Werde jetzt DAZWISCHEN Unterstützer:in auf Steady und erhalte exklusive Episoden, Erwähnungen im Podcast und Einladungen zu den analogen DAZWISCHEN-Events!

Lara Rieken (Sopranistin)

Shownotes

Als man mich fragte, ob ich mit zu My Fair Lady komme, habe ich gesagt: nee. Operette, Musical, klassisches Gedöns – nicht mein Ding. Dass ich mir sowas nochmal antue, hätte ich wirklich nicht gedacht. Und dann bin ich auf dem Weg zu Tanjas Salonabend einer jungen Frau begegnet, die mich quasi angesprungen hat. Mit Kuchen unterm Arm und einer Fröhlichkeit, bei der ich erstmal dachte: So gut gelaunt kann doch kein Mensch sein. Zwei Stunden später wusste ich, wer sie ist. Und jetzt habe ich Karten. Für Oktober. Freiwillig.

Lara Rieken kommt gar nicht aus der Gegend, sondern aus Velen im Münsterland. Handwerksfamilie, Malerbetrieb in dritter Generation, Vater Malermeister, Mutter gelernte Kinderkrankenschwester, beide Brüder und die Schwägerin arbeiten alle mit im Betrieb. Berufsmusiker: null. Sie nennt sich selbst die Ausreißerin. Angefangen hat alles mit einem Kindergartenprojekt: Zauberflöte in der Turnhalle, selbstgenähte Kostüme, und ein fünfjähriges Mädchen, das beim Puppenspielen „Der Hölle Rache" vor sich hin summte. Die Erzieherinnen haben das gehört – und gefragt, ob sie sich das zutraut. Sie traute sich. Mit sieben kam der Gesangsunterricht, mit 14 der klassische, als Jungstudentin ging es an die Musikhochschule Frankfurt, den Master macht sie gerade berufsbegleitend in Stuttgart. Seit letzter Spielzeit ist sie fest im Opernensemble am Theater Trier.

Worüber wir geredet haben:

– Warum eine Fünfjährige ausgerechnet die düsterste Arie der Operngeschichte zu ihrem Lieblingslied macht – und keine Ahnung hat, wovon sie da singt

– Wie einsam Pubertät ist, wenn die anderen auf Partys gehen und du auf deine Stimme aufpassen musst – und wie es sich anfühlt, im Studium endlich Leute zu treffen, die „den gleichen Schaden" haben

– Das Konzert im Hochsicherheitsgefängnis, bei dem zwei junge Frauen dachten, sie kriegen keinen Ton raus – und am Ende fünf Zugaben spielen mussten

– Warum sie vor jedem Vorsingen an den ganz großen Häusern krank wurde – und was fünf Minuten nach dem Vorsingen in Trier passierte

– Was sie einer Politik antwortet, die an Kultur spart – und warum ohne Musiklehrerinnen irgendwann das Publikum ausstirbt

– Weshalb sie glaubt, dass die KI in ihrem Beruf nie was zu melden haben wird – und warum eine Stimme, die kratzt, sie mehr berührt als eine, bei der alles blitzblank sitzt

– Vier Perücken, jedes Haar von Hand geknüpft – und andere Dinge, die man als Zuschauerin nie mitbekommt

– Bullerbü im Münsterland, Bretter, die die Welt bedeuten in Trier – und warum sie beide Welten braucht

Wir reden über Sopran und Souffleuse, über Frustrationstoleranz und Glück, über Übertitel und Untertitel, über Monteverdi und Amy Winehouse, über Weingläser, die vielleicht mal springen könnten – und über die Frage, ob man mit 24 schon wissen darf, dass man genau da ist, wo man hingehört.

Mehr über Lara Rieken: https://lara-rieken.de/ und auf https://www.instagram.com/lara_rieken

Spielplan und Karten: https://theater-trier.de

Transkript anzeigen

00:00:00: Ich habe tatsächlich mit meiner Lead-Duo-Partnerin, einer Pianistin die auch gleichzeitig eine super tolle Freundin von mir ist.

00:00:07: Ein Konzert in einem Hochsicherheitsgefängnis in der Nähe von Frankfurt gegeben für lebenslangsitzende männliche Straftäter.

00:00:17: und das war aber dann schon nach dem ersten Stück so dass sie und ich wir haben uns angeschaut Und wir wussten, wir fangen gleich an zu heulen wenn wir jetzt nicht weiter singen und spielen.

00:00:27: Weil das irgendwie so eine besondere Atmosphäre in dem Raum war und auch dass es vielleicht erst mal schwer zu glauben aber so eine Herzlichkeit und Wärme vom Publikum zu uns kam.

00:00:44: An der Schule war es schon so, dass ich das Gefühl hatte Ich pass da nicht rein oder irgendwie das was den anderen am meisten Freude macht ist nicht das wofür ich brenne.

00:00:54: weiß noch Sobald mein Studium angefangen hat, ich endlich das Gefühl hatte, hier gehöre ich in mir.

00:01:01: Passig rein!

00:01:02: Weil wir haben alle den gleichen Schaden wie ich.

00:01:11: Auf der Bühne im Orchestergraben oder hinter der Büne die Abteilung fürs Bühnenbild sind ja so viele Hände am Werk für ein Stück.

00:01:20: In My For Lady habe ich vier verschiedene Perücken und jede Perücke wurde per Hand geknüpft.

00:01:25: Jedes einzelne Haar wurde genau für diese Perücke, für die Rolle an seinen Platz gebracht.

00:01:31: Das ist doch unglaublich!

00:01:40: Und überall hörbar dazwischen mit Simi Will.

00:01:45: Hallo zusammen draußen an den Endgeräten willkommen zu einer frischen Podcast-Folge Mit mir.

00:01:52: Simi will aus dem dazwingen bzw.

00:01:56: Willkommen zum Dazwischendpodcast.

00:01:58: Mir ging übersitzt eine Junge Talentierte Frau, sie ist die Myfer Lady der Moselmetropole und einfach ein junges Stimmwunder.

00:02:15: Lara Rieken.

00:02:17: Halli, hallo!

00:02:18: Ich freu mich sehr hier zu sein.

00:02:20: Das

00:02:20: freut mich ganz besonders.

00:02:22: auch ich habe sogar übrigens schon Karten für My Fair Ladies.

00:02:26: Sehr

00:02:26: gut das freut mir natürlich riesig zu hören.

00:02:29: Dass sich das dass ich mir sowas nochmal antun hätte ich ja auch nicht gesehen.

00:02:34: Lara wir fangen mal an biografisches wo kommst du her?

00:02:37: wer bist du?

00:02:39: Ja

00:02:41: Das ist immer eine gute Frage.

00:02:42: Ich komme gar nicht hier aus der Gegend, sondern komme eigentlich aus dem Münsterland in Nordrhein-Westfalen und ja bin da in einer eigentlich Handwerksfamilie groß geworden.

00:02:52: In meiner Familie gab es noch nie Berufsmusiker oder Berufsmusikerinnen und ich bin quasi die Ausreißerin.

00:03:00: Und genau!

00:03:01: Bin Sängerin hier am Theater Trier im Opernaussamble und seit letzter Spielzeit fest angestellt und darf unter anderem die My Fair Lady singen.

00:03:12: Genau, die haben wir schon jetzt in der letzten Spielzeit gemacht und werden auch noch ein paar Vorstellungen in der nächsten Spielzeit haben.

00:03:19: Wiederaufnahme wegen Totalerfolg.

00:03:21: Wegen Totalerfolge?

00:03:22: Ja, geil!

00:03:24: Das ist doch hier Eliza Doolittle.

00:03:25: ne?

00:03:26: Voll

00:03:26: absolut!

00:03:28: Also

00:03:28: als Film mochte ich den extrem.

00:03:31: Diese amerikanische Schnulze ist schon herrlich.

00:03:34: Lara wann hast du gemerkt dass du open... Ich meine Sängerin ist Sängerem.

00:03:39: wir wollten alle mal berühmt werden.

00:03:41: aber ich mein um klassisch zu singen ja das ist da musst du ein Talent haben und B Durchhaltevermögen.

00:03:50: Das ist, wann hast du gemerkt das will ich werden?

00:03:53: Weil da muss es ja eine Initialzündung gegeben haben.

00:03:55: Da stimmt die gab's auf jeden Fall auch schon relativ früh und zwar durch einen Kindergartenprojekt.

00:04:02: wir haben, da war ich so circa fünf sechs Jahre alt im Kindergaten Die Zauberflöte von Mozart durchgenommen und am Ende eine eigene kleine Aufführung davon gemacht, eigentlich nur quasi in der Tourenhalle mit großem selbstgebauten Bühnenbild und selbstgenähtigen Kostüm.

00:04:20: Und die Geschichte sollte erzählt werden und ja einfach quasi war das für uns Kinder super aufregend!

00:04:26: Die Geschichte der Zauberflüte ist ein tolles Märchen so oder sowas.

00:04:30: Ich habe dann aber von meinen Eltern einen Bilderbuch bekommen und auch die CD Mit Der Oper drauf von Mozart.

00:04:38: Ich war hin und weg.

00:04:41: Als ich das zum ersten Mal gehört habe, dachte ich ... Also so was hab' ich noch nie gehört!

00:04:45: Und war so fasziniert von dieser Geschichte, dass meine ganze Familie, meine Eltern und meine beiden Brüder sich des Wochen lang ... jeden Tag, vierundzwanzig sieben anhören mussten weil ich dann im Wohnzimmer mich direkt vor die Boxen gelegt habe schön nah dran und das dann immer und immer wieder gehört hab.

00:05:04: Mit

00:05:05: fünf?

00:05:05: Ja

00:05:05: mit fünf!

00:05:06: Vor allem die Aria der Königin der Nacht hat mir da...

00:05:09: Der Colorado Supra Genau

00:05:11: genau und diese Aria hat also die hat es mir besonders angetan Die ist ja eigentlich ziemlich düster.

00:05:17: Der Hölle-Rache kocht in meinem Herzen, singt die Königin der Nacht da zu ihrer Tochter und beauftragt sie ja den Sonnenkönig Sarastro umzubringen!

00:05:26: Also...die Ari ist eigentlich ... ziemlich schlimm, muss man sagen.

00:05:30: Aber ich fand einfach als Kind die Musik super toll und war mir gar nicht klar was ich da vor mir her singe.

00:05:36: denn anscheinend habe mich dann im Kindergarten auch während ich damit meinen Puppen gespielt hab diese Stück vor mich hergesungen also das kleines Mädchen der Hölle Rache.

00:05:48: Und dass haben die Erzieherinnen mitbekommen und mich gefragt ob ich bei dieser Kindergartenaufführung, ob ich mich dann trauen würde da die Königin der Nacht zu sein und ob ich dann diese Ari auch singen wollen würde.

00:06:01: Und irgendwie hatte ich überhaupt keine Angst oder hatte keine Hemmungen Und hab das dann gemacht in einer großen örtlichen Turnhalle, vor allem Eltern und Familien.

00:06:11: In einem ganz tollen langen blauen Kleid – das weiß ich noch unter schwarzen Perücke – kam ich mir wirklich vor wie die Königin der Nacht herself!

00:06:20: Und hab es dann gesungen natürlich eine Octave tiefer also so wie Kinder das singen.

00:06:27: aber ja da hat's irgendwie...

00:06:29: Aber überhaupt, also ich meine, das ist jetzt kein einfaches Kinderlied.

00:06:33: Das ist ja schon krass!

00:06:35: Ja,

00:06:35: da stimmt.

00:06:36: Ja, abgefahren und dann hast du ab da im Grunde unterstützt von den Eltern- und den Kindergärtnerinnen, da schon quasi den Weg geebnet bekommen oder?

00:06:47: Absolut.

00:06:48: Ich habe dann sofort gemerkt dass ich gerne Gesangsunterricht haben wollen würde aber mit fünf, sechs ist man noch ein bisschen jung dafür.

00:06:58: noch sehr klein oder muss auch noch wachsen.

00:07:00: Und dann habe ich erst mal mit Klavierunterricht angefangen, das war auch super und hat mir später fürs Studium auf jeden Fall geholfen.

00:07:07: aber... Ich hab nie so viel Klaviergeübte wie ich hätte singen üben wollen und hab' dann nur eigentlich darauf hingefiebert dass sich dann irgendwann doch schon mit sieben mit Gesangsunterricht anfangen durfte weil ich einfach nicht mehr warten

00:07:21: wollte.

00:07:22: und ja dann habe Kinderlieder gesogen und hat mir so ein bisschen erklärt, wie man atmet.

00:07:28: Aber der richtige klassische Gesangsunterrichter kam dann ... Da war ich circa vierzehn.

