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Kristina Magdalena Henn (Schriftstellerin, Drehbuchautorin, Schöpferin der Ostwind-Reihe)

Shownotes

Natürlich hab ich Kristina beim Literaturfest in Saarburg sofort mit meinen Vorurteilen konfrontiert. So in etwa: Das ist so EINE AUS MÜNCHEN, die Ostwind-Autorin, alles klar: reich, eine Schickitante, viel und EXTREMVEGAN mit hohem Yogaanteil. Erste Frage: Du bist jetzt stinkreich, wah?

Yoga macht sie tatsächlich. Der Rest? Da lag ich doch ein bisschen daneben. Mir gegenüber sitzt eine „natürliche Schönheit von der Mosel", die einen Grauburgunder aus Omas Weinbergen mitgebracht hat (kleine Geschenke machen Freude) und nach 30 Jahren München immer noch so redet wie a Mädschiii aus Trier. Und wenige Minuten später red ich dann auch so. Und meine Mama wollte als Erstes wissen, ob sie vom Autohaus Henn ist. Nein, Mama. Diesmal liegst du falsch, denn:

Kristina Magdalena Henn, geboren 1977 in Trier, aufgewachsen in Bekond: 500 Einwohner, mehr Kühe als Menschen. Sie ist das Mittelkind, mit einer Schwester anderthalb Jahre älter und der anderen acht Minuten jünger. Eineiig. Früher lief sie für den Post-Sportverein Trier Langstrecke, bis zu den Deutschen Meisterschaften. Mit 18 ging sie allein nach Australien: Heimweh, Hippie-Familie, Ranch, und an Silvester Müll einsammeln in einer Disco, weil das Geld knapp war. Danach kamen Filmhochschule München und Drehbuchwerkstatt, und ihr erstes verfilmtes Drehbuch war „Groupies bleiben nicht zum Frühstück". Und dann kam der Auftrag: Schreibt doch mal einen Pferdefilm.

Darüber reden wir: – Warum Drehbuchschreiben Rafting ist und Romanschreiben Segeln, und warum beim Drehbuch plötzlich zehn Leute mitreden – Wie ein bitterkalter Wind beim Waldspaziergang Ostwind seinen Namen gab – Warum Kristina und Co-Autorin Lea Schmidbauer das Buch zum ersten Film nicht schreiben wollten („kauft doch keiner") und das Buch sich dann 500.000 Mal verkauft hat – Zwillinge: eine Geheimsprache, eine Schwester, die schon von deiner neuen Bekanntschaft träumt, bevor du's erzählst, und ein Zwillingstreffen, bei dem ein Zwillingspaar ein anderes geheiratet hat. Doppelhaushälfte inklusive – Oma Froni, das Hotel Henn in Pölich und ein Lebensmotto zum Übers-Bett-Hängen: Es ist ein Genuss, Mensch zu sein – Zehn Tage Schweigen mit 22 und im Winter rein in die Isar, weil Stille ihr Elixier ist – Benjamin Blümchen? Abgesagt. Erst ein Pferd, das nicht spricht, dann ein Elefant, der spricht? Nee – Jakobsweg mit portugiesischen Feuerwehrmännern und Portwein um neun Uhr morgens – Poppy, die hellsichtig ist und trotzdem ständig danebenliegt, ein Hase mit Rucola-Ohren und Ilvie mit ihrem weißen Wolf

Am Ende sagt Kristina: Ich komme wieder. Folge zwei ist also so gut wie gebucht. Winky Winky.

Mehr von Kristina Magdalena Henn: Website: http://kristinamagdalenahenn.com Autorinnenseite beim Magellan Verlag: https://www.magellanverlag.de/

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Simi Will: Immer und überall hörbar. Dazwischen mit Simmi Will.

Simi Will: Hallo zusammen, draußen an den Endgeräten. Herzlich willkommen zu einer frischen

Simi Will: Folge Podcast aus dem Dazwischen.

Simi Will: Heute großer Fame aus München zu Gast.

Simi Will: Es ist, ihr kennt alle, die Ostwind-Reihe.

Simi Will: Sieben Bücher, fünffach verfilmt. Wahnsinn.

Simi Will: Unglaublich erfolgreich. Das Black Beauty der 2020er Jahre.

Simi Will: So, jetzt. Mir gegenüber sitzt Christina Henn, die Autorin, Mitautorin Ostwind-Reihe

Simi Will: und eine hammernette Frau.

Simi Will: Ich habe sie, wie gesagt, am vergangenen Sonntag in Saarburg kennengelernt und

Simi Will: gibt es ganz viele Geschichten, denn sie ist in Trier geboren, 1977.

Simi Will: So, jetzt du, erzähl doch mal, wer du bist, Liebe.

Kristina Henn: Ja, du, also vielen Dank für die Einladung. War ja sehr spontan,

Kristina Henn: weil wir kennen uns vom Literaturfest aus Saarburg, dem ersten Literaturfest,

Kristina Henn: was echt ein tolles Fest war, fand ich.

Kristina Henn: Auch so sympathisch und offen und gut besucht und neugierige Leute und Publikum.

Kristina Henn: Also das war echt eine tolle Moderation auch von dir. War lieber auf den ersten Blick.

Simi Will: Kann man so sagen, wa?

Kristina Henn: Kann man echt so sagen. So, ich nenne das auch immer Naturverbindungen,

Kristina Henn: weil es gibt so Menschen, egal ob das Pferde, Menschen, Tiere,

Kristina Henn: Katzen, wie auch immer, wo dann so eine Naturverbindung da ist.

Kristina Henn: Da braucht man gar nicht viel machen, die steht einfach so. Und so war das auch ein bisschen mit dir.

Kristina Henn: jetzt bin ich noch ein bisschen hier geblieben, weil ich komme eben ursprünglich

Kristina Henn: aus Bekont. Ist ein ganz kleines Caf in der Nähe von Schweich und aber eben

Kristina Henn: in Trier geboren und dann eben nach dem Abitur ein Jahr nach Australien gegangen.

Kristina Henn: Mit 18 dann hatte ich so ein Work and Travel Jahr, weil auch echt wichtig war

Kristina Henn: für mich, so von klein Bekont, 500 Einwohner, wo eigentlich mehr Kühe lebten als Menschen,

Kristina Henn: ich dann wirklich in die ganz große weite Welt alleine.

Kristina Henn: Ich habe ja noch eine Zwillingsschwester, auch noch eine ältere Schwester und

Kristina Henn: das war irgendwie wichtig, glaube ich, so für mich selber und da habe ich total

Kristina Henn: meiner Intuition, bin ich da gefolgt, weil ich auch irgendwie so mich entdecken

Kristina Henn: wollte, glaube ich auch.

Kristina Henn: Hatte erstmal krass Heimweh, hab bei so einer Hippie-Familie gewohnt,

Kristina Henn: hab dann glaube ich, hat Aromatherapy studiert, die hieß Ainsley und da habe

Kristina Henn: ich zehn Knoblauchzehen auf einmal genommen, weil ich auch noch krank war.

Kristina Henn: Also da habe ich verrückte Sachen gemacht, auf einer Ranch gearbeitet,

Kristina Henn: mit Pferden, Kettlework, Luftballons verkauft bei Windstärke, glaube ich, 118 Euro.

Kristina Henn: Und dann bin ich nach München an die Filmhochschule gekommen.

Kristina Henn: Genau. Und da fing eigentlich dieser Weg an mit dem Filme machen, Drehbuch schreiben.

Kristina Henn: Und habe dann eigentlich Fernsehpublizistik und Dokumentarfilm studiert. Genau.

Simi Will: Weil du kommst, du hast dich ja nicht hingesetzt und irgendwann Black Beauty

Simi Will: aufgeschrieben. Sondern du kommst ja erstmal aus der Drehbuchecke,

Simi Will: aus was eher trockenem, strukturiertem Schreiben.

Kristina Henn: Ja, also ganz anders auf jeden Fall. Weil ich würde gar nicht sagen,

Kristina Henn: dass es trockener ist, weil es auch wirklich sehr lebendig Drehbuchschreiben

Kristina Henn: ist, weil man eben auch Dialoge schreibt, ganz viele.

Kristina Henn: Aber ich komme eben ursprünglich eigentlich vom Drehbuch. Also ich habe dann

Kristina Henn: der Filmhochschule studiert und dann war ich an der Drehbuchwerkstatt.

Kristina Henn: Und vergleiche das manchmal so ein bisschen, weil ich ja mache immer noch

Kristina Henn: beides und ich liebe beides auch sehr. Und Drehbuchschreiben,

Kristina Henn: sage ich immer, ist so ein bisschen wie so Rafting, weil man halt so ein ganz

Kristina Henn: klares Ziel hat und genau weiß, wo man hin will und muss.

Kristina Henn: Und beim Romanschreiben ist es immer so ein bisschen mehr wie Segeln.

Kristina Henn: Da weiß ich schon auch ein bisschen, wo ich hin will.

Kristina Henn: Aber man hat viel mehr Zeit, wenn dann mal so eine Windbühe kommt,

Kristina Henn: für Gefühle oder nochmal zwei Seiten wie Beschreibungen.

Kristina Henn: Und beim Drehbuch geht es viel mehr um Tandwerk ist ein bisschen technischer, würde ich sagen.

Simi Will: Das meinte ich auch.

Kristina Henn: Ja, genau. Und Drehbuch schreibe ich tatsächlich sehr oft auch im Team,

Kristina Henn: weil ich liebe das auch zusammenzuarbeiten.

Kristina Henn: Und die Romane schreibe ich jetzt mittlerweile eher alleine und ich liebe beides,

Kristina Henn: weil beim Romanschreiben habe ich so immer diese Stille, habe meine eigene Struktur,

Kristina Henn: habe meinen Rhythmus und beim Drehbuchschreiben quatschen unheimlich viele Leute

Kristina Henn: sehr früh mit rein und da muss man aufpassen, dass man sich auch nicht verzettelt

Kristina Henn: und immer die Geschichte so behütet.

Kristina Henn: Und dann ist gar nicht so ohne. Also ich habe jetzt so ein größeres Projekt,

Kristina Henn: wo der Christoph Maria Herbst die Hauptrolle spielen soll. Das ist ein Musikfilm.

Kristina Henn: Das ist auch echt so eine Geschichte von diesem grumpy old man, den er ja gerne spielt.

Kristina Henn: Und dann muss man immer auch so die Geschichte wahren, weil es gibt jetzt dann

Kristina Henn: zehn Leute, die reden da mit rein. Das ist auch wichtig, weil dann gibt es den

Kristina Henn: Sender, dann gibt es den Verleih, dann gibt es die Produktionsfirma.

Kristina Henn: Und wenn das so ein originärer Stoff ist, weil es keine Vorlage gibt,

Kristina Henn: muss man immer wieder selber sich so verwurzeln und sagen, nee,

Kristina Henn: das war aber die ursprüngliche Geschichte und das muss der Kern bleiben.

Kristina Henn: Und sonst verzettelt man sich auch ganz schnell. Und das ist so die Kunst beim

Kristina Henn: Drehbuchschreiben, weil eben viel mehr Leute viel früher mitreden.

Simi Will: Dann bist du quasi auch die Hüterin der Geschichten.

Kristina Henn: Ja, das ist ein schöner Titel.

Simi Will: Die Hüterin der Geschichten.

Kristina Henn: So sehe ich mich auch ganz oft. Weil ich habe immer so ein persönliches Anliegen

Kristina Henn: eigentlich hinter jeder Geschichte, die ich schreibe.

Kristina Henn: Auch wenn mir das oft erst im Nachhinein klar wird, wo ich mir denke,

Kristina Henn: was hat jetzt dieses Pferd und dieses Mädchen mit mir zu tun?

Kristina Henn: Aber dann sehe ich ganz viele Parallelen.

Kristina Henn: deshalb ist mir das eigentlich immer so ein Anliegen, was ich da gerade

Kristina Henn: erzähle. Weil ich sage immer, ich mache nichts, wo ich nicht mit dem Herz dabei

Kristina Henn: bin. Sonst können die es gar nicht schreiben. Oder würde ich etwas anderes machen.

Simi Will: Also ich kenne dich ja jetzt schon seit vergangenen Sonntag.

Simi Will: Und heute ist Donnerstag.

Simi Will: Und die haben ja zwischendrin WhatsApp geschrieben mit Via-Lauten und so weiter.

Simi Will: Ich will jetzt nochmal zurück zum Biografischen. Bekont, das wusste ich nicht.

Simi Will: Bekont ist ja wirklich ein richtiges Dorf.

Kristina Henn: Kennst du das?

Simi Will: Ja, ich komme aus Riol.

Kristina Henn: Ah ja, wirklich?

Simi Will: Ja, sicher. Und Bekont und Föhren und das alles, wo die Anna malt auch ihr Haus hat.

Simi Will: Also in Föhren war ich jetzt auch schon ein paar Mal, weil ich mit Anna halt

Simi Will: Kontakt habe. Aber Bekont ist ja nochmal...

Simi Will: Das ist so ab vom Schuss.

Kristina Henn: Ja, bekommst du es auch wirklich dazwischen. Das passt zu deinem Podcast.

Kristina Henn: Es ist nicht an der Mosel.

Kristina Henn: Es ist aber auch noch nicht Eifel. Es ist aber auch nicht Trier.

Kristina Henn: Es ist wirklich so ein Dorf auf so einem Hang.

Kristina Henn: Es ist auch nicht wirklich in den Weinbergen. Es ist schon Weinberge,

Kristina Henn: aber es ist halt auch kein Moseldorf direkt. Deshalb ist es ein bisschen dazwischen begonnen.

Simi Will: Ah, apropos Wein und Mosel begonnen.

Simi Will: Du hast mitgebracht, ein Veronikas

Simi Will: Grauburgunder trocken, deutscher Qualitätswein, in Korin gemacht.

Kristina Henn: Nee, nicht in Korin gemacht. Der kommt auch aus Pölich, der Wein.

Simi Will: Aus Pölich.

Kristina Henn: Genau. Das war eben, wo meine Oma damals ihr Hotel hatte, das Hotel Henn.

Kristina Henn: Das ist vielleicht manchen noch ein Begriff. Das ist mittlerweile jetzt ein Altenheim geworden.

Kristina Henn: Und die Oma hat uns eben, also meinen beiden Schwestern und mir, die Weinberge vererbt.

Kristina Henn: Und jetzt haben wir da einen Winzer, der Lothar, der baut den Wein für uns aus.

Kristina Henn: Und wir verkaufen den eben in erster Linie meine Zwillingsschwester Simone.

Kristina Henn: Die lebt in Berlin und die verkauft den Wein, also so Hobby-mäßig. Also verrückt.

