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Simon Santschi (Leiter der Europäischen Kunstakademie e.V.)

Shownotes

Ich dachte zuerst: Das wird laaaaangweilig… Akademiechef, Schweizer, bringt Notizen mit, ein Richtigmacher halt. Einmal hab ich sogar versucht, ihn zu filmen, und das konnte man dann echt nicht zeigen. Rampensau ist er nicht. Und dann sitzt er mir gegenüber und sagt ganz trocken, mein Bild von Kunst als schicke Elite-Veranstaltung sei „so ein bisschen 2000er". Danke, Simon. Das bleibt jetzt für immer an mir kleben. Und genau deshalb war's alles andere als langweilig.

Simon Santschi, Jahrgang 1977, aufgewachsen in einem Beamtenhaushalt bei Bern. Die eine Schwester ist bei der Polizei, die andere bei der Bahn, und er wollte schon früh nur eins: Kunst. Mit 16 an die Schule für Gestaltung in Bern, mit 18 nach Zürich, eigentlich zu jung dafür. Dann Bildhauerklasse in Amsterdam, Ausstellungsdesign in Basel, Hochschule Luzern, Rektor einer Berufsschule mit rund 60 Dozierenden, die Burg Giebichenstein in Halle. Seit sechs Jahren leitet er die Europäische Kunstakademie in Trier. Die wurde übrigens auch 1977 gegründet.

Worüber wir reden: – Wie ein Kind im Kunsthaus Zürich vor drei Steinblöcken von Beuys steht und denkt: Das ist jetzt auch Kunst? – Warum ein Schlachthof der perfekte Ort für eine Kunstakademie ist. Und warum Künstler ihn erst mal ausgeräuchert haben. – Sein Name klingt italienisch, ist aber Berner Sandstein. Inklusive Familienwappen, aber ohne Adel. Den gibt's in der Schweiz ja nicht. – Warum die Burg Giebichenstein Glaskunst und Textilkunst noch auf Akademieniveau unterrichtet: der DDR sei Dank, ausgerechnet. – Kunst und Demokratie: Wir gucken dasselbe an und sehen etwas völlig anderes. Und genau darüber kann man reden. – Trier steht mit dem Rücken zur Mosel. Bei der Sonnenfinsternis stand er allein am Fluss. In Zürich undenkbar. – Warum eine Innenstadt, die nur aus Shopping besteht, ein Auslaufmodell ist. Und warum ein Künstleratelier im Schaufenster die bessere Idee sein könnte. – Seine Regel gegen Perfektionismus: Bei 90 Prozent muss es raus. Sonst wird's halt nie was.

Bürgermeister werden will er übrigens nicht. Kann er auch gar nicht: Als Schweizer darf er hier nicht mal wählen. Er findet das okay. Aber den Blick von außen, den hat er sich nach sechs Jahren bewahrt. Zum Glück für Trier.

Europäische Kunstakademie Trier: https://www.eka-trier.de Kunsthalle Trier: https://www.kunsthalle-trier.de

Transkript anzeigen

Simi Will: Und überall hörbar. Dazwischen mit Simi Will.

Simi Will: Ja, hallo zusammen draußen an den Endgeräten. Heute wieder frische Folge Podcast aus dem Dazwischen.

Simi Will: Mit mir, Simi Will. Und heute sitzt mir gegenüber ein für das Kunst- und Kulturleben

Simi Will: Trias, der Mosel-Metropole, unverzichtbarer Gegengeschlechtler.

Simi Will: Es ist niemand Geringeres als der Chef der Europäischen Kunstakademie.

Simi Will: Es ist ein Schweizer, es ist Simon Sanchi. Hallo Simon.

Simon Santschi: Hallo.

Simi Will: Ich hoffe, das geht klar, wenn ich dich einfach beim Vornamen und Du anrede.

Simi Will: Was dich zum Unikum macht in der Mosel-Metropole ist ja, dass du ein Ausländer bist.

Simon Santschi: Ah ja, es gibt doch einige Ausländer hier.

Simi Will: Ja, das stimmt. Aber ein Schweizer.

Simon Santschi: Ah, das ist es.

Simi Will: Das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Ich glaube, ich kenne niemanden außer dir

Simi Will: in Trier lebend, der Schweizer ist. Nicht bewusst.

Simon Santschi: Und es gibt sie, aber es stimmt schon, es gibt nicht viele.

Simi Will: Ja, dann fangen wir doch gleich mal mit dem biografischen Teil an.

Simi Will: Simon, du kommst aus der Schweiz, wo da genau und wann geboren,

Simi Will: unter welchen Umständen groß geworden?

Simon Santschi: Die Umstände, ja, das musst du vielleicht dann noch ein bisschen genauer fragen.

