer dauernd trennt, wer viel leistet ... Das ist gut!

00:45:25: Und das ist immer noch wie ein ... dass die Langsamkeit und das Dagegen gehen.

00:45:31: Und diese Sache im, wie soll ich sagen?

00:45:34: Wie sagt man das mein Gott?

00:45:36: Im Gro- also tief... Also

00:45:39: nicht so verhuscht sondern einfach

00:45:41: sich

00:45:41: die Zeit nehmen um näher ranzugehen.

00:45:44: Um zu gucken was da ist.

00:45:45: Ja und dann auch gerebt.

00:45:46: Was ist eigentlich wirklich da ne?

00:45:49: Und dass das immer noch so wie soll Ich sagen Nicht verpönt ist, aber meiner Meinung nach könnte da noch was passieren.

00:46:00: Mit Vierzehn sagst du Arthaus?

00:46:02: Nicht Arthaus, Nouvelle Wacke!

00:46:03: Deine Mutter hatte auch ein Fable für Film, also Fotografie und Kurzgeschichten... Das

00:46:15: liegt natürlich ein paar Jahre zurück.

00:46:18: Ich weiß, dass ich damals im Gymnasium in Luxemburg habe... mich doch für eine Wissenschafts-Sektion entschieden, weil es gab ein paar verschiedene.

00:46:35: Aber es gab dann auch Kunst.

00:46:38: aber da musste man zeichnen können und das kann ich überhaupt nicht und deshalb habe ich gedacht nein, dass schaffst du nicht!

00:46:45: Und perspektivisches Zeichnern... Also ich hab mich sehr dafür interessiert und auch Kunstgeschichte und so.

00:46:51: Aber ja, und dann hab ich halt Wissenschaften mich dafür entschieden.

00:46:55: Also viel Biologie und Mathe und Physik und Chemie und so ... Und das konnte ich auch, obwohl ich alles vergessen habe.

00:47:06: Aber genau, ich hab das dann gemacht.

00:47:08: Dann hab ich überlegt, machst du das jetzt wirklich?

00:47:12: Das kam dann irgendwann so auf, dass ich Film gerne studieren möchte.

00:47:18: Der anderen Seite hatte ich noch eine andere Idee, das Fahrmedizin zu studieren und um Psychiaterin zu werden.

00:47:26: Und dann habe ich mich aber dagegen entschieden.

00:47:28: einer der Gründe war weil ich keine Lust hatte also weil ich mir gedacht hab dass da musst du ewig lange muss Du ewig lang studieren?

00:47:36: Und möchtest Du das überhaupt an ständig

00:47:40: Dauer eingeschaltet.

00:47:44: Und dann habe ich mich halt für Film entschieden und ich meine diese, klar weißt du dieses Interesse an der Psychologie des Menschen und so, das ist natürlich... Ich schreibe, kreiere, inspirere mich ständig an.

00:47:59: also ich meine, ich schaffe Figuren, ich inspiriere mich an Menschen die mir über den Weg laufen um Figuren zu schaffen, also irgendwo soweit weg von der Psychologie oder der Psychiatrie bin ich dann auch nicht, weil es mich sehr interessiert.

00:48:15: Aber genau so habe ich meinen Weg nach Paris gefunden.

00:48:19: Und Paris war dann?

00:48:21: Paris glaube ich, weil man da halt Film an der Uni studieren konnte.

00:48:26: in Deutschland waren's eher die Filmschulen.

00:48:29: zu dem Zeitpunkt wollte ich nicht unbedingt nach Deutschland zum Studieren Und Paris klang für mich so, und das war's dann auch.

00:48:37: Warst du die Großstadt, wo man endlich anonym sein kann?

00:48:43: Ja, schön!

00:48:45: Da hat sich meine Persönlichkeit entwickelt natürlich.

00:48:50: Du wohnst

00:48:52: in Paris?

00:48:52: Im

00:48:53: Fünften kennt kein Mensch.

00:48:55: Das ist im Süden, da war meine Schule auch... Ja, also kein sehr spannendes.

00:49:01: Nach Bonlieu?

00:49:03: Nein nicht Bonlieux es war noch innerhalb der Mauern aber...

00:49:08: Also kein hibbes Pflaster?