00:07:34: Und dann war quasi noch mal diese Flamme in mich, dass ich gemerkt hab, boah, gerade auch dieser Art zu singen ist so faszinierend, das man es schafft irgendwie mit seinem eigenen Körper eine solche auch laut Stärke herzustellen oder solche Klänge zu erzeugen, dass man in einem riesigen Opernhaus über ein ganzes Orchester kommt bis in die letzte Reihe.

00:07:58: Das wollte ich unbedingt lernen!

00:08:00: Und jetzt kannst

00:08:00: du das?

00:08:01: Ja,

00:08:02: Wahnsinn!

00:08:03: Das ist schon Wahnsinn und da wird man nicht verstärkt.

00:08:07: Gar nicht.

00:08:07: Also du hast als My For Lady auch keinen Mikrofon an?

00:08:12: Da ist es tatsächlich eine Ausnahme, weil My For Ladies ein Musical ist und ja ganz viele Sprechtexte in den Szenen sind.

00:08:21: Und da sind wir auf jeden Fall verstärkt.

00:08:22: aber jetzt in den klassischen Opern die wir ja auch hier am Theater machen, da gibt es keinerlei Verstärkung.

00:08:29: Da ist das Vollorchester besetzt, volle Orchester besitzt, aber wir singen da oben... Nur mit unseren Stimmen.

00:08:37: Das ist

00:08:37: abgefahren, das wusste ich nicht!

00:08:38: Das wusste sich Tatsache nicht und ich habe... also ich hab mir mal eine Zeit lang bin ich mit.

00:08:44: kennst du zufällig Johannes Kram aus Tier?

00:08:48: Der hat Operette für zwei schwule Tenöre geschrieben und das auch aufgeführt und es läuft immer noch.

00:08:55: Der war früher Gastronom in Tria und ist so ein Pier.

00:08:58: von mir kann man sagen Und als Johannes diese Operette?

00:09:02: Also das war vor, weiß ich nicht vielleicht, fünfzehn Jahren.

00:09:06: Und da haben wir schon gesagt, Operette will doch kein Mensch hören!

00:09:09: So oder Operette ist nicht zeitgemäß?

00:09:13: Ja und jetzt haben wir hier... und er hatte damit auch großen Erfolg mit Operette für zwei schwule Teneure, so heißt es.

00:09:21: Und dass die My Fair Lady ja auch immer ausverkauft war jetzt kann ja auch kein Zufall sein.

00:09:27: Nee, das stimmt.

00:09:28: Das stimmt also Dieses Stück muss ich sagen, auch seit ich den Film zum ersten Mal gesehen habe.

00:09:34: Den hab' ich glaube ich auch als junges Mädchen damals zum ersten mal geschaut mit Audrey Hepburn natürlich.

00:09:39: Stimmt!

00:09:40: Wie heißt er nochmal?

00:09:41: Er ist auch... Rex Harrison.

00:09:46: Genau.

00:09:47: Und als ich dann gehört hab', hier nach meinem Vorsingen am Theater das auch geplant wird, My Fair Lady in meiner ersten Spielzeit zu machen, da habe ich mich so gefreut und gleichzeitig hatte Respekt vor dieser Rolle, weil das einfach ein riesiger Brocken ist diese ganze Partie zu lernen.

00:10:05: Das ist einfach wahnsinnig viel Text

00:10:07: v.a.,

00:10:07: ich würde sogar sagen dass die Sprache an sich die eigentliche Hauptrolle des Stücks ist, weil es ja eben darum geht ob die Sprach den Menschen macht oder die Herkunft.

00:10:19: und eigentlich sagt dann Eliza Doolittle am Ende Dass aus ihrer Sicht es darum geht, wie man behandelt wird und dass der Professor Higgins sie eigentlich immer wie ein Blumenmädchen behandelt hat.

00:10:33: Egal ob sie am Ende der quasi hier deutschen Sprache mächtig war und nicht mehr Berlinert hat.

00:10:42: Und das im Gegensatz dazu.

00:10:43: aber der Oberst Pickering, der andere quasi Hauptcharakter Das Stücks, diese zwei Männer haben mir die Wette abgeschlossen.

00:10:51: Ob das einfache Blumenmädchen Eliza es schaffen wird auf einem Diplomaten bei sich als Herzogen ausgeben zu können.

00:10:59: und der Obers Pickering eben hat sie immer wie eine Lady behandelt auch wenn sie noch auf der Straße war und Blumen verkauft hat.

00:11:05: und Sie glaubt es hängt ganz davon ab ja wie man jemandem begegnet egal wie er spricht oder aussieht oder woher kommt.

00:11:14: mehr Das ist ja schon was Politisches angesprochen.

00:11:17: regelrecht, dass in der My For Lady sogar etwas politisch steckt.

00:11:19: Hätte ich auch vergessen!

00:11:21: Aber da ist ja eine Gesellschaftskritik wenn

00:11:23: man

00:11:24: denn so will.

00:11:24: Ja.

00:11:25: Ja,

00:11:26: My for Lady.

00:11:28: Wann geht's da wieder los?

00:11:30: Ich glaube Anfang

00:11:34: Mitte September ist die Wiederaufnahme für my for lady genau

00:11:38: voll.

00:11:38: Ich glaub' ich hab Karten für Oktober.

00:11:40: Ja, sehr gut.

00:11:41: Sehr gut!

00:11:41: Wir kommen

00:11:42: mit der Schule.

00:11:43: Also Lehrerkollegium.

00:11:45: Perfekt.

00:11:46: Ja, freu ich

00:11:46: mich auch.

00:11:47: Lara, Operrette mit vierzehn hast du gesagt bist du professionell eingestiegen sozusagen?

00:11:54: Da war in der Pubertät mit Partien nicht viel los oder?

00:11:58: Da waren gar nicht viel Los da hast du vollkommen recht.

00:12:01: und es war auch gar nicht so leicht ehrlich gesagt auf... auf dem Gymnasium, auf dem ich war.

00:12:07: War ich so ziemlich die Einzige, die klassische Musik in dieser Form toll fand und ... Einfach je länger ich gesungen habe, desto mehr hab' ich gemerkt.

00:12:16: Das ist genau das was ich machen will und an nichts anderem hab' so viel Spaß wie daran.

00:12:21: aber genau das hat auch beinhaltet dass sich dann oft gerade am Wochenenden wurden meine Klassenkameraden, Kameradinnen auf Partys gegangen sind Ich dann doch lieber auf meine Stimme aufpassen musste wollte weil ich dann eine Zeit lang ganz viel auf Hochzeiten gesungen hab.

00:12:37: andere haben gekälnert um ein bisschen Taschengeld zu verdienen Und ich hab schon früh angefangen auf Festlichkeiten auf verschiedenen Festen zu singen.

00:12:45: Aber sobald mein Studium angefangen hat, ich endlich das Gefühl hatte... Hier gehöchen, hier pass ich rein.

00:12:52: Weil wir haben alle den gleichen Schaden wie ich.

00:12:55: Na ja klar!

00:12:57: Das macht ja einsam in dem Alter denke

00:12:59: ich mal.

00:13:00: Ich hatte ja zum Glück immer viel auch durch die Musik oder durch die Musikschule an der ich war dann doch auch viele Kolleginnen und Kollegen, die zumindest auch Instrumente gespielt haben oder die auch gesungen haben.

00:13:13: aber so an der

00:13:13: Schule...

00:13:15: war es schon so, dass ich das Gefühl hatte.

00:13:18: Ich pass da nicht rein oder irgendwie das was den anderen am meisten Freude macht ist nicht das, wofür ich brenne und andersrum genauso.

00:13:26: Und studiert hast du dann?

00:13:28: Musstest du Aufnahmeprüfung?

00:13:31: Bist du auch mal durchgefallen?

00:13:32: Hast du auch die Erfahrung gemacht, nichts zu gewinnen oder auf der Strecke ausgebrimst zu werden?

00:13:40: Oder war das ganz linear?

00:13:42: Weil wir kennen uns ganz wenig!

00:13:45: Wir sind uns beim Salon an, bei Tanja begegnet... Du kamst so fröhlich ins Bild gesprungen dass ich dachte, man kann doch gar nicht so gut gelaunt sein.

00:13:56: Du strahlst einfach so eine positive unversaute Fröhlichkeit aus.

00:14:03: und jetzt auch wieder nächste Begegnung gleich wieder so.

00:14:06: ja klar da ist sie die Jahre aber man unterstärkt dir sofort so eine Unkompliziertheit.

00:14:12: also ne Diva bist du jedenfalls nicht.

00:14:14: so vieles klar

00:14:18: möchte ich auch niemals sein, ehrlich gesagt.

00:14:20: Und deswegen bin ich auch sehr froh dann doch darum dass sich quasi ganz normal oder ja ganz einfach auf dem auf dem Land fast groß geworden bin also in einem ganz ganz kleinen Städtchen wo jeder jeden kennt in fehlen.

00:14:36: Die nächstgrößere Stadt ist Münster.

00:14:39: Okay,

00:14:39: da wo so Pferde auf der Weide stehen und die Dächer rot sind?

00:14:42: Ja

00:14:43: genau!

00:14:44: Und überall alles rote Backsteinhäuser.

00:14:46: So sieht es aus bei uns.

00:14:48: Das tut mir auch jetzt immer wieder gut zwischendrin mal zu Hause zu sein in einer ganz anderen Welt als meine Theaterwelt hier und dann nochmal ganz abscheiden zu können und zu merken, wo ich herkomme und dass sich eben zum Glück keine Musikereltern hat.

00:15:05: Also ich bin sehr glücklich darum, weil das alles dann immer aus mir herauskam und ich von älterlicher Seite niemals irgendwie Druck verspürt habe oder so oder da jemand besondere Ansprüche an mich hatte.

00:15:16: Das kam immer aus mih heraus.

00:15:18: Und

00:15:19: ja es macht glücklich wenn man das tut was man tun möchte oder?

00:15:22: Absolut

00:15:23: absolut!

00:15:25: Ich wurde jetzt vor ein paar Tagen noch als ich wieder auf Familienbesuch war auch mal von meinen Eltern gefragt ob Ich denn jetzt auch anderen jungen Mädchen oder Jungs quasi empfehlen würde, klassischen Gesang zu studieren.

00:15:40: Ob ich sagen würde ja macht das unbedingt wenn ihr das wollt?

00:15:42: Oder oh macht es lieber nicht.

00:15:44: und ich finde es gar nicht so leicht zu beantworten weil ich muss schon auch sagen dass viel Glück trotzdem auch dazu gehört.

00:15:51: also klar ich würde sagen dieser Grundwille oder diese große Liebe die muss Die muss da sein und wenn die nicht da ist, dann glaube ich erträgt man vieles in diesem Beruf auch nicht.

00:16:03: Also dann kann man über manche Dinge nicht hinwegsehen.

00:16:09: aber ansonsten ist es auch wirklich von großer Wichtigkeit immer zur richtigen Zeit im richtigen Ort zu sein Und das kann man ja manchmal gar nicht beeinflussen.

00:16:17: Man braucht halt Leute, die was in einem sehen wie sagen Ich will dich unbedingt engagieren wie jetzt hier am Theater, dass ich direkt nach meinem Studium sofort einen Engagement bekommen habe.

00:16:28: Das ist wirklich eine Seltenheit und ich bin überglücklich unter den glücklichen ein Prozent zu sein die direkt nach dem Studium als Solistin irgendwo singen dürfen weil das ist leider die Realität das grundsätzlich von allen die Gesang studiert haben Am Ende nur circa zehn Prozent in irgendeiner Form mit Gesang arbeiten.

00:16:52: Und nochmal viel weniger, nur ein Prozent am Ende arbeiten tatsächlich auch als Solistin irgendwo.

00:16:59: Das sind wahrscheinlich dann irgendwo im Chor oder gegen Gesangstunden und was ich jetzt gar nicht schmälern

00:17:06: möchte.

00:17:07: Also ich wollte mal eine kurze Zeit Schauspielerin werden.

00:17:12: So und ich glaube, ich habe da auch einen Wunsch nach weil mich immer irgendwie gerne in den Mittelpunkt schieben will usw.

00:17:19: Und auch gerne so mich in andere Leute reinversen ... Reinversetzte, Entschuldigung.

00:17:23: Aber es hat für mich nie ausgereicht oder ich konnte nicht so viel Kraft aufbringen dem System zu trotzen oder beziehungsweise da mit voranzugehen.

00:17:36: du bist einer Konkurrenz ausgesetzt.

00:17:37: immer Es wird immer jemand geben der besser ist als du.

00:17:44: Ja glaube ich, ist eine Frustrationstoleranz die man mitbringen muss.