Simon Santschi: Aber geboren 1977 in der Schweiz und aufgewachsen in einem Dorf so in der Nähe

Simon Santschi: von Bern, der Bundeshauptstadt.

Simon Santschi: Oder so kann man es nennen, aber es ist ja gar keine richtige Hauptstadt.

Simon Santschi: Aber jedenfalls in der Nähe von Bern.

Simon Santschi: Sehr beschaulicher, ja eigentlich ein sehr ländlich geprägtes Dorf.

Simon Santschi: Die Umstände, ja was meinst du mit Umständen?

Simi Will: Naja, ich sag mal, aus welchem Stall kommst du? Bildungsbürger?

Simi Will: Hattet ihr zu Hause schon wichtige Kunst im Wohnzimmer?

Simon Santschi: Nee, gar nicht, gar nicht. Ich komme gar nicht aus so einem Haushalt.

Simon Santschi: Mein Vater war Bundesbeamte. Also ich komme aus dem Beamtenhaushalt.

Simon Santschi: Das könnte man vielleicht bürgerlich nennen, aber das ist ja wahr.

Simon Santschi: Also ist er überhaupt nicht, meine Eltern oder so.

Simon Santschi: Gar nicht. Aber das ist Bern, wie gesagt, Bundeshauptstadt. Da gibt es natürlich

Simon Santschi: viele Bundesbeamte und mein Vater war einer davon.

Simon Santschi: Und ja, ich bin eigentlich so eher Mittelklasse, würde ich jetzt mal sagen.

Simon Santschi: So ziemlich Mittelklasse für

Simon Santschi: die Schweiz, so in einem kleinen Einfamilienhaus und mit Garten und ja.

Simon Santschi: Also ich selber habe mich da immer sehr als jetzt nicht, überhaupt nicht bürgerlich

Simon Santschi: oder so, aber sicher auch nicht aus armen Verhältnissen, das war es natürlich auch nicht.

Simi Will: Also so ein Stino-Haushalt, ein Familienhäuschen. Genau.

Simon Santschi: Genau. Mit Katzen, mit zwei Schwestern.

Simi Will: Aha, die zwei Schwestern kommen da so nebenbei. Was machen die so?

Simon Santschi: Die sind ganz was anderes geworden als ich.

Simon Santschi: Meine eine Schwester arbeitet, also beide auch beim Staat sozusagen,

Simon Santschi: aber die ältere Schwester, die arbeitet bei der Polizei und die andere bei der Bahn.

Simi Will: Ah ja.

Simon Santschi: Also ganz andere Richtung als ich. Ja, für mich wäre es eigentlich,

Simon Santschi: glaube ich, nie in Frage gekommen, um irgendwie so eine Karriere zu machen oder so.

Simon Santschi: Ich wollte eigentlich schon früh wirklich in den Bereich Kunst.

Simi Will: Und das heißt, die Kunst kam wie zu dir. Also ich meine, wenn du sagst aus dem

Simi Will: Beamtenhaushalt bei uns zu Hause, ich komme nämlich auch aus dem Beamtenhaushalt,

Simi Will: war das mit der Kunst immer so eine Sache.

Simi Will: Also ja, klar Gymnasium, man hatte Kunstunterricht und es ist schön,

Simi Will: wenn die Mädchen und Jungs schön malen können und so.

Simi Will: Aber Kunst in dem Sinne fand bei uns wenig statt. Wie war das bei euch? War das schon vor Hause?

Simon Santschi: Nee, auch überhaupt nicht. Ich kam eigentlich nicht so wirklich mit Kunst in

Simon Santschi: Berührung. Also das war schon etwas, was ich mir so für mich selber entdeckt habe.

Simon Santschi: Also wir gingen jetzt auch nicht oft irgendwo in ein Kunstmuseum oder so.

Simon Santschi: Das war eigentlich gar nicht so von Interesse.

Simon Santschi: Im Nachhinein habe ich eher festgestellt, weil meine Mutter das eigentlich schon

Simon Santschi: auch interessiert, dass so die Vorstellung war, ja Kinder, die müssen,

Simon Santschi: was weiß ich, Sport oder die müssen irgendwas sonst tun oder so.

Simon Santschi: Man war dann eher, also das ist halt dann typisch Schweizerisch,

Simon Santschi: wir waren ja immer Skifahren und Wandern und solche Dinge.

Simon Santschi: Also Kunst, das habe ich wirklich für mich selber entdeckt. Der Kunstunterricht,

Simon Santschi: das hat mir natürlich sehr viel Spaß gemacht, war auch sehr gut drin.

Simon Santschi: Also das hat man dort eigentlich schon gesehen.

Simon Santschi: Aber so rückblickend war eigentlich dieser Kunstunterricht ziemlich schrecklich.