00:49:10: Überhaupt keine Hibbespflaster, da habe ich dann versucht meine Abend- und Wochenenden zu verbringen.

00:49:18: Und da war ich dann sechs Jahre lang, also ich hab dann vier Jahre dieses eine Studium gemacht.

00:49:23: und dann bin ich während zwei Jahren ... Kunstgeschichte hat mich immer sehr interessiert.

00:49:30: Und in diesem Studium auch in Paris, da hatte ich so viele verschiedene Fächer die eigentlich jetzt nicht direkt mit Filmen was zu tun hatten.

00:49:39: Was aber auch dazu gehört?

00:49:41: Ich glaube auf den Filmschulen oder so hast du das vielleicht weniger ... also wirklich den Film-Schulen.

00:49:49: und dann war ich dann noch zwei Jahre lang freie Studentin ... in einer anderen Fakultät der Uni und hab da Kunstgeschichte studiert, aber bin nur also studiert.

00:49:59: Ich habe eigentlich nur davon profitiert dass ich dann noch so einen Studentenausweis hatte... ...und da bin ich auch nur in die Kurse gegangen, die mich interessiert haben und zwar war das... ...Egiptologie... Und Fotogeschichte!

00:50:15: Nee, Fotogeschichten finde ich auch total spade.

00:50:17: Also das glaube ich ist... Ja gut, Egiptologie okay, gut.

00:50:22: Ich kann mich an nicht erinnern, dass der Ägyptologie ... Aber ja.

00:50:26: Und zur gleichen Zeit hab ich dann hier mit Jean-Claude Schlimm gearbeitet.

00:50:30: Produzent?

00:50:32: Produzent, aber der hat auch einen Spielfilm gemacht.

00:50:34: House of Boys damals.

00:50:37: Der Film wurde später gemacht und da bin ich halt ständig ... In diesen zwei Jahren bin ich so ständig hin und her gependelt.

00:50:44: Da war schon ein kleiner Fuß in der Tür in Luxemburg mit Filmen.

00:50:49: Gab's das

00:50:49: schon?

00:50:49: Genau!

00:50:50: Ja, ja, ja.

00:50:51: Und dann hab ich aber entschieden, dass ich vielleicht doch noch mal irgendwie studieren will.

00:50:56: Dann bin ich halt noch ein Jahr nach London.

00:50:58: Mhm.

00:51:00: Was war dein erster Film?

00:51:03: Wo du hast so als Regieassistentin angefangen ... Ist das so ein klassischer Weg und

00:51:10: wie?

00:51:10: Na ja, damals glaub ich schon.

00:51:12: Also ich hab wirklich ganz unten angefangen.

00:51:15: Ich habe erst einmal ... Das war ein Film der hieß Vila de Ros Belgischer Film.

00:51:23: Und da hab ich im Location-Departement gearbeitet, also ich habe Kaffee gekocht und Mülltüten geschleppt ... Das

00:51:31: hab' ich auch gemacht!

00:51:34: Ich weiß das ich schon nach ein oder zwei Tagen die Schnauze voll hat und nicht mehr zurück wollte.

00:51:38: und ich glaub dann hat mein Vater gesagt doch, du gehst da schon noch mal hin.

00:51:41: Du ziehst es jetzt durch?

00:51:42: Die ist das jetzt durch... und das hab' mich dann auch gemacht.

00:51:50: dritter Regieassistent, zweiter.

00:51:53: Und dann hab ich irgendwann mal auch ein bisschen Produktions gemacht und das habe ich dann halt so über die Sommer halt immer gemacht, was du währenddich in Paris studiert habt.

00:52:02: Ja, dass mit Jean-Claude ... Das war dann schon, sag ich mal, so'n richtiger Job.

00:52:07: eher, weißt du?

00:52:08: Dass er hat dich im Büro und

00:52:11: wie alt warst du da ungefähr?

00:52:13: Naaah, vierundzwanzig.

00:52:16: Mhm.

00:52:19: Aber das war mir dann zu früh, um schon aufzuhören.

00:52:22: Dann hab ich in London ... Das war halt ein Jahr nur, aber das war eher so spezifischer Regie.

00:52:30: Obwohl es war neuer Kurs.