00:17:48: Die man vielleicht nur haben kann wenn man eine gute Basis mitbringt.

00:17:53: Absolut!

00:17:54: Ja und ich hatte keine gute Basiss also ich war nicht so selbstbewusst oder so bei mir so ne?

00:18:01: Ich habe andere Vorteile in der Zwischen natürlich.

00:18:05: Deswegen sind wir jetzt hier.

00:18:07: Ganz genau, aber deswegen Respekt ganz großen Respekt weil ich war auch mal auf dem Weg zum Vorsprechen.

00:18:15: also ich hab am Theater Trigger Schauspielunterricht genommen von einem

00:18:18: österreichischen

00:18:20: Hauptrolle Mowgli im Dschungelbuch.

00:18:22: Ich war der Babyelefant und so ja.

00:18:25: und deswegen weiß wenn ich gehöre zu den Zeugen die wissen dass das Stadttheater Trigger äußerst sanierungsbedürftig ist.

00:18:33: Da hat sich nämlich nichts verändert seitdem, das sagt genauso... Egal langsameres Thema aber der Laosch war ja auch schon mal da und hat das in epischer Breite alles aufgeklärt.

00:18:43: Opernsängerin wie gehst du mit dieser Konkurrenz um oder mit diesem Markt?

00:18:48: Der ja hart umkämpft ist?

00:18:51: vielleicht sage ich es mal so Wie schützt Du Dich?

00:18:56: Ja eine große Frage auf jeden Fall.

00:18:59: Zum einen bin ich einfach unglaublich dankbar, so tolle Menschen um mich herum zu haben.

00:19:05: Also wie allen voran meine Familie und meine Freunde Und die egal was passiert immer da sind und ich glaube also Ich brauche die Musik schon zum glücklich sein.

00:19:20: ich kann einfach nicht ohne oder es ist so ein Teil von mir.

00:19:22: und trotzdem glaube ich wenn ich jetzt zwischen einer großen weltweiten Karriere an allen tollen Staatsopern der Welt entscheiden müsste und quasi Familien leben.

00:19:37: Oder wenn ich dafür meine Familie aufgeben müsste oder auch den Wunsch, irgendwann eine eigene Familie zu haben dann würde ich mich glaube immer für die Familie entscheiden weil eben klar das hört sich immer ganz wunderbar an, wenn man sagt ja ich habe an allen großen Opernhäusern in der Welt gesungen und ständig auf Reisen immer unterwegs, aber ich weiß gar nicht ob das in der Realität auch so schön ist wie es sich anhört.

00:20:03: Immer aus dem Koffer zu leben und quasi keinen richtigen Freundeskreis auf also ja kein richtiger Freundes Kreis entwickeln zu können, aufzubauen weil man immer ja immer mal hier mal dort ist und manchmal trifft man dann Kolleginnen Kollegen wieder.

00:20:19: Aber man ist doch sehr auf sich allein gestellt und Ich bin einfach so froh dass Auch nach Vorstellungen hier, das ist natürlich toll wenn man gesungen hat und am Ende kommt dann der Applaus.

00:20:30: Und man merkt auch gerade hier in Trier dass das Publikum so gerne ins Theater geht.

00:20:35: Gerade in My For Lady die Leute sind außer sich!

00:20:38: Wenn man auf den Straßen angesprochen wird sagt oh sie sind doch die My for Lady das hat ja so viel Spaß gemacht.

00:20:44: also natürlich ist es super aber das wäre mir alles nichts wert wenn ich nicht wüsste dass es Menschen gibt die mich auch für die Personen lieben außerhalb der Bühne bin.

00:20:56: Und deswegen, glaube ich, sind so die Ängsten vertrauten super wichtig.

00:21:01: auch mein Gesangsprofessor bei dem ich auch schon während des Abiturs angefangen habe zu studieren als Jungstudentin.

00:21:09: Das war noch in Münsterland oder hier?

00:21:12: Das war tatsächlich an der Musikhochschule in Frankfurt.

00:21:17: Genau da haben wir angefangen zu studien erst als Jung Studentin und dann im Bachelor.

00:21:21: Was heißt Jungstudientin?

00:21:23: Also das heißt offiziell Exzellenzstudium für quasi hochbegabte Musikerinnen und Musiker, also dass man eben schon während der Schulzeit trotzdem schon anfangen kann zu studieren oder bei den Professoren von Hochschulen Unterricht haben kann.

00:21:43: Auch da wieder riesiges Glück zur richtigen Zeit an die richtigen Menschen gekommen zu sein.

00:21:47: Und dadurch war dann auch für mich der Einstieg in den Bachelor deutlich leichter, weil man mich in Frankfurt und der Hochschule denn schon kannte... ...und ich dadurch dann direkt quasi vom Jungstudium in den bachelor wechseln konnte oder dann da einsteigen konnte.. ..und nicht mich irgendwie durch alle möglichen Städte probieren musste dann da auch keine Absage erhalten hab, sondern direkt quasi weitermachen konnte.

00:22:13: Ah,

00:22:14: verstehe!

00:22:14: Du musst es also nicht zum Vorsingen an diverse Unis, sondern du bist in Frankfurt geblieben.

00:22:21: Ja gut, aber das ist ja jetzt nicht reines Glück.

00:22:23: Nein, is'n reines.

00:22:24: Schön dass

00:22:25: du so bescheiden daherkommst... Aber spricht für dich was?

00:22:30: Aber da musst du ja schon einen Talent, du musst ja jemandem aufgefallen sein.

00:22:36: Ganz talentfrei, kann das ja nicht vonstatten gegangen sein.

00:22:41: Ich bin wirklich sehr gespannt!

00:22:43: Weil

00:22:44: ich

00:22:45: habe zu den Kollegen die gesagt haben kommst du mit zum My For Lady?

00:22:48: Da kannten wir uns natürlich.

00:22:50: Sag mal also Operette ist ja jetzt nicht mein Genre und mittlerweile weil ich dich kenne Und also ich freue mich total drauf.

00:22:59: Also ich freu mich total darauf und sehe mich schon mitsingen, weil es sind ja so Evergreens.

00:23:03: Das ist ja heutzutage quasi auch klassisch was man kennt.

00:23:10: Bin ich mal gespannt.

00:23:12: Ja sehr gespannt!

00:23:19: an der Uni oder später gab es irgendeine Initial, ne?

00:23:23: Oder eine Vorstellung, an die du dich erinnerst.

00:23:26: Du denkst wow!

00:23:27: Das war... Boah da hab ich gedacht das geht gar nicht.

00:23:31: oder da habe ich gedacht jetzt bin ich selbst über mich hinausgewachsen.

00:23:34: also sowohl als auch Gab's da Momente wo du sagst dass werde ich nie vergessen oder so was in der Art

00:23:42: Ja auf jeden Fall.

00:23:44: Also Es gab viele besondere Momente eigentlich durch Ja, die ich durch Konzerte oder Vorstellungen erleben durfte.

00:23:54: An einen Konzert erinnere ich mich besonders gerne und zwar war das im Rahmen von Live Music Now.

00:24:00: Das ist eine Organisation, die Konzerte an Orten gibt wo sonst Menschen nicht mehr die Möglichkeit haben in Konzerten zu gehen also... In Altenheimen, Senioreneinrichtung, Krankenhäuser, Hospiz, Frauenhäuse

00:24:18: und

00:24:18: auch im Gefängnis.

00:24:20: Und ich habe tatsächlich mit meiner Leadduo-Partnerin, einer Pianistin die auch gleichzeitig eine super tolle Freundin von mir ist, Marite Manny haben wir ein Konzert in einem Hochsicherheitsgefängnis in der Nähe von Frankfurt gegeben für lebenslangsitzende männliche Straftäter.

00:24:41: Als wieder die Einladung bekommen haben für das Konzern, haben wir gedacht so oh Gott!

00:24:44: Aber erst mal... Wollen wir das?

00:24:47: oder wie wird es sein?

00:24:49: Und ich habe mich auch gefragt, werde ich überhaupt einen Ton rausbekommen wenn ich dann da vor mir so eine ganze Horde nur Männer habe und die zwei junge Frauen stehen da auf der Bühne und sollen quasi Unterhaltung bieten.

00:25:02: Was sinkt man denn da?

00:25:04: Wie wird das werden?

00:25:04: Wie werden sie reagieren?

00:25:07: Es war aber schon nach dem ersten Stück so dass Sie und Ich haben uns angeschaut Und wir wussten, wir fangen gleich an zu heulen wenn wir jetzt nicht weiter singen und spielen weil das irgendwie so eine besondere Atmosphäre in dem Raum war.

00:25:22: Das ist vielleicht erst mal schwer zu glauben aber so eine Herzlichkeit und Wärme vom Publikum zu uns kam.

00:25:33: Auch als wir dann unser Programm quasi fertig hatten, haben die glaube ich fünf Zugaben gewollt.

00:25:38: Die sind so ausgerastet und waren völlig außer Sicht.

00:25:41: Den hat das so gut gefallen, obwohl wir eben auch ganz rein klassisches Programm gemacht haben... ...die jetzt vielleicht eigentlich für den so Otto-Normal-Verbraucher nichts ist.

00:25:52: aber die haben sich einfach so gefreut dass Musik in diese Mauern gekommen ist Und dass wir auch quasi dann doch eigentlich relativ unbedarft herangetreten sind.

00:26:07: Das hat mich nachhaltig noch so bewegt und habe gemerkt, das ist genau deswegen ich mache was ich mache und dass ich genau deshalb alles andere auf mich nehme an Schwierigkeiten, was dieser Beruf manchmal mit sich bringt weil... man eben mit Musik Menschen anders erreichen kann oder Kunst einfach so eine Egal in welcher Form, ob es jetzt Musik ist oder ob das Malerei ist oder Dichtung.

00:26:31: Aber das trifft einfach nochmal anders ins Herz und das kann man nicht vergleichen ja.

00:26:39: Ja oh Gott!

00:26:41: So ich bin jetzt wirklich auch ganz gerührt weil ich denke auch ich habe auch mal ein Knasterlebnis gehabt als Sozialarbeiter genommen da ging's mir ähnlich.

00:26:50: Allerdings, also was ich sagen will ist nein da schließt sich ein Thema an.

00:26:56: Was sagst du einem Politiker der an der Kultur spart?

00:27:01: Ja weil das ist wo ich immer sage im sozialen ja wenn es Geld knapp wird einfach jetzt mal ganz radikal.

00:27:09: Wenn die Politik zeigen will dass sie spart wird zuerst im soziale da wo Menschenbegegnungen passiert, da wo Professionalität Menschen hilft wieder Teilhabe zu erlangen.

00:27:24: Und als nächstes oder wahlweise gleich im Wechsel Kultur- oder Soziales?

00:27:30: Was sagst du einem Politiker einer Politikerin oder was sagst Du der Politik warum das am falschen Anfang gespart ist?

00:27:43: Das ist natürlich eine große Grundsatzfrage.

00:27:45: aber ich finde Kunst und Musik, auch Begegnungen zwischen Menschen.

00:27:52: Das ist doch das was es lebenswert macht und was uns Menschen doch auch ausmacht.

00:27:57: Und egal welche Formen von Kunst aber auch in der Musik oder auch in den Opern von denen man ja oft denken würde mein Gott jetzt alles schon irgendwie zweihundert Jahre her!

00:28:08: Was hat das noch mit uns zu tun?

00:28:10: Aber es geht Ja, immer um die ganz grundsätzlichen menschlichen Gefühle, die immer aktuell sind.

00:28:17: Es geht immer um Liebe!

00:28:18: Es ist immer ein Eifersuchtsdrama... es gibt Tod und der Umgang mit Trauer.

00:28:23: Es gibt einfach alles was das Mensch sein ausmacht.

00:28:29: Und einfach glaube ich gerade in Zeiten wie heute wo man egal wo man hinschaut irgendwie Kriege findet oder Armut, Klimakatastrophen.

00:28:43: Gerade dann braucht man doch als Ausgleich Begegnungen mit anderen Menschen oder eben auch zusammen das Erlebnis von Kultur und Kunst um mal kurz quasi der Welt entfliehen zu können, alles andere zu vergessen und einfach nur fühlen zu dürfen sich selbst auch nochmal ganz anders zu begegnen, weil je nachdem was man da auf der Bühne sieht erkennt man sich selbst vielleicht wieder oder er kennt Situation aus einem eigenen Leben wieder und das ist auch ein bisschen Verarbeitung von allem was man selber erlebt hat.

00:29:20: Es ist einfach so viel mehr als einfach nur ja steht jemand auf der bühne und singt halt ein bisschen Kann ich mir auch auf Spotify anhören, warum soll ich jetzt ins Theater gehen?