Simi Will: Also ähnlich wie bei uns auch.

Simon Santschi: Also so mit dem, was man dann später so alles entdeckt und erfährt,

Simon Santschi: denkt man, oh, das war aber schon, ja, also,

Simon Santschi: aber trotzdem war es ja toll, dass es das gab und das hat sicher schon mein

Simon Santschi: Interesse geweckt, so in der Schule.

Simon Santschi: Dann gab es aber schon auch so einzelne Entdeckungen in Museen oder so,

Simon Santschi: wo ich dann schon irgendwie beeindruckt war und sich gesagt habe,

Simon Santschi: ja, damit möchte ich mich mehr auseinandersetzen.

Simi Will: Gibt es da so eine Initialzündung, wo du sagst, da war ich mal mit einer Freundin

Simi Will: oder einem Kumpel und da habe ich gedacht, ich will sowas mal als Beruf,

Simi Will: irgendwann will ich damit zu tun haben. Gab es sowas wie eine Initialzündung oder….

Simon Santschi: Ja, vielleicht schon so. Also ich würde es jetzt auch nicht überbewerten,

Simon Santschi: aber das erste Mal im Kunsthaus Zürich, da war ich mit meiner Tante,

Simon Santschi: keine Ahnung wie alt ich da war, also schon noch ein Kind, jetzt nicht irgendwie Jugendlicher.

Simon Santschi: Und dann geht man da so durch die Sammlung und irgendwann kam Beuys,

Simon Santschi: also Zürich hat ja auch eine große Beuys-Sammlung und seine Olive Stones,

Simon Santschi: das war für mich einfach so eine Entdeckung, weil ich dachte,

Simon Santschi: das ist jetzt auch Kunst.

Simon Santschi: Also das war für mich schon sehr prägend eigentlich, das zu sehen,

Simon Santschi: das kann auch Kunst sein.

Simi Will: Also Kunst, was mit Gesellschaft zu tun hat Und nicht nur das Bild an der Wand.

Simon Santschi: Ja, genau. Das ist nicht so diese Vorstellung, das muss jetzt ein Gemälde an

Simon Santschi: der Wand sein oder eine Skulptur, die jetzt irgendwas Figuratives darstellt oder so.

Simon Santschi: Sondern diese Olive Stones, das sind ja eigentlich wirklich drei so große Steinblöcke.

Simon Santschi: Also eigentlich auch sehr abstrakt,

Simon Santschi: das Kunstwerk. Und das hat mich schon beeindruckt. Das weiß ich noch.

Simi Will: Und wie bist du dann in Richtung Beruf gekommen, also Kunstberuf?

Simon Santschi: In der Schweiz ist es so, das gibt es heute auch noch. Ja, es hat sich schon

Simon Santschi: ein bisschen verändert, aber es war eigentlich so, in der Schweiz gibt es ja keine Kunstakademien.

Simon Santschi: Und das System kam eigentlich eher so aus der Kunstgewerbeschulen und da gab

Simon Santschi: es überall in der Schweiz diese Schulen für Gestaltung.

Simon Santschi: Das war auch durchaus in der Tradition des Bauhauses, wie diese Schulen funktionierten.

Simon Santschi: Und da konnte man eigentlich schon mit, also mit 16 bin ich dahin.

Simi Will: Ah, also nach der mittleren Reife schon.

Simon Santschi: Ja, genau. Und das ist etwas sehr Außergewöhnliches, weil das kenne ich so,

Simon Santschi: in Deutschland ist das so ja eigentlich gar nicht möglich. In der Schweiz war das so.

Simi Will: Interessant, weil wir ja, finde ich, also du weißt, ich bin auch an der Schule.

Simi Will: Und zwischen Schule und Berufseinstieg, gerade in, sage ich mal,

Simi Will: künstlerische Bereiche, gibt es bei uns gar nichts.

Simi Will: Beziehungsweise die Trennung zwischen, sage ich mal, elitär,

Simi Will: ich mache Gänsefüßchen, elitärer Kunst und künstlerische Ausbildung in Richtung Kunstberuf.

Simi Will: Da kannst du nach der 10. Klasse knicken, da gibt es nichts.

Simi Will: Kommt auch keiner auf die Idee nach der 10. Klasse. Das ist toll.

Simon Santschi: Das ist eigentlich für die toll. Das stimmt jetzt für mich, die einfach schon

Simon Santschi: wissen, das möchte ich, das will ich.

Simon Santschi: Im Sport gibt es das ja auch. Im Sport gibt es ja auch schnell diese Schiene.

Simon Santschi: Wenn du da sehr talentiert bist und wirklich in den Profisport willst,

Simon Santschi: dann kommst du ja sehr schnell in diese Sportförderung rein.

