Johanna Dieterle (Tatto-Künstlerin, Sozialarbeiterin)
Shownotes
Ich muss kurz gestehen: Ich kannte Johanna Dieterle bis vor ein paar Tagen nicht. Wir haben uns beim Salonabend von Tanja Kriebel getroffen, und ich habe sie eigentlich kaum gesprochen. Aber es gab diesen Moment, wo ich sie angeschaut habe und gedacht habe: Die hole ich mir. Sofort. Einfach so. Manchmal weiß man das.
Johanna ist 44, kommt aus Freiburg, hat in München, Köln und irgendwann aus Liebe in Bitburg gewohnt – ja, genau, Bitburg – und ist seit 2017 hauptberuflich Tätowiererin im Demon Art Tattoo, dem ältesten Tattoostudio der Stadt. Vorher war sie Augenoptikerin, Sozialarbeiterin, Suchtberaterin und zuletzt Leiterin einer Jugendhilfeeinrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Das alles. Und davor hat sie sich mit zwölf Jahren selbst ein Peace-Zeichen auf den Arm gestochen – mit einer geklauten Nähnadel und Pelikan-Tusche.
In dieser Folge sprechen wir über: – Den Moment, als ihr Partner sie in den Arm nahm und fragte, ob sie tätowieren lernen will – statt einen Heiratsantrag zu machen – Dot Work als Lebensphilosophie: Wie aus unzähligen einzelnen Punkten etwas Großes entsteht – Frida Kahlo auf dem Rücken – und warum vier Porträts noch nicht genug sind – Depressionen, die man jahrzehntelang nicht als solche erkennt: der Vorhang, der sich irgendwann hebt – Warum sie glaubt, dass depressive Menschen keine schwachen, sondern die stärksten Menschen sind – Kundschaft vom Bürgermeister bis zur Reinigungskraft – und was das über Tattoos in der Gesellschaft sagt – Den Einkauf an der Supermarktkasse, der alles verändert hat
Johanna findest du hier: 🌐 https://demonarttattoo.de 📸 @johanna.dieterle auf Instagram
📖 Buchtipp aus der Folge: "Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein" von Benjamin Maack (Suhrkamp, 2020)
Diese Episode wurde gefördert von der Stadt Trier
Transkript anzeigen
00:00:00: Sie hat gesagt, ja ich hab mir ein Fässchen Pelikan-Tusche gekauft und habe meiner Mutter eine Nähnadel geklaut.
00:00:06: Naja, einen kleinen.
00:00:07: Johanna dachte sich dann halt an was die kann.
00:00:12: Das kanne ich auch!
00:00:13: Und genau so habe ich es gemacht und habe mich dann in meinem Zimmer verkrümelt und habe mir ein Pießzeichen auf den Arm gemacht.
00:00:23: Der erste mit dem ich es zu tun hatte, den habe ich gefragt, sag mal wie hast du das gelernt?
00:00:29: Naja...und dann war seine Antwort Ja, im Knast.
00:00:31: Das hab ich nicht als Privileg begriffen, sondern eher als ... eine Option die für mich nicht in Frage kommt.
00:00:41: Es hat sich so ergeben das ich das zwar nie wollte aber es wurde mir eine ganz tolle Stelle angeboten.
00:00:48: Eine Leitungsposition in der Jugendhilfe-Einrichtung, die erst neu aufgebaut
00:00:53: wird.
00:00:53: Ach du liebe Zeit!
00:00:55: Da kriege ich sofort Schweißausbrüche bei der Vorstellung?
00:00:59: Ich auch.
00:01:04: Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Freund, das war Jahre bevor ich überhaupt drüber nachgedacht habe in Therapie zu gehen.
00:01:10: Hat der mir auch ins Gesicht gesagt, Johanna du hast Depressionen!
00:01:15: Ich war total sauer auf denen und hab gedacht wie weit mein lieber Freund willst du dich bitte noch aus dem Fenster lehnen?
00:01:21: Ich habe das niemals möglich gehalten dass ich depressiv
00:01:26: bin.
00:01:33: Hallo zusammen und herzlich willkommen zu einer frischen Folge Podcast aus dem dazwischen mit mir Simi will.
00:01:42: Und heute sitzt mir gegenüber eine bunte Frau sehr tätowiert an allmöglichen Körperstellen, und es ist niemand Geringeres als Johanna Dieterle.
00:01:55: Johanna kommt aus Bitburg!
00:01:58: Hallo Johanna!
00:02:01: Ja, und zwar ganz spontan.
00:02:02: eingesprungen ist Johanna.
00:02:05: Und wir haben uns vergangene Woche beim Salonabend der Tanja Kribel getroffen.
00:02:10: Weil du so eine Geschichtenerzählerin bist habe ich gesagt die hole ich mir her.
00:02:15: Toll dass du da bist.
00:02:16: Danke das ich da sein darf!
00:02:18: Ich freue mich riesig.
00:02:20: Sehr schön meine Liebe stelle dich mal vor.
00:02:23: zeige uns mal wer Du bist weil normalerweise mache ich immer Google und schickte es raus Wer bist du?
00:02:28: Johanna Dieterle.
00:02:29: Wer ist das?
00:02:31: Ja, gute Frage.
00:02:33: Johanna ist ... forty-vierzig?
00:02:37: Junges Denk!
00:02:39: Na ja, wie man's nimmt.
00:02:40: Ich bin jetzt auch grade am Alter werden und das ist ein Teil von Johanna, zumindest ein Teil, dass sie sehr beschäftigt.
00:02:47: Ja, ich bin seit zwei Tausend Siebzehn Tätowiererin.
00:02:51: Ich hab angefangen der Weißsechsund Dreißig also eher spät in meinem Leben.
00:02:55: Das bedeutet automatisch davor ist ja auch was passiert.
00:02:59: Das war nicht immer alles ganz gradlinig.
00:03:02: Ich hab ... Ja, keine Lust gehabt auf Schule zum Beispiel im Teenageralter.
00:03:07: Das fand ich... Alleinstellungsmerkmal.
00:03:12: Total!
00:03:13: Ich fand es so uninteressant.
00:03:14: Wo bist du denn zu Schule gegangen?
00:03:16: In Freiburg in Breisgau die wärmste Stadt Deutschlands anscheinend und tatsächlich wunderschön.
00:03:23: Ich habe es aber erst zu Schätzen gelernt nachdem ich weggegangen bin mit achtzehn.
00:03:27: da bin ich nach München gezogen.
00:03:29: Ich hab stark das Bedürfnis gehabt rauszukommen aus dem eher Kleinstadt Mief und wusste aber noch gar nicht so ganz genau, was ich beruflich machen will.
00:03:39: Das war früher tatsächlich irgendwie jeden Monat etwas anderes nachdem ich eigentlich mit zwölf das erste Mal den Wunsch hatte Tätowiererinnen zu werden.
00:03:50: Ich habe dann schnell gelernt oder nein, die Meinung entwickelt damals dass das ist was nur Menschen machen können mit besonderen Privilegien und die Meinung dazu ist bei mir so entstanden, dass ich mit zwei Tätowierern darüber gesprochen habe.
00:04:06: Ich hab sie gefragt wie bist du das geworden?
00:04:09: Und der eine hat gesagt... Ja, das war mit elf zwölf.
00:04:14: Jetzt muss ich ein bisschen weiter ausholen.
00:04:15: meine beste Freundin Anna wir kennen uns seit unserer Geburt weil unsere Mütter auch schon ganz lange befreundet sind Und die hat mir erzählt, dass sie sich ein Tattoo selber gestochen hat.
00:04:28: Das war kurz vor unserem zwölften Geburtstag und dann musste ich Sie erst mal fragen ja was ist denn das?
00:04:36: Also was ist ein Tatto?
00:04:37: Was is'n
00:04:38: Tattoo genau!
00:04:39: Ich hab keine Ahnung gehabt logischerweise als Kind also woher auch mich haben keine tätowierten Leute umgeben.
00:04:45: ich wusste von nichts Und dann hat sie mir das erklärt.
00:04:49: Sie hat gesagt, ja ich habe mir ein Fässchen Pillikan-Tusche gekauft und hab meiner Mutter eine Nähenadel geklaut.
00:04:56: Naja, einen kleinen.
00:04:57: Johanna dachte sich dann halt an was die kann.
00:05:01: Das kann ich auch!
00:05:03: Und genau so habe ich es gemacht.
00:05:04: Ich habe ein Taschengeld zusammen gerauft.
00:05:07: Da haben wir im Päckchen ein Fesschen Pillikantusche gegauft, meiner Mama eine nähe Nadel geklaute und hat mich dann in meinem Zimmer verkrümelt, und habe mir einen Peace-Zeichen auf den Arm gemacht.
00:05:17: Ich würde das niemals jemandem empfehlen!
00:05:20: Okay gut, dass du das nochmal dazu sagst...
00:05:23: Unbedingt nicht gar keine gute Idee.
00:05:26: Meine Mutter wusste davon selbstverständlich nichts.
00:05:28: Das war es ausschließlich in meinem Teenager Kopf entstanden.
00:05:35: Das hat deine Mutter oder das haben deine Eltern gemacht?
00:05:38: Meine Mutter hat das glücklicherweise längere Zeit gar nicht gesehen.
00:05:42: Obwohl es hier auf dem Unterarm
00:05:44: ist, was sie beruflich gemacht hat wegen Verständnis für Identität-Träume und so...
00:05:50: Ich glaube, dass wird nicht zum Verständnissen beitragen!
00:05:53: Meine Mutter ist Erzieherin und Familientherapeutin.
00:05:59: Ich glaube, da denken sich viele Leute dann dabei ja aber dann muss doch das Kind gut funktionieren und so.
00:06:04: Und ich habe mich heute auf heute jetzt nicht viel vorbereitet, aber ich hab so ein paar Dinge gedanklich irgendwie abgeklappert – das Thema kam da auch vor.
00:06:13: Ich habe dann bisschen drüber nachgedacht und habe einfach wiederholt festgestellt meine Mutter….
00:06:19: also ich war sehr gut im Ding geheim halten, im Ding heimnicht tun bei vielem gar keine Handlungsmöglichkeit gehabt, weil ich sie ja nicht gegeben hab.
00:06:30: Also die ist da total fein raus!
00:06:33: Ich habe eine tolle Mutter, vor der ich auch ganz viel Respekt und Bewunderung habe, weil sie mich alleine großgezogen hat.
00:06:41: Und ich glaube, da können sich ja viele vorstellen, dass das einfach auch Dinge mit sich bringt, die halt nicht so einfach sind.
00:06:49: Mit mir hat sie alles gut gemacht.
00:06:51: Hast du Geschwistern?
00:06:52: Auf vier Halbgeschwister, glaube ich.
00:06:55: Von der Seite meines Vaters.
00:06:58: Aber ich bin alleine groß geworden und das passt gerade ganz gut.
00:07:02: um nochmal den Bogen zu spannen zu dem Thema mit den Privilegien die jemand vielleicht haben muss oder von denen ich dachte, dass sie notwendig wären um den Beruf der Tätowiererinnen zu erlernen.
00:07:14: Ich bin bei einem fragwürdigen Tätovierer gelandet aus irgendeinem Hinterhof.
00:07:19: Aber da war es so viel älter?
00:07:20: Da war ich dann noch ein Stückchen älTER aber ich war noch lange nicht volljährig.
00:07:25: Ich sah aber älTer aus und habe das damals durchaus als Vorteil empfunden weil die Frage hat sich nie gestellt.
00:07:33: Ich finde natürlich hat man mir das angesehen, Aber die Zeiten waren damals einfach auch noch andere.
00:07:43: Ich wurde nie gefragt, wenn ich ein Tattoo-Studio betreten hab wie alt ich war.
00:07:46: also habe ich es nicht gesagt so das hat mir dann gereicht.
00:07:49: und der erste mit dem ich es zu tun hatte den habe ich gefragt sag mal wie hast du das gelernt?
00:07:56: Naja und dann war seine Antwort ja im Knast!
00:08:00: Das habe ich nicht als Privileg begriffen sondern eher als Option die für mich nicht in Frage kommt weil ich dafür einfach gar nicht gut geeignet bin.
00:08:10: Und kurze Zeit später hatte ich dann noch jemandem Kontakt, habe ihn gefragt und seine Antwort mit der konnte ich dann mehr anfangen.
00:08:18: Der hat gesagt, Ich hab als Grundlage Grafik Design studiert Darauf dann halt alles aufgebaut.
00:08:26: Und da hab ich gedacht, oh cool das ist ja was viel greifbareres!
00:08:30: Da kann ich zumindest mal schauen wie funktioniert's.
00:08:33: und damals gab es in Freiburg genau eine Möglichkeit an einer Privatschule und damit war das für mich gedanklich sofort vom Tisch.
00:08:42: Bei der Privatschuhe kostet Geld?
00:08:44: Genau die kostete Geld und das Geld hat meine Mutter nicht.
00:08:47: also ich habe mir dann schlichtweg den Gedanken von jetzt auf gleich nicht mehr erlaubt
00:08:54: Ja,
00:08:55: weil ich auch nicht.
00:08:56: Also bei anderen Leuten die haben dann so eine Energie und sagen ja jetzt erst recht das hatte ich in dem Alter noch gar nicht Ich war noch überhaupt nicht gefestigt.
00:09:06: Ich war viel zu jung um solche Entscheidungen überhaupt treffen zu können oder um meine Interessen durchzusetzen.
00:09:15: Da war der falsche Zeitpunkt gewesen damals.
00:09:18: Und
00:09:19: wo du eben gesagt hast, der erste Tätowierer mit dem du gesprochen hast bezüglich deines Berufswunsches, der sagt, da habe ich einen Knast gelernt!
00:09:29: So hab' ich noch das Thema Tätovieren kennengelernt.
00:09:33: Also ist Rockerszene, King Tigers schweig... Da war ich ja mit vierzehn.
00:09:39: Ich bin auch so ein wildes Mädchen Und da waren natürlich alle tätowiert, ne?
00:09:45: Da gab's sogar mal die Geschichte des Druckenmüllers Ull.
00:09:48: Das war einer aus diesem Motorradklub, dass sie dem im Suf eine Waschmaschine auf den Rücken tätowierten.
00:09:55: Weißt du
00:09:56: solche Geschichten?
00:09:57: und richtig krass!
00:09:58: Also das war schon auch immer assoziiert mit Underdogs.