00:29:30: Und

00:29:30: da spricht so genau was an.

00:29:34: Wo ich immer ein bisschen hin will mit meinem Gequatsche und dieses Zusammenbringen von analoger und digitaler Welt Das ist, wir können ja nicht mehr wegnäugnen dass die KI jetzt da ist.

00:29:47: Dass wir alles irgendwie synthetisch herstellen können was ja in verschiedenen Bereichen wundervoll ist.

00:29:55: ich will auch gar nicht meckern und sagen Alles neue ist scheiße darum geht es nicht.

00:29:59: Aber zu sehen Leute Wir sind jetzt an so einem Punkt Die KI ist da das wir Jetzt aufpassen dass wir unser humanistisches Thema wieder ganz nach vorne bringen, unsere analoge Welt wieder feiern.

00:30:15: Ja ja das jetzt bei allem Social Media ich bin dabei und mache Tourdies und dass aber das Analoge dazu muss sich also muss sich so ein bisschen emanzipieren regelrecht.

00:30:28: Also ich glaube dass wir als Menschen eine Pflicht haben Jetzt gerade jetzt diese kulturelle Begegnung von der du sprichst zu feiern, zu zelebrieren.

00:30:41: Nicht zu meckern sondern das zu feieren einfach.

00:30:46: Das macht uns aus und die Wichtigkeit dieser Kultur ist einfach unermesslich.

00:30:59: Wir sind gerade in einem Zeitalter wo grade die Kultur bewahrt, nicht nur bewahrts sondern auch gefeiert werden muss.

00:31:06: Ja und deswegen gehe ich auch noch mal zur MyFaLady hin.

00:31:12: Das ist mir wirklich so ein Anliegen weil nicht schwarz weiß, dass die digitale Welt ist böse.

00:31:19: Das bringt uns ja nicht weiter.

00:31:21: aber zu gucken oder zu sehen Leute wir können so viel an dem Bildschirm machen und das tun wir auch.

00:31:28: Aber was macht uns Menschen denn aus?

00:31:30: Bitte nicht vergessen sondern feiern verstärken, ausbauen und wirklich feiern einfach.

00:31:38: Und es ist ein ganz anderes Erlebnis gerade auch für jemanden der an sich vielleicht sagen würde, klassische Musik ist gar nichts für mich oder Opa da wird ja nur rumgeschrien.

00:31:48: das ist mir zu laut, das ist irgendwie zu dramatisch.

00:31:52: Wenn man dann aber ins Theater geht und alleine dieses Gefühl vorher, bevor der Einlass beginnt.

00:31:59: Wenn man vielleicht noch ein kleines Sektchen an der Bar trinkt und dann geht man in den Saal und da geht das Licht aus und man hört das Orchester fängt an zu stimmen... Das ist ja alles... Es ist ein ganz anderes Gefühl, weil es ja Menschen sind die diese Kunst machen.

00:32:12: Da sind Menschen im Orchester, die live genau in diesem Moment für dich Musik machen und so wie das in dem Moment klingt wird es nie wieder anders klingen.

00:32:20: auf Spotify kannst du den selben Song auf Dauerschleife hören.

00:32:24: aber das ist ein Erlebnis dass das wird nur jetzt in diesen Moment stattfinden.

00:32:29: und eben auch Wie gesagt gerade klassischer Gesang glaube ich.

00:32:34: es gibt keine keine intime Reform An sich würde ich sagen keine intime Reform von Musik als Gesang, weil eben die menschliche Stimme der menschlichen Körper das Instrument ist.

00:32:48: Und ganz unverstärkt nur mit allem was man selber hat an Haut und Haaren wird der Klang dann zu den anderen Menschen gebracht.

00:32:55: also das ist einfach etwas anderes.

00:32:57: Das muss man mal erlebt haben und ich kann trotzdem verstehen wenn es Menschen gibt die sagen Ich war jetzt im Theater kann ich mir im Alltag als Musik nicht vorstellen, dauerhaft zu hören.

00:33:09: Aber ich persönlich habe noch nie jemanden erlebt der nicht zumindest beeindruckt aus dem Theater rausgegangen ist und gesagt ja boah also das hab' ich noch nicht gehört sowas.

00:33:19: Ja ja!

00:33:21: Ich muss gestehen mit diesem Johannes den ich eben schon mal angesprochen habe hatte ich auch so eine Phase wo wir in Berlin, wo er mich zu in Opernhäusern so mitgeschleppt

00:33:31: hat

00:33:32: Und ich hab mir, weil ich so wahnsinnig respekt auch.

00:33:35: Man hat ja eine E- und U-Musik.

00:33:37: Alles Quatsch im Nachhinein finde ich.

00:33:40: Aber ernste Musik, was ist denn Ernster-Musik?

00:33:42: Es gibt auch in der Oper total ... Also die hat einen großen Unterhaltungswert.

00:33:48: Und so eine Verklärung von Oper weiß ich nicht!

00:33:53: Es ist etwas Besonderes, es ist feierlich und klassisch.

00:33:58: Es kommt aus einer anderen Zeit.

00:34:00: Es ist keine alltägliche Radioschubidumusik natürlich nicht.

00:34:05: Aber man muss kein Opa ein Kondisseur sein, um in so einer Opa zu sitzen und total ins Jetzt-und-Hier zu kommen.

00:34:14: Weil ich weiß, ein Erlebnis das war in der komischen Opa Und ich glaube das war sogar das erste Mal für mich so richtig bewusst Opa Das war komische Opa.

00:34:26: Da fand ich abgefahren, weil ich dachte immer, ich verstehe nicht was gesungen.

00:34:31: Also die Texte ... Weil ich glaube es war Toran dort oder irgendwas Italienisches.

00:34:36: Ich weiß es nicht mehr genau und man kennt glaub ich aus jeder Oper irgendeinen Hit auf jeden Fall.

00:34:42: Auch das kenne ich ja!

00:34:43: Dann habe ich mich total gefreut zu erkennen.

00:34:46: Und was sich in der komischen Oper so verrückt fand, Untertitel, es gab die liefen in den Sitzen vor dir.

00:34:56: Lief in diesen roten Punkt Schriften, lief der Text auf Deutsch mit.

00:35:00: Das hat dich total abgefahren.

00:35:02: also Oper mit Untertiteln so Also schräg?

00:35:06: Absolut.

00:35:06: Aber das gibt es ja auch hier am Theater, wenn wir nicht deutsche Stücke haben läuft dann nicht vor dir am Sitz aber oben drüber über der Bühne als Übertitel, dann auch die deutsche Übersetzung.

00:35:18: also theoretisch kann man ganz unbedarft auch in ein Nicht-Deutsche Stück gehen und... und quasi sich einfach überraschen lassen.

00:35:26: Und kann immer mal wieder, wenn man denkt okay was singen die denn gerade?

00:35:29: Einfach mal oben mitlesen und weiß dann eigentlich ganz genau Wort für Wort, was grade gesagt wird.

00:35:34: Denn da ist schon etwas dran das... Wenn man klassisch singt um diesen Klang herstellen zu können es ist manchmal schwieriger dann die Original-Vokale zu erkennen weil einfach der der Mund, der ganze Klangraum.

00:35:51: Der Rachen in einer besonderen Einstellung ist die nichts zu tun hat mit alltäglichem Sprechen und es macht schon schwieriger das zu verstehen.

00:35:59: aber genau dafür gibt es eigentlich mittlerweile glaube ich an allen Theatern und U-Panhäusern Übertitel entweder über der Bühne oder eben direkt vor einem an der Rücklehne des vorderen Sitzes auch ein kleiner Bildschirm mit dem Drex.

00:36:12: Ja im Mai Verledi werden wir alles verstehen.

00:36:14: Da

00:36:14: werden wir alle verstehen!

00:36:15: Das hoffe.

00:36:19: Und Opa, wie gesagt ich muss sagen.

00:36:22: Ich habe glaube ich im Gymnasium beim Musiklehrer hatte ich selten ein Musiklehrer oder Lehrerin die das schön weitergeben konnten.

00:36:34: Das war immer so... Die hatten immer Angst dass sie die Schüler nicht interessieren Und irgendwie war das immer verkantet, so oder oft.

00:36:43: Ich hatte in der Grundschule zwei Lehrerin, die waren Zwillingsschwestern und beide früher Opernsängerinnen gewesen.

00:36:51: Die Fräulein Treppenhauers.

00:36:54: Die waren wirklich Opernsängerinnen.

00:36:55: Die eine war meine Sportlehrerin und Grundschulle Deutsch- und KlassenlehrerInnen.

00:37:01: Und die andere weiß ich nicht mehr, was sie unterrichtet hat.

00:37:03: Vielleicht Rechnen oder... Also so die ersten vier Grundschuljahre hatte ich beide Freude an Treppenhauers und das waren die schönsten, also die prägendsten Schuljahres, die ich hatte weil die Damen auch immer bei jeder Gelegenheit gesungen haben Beide Kinder los.

00:37:21: Also jetzt nicht, weil du Kinder los bist.

00:37:22: Du hast ja noch tausend Jahre Zeit.

00:37:24: Aber die waren so ... Ja, die waren fröhlich!

00:37:28: Die waren irgendwie zufrieden.

00:37:30: Und das ist glaube ich der Unterschied.

00:37:33: Die konnten mir auch Sachen weitergeben, da war ich nämlich immer beim Theater durfte ich immer mitspielen und die haben diese ganzen Sachen sehr gefördert.

00:37:42: Danach waren die Musiklehrer eigentlich eher mit, wie man heute so sagt Stöcken im Arsch was sehen?

00:37:49: Was sehr schade ist!

00:37:51: Weil ja weil ich finde dass Opa und klassische Musik unbedingt in positiv konnotierten fröhlichen Zugang haben kann.

00:38:04: Und wenn du dreizehn, vierzehnt bist, kann dich das auch interessieren?

00:38:07: Absolut!

00:38:09: Es braucht eben einfach Menschen die selber davon begeistert sind und die ja dann keine Scheu haben glaube ich auch dann davon zu erzählen.

00:38:18: also wie gesagt wenn ich wahrscheinlich im Kindergarten nicht dieses Projekt gehabt hätte dann wäre ich jetzt wahrscheinlich keine Sängerin geworden.

00:38:25: Dann hätte ich vielleicht auch trotzdem immer gerne gesungen und hätte Musik mir immer viel bedeutet, aber hätte ich das sicher nicht beruflich gemacht.

00:38:34: Und deswegen ist es wirklich von so großer Wichtigkeit dass wir tolle Musiklehrer-Musiklehrerin haben.

00:38:41: an Musikhochschulen gibt's eben auch die künstlerischen Studiengänge und auch die pädagogischen Studien Gänge.

00:38:47: Ich finde das ganz schlimm... Das ist teilweise heißt, ja aber das sind ja bloß Schulmusiker oder die haben ja Gesang oder Klavier oder was auch immer welches Hauptfachinstrument.

00:38:57: Ja, die haben es ja nicht künstlerisch studiert, die dann quasi als weniger wichtig angesehen werden.

00:39:02: Aber wenn wir keine Musikpädagogen haben, dann haben wir bald kein Publikum mehr.

00:39:09: also dann stirbt uns das Publikuum aus und deswegen ist es so wichtig dass schon ab ab einem frühen Alter im Kindergarten in der Schule, dass man damit einfach mal in Berührung kommt.

00:39:18: Weil ich glaube alles was einem erst einmal fremd ist, ist erstmal komisch und es eher negativ konnotiert.

00:39:24: aber sobald man sich ein bisschen damit auseinander gesetzt hat und einen Gefühl für diese Art von Musik bekommt, hat man auch gleich glaub ich ein ganz anderes Gefühl wenn man die Art vom Musik hört und denkt oh Gott!

00:39:38: Was is das?

00:39:39: Ja und das Das Sinnbild von Demokratie, das irgendwie anzuschauen wo ich denke gut.

00:39:48: Ich gehe jetzt mal rein eigentlich ist es nicht meins aber ich lasse mich mal drauf ein.

00:39:52: Absolut!

00:39:53: Das sind für mich die größten Momente von Freiheit und Demokratie und das ist für mich jetzt und hier

00:40:00: Absolut, genau.

00:40:02: Da bist du nirgendwo schneller im Jetzt und hier wie in guter gelebter Life-Kultur?

00:40:10: Absolut!

00:40:11: Weil ich weiß nicht so eine Oper kann ja auch mal ein bisschen länger gehen.

00:40:15: aber es ist doch wirklich dann was Außergewöhnliches dass man für etwas was ich drei Stunden nicht das Handy in der Hand hat oder irgendwie noch mit klapen kann man sich in der Pause mit anderen unterhalten, aber eigentlich sitzt man mit anderen Menschen zusammen und schaut sich was an, erlebt etwas, hört Musik.