Simon Santschi: Und das gibt es, wie gesagt, in der Schweiz eigentlich schon mit diesen Schulen

Simon Santschi: für Gestaltung, wo man sehr jung eigentlich in diese Richtung schon gehen kann.

Simon Santschi: Weil als 16-Jähriger, also es gibt natürlich auch viele, die das da einfach

Simon Santschi: noch gar nicht wissen, Aber die, die schon früh dafür brennen und wissen,

Simon Santschi: eigentlich will ich genau das, die haben dann die Möglichkeit dazu.

Simon Santschi: Und das weiß ich noch. Also mit 16, wie gesagt, komme ich dann da nach Bern

Simon Santschi: in die Schule für Gestaltung.

Simon Santschi: Forkos nannte sich das. Wie gesagt, Forkos ist wirklich der Forkos,

Simon Santschi: wie auch am Bauhaus unterrichtet wurde.

Simon Santschi: Und das legte eigentlich dann alles auch fest.

Simon Santschi: Also im Anschluss daran ging ich in eine Kunstklasse, also mit 17.

Simon Santschi: Und dann mit 18 nach Zürich. Und da gab es dann auch so Ausnahmeregelungen,

Simon Santschi: weil ich war eigentlich da für Zürich zu jung.

Simon Santschi: Aber ich konnte dann doch schon anfangen zu studieren.

Simi Will: Streber. Ein echter Streber. Simon Sanchi ist ein Streber.

Simon Santschi: Das ist weniger der Streber, sondern da zeigte sich einfach schon, ich bin ungeduldig.

Simi Will: Sehr gut.

Simon Santschi: Ah ja?

Simi Will: Nein, toll. Fändest du eine gute Sache? Das finde ich gut. Klar,

Simi Will: das bringt einen ja weiter. Ungeduldig sein, ne?

Simon Santschi: Ja, gut. Es hat positive Seiten, aber auch natürlich negative.

Simon Santschi: Aber jedenfalls, ich war schon als Jugendlicher ungeduldig. Und als ich diese

Simon Santschi: Option hatte, eben schon früh auch wirklich zu studieren, war für mich klar,

Simon Santschi: ja klar. Also umso früher und umso schneller, umso besser.

Simi Will: Und das heißt, dann hast du mit 17 quasi Kunst studiert.

Simon Santschi: Das nannte sich, nochmal, es gibt ja keine Kunstakademien in der Schweiz,

Simon Santschi: das nannte sich visuelle Gestaltung.

Simon Santschi: Das war schon ein bisschen offener und konnte in Richtung Kunst gehen,

Simon Santschi: konnte aber auch ins Angewandte gehen.

Simi Will: Also sprich Werbung, Design.

Simon Santschi: Grafik. Genau, so Grafik, visuelle Kommunikation.

Simon Santschi: Die Dozenten dort waren eigentlich fast alles Männer, das war damals ein bisschen so.

Simon Santschi: Das waren Künstler und Grafiker mehrheitlich. Also es war so eine Mischung.

Simon Santschi: Und viele aus meiner Klasse, die gingen dann entweder auch in die freie Richtung

Simon Santschi: oder dann eben in die Angewandte.

Simi Will: Okay, das heißt du bist dann in die freie Richtung gegangen offensichtlich?

Simon Santschi: Nicht ganz, nee. Ich habe ja noch in Amsterdam so einen Austausch gemacht,

Simon Santschi: weil Zürich hatte diese Kooperation mit der Akademie in Amsterdam.

Simon Santschi: Und dort war ich in der Bildhauerklasse.

Simon Santschi: Und ich habe dann aber so als erster Job, also nach dem Studium,

Simon Santschi: ging ich dann in Ausstellungsdesignbüro.

Simon Santschi: Also die haben Ausstellungen gestaltet und das war so ein bisschen so eine Mischform.

Simon Santschi: Also es war wie angewandt, aber trotzdem so dieses Räumliche und es waren teilweise

Simon Santschi: schon auch sehr künstlerische Konzepte.

Simon Santschi: Das war eigentlich schon sehr spannend.

Simi Will: Und da hast du quasi dein erstes Geld in der Kunst verdient oder mit?

Simon Santschi: Ja, mit Ausstellungsgestalten.

Simi Will: Okay, in der Schweiz?

Simon Santschi: Ja, das war in Basel. Das war mein erster, also so richtiger Job.

Simon Santschi: Sonst habe ich natürlich auch im Sommer irgendwelche Jobs gemacht.

Simi Will: Gekellnert und so.

Simon Santschi: Tatsächlich nicht gekellert, nee, sondern in der Küche.

Simi Will: Ah ja, ich hätte mir auch vorgestellt, dass du an der Bar, weißt du,

Simi Will: so mit langer Schürze und die Weine in irgendwas Schickerem vielleicht.