00:52:31: Es ist eine ganz bekannte Schule, die heißt National Film on Television School.

00:52:37: Television?

00:52:38: National Film and Television, genau!

00:52:40: Sie gibt's schon ganz lang und hier hatten sie einen neuen Kurs kreiert.

00:52:45: Und wir waren eigentlich ... Die Versuchskaninchen, das erste

00:52:54: Semester mit diesem neuen

00:52:56: Kurs.

00:52:56: Und wir waren es zwölf und eigentlich ... Wir haben dann immer darüber diskutiert was du und was machen wir heute?

00:53:05: Was ist jetzt der nächste Kurs so?

00:53:06: Also es war sehr ... Free.

00:53:09: In London?

00:53:10: In London, genau.

00:53:11: Free

00:53:11: in London!

00:53:12: Free in LONDON mit...fünfundzwanzig, genau

00:53:15: Okay.

00:53:16: London ist ...ich mag London nicht ich kann's aber nicht

00:53:18: mehr.

00:53:19: Ich hab es damals gemocht so weißt du diesen in diesem einen Jahr.

00:53:23: sich war da.

00:53:24: ich bin dann noch ein Jahr da geblieben Aber das ist halt so groß.

00:53:27: Was

00:53:28: ist

00:53:28: so teuer?

00:53:29: Also ich hab das Gefühl, immer in London kannst du im Grunde gar nichts machen wenn du kein Geld hast.

00:53:33: Absolut!

00:53:34: So, also du kannst nicht anständig wohnen.

00:53:37: Nein.

00:53:37: Es ist immer so... Du

00:53:39: kannst nicht mal Bus fahren.

00:53:40: Sogar Busfahren.

00:53:42: Damals wir hatten halt so diese Studentenkarten und als ich da nicht mehr Student war, da war dieses Busfahren...

00:53:49: Das

00:53:49: war wahnsinnig teuer.

00:53:50: Wir haben dann überlegt nehmen wir den Bus, das kostet, fahren nach Soho gehen dort was essen oder auch nur trinken, gehen dann ins Kino.

00:53:59: Das war dann alles ... Hundert

00:54:01: Pfund?

00:54:02: Ja und ich weiß nicht dreißigvierzig Pfunde oder so.

00:54:04: Und das machst du da nicht jeden Tag.

00:54:07: London weiß ich auch immer nur, kenne ich immer nur von Leuten die entweder dies geschafft haben.

00:54:11: Weil sie im Finanzbusiness irgendwie gut sind oder so und am Abendessen drüber reden was sie sich denn wo sie den nächsten Biscay hinhängen sollen.

00:54:22: Und die haben sprechende Wohnungen wo alles elektrisch geht oder Sie wohnen zu Dritt auf acht Quadratmetern also dazwischen gibt's nichts.

00:54:30: So ist für mich London.

00:54:32: Ja ja und ich finde als ich meine es hat Ich mag so Städte, wo du eigentlich auch wenn du es nicht tust.

00:54:39: Aber doch früher habe ich das gemacht in Paris und bin natürlich stundenlang immer zu Fuß gelaufen was du und durch alle möglichen Viertel.

00:54:45: aber in Paris kannst du das auch machen weil weil jedes viertel ist irgendwie also da da ist immer irgendwie was.

00:54:50: Aber London ist eine Stadt der endest du dann in so einem No Man's Land und dann da magst Du dann nicht drei Kilometer durchlaufen bis du in das nächste sag' ich mal irgendwie normalere Vierteln kommst oder so.

00:55:04: Also wie gesagt, nach London und dann zurück nach Luxemburg.

00:55:08: Genau, ja.

00:55:09: Dein erster eigener Film wo du gesagt hast also das war jetzt low budget aber da habe ich meine erste wirklich meine erste Regie gemacht vielleicht auch mit oder wahrscheinlich noch ohne erstes eigenes Drehbuch.

00:55:23: Du hast ja wahrscheinlich nicht dein erstes Filmprojekt selbst gemacht und unteigendes Drehbuch geschrieben?

00:55:29: Oder war es so?

00:55:30: naja Ich hab während der Studienzeit Da habe ich jetzt die Daten nicht im Kopf Aber während der Zeit habe ich halt auch eigene Kurzfilme schon gedreht.