00:40:35: Und ist ansonsten überhaupt nicht abgelenkt von gar nichts!

00:40:37: Man ist einfach da, man fühlt, man hört, man sieht... Ich weiß nicht wo man das sonst im Alltag noch mal so erleben kann wenn nicht irgendwo im Theater oder auf einem Konzert.

00:40:49: Absolut.

00:40:52: So, jetzt noch mal zurück.

00:40:54: Nein ich komme bei sowas immer total in Schwärmen.

00:40:56: Ich war letzte Woche auch wieder bei Jamiro Kwei.

00:40:59: Auch geil!

00:41:00: Natürlich!

00:41:03: Dann war ich noch bei ... kennst du Beirut?

00:41:06: Das ist so Folkpop und Elektro.

00:41:11: Ganz schön, kannst du mal googeln?

00:41:13: Ja mach' ich.

00:41:14: Ja, so ein bisschen wie die Filmmusik von Underground oder diesen Osteuropäischen mit Gebläse.

00:41:20: Also mit Trompeten und er hat eine ganz eigene Stimme.

00:41:24: Das geht auch nicht immer.

00:41:26: Kann man sich auch satt hören weil das sehr speziell ist aber es war herrlich.

00:41:32: Es war wirklich herrliche Liebe.

00:41:35: Und selbst wenn's nicht herrlig ist bin ich trotzdem immer froh dass ich da gewesen bin.

00:41:40: Ganz genau!

00:41:41: Und bei ganz schlechten Sachen Das ist ja nicht alles bedingungslos gut.

00:41:46: Dann freue ich mich immer, dann habe ich wieder ein Kanal wo ich lange drüber meckern kann.

00:41:51: Ja genau!

00:41:52: Das ist auch wichtig.

00:41:54: Absolut.

00:41:54: Das war so scheiße.

00:41:57: Dann hat es auch seinen Zweck erfüllt.

00:41:59: Aber in jeder Hinsicht auf jeden Fall horizontal erweitert.

00:42:02: Immer und wie gesagt auch mal dazwischen schauen und dahin wo man denkt das ist nichts für mich.

00:42:08: Mal ausprobieren.

00:42:11: Zurück zu dir als Person.

00:42:12: Wie alt bist du eigentlich, Lara?

00:42:13: Vierundzwanzig bin

00:42:14: ich.

00:42:15: Wahnsinn!

00:42:15: Du bist vierundzw... Mit vierund zwanzig ... bin ich nach Berlin gezogen.

00:42:20: Ja, wow.

00:42:21: Ein Grundstudium sozusagen.

00:42:23: Was ist das?

00:42:24: Mit vierund zwanzig bist du durch mit dem Studium als Opernsängerin?

00:42:29: Beziehungsweise bin offiziell noch im Master in Stuttgart, aber der läuft jetzt quasi berufsbegleitend.

00:42:36: Also de facto bin ich eigentlich vor allem hier in Trier, haben wir ja auch täglich Proben von zehn bis vierzehn Uhr und dann nochmal von achtzehn bis einundzwanzig Uhr.

00:42:46: Da bleibt wenig Zeit, dann immer wieder nach Stuttgart zu fahren.

00:42:49: Aber wenn ich mal Pause habe, bin ich noch da und nächstes Jahr mache ich meinen Masterabschluss, mein Abschlusskonzert und dann ist der Master quasi auch in eine Tasche.

00:42:58: Und dann singst du in Stuttgard?

00:43:01: Das ist dein Masterpiece sozusagen?

00:43:04: Genau!

00:43:04: Wir müssen keine Masterarbeit schreiben.

00:43:08: Irgendwie was weiß ich... ...fünfhundert Seiten oder was auch immer darüber bin ich sehr glücklich sondern eben müssen singen.

00:43:15: Es geht dann darum, verschiedene Epochen abzudecken, verschiedene Sprachen, verschiedene Komponisten und da kann man sich dann quasi unter gewissen Vorgaben aber letzten Endes doch ein eigenes Programm überlegen.

00:43:28: Das gibt so eine Stunde.

00:43:30: Und das sitzt dann eine Konvision im Saal und am Ende zählt eigentlich nur dieses Konzert wie man da gesungen hat und alles andere was vorher war auch im Bachelorstudium an Musikwissenschaft, Musikgeschichte Theaterkunde, Dramaturgie, Schauspiel, Tanz, Sprecherziehung.

00:43:47: Das ist ja alles Teil des Studiums und ich bin superglücklich dass das Studium so vielseitig ist.

00:43:51: aber am Ende geht es dann doch nur darum wie man dann singt und wie man an seiner Stimme gearbeitet hat.

00:43:57: Ja

00:43:58: toll!

00:44:00: Und weißt du schon was du singst?

00:44:03: Noch nicht noch nicht also... Tatsächlich finde ich es immer am alleraufregendsten, wenn man dann vor anderen Musikern und Musikerinnen singen muss.

00:44:13: Deswegen habe ich zum Beispiel bei meinem Bachelor-Abschlusskonzert letztes Jahr einfach die Stücke genommen, die ich am allermeisten gesungen hab und von denen ich wusste da kannst du mich nachts um drei mit wecken und dann läuft das schon irgendwie weil Aufregung, die hört nie auf ist.

00:44:28: auch egal wie viele Vorstellungen man schon gespielt hat, gesungen hat... Es ist immer zumindest für mich so ein Zwei Minuten, bevor ich zum ersten Mal auf die Bühne gehe.

00:44:38: Rutscht mir kurz das Herz in die Hose und denke, oh Gott!

00:44:41: Oh nee...

00:44:43: Mann, ich könnte jetzt auch entspannt auf der Couch sitzen.

00:44:46: Und irgendwie habe mich hier zu entschieden, hier zu stehen und war klar, gehen einem dann... kurz Gedanken durch den Kopf, wie was passiert.

00:44:55: Wenn mir jetzt der und der Ton irgendwie weggracht oder ... Was will ich denn Text vergessen?

00:44:59: Gut!

00:44:59: Dann haben wir eine Suchlöse auf der Seitenbühne die uns dann weiterhelfen kann.

00:45:04: Aber sobald man dann auf der Bühne steht macht es einfach riesengespaß.

00:45:07: Und habe hier so tolle Kolleginnen und Kollegen Auf der Büne im Orchester graben Oder hinter der Büğne Die Abteilung fürs Bühnenbild.

00:45:15: Es sind ja so viele Hände am Werk.

00:45:18: für ein Stück In My For Lady hab' ich vier verschiedene Perücken Und jede Perücke wurde per Hand geknüpft.

00:45:24: Jedes einzelne Haar wurde genau für diese Perücke, für die Rolle quasi an seinen Platz gebracht.

00:45:31: Das ist doch unglaublich.

00:45:32: Einmal absolut Wahnsinn!

00:45:37: Okay und dann wirst du ... wenn myFaLady irgendwann dann ausgelaufen ist?

00:45:41: Wahrscheinlich wird es nie auslaufen vielleicht.

00:45:45: Wirst du irgendwie aufs Formel bleiben.

00:45:47: Du hast jetzt wie viele Jahre einen Vertrag?

00:45:50: Wie lange geht das?

00:45:51: Es gibt glaube ich keine Verträge auf Lebenszeit mehr.

00:45:56: Ich glaube jetzt mein erster Vertrag geht zwei Jahre, also auf jeden Fall noch die nächste Spielzeit und danach glaube ich kann man dann einfach von beiden Seiten schauen – von Intendanz-Seite und eben von meiner Seite aus wie es weitergehen kann ob es passende tolle Stücke gibt in den nächsten Spielzeiten oder ob ich dann sage, ich möchte noch mal versuchen an ein anderes Theater zu kommen.

00:46:18: Da steht jetzt noch in den Sternen rein.

00:46:20: Ja du hast es ja erst einmal... Genau!

00:46:23: Erstmal bin ich sehr glücklich hier zu sein.

00:46:25: Und wie kam's nach Trier?

00:46:27: Wie war das nochmal?

00:46:28: Das

00:46:28: kam tatsächlich über eine Agentur.

00:46:32: Ich habe bei einem Wettbewerb gesungen und das ist einer Gent drin der mich danach angerufen und gefragt hat, ob ich Lust hätte so Projekt bezogen mit ihm zusammenzuarbeiten Und er hat eben mitbekommen, dass sie in Trier am Theater eine Stelle frei ist.

00:46:47: Für genau eine Stimme wie mich und solche Stellen werden gar nicht quasi öffentlich ausgeschrieben.

00:46:54: also man bekommt eigentlich als Sängerin oder Sänger gar nicht unbedingt mit wo überall Sänger gesucht werden, weil dann meistens doch die Agenturen direkt kontaktiert werden.

00:47:06: Weil sonst einfach der Andrang glaube ich auch viel zu groß wäre.

00:47:09: Aber genau und das war dann im Dezember.

00:47:16: Und zwar total perplex als es dann quasi fünf Minuten nach dem Vorsingen hieß da war ich gerade wieder in meinem einzigen Raum wollte mich umziehen.

00:47:23: Dann kamen die Durchsage Frau Rieken bitte zurück zur Bühne Und dann hat man mich direkt gefragt, ob ich die Stelle haben möchte und ich bin aus allen Wolken gefallen.

00:47:32: Weil ich dachte wie jetzt?

00:47:35: Jetzt habe ich hier vorgesungen und ihr seid euch sicher und ihr wollt mich und boah!

00:47:38: Also was mache ich denn jetzt?

00:47:40: Bin ich erst mal auf den Weihnachtsmarkt in Trier.

00:47:45: Teuergeschichte Und hast du einen Freund, der jetzt irgendwo auf dich wartet?

00:47:50: Äh ja.

00:47:52: Habe ich ein Filmemacher tatsächlich hier auch ein Künstler wenn noch in einer anderen Branche.

00:47:58: er arbeitet beim SWR allerdings eigentlich in Mainz.

00:48:01: Bei mir in Trey gibt es auch ein SWR aber genau erst Filmemache beim SW R und... ist auch immer mal wieder unterwegs für verschiedene Projekte.

00:48:11: Er hat gerade ein ganz tolles Projekt gemacht, eine Dokumentation zu dem Unglück in Cormontana wo an Silvester letztes Jahr einen Club abgebrannt ist und ganz viele Jugendliche gestorben sind oder auch schwer verletzt

00:48:24: wurden.

00:48:25: Das war in diesem Skigebiet?

00:48:26: Genau!

00:48:27: Stimmlich erinnere mich das war ja wow!

00:48:29: Absolut.

00:48:29: und da hatte jetzt genau für den Weltspiegel und AID eine ganz tolle Dokumentations... gedreht und und geschnitten.

00:48:37: Und genau, ja mit so einem tollen... Menschen darf ich zusammen sein.

00:48:42: Na

00:48:42: ja, und er mit dir?

00:48:44: Und er mit mir!

00:48:45: Nein aber dann passt das ja.

00:48:47: Das sind zwei Leute die Kultursachen machen oder künstlerische Digitone weil das glaube ich ist auch nicht so einfach.

00:48:54: Gar nicht einfach, gar nicht einfach wirklich nicht.

00:48:57: Ja es ist ja so oder so schon schwierig glaub ich jemanden kennenzulernen mit dem man sich vorstellen kann zu leben.

00:49:04: Aber auch in unserer Branche, ich meine unsere Probenzeiten sind nicht sind nicht für jeden was, sag ich mal.

00:49:11: Sozialkontaktfreundlich sind

00:49:12: die nicht?

00:49:13: Das ist es nicht!

00:49:14: Also eben von zehn bis vierzehn Uhr haben wir dann Probe, dann vier Stunden Pause und dann nochmal vier Stunden Probe und die meisten Aktivitäten für Erwachsene normalen Berufsleben finden ja dann abends statt.

00:49:26: aber da bin ich dann meistens noch auf der Probe oder habe eine Vorstellung und deswegen glaube ich... Es ist dann nochmal schwieriger auch jemanden zu finden, der Verständnis dafür hat für diese Arbeitszeiten.

00:49:39: Aber auch dass der Beruf so viel mehr ist als nur ich verdiene Geld damit sondern wirklich das ist was man liebt und ja da habe.

00:49:48: Oder haben wir Glück.

00:49:50: Ja, und wieder so ein... Also wenn ich mit Vier... Ich denke daran auch Gott die ist vier um was?

00:49:55: Weil du kommst mehr nicht weil du mir so jung

00:49:56: vorkommst gar nicht.

00:49:58: Aber sowohl wo ich denke so oh Gott wenn ich mich mit vierundzwanzig sehe ja da war Party aber rund um die Uhr da war Punk und Pogo angesagt und super!