Simon Santschi: Nee, das war gar nicht schick.

Simi Will: Dann musstest du auch jobben für Studium und so?

Simon Santschi: Ja, das habe ich eigentlich immer im Sommer, habe ich das schon gemacht.

Simon Santschi: Also so zwischendurch, auch am Wochenende oder so.

Simon Santschi: Auch in der Schlosserei, also ganz einfache Tätigkeiten.

Simi Will: Ja gut, Schlosserei, da musst du ja schon ein bisschen was können.

Simon Santschi: Ja, so als Hilfsschlosser wird man ja eigentlich, ich habe das ja nicht gelernt,

Simon Santschi: da wird man wie angelernt. Ah, okay.

Simon Santschi: Auf irgendeine Maschine, auf Tränen oder keine Ahnung was.

Simi Will: Und dann machst du nur die Maschine dann?

Simon Santschi: Genau, genau.

Simi Will: Ah, verstehe. So was gibt es bei uns auch nicht. So Zwischenlösungen im Grunde,

Simi Will: ne? Also kein Handwerk oder so?

Simon Santschi: Nee, ich habe es ja wirklich nicht gelernt, Aber da gab es halt so die Möglichkeit,

Simon Santschi: am Wochenende dann

Simon Santschi: wenn die Produktion quasi nicht voll war, durch die Woche gab es immer noch

Simon Santschi: am Wochenende irgendwelche Teile zu produzieren.

Simon Santschi: Und da gab es dann so, ja, Studis wie mich.

Simi Will: Ich habe bei Osram Glühbirnen verpackt.

Simon Santschi: Ah ja, ja.

Simi Will: Also im Akkord.

Simon Santschi: Ja.

Simi Will: Und ja, fand ich eigentlich ganz okay. Man denkt dabei nicht so viel.

Simi Will: Das fand ich ganz angenehm.

Simi Will: Gut, jetzt bist du ja schon quasi aus dem Gröbsten raus.

Simi Will: Wie ist dein Weg nach Trier? Wie kann ich mir das vorstellen?

Simi Will: Also du bist erstmal in der Schweiz, arbeitest in diesem Beruf.

Simon Santschi: Das dauert natürlich noch ein bisschen, da gibt es viele Zwischenstationen.

Simon Santschi: Ich bin ja jetzt sechs Jahre in Trier und eigentlich, also jetzt diese erste

Simon Santschi: Stelle, von der ich jetzt gesprochen habe, wann war denn das?

Simon Santschi: Das ist ja über 20 Jahre her.

Simi Will: Ich rechne gerade so nach, weil 77 ist für mich, du bist 77 geboren, Kindergeburtstag.

Simi Will: Alles über 70 sind für mich total, sind die Jungen.

Simon Santschi: Ja, das ist für mich jetzt so, es gibt ja auch immer wieder,

Simon Santschi: also ich habe ja immer wieder Lebensläufe auf dem Tisch wegen Studienbewerbungen

Simon Santschi: oder sonst irgendwie, Praktikumsbewerbungen oder so.

Simon Santschi: Und dann kommen jetzt auch oft immer so Bewerbungen, geboren 2000.

Simon Santschi: Ja, krass. Das ist für mich wirklich etwas Spezielles, obwohl es ja eigentlich

Simon Santschi: ganz, ja klar, wir haben auch 2000 geboren.

Simi Will: Ja, aber es ist ja nicht so. Man ist ja trotzdem dieselbe Person irgendwie so in einem drin.

Simi Will: Und dann hat man so Zahlen und mit den Zahlen, also ich bin irgendwann glaube

Simi Will: ich bei den 80ern ausgestiegen, was so Geburtenjahrgänge angeht.

Simi Will: Und ich kann es seitdem auch ganz schwer altersmäßig einstufen oder einschätzen,

Simi Will: was wer wann wo erlebt haben könnte.

Simi Will: Und dazu gehörst du auch, Simon Sanchit, der 77er Jahrgang.

Simi Will: Ist das italienisch? Simon Sanchi, ja, oder?

Simon Santschi: Nein, ist es nicht. Sanchi ist eigentlich so ein altes Schweizer Geschlecht

Simon Santschi: aus Bern, wo ich, wie gesagt, auch herkomme. Und dieses G gibt es ja in vielen Schweizer Namen.

Simi Will: Ah ja, stimmt schon.

Simon Santschi: Bluntschli, Dietschi, was weiß ich. Und Sanchi heisst eigentlich,

Simon Santschi: oder man vermutet, es gibt da verschiedene Herleitungen, aber eigentlich,

Simon Santschi: dass es Sandstein heisst.

Simon Santschi: Weil im Berner Oberland sagt man zum Sandstein Sandsteh.

Simon Santschi: Und in unserem Familienwappen ist auch ein Sandstein drauf.