00:55:39: Also das war wirklich nicht mal low-budget, das war no budget Das war auch sehr experimentell.

00:55:46: Da gab also richtige Drehbücher gab es da nicht was so.

00:55:49: ich habe auch Zwei Filme gedreet mit mit super acht also wirklich und dann auch Nicht geschnitten.

00:55:56: das war dann wirklich der Schnitt in der In der Kamera.

00:56:00: solche Sachen hab ich halt auch in Paris auf diese.

00:56:03: das war halt schon wirklich so ein Kunstfilmschule auch, teilweise.

00:56:09: Und dann habe ich ... ... in den ersten Kurzfilm gedreht mit Drehbuch und mit Budget.

00:56:19: Was war das für eine Story?

00:56:21: Das ist eine Story ...

00:56:25: Moment!

00:56:26: Also ich hab die Bilder im Kopf, aber so die Story jetzt zu erzählen.

00:56:30: Das ist eine Frau ... Die hat ein Kind und einen Mann und hatte aber ne Liebhaberin, die macht Parfüm.

00:56:38: Und das ist ein Tag in dem Leben dieser Frau.

00:56:42: Okay, der lief auch auf Festivals?

00:56:44: Der lief ja auch auf Festival.

00:56:45: Ja, er kam dann in den Jahr zwei Tausend acht raus und es war halt der Film, produziert von der gleichen Firma, mit der ich heute immer noch arbeite in Luxemburg.

00:56:55: Red Lion und Paul Kruchten, der leider zwei Tausendneunzehn gestorben ist.

00:57:00: Das war

00:57:00: Red Lion für Red

00:57:01: Lion?

00:57:02: Genau!

00:57:03: Und Paul war der erste, also er war selbst auch Regisseur aber auch Produzent... ...und Paul war eigentlich der Erste, der so gesagt hat So, möchtest du jetzt mal einen richtigen Film machen?

00:57:15: Schick mir mal ein paar Ideen.

00:57:17: Oh wow!

00:57:18: Den habe ich damals getroffen auf einer Feier von Trixi Weiß.

00:57:23: Trixie Weiß?

00:57:24: Kennst du Trixy Weiß, eine künstlerin, eine luxemburgische Künstlerin?

00:57:28: Also der Name kommt mir irgendwie... Ist mir der Name schon untergekommen?

00:57:32: Ja

00:57:32: sie arbeitet in verschiedenen Medien, macht Skulpturen, Installationen, Videos.

00:57:37: Das ist

00:57:38: aber nicht diese ganz schrille ältere?

00:57:41: Älterer!

00:57:42: Wir sind so in unserem Alter, sag ich mal bei dir.

00:57:45: Unser Alter stimmt ja nicht, du bist ja viel jünger.

00:57:48: Trixie Weiß hat die auch die Skulptur für den Luxemburger Filmpreis gemacht?

00:57:52: Nein.

00:57:53: Ach so, nein!

00:57:53: Du meinst Patricia

00:57:54: Lippert?!

00:57:55: Nein, die ist es nicht.

00:57:57: Nein aber auf jeden Fall.

00:57:58: Trixi ist auch schräg und ganz toll und Trixy hatte damals ein Haus.

00:58:03: da hat sie wohl nicht mehr wohnen wollen.

00:58:05: das wurde abgerissen und dann hat sie so eine so eine ganz memorable Fire hat sie in diesem Haus gemacht Und da war es sich noch.

00:58:14: Da saß Paul Kruchten, also der dann mein Produzent wurde und ich war dann irgendwie ja fünf, sechsundzwanzig und hab mich daneben hingesetzt und kannte ihn so als Regisseur.

00:58:24: Dann hat er irgendwie gesagt Ja Laura möchtest du einen Film machen?

00:58:27: Dann schick mir mal deine Ideen.

00:58:30: Der Party von Trixi Weiß.

00:58:31: Genau, genau!

00:58:33: Da hatt's begonnen.

00:58:35: Ja, gefahren.

00:58:37: Würdest du irgendwas anders machen?

00:58:39: Hm ... In meiner Arbeit

00:58:41: Insgesamt.

00:58:42: Wie alt bist du jetzt, wenn ich fragen darf?