00:50:10: Und ich bereue da auch nix Entweder, glaube ich.

00:50:14: Man ist so früh, so glücklich mit dem was man tut oder man muss einfach wild rumsuchen und machen und ausprobieren.

00:50:21: Absolut!

00:50:22: Das ist dann so genau das diametral entgegengesetzte Ding.

00:50:25: Und da findet jeder seinen eigenen Weg ganz bestimmt.

00:50:28: Das sehe ich auch so.

00:50:29: Ich denke auch immer... ...das Wichtigste ist also nein, ich finde es schön wenn ich also mit vierundzwanzig zu wissen, dass du weiß, in welcher glücklichen Situation du bist.

00:50:42: So scheint es nämlich!

00:50:44: Du bist dir dessen bewusst und das ist das Schöne.

00:50:48: Das finde ich total schön weil ganz oft finde ich sind Menschen nicht so demütig ihrem Lebensentwurf gegenüber.

00:50:57: Da geht's dann ums Geldverdienen, es geht um Dinge aber es gibt ja auch Leute die das Geld verdienen lieben.

00:51:04: Die sind dann auch glücklich.

00:51:07: Aber Ich bin froh, dass ich heute einen Job mache wo ich jungen Leuten erzählen soll was sie machen sollen beruflich.

00:51:16: Da bin ich nämlich eigentlich total falsch und deswegen war ich immer sage ihr müsst irgendwas finden was euch in der Situation jetzt irgendwie froh macht, was euch irgendein gutes Gefühl gibt und das ist das Wichtigste erst mal.

00:51:31: Und dann kann man weiter gucken zu welchen Kompromissen man denn bereit ist.

00:51:36: Denn ich glaube dass man das auch ausstrahlt wenn man etwas gerne macht oder das dann automatisch auch Leute gerne mit einem zusammenarbeiten und auch wenn die Arbeit Freude macht.

00:51:47: natürlich ist es so oder so auch in meinem Beruf manchmal Arbeit oder es gibt es auch Tage wo ich denke Oh, weil ich bin eigentlich heute schon so müde.

00:51:55: Jetzt muss ich doch noch auf die

00:51:56: Bühne.".

00:51:56: Letzten Endes macht es dann doch riesigen Spaß.

00:51:58: aber dass man wenn man etwas gerne macht ja auch gerne viel Zeit rein investiert und sich Mühe gibt und dann man automatisch auch besser wird, weil eben einfach da anderes Herzblut hintersteckt als für ein Beruf, für den man denkt ja weiß nicht ist irgendwie okay... Für dich am liebsten jeden Morgen im Bett bleiben und denken, was soll ich

00:52:21: da?

00:52:21: Wo soll der Leidenschaft herkommen oder auch Zufriedenheit.

00:52:24: Ein zufriedener Mensch ist einfach anders unterwegs.

00:52:27: Absolut!

00:52:28: Gibt es eine

00:52:29: Rolle?!

00:52:30: Wo du sagst, das habe ich noch nie gemacht und das ist jetzt das nächste Ziel.

00:52:36: Also setzt man sich da so Ziele als Opernsängerin?

00:52:40: Dass man sagt den Colorado-Sopram von Tralala, das will ich singen!

00:52:45: Das will ich irgendwann mal... Bevor ich achtundzwanzig bin, will ich das gesungen haben.

00:52:50: Gibt's sowas?

00:52:52: Oha viele Rollen.

00:52:53: es gibt also für mich persönlich viele Stücke auf die ich mich riesig freuen würde, wenn sie mal kommen würden.

00:53:01: Zum Beispiel das wurde hier allerdings schon gerade vor ein paar Jahren erst gemacht der Rosenkavalier von Richard Strauß.

00:53:06: Da gibt es eine Rolle die Sophie und eine besonders schöne Stelle in der Oper ist die Rosenübereichung wo Sophie sich in Octavian verliebt und das ist so eine himmlisch schöne Musik.

00:53:19: also So was habe ich selten gehört.

00:53:23: Und da würde ich mich total freuen, wenn ich das irgendwann mal singen dürfte.

00:53:25: aber auch freue ich mich totale bzw schließt sich der Kreis dass jetzt in der nächsten Spielzeit am Theater die Zauberflüte kommt und auch extra für Kinder und ich da dann die Prinzessin Pamina singen darf, die dessen Mutter dann zu ihr gesagt hat du sollst den Sonnenkönig Sarastro umbringen weil ansonsten bist du nicht mehr meine Tochter.

00:53:47: Das Stück ist deutlich familienfreundlicher als diese eine Aria der Könige der Nacht denken lässt.

00:53:53: aber auch darauf freue ich mich riesig weil ja so für mich eigentlich meine Reiseeitsängerin auch angefangen hat über die Zauberflöte und unsere Zauberglötung ist dann eben deutlich verkürzt Aber eben trotzdem mit der originalen Musik und führt aber auch ein bisschen klarer durch die Geschichte.

00:54:11: Also treten wir dann auch quasi persönlich in Kontakt mit den Kindern und Familien im Publikum, und glaube ich wird das ein ganz tolles Projekt also...

00:54:19: Wo wir eben darüber gesprochen haben wie wichtig ist es kleinen Menschen das so beizubringen dass sie da Spaß fahren finden?

00:54:27: Dass sie nicht denken Das ist das Schwierige und das ist das Schöne sondern

00:54:33: ja

00:54:33: wunderbar!

00:54:34: Ja.

00:54:35: Das kann ich dann auch nur empfehlen für alle Familien.

00:54:38: Das wird das Weihnachtsmärchen in Gänsefüßchen?

00:54:41: Also es gibt ja immer dieses, wo alle Schulklassen so reingehen und das hat man als Kind nie vergessen, dass man im Theater war.

00:54:48: Ich liebe auch das Drehratheater total weil ich da ganz viele tolle Erlebnisse als Kind hatte.

00:54:53: Ja!

00:54:54: Das Weihnachtsmärchen ist noch mal was anderes, das wird dieses Jahr die Schöne-und-das-Beast sein.

00:54:59: Darauf freue ich mich auch riesig aber einfach darauf im Publikum sitzen zu dürfen von der anderen Seite zu genießen.

00:55:06: Genau das Stück, die kleine Zauberflöte ist dann einfach Familienstück.

00:55:11: Ich glaube da werden wir auch Schulvorstellungen haben aber oft eben auch so Sonntags-Nachmittagsvorstellungs.

00:55:21: Und das aber dann, wo die Tufa ist in diesem Gebäude oder alles im großen Haus noch?

00:55:26: Noch im großen Hause.

00:55:28: Also bis zum einund dreißigsten Dezember ist es noch im großen Haarus und danach rechsen wir dann in verschiedene Spielstätten also gerade... Unser Musiktheater wird öfter auch in der Europahalle sein, weil wir ja einfach wahnsinnig viel Platz brauchen.

00:55:44: Nicht nur für die Sänger beziehungsweise dann auch noch für das Orchester und auch den Operncore.

00:55:51: also da sind wir nicht ganz so flexibel wie vielleicht die Schauspieler und Schauspielerin von unserem Haus.

00:55:58: deswegen sind wir auf jeden Fall zweimal in der Europa Halle In Heiligkreuz, in verschiedenen Orten hier in Trier wird es stattfinden.

00:56:10: Das wird super spannend sein!

00:56:11: Ja auch spannend weil dann gibt's ja wirklich eine Menge Spielstätten und an jeder Spielstätte wird es ja anders sein.

00:56:17: Es wird jede Vorstellung ein Unikat.

00:56:22: Super!

00:56:23: Übst du auch zu Hause?

00:56:24: Also singst du dich ein und stehst morgens auf und machst deine Stunde Gesangsübungen oder ...

00:56:30: Das kommt immer ganz auf den Tag drauf an.

00:56:32: Wenn ich weiß, ich habe an einem Tag schon viele Proben oder Gesangstimmintensive proben dann gebe ich meiner Stimme dann zwischendrin auch die Pause, die sie braucht.

00:56:43: aber jetzt zum Beispiel haben wir gerade Theaterferien Und trotzdem bin ich jetzt, bevor wir hier diesen Podcast gemacht haben, am Theater gewesen und hab dann eine Stunde für mich gesungen.

00:56:55: Die Stimme noch mal ein bisschen trainiert... Ich hatte zwischendrin auch ein bisschen Urlaub und bin nächste Woche wieder im Urlaub.

00:57:01: Dann ist es auch gut wenn man die Stimme mal ruhig lässt oder alles mal zacken lässt.

00:57:07: Aber grundsätzlich ist es schon wichtig immer mal wieder ... drauf zu schauen, bin ich auch froh dass ich immer mal wieder bei meinem Prof.

00:57:15: Bin und er sich alles nochmal anhören kann weil die Stimme ja auch ein Muskel ist der trainiert werden muss.

00:57:21: Und auch der ganze atemapparat die muskulatur die uns dabei hilft das wir so singen können wie wir singen Die muss schon regelmäßig trainiert Werden.

00:57:29: Ja Kannst du so singt dass im Klass zerspringen?

00:57:34: Das war nicht schon so oft gefragt.

00:57:36: Ich habe es aber noch nie vorwählen.

00:57:37: ehrlich gesagt auch mal ChatGBT fragen, ob das denn überhaupt möglich ist bevor ich dann mich da vorstelle und die höchsten Töne von mir gebe.

00:57:47: Aber es muss

00:57:47: doch gehen!

00:57:47: Es ging doch Oskarschen in der Blechtrommelkonte?

00:57:50: Das doch auch!

00:57:51: Oskarchen

00:57:51: konnte das auch!

00:57:54: Ja,

00:57:54: dann sollte ich's vielleicht mal probieren.

00:57:56: Vielleicht nicht in diesem schönen Studio hier.

00:57:58: Nein, vielleicht woanders.

00:58:01: Opa für Dummies, habe ich das schon erzählt?

00:58:04: Weil das war nämlich auch das... Ich hab mir vor lauter Respekt damals dieses Opa-für-Dummies geholt.

00:58:11: Was aber den Vorteil hat wenn man wirklich sagt, ich geb jetzt mal der Opa eine Chance weil es einfach so was Schicksals hat.

00:58:18: Es ist nicht eittäglich einfach.

00:58:22: und da war damals so ne CD dabei und dann waren die Hits, die Trop-Hits Und dann wusste man, in welchem Song passiert was.

00:58:32: Das fand ich ganz interessant und teilweise auch die Opa in ihren Zeiten.

00:58:38: Es gibt ja schon Opa also hier diese Puccini zum Beispiel der ist ja ganz früh oder vertrue ich mich da jetzt?

00:58:46: Ja, sechzehnhundert irgendwas gab es ja schon opa.

00:58:49: Da stimmt das.

00:58:50: Seit wann gibts denn die OPA überhaupt?

00:58:51: Das musst du jetzt wissen.

00:58:52: Ohi,

00:58:53: das muss ich jetzt wissen!

00:58:54: Ungefähr...

00:58:56: Wir werden tatsächlich jetzt auch in der nächsten Spielzeit eine Oper zum Beispiel von Monteverdi machen.

00:59:02: Und das ist ein sehr früher Komponist und sein Stück Orpheo, ich will mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen aber vielleicht ist es sogar die erste Oper überhaupt gehört?

00:59:12: Aber zumindest bin ich mir sicher zu den ganz frühen Werken überhaupt, die man jetzt heutzutage Oper nennt Und klar, da hat es angefangen quasi im Barock-Zeitalter.

00:59:25: Das

00:59:25: heißt sechzehnhundert irgendwas?

00:59:27: Genau

00:59:27: ja und jetzt wird natürlich auch immer mal wieder sogar neue Oper geschrieben.

00:59:35: Gibt das immer wieder auch neue Kompositionen aber eben auch so die Evergreens von Mozart oder Puccini oder Verdi wo es dann auch die ein oder anderen Stücke gibt, die man doch kennt auch wenn man gar nicht in die Oper geht.

00:59:47: Kennst du die neue Kölneroper?

00:59:49: Die Neuköllner Oper kenne ich nicht.

00:59:51: Nein?

00:59:51: Ich kenne nur die Kölner Oper und eben die klassischen Berliner Opernhäusern, so Staats-Upper.

00:59:57: Die

00:59:57: Neu-Köllner-Oper in der viel Theater jetzt aber auch gemacht

01:00:00: wird... Ja!

01:00:01: Und vielleicht hast du den Namen Bernd Motel schon mal gehört?

01:00:05: Das kann gut sein, ja.

01:00:06: Opernregisseur

01:00:06: ist ein Freund von mir, stimmt eigentlich.

01:00:08: Ach cool!