Simi Will: Ihr habt ein Familienwappen?

Simon Santschi: Ja, wie gesagt, das ist eine alte Familie.

Simi Will: Okay, aber ihr seid nicht adelig.

Simon Santschi: Das gibt es ja in der Schweiz nicht.

Simi Will: Ach so.

Simon Santschi: Auch da gibt es keinen Adel?

Simi Will: Nee, nee. Also siehst du, keine Ahnung. Ich kenne mich im Adelsbereich nicht

Simi Will: so aus, ehrlich gesagt. Aber Adel gibt es gar nicht. Aber kennst du Römer?

Simon Santschi: Da gibt es ja den Wilhelm Tell und Gessler und so. Das kennst du ja schon.

Simi Will: Das kenne ich.

Simon Santschi: Genau, und seitdem sind die eigentlich nicht mehr

Simi Will: In der Schweiz. Zürichsee und das alles. Ah ja, okay. Aber kennst du den Ort Römerswil?

Simon Santschi: Nee, sagen wir jetzt gar nicht.

Simi Will: Da habe ich mal eine Woche Ferien bei einer Freundin verbracht.

Simon Santschi: Wo ist denn das?

Simi Will: Das ist in der Nähe von Bern. Wir sind abends auch in Bern. Ja, Römerswil.

Simi Will: Und in Römerswil stehen nach dem Grillfest die Herren auf und singen wie aus

Simi Will: dem Nichts mehrstimmig.

Simi Will: Und ich habe sofort Pippi ins Auge bekommen, das werde ich nie vergessen.

Simi Will: Das ist für mich die Schweiz, dass man grillt, dass die Leute mega gastfreundlich

Simi Will: sind, dass sie sehr naturverbunden sind dass sie mehrstimmig singen.

Simon Santschi: Also naturverbunden bin ich

Simon Santschi: jetzt glaube ich gar nicht so und mehrstimmig singen kann ich auch nicht.

Simi Will: Also nicht.

Simon Santschi: Okay, okay. Also, ja, das ist ja oft so...

Simon Santschi: Man denkt dann, ja, Schweizer, wie gesagt, du sagst jetzt auch irgendeinen Ort,

Simon Santschi: ja, das kennt man ja bestimmt, oder ich kenne den Schweizer, kennst du den auch?

Simon Santschi: So klein ist die Schweiz auch nicht, dass man jeden Ort kennt und jeden Schweizer.

Simon Santschi: Aber es gibt natürlich schon sehr schnell, wenn zwei Schweizer sich irgendwie

Simon Santschi: unterhalten, also sehr schnell gibt es irgendeine Verbindung.

Simi Will: Ja, du kennst wahrscheinlich auch die Reitschule in Bern, das kennst du.

Simi Will: Kennst du Grazia Pergoletti vielleicht? Kennst du Grazia? Nee.

Simon Santschi: Doch.

Simi Will: Schauspielerin, die war lange in Bern am Schauspielhaus, ist dann in Berlin

Simi Will: gewesen und ist jetzt, glaube ich, wieder in der Schweiz.

Simon Santschi: Kann gut sein, ja.

Simi Will: Das ist eine Freundin von mir. Ah, okay. Guck mal, vielleicht keine Schweizer, die du kennst.

Simi Will: Doch, ist ja, Grazia ist ja Schweizerin. Hallo Grazia, wie grüßt ihr dich?

Simi Will: Ja, Grazia Pergoletti kennst du, zurück zu dir. Ich schweife ab.

Simi Will: Du hast gesagt, es gab noch, bis du nach Trier kommst. Jetzt nochmal zurück zu deiner Vita.

Simi Will: Was war da noch alles? Also du hast in diesem Büro gearbeitet?

Simon Santschi: Ja, das war aber nur kurz und dann kam ich eher zufällig in den Bildungsbereich.

Simon Santschi: Das war ja auch nicht etwas, was ich jetzt so studiert hätte.

Simon Santschi: Es gab einfach eine Anfrage, ob ich auch unterrichten möchte,

Simon Santschi: weil das war so die Zeit, also wir sprechen jetzt von den Ende 90er Jahren,

Simon Santschi: Anfang 2000er und das war die Zeit, wo eigentlich das Thema Computer,

Simon Santschi: mit Computerarbeiten so richtig eigentlich Fahrt aufnahm.

Simon Santschi: Und das galt eben auch für den Bereich der visuellen Kommunikation,

Simon Santschi: des Grafikdesigns und ich kannte das, also das war auch so, als ich studiert habe.

Simon Santschi: All diese Programme, die haben wir uns Studenten eigentlich so ein bisschen selber beigebracht.