00:10:03: Also tätowieren war Knast, Rocker oder Anderdogs.
00:10:07: Und jetzt ist es ja ganz anders.
00:10:10: Aber egal, da kommen wir noch drauf.
00:10:12: weiter zu dir.
00:10:13: Du bist dann, hast du das abgeschminkt?
00:10:15: Ja ich habe es abgeschmackt.
00:10:16: Und hast stattdessen was getan?
00:10:19: Ich hab erst mal ein Hauptschulabschluss gemacht.
00:10:21: Hatte dann eine Ausbildungsstelle als Darmschneiderin weil ich mir eine Zeit lang hatte auch die Idee ich könnte Modedesign studieren.
00:10:29: danach und Dann hab ich aber ganz kurzfristig das Gefühl gehabt, es wär schon ganz gut.
00:10:35: Ich hätt noch einen besseren Schulabschluss.
00:10:38: Da hat dann doch kurz die Vernunft mal so auf sich gemeldet ...
00:10:40: Aber gut auch?
00:10:41: Oder
00:10:42: total gut!
00:10:42: Das war genau das Richtige.
00:10:44: Also rückwirkend betrachtet ist alles genau richtig gelaufen, auch wenn's viel hoch und runter ging.
00:10:50: Und lange eine klare Richtung gefehlt hatte.
00:10:53: Ich habe erst einmal ein Realschulabschluß gemacht.
00:10:57: Alles noch in
00:10:59: Freiburg.
00:11:00: Genau.
00:11:01: Als ich den hatte und es dann drum ging, wie geht's jetzt weiter?
00:11:05: Ich wusste halt gar nicht was ich tun soll.
00:11:08: Also eine Ausbildung ja das war mir schon irgendwie klar aber ich hatte halt so überhaupt keine Idee was ich möchte.
00:11:15: und dann ist mir eingefallen in der siebten oder achten Klasse mal ein Praktikum gemacht bei einem Augenoptiker in Freiburg.
00:11:22: danach habe ich zu Mama gesagt ne das will ich nicht finde ich finde ich irgendwie doof.
00:11:28: Und zu dem Zeitpunkt ging es ja aber darum.
00:11:31: Ich muss ja irgendwie ... Jemandem, bei dem ich mich bewerbe auch vielleicht schon sagen könnte und das hab' ich mal gemacht.
00:11:37: Also habe ich halt dieses Praktikum genommen und hab' mich bei Augenoptikern beworben unter anderem.
00:11:43: Obwohl
00:11:43: du das gar nicht wolltest?
00:11:44: Nee also es gab Teile die haben mich interessiert und andere Teile nicht und das hat sich dann letzten Endes als ich fertig war mit der Ausbildung und ich hab da noch ein paar Berufsjahre gehabt, hat sich das auch bestätigt.
00:11:58: Der Teile, den ich immer geliebt hab', war die Werkstattarbeit einfach in einem Raum möglichst alleine sitzen und meinen Händen was tun.
00:12:09: Das fand ich irgendwie immer toll, aber ... Der andere Teil, der ja auch ganz viel ausgemacht hat ist Verkauf.
00:12:15: Ich mochte immer den Kontakt mit den Menschen aber ich mochte nicht nach einem bestimmten Schema Dinge anpreisen.
00:12:21: Ich hab
00:12:21: immer das Gefühl gehabt, ich verstell mich da so sehr dass sich das gar nicht überzeugend machen kann also es recht schnell der Wunsch entstanden was anderes zu tun oder ich wusste halt recht schnell das wird nicht bis zur Rente sein was ich mache obwohl's auch toll war.
00:12:38: Dann hab ich irgendwann den Wunsch gehabt, zu studieren.
00:12:40: Aber ich hatte ja keinen Abitur.
00:12:42: Also habe ich das noch zwischen reingeschoben ... Da hab ich aber schon in Köln gewohnt.
00:12:48: Ich hab irgendwann festgestellt, München und ich verpassen einfach
00:12:53: ihn nicht zusammen.
00:12:54: Du hast Optikerin in München gemacht?
00:12:56: Genau die Ausbildung hab ich in Münche gemacht.
00:12:58: Und da war ich insgesamt fünf Jahre.
00:13:00: Das war eine tolle Zeit, ne schöne Erfahrung im Gesamten.
00:13:04: Nur irgendwann ging's mir ganz schlecht.
00:13:08: Warum eigentlich?
00:13:09: Und dann hatte ich eben das Gefühl, die Stadt und ich sind halt nicht füreinander gemacht.
00:13:15: Dann musste ich mir ausdenken wo ich hin will.
00:13:21: Ich habe tatsächlich meine Mama gefragt und hab gesagt, wie geht denn das wenn man erwachsen ist?
00:13:26: Wie entscheidet man, wo man leben will?
00:13:29: Wenn man so alle Freiheiten hat... An ihre Antwort kann ich mich nicht mehr erinnern.
00:13:35: Aber es war damals so, dass ich über die Firma ... Oder ist nach wie vor ein Filialist?
00:13:40: Ich hatte auch Kollegen in Köln und mit denen war der Kontakt immer so nett.
00:13:44: Und dann hab' ich gedacht, da könnte ich wenigstens innerhalb der Firma irgendwie gucken und hätte diesen Bereich schon mal abgedeckt.
00:13:51: Dann ist der Rest vom Lebensortwechsel leichter.
00:13:54: Schon mit
00:13:55: den Sicherheitsbedürfnen vollständig.
00:13:58: Ja okay!
00:13:59: Ja, was ja ... hab ich auch.
00:14:02: Sonst wär' ich drogenabhängig geworden oder in der Gosse gelandet.
00:14:04: Schau mal und das ist ein Thema!
00:14:07: In meiner Jugendzeit, wenn ich auf die Gruppe schaue in der ich unterwegs war ... Die hat sich geteilt irgendwann.
00:14:13: In die Leute, die solche Dinge wie zum Beispiel Drogen weitergemacht haben und die andere Hälfte bei denen es anders passiert ist.
00:14:21: Und ich hab mir auch schon so häufig die Frage gestellt an welchem Punkt im Leben muss was passieren oder sich nun kleiner Schalter umlegen damit das vielleicht in eine ganz andere Richtung geht?
00:14:32: Da hab ich auch erfahren, es leben nicht mehr alle Leute von damals aus.
00:14:36: Genau solchen Gründen aber... Das ist ja auch ein Riesenthema, da könnte man wahrscheinlich
00:14:40: eine
00:14:40: Folge alleine zu machen.
00:14:42: Du bist aber auch beruflich dann noch mal in diesen sozialen Bereich gegangen oder nicht?
00:14:47: Ja ich hab soziale Arbeit studiert nachdem ich dann Abitur gemacht habe und einen Versuch gemacht habe Psychologie zu studieren an der Fern-Uni.
00:14:56: das war damals noch recht neu mein Abiturbalt.
00:14:59: so hinterm Komma war da eine Stelle zu viel.
00:15:01: deswegen habe ich halt keinen normalen Studienplatz bekommen.
00:15:05: Was war der NC damals?
00:15:06: Eins zwei
00:15:07: Wahnsinn, ich hatte
00:15:08: einen zu drei.
00:15:10: Ja und dann ging das halt schon nicht
00:15:12: mehr.
00:15:12: Ich hatte drei vier um das Mal aber so ganz normales Abi weißte kein Bock auf Schule.
00:15:17: ich zieh es durch ja wahnsinn wow.
00:15:20: Dann habe ich damals den Tipp bekommen dass die Fern-Universität Hagen diesen Studiengang halt neu bei sich aufgenommen hat ohne Zulassungsbegrenzung.
00:15:29: und da hab' ich gedacht okay give it a try Okay, das habe ich dann ja bei einem Semester belassen.
00:15:36: Weil Johanna und Zahlen passten noch nie zusammen.
00:15:39: Statistik,
00:15:40: großer Statistikum blockst
00:15:41: du nicht?
00:15:42: Und dann saß ich in der Küche mit... Also hatte da zwei Ordner, in einem waren die Aufgaben im nächsten die Lösungen und der Weg dazwischen, da klaffte halt ein riesengroßes schwarzes Loch.
00:15:54: Und ich bin zwar kreativ, aber nicht mit Lösungswege suchen.
00:15:58: Mit Zahlen.
00:16:01: Da muss man auch irgendwie kreatives sein?
00:16:03: Ja zumindest wenn man nicht weiß wie.
00:16:04: Aber das hat mir da in dem Moment völlig gefehlt.
00:16:06: also habe ich ganz schnell entschieden es war ein Sommersemester Ich mache jetzt einfach erst mal einen schönen Sommer.
00:16:13: Meine Freundin Anna, die ich gerade vorhin schon mal erwähnt habe.
00:16:17: Die sich mit elf schon tätowiert hat?
00:16:19: Ja genau
00:16:19: und sie lebte zu dem Zeitpunkt in Australien und war dann aber grade noch... Sie war wieder da für ein paar Monate und dann hab' ich die Zeit mit ihr verbracht und mich dann in Köln an der... Das hätte ich fast FH gesagt es ist ja mittlerweile die TH, die Technische Hochschule habe ich mich da eingeschrieben für soziale Arbeit, weil ich wusste, ich kriege einen Platz.
00:16:41: Und dann hab' ich gedacht okay probier's dir das aus.
00:16:43: und dabei ist es dann...
00:16:45: Ist ja auch ein bisschen sowas Psycho- also was auch Psychologie mit tangiert?
00:16:52: Ja, also es kommen zumindest so Anteile irgendwie darin vor und da habe ich...
00:16:55: Großer Psychoschein!
00:16:57: Ja,
00:16:57: muss dich auch machen.
00:16:59: Das gab's bei mir schon nicht mehr die Scheine aber Ich weiß, wovon du sprichst.
00:17:04: Ich hätte auch lieber ein Diplom gemacht, glaube ich.
00:17:06: So rein vom Gefühl aber...
00:17:09: Was hast du denn in Bachelor?
00:17:10: Ja ganz genau!
00:17:12: Okay dann bist du die Pädagogentante geworden sozusagen.
00:17:15: Also auf meinem Zettel steht dass ich Sozialpädagogin und Sozialarbeiterin bin.
00:17:21: Genau ja.
00:17:23: Und als solcher hast Du dann gearbeitet im Köln wahrscheinlich?
00:17:26: Nee also ich habe in Kölnen während des Studiums noch gearbeitet Und beendet habe ich das Ganze, da war ich schon in Bitburg und war dann schon in der Anstellung.
00:17:36: Das hat sich dann so überschnitten...
00:17:38: Als Sozialtante schon.
00:17:40: In Bitburg!
00:17:41: So jetzt kommen wir mal langsam hier zur Region.
00:17:45: Wie kommt jemand aus dem wunderschönen Freiburg über München?
00:17:50: Köln?
00:17:52: nach Bitburg?
00:17:53: in Gottes Namen.
00:17:54: Ja, also ich muss gestehen die Stadt als solche hätte ich mir jetzt nicht einfach so ausgewählt.
00:18:00: Du weißt ne?
00:18:01: Habe ich schon gesagt, Bitburg ist auf Platz keine Ahnung.
00:18:05: Ich weiß ja!
00:18:05: Platz zwei oder drei der hässlichsten Städte Deutschlands.
00:18:10: Genau.
00:18:10: Ist das gerechtfertigt?
00:18:11: Ja voll.
00:18:12: Also ich finde schon es ist.
00:18:13: tatsächlich finde ich nicht eine schöne Stadt im Sinne von einer schönen Stadt wie sich dass die meisten Leute vorstellen.
00:18:21: Ich bin der Liebe wegen da gelandet.
00:18:24: So ist das halt passiert und gegen Ende vom Studium war ich einfach so flexibel, auch innerlich vom Gefühl, da hat mich da jetzt erstmal nicht so viel gehalten und ich habe gedacht ja genau der richtige Zeitpunkt um jetzt nochmal umzuziehen.
00:18:40: Ich glaube, so lieben und schätzen gelernt habe ich das erst mit der Zeit.
00:18:44: Ich bin jetzt circa dreizehn Jahre da.
00:18:47: An der Schönheit hat sich nichts getan, finde
00:18:50: ich!
00:18:50: Also die kümmert... aber woran liegt es?
00:18:53: Weil ich meine Bitburg hat doch die Bitburger Brauerei.
00:18:56: Das ist ja schon mal eine, die Familie Simon übrigens, glaub' ich heißen sie so
00:19:00: wie ich.
00:19:00: Wir sind nein leider nicht.
00:19:03: Leider nein.
00:19:04: Und dann gab es die Airbase, die Armys waren da oben.
00:19:08: Da dachte man ja auch sind sie noch.
00:19:11: und da kann ich mich als Teenager öfter mal in Bitburg weil ich da eine Pandemiengruppe war und die Leiter der Pandemiangruppe kam aus Bitburg so und keine Ahnung.
00:19:21: deswegen war Und das hatte schon so ein bisschen was American Style.
00:19:26: Da gab es Diners, dann gab's so Drive-In Geschichten und irgendwie in meiner Vorstellung von Bitburg.
00:19:31: damals fuhren ganz viele so Pickups!
00:19:35: Ja?
00:19:35: Und auch Tattoos – also Pickups und Tattooos verbinde ich tatsächlich als Teenager Mit Bitburg, so wenig ich von Bitburg war es.
00:19:44: Und die Meilbrücke
00:19:45: auf dem
00:19:46: Weg nach Bitburg waren dann Jahre später Achim.
00:19:49: Achim ist halt ein guter Bekannter von mir und sehr gut aussehender Typ gewesen in den Achtzigern.
00:19:55: Deswegen hatte ich da auch eine... Verbindung hin.
00:19:58: Aber ansonsten ja, Bitburg zurück zu dir.
00:20:00: Bitburg bist du noch mit dem Typen zusammen?
00:20:03: Ja!
00:20:04: Oh wie geil!
00:20:04: Seit was
00:20:05: fünfzehn Jahren.
00:20:06: Wie schön!
00:20:08: Also das war schon mal irgendwie richtig
00:20:10: offensichtlich
00:20:11: und da bist auch glücklich in dieser Beziehung Schön.
00:20:15: So ganz klares Ja, das hört man
00:20:17: selten.
00:20:20: Okay zurück mit diesem.
00:20:22: Du bist an der Liebe wegen nach Bitburg war es dann Sozialarbeiterin?