Simi Will: Die in Berlin lebende Schwester vertreibt den pölicher Wein?

Kristina Henn: Ja, genau. Ja, also das ist auch immer noch so Heimat.

Simi Will: Simone Henn.

Kristina Henn: Ja, früher haben wir uns auch immer da getroffen, noch zur Weinernte,

Kristina Henn: so zur Weinlese, weil das immer uns alle so verbunden hat. Aber jetzt habe ich

Kristina Henn: auch eine kleine Tochter, die ist fünf.

Kristina Henn: Meine eine Schwester ist in Berlin, die andere ist zwar hier,

Kristina Henn: aber genau, wir trinken den Wein hauptsächlich selber so. Aber das ist so ein

Kristina Henn: Hobby eigentlich auch von uns allen und auch von meinen Eltern.

Simi Will: Weinvertrieb Simone Henn. Also der Wein heißt einfach Veronikas Grauburgunder.

Kristina Henn: Genau, wir haben Veronikas Riesling und Veronikas Grauburgunder und genau einen,

Kristina Henn: Spätburgunder haben wir glaube ich noch. Also wir machen hobbymäßig die Sachen.

Kristina Henn: Und ich sage immer, weil die Oma, die hatte einen sehr großen Geist, die Oma Froni.

Kristina Henn: Und ich denke mir immer so, ich habe auch schon auf der Hütte gearbeitet in

Kristina Henn: den Bergen und da haben wir den Wein auch dann vertrieben.

Kristina Henn: Und ich denke mir immer, wo die Oma überall hinkommt, weil die hatte wirklich

Kristina Henn: einen sehr großen Geist und kein leichtes Leben.

Kristina Henn: Und die war so stark und hat sich da auch nie unterkriegen lassen mit vier Kindern

Kristina Henn: alleine und so. Und ich denke mir immer so, die war so positiv,

Kristina Henn: diese Frau. Da kann man so viel von lernen. Und ihr Lebensmotto war so ein bisschen,

Kristina Henn: es ist ein Genuss, Mensch zu sein.

Kristina Henn: Weil sie auch so eine große Genießerin war. Und die war auch immer mein Vorbild

Kristina Henn: noch so. Also die war wichtig für mich.

Simi Will: Und die hast du, mit der bist du aufgewachsen?

Kristina Henn: Ja, also die war im Hotel, die hatte sehr viel zu tun. Da gab es dann immer

Kristina Henn: den Stammtisch, wo wir dann immer da gesessen haben als Kinder.

Kristina Henn: Und in der Küche ein bisschen mitgeholfen haben.

Kristina Henn: Aber die war wichtig für mich. Und die habe ich auch, die ist,

Kristina Henn: wann ist die gestorben? Vor 13 Jahren. Also die habe ich schon richtig miterlebt.

Kristina Henn: Oh, wie toll. Ja, die war toll.

Kristina Henn: Das war die Wurzel.

Simi Will: Witzig. Ich war auch mit meiner Oma Franziska ganz eng. Ja? Ja, die Omas.

Kristina Henn: Ja, die Omas sind wichtig. Das wie so, die geben auch Orientierung,

Kristina Henn: finde ich, weil die überspringen dann die Mütter und die Mütter sind ja auch super wichtig.

Kristina Henn: Aber das sehe ich jetzt auch bei meiner Tochter, wie wichtig die Omas sind und

Kristina Henn: auch Opas, weil die nochmal einen ganz anderen Ansatz haben.

Kristina Henn: Wenn man zu nah dran ist, dann ist man manchmal selber zu eng.

Kristina Henn: Da ertappe ich mich dann auch.

Kristina Henn: Und jetzt bei meinen Eltern sehe ich so, die können anders loslassen,

Kristina Henn: auch mit den Enkelkindern.

Simi Will: Oder auch reflektiert, wir machen es jetzt anders.

Simi Will: Wir haben ja, unsere Kinder und unsere Schäfchen sind im Trocknen,

Simi Will: also kann man auch viel lässiger sein.

Kristina Henn: Absolut, absolut. Also gerade dieses Alter, so mittendrin zu sein,

Kristina Henn: wo man jetzt, jetzt bin ich 49, habe ja spät noch ein Kind bekommen,

Kristina Henn: mit 43 kam da noch ein Mädchen in mein Leben, was toll ist.

Simi Will: Deswegen denke ich auch, dass du so viel jünger bist als ich.

Simi Will: Also du bist ja deutlich jünger, aber nicht drei Generationen jünger.

Kristina Henn: Nee, genau. Und dann merkt man eben, jetzt ist so das pralle Leben,

Kristina Henn: man ist echt mittendrin.

Kristina Henn: Man ist auch am Arbeiten, man hat das kleine Kind, gibt Kindergarten,

Kristina Henn: also man ist in diesem Funktionalen und dann aber immer wieder sich so zurückzuziehen,

Kristina Henn: und so auf die Intuition zu hören, in dieses Schreiben zu kommen,

Kristina Henn: auch in diese Stille, weil das ist was, was mir sehr wichtig ist oft, diese Stille.

Kristina Henn: Das ist so ein Thema eigentlich in meinem Leben, die suche ich auch immer wieder und überall.

Kristina Henn: Und das ist dann gar nicht so einfach. Aber jetzt mittlerweile hat sich alles ganz gut eingependelt.

Simi Will: Hast du einen Papa zum Kind, der dich unterstützt?

Kristina Henn: Ja, also der eben Portugiese, mein Freund. Und der lebt in München.

Kristina Henn: Er kann damit überhaupt nichts anfangen mit dieser Stadt. Der ist Maler,

Kristina Henn: also noch so ein Künstler.

Kristina Henn: Und die Portugiesen sind aber sehr familiär und wir teilen uns das wirklich

Kristina Henn: auch. Also er macht die Hälfte, ich mache die Hälfte.

Kristina Henn: Und das ist was Besonderes. Ja, weil ich finde ja oft, also was bei Männern

Kristina Henn: und Frauen, gerade wenn man Beziehungen hat, wenn man Kinder hat,

Kristina Henn: dann ist für die Männer geteilt 80 Prozent schon. Ja, und wir machen wirklich

Kristina Henn: halbe halbe. Also der macht viel mit dem Kind.

Simi Will: Siehst du, ich wieder mit meinen Vorurteilen. Ich hatte dich ja an dem Festival

Simi Will: schnell mal, ja und, wo ist der Vater?

Simi Will: Und macht der auch was? Und ich dann direkt so, ja, Portugieser,

Simi Will: alles klar, hier Bezirksbegatter, Monsieur Schönheit und so weiter.

Simi Will: Nee, überhaupt nicht. Gar nicht.

Kristina Henn: Der ist ein Pirat, ja. Also das ist ja echt ein wilder Typ da,

Kristina Henn: der da vom Atlantik kommt, der jetzt in München gelandet ist,

Kristina Henn: weil echt hart ist für ihn, diese kapitalistische Stadt.

Kristina Henn: Und das ist überhaupt nicht der Schöling oder so, sondern wirklich so ein Naturbursche,

Kristina Henn: würde ich sagen. Und aber auch so ein Künstler.

Simi Will: Das heißt, er ist Maler? Der ist Maler.

Kristina Henn: Der malt ganz beseelte Bilder, wirklich.

Simi Will: Wie heißt er denn? Dann kann ich den googeln.

Kristina Henn: Ja, Volta Lopez. Also Volta, V-A-L-T-R, Lopez.

Kristina Henn: Der hat jetzt auch Ausstellungen Lissabon und so. Also echt auch ein Chaot, muss ich dazu sagen.

Kristina Henn: Aber ja, genau. So zwei Künstler unter einem Dach, sagt mein Vater immer. Ja, spannend. Ja.

Simi Will: Denkt man ja auch nicht, dass das gut, gut gehen kann, gell? Ja, genau.

Kristina Henn: Jede Beziehung hat wirklich ihre Herausforderungen, finde ich.

Kristina Henn: Man trifft sich nie umsonst. Also man hat auch immer ein Thema,

Kristina Henn: wo man merkt, das ist jetzt irgendwie, was man gerade selber klären muss.

Kristina Henn: Der andere spiegelt das eine mir oft nur, finde ich. Und dann denke ich mir

Kristina Henn: so, Mann, das hat der jetzt schon wieder. Aber wenn ich dann mich angucke,

Kristina Henn: denke ich mir, ja, Christina, das ist deine Schwachstelle.

Kristina Henn: Und wenn man das so sehen kann, dann ist man dem anderen auch schneller dankbarer,

Kristina Henn: als den dann zu verurteilen. Und wenn man ein Kind hat, ist man eh nochmal anders gebunden.

Kristina Henn: Und das ist total gut. Ich denke mir immer so für die persönliche Entwicklung,

Kristina Henn: weil man kann nicht so schnell davon dann muss man sich auseinandersetzen.

Kristina Henn: Und dann kommt man aber auch weiter, wenn man mal darüber hinaus ist. so.

Kristina Henn: Ja, also weil ich glaube schon, dass man da ist, um sich zu entwickeln irgendwie.

Kristina Henn: Das ist so der Sinn irgendwie.

Kristina Henn: Und ich glaube halt auch, das gibt ja so die Angst vor Veränderung,

Kristina Henn: das ist so der Starrsinn. Und ich habe mal gelesen, das ist Hauptangst der

Kristina Henn: Deutschen, was auch total Sinn macht für mich so irgendwie.

Kristina Henn: Und aber ohne Veränderung geht es ja nicht weiter. Und manche müssen krank werden,

Kristina Henn: also manche müssen aus dem, also ich habe dann noch was anderes mal gelesen,

Kristina Henn: das fand ich so nett, wenn man in diesem Hamsterrad drin ist,

Kristina Henn: es geht ja auf der einen Seite raus, ja.

Kristina Henn: Ja, also da ist ja, man muss ja nur zur Seite raussteigen und sich abrollen.

Kristina Henn: Ja, weil man immer nach vorne will. Aber eigentlich ist der Ausgang ja immer da an der Seite.

Kristina Henn: Und das fand ich so ein schönes Bild, wenn man eigentlich weiß,

Kristina Henn: man kann da immer rausgehen, wenn man will, auch aus diesem Funktionieren.

Simi Will: Man muss halt den Moment, man muss so ein bisschen das austarieren,

Simi Will: damit man nicht stürzt. Aber selbst wenn man stürzt, rollt man sich ab und steht auf.

Kristina Henn: Ja, absolut. Und ohne Krise keine Entwicklung.

Kristina Henn: Ist so. Deshalb immer so, egal in welcher Krise man gerade steckt,

Kristina Henn: am Ende und wenn man dann wieder draußen ist, ohne Verletzung keine Heilung.

Kristina Henn: Das sind Sachen, die gehören zusammen.

Kristina Henn: Deshalb ich schon auch diese Krisen.

Kristina Henn: Macht es uns auch menschlich.

Simi Will: Ja, na klar. Ostwind. Das ist ja die Überschrift zu dir.

Simi Will: Wie geil ist das denn? Habe ich auch gleich am Sonntag gesagt.

Simi Will: Du musst ja richtig reich sein.

Simi Will: Scheiß auf die Kohle. Du kommst nicht so rüber, als ob das Geld dir als Geld

Simi Will: so wichtig ist. Aber es macht halt frei, Dinge zu tun, die man will

Simi Will: oder die man bewegen will.

Simi Will: Und das finde ich halt, also ich habe mich total gefreut, dass du so nett bist,

Simi Will: weil dann muss ich gar nicht neidisch werden.

Kristina Henn: Nee, gibt doch gar keinen Grund. Und das Pferd hat mir sehr viele Türen geöffnet

Kristina Henn: und in erster Linie kann ich mir halt wirklich aussuchen, weil ich mache,

Kristina Henn: weil ich als nächstes schreibe.

Kristina Henn: Also deshalb und trotzdem bin ich jemand, ich bin eben sehr diszipliniert.

Kristina Henn: Ich komme eben vom Leistungssport. Ich habe hier PST Trier, Postsportverein

Kristina Henn: Trier bei Volker Trosch trainiert und bin sogar Mittel- und Langstrecke und

Kristina Henn: bin sogar deutsche Meisterschaften gelaufen.

Simi Will: Als Läuferin.

Kristina Henn: Ja, also so 15 Kilometer auf der Straße, haben ja sogar den dritten Platz belegt

Kristina Henn: bei den Deutschen Meisterschaften. Also ich komme auch von der Langstrecke so,

Kristina Henn: und Schreiben ist für mich oft nichts anderes als Langstrecke laufen.

Kristina Henn: Und diese Disziplin ist ganz wichtig auch für mich, dass ich dann immer auch

Kristina Henn: so dabei bleibe. Und Ostwind, das ist halt jetzt der Titel und alle kennen dieses Pferd.

Kristina Henn: Es ist ein Phänomen, habe ich ja gelesen und das beschreibt es auch am besten,

Kristina Henn: weil ein Phänomen lässt sich nicht kalkulieren.

Kristina Henn: Das ist immer noch so, wenn ich ein neues Buch schreibe und der Verlag will

Kristina Henn: so ein bisschen hin und her kalkulieren, dann, man weiß nie,

Kristina Henn: was es wird und ob es angenommen wird oder nicht.

Kristina Henn: Und ich nenne es immer so das unsichtbare Dritte, weil man kann es nicht kalkulieren

Kristina Henn: und das ist auch immer noch das Spannende, das ist auch bei Filmen so.

Kristina Henn: Also man weiß es vorher nicht, ob die Leute, ob es einschlägt oder nicht oder

Kristina Henn: ob der Cast funktioniert oder nicht.

Kristina Henn: Und das macht das so spannend und auch so sympathisch, weil man sich immer wieder

Kristina Henn: neu bemühen muss, finde ich.

Kristina Henn: So mit jeder neuen weißen Seite, vor der man sitzt, mit jeder Idee,

Kristina Henn: die man hat und sich nicht so auszuruhen, finde ich irgendwie wichtig,

Kristina Henn: dass man sich nicht so zurücklehnt und so satt wird, weil dieses Satte macht auch so unempathisch.

Simi Will: Und wenn ich, siehst du, deswegen haben wir ja das Gefühl gehabt, so du, alles klar.

Simi Will: So, ich habe dich gesehen und dachte mir so, ach du bist es.

Simi Will: Aber wir haben uns vorher noch nie gesehen. Also kann gar nicht,

Simi Will: wir sind auch weit genug auseinander weg. Du bist in München gewesen, ich in Berlin.

Simi Will: Und im Vorfeld haben wir so ein bisschen WhatsApp hin und her.

Simi Will: Aber ich habe dich gesehen und dachte, ich kenne dich.