00:58:45: Ich werd bald ... forty-sech.

00:58:47: Mitte vierzig!

00:58:49: Da hab' ich zum ersten Mal nachgerechnet.

00:58:51: Wie lange ich noch hab'.

00:58:52: Oh je... Ja, du, ich hatte das nicht mehr.

00:58:55: Ich hatte das als ich letztes Jahr fünfundvierzig

00:58:57: wurde.

00:58:58: Ganz

00:58:58: schlimm.

00:58:59: Ich war in meinem Geburtstag ziemlich deprimiert und ich habe dann also was ... Ich hatte dieses Bild so vor mir, als sei ich so oben auf einem Hügel angekommen Und ich guck so auf der einen Seite runter, das ist meine Vergangenheit.

00:59:13: Und merke irgendwie okay jetzt geht's dann auf der anderen Seite irgendwie wieder runter so ne?

00:59:19: Aber...

00:59:20: Da hab ich noch ein kleines Beispiel aus einer Psychospiel-Situation eines Selbsterfahrungsworkshops den ich mal machen musste.

00:59:27: beruflich irgendwas keine Ahnung und da war das eine Reise mit sieben Koffern.

00:59:31: kennst du vielleicht?

00:59:32: Das sagt mir was.

00:59:33: aber Ja

00:59:34: na hast du den Koffertrauer, den Kaffeehrgeheiz.

00:59:38: Aber das wahrzunehmen zu sagen, ich hab dich für einmal viel zu lange in Beziehung.

00:59:41: Weil ich immer dachte, komm ist doch ganz okay.

00:59:44: Hauptsache nicht allein oder so.

00:59:46: Oder ... Ich will ohne die Person nicht sein und plötzlich merkt man, man ist unbelasseter ohne die Personen.

00:59:52: Das sind doch alles Lerneffekte?

00:59:54: Ja, aber ich denke, man hätte ... Ich weiß es nicht.

00:59:57: Man hätte wahrscheinlich ... Ich hätte mir Schmerz sparen können.

01:00:02: Und ich wär vielleicht was so.

01:00:04: Das ist ja aber eine hette Fahrtkette.

01:00:07: Ich

01:00:07: weiß,

01:00:08: ich

01:00:08: war doch froh dass du es jetzt weißt!

01:00:10: Du bist mit forty-six da und denkst dir ey das will ich jetzt echt nicht mehr so.

01:00:16: Meine letzte Beziehung mit der bin ich noch befreundet.

01:00:18: Das war Peter, das ging gar nicht.

01:00:20: also aber es ging auch nie weil ich nie ne Beziehungen wollte.

01:00:24: Ich dachte nur ich muss eine haben, weil das ist das Modell was akzeptiert ist, was normal ist oder das macht man so Und ich weiß seit meinem letzten Versuch mit jemandem zusammen zu wohnen, geht gar nicht.

01:00:41: Auf keinen Fall!

01:00:42: Ich sag heute und ich sage trotzdem nicht oh Gott hätte ich mir schenken können nein ich habe drei Jahre mit ihm zusammen gewohnt und es war von Anfang an eine Katastrophe.

01:00:53: aber ich hab gedacht das wird jetzt mal gut und ich muss das jetzt mal aushalten Und das ist eigentlich der Glücklichmacher an der Sache.

01:01:00: Wahrscheinlich bin ich gerade in dieser Zwischenphase, verstehst du?

01:01:03: Zwischendem kommt mir nicht mehr in die Tüte und ...

01:01:07: Und dem Ärger, dass es in den Tüten kam, ist da hin.

01:01:11: Oder vielleicht in so eine kleinere Tüте dann doch noch reinkommt aber immer schneller.

01:01:18: Du erkennst es

01:01:19: einfach schneller!

01:01:23: Das ist gut.

01:01:24: Ja eben.

01:01:25: Also... Ach, du bist doch auch ein Kind!

01:01:30: Ja, nee.

01:01:30: Also ich bin ja jetzt echt dann doch mehr älter als ich dachte, noch viel älte als ich dachte.

01:01:35: Ich werde mal sechzig, stell dir das mal vor.

01:01:39: Wichtig?

01:01:41: Ich hab keinen Einfluss drauf, ich

01:01:42: kann es nicht ändern.