00:20:27: Du hast in Bitburg auch noch Suchtarbeit gemacht?
00:20:31: Okay, genau.
00:20:33: Also in Köln war es so, dass ich überwiegend mit heroinerpengigen Menschen zu tun hatte und ... In Bitburg hat sich das ein bisschen ... Gibt's
00:20:41: nicht so viel Age?
00:20:42: Nein, da gibt´s nicht so viele Age.
00:20:43: Es gibt es!
00:20:44: Das hab' ich wohl gehört aber viel weniger sichtbar logischerweise wie in so einer großen Stadt wie Kölnen.
00:20:52: Nee, da waren das dann überwiegende alkoholabhängige und medikamentenabhängigem Menschen die ich im Rahmen von einer ambulanten Wohnbetreuung betreut habe.
00:21:01: Und das war auch total toll, es hab ich auch sehr gerne gemacht und dann bin ich doch in der Jugendhilfe gelandet.
00:21:14: Das hat sich so ergeben, dass ich das zwar nie wollte.
00:21:17: Aber es wurde mir eine ganz tolle Stelle angeboten.
00:21:20: Eine Leitungsposition in der Jugendhilfe-Einrichtung die erst neu aufgebaut wird.
00:21:26: Ach du liebe
00:21:27: Zeit!
00:21:28: Da kriege ich
00:21:28: sofort Schweißausbrüche bei der Vorstellung.
00:21:34: Generell
00:21:34: Leitungspositionen
00:21:36: im sozialen Bereich würde ich gar nicht wollen weil Du bist der Arsch für alle?
00:21:40: Genau
00:21:41: Und ich habe immer Jobs gemacht, wo ich der Arsch für alle war.
00:21:44: Set-Aufnahmeleitungen, weißt du so?
00:21:46: Da wirst du von allen beschimpft.
00:21:48: die ganzen sozialen Sachen bist du auch auf der Arsche für alle und in der Jugendhilfe war das anders.
00:21:55: Also fand ich aber eine Leitungsposition im Sozialen.
00:21:59: Nee, schön dank!
00:22:00: Ja also ich hab ein bisschen Sorge gehabt ob es vielleicht Berührungsängste irgendwie geben könnte auch von Seiten der jungen Menschen weil es eine Einrichtung war für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und wir haben nur männliche Jugendliche aufgenommen.
00:22:16: Und jetzt entspreche ich ja so rein äußerlich nicht konservativen Frauentyp vielleicht?
00:22:24: Nein, eher einem sehr titowierten Frauentyp zum Beispiel.
00:22:28: Und das war halt damals schon so und da hab ich dann schon gedacht, ich bin mal gespannt ob das vielleicht irgendwie ein Problem darstellen könnte.
00:22:37: Also unbegleiteten männlichen Jugendlichen sagst du?
00:22:40: Genau
00:22:41: ja also es waren dann junge Menschen aus Afghanistan, Syrien auch zu der Zeit als diese große Welle einfach hier nach
00:22:49: Deutschland kam Genau so ungefähr.
00:22:53: Und jetzt habe ich auch mit Menschen aus den Ländern nur am Rande bisher Berührung gehabt, auch mit der Kultur nur am Rand und das was glaube ich viele ja zuerst hören einfach weil es ja auch häufig breitgetreten wird ist so das Thema dass der Umgang mit Frauen vielleicht nicht so ist wie der den wir jetzt hier kennen.
00:23:15: Und da hab ich dann schon gedacht, ja mal gucken so.
00:23:18: Ich bin gespannt was da auf mich zukommt und ... es war halt gar nicht so.
00:23:23: Also ich bin mit denen so gut zurechtgekommen.
00:23:27: Wenn mal was schwierig war, weil ich so aussehe wie ich ausseh ist.
00:23:32: Da ging's um ganz andere Themen.
00:23:35: Das erleben fand ich total schön.
00:23:38: Habe ich ähnliche Erfahrungen?
00:23:39: Ja.
00:23:41: Ganz viel Respekt.
00:23:43: Total viel.
00:23:45: Auch viel Vertrauen, das mir entgegen gebracht wurde.
00:23:48: Und ich denke, dass es in so einer Situation ... Wenn ein junger Mensch alleine nach Deutschland kommt der wahnsinnig viele Dinge schon erlebt hat und mitschleppt in seinem Paket ist gar nicht selbstverständlich.
00:24:01: Dass man dann Vertrauen entgegengebracht bekommt
00:24:05: Das ist auch die Erfahrung, die ich gemacht habe Und wo ich auch sagen muss in der Arbeit, das hat mich sehr froh gemacht.
00:24:12: Also aus so Einzelfälle Schüler die in der Gruppe vielleicht nicht so gut klar kamen aber wenn sie dann zu mir kommen, so ein Dank die immer Danke sagen und also wirklich ganz höflich.
00:24:22: und im Unterricht haben die Lehrer Klassenlehrerinnen sich immer beschwert.
00:24:26: Das geht nicht mit dem Der ist nicht in der gruppe Aber im Einzelfall weil die brauchten denke ich oft Einfach die Aufmerksamkeit, den Moment und die Ruhe und nicht in der Gruppe zu sein.
00:24:38: Und dann wunderbar ganz tolle Mitwirkungen und erfolgreiche Abschlüsse.
00:24:44: Die haben ihre Ausbildungen gemacht, die Jungs... Also habe ich auch nur positive Erfahrungen.
00:24:49: Fast nur positive Erfahrung wirklich!
00:24:52: Genau.
00:24:53: Das kann ich genauso, habe ich das auch erlebt?
00:24:56: Kann ich total teilen in deiner Erfahrung?
00:25:00: Es war wirklich schön und natürlich war es auch herausfordernd weil ja gar keine Struktur da war.
00:25:05: die mussten wir aus dem Boden stampfen Und da wusste ich nicht immer was richtig ist und was falsch.
00:25:11: und ich war aber auch nicht alleine.
00:25:14: Es gab ja auch noch ein Team und gut, das musste sich aber auch erst bilden und finden.
00:25:18: Da waren wir ja alle...
00:25:20: Ja, du hast diese Strukturen mit ausgebaut von diesem Projekt?
00:25:23: Ja
00:25:24: ganz genau!
00:25:25: Und das war auf eine tolle Erfahrung auf jeden Fall.
00:25:29: Ich habe ganz viel gelernt und mitgenommen.
00:25:31: wenn ich das nochmal machen müsste dann wüsste ich jetzt was ich nicht mehr so machen würde oder wo
00:25:37: ich vielleicht
00:25:38: eher sagen würde ah das hat gut geklappt da kann man drauf aufbauen Ich will ja gar nicht wieder zurück dahin.
00:25:46: Also natürlich ist es immer eine Option, das ist ganz klar ich habe's ja gelernt und aber der berufliche Schwerpunkt ist seit einigen Jahren eben woanders und
00:25:59: tätowieren!
00:26:02: Jetzt kommen wir mal langsam nach der sozialpolitischen Karriere.
00:26:06: Ja, weil das ist so.
00:26:07: Du hast ja ein bisschen Karriere da gemacht.
00:26:09: Leitung von Projekt also sowas hab ich es nie gebracht oder beziehungsweise vor sowas konnte ich mich immer bewahren.
00:26:18: Wie kam's denn dann zum Tätowieren?
00:26:21: doch deinem Berufswunsch den du schon mit elf zwölf hattest?
00:26:26: Jetzt bist du ja Tätoviererin wie man sofort erkennen kann wenn man dich sieht.
00:26:32: was mir aber bei dir muss ich liebe Zuhörer muss ich euch mal sagen mich sofort quasi angezogen hat, war.
00:26:41: Du hast so ein offenes Gesicht ... Ich weiß gar nicht, wie ich das sagen soll.
00:26:46: Man guckt dich an und weißt sofort, ah ja!
00:26:49: Alles klar?
00:26:50: Zu der hab' ich Vertrauen, da gibt's gar nix.
00:26:53: Du strahlst,
00:26:54: du bist die ganze ... Du hast einen feststehendes Lächeln... Hat dir das schon mal ... Ja, das hast du bestimmt schon oft gehört ne?
00:27:01: Nein, weil die Situation ist recht neu
00:27:04: Okay, weil das ist wirklich ... Also ich kenne dich jetzt seit ein paar ... also ich kende dich nicht.
00:27:08: Ich bin dir begegnet am Salonarmt und dachte mir zurück, aha die kann ich sofort leiden so?
00:27:14: Ich kenn's auch anders rum und dann lernt man sich kennen und es ist trotzdem okay.
00:27:17: aber bei dir ist es sofort so keine Ahnung.
00:27:21: Das musst du schon öfter gehört haben.
00:27:23: Du bist so eine strahle Figur.
00:27:26: Es gibt viele Dinge, die ich schon öfter gehört habe.
00:27:29: Zum Beispiel das es angenehm ist mir zuzuhören und dass Leute meine ruhige Art schätzen.
00:27:36: Dass ich dir jetzt aber gegenüber sitzen kann mit so einem Strahlen, das wirklich von innen rauskommt... Das ist ganz neu eigentlich!
00:27:46: Das war lange Zeit anders.
00:27:49: Das musste ich auch selber erst mal herausfinden.
00:27:52: Also, ich hab jetzt erst vor ein paar Wochen eine Psychotherapie abgeschlossen.
00:27:56: Wegen Depressionen und ... Ich wusste ganz lange in meinem Leben nicht, dass ich Depressionen habe.
00:28:02: Dito!
00:28:04: Ja guck, wie lange?
00:28:05: Bei mir waren's zwanzig, dreißig Jahre locker ja.
00:28:08: Ich hatte meine erste Therapie mit achtundzwanzig in Berlin gemacht nach Langem Hin und Her.
00:28:13: Ich wuste immer irgendwie so irgendwas fehlt.
00:28:18: Aber es geht mir heute noch so?
00:28:20: Da muss ich jetzt ganz kurz meins mit reinbringen, weil ich Tatsache mir irgendwann Tabletten hat verschreiben lassen.
00:28:27: Was ich immer gesagt habe, nein auf keinen Fall!
00:28:29: Also ich hatte die Diagnose, hab' ich mit Achtundzwanzig bekommen Endogen angelegt.
00:28:34: Ich hab das dann auch mitgekriegt mit meiner Mutter besprochen und es ist alles ganz logisch Wo das herkam was da los war.
00:28:41: Meine Mutter konnte nicht mit uns Babys Die hatte auch eine Kindbettdepression Und Schwierige Schwangerschaft.
00:28:47: Also, dass es so richtig ganz früh angelegt war und mir fehlt weiß ich eine Art Urvertrauen.
00:28:53: Dieses du bist okay?
00:28:55: Ich bin okay Ding!
00:28:57: Und nicht weil meine Eltern so schlimm waren überhaupt nicht.
00:29:00: aber ich glaube auch das man Depressionen weiter gibt, dass meine Mutter das auch hatte oder hat ohne dass sie eine Diagnose hat.
00:29:09: Und mit Intria jetzt... Bin ich vier Jahre in Tria, ich habe Intria zum ersten Mal gesagt Jetzt nehme ich Medikamente, das probiere ich aus.
00:29:18: Weil durch die äußere Situation ... Ich geh zurück nach Trier und war so überrascht, wie schwer das alles war.
00:29:26: So, ich bin zurück wegen meiner Eltern.
00:29:28: Und da wurde noch mal was aufgebrochen natürlich.
00:29:32: Und ich hab gedacht ja, ich kenne es, phasenweise nicht aus der Kiste zu kommen.
00:29:37: Ich kenne das... Ich bin oft so manisch auch?
00:29:41: Also Suchtstruktur und alles natürlich.
00:29:44: Und ich hab aber irgendwann, also in Trier jetzt vor vier Jahren, hab ich gedacht, ich komm da alleine nicht raus.
00:29:50: Was ist denn das?
00:29:51: Das fühlt sich noch mal anders an und daraufhin habe ich ... Ich lasse mich probiert es aus mit Medikamenten.
00:29:58: Ja.
00:29:58: Es war für mich wie der Vorhang geht auf.
00:30:02: Ach, das is'n!
00:30:05: Das gibt's ja gar nicht.
00:30:07: Dann hab ich mir plötzlich ganz leid getan, aber auf so eine ganz gesunde Art, dass ich gedacht hab, Mann... Das hätte ich mal früher am Start haben können.
00:30:17: Aber es ist so, wie's is'.
00:30:18: Ich hab's jetzt und bin sehr froh, dass sich das überhaupt rausgefunden hat.
00:30:23: Und ich bin jetzt da!
00:30:26: Weißt du?
00:30:27: Genau.
00:30:28: Jetzt reden wir noch einmal über dich.
00:30:29: So... Du strahlst, siehst du vielleicht habe ich da vielleicht erkennt man sich irgendwie.
00:30:34: Wer
00:30:34: weiß?!
00:30:37: Weil einfach nur fröhliche Personen interessieren mich normalerweise nicht.
00:30:41: Also es ist wirklich immer so eine Verbindungsnummer, ich kann's nicht unbedingt erklären.
00:30:46: Aber ja sehr interessant.
00:30:48: wie hast du das gemacht mit deiner Depression?
00:30:50: Mach mal das doch mal kurz!
00:30:51: Ja können wir gerne aber dann muss sich ein bisschen ausholen... Ich bitte
00:30:54: darum.
00:30:55: die Diagnose habe ich im laufe von dieser Therapie auch erst bekommen und ich hab das niemals möglich gehalten dass ich depressiv bin.
00:31:05: und das obwohl ich ja also in beruflichen Kontext schon lange Depressionen immer mal wieder konfrontiert wurde, weil Klienten betroffen waren.
00:31:14: Oder ich hab auch sehr viele Freunde die Depression haben und ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Freund.
00:31:21: der hat mir das war Jahre bevor ich überhaupt drüber nachgedacht habe in Therapie zu gehen hatte mir ins Gesicht gesagt Johanna du hast Depression.
00:31:31: meine Reaktion war Ich war total sauer auf denen und hab gedacht, wie weit mein lieber Freund.
00:31:37: Willst du dich bitte noch aus dem Fenster lehnen?
00:31:39: Wie verantwortungslos ist das?
00:31:42: Also das war so das Erste was ich dachte und hab ... Ja, ich war sauer!
00:31:47: Habe
00:31:48: ich auch gar nicht mehr über Jahre.
00:31:51: Mach doch mal was ihm so, was meinst du sofort?