Simi Will: Und weil genau dieses Thema, dieses Nicht-Einschlafen.

Simi Will: Also ich bin quasi zwanghaft immer, ich muss immer was tun, sonst werde ich

Simi Will: träge und ich werde dann auch, ich merke das dann gar nicht.

Simi Will: Ich kenne das auch von mir und dann gucke ich nur Serien.

Simi Will: Eigentlich ist dann immer alles okay, bis ich wieder in so eine Krise gerate,

Simi Will: weil ich dachte, Mann, jetzt ist aber gut.

Simi Will: Beziehungsweise ich muss jetzt die Krisen gar nicht mehr so haben,

Simi Will: weil ich es schneller weiß.

Kristina Henn: Ja genau, man weiß schneller zu helfen. Das ist ja so, diese Ressourcen sind

Kristina Henn: so wichtig und was tut einem gut, wenn man da und da steckt oder feststeckt oder so.

Kristina Henn: Das ist auch sowas, finde ich, dass man so verschiedene Elixiere hat.

Kristina Henn: Also zum Beispiel Wasser ist mein Elixier.

Kristina Henn: Wasser? Ja, ich liebe deshalb auch, weil du mich damals gefragt hattest,

Kristina Henn: warum ich in München wegen der Liebe hängen geblieben bin. Und dann habe ich

Kristina Henn: so nachgedacht jetzt, die Liebe zur Isar.

Kristina Henn: Weil ich liebe wirklich diese Isar. Das ist ja so ein Bergfluss und ich setze

Kristina Henn: mich da auch bei jedem Wetter rein.

Kristina Henn: Also auch im Winter oder so und auch im Sommer. Ich liebe dieses kalte Wasser

Kristina Henn: und ich bin so voll der Wassermensch.

Kristina Henn: Also egal, ob ich jetzt trinke, ob ich baden gehe, ob ich reinspringe oder ob

Kristina Henn: ich nur plätschern höre, ist das was, was mich total beruhigt. mein Nervensystem.

Simi Will: Kenne ich ja auch. Ich höre auch zum Einschlafen irgendwie so Meeresrauschen und so ein Zeug.

Kristina Henn: Ja, wenn man dann so weiß, was man so braucht und dann kann man sich das nehmen

Kristina Henn: und dann ist schon wieder das Nervensystem beruhigt. Das finde ich das Schöne,

Kristina Henn: dass man das immer besser weiß. Was gut für selber ist.

Simi Will: Ja, was einem gerade gut tut.

Kristina Henn: Und wenn es Serien streamen, ist es auch okay. Man,

Kristina Henn: muss nicht immer so im Außen sein. Ja, manchmal muss man sich ja auch sehr zurückziehen.

Kristina Henn: Gerade als Autorin ist das ja eigentlich schon sehr einsam so.

Kristina Henn: Und ich habe immer das Gefühl, wichtig ist, dass man sich selber gut kennt.

Kristina Henn: Weil ich muss das ja dann auch irgendwie, also ich sage auch oft,

Kristina Henn: ich empfange die Geschichten. Ich schreibe die nicht so und bin so die Recherchemaus,

Kristina Henn: sondern die kommen dann so zu mir.

Kristina Henn: Und oft in so einem Moment, wo ich so ganz klar und pur mit mir bin.

Kristina Henn: Und dann kommt die Idee an der Isar plötzlich. Dann gehe ich da spazieren und

Kristina Henn: dann hatte ich jetzt die Idee für Poppy, weil das ist ein neues Kinderbuch.

Kristina Henn: Die habe ich jetzt eben heute wirklich das Manuskript abgegeben an die Lektorin.

Kristina Henn: Wird eine neue Kinderbuchreihe. Poppy sieht mehr von einem Mädchen,

Kristina Henn: die denkt, dass sie hellsichtig ist und in so einer skurrilen Hausgemeinschaft

Kristina Henn: lebt und dann eben anfängt, so Fälle zu lösen mit dieser Eigenschaft,

Kristina Henn: die sie denkt, die sie hat.

Kristina Henn: Und die Idee kam ja dann so beim Spazierengehen. Dann habe ich plötzlich diese

Kristina Henn: Stimme von der im Ohr und dann muss ich eigentlich nur nach Hause und dann aufschreiben.

Kristina Henn: Und klar muss ich mich dann hinsetzen, aber das ist wie so ein Empfangen.

Simi Will: Ach, cool.

Kristina Henn: Ja, das ist so wie so, als würde das so durchfließen. Ja, und ich bin jetzt kein Medium oder so.

Kristina Henn: Aber das hat eher mit so einem Naturzustand zu tun, in dem man so dann manchmal

Kristina Henn: ist, wenn ich mich dann so zurückziehe, dann habe ich so eine Stille und dann

Kristina Henn: kann ich das wie so hören.

Kristina Henn: Und dann weiß ich genau, was das nächste Projekt ist zum Beispiel. Also...

Simi Will: Ja, abgefahren. Das kenne ich immer so aus meinen, das erinnert mich so ein

Simi Will: bisschen an, ich hatte ja so eine Fernsehshow in Berlin und ich kann mich immer

Simi Will: sehr schlecht konzentrieren, also konnte ich noch nie.

Simi Will: Ich glaube, ich habe ein ADHS, keine Diagnose, aber könnte ich mir vorstellen, dass es sowas ist.

Simi Will: Und ich habe dann immer so Angst vorgeschoben.

Simi Will: Oh, ich kann das nicht. Und das vergesse ich dann, das vergesse ich dann.

Simi Will: Und dann hat meine beste Freundin Pini, die übrigens auch ein Zwilling ist,

Simi Will: also eine Zwillingsschwester hat, zu mir gesagt, Simi, du musst da erst rausgehen aus allem.

Simi Will: Geh weg davon und dann kommt es wieder.

Simi Will: Und das habe ich auch und das ist so ein bisschen so.

Kristina Henn: Ich habe Gänsehaut, wenn du das sagst.

Simi Will: Rausgehen aus dem und dann wirklich, und dann merke ich sofort, ich bin wieder bei mir.

Simi Will: Und irgendwas Banales machen, irgendwas oder gar nichts machen oder gehen.

Simi Will: Gehen geht auch. Und dann sagen, so, ich weiß nichts, es ist egal,

Simi Will: ich habe nichts im Kopf, es ist egal. Und dann gehe ich, gehe ich,

Simi Will: gehe ich und dann irgendwann, ach so.

Simi Will: Dann muss ich aber, wie du sagst, schnell zurück und dann muss ich weitermachen.

Kristina Henn: Ja, und gehen ist auch so Denkgeschwindigkeit. Gehen finde ich eh so unheimlich

Kristina Henn: entspannend, weil man so in so einer Denkgeschwindigkeit ist.

Kristina Henn: Oder kochen finde ich auch gut, weil die Sinne wieder so konzentriert werden,

Kristina Henn: dass man wieder so zu sich kommt. Weil wenn man so sagt, ja,

Kristina Henn: komm erst mal zu dir, aber wie kommt man eigentlich zu sich?

Kristina Henn: Das ist ja eben die Kunst, dass man immer wieder so einen Weg für sich findet,

Kristina Henn: dass man wieder weiß, was man braucht, wie man zu sich kommt.

Kristina Henn: Weil die Welt ist so voll und so überreizt und überspannt, dass das gar nicht so einfach ist.

Kristina Henn: Weil die meisten haben ja diese

Kristina Henn: Flipperkugel im Kopf. Und dann macht man Ding-Dong, Ding-Dang und dann...

Kristina Henn: das Chaos schon da und dass man immer wieder sich so zentriert.

Kristina Henn: Also habe damals schon mit 22 so Schweigeseminare belegt.

Kristina Henn: Das sind so zehntägige Kurse, wo man dann so zehn Tage einfach schweigt.

Kristina Henn: Also Meditationskurse.

Kristina Henn: Das hat mich damals schon interessiert. Ich weiß bis heute eigentlich nicht,

Kristina Henn: warum. Ich hatte damals so einen Kumpel, eben auch hier aus Trier, der Reinhard Clemens.

Kristina Henn: Und der hat mich so ein bisschen darauf gebracht, aber das hat mich immer schon

Kristina Henn: so interessiert, so diese Gedankenstille.

Kristina Henn: Weil das ja gar nicht so einfach ist und jetzt noch schwerer geworden ist mit

Kristina Henn: diesen ganzen Social Media und da noch und da noch ein Impuls und da noch ein Impuls.

Kristina Henn: Aber da findet halt das Glück statt, finde ich oft, in dieser Stille.

Kristina Henn: Wie wenn du sagst, du gehst raus, dann bist du bei dir und dann merkst du wieder,

Kristina Henn: ach ja, ich brauche gar keine Angst zu haben.

Kristina Henn: Und dann kannst du wieder weitermachen.

Simi Will: Bei mir geht es sogar so weit, geht es sogar so weit, jetzt ringe ich schon

Simi Will: so wie du. Oh Mann, ist es so schlimm.

Simi Will: Ja, nee, aber du bist ja auch schon lang weg, aber redest halt immer noch so.

Simi Will: Das finde ich irgendwie voll sympathisch. Aber du bist die Erste,

Simi Will: wo ich das sympathisch finde mit dem Dat Wat und dat is halt so, wie it is.

Simi Will: Also dieses immer wieder so möglichst...

Simi Will: Leicht wieder zu sich zu finden, das müsste eigentlich sowas wie ein Schulfach sein.

Kristina Henn: Das müsste ein super Schulfach.

Simi Will: Weil das bringt dir ja auch keiner bei, weil die Gesellschaft ja so nicht angelegt ist.

Kristina Henn: Absolut. Hauptsache man weiß, was man braucht. Und oft ist es ja,

Kristina Henn: wenn man so eine Aversion hat, so eine innere, oder denkt, gehe ich jetzt zum

Kristina Henn: Atemworkshop, ich persönlich. Ich glaube, es ist immer gut, wenn man etwas Neues

Kristina Henn: macht, weil man danach sagen kann, passt oder passt nicht.

Kristina Henn: Und allein schon immer dieses gewohnte Terrain zu verlassen und dann erstmal

Kristina Henn: so, okay, wo bin ich jetzt hier gelandet? Oh mein Gott.

Kristina Henn: Aber dann trotzdem sich einzulassen, das ist ja schon der Weg.

Simi Will: Man lässt sich ja dann automatisch schon ein, weil du kannst ja gar nicht anders.

Simi Will: Du musst dir angucken, was ist hier los? Und dann musst du dir das halt reinziehen.

Simi Will: Organisch, also es passiert automatisch.

Kristina Henn: Ja, und ich glaube, man kann halt generell immer in die Trennung gehen.

Kristina Henn: Also man kann immer denken, guck mal, was hat die da denn, was ich jetzt nicht

Kristina Henn: habe. so oder man kann in die Verbindung gehen.

Kristina Henn: Und dadurch sind so Workshops auch schön, weil man merkt, hey,

Kristina Henn: wir sind uns alle oft viel ähnlicher, als wir glauben.

Kristina Henn: Deshalb ist auch so, diese Verbindungen spielen ja oft in meinen Geschichten

Kristina Henn: auch eine große Rolle, ob das dann ein Mädchen und eine Zwillingsgeschichte

Kristina Henn: ist oder ein Mädchen und ein Pferd oder ein Mädchen und ein Wolf.

Simi Will: Ach, Hanni und Nanni hast du auch geschrieben?

Kristina Henn: Kommt noch. Nee, aber ich habe ein Zwillingsbuch auch geschrieben gehabt,

Kristina Henn: so, das heißt Ende Juli, Anfang August, das ist vor vier Jahren rausgekommen.

Kristina Henn: da geht es eben um ein Mädchen, die ihre Zwillingsschwester sucht,

Kristina Henn: die im Meer verschwunden ist und die aber immer noch den Kontakt mit ihr hält.

Kristina Henn: Also es geht so auch um das Thema Tod.

Kristina Henn: Aber auch um eine ganz starke Verbindung eben auch. Und deshalb glaube ich halt,

Kristina Henn: dass diese Verbindung und wenn wir alle mehr in die Verbindung gehen würden,

Kristina Henn: gerade die Frauen, weil oft habe ich gerne

Kristina Henn: so starke Mädchenfiguren auch, um die Mädchen halt zu stärken und auch nochmal

Kristina Henn: zu sagen, geht euren ganz eigenen Weg fern von diesen ganzen Äußerlichkeiten

Kristina Henn: da draußen und hört ein bisschen mal auf eure Stimme und zieht euch so zurück.

Kristina Henn: Dass ihr sie überhaupt mal wieder hört.

Kristina Henn: Genau, das ist so ein bisschen die Mission eigentlich auch. Und diese Verbindung,

Kristina Henn: egal ob wir jetzt hier sitzen oder ob du da in einem Atemkurs sitzt, ist egal.

Kristina Henn: Da finde ich Glück statt. In der Trennung, wenn man sagt, guck mal die und so,

Kristina Henn: da findet das nicht statt. Da findet Trennung statt. Die ganze Welt ist ja mittlerweile

Kristina Henn: so, dass sie sich so trennt.

Kristina Henn: Und dann denke ich mir so, ja ey, eigentlich sehen wir uns alle viel ähnlicher, als wir glauben.

Kristina Henn: Individualität hin oder her. Ja, ja.

Simi Will: Und das über das Pferd zu erzählen übrigens, mir hat meine Osteopathin mal gesagt,

Simi Will: Simi, du musst zu den Pferdschar gehen.

Simi Will: Und da habe ich gesagt, was meint die? Ich habe gesagt, ne Pferde,

Simi Will: ja, die sind schön, aber ich war auch nie reiten als Teenie,

Simi Will: meine Schwester, ja. Es gab zu meiner Zeit mit 13 bis 16,

Simi Will: war man Pferdemädchen oder eben was anderes.

Simi Will: Und war nie Pferdemädchen, ich war glaube ich Hunde- und Katzenmädchen, so bin ich nach wie vor.

Simi Will: Aber ich finde Pferde heute, also Pferde haben für mich was Mystisches.

Simi Will: Wenn ich irgendwie zu meinen Eltern fahre, komme ich immer an so einer Weide

Simi Will: vorbei, stehen immer drei wunderschöne Pferdchen.

Simi Will: Und da gehe ich auch immer, also da fühle ich mich hingezogen.

Simi Will: Beauty und so habe ich natürlich auch gesehen. Aber wie bist du zu den

Simi Will: Pferden gekommen? Du warst immer ein Pferdemädchen wahrscheinlich

Kristina Henn: ich war schon ein Pferdemädchen mit meiner Zwillingsschwester. Beide?

Kristina Henn: Genau, also wir waren beide so Pferdemädchen. Und Pferde sind ja ganz sensibel.