01:01:44: Aber was mir immer wichtig ist, Altersvorbilder zu haben also so Frauenbilder im Kopf... Wie ist jemand mit siebzig?

01:01:53: Fünfundsiebzig.

01:01:54: Ist es noch Lebensqualität, ist das noch spannend so?

01:01:59: Das ist mir wichtig!

01:02:00: Das brauche ich total und auch immer.

01:02:04: Connection zu Jüngeren.

01:02:05: Ja

01:02:06: ja ja.

01:02:07: Also so beides.

01:02:09: Und wir sagen uns wieder verfranst... also ich habe uns hier wieder verfrankt obwohl ich das immer interessant finde und ich weiß dass die Hörerschaft aus dem dazwischen Auch so versetzständigte Gespräche mag, glaub ich schon.

01:02:22: Wer kann

01:02:22: ich mir vorstellen?

01:02:23: Aber jetzt versuche ich trotzdem noch mal zu dir zurückzukommen mit meinen ganzen Alters-Weisheiten...

01:02:28: Ich bin

01:02:28: schon, ich bin

01:02:28: schon fünfundzwanzig!

01:02:30: Genau, genau.

01:02:32: So, ah du musst um sieben den Bus kriegen, hast du gesagt?

01:02:34: Du willst um siebenden Bus kriegen und da Du nicht wieder warten musst auf irgendwas, weil das länger geworden ist als du wolltest.

01:02:41: So jetzt gucke ich was ist Atheros haben wir?

01:02:43: Leben in Luxemburg, leben in Luxenburg!

01:02:46: Wenn du heute dir eine Stadt aussuchen könntest wo du deinen Job den du aber jetzt so machst wie du den machst und machen möchtest machen könntest welche Stadt würdest du Luxemburger vorziehen?

01:03:01: Du, während langer Zeit hätte ich wahrscheinlich gesagt Berlin.

01:03:05: Ich mag Berlin immer noch aber würde da auch nicht mehr leben wollen?

01:03:07: Ich bin eigentlich überhaupt kein Stadtmensch mehr.

01:03:12: also ich vertrage, ich fahre jetzt bald nach Berlin freue mich auch aber ich glaube ich kann in einer Großstadt nicht mehr Leben.

01:03:19: Also ich würd am liebsten glaub' ich.

01:03:22: Dieser verbringe halt auch viel zeit auf den kanarischen Inseln wenn es denn geht Da wird das mir dann auch Und doch nach einem zwei Monaten wird es mir dann zu klein, aber ich würde manchmal überlege ich so gibt's nicht irgendwie eine tolle interessante Stadt die jetzt nicht zu groß ist.

01:03:40: Aber am Meer.

01:03:40: Ich würd eigentlich wahnsinnig gerne am Meer leben.

01:03:44: Aber auch, ich weiß nicht momentan bin ich in einer Phase wo ich mich... ganz allein in ein fernes Land bewegen würde, weißt du?

01:03:53: Ohne Kontakte oder so.

01:03:56: Das Gute eigentlich an meinem Beruf ist wenn ich schreibe oder nicht gerade in der Vorbereitung bin oder drehe oder irgendwie treffen habe kann ich halt überall sein auf den Welten und das ist schon toll.

01:04:09: Aber ich muss sagen Luxemburg gefällt mir immer besser.

01:04:11: Es ist einfach so eine schöne Stadt.

01:04:14: Ja.

01:04:14: Das ist schon sehr, sehr schön und es hat jetzt auch wirklich so ein Großstadt-Flair bekommen.

01:04:20: Es sind alle Sprachen gesprochen.

01:04:21: Ja.

01:04:22: Und das ist... Also Luxemburg ist schon schön.

01:04:25: Ja, Spielfilm.

01:04:27: Nächstes Projekt?

01:04:28: Was kommt da sozial...?

01:04:30: Sozialpolitisch!

01:04:32: Der Film heißt der Schrank tatsächlich auf Deutsch.

01:04:36: also ich schreibe ihn auf Französisch, da heißt er L'Armoire Und ich weiß gar nicht, wieviel ich davon, wie viel ich da schon hier auf der Antenne erzählen möchte.