00:31:54: Ich hab das nicht!
00:31:55: Ich habe alles im Griff, hallo!
00:31:57: Und da fällt mir jetzt eine andere Situation ein... Da war ich Anfang zwanzig, da haben wir Freunde das auch mal gesagt, guck doch mal an einem Therapeuten und dann war meine Reaktion ja aber in meinem Leben ist doch alles total in Ordnung.
00:32:11: Das Einzige, was ich so finde, bin halt ohne Vater groß geworden.
00:32:14: Ja, das sind andere halt aber auch.
00:32:17: Also ich vermiss den nicht mehr, geht's ja gut.
00:32:21: Und ich hab gar nicht verstanden was die Menschen von mir wollen.
00:32:25: Ich habe schon immer das Gefühl gehabt, ich funktioniere irgendwie ein bisschen anders auch was so die Gefühlswelt betrifft und habe auch immer eher eine Außenseiterrolle gehabt.
00:32:38: aber... Ich war gar nicht in der Lage, da mehr drüber rauszufinden was mit mir ist.
00:32:44: Weil ich da ja gar keinen Zugang hatte.
00:32:46: das wusste ich aber nicht.
00:32:48: und in der Therapie habe ich eben herausgefunden dass es sein kann das auf jeden Fall zwanzig oder dreißig Jahre schon sind vielleicht auch noch länger ich hab keine Ahnung.
00:32:57: Es hat auch wie bei dir eine familiäre Verwurzelung habe ich raus gefunden.
00:33:02: allein Das war auch schon super interessant weil Da spricht sprichst er so jetzt nicht drüber, also obwohl meine Familie würde ich sagen im Vergleich zu anderen was solche Dinge betrifft total offen ist oder offen geworden ist mit der Zeit.
00:33:19: Und es war dann so dass ich über die Jahre hinweg verschiedene Ängste entwickelt habe und das fängt ja langsam an.
00:33:25: Also bei mir kam da nicht der Angsthammern hat einmal drauf gekloppt und dann wusste ich Bescheid!
00:33:31: Das hat sich sogar ganz ganz langsam entwickelt, dass ich in Situationen kam in denen ich gemerkt hab Ich bin nur noch angespannt und kann es gar nicht mehr genießen.
00:33:40: Und eigentlich würde ich gern weg wollen, ich habe nicht mal erkannt dass das Angst ist.
00:33:47: Über ganz viele Jahre hat sich das so aufgebaut.
00:33:50: dann bin ich nach Bitburg gekommen.
00:33:51: da wusste ich dann nicht muss Auto fahren.
00:33:53: zum Beispiel einen Führerschein hatte ich davor zwar gemacht aber in Köln brauchste das ja nicht.
00:33:59: also ich bin nie auto gefahren.
00:34:00: und dann hab ich schon gedacht oh das ist kein schönes Gefühl wenn ich da so dran denke Naja, und dann kam das ein oder andere über Jahre hinweg so mit dazu.
00:34:10: Das wurde immer einschränkender.
00:34:13: Dann kam die Corona-Zeit.
00:34:15: Die hat da noch mal was drauf gesetzt und ich habe wirklich Ängste entwickelt in Bezug auf ganz normale alltägliche Dinge wie Einkaufen gehen oder
00:34:26: so.
00:34:27: Ich hab das immer trotzdem gemacht aber mit so einem enorm großen Kraftaufwand.
00:34:35: Es war, also es ist unvorstellbar wie kräftezehrend ein Einkauf sein kann.
00:34:43: Leute die das nicht kennen können sich das überhaupt nicht vorstellen.
00:34:46: Ich
00:34:46: sage immer bei mir was, nicht dass so die Angst vor den anderen Leuten oder irgendetwas sondern ich habe keine Entscheidungen.
00:34:55: wenn ich in der depressiven Schwingung unterwegs bin, keine Entscheidung tragen.
00:34:58: Nein das geht auch
00:34:59: nicht!
00:34:59: Und wenn es nur darum geht an einem Sonntag... Ich kann's bei Sonntagen immer ganz gut benennen weil ich bin halt Single und sonntags alleine und mir gehts auch besser wenn es sonntag regnet zum Beispiel dann wenn ich einfach nur nichts machen muss.
00:35:14: Und sonst habe ich immer so das Gefühl, wenn Sonntags die Sonne scheint sind alle glücklich und völlig und draußen nur ich
00:35:20: nicht.".
00:35:21: Das hat ein einsames ganz komisches Gefühl was ich eigentlich sagen wollte.
00:35:27: Ich merke daran dass ich in der depressiven Schleife unterwegs bin weil es ist nicht für immer weg das gibt's nach wie vor.
00:35:35: Wenn ich keine Entscheidung treffen kann gehe ich jetzt noch rüber in die Apotheke oder morgen früh vor der Schule.
00:35:43: Das kann mich den ganzen Abend dann umtreiben, das kann man sich gar nicht vorstellen als ob es um eine lebensentscheidende Entscheidung geht?
00:35:52: Oh ja!
00:35:53: Ja so und daran merke ich immer.
00:35:56: okay pass auf dich auf.
00:35:58: das gute ist dass ich das heute weiß.
00:36:00: aha Ich habe wieder so Kopfkino.
00:36:03: wegen Poupes sagt man bei uns Pass auf dich auf.
00:36:07: Such dir eine schöne Serie, ich mach dann nix.
00:36:11: Ich hab zwei Katzen, die mich sehr glücklich machen in der Beziehung und das geht relativ schnell, dass ich es in den Griff kriege.
00:36:19: Und ich hab auch schon mal gemerkt, wenn ich mein Medikament zum Beispiel ausschleichen möchte ... Agni gibt's doch so stabil.
00:36:27: Sagen ja oft Leute um mich rum, Zemi, nimmst du nichts mehr?
00:36:32: Die merken das sofort!
00:36:34: Und ich merke gar nicht, dass ich wieder in so depressiven Strukturen hänge.
00:36:39: Aber meine Umwelt ... Also die Leute, die mich gut kennen, merken das sofort und das sehe ich heute eher als positiv?
00:36:45: Ja.
00:36:46: Früher war sowas, es haben ja auch oft welche gesagt, mach doch mal was.
00:36:49: Was meinst du denn?
00:36:51: Jetzt ist es so, ich weiß es ja und bin sehr froh damit.
00:36:55: Therapien haben mir immer geholfen weil ich ganz bewusst auch gesagt habe, ich hol mir Hilfe, ich will das verändern Und es hat immer funktioniert.
00:37:04: Deswegen, Leute wenn ihr was mit Depressionen zu tun habt kümmert euch drum!
00:37:09: Es ist so wie... Da wird Licht angemacht.
00:37:14: Ja, es wird Licht
00:37:15: angemacht.
00:37:16: Das Leben ist jetzt wieder lebenswerter.
00:37:19: also ich war nie gefährdet mir irgendetwas anzutun noch nie.
00:37:25: Das heißt ja aber auch Depressionen nicht.
00:37:27: Aber dass ich mich entschieden habe, mir Hilfe zu holen hat mir das Leben gerettet.
00:37:32: also Ich sehe jetzt wie schön es ist.
00:37:35: deswegen kann ich hier sitzen und strahlen Und der Weg dahin war wirklich einfach auch harte Arbeit und hat mich ganz schön viel gekostet Also kräftemäßig Und ich hab mich nach dem, die Therapie begonnen hat.
00:37:53: Nee, ich wollte aber eigentlich gerade erzählen was so der Auslöser war dass ich überhaupt gesagt habe Ich brauch jetzt Hilfe Ein Einkauf!
00:38:04: Ich stand an der Kasse und das war während der Corona-Zeit.
00:38:08: Die Abstandsregel war... Ach, die hab' ich geliebt.
00:38:12: Da hatte ich einen offiziellen Grund, um Leute anzusprechen und zu sagen, rück mir mal nicht so auf die Pelle.
00:38:19: Ich stand in der Kasse hinter mir, war ein Typ mit seinem Einkaufswagen sehr bewegungsfreudig geworden, den immerhin mein Hinterteil gerummst hat, ein paar Mal.
00:38:30: Dann hab' ich mich umgedreht und hab' ihn gebeten, dass er das bitte lassen soll.
00:38:34: Und seine Reaktion war halt ziemlich scheiße!
00:38:37: Der hat mich nämlich ganz schön zusammengefaltet und hat mich angebrüllt Und ich konnte da gar nicht drauf reagieren, weil es mich so überfahren hat.
00:38:46: Ich war ja dann auch mit Zahlen dran und musste ja danach gucken.
00:38:50: Ich stand zitternd an der Kasse mit meinem Portemonnaie und wackelnden Armen und hab gedacht verdammte Scheiße!
00:38:59: Was ist jetzt los?
00:39:02: Da war mir klar okay ... Der Körper hat ganz deutlich gezeigt, dass was nicht in Ordnung ist.
00:39:09: Jetzt brauchst du
00:39:09: Hilfe.".
00:39:11: Und dann habe ich erst mal bei der Hausärztin angerufen und hab gesagt, ich glaube, ich bin gerade dabei eine Angststörung zu entwickeln.
00:39:19: Damit möchte ich nicht mehr alleine sein.
00:39:23: Dann habe ich mit ihr darüber gesprochen.
00:39:27: Im Anschluss habe ich mir deine Therapeuten gesucht.
00:39:29: Auch das war nicht so leicht.
00:39:32: Da sind da noch ein paar Jahre vergangen ... zum ersten Anlauf ganz viele angerufen.
00:39:39: Aber du erreichst ja dann nicht immer.
00:39:41: den passenden oder überhaupt jemanden zu erreichen ist schwer.
00:39:45: Du bist auf ABs, die teilweise sogar sehr unsympathisch gehen und esoterisch ... Und wenn du quasi den Moment hast ich will jetzt Hilfe!
00:39:54: Ich stehe dazu und dem Impuls nachgib's.
00:39:58: Also ich sag immer, ich hab auf so viele ESO-Platten gesprochen.
00:40:03: Und ich habe meinen letzten Therapeuten bekommen weil er war live am Telefon, ganz kurze Zwischengeschichte.
00:40:08: Ich hab nämlich auch Ängste entwickelt.
00:40:10: noch mal jetzt später also ist noch gar nicht so lange her und da habe ich auch wieder kannte ich mein Programm schon.
00:40:16: ich telefoniere alle ab mal gucken und hatte dann jemanden am Telefone der zu mir sagte so ja hallo Hier ist Dittitte und ganz normale menschliche Stimme.
00:40:25: Und ich so, ach!
00:40:26: Ist ja verrückt... Ich hab mal jemanden live dran.
00:40:29: Und dann war der irgendwie so nett und sagte Ja, worum geht's?
00:40:33: Musste schnell gehen, sind sie in einer akuten Krise und so weiter.
00:40:36: und ich so Ja, ich glaub schon.
00:40:38: Dann sagte er Können Sie übermorgen.
00:40:42: Und dann bin ich aber dahin und fand das erst mal ganz schlimm.
00:40:45: Ich fand diesen Raum schrecklich, ich fand seine Hände ... Nee, Quatsch!
00:40:48: Ich fand ihn schrecklig und die Kunst, die da rumhängt so ein Klischee-Typ mit kaum Pferdeschwänzchen.
00:40:54: Also wie der Ort ist, wie die Person spricht.
00:40:58: Das alles ist ja mit beim Erstgespräch ne?
00:41:02: Und dann war ich so pumpig zu dem und dann bin er aber raus und wusste, zudem will ich
00:41:06: aber.".
00:41:07: Obwohl ich den so, und das war ganz tolle Entscheidung.
00:41:10: Weil ich hatte vorher oft Therapeutinnen die sich um den Finger wickeln konnte weil sie so nett waren und so empathisch.
00:41:18: Und er hier war so ganz was anderes.
00:41:20: zum einen ein Mann Das war mal anders und sehr distanziert und sehr klar.
00:41:27: Also nicht so nicht so net Egal So genau das war mein letzter Tag egal zu dir Und du hast dann, wann mit Therapie anfangen können?
00:41:37: Wie lange hast du auf dem Therapieplatz gewartet.
00:41:40: Ich hätte das schneller haben können, hätte ich die Energie gehabt da überhaupt dran zu bleiben also nach diesem ersten Anlauf der einfach überhaupt nicht erfolgreich war sind glaube ich noch mal ein halb bis zwei Jahre vergangen bis ich überhaupt es geschafft habe mich da nochmal ranzusetzen.
00:42:00: und Jetzt muss ich überlegen, also vom Erstgespräch bis ich dann wirklich angefangen habe ist ungefähr ein Dreivierteljahr vergangen.
00:42:08: Das sind quasi die Regeln?
00:42:10: Ja genau das war wirklich so normale Zeit plus halt eben das davor.
00:42:15: aber ja das hab' ich halt nicht schneller hingekriegt.
00:42:20: Aber das gehört hier auch zum Krankheitsbild.
00:42:24: sagt, ich muss da mal was machen und geht dann zu einem Psychodoktor.
00:42:27: Und gut ist so läuft es ja nicht.
00:42:29: Ja,
00:42:29: da ist selbst ein Anruf manchmal eine unüberwindbare Aufgabe.
00:42:33: Auf jeden Fall.
00:42:33: Also gerade einen Anrufe der einen selbst irgendwie thematisiert also um andere konnte ich mich immer tipptopp kümmern in der ganzen Zeit für andere da sein ist nie ein Problem auch arbeiten is nie ein problem.
00:42:47: aber da fließt dann halt die energie die man hat hin Und dann reicht
00:42:52: es
00:42:53: nicht mehr viel.
00:42:53: Das ist
00:42:54: das Ding?
00:42:54: Genau, ja und dann habe ich die Therapie angefangen.
00:42:59: Ich hab mit der Therapeutin ... das war so ein Glücksgriff!
00:43:03: Also...das hätte auch ganz anders sein können.
00:43:07: Ich hätt merken können wir passen gar nicht zusammen und wir haben aber so gut zusammengepasst.
00:43:13: Und sie hat mir auch relativ schnell nahegelegt, ich sollte mich mal an die Idee vielleicht oder mit der Idee auseinandersetzen.
00:43:21: Auch Medikamente zu nehmen.
00:43:23: und obwohl ich natürlich so ganz rational wusste klar ist das eine Option und klar kann es auch was Gutes und was Hilfreiches sein habe ich erstmal total mit abwehr reagiert.