01:00:08: Bernd war OpernRegisseur, er hat das Wunder von Neuköln inszeniert, auch schon tausend Jahre her.

01:00:16: Aber Bernd ist nach wie vor Opern, Bernd Mottl Opern, Komponist und Opern-Regisseur.

01:00:26: Der hat das auch studiert?

01:00:28: Nein, der hat Oper studiert!

01:00:29: Das kann man ja auch.

01:00:31: Vielleicht Musiktheater oder Musiktheaters Regie dann vielleicht.

01:00:35: Ja, super.

01:00:41: Kurianische Freundin, von der ich eben gesprochen hab jetzt nicht mehr Opernsängerin ist.

01:00:46: Warum weiß ihr eigentlich gar nicht genau?

01:00:48: Und die war auch phasenweise an der deutschen Oper in

01:00:51: Berlin

01:00:52: und hat geraucht wie gesagt.

01:00:56: Ja, das habe ich mich nie getraut tatsächlich.

01:01:00: Warum auch?

01:01:02: In meiner Vorstellung habe ich hier zumindest als ich angefangen hab zu singen immer gedacht oh Gott wenn ich schon eine Zigarette rauche dann klinge ich vielleicht wie Amy Winehouse was ja auch nicht so schlimm wäre.

01:01:12: aber dann könnte ich auf jeden Fall keine Oper mehr.

01:01:15: singen ist natürlich Quatsch und ich glaube gerade auch die tieferen Stimmfächer jetzt weiß ich nicht ein Bassbariton oder einen Bass.

01:01:23: Den schadet es vielleicht manchmal auch gar nicht, wenn die am Abend vorher ein bisschen geraucht haben.

01:01:30: Weil dann vielleicht die Stimme am nächsten Morgen besonders tief und besonders sonor klingt.

01:01:35: Aber als Sopran ist das nicht empfehlen zu werden!

01:01:38: Du bist Soprannister?

01:01:39: Genau,

01:01:41: ja.

01:01:43: Was wärst du geworden, wenn ich Opernsänger bin?

01:01:45: Was sind blöde Fragen?

01:01:48: Aber doch auch eine spannende Frage.

01:01:51: Ich habe neulich das Buch Die Mitternachtsbibliothek gelesen und da geht es ja auch darum, dass die Protagonistin so verschiedene Leben ausprobiert oder verschiedene Lebensentwürfe, die sie in ihrem Kopf hatte, Gletscherforscherinnen oder Schwimmerinnen für die Olympischen Spiele oder was auch immer.

01:02:09: Und ich fände es eigentlich auch spannend wenn ich die Chance hätte, so verschiedene Leben auszuprobieren.

01:02:14: Auch wenn ich weiß, dass das Leben, was ich jetzt gerade führe genau das ist, wie ich es mir immer gewünscht habe.

01:02:21: Aber finde ich gibt es eigentlich so viel noch was ich gerne erleben würde oder Was ich auch spannend finde, vielleicht ist es eine Berufskrankheit.

01:02:35: Weil es ja auch Teil meines Berufs ist immer mal wieder in die Rolle von jemandem zu schlüpfen und dann für einen Abend eben zum Beispiel Eliza Doolittle zu sein.

01:02:44: Eine junge Frau, die eigentlich auf den Straßen London lebt unter Blumen verkauft und dann plötzlich in die Welt der quasi Diplomaten und Adligen kommt und sich da als Herzogen ausgibt in eine ganz andere Lebensrealität kommt und sowas macht ihr total Spaß, also habe ich vielleicht auch deswegen an der Vorstellung Freude was wäre wenn ich jetzt nicht Sängerin geworden wäre.

01:03:10: Vielleicht hätte ich dann auch etwas mit Kindern und Jugendlichen gemacht.

01:03:15: meine Mama ist eigentlich gelernte Kinderkrankenschwester Und bevor ich dann von der Zauberflüte gehört habe, wollte ich immer Kinderkrankenschwester werden.

01:03:23: Na klar!

01:03:25: Wenn man das dann so quasi mitbekommt oder wenn es das ist was die Mama gemacht hat... Aber Kinder finde ich ganz toll und Jugendliche auch.

01:03:32: Die arbeitet mit Menschen einfach.

01:03:35: Und gerade aber vielleicht an Kindern finde ich toll dass sie so unbedarft an alles rangehen und irgendwie alles noch magisch ist Und irgendwie die Fantasie grenzenlos ist und in allem noch ein anderer Zauber ist, als wenn man erwachsen ist.

01:03:50: Man ist irgendwie eingefahren in seinen Gewohnheiten.

01:03:53: Wahrscheinlich hätte ich irgendwas mit Kindern gemacht.

01:03:55: Ja?

01:03:56: Und Kinder, wenn ich das ergänzen darf sind glaube ich großteil ihrer Zeit im Jetzt-und-Hier.

01:04:03: Absolut!

01:04:04: Im Gegensatz

01:04:04: zu uns.

01:04:06: Also uns Erwachsenen, die immer... Morgen und gestern sind.

01:04:11: Und dann muss sich was wie ... Wir brauchen die Kultur, um dahin zu kommen.

01:04:17: Absolut!

01:04:17: Da haben wir's wieder.

01:04:20: Um das wieder zu erlernen oder um sich daran zu erinnern,

01:04:24: wie

01:04:24: es ist nicht ständig zu grübeln über alles, was noch kommen könnte oder sich darüber aufzuregen, was war?

01:04:33: Ja genau.

01:04:35: Und dein Vater, was hat der gemacht?

01:04:37: Der ist Malermeister und hat den Malerbetrieb meines Opa's übernommen.

01:04:41: Wir haben einen großen Familienbetrieb, also dafür dass wir in so einer kleinen Stadt wohnen.

01:04:49: Ist das wirklich für dich sagen ein toller Betrieb?

01:04:52: Ein Familienbetrieb für eben Malerarbeiten und Inneneinrichtungen und Raumausstattung.

01:04:57: Also alles über Tapeten, Böden, Gardinen, Kissen genau kann man bei uns... kaufen und dann auch anbringen lassen von unseren Gesellen und Gesellen.

01:05:09: Das klingt so ein bisschen nach Bullerbühl, weil noch Familien betrieben...

01:05:15: Absolut!

01:05:15: Und die Mutter war Kinder also hat Kinderkrankenschwester gelernt und das Mädchen wird einfach mal Opernsänger werden.

01:05:24: Aber klingt wirklich so ein bißchen nach Bulla Bühne?

01:05:27: Weil wo gibt es denn auch allein schon die Vorstellung eines funktionalen funktionierenden Malerbetriebs der sich in der Familie weiter

01:05:36: trägt.

01:05:37: Das ist ja schon Boulabie heutzutage, ne?

01:05:39: Absolut!

01:05:40: Ja es ist wirklich krass.

01:05:41: ich habe auch meinen höchsten Respekt vor meinen Eltern die dann schon wie gesagt noch mit meinen Großeltern zusammen gearbeitet haben und jetzt auch mit meinen beiden älteren Brüdern zusammen den Betrieb führen.

01:05:53: also sowohl meine Eltern als auch meine beiden Brüder als auch sogar meine Schwägerin Die Frau meines ältesten Bruders arbeiten alle in diesem Familienbetrieb Und dass sie das hinkriegen alle im selben Ort zu wohnen und miteinander zu arbeiten.

01:06:07: Und das ist so friedlich abläufend.

01:06:10: Na klar, gibt es immer, immer irgendwas... Aber es funktioniert!

01:06:17: Ja, es funktioniert und das ist wirklich supertoll.

01:06:20: und gleichzeitig bin ich heilfroh dass ich meine eigene Welt habe und quasi zu Gast dann immer wieder da sein kann und meine kleine eigene Bullaby-Welt genießen kann

01:06:34: für den Aufsaltkrokan.

01:06:35: Genau,

01:06:36: herrlich!

01:06:37: Natürlich natürlich absolut und gleichzeitig merke ich dann aber auch wenn ich mal wieder ein paar Wochen zu Hause war das ist dann mich in den Fingern juckt und ich wieder singen muss dann muss ich wieder weg.

01:06:48: aber ich bin so froh diese beiden Welten hin mitzuhaben Wollerbüe und Bretter die die Welt bedeuten.

01:06:54: Nein, Wollabüe seit Krokane.

01:06:58: Bist du gefeiert Zuhause?

01:06:59: Wenn Du dann heim kommst der große Opernstar.

01:07:02: Also ich glaube, es freut sich die ganze Familie das ich da bin.

01:07:06: Aber auch einfach um mich selbst als kleine Lara und Küken der Familie.

01:07:13: Und trotzdem aber bin ich total glücklich dass sie immer mal wieder zu den Vorstellungen kommen.

01:07:19: Auch hier in My For Lady waren meine Eltern schon zweimal und sowieso meine ganze Familie also Brüder, Tanten, Onkel, Oma alle sind sie gekommen.

01:07:29: Das ist natürlich besonders schön!

01:07:32: Witzig.

01:07:32: Normalerweise nervt mich so was, wenn alles so schön ist.

01:07:35: Ja nee weiß du so und die Familie ist intakt und da sträubt sich irgendwas in mir.

01:07:41: bei dir ist es nicht so und hast du warum?

01:07:44: Nein weil du von Anfang an du bist auch auf mich so zugegangen wie ich jetzt in Trier gar nicht so oft erlebe.

01:07:51: Ich glaube die Triere sind so ein bisschen verschoben das dauert alles ein bisschen länger hatten wir auch schon öfter mal hier.

01:07:56: im Thema ist so Mentalitätsding Und du bist mich ja quasi angesprungen auf den Weg zu Tanjas Salonabend.

01:08:04: Ach, hallo!

01:08:05: Du gehst bestimmt auch zu dir, Satanya?

01:08:07: Dann hattest irgendwie ein Kuchen dabei oder irgendwas und ich so, äh ... Ja.

01:08:11: Und dann wurde natürlich dann zwei Stunden später klar nach der Vorstellungsrunde und alle haben was zu essen, wer du denn bist.

01:08:20: Also ich weiß nur, dass sich das so charmant fand und mich so gefreut habe.

01:08:25: Dass jemand auf mich zuspringt mit einer Selbstverständlichkeit und so strahlend.

01:08:29: Du bist so strahlender auch.

01:08:30: Danke!

01:08:33: Und Leute die strahlen machen auch die Umwelt froh.

01:08:36: Das ist so.

01:08:38: Wenn es echt ist... stört mich da auch gar nichts.

01:08:41: Ich glaube, mich stört immer an so Harmoniebomben, sag ich mal wenn da irgendwas nicht stimmt und ich glaube, da habe ich Antennen für weil.

01:08:51: bei uns wurde immer offen gestritten.

01:08:53: also wir können

01:08:54: alle gut streiten.

01:08:54: Das ist doch sehr

01:08:55: gesund!

01:08:56: Ich bin heute noch, wenn meine Mama so dann bin ich hier weg Das ist so, ne?

01:09:00: Aber ich weiß auch.

01:09:02: Wir haben auch Bullerby zu Hause und die haben uns immer unterstützt wo sie konnten.

01:09:07: Meine Schwester konnte hier das machen Ich konnte das machen.

01:09:11: Sowohl finanziell als auch emotional waren wir immer da.

01:09:16: Jetzt bin ich da für die Alten.

01:09:19: Ist irgendwie organisch, ist ja auch ein bisschen bullerbühn.

01:09:22: Absolut!

01:09:24: Und sieht nur nicht so aus und es ist alles aber so ein bisschen... Aber deswegen mag ich eigentlich harmonische Dinge.

01:09:33: Eigentlich mag ich sie wenn sie echt sind.

01:09:35: Ich will mir eigentlich merken, wenn das nicht echt ist oder So eine oder positive Ausgabe.

01:09:41: Es gibt ja auch Leute, die brauchen so einen harmonischen Überbau um klarzukommen und das brauchst du nicht weil das hast Du ja.

01:09:50: Ja natürlich gibt es andersrum.

01:09:52: sowohl in der Familie als auch immer im Beruf gibt es natürlich immer auch Momente wo nicht alles harmonisch läuft oder wo man mal unzufrieden ist.

01:10:00: zum Beispiel Klar, wenn man anfängt Gesang zu studieren, dann denkt man vielleicht ich will an alle großen Häuser.

01:10:07: Ich würde jetzt an die Mylander Skala oder an die Metropolitan Opera in New York.

01:10:11: und bei mir war aber sehr auffällig dass ich bevor ich mein Vorsingen in Trier hatte habe ich an mehreren großen Häusern vorgesungen für Opernstudios und jedes mal war ich krank.

01:10:23: Jedes Mal bin ich kurz vorher krank geworden und im Nachhinein glaube Sollte das einfach so sein, dass ich genau hier in Trier nach meinem Bachelor anfange.