Simon Santschi: Ich nehme an, das machen heute die Studis auch mit KI. Die machen das alle ohne

Simon Santschi: Professoren, denke ich. Das weiß ich nicht.

Simon Santschi: Aber jedenfalls, wir hatten gar keine Dozenten, die sich damit auskannten.

Simon Santschi: Wir haben uns das einfach dann selber beigebracht.

Simon Santschi: Und das bedeutete eben, dass da so ein Mangel war in dieser Zeit von irgendwelchen

Simon Santschi: Leuten, die halt andere das beibringen können.

Simon Santschi: Also diese Grafikprogramme. Und so kam ich eigentlich sehr jung dann in den

Simon Santschi: Bildungsbereich, habe dann diese Programme geschult.

Simi Will: Das heißt auch, du kannst programmieren auch?

Simon Santschi: Nee, das war nicht mit Programmieren. Das war ja alles so rückblickend eigentlich sehr einfach.

Simon Santschi: Ja, rückblickend ist vieles einfach. Aber damals war das natürlich alles sehr

Simon Santschi: neu und niemand kannte sich aus.

Simon Santschi: Und das war schon eine spannende Zeit.

Simon Santschi: Und da habe ich hier sehr jung eigentlich dann unterrichtet und kam so eigentlich

Simon Santschi: in diesen Bildungsbereich.

Simon Santschi: Und ziemlich früh dann auch, wurde ich dann schon angefragt in dieser Schule,

Simon Santschi: das war so eine kleinere Schule, die das angeboten hat, wurde ich dann schon

Simon Santschi: angefragt, ob ich auch in die Schulleitung möchte.

Simi Will: Also eine allgemeinbildende Schule?

Simon Santschi: Nee, das war so eine Privatschule und dann kam ich da in die Schulleitung und von, ja, das war 2000…

Simon Santschi: Eins oder so, genau weiß ich es jetzt gar nicht mehr, aber so um diese Zeit

Simon Santschi: und ab dann war ich eigentlich im Bildungsbereich.

Simon Santschi: Dann wurde es immer mehr, also ich wurde immer mehr angefragt,

Simon Santschi: noch mehr zu unterrichten und irgendwann habe ich dann nur noch das gemacht

Simon Santschi: und ging dann weiter an eine staatliche Schule, an die Hochschule Luzern,

Simon Santschi: habe dort dann auch unterrichtet, aber war dann auch noch viel stärker eigentlich

Simon Santschi: im Bildungsmanagement.

Simon Santschi: Also ich habe da Weiterbildungskurse dann entwickelt und aufgebaut,

Simon Santschi: weil das auch ein bisschen neuer Bereich war da an der Hochschule,

Simon Santschi: dieser ganze Weiterbildungsbereich.

Simon Santschi: Und dann, weil du Allgemeinbildenschule, ich war dann Rektor einer Berufsbildenschule eine Zeit lang.

Simi Will: Das ist nicht schlecht.

Simon Santschi: Warum nicht schlecht?

Simi Will: Ja, ich bin ja auch in der Bildung, also wollte ich nicht machen.

Simi Will: Das ist ja, oh, das ist, ja, da musst du was mitbringen, glaube ich.

Simi Will: Kann sich natürlich als Direktor auch immer verstecken, aber nicht so ohne, glaube ich.

Simon Santschi: Ja, es ist schon vielschichtig. Da habe ich dann eigentlich gar nicht mehr unterrichtet,

Simon Santschi: weil es dann so viele Verwaltungsthemen sind da, aber auch...

Simon Santschi: sehr viel natürlich auch Personalthemen, waren ja dann etwa so 60 Dozierende, also Pädagogen.

Simon Santschi: Und das habe ich dann eine Weile gemacht und dann war für mich aber klar,

Simon Santschi: ja, ich möchte eigentlich schon auch wieder ein bisschen in einen anderen Bereich als berufsbildend.

Simi Will: Und auch wieder zur Kunst zurück vielleicht.

Simon Santschi: Zu stärker zur Kunst, ja, wobei das war dort schon auch ein Teil,

Simon Santschi: weil das war auch eine Schule für Gestaltung.

Simon Santschi: Und dann kam ich nach Deutschland und zwar zur Burg Giebichenstein,

Simon Santschi: das ist die Kunsthochschule in Halle.

Simi Will: Im Osten gibt es ein Schloss und da ist es eine Kunsthochschule?

Simon Santschi: Es ist kein Schloss, es ist tatsächlich eine Burg. Also eine Burg.

Simon Santschi: Es ist wirklich eine Burg an der Saale, also wirklich sehr schön gelegen,

Simon Santschi: so thront über der Saale.

Simon Santschi: Und diese Burg wurde schon, ich weiß es nicht genau, eigentlich schon,

Simon Santschi: ja, wahrscheinlich Ende, nee, so

Simon Santschi: Anfang 20. Jahrhundert wurde die schon umgebaut zur Schule und ist am Ende immer größer geworden.