00:43:36: Ich hab dann recht schnell erkannt dass dass schon irgendwann passieren wird, aber ich muss halt erst mal innerlich wie nachrücken vom Gefühl.
00:43:46: Also das ist das Gefühl zu dem was die Vernunft sagt irgendwie passt.
00:43:51: und dann hab' ich damit auch angefangen und die Sonne ging auf.
00:43:55: Ja wirklich?
00:43:56: Das ist so irre.
00:43:58: Ja es ist völlig verrückt.
00:43:59: also meine Therapeuten hat dann immer mal gefragt so nach ein paar Wochen wie sich das bei mir entwickelt, wie ich mich fühle.
00:44:08: Da sind mir echt Tränen gelaufen, als ich ihr das gesagt hab.
00:44:12: Ich habe gesagt ... Ich hab gerade Urlaub im Kopf!
00:44:17: Also man kann sich das so vorstellen dass der Kopf bei mir nie stillsteht.
00:44:21: also das tut er auch jetzt nicht.
00:44:23: da ist immer irgendwie ganz viel los.
00:44:26: aber jetzt ist es viel geordnet.
00:44:27: davor war da ein heiloses Durcheinander und Chaos aus ganz vielen Gedanken äußeren Eindrücken Gedankenspiralen, aus dem man nicht mehr rauskommt.
00:44:40: Das kennst du wahrscheinlich ja genauso und das ist ein Zustand der also wenn man sich mal überlegt und es geht mir jetzt gerade so beim Erzählen wie krass das eigentlich ist dass ein Mensch in der Lage ist sowas über Jahre hinweg vierundzwanzig Stunden am Stück auszuhalten.
00:44:58: Und mir fällt grade auch ein kurzes Gespräch ein, was ich mal hatte mit einer Bekannten.
00:45:03: Ich weiß gar nicht ob sie diagnostiziert ist aber Sie kennt sich mit all diesen Dingen irgendwie auch aus und hat aber gar nicht so das Umfeld, in dem das akzeptiert wird.
00:45:14: Das habe ich automatisch mit den depressiven Freunden
00:45:17: für mich umgeben.
00:45:18: oder was ist dann irgendwie gleich sowas ganz ganz anderes?
00:45:21: Und da hab' ich mal gemerkt, so den Druck- und den Schmerz der dahinter steht wenn man da gar nicht drüber reden kann mit anderen Menschen.
00:45:36: Andere denken immer, ich bin so schwach weil ich so und so bin.
00:45:39: Weil ich vielleicht mehr Ruhe brauche oder weil ich keine Ahnung was brauch.
00:45:44: Und das tat mir weh beim Zuhören, weil ich gedacht habe.
00:45:49: Das hab' ich ja auch gesagt.
00:45:50: Nee!
00:45:51: Wir sind ganz, ganz stark... Fühl dir das mal bitte vor Augen mit was wir uns jeden Tag auseinandersetzen müssen, was wir aushalten müssen wie wir uns auch in der Gesellschaft immer wieder rechtfertigen müssen für eine Erkrankung, die nicht sichtbar ist, den man nicht anfassen kann.
00:46:10: Wo viele Leute vielleicht denken, bist du verrückt oder was?
00:46:13: Keine Ahnung!
00:46:14: Also solche Dinge passieren ja einfach und...
00:46:17: Oder reiste ich mal
00:46:18: zusammen?
00:46:18: Genau, lächel doch mal!
00:46:21: Zum Glück musste ich mich auch mit solchen Themen.
00:46:23: Ich weiß, da gibt's viele Depressive, die sich ganz viel mit solchen Dingen beschäftigen müssen und das war bei mir immer eher weniger, weil das Umfeld glücklicherweise so ist wie es ist.
00:46:33: Aber ... Auch damit hatte ich Berührungspunkte, dass jemand gesagt hat ja du musst einfach machen!
00:46:41: Ja aber da ist der Unterschied zwischen Gesundheit und Krankheit.
00:46:45: Du kannst nicht einfach machen.
00:46:47: Der Weg dahin ist ein ganz langer Und er kann zum Beispiel bedeuten, ich gehe mit unserem Hund spazieren und denkt mir am Anfang vom Spaziergang.
00:46:57: Ich bin nicht in der Lage den nächsten Schritt zu
00:46:58: tun.".
00:46:59: Und das meine ich vollkommen ernst.
00:47:02: dann ist so ein Spaziergang, auch wenn der vielleicht keine Wanderung ist.
00:47:06: Aber der fühlt sich an winne
00:47:09: Weltumrundungen.
00:47:10: Es ist alles größer und es braucht viel mehr Einsatz, wo jemand, der das nicht nachvollziehen kann.
00:47:19: Ja ganz genau.
00:47:20: Und was ganz wertvoll ist finde ich für mich auch im Alltag mit Kunden also
00:47:27: Kunden, das sind hier beim Thema Tattoo.
00:47:31: Das sind die Leute, die zu dir kommen um sich tätowieren zu lassen
00:47:35: und es ist ja dann schon ... Da entsteht ja automatisch eine intimere Atmosphäre, mal mehr, mal weniger.
00:47:42: Weil er auch jeder eine andere Geschichte mitbringt und jeder hat ja ein anderes Bedürfnis über Dinge überhaupt zu sprechen.
00:47:49: Also ich rede jetzt nicht mit jedem Kunden automatisch über die tiefsten inneren Bedürfen.
00:47:55: Und wenn es aber passiert dann ist das völlig gut in Ordnung.
00:47:59: Ich bin überrascht wie viele Menschen mit ähnlichen Themen zu tun haben.
00:48:04: Ich meine, wenn man sich Zahlen anschaut, Depressionen sind ja so eine ganz durchschnittliche Erkrankung.
00:48:10: also ich kann mir Zahlen nicht gut merken aber ich glaube... ...ich hab mal was gehört von über achtzig Prozent.
00:48:18: Hey das sind so viele Menschen!
00:48:20: Wenn man darüber redet es wird einfacher und damit mein ich nicht die Gespräche mit einem Therapeuten oder einer Therapeutin, natürlich kann doch das ein ganz
00:48:28: wichtiges Ding sein.
00:48:29: Einfach in der Mitte der Gesellschaft?
00:48:29: Genau!
00:48:30: Das ist wie ein Thema, wie Zahnschmerzen zu behandeln.
00:48:33: Ja
00:48:33: und wenn sich bei mir einen Kunde hinsetzt und sagt boah ey heute habe ich aber Zahnweh dann rede ich dem mit dem genauso darüber wie wenn jemand von seinen Depressionen erzählt und ich hab gemerkt wie gut es funktioniert wenn ich da auch was beitragen kann.
00:48:48: und damit meine ich nicht ich mache jetzt hier voll Seelenstriptis Total private Dinge.
00:48:54: Ich meine, ja gut das ist ein privates Ding aber es ist ein Ding was ganz wichtig
00:49:00: ist
00:49:02: und zu spüren wie jemand sich dadurch angenommen fühlen kann und verstanden fühlen können wenn er weiß dass gegenüber versteht einen.
00:49:11: Das ist
00:49:12: so toll und so wertvoll.
00:49:14: Und die Menschen kommen dann auch in so einem Termin-Setting wie ganz anders an, wenn die merken.
00:49:21: oder ist jemand der versteht mich.
00:49:23: Also das kann dazu führen dass die Nervosität abnimmt.
00:49:27: mal so ein ganz einfaches Ding.
00:49:29: oder es kann vielleicht auch dazu führen, dass jemand mit dem neuen Gedankenanstoß rausgeht und denkt oh das und das hat sie gesagt Vielleicht ist es mir hilfreich da gucke ich mal ob das passen könnte.
00:49:42: Ach, der Ratten-Schwanz ist langweilig.
00:49:44: Da hab ich auch noch nicht darüber nachgedacht, dass ja sowas wie Tätowieren, Friseur
00:49:50: diese
00:49:50: ganzen Dinge oder die Dienstleistung, die du aus suchst wenn du was mit dir machst.
00:49:57: Ich geh jetzt zum Beispiel immer ins Fingernallestudio und lass mir die Wimpern immer andenken und so was alles und das tut mir gut.
00:50:03: Da gefallen mich wieder dann meine Hände mag ich dann usw.
00:50:07: Und wenn die Leute zu dir kommen?
00:50:08: Das ist ja jetzt nicht nur... auf der Schulter, sondern da passiert ja auch was.
00:50:14: Manchmal sind das mehrere Sitzungen und es hat mit Körper zu tun
00:50:18: ...
00:50:19: Aber noch mal zurück!
00:50:19: Jetzt haben wir über die Depression.
00:50:22: ein wundervolles Thema ist.
00:50:24: Ich bin ganz froh, dass wir jetzt über die Depressionsschleife gekommen sind.
00:50:29: Ganz toll.
00:50:30: Übrigens an dieser Stelle habe ich einen Literatur-Tipp.
00:50:33: Ein Buch, ich hab einmal ein Buch über Depressionen gelesen.
00:50:37: Was?
00:50:37: Ich hab öfter etwas gelesen aber wo ich gedacht habe verrückt Dieser Typ ist ein Art Depressionstagebuch von Benjamin Mark mit AA.
00:50:48: Und zwar heißt das Buch, wenn das noch geht kann es nicht so schlimm sein.
00:50:53: Er beschreibt einfach nur, dass ein junger Vater einen Spiegeljournalist und jemand der einen tollen Job hat usw.
00:50:59: und sofort seine Depression für sich anerkennt also das begreift, dass er depressiv ist und sich auch in der rapportischen Behandlung begibt.
00:51:07: Und Tatsache, auch im Kliniken landet weil er so Schübe hat die massiv sind.
00:51:13: Dieses, sag ich mal, Depressionstagebuch habe ich wirklich in einem Nachmittag gelesen.
00:51:17: Ich bin eher langsame Leserin und hab geweint hinterher.
00:51:21: Ganz viel geweint.
00:51:23: Witzigerweise war dieser Benjamin Mark in Trier bei einer Lesung vor anderthalb Jahren.
00:51:30: Da bin ich hingegangen Die Butze war voll in Trier.
00:51:34: Wie viele Leute kennen dieses Buch?
00:51:36: In Trier, ja weil ich habe das damals glaube ich noch in Berlin.
00:51:39: Ich weiß es gar nicht mehr genau und er hat dann nach seiner Lesung auch gefragt was hat das euch gebracht?
00:51:47: und da hab' ich mich gemeldet und hab' gesagt es hat mir einfach dass ist das erste und bisher letzte Buch war wo jemand der selbst betroffen ist von einer Depression das so gut beschreiben kann wiedererkennst, also so wie es sich anfühlt.
00:52:05: Und dann hat er geweint.
00:52:07: Er hat wirklich geweint und gesagt, wie toll ist das?
00:52:09: Weil er ... Das war sein Grund des Buches zu schreiben!
00:52:12: Und deswegen kann ich nur empfehlen, das mal zu lesen.
00:52:15: Ist ein bisschen schräg auch.
00:52:17: Klingt gut...
00:52:18: Aber ich habe das wirklich an einem Nachmittag durchgedesen und hab mich total umarmt gefühlt von diesem Buch.
00:52:25: Oh, wie
00:52:25: schön!
00:52:26: So
00:52:27: und auch so dieses Sich selbst leid tun zu dürfen mit dem, das ist für mich so ein Schlüssel aus der Depression raus.
00:52:36: Weil traurig sein ist keine Depression oder der Unterschied.
00:52:40: wenn ich weinen kann entwickle ich auch keine Angststörung mehr weil es dann abfließen kann.
00:52:46: und das sind so für mich Sachen die also unbezahlbar sind das zu wissen neben der Medikamentierung.
00:52:53: Jetzt aber zum Tätowieren nochmal.
00:52:56: Wusst ich, heute wird ganz viel erzählt werden, was ich ganz toll finde.
00:53:02: So, Tätovierung!
00:53:04: Du bist... wir sind noch mal zurück in Bitburg.
00:53:07: du hast dich mit deiner Depression auseinandergesetzt?
00:53:09: Du hast wahrscheinlich also es war Corona-Zeit ist gesagt das heißt vor drei Jahren so was vier Jahre?
00:53:15: wie lange ist das her?
00:53:16: Ja so ungefähr.
00:53:19: Und wie kommst du jetzt zur Tätowiererin?
00:53:22: Du bist ja jetzt tätowiert und lehmst von deinem Tätown.
00:53:25: Ja, ganz genau!
00:53:27: Im Vergleich zu vielen anderen Menschen die in dem Beruf tätig sind war bei mir der Einstieg relativ leicht.
00:53:37: Die kurze Variante geht nämlich so mein Freund hat mich gefragt ob ich Bock habe.
00:53:41: Ich hab gesagt ja und dann haben wir das zusammen gemacht.
00:53:44: Und wenn ich das jetzt aber ein bisschen aufdrösel, dann war es so dass er mich immer noch gefragt hat und ich ja gesagt habe.
00:53:51: Aber im Prinzip ist es was, was er niemals gewollt hat.
00:53:56: Das war bei uns in der Partnerschaft auch tatsächlich nie ein Thema gewesen.
00:54:00: Er hatte Seins Ich hatte Mainz.
00:54:02: Was hat er gemacht?
00:54:03: Er war immer tätowierer
00:54:04: Nicht immer, aber seit über zwanzig Jahren.
00:54:08: Er hat auch den Laden schon genau so ... oder fast genauso lange.
00:54:12: Der hat auch mal was Anständiges gelernt.
00:54:14: Nämlich Altenpfleger.
00:54:16: Ach süß!
00:54:17: Sympathisch?
00:54:18: Nachdem er eine Radio- und Fernsehtechnikerlehre abgebrochen hat.
00:54:23: Und dazwischen sind noch andere Dinge passiert.
00:54:25: Aber das ist der Beruf, den er die meiste Zeit seines Lebens ausübt.
00:54:30: Also der hat auch ganz andere Zeiten kennengelernt.
00:54:33: Der selbst hat alle Klinken geputzt, um da überhaupt reinzukommen.
00:54:38: Zu einer Zeit ... Also in
00:54:40: diese Tattoo-Szene?
00:54:41: Ja genau und zu einer Zeit die du auch noch kennst mit den Rockerklubs und so, in der alles wirklich anders funktioniert hat wie das heute war.
00:54:51: also der musste wirklich erst mal jahrelang klinken putzen um überhaupt mal eine Maschine in die Hand nehmen zu dürfen.