01:10:32: In so einer kleinen aber doch ganz super schönen Stadt und mich an einem kleineren Haus ausprobieren darf?

01:10:41: Aber dafür dann schon mit ganz tollen Rollen!

01:10:43: Ich glaube, ich war einfach noch nicht soweit oder... ...ich weiß ja nicht wie es in Zukunft aussehen wird.

01:10:50: Vielleicht ist diese riesige Opern bling-bling Weltweit gastierende Sänger, Dievenwelt auch gar nicht das was mich glücklich macht.

01:11:05: Man wird sehen!

01:11:06: Wir merken uns mal Lara Rieken weil tatsächlich es ist total bekloppt.

01:11:13: aber seit ich irgendwas mit eigener Show gemacht habe oder meine Talkshow in der Kneipe in Berlin oder was auch immer war ich ja immer so Fame-Affin und ich sonde mich ja immerso gern im Fame der Anderen.

01:11:28: Und tatsächlich ist es so, dass das ob das jetzt Autorinnen waren oder so die irgendwo bei mir mal mitgemacht haben, dass die Literaturpreise gekriegt haben?

01:11:42: Oder also das war immer so Erst zu semi will und dann nach Leipzig, dann nach Frankfurt.

01:11:49: Und dann nach Mailand und so weiter.

01:11:53: Es ist ja auch alles eine Sache des Glaubens um sich darauf einlassen zu können.

01:11:56: Ich glaube man hat auch immer wenn man die Sichtweise die du mitbringst.

01:12:01: Wenn du dich nicht verlierst kann dir gar nichts passieren.

01:12:04: Das

01:12:04: denke ich auch.

01:12:07: Du bringst so eine organische Frustrationstoleranz mit.

01:12:11: Ja, weil das ist ja oft abgespalten von dem Talent, dass es so selten, dass das zusammengeht.

01:12:17: Deswegen wirst du total berühmt werden, sag ich jetzt mal.

01:12:20: Profenzei, ich zeig' dich jetzt ab!

01:12:22: Bist du ja schon?

01:12:23: Also in Trier-Larer-Rieken – Das ist doch die My Fair Lady.

01:12:27: Das is ja nicht nichts.

01:12:28: Das

01:12:28: ist nicht nix und darüber bin ich auch super, super glücklich und freue mich auf alles was da kommt.

01:12:36: Solang ich einfach singen darf und mit tollen Menschen auf der Bühne stehen darf, und Geschichten erzählen kann.

01:12:44: Und vielleicht auch den einen oder anderen Menschen berühren kann, dann bin ich glücklich.

01:12:48: Egal ob das jetzt in Trier ist oder ob es an der Mylander Skala ist... Einfach möchte ich singen und Musik machen!

01:12:57: Und gleichzeitig noch mit den Menschen zusammenleben können wie ich liebe.

01:13:00: Dann habe ich eigentlich alles.

01:13:02: Wunderbar.

01:13:03: Hört, hört!

01:13:05: Und das von der Vierundzwanzigjähren?

01:13:08: Ach

01:13:08: du lieber Gott!

01:13:09: Ach du Lieber Gott sagt immer die Haushaltshilfe von meinen Eltern.

01:13:15: Ist doch

01:13:15: auch ein bisschen Bola-Bü oder so eine Ausrufe?

01:13:17: Ja,

01:13:18: ja das ist auch ein bißchen Bola Bü.

01:13:21: Ich gucke jetzt nochmal in mein Zettel.

01:13:23: was jetzt in Ferien hast Du gesagt?

01:13:25: Ja

01:13:26: genau wir haben Theaterferien gerade.

01:13:28: Wir haben ja ansonsten eigentlich Vorstellungen oder Proben.

01:13:32: auch an Weihnachten oder Silvester sind oft auch Momente, wo dann doch was auf der Bühne stattfindet.

01:13:39: Aber im Sommer haben wir dann immer ca.

01:13:41: sechs Wochen frei und da kann man richtig Urlaub machen.

01:13:44: Ja

01:13:45: das gehört sich hier auch wohl

01:13:46: so.

01:13:47: Genau!

01:13:48: Opa und Perfektion.

01:13:50: Ich meine, das gehört ja schon irgendwie ein Stück weit zusammen.

01:13:52: Das wollte ich noch sagen, weil ich stehe auch immer ein für das Unperfekte.

01:13:58: Weil auch das für mich der humanistische Aspekt ist von Leben Dinge die nicht perfekt sind.

01:14:04: Kannst du als Opernsängerin, als studierte Opernsängerin mit Unperfunktion gut leben?

01:14:13: Natürlich hat man eigene vielleicht doch teilweise zu hohe Ansprüche an sich selbst, weil man natürlich ganz viel Zeit in die Stimme investiert hat und in das Vorbereiten der jeweiligen Stücke.

01:14:27: Der Arien, der Texte – und möchte man natürlich immer sein Bestes geben.

01:14:32: aber am Ende ist es ja alles live!

01:14:37: Und kann man manchmal nicht vorher wissen was in dem Moment passieren kann wenn man dann auf der Bühne steht?

01:14:43: Es passiert immer irgendwas Und genau das macht ihr aber vielleicht auch den Charme der Sache aus.

01:14:49: Oder ist doch eben genau das, wofür man dann in die Opern?

01:14:55: ins Theater geht und eben sich nicht eine CD anhört.

01:14:58: Oder heutzutage hört man sich ja vielleicht auch gar keine CD's mehr

01:15:01: an oder?

01:15:02: Setzt das so mit vierundzwanzig CDs noch.

01:15:04: als erstes nennst du es schon antikiert, weißt du?

01:15:07: Ja in meinem Herzen bin ich vielleicht doch eigentlich schon achtzig Jahre alt, ich weiß nicht.

01:15:13: In deiner Seele vielleicht was ne alte Seele hast Du auf jeden Fall.

01:15:18: Aber ich denke genau das gehört eben auch dazu.

01:15:24: Da bin ich auch heilfroh, dass sich glaube das die KI in meinem Bereich vielleicht niemals was zu melden haben wird.

01:15:31: Weil... ...das niemals ein Computer herstellen kann!

01:15:34: Die menschliche Stimme die kannst du nicht mit einem Computer her stellen oder vergleichen.

01:15:40: oder das was eine menschliche Stimme an Emotionen transportieren kann, an Echtheit Das wird die KI hoffe ich niemals können und deswegen ist es dann auch gut wenn an der einen oder anderen Stelle der Ton doch mal ein bisschen kratzt, oder die Luft doch nicht so lange hält wie man gehofft hat.

01:15:58: Es gehört einfach dazu.

01:16:01: Also sieht man auch da wieder dass das die Unperfektion... Das ist also unperfektioren großes Wort!

01:16:09: Aber dass auch Fehler oder eben nicht das fertige Produkt uns ausmachen, sondern eben das Gelebte.

01:16:20: Das Analoge.

01:16:23: Dafür ist ja Opa eigentlich ein wunderbares Beispiel?

01:16:26: Absolut!

01:16:27: Und ich von mir selber kann auch sagen dass ich eigentlich wenn ich selber jetzt auch andere klassische Sängerinnen höre es natürlich total beeindruckend finde wenn ich höre boah da sitzt irgendwie jeder Ton und alles alles ist irgendwie blitzblank.

01:16:43: aber meistens sind das nicht die Stimmen die mich dann wirklich berühren.

01:16:47: Also, berühren tut mich dann eigentlich auch wenn ich merke so... Oh Gott sie ist so im Gefühl!

01:16:55: Sie weint eigentlich gerade wirklich und deswegen schmiedt ihr die Stimme jetzt an der einen oder anderen Stelle ab aber sie fühlt es.

01:17:01: Es ist aus dem Moment entstanden, das ist echt Und dann werde ich berührt und genau für solche Momente gehe ich in die Oper Tolle Stimmakrobaten zu hören, das ist beeindruckend.

01:17:13: Aber

01:17:13: wenn echte Gefühle gezeigt werden und dann quasi in Musik umgewandelt werden ... Das finde ich unvergleichlich.

01:17:22: Schön!

01:17:23: Ah, das tut so richtig gut irgendwie jetzt.

01:17:25: Nee weil ich immer so denke ja ich bin da irgendwie so ein bisschen verklärt auch oder?

01:17:30: Ich will da die Wahrheit nicht sehen mit der KI oder so... Weil viele bereiche auch der Kultur Ja, ganz klar von der KI jetzt bedroht sind.

01:17:41: Und die müssen alle sich ganz schön recken, strecken gucken.

01:17:44: was ist mein Alleinstellungsmerkmal und das rausstellen, dass feiern da sind wir wieder wo ich eingangs gesagt habe das analoge zu feiern und dafür Gut.

01:17:57: So, jetzt haben wir so was wie ein Rahmenhandelung?

01:17:58: Wir haben eine Rahmenhandlung!

01:18:01: Liebe Lara, wann geht's nochmal los, sagst du noch mal mit My Fair Lady am Theater Trier?

01:18:08: My Fair lady kommt tatsächlich ich glaube im September wieder davor.

01:18:14: allerdings werden wir auch einen Open Air-Stück haben Anatevka zum Beispiel.

01:18:18: das findet dann draußen vor dem Theater statt.

01:18:21: es wird auch sehr schön.

01:18:22: dass beginnt dann tatsächlich schon in August.

01:18:25: Das ist dann hier auf dem Platz vor dem Theater.

01:18:28: Genau,

01:18:28: genau!

01:18:29: Da werden wir ein Open-Air Musical Anatevka haben sehr... Aktuell auch, würde ich sagen.

01:18:35: Sehr politische Stück sehr berührende Stück und aber auch mit dem einen oder anderen Ohrwurm.

01:18:41: Genau damit fängt dann die Spielzeit offiziell an und es folgt ja zum Beispiel danach die kleine Zauberflöte und auch die Wiederaufnahme My Fair Lady und noch so viel anderes Tolles das sich auch jetzt in der zweiten Spielzeit sagen kann.

01:18:54: mein Gott was ein Glück dass ich in Trio bin!

01:18:57: Ja, wie schön.

01:18:58: Freu ich mich an der Tefka.

01:19:00: gibt es noch Karten für den August?

01:19:01: Bestimmt,

01:19:02: bestimmt!

01:19:02: Dann kümmere ich mich mal weil.

01:19:04: in diesem Open-Erd-Jahr habe ich noch nie geschafft das gibt ja jedes Jahr einmal im Sommer vor dem Rathaus Und Hamlet gab was letztes Mal, nee.

01:19:13: Was war das?

01:19:14: Mit Barbara Ullmann auch ein großes Ding habe ich auch nicht geschafft.

01:19:17: Ich werde irgendwie immer weg oder so.

01:19:19: Das ziehe ich mir jetzt noch rein.

01:19:20: Das

01:19:20: siehst du dir auch noch rein!

01:19:21: Zieh' ich mir auch noch reingehen.

01:19:22: Eiskeit.

01:19:22: Sehr gut

01:19:23: super sehr

01:19:24: gut.

01:19:25: Insta zwischen Rhein auf dem Parkplatz vom Theater.

01:19:28: Genau ganz genau

01:19:30: Liebe Lara Rieken, ich sage dein Name gerne noch mal.

01:19:34: Danke!

01:19:35: Ich danke dir das du heute Zeit hattest?

01:19:38: Ich bedanke mich

01:19:39: und ganz schöne Folge geworden.

01:19:41: Ja mir hat es auch riesig viel Spaß gemacht mit dir.

01:19:45: eine super angenehme Atmosphäre und irgendwie quatscht man mit dir sehr gerne.

01:19:51: aber egal ob es nun was zum Lachen ist oder in die Tiefe geht... Sehr besonders hier und ich freue mich total, dass du mich eingeladen hast.

01:20:02: Ja.

01:20:02: Schamant ist sie auch noch!

01:20:04: Nein also wirklich großes Fest.

01:20:07: Danke, dass Du da warst Lara.

01:20:08: wir beobachten Dich

01:20:10: sehr gut

01:20:10: am Theater Trier und schauen was da noch alles auf uns zukommt mit Dir.

01:20:14: Ich bin sehr gespannt, ich freu mich sehr.

01:20:16: Danke gleichfalls.

01:20:17: So,

01:20:18: jetzt sage ich Winke-Winke nach draußen an die Endgeräte!

01:20:22: Seid auch genau, seid auch nächstes Mal wieder dabei wenn ich aus dem dazwischen plaudere.

01:20:28: Schöne Zeit egal wo ihr seid passt auf euch auf und alles Gute bis der Weih.

01:20:33: diese Episode wurde gefördert von der Stadt Trier.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.