Kristina Henn: Also es gibt ja ganz viele Kurse auch, weil die Pferde dich so spiegeln.

Kristina Henn: In deiner Wut, in deiner Angst.

Kristina Henn: Alles, was man dann auf dem Laufband wegrennen kann, kommt da wieder hoch.

Kristina Henn: Und wir kommen ja eben aus Bekont und da gab es in Hetzerath,

Kristina Henn: da gab es den Marienhof und da waren wir dann immer reiten und haben auch die

Kristina Henn: Ausritte geführt und so. Also wir waren voll im Pferdefieber und ich weiß,

Kristina Henn: wie ich mit meiner Schwester immer im Etagenbett gelegen habe, ich oben, sie unten.

Kristina Henn: Und wir hatten immer so eine Zeitschrift, die musste die Mama uns dann kaufen,

Kristina Henn: wo man so Pferde kaufen kann. Da sind immer so Bilder von so Pferden und dann

Kristina Henn: haben wir uns immer alles angekreuzt, haben natürlich nie eins bekommen.

Kristina Henn: Aber das war wirklich ein Traum.

Kristina Henn: Und dann hat meine Zwillingsschwester auch immer noch ein Pflegepferd tatsächlich

Kristina Henn: so und ich jetzt bin jetzt schon ganz lang nicht mehr geritten,

Kristina Henn: aber erster Linie hat mich diese Verbindung interessiert,

Kristina Henn: wie man auch so jetzt, die ist ja eine Pferdeflüsterin auch und ich glaube, deine Schwester?

Kristina Henn: Nee, die Mika in Ostwind. Meine Zwinkelslechter nicht.

Simi Will: Die Hauptfigur Mika.

Kristina Henn: Die Schauspielerin, genau. Die Mika in Ostwind. Und in erster Linie,

Kristina Henn: glaube ich, geht es auch um so eine hohe Sensibilität, die diese Figur auch hat.

Kristina Henn: Und damit würde ich mich zum Beispiel auch identifizieren. Und die spricht halt

Kristina Henn: die Sprache der Pferde in dem Fall.

Kristina Henn: Aber ich spreche halt die Sprache der Geschichten, sage ich jetzt mal so.

Kristina Henn: Also ja, aber es ist immer noch ein Phänomen.

Simi Will: Ja, Phänomen. Wie ist der Erfolg?

Simi Will: Kam der über Nacht? Oder wie kann ich mir das vorstellen? Weil du sagst,

Simi Will: du schreibst, da sitzt du ja echt leise in deinem Kämmerlein, sag ich mal.

Simi Will: Das ist ja fernab von dem großen Geschehen und dann bringst du das Buch weg

Simi Will: zum Verlag oder wie auch immer.

Simi Will: die sagen, ja gut, wir machen jetzt ein Buch draus und das liegt dann irgendwann

Simi Will: bei Thalia oder bei Dussmann oder so und hat einen schönen Deckel,

Simi Will: was ja der Verlag immer entscheidet, dann nehmen wir das Pferdebild von der und der.

Simi Will: Und irgendwann muss es ja durch die Decke gegangen sein.

Kristina Henn: Ja, das war eigentlich so. Der aller Anfang von Ostwind war eigentlich,

Kristina Henn: dass die Produktionsfirma damals, die Lea und mich, also meine Co-Autorin,

Kristina Henn: wir haben das zusammen entwickelt, gefragt hat, schreibt doch mal einen Pferdefilm.

Kristina Henn: Das war die einzige Vorgabe.

Kristina Henn: Und die Lea und ich sind immer spazieren gegangen, eben mit ihrem Hund.

Kristina Henn: Und dann sind wir da durch den Wald und ich so, oh ja, ein Pferdefilm, echt?

Kristina Henn: Und dann war dieser Wind auch an dem Tag, der war wirklich sehr kalt und stark.

Kristina Henn: Und ich so, oh, dieser Ostwind, das war wirklich bitterkalt.

Kristina Henn: Und so kam dann plötzlich dieser Name auf und dann kam so eins zum anderen.

Kristina Henn: Und dann haben wir mit der Produktionsfirma, also es war erst ein Drehbuch tatsächlich, ja.

Kristina Henn: Und dann haben wir denen die Geschichte beim Mittagessen erzählt,

Kristina Henn: die wir uns da ausgedacht hatten, die zu 99 Prozent eigentlich genauso geblieben

Kristina Henn: ist, wie sie jetzt schon war.

Kristina Henn: Und dann haben wir angefangen zu schreiben. Und dann kam eben erste Fassung.

Kristina Henn: Man schreibt dann eben erstmal eine erste Fassung, eine zweite Fassung, eine dritte Fassung.

Kristina Henn: Und dann hat es eher ein bisschen in der Schublade gelegen, das Projekt.

Kristina Henn: Das kann bei Triebischern öfters vorkommen, dass die Projekte dann erstmal liegen,

Kristina Henn: weil die Finanzierung nicht so einfach ist. Weil jetzt ja oft,

Kristina Henn: jetzt der Film kostet acht Millionen und so. Es sind halt richtig viele Gelder,

Kristina Henn: die da zusammenkommen müssen.

Simi Will: Das dauert dann wahrscheinlich ein Jahr oder zwei.

Kristina Henn: Oder noch länger. Oder sie landen in der Schublade und werden nie gemacht.

Kristina Henn: Kann auch passieren. Und dann gab es plötzlich so eine Dynamik,

Kristina Henn: wo dann plötzlich kam Katja von Garnier aus USA zurück, die war die Regisseurin

Kristina Henn: plötzlich da drauf und die ist auch eine gute Freundin von der Eva Karlström

Kristina Henn: gewesen, also von der Produzentin.

Kristina Henn: Dann gab es ein Battle zwischen Konstantin Film und der Firma

Kristina Henn: von Til Schweiger, die wollten plötzlich beide dieses Buch machen und dann ging

Kristina Henn: das richtig so eine Lawine los.

Kristina Henn: Und dann hast du auch keinen Einfluss mehr. Das ist so dieses unsichtbare Tritte,

Kristina Henn: diese Dynamik. Da kannst du nur deinen Job machen.

Kristina Henn: Und haben die uns gefragt, ob wir den Roman auch noch dazu schreiben wollen.

Kristina Henn: Und dann hat die Lea und ich gesagt, ach Quatsch, kauft doch keiner.

Kristina Henn: dann hat sich der 500.000 Mal verkauft. Also das war Wahnsinn.

Kristina Henn: Wir haben das Drehbuch geschrieben und wir hatten so ein Erstanbietungsrecht.

Kristina Henn: Das heißt, die müssen uns dann zuerst fragen, ob wir auch noch das Buch zum Film schreiben wollen.

Kristina Henn: Und dann haben wir gesagt, ach nee, diese Arbeit. Und dann hat es jemand anderes

Kristina Henn: eben gemacht. Und dann hat sich das Buch auch noch so gut verkauft.

Kristina Henn: Und der Film war auch, der ist auch stark gelaufen und hatte über eine Million Zuschauer.

Kristina Henn: Und dann haben die Lea und ich gesagt, jetzt schreiben wir den zweiten Teil

Kristina Henn: vom Roman, weil der Verlag uns gefragt hatte, Random House, ob wir den jetzt

Kristina Henn: schreiben wollen, weil das so gut gelaufen ist.

Kristina Henn: Was mich immer noch freut, auch für die Buchbranche, weil das ja auch wichtig

Kristina Henn: ist, dass die immer wieder mal so Hits landen.

Kristina Henn: Und haben wir erst den Roman geschrieben und dann hat die Produktionsfirma

Kristina Henn: wieder gesagt, ey, wollt ihr nicht auch noch das Drehbuch dazu schreiben? Und dann ging das so los.

Simi Will: Also wieder den

Kristina Henn: Anderen Weg rum. Genau, andersrum. Genau, und dann ging das so weiter.

Kristina Henn: Und dann wieder erst den Roman und dann Drehbuch und dann, also so,

Kristina Henn: das war wirklich und mittlerweile, das gibt ja alles mögliche davon,

Kristina Henn: ja, das ist echt eine Riesenmarke geworden.

Simi Will: Ja, Ostwind, also was ich Sonntag auch schon meinte,

Simi Will: ich kenne Ostwind, ja, habe ich sofort einen Pferdekopf

Simi Will: und ein Mädchen mit Zöpfen oder wehenden Haaren auf dem Deckblatt und ich weiß,

Simi Will: dass ich das gesehen habe, also dass ich das kenne.

Simi Will: Ich habe keine Kinder jetzt, die sind alle aus dem Gröbsten raus in meinem Umfeld.

Simi Will: Und ich kenne es trotzdem. Ich kenne es trotzdem. Ich habe es mir auch im Kino

Simi Will: nicht angesehen, weil ich dachte, Familienfilm ist nicht so mein Ding.

Simi Will: Aber ich habe jetzt auch von vielen gehört, dass diese Filme halt auch für Familien ganz toll sind.

Simi Will: Also ich so ein bisschen bei Immenhof und Black Beauty hängen geblieben.

Simi Will: Aber ich werde mir Ostwind liefern.

Simi Will: Vor kurzem auch im Fernsehen. Es lief einen Tag vor der Literaturmesse in Saarburg.

Simi Will: Also wir haben jetzt August inzwischen.

Simi Will: Anfang August haben wir jetzt, wo wir das aufnehmen. Und das lief halt,

Simi Will: wie gesagt, vor einer Woche im Fernsehen.

Kristina Henn: Ja, an der Mediathek, glaube ich, kann man nicht immer. Eine Nachbarin hat mir

Kristina Henn: auch zu mir gesagt, der Ostwind läuft gerade und so. Der ist ja echt schön.

Kristina Henn: Und dann denke ich mir so, ja, der hat doch so was Zeitloses,

Kristina Henn: weil der erste Teil ist auch von 2013. Aber es ist wirklich für alle.

Kristina Henn: Und ich weiß auch noch mit der Lea damals, uns war immer wichtig,

Kristina Henn: dass es immer so ein archaisches Anliegen gibt dahinter.

Kristina Henn: Und das war eigentlich, dass halt die Eltern ihre Kinder wachsen lassen und

Kristina Henn: sie nicht großziehen in eine Richtung, sondern wirklich erkennen,

Kristina Henn: was für eine Gabe und Qualität in den Kindern steckt, ohne sich selber darin zu sehen.

Kristina Henn: Das ist ja die ganz große Kunst auch als Eltern. Und das ist auch so ein bisschen

Kristina Henn: die Geschichte von Mika und ihren Eltern.

Kristina Henn: Und das steckt da, glaube ich, so drunter. Und deshalb können sich dann doch

Kristina Henn: in der Tiefe viel mehr Leute mit dieser Figur identifizieren.

Kristina Henn: Und bei Groupies bleiben nicht zum Frühstück, das war eigentlich der erste.

Simi Will: Groupies bleiben nicht zum Frühstück.

Kristina Henn: Genau, das war mein erstes Drehbuch. Das habe ich auch mit der Lea zusammen geschrieben.

Simi Will: Nach dem Studium dein erstes.

Kristina Henn: Drehbuch, was verfilmt wurde. Und das ist auch so ein zeitloses Ding eigentlich,

Kristina Henn: wo sich ein Mädchen in so einen Superstar verliebt. Eben Anna Fischer verliebt sich in Kostja Ullmann.

Kristina Henn: Und sie weiß aber nicht, dass es ein Superstar ist. Und das ist auch.

Simi Will: Ach, das habe ich gesehen.

Kristina Henn: Ja, das kennst du. Das habe ich gesehen.

Simi Will: Ja, das habe ich gesehen tatsächlich.

Kristina Henn: Tatsächlich. Das ist auch schon 2011 oder so, glaube ich.

Simi Will: Ja, aber ich weiß es genau.

Kristina Henn: Aber der ist auch zeitlos. Also den kann man immer noch...

Simi Will: Und wo er dann mit einsteigt, weil er sich auch verliebt in sie und nicht rauskommen

Simi Will: darf, wie berühmt er ist. Das habe ich gesehen,

Kristina Henn: Natürlich. Ja, cool von dir, ja. Genau.

Simi Will: Die Romantikerin.

Kristina Henn: Ja, ja.

Simi Will: Aber hallo. Ja, aber ich habe es geguckt.

Kristina Henn: Ich weiß es. Wow.

Simi Will: Ja.

Kristina Henn: Ja, genau. Und das sind aber auch so Mädchenträume. Ja, also dieses sich in

Kristina Henn: den Star verlieben und dann auch dieses unreitbare Pferd und das aber so anders zu erzählen.

Kristina Henn: Ja, jetzt gar nicht unbedingt cooler, aber so auch moderner.

Kristina Henn: Ja, und nicht eben in diese Immenhofrichtung rein zu krätschen,

Kristina Henn: sondern das wirklich wie so neu zu interpretieren.

Kristina Henn: Und dann auch wirklich starke Mädchenfiguren zu erzählen, die halt auch

Kristina Henn: große Klappe haben, sich nichts sagen lassen, ihren Weg gehen, sich durchkämpfen.

Simi Will: Vielleicht auch ein bisschen an der Seite stehen und nicht alles mitmachen.

Kristina Henn: Ja, genau, absolut.

Simi Will: Und dieses, also früher, ich weiß, dass viele zu den Pferdemädchen,

Simi Will: als ich Teenager war, wurden immer gesagt, ja, das sind so Träumerinnen.

Simi Will: Das sind ja Träumerinnen. Anstatt zu sagen, ja, die Mädchen haben Träume. Lass die mal träumen.

Simi Will: Lass die mal die Träume weiterführen. Weil bin noch so sozialisiert oder ich glaube, dass

Simi Will: ist heute durch die Digitalisierung auch genauso schwierig.

Simi Will: Man träumt ja analog. Und Träume, die ich habe, das ist ein Teil analoges Leben

Simi Will: und nicht digital. Jetzt haben wir das Digitale aber auch. Und das ist sehr

Simi Will: mächtig, wenn du heute 13 bis 19 bist.

Simi Will: Und ich finde wichtig und ich glaube, dass die Kids auch wieder bereit sind,

Simi Will: die analogen Geschichten wieder zu sehen.

Simi Will: Wenn sie denn gut erzählt sind. Aber sie müssen richtig, richtig gut erzählt

Simi Will: sein, weil die Konkurrenz so groß ist.

Simi Will: Und was hat mir letztens jemand erzählt? Die Jugend liest ja gerne wieder.

Simi Will: Das ist ja neu. Das ist ja jetzt nicht, also das habe ich mir nicht ausgedacht.

Simi Will: Ich weiß, dass die Buchmessen riesig groß voll sind mit eben Coming-of-Age,

Simi Will: mit Jugendliteratur, mit diesen Fantasy-Geschichten, diese Einhorn-Nummer.