00:54:58: Das ist was Da würde ich sagen Das ist heute auch nicht mehr so, dass man das... Dass es so funktioniert.
00:55:05: Also der Einstieg
00:55:06: ist... Das heißt, heute kann ich... Ich kaufe mir so eine Maschine und kann dann ein Tattoo-Studio aufmachen?
00:55:11: Im Prinzip ja!
00:55:13: Okay!
00:55:15: Ich weiß von der Zeit, da konntest du nur wenn du einen Gewerbeschein hattest in dem Bereich an Material kommen und mittlerweile kriegst du ja alles überall und da fragt keiner nach.
00:55:27: Und ja, das heißt viele Probieren dann halt irgendwie auch mal so zu Hause aus, wie es funktioniert.
00:55:34: So wie du mit elf?
00:55:36: So wie ich mit elf!
00:55:37: Ja genau.
00:55:39: Und
00:55:39: das heißt ... Du bist in Bitburg und versteht euch gut.
00:55:42: Und Irfan sagt dein Partner lass uns doch den Laden da gucken.
00:55:45: Dann können wir aufmachen.
00:55:47: Das war eigentlich eine ganz schön krasse Geschichte weil... Zu der Zeit habe ich diese Jugendhilfeeinrichtung geleitet und es war ne Phase also in der jeder aus diesem Team so endlos viel Engagement gezeigt hat, weil wir viel zu wenig Personal hatten und das Haus ja auch rund um die Uhr besetzen.
00:56:12: Das heißt auch nachts mussten Menschen da sein.
00:56:16: In dieser Woche war ich drei oder vier Tage non-stop dort, also tags und nachts.
00:56:23: Weil es nicht anders ging.
00:56:25: Und dann kam ich unseren Hund abholen bei uns im Laden und hab gedacht so, ich nehme die jetzt mit heim, gehe mit der neuen Runde und danach habe ich gerade noch so Energie um irgendwas zu essen warmzumachen.
00:56:40: Und mehr geht nicht!
00:56:41: Also danach war für mich klar, ich werde halbtod auf die Couch fallen und pennen bis zum nächsten Tag weil ich gar nicht mal anders kann.
00:56:50: Dann war ich in der Küche, hab da meine Sachen gemacht.
00:56:53: Mein Freund kam heim und hat gesagt, komm lass dich mal den Arm nehmen.
00:56:59: Und ich habe gesagt ne weil ich muss doch jetzt essen machen Ich kann doch jetzt gerade gar nichts anderes machen.
00:57:03: das ist... und dann habe ich gedacht Sag mal Johanna hast du sie noch alle?
00:57:08: Dein Freund steht da will Dich in Arm nehmen und Du sagst ne Weil es grad nicht geht weil Du Essen machen musst.
00:57:14: Naja und dann hing ich da so bei ihm im Arm Und andere Männer hätten da vielleicht einen Heiratsantrag gemacht.
00:57:24: Er hat mich gefragt, ob ich Tätowieren lernen will
00:57:28: und ... Du einfach wahrscheinlich auch ein bisschen zusammengebrochen bist und sagst, ich bin so fertig?
00:57:32: Ich weiß nicht mehr wie es weitergeht.
00:57:34: So viel Arbeit?
00:57:36: Das
00:57:36: war nicht der Grund, warum er mich das gefragt hat.
00:57:39: Also mein Zustand hatte nichts damit zu tun und das hat er mir im Nachhinein auch erklärt.
00:57:45: Ich frag dich nicht weil es gerade auf der anderen Seite so schwer ist sondern er hat gesagt ich frage dich weil du bist dafür richtig Du bist der kreativste Mensch den ich kenne Und dass war für mich total schönzuhören.
00:58:00: Da könnte man jetzt denken, er hat sie gefragt.
00:58:02: Sie hat es leicht gehabt das ist viel weniger wert.
00:58:05: was Menschen aber gar nicht sehen oder nicht direkt sehen ist dass ja so eine Situation mit dem Partner ganz andere Themen mit sich bringt die vielleicht ne andere Person nicht erlebt hätte.
00:58:19: und wir sehen uns nahezu immer Wir wohnen ja zufälligerweise auch noch zusammen So und dann so viel Zeit miteinander zu verbringen.
00:58:29: Das birgt ja auch viel Potenzial für Konflikte zum Beispiel.
00:58:34: Wir mussten ja erst mal dann so unsere Rollen neu definieren, ich mein Ich bin an seinem Arbeitsort und es ist plötzlich auch meiner.
00:58:43: Er hat plötzlich jemand also mich als Partnerin die auch noch von ihm lernen will.
00:58:49: Also das bedeutet für ihn er hat eine Verantwortung mir gegenüber.
00:58:52: Die hab' ich aber auch ihm gegenüber dem Laden gegenüber.
00:58:56: Ich will ja das alles gut funktionieren, dass ich da alles gut und richtig mache.
00:59:00: Und wenn ich da so an die Anfangszeit denke, das ist jetzt glücklicherweise nicht mehr so aber... Also der Prozess, bis ich dann überhaupt Kunden hatte.
00:59:10: Dass du
00:59:10: selbst wirklich tätowierst?
00:59:13: Das ist ja nicht von Tag eins so gewesen also... Da war ich noch nicht bei ihm, da war aber die Entscheidung schon getroffen und ich habe schon gekündigt gehabt, da hab' ich zu Hause im Wohnzimmer auf Kunsthaut mal meine ersten Versuche gemacht.
00:59:27: Es war so fürchterlich beschissen, da habe ich's ihm gesagt.
00:59:29: Er meinte wirklich!
00:59:30: Ich sagte er bleibt da nur einmal dran.
00:59:32: Du brauchst nicht glauben das es bei mir anders war.
00:59:36: Aus der Kunsthaut wurde deine Schweineschwarte, solang bis ihr halt nicht mehr so gut gerochen hat.
00:59:42: Okay!
00:59:44: Und das erste Tattoo, dass ich auf Haut gemacht habe ist natürlich auch mir gelandet also auf meinem Bein...
00:59:51: Was war's?
00:59:54: Du kennst doch ganz bestimmt Pippi Langström.
00:59:56: Jaa?
00:59:57: Kennst du die Folge mit dem Spunk wo Tommy Annika und Pippi der Frage nachgehen Was ist der Sprung und wo finden wir den?
01:00:09: Die Geschichte erzähle ich jetzt nicht, weil ich es ja nicht mehr so ganz genau weiß.
01:00:12: Aber sie finden ihn ... Den Sprunk!
01:00:15: Der Sprunk und der Sprunk sind Käfer.
01:00:17: Und du hast wahrscheinlich noch vor Augen diese alten Pippi-Bücher mit diesen unfassbar charmanten Illustrationen drin.
01:00:25: Ja.
01:00:26: Und der Sprunt, den habe ich mir dann aus so einem Buch genommen Den KV und der sitzt jetzt hier, den zeige ich dir nachher mal durch die Stromfose.
01:00:34: Da macht
01:00:35: man
01:00:35: ein Foto von?
01:00:35: Ja, schön!
01:00:37: Und das war es erste.
01:00:39: und ringsrum sind dann so über die Jahre noch ein paar andere Sachen entstanden, die ich mir selber gemacht habe.
01:00:44: Irgendwann nicht mehr aus Übungszwecken sondern... Mir war auch mal langweilig, dann hab' ich gesagt auch komm', ich setze mich da beim Radchenen.
01:00:50: Das
01:00:50: ist eine Stunde noch Zeit bis zum nächsten Termin, mach ich mir schnell nen
01:00:53: Tempo.
01:00:53: Das mache ich nicht mehr weil das Gefühl ist nicht so schön.
01:00:56: Das soll an anderen Leute tun und ich selber komme ja auch gar nicht gut überall drüber.
01:01:01: Das überlasse ich dann schon lieber gerne aneinander.
01:01:03: Und das erste auf fremder Haut, da hat mein Freund mit seinen Beinen
01:01:08: zur Verfügung
01:01:09: gestellt ganz heldenhaft und so ging es dann weiter.
01:01:14: Dann waren mal Freunde dran und irgendwann der Erste Kunde.
01:01:22: Das sind natürlich Dinge ganz am Anfang.
01:01:24: Wir haben uns da immer ganz nah abgesprochen, was trau ich mir selber zu?
01:01:28: Was traut er mir
01:01:29: zu?".
01:01:30: Da waren wir dann auch nicht immer ganz einer Meinung.
01:01:32: hier nach dem.
01:01:33: und sobald ich aber gesagt habe, ich traue mir etwas nicht zu, dann war das so.
01:01:39: Und es war okay.
01:01:40: also...
01:01:41: Wie heißt euer Tattoo Studio eigentlich?
01:01:43: Diemenart-Tattoo!
01:01:45: Genau
01:01:47: Diemenart-Taton, es ist das älteste Tattoo-Studio tatsächlich in Bitburg.
01:01:53: Ja also bevor mein Freund es hatte hat er es von jemand anderem übernommen der da auch schon ganz lange war.
01:02:00: Ja.
01:02:00: Diemen-Tattoo?
01:02:02: Diemen Art.
01:02:03: Die Men Art.
01:02:05: Was genau was is den Art?
01:02:07: ich muss ehrlich sagen ich hab dir auch an dem abends beim Salon abend mal meine habe ich dir das erzählt weiß ich gar nicht.
01:02:12: Ich hatte Mitte der Neunziger mal einen Partner, also ein Freund und langzeitverhältnis.
01:02:19: Der war Tätowiervorlagenhersteller.
01:02:21: Das hast du erzählt?
01:02:22: Genau,
01:02:23: eigentlich
01:02:23: Grafiker und seine Mutter die Chirurgien war, reiche Leute... Also er hat immer erzählt, er studiert immer noch Grafik, hat aber überhaupt nicht mehr studiert sondern ist mit mir durch den Osten gefahren und hat seine Tattoo-Mappe rumgezeigt.
01:02:41: also ich weiß damals waren so Motive Wikinger die Hörner auf haben obwohl das historisch total falsch ist weil Wikinger wohl nie Hörner am Helm hatten, warum auch immer.
01:02:51: Ich weiß es nicht mehr genau.
01:02:52: und so Old School Motive.
01:02:56: Und es haben immer in den Tattoo-Studios da hängen ja auch immer diese hingen damals noch Bilderchen von eben Vorlagen und dass eben die Kunden hier reinkommen sich auch was aussuchen können von diesen Vorlagen, was dann in der Regel aber der Tattovierer gar nicht kann.
01:03:16: Das meinte er, das wäre ganz oft der Fall gewesen.
01:03:19: Er ist wirklich ein großer Zeichner und ein sehr talentierter, minutiös arbeitenden, gegenständlicher Zeichener.
01:03:27: Er hat auch für das Tattoo-Magazin in Hamburg geschrieben Und so weiter und sofort.
01:03:31: Mit ihm war ich auch auf Tattoo-Conventions, das fand ich immer ... Das hatte auch mal so mit einem Bein in der Pornoszene.
01:03:39: Hab ich so erinner' ich das irgendwie?
01:03:42: Weil da gab's auch immer eine Art Dollibasta, die da irgendwie rumschavenzelte.
01:03:47: Es gab natürlich auch irgendwelche Kosmetika-, Haferbesachen, Sohne.
01:03:51: Aber es fand ich mega spannend!
01:03:54: Wie gesagt, das waren Mitte der Neunziger.
01:03:56: Das war ja noch mal ne?
01:03:57: Als es gerade modisch wurde, dass man sich tätowiert.
01:04:02: Heute so empfinde ich das oft.
01:04:05: also ist wirklich nur mein Empfinden, dass ganz ganz konservative Menschen oder eher spießige Leute Tattoos haben.
01:04:14: heute hat ja jeder es ist ja eher fast ein Alleinstellungsmerkmal wenn ich kein Tattoo habe.
01:04:20: by the way ich hab eins Ich
01:04:22: hab's gesehen.
01:04:24: Ja, Frangelstraße, Kreuzberg, Oldschoolrose und so, ne?
01:04:30: Ne, aber was hast du für Kundschaft?
01:04:33: Was kommen für Leute zu dir?
01:04:35: ist das immer noch der Biker oder ist es der Zahnarzt von nebenan oder die weiß ich nicht die Kinderärztin?
01:04:42: wer kommt zu dir und lässt sich bei dir tätowieren?
01:04:46: Da ist tatsächlich vom Arzt bis zum, jetzt fällt mir kein anderer Beruf ein mit Z-Auserzahnarzt.
01:04:56: Bis zum Zerspannungsmechaniker ist irgendwie alles mit dabei.
01:05:00: also wir haben tatsächlich Ärzte bei uns in der Kundschaft keinen Hautarzt.
01:05:05: da vermute ich das ist wahrscheinlich eher unrealistisch dass sich so einer mal zu uns verirrt.
01:05:09: aber es sind Bürgermeister Anwälte Reinigungskräfte Bäckereifachmenschen, Schüler, Studenten.
01:05:21: Also es ist im Prinzip der perfekte Spiegel der Gesellschaft weil alle Berufe irgendwie vertreten sind?
01:05:29: Ja das ist nicht zu reduzieren auf... Es kommen nur die Handwerker oder so oder... Ne also da ist wirklich alles mit dabei.
01:05:38: Es gibt natürlich Berufer wie der Bürgermeister zum Beispiel.
01:05:43: Der hat was sehr Großes bekommen, aber so dass die Hose halt drüber geht und da er eh keine kurzen Hosen trägt.
01:05:50: Wenn der in seiner beruflichen Funktion unterwegs ist, konnte sich dann gut austoben!
01:05:56: Der Herr Bürgermeister, mit der Nächste auf der Wade.
01:06:00: So ähnlich!
01:06:02: Ja war schön, sehr schön.
01:06:04: und was ist so dein Special?
01:06:08: Gibt es sowas wo du sagst ich bin die Florale oder ich mache grafische Sachen?
01:06:13: hast du einen Bereich wo du sagt das ist mein Peace das mache ich sehr gerne oder dass es meinen Steckenpferd sozusagen?
01:06:20: Also ein Teil davon hast du gerade schon gesagt.
01:06:24: Ich mag gerne Florales, ich mag auch gern Grafisches... ...ich mag gerne alles was mit Linien zu tun hat und vor allem aber liebe ich Punkte.
01:06:35: also ich liebe Dotwork Dortwork.