01:04:46: Aber sag' ich mal so ... es beruht auf einer wahren Begebenheit aus den zwei Tausendern aus Luxemburg.

01:04:52: Es gab einen Prozess und der Film ist eigentlich also, der inspiriert sich an dem was damals in den Jahren passiert ist.

01:05:01: Ich nehm mir natürlich eine ganze Menge Freiheiten zu den Figuren und so.

01:05:06: Und was genau passiert ist aber... Ja, und jetzt bin ich am Schreiben.

01:05:10: Und wenn alles gut geht, dann drehen wir vielleicht nächstes Jahr, sonst das Jahr danach.

01:05:15: Es dauert halt immer so lange, ne?

01:05:18: Ja, bin ich gespannt!

01:05:19: Liebe Laura Schröder um deinen Namen noch mal hier auszusprechen... Du bist auch Googlebar.

01:05:26: Ich

01:05:26: bin Googlebar, ich bin auf Instagram.

01:05:29: Als Laura Schrøder bist du da, gell?

01:05:31: Ja genau, lauraschröder.film glaube ich.

01:05:35: Bist du auf Insta oder Facebook?

01:05:37: Nein

01:05:38: Ist dir zu Oldschool.

01:05:40: Weil ich nie ... Ich war nie auf Facebook und hab gedacht, das muss ich jetzt durchziehen.

01:05:44: Dann hab ich es auch geschafft, dann kam Instagram.

01:05:47: Das konnte ich dann spannend anfangen, weil's da ... Anfangs ging's ja eigentlich um die Fotos, um die Bilder.

01:05:54: Stimmt!

01:05:56: Jetzt geht's ja um den Fame.

01:05:57: Und den Fame-und Verkauf.

01:06:01: Genau.

01:06:03: Gut, Laura Schröder ist bei Instagram.

01:06:04: Sie ist Googlebar.

01:06:05: Sie arbeitet aktuell an einem Film, den wir dann ...

01:06:08: Es gibt auch ein anderes Projekt.

01:06:10: Noch ein anderes Projekt?

01:06:11: Es gibt noch einen anderen Spielfilm.

01:06:13: Ah

01:06:14: okay!

01:06:14: Also du schreibst aktuell an zwei Büchern?

01:06:16: Ich mache das, ich schreibe ein bisschen an dem einen, also jetzt momentan viel am Schrank und dann leg' ich das zur Seite und dann arbeite ich wieder ein bisschen in dem anderen.

01:06:25: Das gehört auch zu Entschleudigungen und zu Langsamkeit dazu.

01:06:28: Okay

01:06:28: Und dazwischen Pausen

01:06:30: Dazwischn Ist das Wichtige?

01:06:34: Die Pausen in dem Dazwischen sind ganz wichtig.

01:06:38: Die Pausan

01:06:39: sind wahnsinnig wichtig und das dazwischend, eben genau doch!

01:06:42: Das dazwwischen ist das Wichtigere.

01:06:44: Ja ja

01:06:45: siehst du sag ich doch sehr gut so.

01:06:48: also besser kann man es jetzt nicht hier beschließen.

01:06:52: achtelt auf Laura Schröder guckt euch nicht auf Laura Schuler, guckt durch ihren Film mal in der Arte Mediathek an.

01:06:59: Der heißt Maret!

01:07:02: Sehr gut, Simi.

01:07:03: Laura,

01:07:03: ich wünsche dir eine gute Zeit.

01:07:05: Danke.

01:07:06: Gute

01:07:06: Heimreise mit dem Bus.

01:07:08: Lass dich nicht beim Schwarzwald erwischen in Deutschland.

01:07:11: Ich

01:07:11: hab jetzt ne Tageskarte.

01:07:13: Gut, fünf

01:07:16: Euro Tagesgarten.

01:07:17: Na gut das geht ja.

01:07:18: Das

01:07:18: finde ich sehr korrekt!

01:07:20: Ich sage schon mal Tschüss liebe Hörende draußen an den Endgeräten.

01:07:24: Es war mir wieder ein Fest eine so bezaubernde junge Frau hier euch präsentieren zu können die Laura Schröder aus Luxemburg.

01:07:34: Danke Laura nochmal

01:07:36: und er danke dir ciao

01:07:50: tschüssi.

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