Simi Will: Das ist ein Riesenmarkt.

Kristina Henn: Ein Riesenmarkt. Also ich war auch in Leipzig und Frankfurt und ich habe echt gedacht, ich falle um.

Kristina Henn: Und auch so, die stehen fünf Stunden Schlange für eine Unterschrift und auch

Kristina Henn: ganz viel in diesem Romance-Bereich. Und ich finde, man muss halt auch die Jugend

Kristina Henn: da abholen, wo sie jetzt steht.

Kristina Henn: Also nicht mehr aus der Idee von vor 20 Jahren, sondern wirklich auch zu sagen, man geht mit denen mit.

Kristina Henn: Und das finde ich so die Kunst, dass man das schafft, sie da abzuholen, wo sie jetzt stehen.

Kristina Henn: Auch mit diesen ganzen digitalen Informationen, weil die sind anders drauf und

Kristina Henn: nicht besser oder schlechter.

Kristina Henn: Aber sie dann da abzuholen mit der richtigen Geschichte ist so, finde ich, so die Kunst.

Kristina Henn: Oder jetzt bei Poppy, das wird ab acht Jahre und dann habe ich auch zum Verlag gesagt,

Kristina Henn: es wird ganz viel illustriert, weil die Aufmerksamkeitsspanne ist einfach geringer

Kristina Henn: und das dann auch einfach ernst zu nehmen und zu sagen, man muss die jetzt nicht

Kristina Henn: immer wie diesen 160 Seiten ausliefern, sondern sagen so, nee,

Kristina Henn: wir machen jetzt mal die Hälfte der Illustrationen und auch so witzig,

Kristina Henn: dass die Illustrationen das nochmal unterstützen, was da erzählt wird oder halt

Kristina Henn: nochmal einen Witz reingeben oder so.

Kristina Henn: So finde ich es generell wichtig, auch diese Jugendlichen abzuholen und nicht

Kristina Henn: sozusagen, ja, ihr guckt ja nur aufs Handy.

Kristina Henn: Das ist viel zu einfach. Das Handy ist einfach präsent, das darf auch sein und

Kristina Henn: trotzdem aber die Aktualität eben in diese Geschichten von heute mit einzubeziehen.

Kristina Henn: Und ich glaube eben, eine gute Geschichte bleibt eine gute Geschichte.

Simi Will: Voilà.

Kristina Henn: Also das ist jetzt wie Momo, wie die ganzen Sachen, die jetzt wieder verfilmt

Kristina Henn: worden sind. Die sind halt so mächtig. Das ist so ein großer Geist dahinter, dieser Michael Ende.

Kristina Henn: Die haben halt Substanz. Und das spüren auch die Jugendlichen von heute und die vor 50 Jahren.

Kristina Henn: Also deshalb glaube ich auch an die Kraft der Bücher so immer noch.

Kristina Henn: Und ganz egal wie viel Handy. Ja klar, mit der Aufmerksamkeitsspanne und der

Kristina Henn: Konzentration. Das sind alles neue Herausforderungen, aber da kann man dann

Kristina Henn: eben auch als Autorin oder auch als Verlag das einfach mit einbeziehen, so ein bisschen.

Simi Will: Deine Schwester und du, Zwillinge, das finde ich auch immer phänomenal.

Simi Will: Ich springe jetzt einfach nochmal dahin.

Simi Will: Habt ihr euch von Anfang an gut verstanden? Ihr seid ja eineig.

Kristina Henn: Genau, sind eineig. Ihr seht auch gleich aus? Ja, wir haben immer so Phasen.

Kristina Henn: Zurzeit sehen wir uns sehr ähnlich. Dann haben wir wieder eine Phase,

Kristina Henn: wo wir uns nicht so ähnlich sehen.

Kristina Henn: Aber ich fand auch diesen Podcast hier dazwischen dann auch so witzig,

Kristina Henn: weil ich auch so ein bisschen dazwischen bin, weil meine Schwester ist,

Kristina Henn: also eine ist anderthalb Jahre älter und die andere ist eben acht Minuten jünger.

Kristina Henn: Und ich bin auch wirklich das Mittelkind.

Kristina Henn: das ist auch, wie soll ich das sagen? Also das ist eine super innige Verbindung.

Kristina Henn: So nah kommt dir keiner mehr danach, wenn man schon in einem Ei war.

Kristina Henn: Da denke ich mir immer so, wenn ich dann so Bilder sehe, wie man da so in einem

Kristina Henn: Ei rumhängt, mehr braucht man eigentlich dazu, nicht zu sagen.

Kristina Henn: Und es ist aber auch beides. Also es ist die ganz große Liebe und auch die ganz

Kristina Henn: große Konkurrenz. Weil man immer jemanden hat, der dich auch spiegelt,

Kristina Henn: wie du auch mit deiner Schwester gesagt hast. Also das gehört dazu.

Kristina Henn: Und gleichzeitig habe ich aber das Gefühl, wächst man so, ja,

Kristina Henn: auch in so einer Fantasieblase auf.

Kristina Henn: Weil meine Mutter hat uns gesagt, bis sieben oder acht Jahre hatten wir so eine

Kristina Henn: komplett eigene Sprache.

Kristina Henn: Dann hat der eine und da ist der andere losgerannt und dem,

Kristina Henn: andere hinterher und ich glaube ganz viel von der Fantasie die ich auch habe,

Kristina Henn: heute beim Arbeiten oder beim Schreiben, kommt daher

Kristina Henn: weil ich ganz lange in dieser Zwillingsblase auch gelebt habe und ich meine,

Kristina Henn: da gibt es auch verrückte Geschichten ich träume was, sie träumt ich habe jemanden

Kristina Henn: Neues kennengelernt sie ruft mich an und sagt hast du jemanden kennengelernt?

Kristina Henn: Ich so, oh, also wieso weißt du das denn jetzt schon? ja, ich habe heute Nacht von dir geträumt,

Kristina Henn: Also es ist eine verrückte Verbindung. Ja, wirklich. Und man braucht fast keine

Kristina Henn: Worte. Und trotzdem jeder wollte ganz was Eigenes entwickeln.

Kristina Henn: Und sie ist dann auch in ein anderes Gymnasium gegangen. Ich war im Wirtschaftsgymnasium.

Kristina Henn: Und jetzt lebt sie in Berlin und ich lebe in München.

Simi Will: Was ja auch schon sehr gegensätzlich ist.

Kristina Henn: Was sehr gegensätzlich ist. Ja, man muss auch eben, das ist wie die Revolution

Kristina Henn: mit der Mutter. Man muss ja irgendwie sich auch das Ich so kultivieren.

Kristina Henn: Wer ist denn ich? Weil ich war ja immer nur wir bei uns auf dem Dorf und bekommt.

Kristina Henn: Da war immer nur die erste Frage, und wo ist deine Schwester?

Kristina Henn: Und ich dachte so, frag doch mal, wie es mir geht. Also man ist halt so ein

Kristina Henn: Geklo, man ist halt so ein Ei, so ein Doppel-Ei. Und deshalb wollte ich,

Kristina Henn: glaube ich, auch nach Australien.

Kristina Henn: Weil ich dachte, ich muss so herausfinden, wer ich bin, ohne meine Schwester.

Kristina Henn: Und dann war ich auch erst mal ganz viel verloren, auch in München,

Kristina Henn: weil da ist man erst mal nichts Besonderes mehr. Da ist man eine von ganz vielen

Kristina Henn: Filmhochschülerinnen gewesen.

Kristina Henn: Und dann war es nicht so, hey krass, die Zwillinge, sondern da war erst mal

Kristina Henn: so, wie heißt du nochmal? Er Christida.

Kristina Henn: Aber genau, jeder hat dann auch einen ganz eigenen Weg eingeschlagen von uns.

Kristina Henn: So. genau, ich war mal auf einem Zwillingstreffen, weil ich habe ja Dokumentarfilm

Kristina Henn: studiert und dann dachte ich, ich mache mal was über Zwillinge.

Simi Will: Oh, gab es den im Fernsehen?

Kristina Henn: Nee, den habe ich nie gemacht. Ich war dann nur auf Recherche und habe meine

Kristina Henn: Schwester mitgenommen und dann war man auf diesem Zwillingstreffen,

Kristina Henn: ich sag's dir, unheimlich, weil die sehen dann, also waren 50,

Kristina Henn: 60 Zwillingspaare, alle ein-einig.

Kristina Henn: Wir waren die einzigen, die nicht gleich angezogen waren.

Kristina Henn: Von 5 Jahre bis 80 Jahre eine Geschichte, wo ein Zwillingspaar ein anderes Zwillingspaar

Kristina Henn: geheiratet hat, die jetzt in der Doppelhaushälfte wohnen.

Kristina Henn: Und ich habe nur gedacht, Simone, komm, wir gehen schnell wieder. War mir zu unheilig.

Kristina Henn: Spooky. Also ich meine, aber manche Zwillinge entscheiden sich halt für das

Kristina Henn: Leben miteinander und andere, die trennen sich dann und behaupten auch ihr eigenes

Kristina Henn: Leben vor dem anderen bis heute. Und trotzdem steht die Verbindung.

Simi Will: Ja, also ich finde, das ist ja auch, also wenn ich mir vorstelle,

Simi Will: so mit 13, 14, 15, meine Schwester und ich hätten auch noch gleich ausgesehen,

Simi Will: wir hätten uns umgebracht.

Simi Will: Weißt du, wie ich meine? So, weil, also schwierig.

Kristina Henn: Ja, wir hatten echt eine tolle, also wir haben wenig gestritten tatsächlich.

Kristina Henn: hatten jetzt nicht diese Wutanfälle oder so.

Kristina Henn: Wir haben aber auch Leistungssport zusammen gemacht, hier eben beim Postsportverein Trier.

Simi Will: Um das nochmal zu nennen.

Kristina Henn: Ja, weil das war auch, da haben wir glaube ich diese Konkurrenz ausgelebt.

Kristina Henn: Ja, weil das war immer so, also Hauptsache ich war vor meiner Schwester.

Kristina Henn: Ob ich jetzt Platz neun war oder Platz zwei, war egal. Hauptsache sie war hinter mir.

Kristina Henn: Und genau, und sie hat sich dann irgendwann Kreuzband gerissen und ist dann

Kristina Henn: nicht mehr gelaufen, hat die Theaterwelt entdeckt und ich bin dann eher auf

Kristina Henn: der Tartanbahn geblieben und dann gingen die Wege so ein bisschen auseinander.

Kristina Henn: Aber wir waren eher ruhig miteinander, wir hatten jetzt nicht immer diese krassen

Kristina Henn: Auseinandersetzungen oder so.

Simi Will: Okay, sie hat dann Theater gemacht, was macht sie heute?

Kristina Henn: Genau, sie war auch am Schauspielhaus Hannover ganz lange. Also sie ist Schauspielerin geworden.

Kristina Henn: Und jetzt auch im Ex-Haus hat sie damals auch gespielt. Da war eben der Barbara

Kristina Henn: Junker zusammen. Barbara Junker? Genau.

Simi Will: Die hatte ja das Ex-Haus, die Theatergruppe im Ex-Haus.

Kristina Henn: Genau, das waren echt wilde Zeiten so. Und dann hier so die zwei Mädchen ausbekommen.

Simi Will: Kennst du Nora König aus Luxemburg?

Kristina Henn: Sagt mir was, aber ich...

Simi Will: Nora König ist jetzt auch Regisseurin geworden. Und die hat das Punk-Theater

Simi Will: im Ex-Haus gemacht. Da gab es dann auch noch mal eine Punk-Theatergruppe.

Kristina Henn: Ja, das war eh so eine Punk-Zeit.

Simi Will: Ex-Haus, Ex-Haus. Toi, toi, toi an der Stelle, dass genug Leute zusammenkommen,

Simi Will: die sich jetzt, hast du schon eine?

Simi Will: Man kann sich doch Aktien kaufen im Ex-Haus.

Kristina Henn: Ah, wusste ich gar nicht. Du kannst dir Aktien kaufen.

Simi Will: Und damit, also es gibt so ein richtig großes Ding, du zahlst,

Simi Will: glaube ich, erstmal 100 Euro.

Simi Will: würde ich auch noch machen, aber ja, ich muss gucken, wann es passt.

Simi Will: Und dann zahlst du später nochmal 500 Euro und dann hast du Anteile am Ex-Haus.

Kristina Henn: Für jedermann?

Simi Will: Für jedermann, da kann jeder das Ex-Haus quasi zum Leben neu erwecken.

Kristina Henn: Okay, toll.

Simi Will: Also dann bist du ja vielleicht auch jemand.

Kristina Henn: Ja, auf jeden Fall. Der dabei ist. Also das war wirklich wichtig auch für mich und für uns.

Simi Will: Ja, Ex-Haus war so toll und wäre jetzt auch wieder so wichtig.

Kristina Henn: Ja, genau.

Simi Will: Es hätte denselben Stellenwert wie damals, nur mit dem Wissen von heute,

Simi Will: was Kultur betrifft, was Jugendarbeit angeht, was Kiezarbeit bedeutet.

Simi Will: Das wäre heute so wichtig und es wäre so schön. Und die Theater, die Konzerte auch.

Kristina Henn: Ja, und da war immer so ein Freigeist. Und dieser Freigeist,

Kristina Henn: der ist so wichtig, um sich zu entfalten, zu entwickeln, egal wie man sich fühlt.

Kristina Henn: Deshalb, dass es so einen Ort gibt, der das kultiviert, das war wirklich für

Kristina Henn: uns ganz wichtig. Oder auch für mich damals, dass ich so gemerkt habe,

Kristina Henn: ah ja, es gibt noch was ganz anderes da, als ein Bekontverstecken zu spielen mit 15.

Simi Will: Oder nur die Pferde zu striegeln.

Kristina Henn: Ähnlichst wie die Pferde. Aber genau, das war wichtig. Und dann unsere

Kristina Henn: Wege aber auch so ein bisschen auseinandergegangen. Und meine Schwester,

Kristina Henn: die spielt immer noch Theater und die macht Jacken aus alten Saris neu.

Kristina Henn: Genau, also das heißt Einzelstück Berlin und die macht so aus alten Saris,

Kristina Henn: näht die Jacken und Hosen und geht dann auch noch auf Märkte.

Simi Will: Einzel Stück Berlin. Das ist die Schwester von Ostwind. Kannst du mal sehen.

Simi Will: Eine kleine Welt.

Kristina Henn: Meine andere Schwester arbeitet im Betrieb von meinen Eltern immer noch.

Simi Will: Der was ist?