01:06:40: Das bedeutet, dass man mit ganz vielen einzelnen kleinen Punkten ganz viele tolle Effekte machen kann und das auch stilübergreifend – also das ist ein Mittel, das kann ich einsetzen wenn ich dir eine feine zarte Ranke als Schmuckstück irgendwie um den Arm lege.
01:06:57: aber ich kann das auch genauso bei einem wirklich großen, massiven grafischen Projekt am Bein anwenden.
01:07:08: Dann verwende ich halt andere Nadeln damit das nicht so ganz zart ist.
01:07:12: aber ja... Ich setze es einfach liebend gerne tatsächlich fast überall ein.
01:07:18: also Leute die zu mir kommen die wissen das auch.
01:07:23: Und dann lachen die schon immer, wenn sie auf der Vorlage sehen, Johanna hat wieder ihre Pünktchen gemacht.
01:07:29: Dann ist alles gut!
01:07:33: Das sind so die Dinge mit denen ich mich einfach am wohlsten fühle.
01:07:35: Aber ich mache auch gerne irgendwie eine lustig bunte Comicfigur...
01:07:42: ...die du auch auf dem Bein passst?
01:07:44: Ja, ja,
01:07:46: genau.
01:07:46: Da sieht man durch die punkte
01:07:48: Strumpfhose.
01:07:51: Also es hat ja auch nicht immer was damit zu tun, was ich jetzt besonders gerne mache.
01:07:57: Sondern auch mit dem Wunsch des Kunden.
01:07:58: also bei uns im Laden ist es schon so dass wir... Also nein!
01:08:04: Ich rede jetzt von mir und muss ja mit jedem Wunscht erst mal umgehen der da reinkommt Und das kann halt auch heißen, dass ich nicht jetzt meine künstlerischen Ideen dazu immer auch ausleben kann.
01:08:17: Weil vielleicht passt es gar nicht mit dem Wunsch des Kunden zusammen und manchmal muss sich das dann einfach so respektieren und ist völlig in Ordnung.
01:08:27: Und manchmal geben die Leute mir aber auch ganz viel Freiheit.
01:08:31: Ich habe jetzt zum Beispiel gerade eine junge Frau da, die bekommt einen ganzen Arm.
01:08:39: Eigentlich hat sie mir erst nur zwei Dinge vorgegeben, nämlich ein Heißluftballon und das Thema Köln.
01:08:46: Und daraus habe ich ihr dann oder daraus mache ich ihr gerade in Arm?
01:08:50: Wir sind da grade noch im Prozess und das Kölnthema soll halt ... Oder hab' ich entschieden mit ihr zusammen, dass es ganz subtil damit einfließt, dass sie halt nicht einen massiven Dom irgendwie hat, sondern Dome auf den
01:09:03: Oberarm.
01:09:06: den Dom gezeigt in all seiner Massivität und Schönheit.
01:09:10: Und ein anderes Foto, das sie mir gezeigt hat war so von der Ästhetik eher was Florales, Zartes ... Das passt ja erst mal jetzt nicht unbedingt zusammen.
01:09:20: Und das fand ich schön, dass sie einfach gesagt hat du machst das schon?
01:09:25: Mach mal!
01:09:26: Ich vertraue da drauf und genau dann also wenn ich das auch kann mit meinem Gegenüber das Besondere jetzt bei ihr ist Ich kenn sie im Prinzip nicht.
01:09:35: Das geht für mich dann tatsächlich nur eher selten, da muss so alles vom Gefühl zusammen passen.
01:09:40: So ganz viel Freiheit ist für mich schön.
01:09:43: aber es kann halt auch bei jemandem, wo das Gefühl da nicht so passt weil ich irgendwie noch eine Unsicherheit habe, weil mein Gegenüber noch nicht so gut kenne, kann auch dazu führen dass ich was vorbereite und der dann sagt ja... mag ich halt gar nicht.
01:09:58: Also da muss man dann auch immer abwägen, kann man das Angebot von so viel Freiheit direkt annehmen oder nicht?
01:10:05: Manchmal muss sich da ein bisschen rein wachsen um das dann machen zu können.
01:10:08: aber wenn ich es kann ist eigentlich die schönste Situation.
01:10:12: Das ist
01:10:12: dann Kunst ne?
01:10:13: Genau weil dann ist es wirklich Kunst!
01:10:15: Dann hat das weniger von einem Dienstleistungscharakter und unser Beruf ist ja einfach... Es ist immer beides.
01:10:23: also es gibt ja Leute Dann sagen, nein es gibt nur ein Entwederoder und das finde ich ist halt überhaupt nicht so.
01:10:30: Also wir sind Dienstleister und Künstler und manchmal verschiebt sich das da vielleicht auch das Gewicht je nach Inhalt.
01:10:39: Auch das gehört mit dazu.
01:10:40: Und es gibt
01:10:41: ein großes Dazwischen?
01:10:42: Ganz genau!
01:10:43: Ja und Kunst denke ich hat ja auch was damit zu tun wie... die Trägerin oder der Träge dann in dem Fall es empfindet.
01:10:52: Also ich hab's schon erlebt, dass ich Leute bei mir hatte, die ein ganz kleines schlichtes Motiv bekommen haben für die das aber schon Kunst war.
01:11:03: und andersrum kann es auch sein.
01:11:05: jemand kriegt was großes aufwendigeres und er betrachtet es aber halt einfach ganz anders so ja ganz unterschiedlich.
01:11:16: Ja das ist
01:11:18: Was sagt denn deine Mutter zu deinem Beruf, den du jetzt hast?
01:11:23: Da kann
01:11:23: ich dir auch was Schönes zu erzählen.
01:11:26: Weil irgendwie die Mutter ist eine wichtige Frau.
01:11:28: Ja!
01:11:30: Total.
01:11:31: also meine Mutter das kann ich gerade noch einwerfen vielleicht so fürs Gesamtbild wie ich aufgewachsen bin nicht nur allein erziehen sondern sehr feministisch geprägt.
01:11:42: und Früher hätte man gesagt, Johanna deine Mama die war ein Öko.
01:11:47: Ja, ein
01:11:48: Öco!
01:11:50: Den ersten Supermarkt von innen hab ich mit sieben Jahren kennengelernt.
01:11:54: davor gab es nur einen Bauernmarkt in Freiburg und den Bioladen also.
01:11:59: Und meine Mutter selber hat mit dem Thema Tattoo überhaupt nichts zu tun.
01:12:04: Es gibt eine Anekdote.
01:12:06: Ich weiß meine Mutter wird das hören und ich weiß nicht ob sie jetzt einverstanden ist ob ich das erzähle?
01:12:11: Ich mach's jetzt aber trotzdem.
01:12:13: Meine Mutter hat geheiratet und da war ich elf oder zwölf.
01:12:17: Und ihr Mann hatte dann irgendwann mal den Wunsch nach einem Tattoo auf dem Oberarm, meine Mama hat es ihm gesagt wenn du das machst schlafe ich mit dir nicht mehr!
01:12:29: Das hat zwar mit mir herzlich wenig zu tun aber... Für mich war klar oder hat es deutlich gemacht, Mama findet das ganz schön schlimm.
01:12:38: Und dann habe ich halt auch die ersten Dinge, die ich dann da so heimlich gemacht hab oder machen lassen, habe ich natürlich verheimlicht.
01:12:46: Und als es jetzt darum ging, dass ich von so einem anständigen Beruf in einen Reihen möchte.
01:12:53: Als Sozialarbeiterin?
01:12:54: In der
01:12:56: Jugendhilfe zuletzt genau... Leidungsposition!
01:13:01: ...der nicht mal ein anerkanter Ausbildungsberuf ist, da habe ich dann natürlich schon noch gedacht.
01:13:06: Mal gucken wie Mama reagiert und ich habe ihr das gesagt und sie hat die war ganz toll sowie immer.
01:13:13: Die hat direkt gesagt Kind Ich unterstütze dich und euch in allem, aber bitte verspricht mir eins.
01:13:21: Lass dir nichts ins Gesicht machen auf dem Hals oder auf die Hände.
01:13:26: Na wie du siehst?
01:13:27: Das hat nicht so ganz funktioniert!
01:13:29: Aber
01:13:30: die Hände sind frei.
01:13:32: Da sind so ein paar
01:13:34: Punkte, das zählt nicht.
01:13:35: Das könnte auch was für mich sein.
01:13:38: Ja
01:13:38: komm ich lieb das mit Fingern so Kleinigkeiten.
01:13:41: Du musst mal zusammen.
01:13:43: Papa ist fast neunzig aber kann ich dich machen?
01:13:47: Das ist ganz interessant, das muss ich kurz einwerfen.
01:13:50: Das beobachte ich ganz oft bei Frauen altersunabhängig.
01:13:54: Was Mama oder Papa sagt zum Thema Tattoo Ganz wichtig und auch mit einer großen Vorsicht verbunden.
01:14:01: Ich muss eine Freundin von mir denken, die hat auch Eltern, die jenseits der Neunzig sind.
01:14:07: Sie ist auch schon in Rente... Und
01:14:11: sie will sich jetzt zum siebzigsten Geburtstag tattoo machen lassen?
01:14:14: Wir haben das erste Tattoo oder die ersten zwei Kleinigkeiten schon gemacht.
01:14:17: Die sind auch dann mal aufgefallen Und das ist so eine schöne Frau, meine Freundin.
01:14:24: Die hat ganz tolle weiße, schloweiße Locken und ich mach's gerne so Ohr-Tatos.
01:14:30: Dann waren wir beim Frühstücken zusammen ... Ich hab dann mal zu ihr gesagt, das wird dir gut stehen!
01:14:35: Ich würd mich mal ganz unverbindlich anbieten.
01:14:38: Ihre Reaktion war, was soll denn meine Mutter sagen?
01:14:43: Wahnsinn!
01:14:44: Es wär einfach, sie müsste nur die Haare aufmachen und man siehts nicht mehr.
01:14:50: Also man bleibt ja irgendwie immer das Kind.
01:14:52: Egal wie alt man selber ist oder egal, wie alt die Eltern sind und auch mir geht es manchmal noch so bei größeren Projekten ich habe keine Angst mehr meiner Mama das zu sagen.
01:15:03: aber ich hab eine kleine Hemmung zu überwinden ihr zu sagen so ich habe mich jetzt mal gerade einen ganzen Rücken zuhaken lassen oder das ganze Dekorste
01:15:11: hast du?
01:15:12: Ja das war also das letzte ganz große dass dazu gekommen ist.
01:15:16: was hast du am Runden?
01:15:18: Oder hast du was angeschnitten?
01:15:19: Auch da könnt ihr ... Eine Geschichte, ne Stundromaden.
01:15:22: Ja!
01:15:22: Ich ... ja, versuch's mal.
01:15:25: Ich machs
01:15:26: kurz.
01:15:27: Ja, ich mach es kurz.
01:15:28: Haben wir noch ein bisschen... Also auf meinem Rücken ist eine ganz große Frida Kahlo, ein ganz großes Porträt von Frida Kalo und das ist nicht das einzige Frida-Kalo-Porträt.
01:15:39: Ich hab vier.
01:15:40: Mhm.
01:15:41: Ich habe geträumt, ich hätte fünf, also darf eins noch kommen.
01:15:45: eine Frau und Künstlerin, die mich einfach schon begleitet.
01:15:50: Seit ich siebzehn bin, deren Lebensgeschichte mich unfassbar beeindruckt auch wie Sie Ihre Geschichte in den Bildern verarbeitet.
01:15:58: Und
01:16:00: Schmerz,
01:16:01: ne?
01:16:02: Wobei
01:16:02: ich dann muss vertrunken... Diese Vermarktung von ihr ist fürchterlich!
01:16:06: Es ist
01:16:06: so
01:16:07: schlimm!
01:16:07: Jede Shopping-Bag hat eine Frieda Carlo drauf und das macht mich ein bisschen ... Das nimmt Hier die Größe in dem Moment, weißt du?
01:16:17: Weil ihre Geschichte in ihrer Zeit mit diesen Unfällen und den Schmerzen ihr Leben lang.
01:16:24: Und trotzdem das sich entfalten und machen und kreativ sein wird so...
01:16:33: Es wird ganz platt getreten
01:16:34: und verramst.
01:16:37: Also als ich die erste Handyhülle damit gesehen habe, konnte ich es fast nicht glauben.
01:16:41: Ich hatte dann schon zwei oder drei Friedertatus und das ist für mich tatsächlich was anderes.
01:16:50: also ich hab mir Gedanken drum gemacht ob ich gerade dasselbe mache mit dem dass ich Abbilder von ihr und ihrer Kunst auf meiner Haut verewigen lasse Und habe dann aber entschieden, nein.
01:17:02: Es ist nicht dasselbe wie wenn ich mir eine Handyhülle kaufe oder einen Einkaufsbeutel.
01:17:08: Weil es hat ein Mensch gemacht.
01:17:10: Das ist ein Kunstwerk das ein Mensch erschaffen hat auf der Grundlage meiner Ideen die aus ihrem Schaffen hervorgehen und es hat für mich genauer sich individuell.
01:17:22: Für mich ganz persönlich auch eine Funktion also und zwar nicht im Sinne von Dekoration sondern eher im Sinn auch Schmerzen aushalten können über einen langen Zeitraum.
01:17:35: Und natürlich klar, also ich habe auch festgestellt Leute fragen dann ja warum, warum planst du denn noch ein fünftes?
01:17:42: Ja weiß ich nicht!
01:17:43: Aber ich interessiere mich einfach für die Frau und hab... Also ich könnte Stundenfüllen nur über sie zu erzählen.
01:17:51: Und dabei ist mir dann natürlich auch mal aufgefallen, ja es gibt auch Parallelen wahrscheinlich in unserer Lebensgeschichte.
01:17:58: Die sind klein aber wahrscheinlich fühlen die auch mit dazu dass ich mich einfach da sehr hingezogen fühle und mich der Geschichte irgendwie verbunden fühle.
01:18:09: Für mich hat da meine Friederliebe nichts mit Handyhüllen oder Vergleichplan Dingen zu tun!
01:18:14: Aber auch ein schönes Bild, als ich sie zuerst mal auf der Handyhülle gesehen habe.
01:18:18: Genau das trifft ja so,
01:18:20: ne?
01:18:20: Dass
01:18:20: so alles verproduktisierbar ist.
01:18:22: Wahnsinn ist
01:18:23: es!