Kristina Henn: Die sind in Luxemburg, haben die da einen Betrieb, eigentlich so Import-Export.

Kristina Henn: Also die kaufen so Überproduktionen ein, verkaufen die dann wieder.

Kristina Henn: Also die ist sozusagen hier in der Nähe geblieben. Aber kommen aus einem ganz

Kristina Henn: starken Familienverband, der auch wichtig ist, wenn man in die Welt hinauszieht,

Kristina Henn: hast du eben auch gesagt, wenn man dann immer um die Wurzel weiß, die starke.

Kristina Henn: Also meine Eltern haben da echt sich, ja.

Kristina Henn: Nicht nur Mühe gegeben, sondern haben uns wirklich fliegen lassen.

Kristina Henn: Und trotzdem hat man dieses Netz und diesen Rückhalt von dieser Familie,

Kristina Henn: die da immer ist. Das ist toll.

Kristina Henn: Und sonst könnte ich auch nicht so fliegen, wie ich fliegen würde.

Kristina Henn: Also das ist ganz wichtig, dass ich da weiß, da ist so mein Elternhaus immer noch hier im Bekont.

Simi Will: Ja. Das heißt, wenn du hier bist, bist du in Bekont.

Kristina Henn: Ja, genau. Daheim in Bekont. Da bin ich zu Hause in Bekont, ja.

Kristina Henn: Und jetzt mit meiner Tochter, die ist ja fünf.

Kristina Henn: Und auch mit den Großeltern und so, das ist natürlich toll. Und dann im Haus

Kristina Henn: wohnen, ja, da in München sind wir in der Wohnung. Also das ist nochmal was ganz anderes.

Simi Will: Und München, du froh in München zu sein oder hast da irgendwie gedacht,

Simi Will: ach nee, eigentlich bin ich da nur weil, oder ist München so richtig Wahlheimat?

Kristina Henn: Ja, gute Frage. Ich würde sagen, es ist Wahlheimat, aber ich stelle es immer

Kristina Henn: wieder auch in Frage. Also ich fühle mich da immer noch exotisch, so nach 30 Jahren.

Kristina Henn: Ich liebe die Isar, die Berge. Wir wohnen in einem ganz ruhigen,

Kristina Henn: schönen, normalen Viertel.

Kristina Henn: Und dann wohnt man halt auch in so einem Mikrokosmos, wenn man dann so eine

Kristina Henn: Kleinfamilie ist plötzlich. Ja, so.

Kristina Henn: Aber ich habe genau, alles ist wirklich kunterbunt. jetzt meine Tochter,

Kristina Henn: die geht auch zu einem internationalen Kindergarten, weil der ist direkt um die Ecke.

Kristina Henn: Und dann sitzt da die kleine Welt zusammen. Ja, ein Mädchen aus Argentinien,

Kristina Henn: eins aus Griechenland, dann zwei Zwillinge aus Indien.

Kristina Henn: Und dann geht mir das Herz auf, weil ich mir denke, ja, das ist die Zukunft.

Kristina Henn: Die sitzen alle da zusammen, reden Englisch so und der Kindergarten ist wirklich

Kristina Henn: bei uns um die Ecke. Aber das sind so Sachen, die weiß ich ja zu schätzen in München.

Kristina Henn: Und ansonsten, wir überlegen schon immer nochmal nach Portugal zu gehen.

Kristina Henn: Apropos zu viel Veränderungen, weil du das eben meintest, das packe ich nicht.

Kristina Henn: Ich bin auch jemand, ich bin schon auch ein bisschen ängstlich manchmal und

Kristina Henn: dann noch eine Veränderung und alles stehen und liegen lassen.

Kristina Henn: Wie als du gesagt hast, du kommst von Berlin nach Trier, das sind ja so Riesenschritte.

Simi Will: Ja gut, aber das habe ich nach 30 Jahren einmal gemacht. Weißt du so, einmal.

Simi Will: Also spontan und frei wie der Wind war ich nie.

Simi Will: Ich bin eher eine Festhalterin und ich brauche immer meinen Raster,

Simi Will: weil ich selbst so durchgeknallt bin.

Simi Will: Also so wuschig, spring hier, spring da, alles mitnehmen, dann brauche ich meinen Rahmen.

Kristina Henn: Ja, deine Struktur.

Simi Will: Struktur von außen brauche ich. Ganz, ganz wichtig. Damit ich so,

Simi Will: wie du sagst, deine Familie im Hintergrund, das Gefühl, ich habe den Überbau Familie immer da.

Simi Will: Und das hatte ich eigentlich auch, weil ich wusste immer, wenn ich jetzt mich

Simi Will: für die große Freiheit Nummer sieben entscheide, kann ich das nur machen,

Simi Will: weil ich weiß, ich werde niemals obdachlos sein.

Simi Will: Wir sind nicht reich, aber ich habe ein eigenes Haus irgendwann mal mit einem Grundstück.

Simi Will: Meine Eltern sind immer da für mich. Ich kann mich immer da so,

Simi Will: ohne dass wir uns oft gesehen hätten. Ganz im Gegenteil.

Simi Will: Meine Schwester lebt in Luxemburg, ich war in Berlin, meine Eltern in Riol.

Simi Will: Aber ich bin trotzdem jemand, der Struktur braucht. Und ich bin gar nicht so

Simi Will: die Freiheitskämpferin. Das war ich mal mit 16.

Simi Will: Und dann hat die Mama gesagt, ja gut, dann kannst du ausziehen.

Simi Will: Dann müssen wir das organisieren. Und da habe ich geheult.

Simi Will: Weil ich eigentlich doch dachte, das traue ich mir gar nicht zu.

Simi Will: Und wie gesagt, nur in Krisen habe ich mich wirklich bewegt.

Simi Will: Wenn das Leben gesagt hat, willst du so weitermachen, dann schlaf gut.

Simi Will: Oder erwartest du noch was? Und dann musste ich immer. Und das war auch nicht jedes Jahr woanders.

Kristina Henn: Ja, ich verstehe das total.

Simi Will: Einmal in Berlin, ein Jahr lang geheult. 1000 Mark Telefonrechnung.

Simi Will: Weil damals noch Ferngespräche so teuer waren. Und dann hat meine Freundin Silke

Simi Will: gesagt, Simi, halte ein halbes Jahr durch.

Simi Will: Dann kannst du ohne Gesichtsverlust zurückkommen.

Simi Will: Und aus dem halben Jahr sind dann natürlich 30 geworden.

Kristina Henn: Gute Freunde hast du. Die geben dir gute Tipps.

Simi Will: Okay.

Kristina Henn: Ja, und ich weiß auch noch, also ich bin auch jemand, ich brauche auch ganz

Kristina Henn: stark Struktur, weil ich auch eher ein bisschen ängstlicher bin, so von Natur aus.

Kristina Henn: Und ich baue mir die dann auch immer ganz schnell, egal wo ich bin.

Kristina Henn: So, dann habe ich immer meinen Rhythmus so. Und der ist wichtig für mich,

Kristina Henn: weil ich auch so viel Fantasie habe und das ist so und so viel Gefühl,

Kristina Henn: da hat das so überschwappt bei mir.

Kristina Henn: Und dann muss ich das wie so bündeln. Und deshalb muss man immer nur wissen, was für ein Typ man ist.

Kristina Henn: Und dann kann man dann eben sich das bauen.

Kristina Henn: Und trotzdem, in Australien hatte ich auch so schrecklich Heimweh.

Kristina Henn: Und dann habe ich immer so Aircalls auch gemacht, so weiß ich noch ganz genau, an Silvester.

Kristina Henn: Und dann die Mama so, wo bist du? Ich so, Mama, ich brauche dringend Geld, du musst mir Geld.

Kristina Henn: Und dann habe ich so auf so einer Schwulen- und Lesben-Disco habe ich dann nachts

Kristina Henn: über Silvester Müll eingesammelt, weil dann gerade einer am Backpacker vorbeigekommen

Kristina Henn: ist, braucht jemand noch einen Job.

Kristina Henn: Also ich habe auch immer so einen Flow gehabt im Leben. Ich hatte immer so einen

Kristina Henn: Stern und der war immer da.

Kristina Henn: Und das ist halt total toll, wenn du weißt, aber auch meine Familie eben,

Kristina Henn: wo man weiß, falls man fällt, gibt es dieses Netz und dann ist halt, wer hat das heute noch?

Kristina Henn: In Portugal gibt es auch diesen starken Familienzusammenhalt oder mein Freund hat das auch sehr,

Kristina Henn: das verbindet uns auch, so diese Kraft, die dann da rauskommt,

Kristina Henn: weil man landet nicht auf der Straße, sondern da gibt es dann doch noch ein

Kristina Henn: Netz, was einen fängt und dann kann man viel leichter fliegen.

Simi Will: Eben. genau. Ich konnte nämlich gut fliegen, weil ich dieses Netz hatte.

Simi Will: Und ich hatte immer die Angst oder das Ängstliche, was man mir natürlich niemals

Simi Will: angesehen hat, weil ich immer Riesenfresse, ich hatte immer schon Riesenfresse,

Simi Will: immer gekellnert, immer hinter der Bar Bescheid gegeben, was hier los ist, weißt du so.

Simi Will: Aber eigentlich war ich ein Würstchen. Ich war eigentlich immer ein Würstchen

Simi Will: und wollte immer, dass irgendwann Patrick Swayze kommt und mich rettet, was nie passiert ist.

Simi Will: Weil die Patrick Swayzes, die kamen, die wollte ich immer nie.

Simi Will: Aber ich bin auch eher ängstlich. Ich bin auch eher ängstlich und deswegen Struktur

Simi Will: und die Angst, aber auch als Weg.

Simi Will: Weil ich mittlerweile weiß, ich kann das beschleunigen, wenn ich das schnell

Simi Will: herbeiführen will, dass ich neue Schritte gehen muss.

Kristina Henn: Ja und das ist das Schöne auch, was du sagst, weil es gibt einen Weg durch die

Kristina Henn: Angst durch. Und wenn man mal durch, dann kriege ich auch Gänsehaut.

Kristina Henn: Weil ich das auch, wenn man dann mal durch ist und öfter schon,

Kristina Henn: dann weiß man, ah ja, das ist jetzt gerade wieder da und oh, ich habe so Schiss.

Kristina Henn: ich das? Und dann geht man durch und dann merkt man so,

Kristina Henn: ah, das Gefühl gibt es auch noch. Und darauf immer wieder zu vertrauen,

Kristina Henn: das macht diesen Weg überhaupt möglich.

Simi Will: Genau. Und auch immer, ich habe wirklich auch mal Angstattacken gehabt zwischendrin,

Simi Will: also so richtig pathologischen Kram.

Simi Will: Ich habe einen Herzinfarkt und so, Panikattacken.

Simi Will: Und da konnte ich immer über alles reden auch, was eigentlich ganz gut ist,

Simi Will: weil da hast du dann erfahren, ja, du auch, ja, aber dann sie ist positiv, sie ist positiv.

Simi Will: Und mit der Auseinandersetzung über das Thema Angst habe ich für mich ganz viel

Simi Will: gefunden, hätte ich mich mit

Simi Will: der Angst nicht beschäftigt, hätte ich das an Lebensqualität heute nicht.

Kristina Henn: Glaube ich dir sofort.

Simi Will: Also es ist immer noch Angst, wenn ich irgendwas auch nicht kenne,

Simi Will: dann gucke ich immer auch, wenn ich denke, oh nee, ich weiß nicht,

Simi Will: gehe ich trotzdem näher ran, weil ich weiß, dahinter verbirgt sich was für mich. Da ist ein Schlüssel.

Kristina Henn: Ja, genau. Und der Trigger hat ja oft mit dir zu tun. Wenn du keine Angst hättest,

Kristina Henn: hätte es nichts mit dir zu tun.

Kristina Henn: Und das weiß man mittlerweile, finde ich. Und dann weiß man,

Kristina Henn: ja, man geht da jetzt mal durch. Und man springt in dieses Wasser.

Kristina Henn: Und immer wieder, egal was das ist, also gerade auch Angst vor Neuem oder so,

Kristina Henn: die hat ja ganz verschiedene Ausmaße oft.

Simi Will: Ja, da guckt ihr einen, gesamtgesellschaftlich haben wir eben gesagt,

Simi Will: die Angst vor Veränderung oder Angst, Angst, Angst hält auch so alte,

Simi Will: nicht funktionierende Sachen beieinander, weil besser als was Neues bleiben

Simi Will: wir doch lieber beim Alten, auch wenn es ganz furchtbar ist.

Kristina Henn: Ja, und wie furchtbar muss es werden? Aber eben auch so, wenn jetzt zum Beispiel

Kristina Henn: neue Bücher rauskommen oder so, weil nächstes Jahr kommen drei neue Sachen raus,

Kristina Henn: Eben auch so Kinderbuch ab drei Jahre, Rucola heißt das.

Simi Will: Genau, jetzt nochmal zurück von dem ganzen Psychogramm. Aber mit dem Thema im

Simi Will: Off hast du noch drei neue Bücher, die jetzt kommen.

Kristina Henn: Genau, und geht es auch um so einen Hasen, Rucola, der so Rucola-Ohren hat.

Kristina Henn: Und der so Außenseiter in seiner Familie ist, weil er darf nicht die Höhle verlassen.

Kristina Henn: Und der Vater schämt sich so ein bisschen für ihn, weil die anderen Geschwister sind perfekt.

Kristina Henn: Und der rettet dann aber alle.

Kristina Henn: ich habe jetzt keine Angst davor, aber wenn etwas Neues rauskommt von mir,

Kristina Henn: dann ich trotzdem auch so Respekt, weil man sich verletzlich macht mit jeder Kritik.

Kristina Henn: Klar ist das nur ein Hase ab drei Jahre oder es ist nur ein Wolf und Ilvi,

Kristina Henn: aber trotzdem zeigt man immer etwas von sich und gibt so etwas Preis.

Kristina Henn: Und dieses Selbstvertrauen, wo ich denke, ach ja, ich bin immer noch sehr unsicher

Kristina Henn: in der Tiefe. Und ich denke mir aber auch, das werde ich immer sein.

Kristina Henn: Das ist halt mein Naturell. Und trotzdem kämpfe ich mich aber durch.

Kristina Henn: Und deshalb ist es das schöne Ziel zu sein, auch überhaupt wahrgenommen zu werden.

Kristina Henn: Weil ich ja ganz viel hinter dem Schreibtisch Zeit verbringe.

Kristina Henn: Und jetzt klar gibt es diese Ostwindmarke, aber ich bekomme gar nicht so viel davon mit.

Kristina Henn: Weil ich wirklich mehr so der, ich bin in meiner Bibliothek,

Kristina Henn: bin ich schön in meiner Struktur, bin ich schön hinter meinem Schreibtisch.