01:18:25: Zu einer Art Doc Martens mit einem Friederbild drauf und ich dachte, Sie haben mir den gefallen und ich hab gedacht, nee... Dann hat es angefangen dass sich Frida Kahlo Gegenstände geschenkt bekomme.
01:18:39: Und dann musste ich mir die Frage stellen Wie gehe ich denn eigentlich damit um?
01:18:43: Weil, ich selber würde mir das ja jetzt nicht kaufen.
01:18:47: Und dann habe ich gedacht okay... Das sind ja aber.. Ich kriege die Dinge von Menschen geschenkt, die über mich persönlich nicht viel wissen.
01:18:54: und das ist aber was schnell recht offensichtlich wird.
01:18:59: Zumindest wenn jetzt Sommer ist oder so, auch in meinem Arbeitsraum habe ich ein paar Bildbände von Frieda liegen dann kommt man mal ins Gespräch.
01:19:07: also es ist was Leute recht schnell von mir erfahren und Menschen die mich da nicht gut kennen denken halt oh ich will denn Freude machen Frida Kahlo, super.
01:19:16: Also ich hab auch ein Frida-Kalo-Einkaufsack und so.
01:19:19: Weil er halt alles geschenkt hat!
01:19:21: Und darüber kann ich mich dann freuen einfach weil es heißt... Es zeigt ja das Menschen an mich gedacht haben und Menschen sich damit auseinandergesetzt haben was mir gefällt.
01:19:31: und deswegen kann ich dann auch damit gut umgehen und mich drüber freuen auch wenn's für mich selber nicht so ist dass ich mit die Dinge kaufen würde.
01:19:41: Ja?
01:19:44: Was ist denn ... Gehst du auch zu Tattoo-Conventions oder geht ihr zusammen als Studio dahin?
01:19:49: Das sind diese Messen, die finden ja noch statt.
01:19:51: Die gibt
01:19:52: es noch.
01:19:53: Ich selbst habe auf noch keiner gearbeitet und ich hab schon viele mitbegleitet.
01:19:58: Vor allem aber in der Zeit, in der ich selber noch gar nicht tätowiert hab, hab ich meinen Freund mal begleiten einfach weil ich dann Freunde wieder gesehen hab weil ich dann einfach da so mit war am Stand und ... Ich selber hab tatsächlich noch auf keiner einzigen Messe gearbeitet.
01:20:19: Also,
01:20:19: dass du gestochen hättest, Hoffner?
01:20:21: Weil die haben ja immer Stände auch.
01:20:23: Wie in der Messe kann man sich das vorstellen?
01:20:25: Und da kann man sich tätowieren.
01:20:28: Genau, da ist ein Einstand neben dem anderen und es wird gearbeitet.
01:20:31: Das
01:20:31: ist eine richtige Messe.
01:20:32: Tätokonventionen
01:20:33: sind riesengroß in Berlin immer Wahnsinn!
01:20:36: Ganz das Stadt immer zuplakatiert...
01:20:41: Und das hat auch einen Grund, warum ich das noch nicht gemacht habe.
01:20:44: Also klar, ganz am Anfang da konnte ich noch nicht so viel... Da hätte ich mich jetzt noch nicht selbst bewusst dahin setzen können mit dem was ich tue und sagen kann hier guck mal, da bin ich!
01:20:54: Ich mache jetzt mal meine Sachen.
01:20:55: Dazu
01:20:55: gehört ja auf etwas bis man so sicher ist dass man am Körper eines anderen Menschen wirklich unveränderbare, also mehr oder weniger unveranderbare Motive irgendwie steht.
01:21:09: Und ich kann dir sagen, also ich bin jemand ... Ich hab immer gerne schon Verantwortung getragen.
01:21:14: Aber diese Form von Verantwortung, die hat mich am Anfang ganz schön überfahren, weil ich mit so einer Heftigkeit gar nicht gerechnet habe zu begreifen das, was du gerade machst wirklich, was permanentes ist und dieser Entgültigkeit so mitzuerleben und wirklich zu sehen, was es heißt... Das ist krass!
01:21:36: Mit sowas dann umgehen zu können zu lernen.
01:21:39: Also es hat einen Grund, warum ich noch nicht auf einer Tattoo-Messe wirklich selber tätowiert habe.
01:21:45: eben erst wollte ich nicht weil noch zu sehr am Anfang und als ist vielleicht der richtige Zeitpunkt gewesen wäre, wäre ich selber niemals in der Lage dazu gewesen weil ich nicht nur so Angstsachen zusammen mit der Depression entwickelt hab sondern auch eine sehr große Geräuschsensibilität zum Beispiel.
01:22:08: Und auf so einer Messe ist ja irrelaut, da sind auch viele Leute und viele Leute waren für mich jetzt lange Zeit ein ganz unberechenbarer Faktor.
01:22:18: also es hätte einfach sein können ich sitze dann und werde überrollt von der Panikattacke oder so...und das ist ungünstig wenn man kann anderen Menschen tätowiert.
01:22:29: Und dann hatten wir eine Messe mal gemeinsam geplant, die hat Corona dann zunichte gemacht.
01:22:35: Und tatsächlich habe ich jetzt seither gar nicht mehr so ... Doch eine Situation gab es ein guter Freund der mir auch den Rücken tätowiert hat.
01:22:44: Der hat mich gefragt ob wir uns zusammen einen Stand teilen?
01:22:48: Die Idee fand ich super schön!
01:22:50: Ich
01:22:51: hab vergessen wo es gewesen wäre in irgendeiner Stadt eher nördlich und Ich hätte das super gerne mit ihm gemeinsam gemacht.
01:23:01: Also er hätte dann auch mein Sicherheitsbedürfnis so völlig erfüllt.
01:23:07: Und irgendwas ist passiert, irgendwas ist dazwischen gekommen.
01:23:10: ich kann mich gerade gar nicht mehr erinnern was dass der Plan halt nicht geklappt hat und wir haben das jetzt gar nicht ein mehr so weiter verfolgt.
01:23:19: ja aber letzte Woche da hat mich eine Kundin danach gefragt und ich habe gedacht auch eigentlich bist du jetzt an dem punkt da können sie schon mal
01:23:27: nach gucken.
01:23:29: Ja,
01:23:30: ja.
01:23:30: Kannst du
01:23:31: mal machen?
01:23:32: Ich merke so, wenn wir zu überreden, dachte ich mir so naja irgendwie so drei Punkte irgendwo an den Gelenk oder so.
01:23:40: Also erst einmal nicht.
01:23:43: Aber interessant ist jetzt wirklich ... Wir sind schon bald durch die Zeit durch.
01:23:49: Sag doch nochmal wie heißt euer Tattoo-Studio in Bitburg?
01:23:54: Sag
01:23:54: es noch mal!
01:23:55: Das
01:23:55: heisst Diemenarttattoo
01:23:58: Diemen, wie buchstabiert ist das mal?
01:24:00: D-E-M-O-N.
01:24:02: A-R-T Ja.
01:24:04: Demoen.
01:24:04: Genau.
01:24:06: Demon Art Tattoo.
01:24:08: So und in Bitburg ist jetzt da wo in der Innenstadt?
01:24:12: In Bitburg eine Innenstadt.
01:24:13: Das ist die Frage!
01:24:15: Oh
01:24:17: ja es gibt ne Innenstadt.
01:24:18: wir sind aber also und wir sind schon sehr zentral aber nicht in der Haupteinkaufstraße sondern in der Mötcher Straße Nummer sechs.
01:24:28: Ja, das ist so ein klein bisschen neben der Einkaufsstraße.
01:24:32: Schau uns das aber
01:24:33: alles wahrscheinlich zu Fuß zu erreichen?
01:24:35: Ah
01:24:35: ja natürlich!
01:24:37: Im wunderbaren Bittburg.
01:24:41: Liebe Johanna Es war mir einen Riesenfest
01:24:45: Mir erst Ich bin froh... ich bin nicht froh dass es vorbei ist jetzt.
01:24:49: Ich könnte mit ihr noch ewig sprechen.
01:24:50: Ja, ich auch, sonst muss das irgendwie dann wieder schneiden damit das kompatibel wird.
01:24:56: Und dass wir über die Depression rüberkommen, hab ich nicht erwartet.
01:25:01: Ich wusste nur ... Die Frau strahlt so?
01:25:04: Da ist ganz viel drin!
01:25:06: Das war mir klar und wir haben uns nur einmal gesehen.
01:25:09: Kurz im Grunde, also wir haben ja uns hier nicht lang unterhalten am Abend.
01:25:13: Und ich wusste das wird heute spannend.
01:25:15: Es wird heute spannend.
01:25:17: Und das ist keine Berühmtheit.
01:25:19: Das ist niemand der Dings.
01:25:21: Aber ich wuste einfach, es wird ein interessantes Gespräch.
01:25:24: Ich danke dir sehr.
01:25:28: Und wir schauen mal, ich komme bestimmt mal in Bitburg vorbei.
01:25:31: Ja?
01:25:31: Ich habe selten im Bitburg was zu tun aber da komme ich mal dich besuchen.
01:25:36: Ja mach das!
01:25:36: Das komme ich mir angucken.
01:25:39: Ich würde mich freuen.
01:25:43: Danke, dass du da warst.
01:25:44: Ich mach jetzt einfach mal hier ne Zäsur...
01:25:46: Alles klar!
01:25:48: Und ja vielleicht mit einigen werde ich auch eine zweite Folge machen und es könnte sein das du da auch zugehörst.
01:25:54: Ey voll gern!
01:25:55: Das hat mir so nen Spaß gemacht und ich sag dir eins noch vor ein paar Monaten oder nee doch das kam jetzt alles genau richtig?
01:26:04: Ich wär ne Zeit dann gar nicht in der Lage dazu gewesen nicht mal mich zu nem Salonabend anzumelden zu erleben, auch jetzt dass ich da sehr wohl in der Lage bin.
01:26:16: Das ist für mich auch gerade richtig, also viel wert.
01:26:21: Wie schön!
01:26:22: Weil ja... Ich war so, dass ich normalerweise hätte ich mich jetzt Wochen im Vorfeld, hätte ich meinen Kopf zerbrochen.
01:26:33: vor vier Wochen mindestens gewusst, wo ich parken kann und wo nicht.
01:26:37: Das hab' ich jetzt gerade kurz vor der Abfahrt gemacht.
01:26:40: Normal
01:26:40: halt?
01:26:41: Normal-halt!
01:26:41: Genau.
01:26:42: Aber ich lerne grad was sich... also wie es sich normal anfühlt.
01:26:47: So normale Nervosität, normale Aufregung.
01:26:52: Ja voll.
01:26:55: Aber du bist wirklich so eine Persönlichkeit.
01:26:57: Du strahlst
01:26:59: Du
01:26:59: strahlst.
01:27:00: Und so wenig ich dich kenne, wenn ich dich beschreiben sollte, dass Johanna ist eine Sonne, so ne Strahlefrau.
01:27:06: Ja?
01:27:06: Also hab' ich auch schon zu Tanja gesagt an dem Abend... Die is ja auch hier!
01:27:10: Kommt ganz viel rüber irgendwie.
01:27:12: Weil's jetzt raus kann und weil ich es jetzt selber fühl.
01:27:16: So.
01:27:16: Selber fühlen.
01:27:17: Genau.
01:27:18: Und weil du wahrscheinlich noch, weil du frischer, das klingt mir noch frischer als bei mir, ist schon ein bisschen länger her.
01:27:24: Und deswegen hat sich mich auch so interessiert, Ich das schon so normal finde mittlerweile nach vier Jahren.
01:27:30: Das wirkt und ich ... Oh, ich bin einfach froh!
01:27:34: Und ich sag bei mir immer, dass ich es wenigstens vom richtigen Alter noch geschafft hab, weil es wird ja nicht leichter.
01:27:42: Jetzt kommen die ganzen Gebrechen des Zeugs dazu.
01:27:45: Hormonumstellungen?
01:27:46: Hormoonumstellung,
01:27:48: ne?
01:27:48: Der ganze Klumpen.
01:27:50: Da bin ich froh, dass sich's vorher gepackt hat, mir Medikamente zu sorgen und zu wissen, wie ich damit umgehe.
01:27:57: Und seitdem bin ich ein ziemlich glücklicher Mensch eigentlich.
01:28:00: Wie geil!
01:28:01: So ist es verrückt?
01:28:02: Na das ist echt verrückt... Ich vergleich mich nicht mehr so mit anderen.
01:28:05: Ich bin bei mir ganz schnell bei mir.
01:28:08: Das ist für andere vielleicht normal oder man denkt ja gar nicht drüber nach.
01:28:12: aber ich bin froh dass ich auch darüber nachdenke weil da so eine So ein Plus ist hinten raus.
01:28:17: Ja, genau.
01:28:18: Und du kannst ja auch heute nur die sein, die du bist weil du das erlebt hast was du erlebt hast so und wenn da halt viel Scheiße mit dazu gehört dann ist es so.
01:28:30: Wenn's uns jetzt hier gut geht und wir das Leben feiern weil es einfach nur schön isst ... Dann ist es super.
01:28:38: Wir feiern das Leben weils einfach nur Schönes.
01:28:41: macht euch das mal klar liebe Johanna Das ist jetzt wirklich das Schlusswort, weil schöner wird's nicht.
01:28:48: Und vielen Dank, vielen lieben Dank dass du Zeit hattest so spontan vor allen Dingen Donnerstag kannst du Montag ja okay das mache ich hast auch gleich gesagt und genau so eine Folge ist es auch geworden.
01:29:03: Ich danke dir sehr und das mit dem ob ich mich nochmal tätowieren lasse da denke ich noch mal drüber nach.
01:29:09: aber wenn dann bestimmt bei dir
01:29:12: Ja
01:29:13: Du kriegst
01:29:14: auch einen Kaffee, wenn du kommst.
01:29:18: Danke für das tolle Gespräch, liebe Johanna Dietelde!
01:29:21: Ich danke dir!
01:29:24: Schaltet auch nächstes Mal wieder ein... Wenn wir im Dazwischen unterwegs sind, liebe Menschen draußen an den Enggeräten schönen Abend oder wann immer ihr uns hört, denkt dran, dass Leben ist eigentlich wunderschön.
01:29:38: Nicht nur
01:29:39: eigentlich.
01:29:40: Siehst du?
01:29:54: Tschüss!
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