Kristina Henn: So und ich verlasse eigentlich so diese Welt nicht so oft.

Simi Will: Das ist echt total abgefahren. Ich habe mir wirklich so vorgestellt,

Simi Will: ja Klischees, ich denke ja in Schubladen. Wie wir alle. Ich lasse nur auf,

Simi Will: weil ich weiß, das stimmt in der Regel nicht.

Simi Will: Aber die Idee war ja, kommt einer aus München, so eine Schickitante,

Simi Will: die bestimmt so ganz viel Yoga macht und so.

Kristina Henn: Mache ich aber tatsächlich auch.

Simi Will: Ja, ich habe auch schon. Yoga ist wirklich auch super.

Kristina Henn: Mein Elixier auf jeden Fall.

Simi Will: Yoga oder Laufbahn. Ich mache Stuhl-Yoga mit Maddie Morrison,

Simi Will: um genau zu sein. Jeden Morgen, 13 Minuten.

Simi Will: Genau. Ja, und ich dachte halt so München und Reich und Dings und so.

Simi Will: Aber schön, dass dich das alles gar nicht zu beeindrucken scheint,

Simi Will: aber du freust dich drüber.

Simi Will: Total. Und das ist, das glaube ich dir sofort.

Simi Will: Hast du gut zusammengefasst. Das glaube ich dir sofort. Du freust dich drüber,

Simi Will: weil ich weiß, ich habe dich direkt angekommen. Aha, da kommt sie, die Münchnerin.

Simi Will: Also ich habe einfach dich begrüßt mit meinen Vorurteilen.

Simi Will: Weil ich inzwischen schon davon ausgegangen bin, dass das sowieso wieder nicht stimmt.

Simi Will: Oder schnell Nähe herstellen, dann können wir das schön machen heute Mittag

Simi Will: hier mit dem Gespräch auf der Literaturmesse.

Simi Will: Und du kommst rein in den Raum und ich so, ah, du bist die Reiche aus München

Simi Will: mit dem Ostwind-Dings. Und so, ne? Genau.

Simi Will: Und dann warst du direkt auch froh. Und da habe ich gesagt, ja,

Simi Will: wie geil, aber du bist doch reich, oder? Habe ich dich gefragt und hast du gesagt,

Simi Will: ja, schon geil. Aber das ist ein Phänomen.

Simi Will: Das ist ein Phänomen. Und dann hast du dich so richtig drüber gefreut.

Simi Will: Aber das Geld ist eigentlich scheißegal.

Simi Will: Also nicht scheißegal, du kannst natürlich damit Dinge machen,

Simi Will: die dir wichtig sind. Hatten wir ja auch eingangs schon.

Simi Will: Aber es war einfach so herrlich, weil du nicht davon versaut warst.

Kristina Henn: Und ich identifiziere mich eben nicht nur damit. Im Gegenteil.

Kristina Henn: Ich identifiziere mich mit ganz vielen anderen Sachen.

Kristina Henn: dass ich jetzt so ein bisschen machen kann, die ich gerne mache oder

Kristina Henn: so. Und ich wollte immer von dem leben können, was ich gerne mache.

Kristina Henn: Ich hatte auch mal einen Laden aufgemacht, ein Schuhgeschäft in München während

Kristina Henn: meiner Studienzeit, weil ich gedacht habe, ich brauche ein Standbein.

Kristina Henn: Und dann habe ich völlig vergessen gehabt, dass ich da jeden Tag drinstehen muss.

Kristina Henn: Und dann habe ich mein Buch immer da gelesen. Da kam schon wieder Kundschaft

Kristina Henn: rein. Und ich so, oh, schon wieder.

Kristina Henn: Und das war wichtig für mich, weil ich so gemerkt die Freiheit ist mir

Kristina Henn: wichtiger als die Sicherheit.

Kristina Henn: Also eine ganz klare Entscheidung habe ich dann nochmal getroffen.

Kristina Henn: Und ist bis heute so geblieben, dass ich immer noch denke,

Kristina Henn: hey, ich kann davon leben, was ich gerne mache.

Kristina Henn: Und das ist doch schon die Sensation. Das ist Glück. Das ist richtig Glück.

Kristina Henn: Und ich empfinde das auch, wenn ich dann auch jetzt in so einer Schreibflow-Phase bin.

Kristina Henn: Dann gehe ich so heim, habe den ganzen Tag mit niemandem geredet,

Kristina Henn: nur so mein ganzes Personal da aufgestellt in meinem Buch. Und dann bin ich

Kristina Henn: so wirklich, sitze ich im Bus,

Kristina Henn: Und dann bin ich echt glücklich. So, das ist toll.

Kristina Henn: Und das wünsche ich so jedem, dass man, egal wie spät oder wie alt oder wie

Kristina Henn: früh, weil manche wissen schon mit vier Jahren, sie wollen Kameramann oder Kamerafrau

Kristina Henn: werden, dass jeder das findet.

Kristina Henn: Egal wie spät, dass man wirklich was findet, was einen nicht immer,

Kristina Henn: aber auch glücklich macht.

Simi Will: Ja, Dauerzustand, Glück geht ja gar nicht.

Kristina Henn: Das geht nicht.

Simi Will: Das würden wir auch körperlich gar nicht aushalten.

Kristina Henn: Nein, eben. Also ich auch nicht. Und das ist eine kurze Welle.

Kristina Henn: Und dann ist es wieder super anstrengend. und ich habe Selbstzweifel und ich

Kristina Henn: rufe meinen Freund an und sage, Walter, I don't know, but today lalalala.

Kristina Henn: Also das kommt genauso vor wie das Glück.

Simi Will: Ja, eben. Eben.

Kristina Henn: Ich bin jemand, ich erfinde auch mich gern neu irgendwie so,

Kristina Henn: weil ich weiß, dass man halt nicht gleich bleibt eigentlich

Kristina Henn: ich weiß, damals habe ich dann Ostwind geschrieben gehabt und dann habe ich

Kristina Henn: Benjamin Blümchen als Film angeboten bekommen und dann habe ich gesagt,

Kristina Henn: ey Leute, erst ein Pferd, was nicht sprechen kann und jetzt ein Elefant,

Kristina Henn: der sprechen kann, habe ich dann auch abgesagt, weil man wird auch schnell in

Kristina Henn: so eine Nische gepresst.

Kristina Henn: Ja, dann ist man halt nur noch diese Kinderbuch- oder Jugendautorin oder die

Kristina Henn: Tierautorin. Und ich bin dann jemand, ich mache dann jetzt eben,

Kristina Henn: ich hatte einen Stoff, der heißt 70-something zum Beispiel. Das war auch ein

Kristina Henn: Kinofilm, der wurde bisher leider noch nicht verfilmt.

Simi Will: 70-something.

Kristina Henn: Genau, da geht es um so eine 70-jährige Frau aus Idar-Oberstein,

Kristina Henn: die die Schnauze voll hat von 50 Jahren Ehe und sich nochmal in den Zug setzt,

Kristina Henn: so zu so einer alten Liebe sich auf den Weg macht. Hannelore.

Kristina Henn: Richtig lustig, weil die trifft auf eine jüngere Frau, die ist 30 und es geht

Kristina Henn: eigentlich um das Thema, wie man auch Beziehungen lebt. Also heutzutage eben

Kristina Henn: jetzt mit 30 und dann mit 70 so.

Kristina Henn: die crashen so, die zwei. Und das ist wirklich auch, hat Herz und Seele,

Kristina Henn: wurde bisher nicht verfilmt, wurde mit Warner entwickelt.

Simi Will: Aber da sehe ich doch schon Iris Berben in der Hauptrolle.

Kristina Henn: Ja, das war, genau, wie heißt es? Und ich spiele die 30-Jährige.

Kristina Henn: Senter Berger war gecastet schon. Senter Berger, wie toll. Ja,

Kristina Henn: aber den Stoff, den gibt es, aber der liegt dann auch in der Schublade,

Kristina Henn: weil die Finanzierung nicht hingehauen hat.

Kristina Henn: Aber ich bin dann auch jemand, ich mache dann gerne mal was ganz anderes.

Kristina Henn: Also weil man, die Branche presst einen so gern in eine Nische,

Kristina Henn: weil dann ist man halt nur diese eine Marke.

Simi Will: Ja, weil da warst du erfolgreich und dann versuchen die dich zu melken.

Kristina Henn: Ja, genau. Und ich verstehe das Prinzip auch. Aber ich finde halt so,

Kristina Henn: ich langweile mich selber so wahnsinnig schnell, dass ich so denke,

Kristina Henn: Ostwind hat Namenstag, Ostwind hat dann lieber was ganz Neues.

Kristina Henn: Und dass ich diese Freiheit habe, dann auch wirklich was ganz Neues zu machen,

Kristina Henn: da staune ich immer noch drüber.

Simi Will: Und ja, vor allen Ostwind ist ja ein Selbstläufer. Warum solltest du

Simi Will: jetzt, das ist ja auch wieder der Moment, da musst du dich wieder neu aufmachen.

Simi Will: Aber du willst es wieder wissen.

Kristina Henn: Ja, genau. Und immer wieder. Also das finde ich auch so, das ist so mein Naturell schon eben auch.

Kristina Henn: Ich bin dann schon so vorwitzig, trotz aller Ängstlichkeit, dass ich dann springe.

Kristina Henn: Und da denke ich immer so, ey, was hast du schon alles da für Dinger gebracht?

Kristina Henn: Aber das ist auch so, ich weiß, in dem Moment ist es wieder Zeit zu springen.

Kristina Henn: Und auch aus dieser Kuschelzone raus oder so. Aus diesem Komfort raus.

Kristina Henn: Oder wenn ich dann Jakobsweg mache, ich dann auch alleine oder so.

Kristina Henn: Also ich mache dann manchmal so Dinger, wo ich immer merke, ich muss mich jetzt

Kristina Henn: nochmal so meinen Ängsten stellen und einmal dadurch so.

Kristina Henn: Und dann weiß ich wieder, wo ich so persönlich stehe. Mhm.

Simi Will: Verrückt. Jetzt habe ich gerade wieder so das Gefühl, dass mir tatsächlich immer

Simi Will: Menschen begegnen, die ich in dem Moment dann auch brauche.

Simi Will: Und jetzt mit diesem Jakobsweg, weil ich bin jetzt gerade so unkomfortabel,

Simi Will: weil ich war nicht weg im Sommer. Ich war nur hier.

Simi Will: Trier war aufregend genug anscheinend. ich merke so, ich gehe immer dieselben

Simi Will: Strecken und denke, ich werde langsam ein bisschen unzufrieden.

Simi Will: Und dann wollte ich nach Berlin fahren, wie ich das immer ritualisiert mache.

Simi Will: Habe ich mir einen Fuß gebrochen.

Simi Will: Dann ist die Mama mal gefahren. Ich konnte auch nie nach Berlin fahren.

Simi Will: Ich war jetzt die ganze, ganz lange nur in Trier. Nur in Trier.

Simi Will: Und jetzt kommst du Jakobsweg. Das ist eine saugute Idee.

Kristina Henn: Und portugiesischer Jakobsweg. Der ist so schön.

Simi Will: Ich habe ja Herbstferien irgendwann.

Kristina Henn: Ja, mach den. Das ist so toll. Das ist auch September, Oktober,

Kristina Henn: das sind ganz tolle Jahreszeiten. Und ich habe auch den Spanischen mal gemacht

Kristina Henn: mit einer Freundin in den Portugiesischen.

Simi Will: Santiago de Compostela?

Kristina Henn: Genau, man geht immer nach Santiago. Man kann von überall losgehen, ja.

Kristina Henn: Man kann sogar von hier losgehen, ja. so in Porto anzufangen und dann an

Kristina Henn: der Küste entlang und dann geht man da hoch nach Santiago, das sind so zehn,

Kristina Henn: elf Tage, ist anstrengend, aber nicht zu anstrengend.

Kristina Henn: Und man geht durch dieses Land durch. Und Portugal ist ja auch so ein demütiges

Kristina Henn: Land. Die sind so liebevoll, diese Menschen da und so hilfsbereit.

Kristina Henn: Und wenn man dann über die Grenze drüber geht, Spanien, ist sofort eine andere Stimmung.

Kristina Henn: Aber das ist ganz toll und man trifft immer jemanden. Also ich bin dann zum

Kristina Henn: Beispiel so so sechs, sieben portugiesischen Feuerwehrmännern gegangen, zwei, drei Tage.

Simi Will: Ah, klingt gut.

Simi Will: Sechs portugiesische Feuerwehrmänner.

Kristina Henn: Und morgens um neun Uhr schon ein Portwein. Und die gehen immer,

Kristina Henn: also die haben so auf mich aufgepasst, wirklich. Und dann die gesagt,

Kristina Henn: sie gehen jedes Jahr den Weg, niemand in ihren Händen stirbt.

Kristina Henn: Um sich sozusagen zu bedanken. Also es ist ja auch ein gläubiger Weg so,

Kristina Henn: dass sie eigentlich so, weil in ihren Händen niemand gestorben ist und dann

Kristina Henn: gehen sie immer jedes Jahr eine bestimmte Strecke.

Kristina Henn: Also das ist eine ganz tolle, und dann eine Frau hatte mich eingeladen,

Kristina Henn: Australierin, in ihrem Hotelzimmer, weil die Freundin mitgekommen ist.

Kristina Henn: Also das ist eine tolle Begegnung und man geht da auch durch etwas durch,

Kristina Henn: finde ich, auf diesem Weg.

Simi Will: Aber bist du gläubig?

Kristina Henn: Nö. Also ich hab, aus der Kirche bin

Kristina Henn: ich ausgetreten, aber ich hab so ein Naturglauben. Ja, das habe ich auch.

Kristina Henn: Ja, also ich glaube schon an Wiedergeburt zum Beispiel. Also ich habe schon

Kristina Henn: so einen ganz tiefen, eigenen Glauben entwickelt.

Kristina Henn: Oder auch so jetzt auch nach der Geburt oder während der Geburt von meiner Tochter.

Kristina Henn: Das ist so ein Erlebnis, das ist natürlich auch nochmal ganz woanders hin.

Kristina Henn: Aber ich habe so ein Naturglauben. Also ich glaube jetzt nicht an Religionen.

Kristina Henn: Das ist schon wieder Trennung für mich, weil da gibt es die Religionen und die

Kristina Henn: Religionen und die Religion und ich glaube eher so an die Kraft der Verbundenheit im Allgemeinen.

Simi Will: Humanistisch, ganz stark.

Kristina Henn: Ganz humanistisch, genau. So mit einem großen Geist, aber so die Kraft des Kollektivs,

Kristina Henn: die Kraft der Gemeinschaft und eben so diesen zutiefst männlichen Gedanken.

Simi Will: Und den Glauben an die freie Gestalt,

Simi Will: die eigene Gestaltung oder die Eigenverantwortung fürs eigene Glück.

Kristina Henn: Absolut. Weil das ist.

Simi Will: Für mich so eine Riesenüberschrift.

Kristina Henn: Absolut. Und auch so dieses eben Eigenverantwortung, weil,

Kristina Henn: Klar gibt es immer wieder so, also keine Geschenke, aber man kriegt so ein paar

Kristina Henn: Wege gezeigt und dann muss man sich entscheiden, aber du musst den schon alleine

Kristina Henn: gehen und auch mit deinem Gepäck, ja, weil der Rucksack, den trägt keiner für dich.

Kristina Henn: Und der wird nicht leichter, nur weil man länger geht. Also,

Kristina Henn: und sich dann aber immer wieder zu konfrontieren oder jetzt habe ich auch Familienaufstellungen

Kristina Henn: gemacht dieses Jahr mal oder so und auch wirklich mal in diese Wunden reinzugehen und so Sachen.

Kristina Henn: Also ich habe da so einen eigenen Anspruch an mich, mich immer wieder so abzuholen

Kristina Henn: und zu sagen, okay, Chrissy, jetzt

Kristina Henn: musst du mal da hingucken auf deine Schwachstelle. Also es sind mehrere.

Simi Will: Naja gut, das haben ja alle, außer mir. Nein, ich weiß es nicht.

Kristina Henn: Ja, und das gehört aber auch zu dem Weg dazu.

Simi Will: Ja, Familienaufstellung, glaube ich, das habe ich so oft gehört,

Simi Will: dass das total funktioniert.

Kristina Henn: Ja, ist verrückt.

Simi Will: Habe ich auch noch nicht gemacht.

Kristina Henn: Habe ich auch zum ersten Mal jetzt erfahren. Ist verrückt. Und bei jedem ist

Kristina Henn: was in der Tiefe los, wo du nur mit dem Ohren schlackern kannst.

Kristina Henn: Also da war auch so eine bayerische Familie, die haben zum Beispiel ihre Kinder

Kristina Henn: aufgestellt, weil der eine Junge nicht mehr spricht und so.

Kristina Henn: Und wenn du dann siehst, was da rauskommt, wo der Ursprung ist,

Kristina Henn: da kriege ich jetzt noch Gänsehaut.

Kristina Henn: Und das ist toll zu sehen, diese Linien auch, diese Ahnen und wie eigentlich

Kristina Henn: alles auch zusammenhängt und wie jede Familie auch ein Thema hat,

Kristina Henn: so ein allübergreifendes und,

Kristina Henn: wie die Sachen dann so zusammenhängen, ob das eine kleine Angst von dir ist

Kristina Henn: und die Urgroßmutter oder so, ja, das ist verrückt, was da passiert und habe

Kristina Henn: ich auch zum ersten Mal jetzt gemacht und fand ich einen tollen Weg, so.

Kristina Henn: Was bist du für ein Sternzeichen?

Simi Will: Stier. Ah ja. Und du?

Kristina Henn: Fisch.

Simi Will: Achso, ja, ich denke, mit Sternzeichen habe ich eigentlich gar nichts zu tun.

Kristina Henn: Also da bin ich jetzt wirklich raus.

Simi Will: Aber ich frage trotzdem auch immer oder oft. Dann sage ich immer,

Simi Will: ah, okay, aber sagt mir gar nichts. Ich gucke dann nur, welche Menschen noch

Simi Will: Fische sind, die ich leiden kann oder nicht.

Simi Will: Und dann denke ich immer so, oh, das ist jetzt schon der fünfte Fisch.

Simi Will: Komme ich klar mit, weißt du so. Und Skorpione waren immer die Männer,

Simi Will: in die ich immer total verliebt war.

Simi Will: Und die mich aber total schlecht behandelt haben. Das waren in der Regel Skorpione und Jungfrauen.

Simi Will: Das war wahrscheinlich je einer davon. Aber es hat sich irgendwie so festgefräst.

Simi Will: Und keine Ahnung. Ja, so, jetzt aber noch Tierliebe. Haben wir uns auch

Simi Will: darüber unterhalten, dass wir beide total Tiere lieben generell.

Simi Will: Ob Katze, Maus, Hund oder Pferd.

Simi Will: Was wollte ich dazu eigentlich sagen? Ja, wenn man Humanist ist,

Simi Will: muss man auch Tiere lieben.

Kristina Henn: Absolut. Hängt total zusammen. So die allüberumfassende Liebe ist das ja dann auch.

Kristina Henn: Nee, und ich bin auch, es gibt ja die Katzen und die Hundefrauen und so, gell.

Kristina Henn: Du hast gesagt, du bist beides. Ja. Ich bin eher Pferdemädchen.

Simi Will: Genau, damit bist du raus. Genau, damit bin ich raus. Genau.

Kristina Henn: Ja, nee, aber ich bin auch, haben jetzt kein Tier, so, aber ich würde sofort

Kristina Henn: eine Katze nehmen, wenn wir anders wohnen würden.

Simi Will: Ja.

Kristina Henn: Weil ich immer denke, nee, die muss raus, eine Katze muss raus,

Kristina Henn: die kann ich jetzt nicht zu Hause halten, geht nicht, packe ich irgendwie nicht,

Kristina Henn: auch so von meinem Mitgefühl dem Tier gegenüber.

Simi Will: Nee, ist auch schwierig. Ich hatte in Berlin 13 Jahre einen Kater,

Simi Will: der nicht raus konnte, den musste ich aber retten, das war so,

Simi Will: musste gerettet werden, keine Ahnung.

Simi Will: Und dann hatte ich aber den ganzen Winter über kalt, weil ich eine Katzenklappe

Simi Will: in die Balkontür eingebaut habe, weil ich dachte, dann kann er wenigstens auf den Balkon. Richtig.

Simi Will: Und ja, das war erig, 13 Jahre alt geworden.

Kristina Henn: Und hast du jetzt eine neue Katze?

Simi Will: Ich habe jetzt zwei.

Kristina Henn: Und mit Auslauf?

Simi Will: Tibor und Peter. Aber das ist eine andere Geschichte. Was sagt denn die Uhr?

Simi Will: Was sagt denn die Uhr? Oh ja, wir haben schon ganz viel gesprochen.

Simi Will: Ich könnte jetzt noch stundenlang mit dir weiterquatschen. Das ist überhaupt

Simi Will: nicht die Frage. Vielleicht werden wir Brieffreundinnen oder sowas.

Simi Will: Müssen wir mal gucken, wie wir den Kontakt irgendwie halten.

Kristina Henn: Kann ich deine Adresse haben?

Simi Will: Kriegst du, kriegst du. Du kriegst meine Adresse und kannst du mir schreiben.

Simi Will: Die Briefe kosten jetzt bis zu drei Seiten 95 Cent.

Kristina Henn: Okay, du kennst dich aus, merk schon.

Simi Will: Ja, weil ich immer die Krankenkassenrechnung meines Papas verschicken muss deswegen. Okay.

Simi Will: So, aber genau. Also wir werden jetzt Brieffreundinnen.

Simi Will: Ich achte mal drauf auf die Ostwind-Reihe. Wir wollen jetzt noch wissen,

Simi Will: genau, der weiße Wolf. hast ein Jugendbuch in der Mache, was jetzt rausgekommen ist?

Kristina Henn: Also es sind eigentlich so, es gab Ostwind ja die Reihe und jetzt kam danach

Kristina Henn: noch raus Ende Juli, Anfang August. Das ist dieses Buch über dieses Zwillingsmädchen,

Kristina Henn: die immer noch nach ihrer Schwester sucht, die im Meer verschwunden ist.

Kristina Henn: Und dann mein letztes Buch jetzt eigentlich Ilvi und der weiße Wolf.

Kristina Henn: Da geht es auch eben um eine starke Verbindung zu einem Wolf.

Kristina Henn: Und es ist auch so eine Familiengeschichte, die eigentlich über so mehrere Generationen spielt.

Kristina Henn: Ist ein Abenteuerroman, würde ich sagen. Also für alle Abenteuerlustigen ist

Kristina Henn: es auch was. Ist ab zehn, liest sich aber ein bisschen erwachsener so.

Kristina Henn: handelt eben von diesem starken Mädchen Ilvi, die mit ihrer Mutter aufs Land rausziehen muss.

Kristina Henn: Und dann eben ein bisschen einsam ist und in diese Verbindung mit diesem Wolf

Kristina Henn: tritt. Und der Wolf hat irgendwas mit ihr zu tun und Laufe der Geschichte

Kristina Henn: erfährt man, warum der auch sie aufsucht. Also da gibt es eine ganze Geschichte dazu.

Kristina Henn: Und jetzt genau habe ich eine neue Kinderbuchreihe, die kommt nächstes Jahr

Kristina Henn: raus, die heißt Poppy sieht mehr, also das ist der Arbeitstitel.

Kristina Henn: Klammer auf, okay, manchmal täuscht sie sich auch. Die handelt von diesem hellsichtigen Mädchen.

Kristina Henn: Und dann kommt noch so ein Bilderbuch raus, Rucola mit dem Hasen.

Kristina Henn: Und Poppi wird eine Reihe. Also es ist der erste Band, den habe ich heute eben

Kristina Henn: abgegeben. Es wird lektoriert und dann kommt es das nächste Jahr im Frühjahr raus.

Simi Will: Bei welchem Verlag bist du?

Kristina Henn: Magellan und Karibu Verlag und die Sachen erscheinen jetzt alle im Karibu Verlag.

Kristina Henn: Das ist die Edel Verlagsgruppe in München, das ist der Kinderverlag von denen.

Kristina Henn: Genau. Aber so eine Poppy ist wirklich lustig geworden, weil die wirklich so,

Kristina Henn: die ist echt skurril, dieses Mädchen.

Kristina Henn: Und zum ersten Mal habe ich aus der Ich-Perspektive auch geschrieben.

Kristina Henn: Und die ist da, wie die die Welt so sieht. Ja, das ist so völlig daneben auch oft, aber eben lustig.

Simi Will: Und sie wohnt, glaube ich, in einem Haus, wo ganz viel komisch,

Simi Will: auch noch andere komische Leute wohnen.

Kristina Henn: Genau, da gibt es dann die Frau Maus aus der Kosmetikerei, dann gibt es eine

Kristina Henn: Bestsellerautorin, von der keiner weiß, was sie genau macht.

Kristina Henn: Und das sind dann immer so kleine Krimifälle.

Kristina Henn: Und dann gibt es Rocco, den Jungen, der ohne Eltern da aufwächst.

Kristina Henn: Also gibt es so ein bisschen skurriles Personal, der kurzsichtige Apotheker.

Kristina Henn: Und die werden alle in diese Fälle involviert von Poppy, weil die macht eine Detektiverei auf.

Kristina Henn: Und eben liegt aber oft daneben mit ihrem Hellfühlen.

Kristina Henn: Ja, aber löst den Fall dann trotzdem aber anders.

Simi Will: Na geil, versagt und trotzdem kommt sie zur Lösung.

Kristina Henn: Ja, und die Figur ist auch sympathisch, weil die leidet unter so einer krassen Mittelmäßigkeit.

Kristina Henn: Weil sie ist mittelgroß, sie

Kristina Henn: ist mitteldick. Ihre Mutter ist aber die erfolgreiche Kriminalkommissarin.

Kristina Henn: Und sie ist eben in allem immer nur so Durchschnitt.

Kristina Henn: Und sie will unbedingt was Besonderes sein. Und natürlich merkt sie dann auch

Kristina Henn: im Laufe der Geschichten, dass es darum gar nicht geht. Weil eigentlich jeder

Kristina Henn: von uns etwas Besonderes ist.

Kristina Henn: Die Frage ist halt, ob man seine Gabe schon entdeckt hat oder ob sie schon entdeckt

Kristina Henn: wurde oder nicht. Egal wie groß oder klein die Gabe ist.

Simi Will: Ja, schön. Ja, dann haben wir ja noch einiges zu lesen vor uns.

Simi Will: Und bin, ja, ich bin sehr glücklich, dass du heute hier warst.

Kristina Henn: Ja, vielen Dank für die Einladung.

Simi Will: Liebe Frau Ostwind, bevor ich jetzt wieder Katharina statt Christina sage. Christina.

Kristina Henn: Christina.

Simi Will: Christina Henn. Und nein, liebe Träger, sie hat nichts zu tun mit Autohaus-Henn.

Kristina Henn: Weil das waren ja die ersten Worte. Wollte seine Mutter wissen.

Simi Will: Meine Mama. Das ist mit Sicherheit, mit Sicherheit ist das das Mädchen von der Familie Henn.

Simi Will: Klar, kenne ich. Vielleicht waren die ja auch bei mir im Kindergarten früher.

Simi Will: Nein, Mama, nochmal an der Stelle. In dem Fall hattest du jetzt nicht recht,

Simi Will: weil oft hat sie tatsächlich recht.

Kristina Henn: Im Autohaus habe ich noch nichts zu tun.

Simi Will: So, hast rein.

Kristina Henn: Hotel Henn aber, gab es mal.

Simi Will: Aber Hotel Henn in Pölich.

Kristina Henn: Genau, aber das gibt es ja nicht mehr.

Simi Will: Hotel Henn in Pölich ist jetzt das Altenheim, wo ihr nicht hinwollt.

Simi Will: Genau. Mit diesen Worten sage ich danke.

Kristina Henn: Ich sage Dankeschön für die Einladung. Wirklich, ich komme wieder.

Simi Will: Sehr gut. Das muss sowieso sein. Ich werde nie fertig mit den Leuten.

Simi Will: Das ist eigentlich immer nur ein erster Auftakt. Und dann wird es irgendwann,

Simi Will: also wenn du dann nochmal merkst, du fährst nach Trier, sagst du,

Simi Will: ich schreibe der Sinni nochmal eine Postkarte.

Simi Will: Ich bin dann und dann in Trier. Falls du dann zufällig bei Steffi im Studio

Simi Will: bist, würde ich nochmal mit dir reden wollen.

Kristina Henn: Mach ich.

Simi Will: Hast rein. Das heißt, auch in dem Fall, liebe Hörende, draußen an den Endgeräten,

Simi Will: es wird auch aller Voraussicht nach eine Folge 2 geben mit Fräulein Ostwind.

Simi Will: Ich sag schon mal Winky Winky.

Kristina Henn: Winky Winky.

Simi Will: Diese Episode wurde gefördert von der Stadt Trier.

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