Simon Santschi: Aber so bestimmte Bereiche sind immer noch in dieser Burg. Also sie wurde wirklich

Simon Santschi: umgebaut zu einer Kunstschule.

Simon Santschi: Also Kunstgewerbeschule war es eigentlich zu Beginn. Und dann hat sich diese

Simon Santschi: Schule in diesem Viertel, wo die gelegen ist, wirklich sehr schön an der Saale,

Simon Santschi: da hat sich die Schule immer mehr so Häuser.

Simon Santschi: Das ist so ein Villenquartier von Halle.

Simon Santschi: Es gibt ja sehr viele Gründerbauten in Halle. Die Halle ist ja sehr gewachsen

Simon Santschi: eigentlich zur Gründerzeit.

Simon Santschi: Und da gibt es dieses Villenviertel. Und die Kunsthochschule hat dann eine Villa

Simon Santschi: nach der anderen aufgekauft. gekauft.

Simon Santschi: Immer wieder, wenn irgendein neues Institut oder irgendeine neue Abteilung gegründet wurde.

Simon Santschi: Und das ist also wirklich ein Juwel.

Simon Santschi: Du kennst es ja anscheinend auch nicht. Viele aus dem Westen kennen das nicht.

Simon Santschi: Sie ist die zweitgrößte Kunsthochschule Deutschlands.

Simon Santschi: Also nach Berlin ist es Halle, ja.

Simi Will: Burg, sag nochmal den Namen. Burg Gibichenstein.

Simon Santschi: Also sie ist groß, sie ist wirklich sehr groß und war zu DDR-Zeiten auch eine Elite-Schule.

Simon Santschi: Und davor eigentlich schon, also es gibt auch dunklere Kapitel,

Simon Santschi: gut, das DDR-Kapitel ist auch hier ein bisschen ambivalent.

Simon Santschi: Also nachdem das Bauhaus geschlossen wurde in Dessau, flohen ja viele,

Simon Santschi: aber einige gab es auch, die dann nach Halle umzogen. Auch diese Geschichte kennen wenige.

Simon Santschi: Also diese Tradition vom Bauhaus, wie gesagt, einige flohen ja in die Schweiz,

Simon Santschi: in die USA, aber es gab auch einige, die nach Halle flohen, kann man es ja nicht

Simon Santschi: nennen, weil sie blieben ja in Deutschland.

Simon Santschi: Aber da gibt es auch so eine Traditionslinie, die da weiter ging.

Simi Will: Okay, spannend.

Simon Santschi: Ja, es ist wirklich eine ganz tolle Hochschule. Und die hat auch,

Simon Santschi: das ist jetzt eher dank wahrscheinlich DDR,

Simon Santschi: gab es auch immer noch so Gewerke, die dort weiter betrieben wurden,

Simon Santschi: wie Glaskunst und Textilkunst.

Simon Santschi: Und das wurde dort nie abgeschafft, weil im Westen, also das gilt auch für die

Simon Santschi: Schweiz oder andere Akademien, Denn irgendwann wurden ja so diese eher handwerklichen

Simon Santschi: Künste, das wurde alles irgendwann abgeschafft an den Kunsthochschulen.

Simi Will: Oder so aus der Kunstwelt rausgeschoben.

Simon Santschi: Ja, das war dann weg. Aber in der DDR wurde das irgendwie hochgehalten und überlebte dann.

Simon Santschi: Und deshalb gibt es dort immer noch Glaskunst oder eben Textilkunst.

Simon Santschi: Aber auf dem Niveau von der Kunstakademie.

Simi Will: Ja, das kenne ich ja immer so. Da gehöre ich auch immer so zu.

Simi Will: Das ist aber ein bisschen unfair, wo man dann sagt, naja, das ist so ein bisschen

Simi Will: handwerksam. Das ist eben dort.

Simon Santschi: Also natürlich, es ist handwerklich, weil du musst, um Glas zu bearbeiten,

Simon Santschi: musst du ja ein Handwerk können. Also das musst du ja wirklich lernen.

Simon Santschi: Aber wie sie dann damit umgehen oder was sie dann damit tun,

Simon Santschi: das ist natürlich sehr künstlerisch. Ja, eben. Das ist dann schon sehr frei.

Simi Will: Also ich denke auch an Kirchenfenster.

Simon Santschi: Nee, nee, nee, das ist es nicht. Okay, gut. Kirchenfenster in der DDR sowieso nicht.

Simi Will: Ja gut, aber...

Simi Will: Egal, anderes Thema. Genau. Und wie lange warst du an dieser Burg?

Simon Santschi: Ja, knapp zwei Jahre. Und dann gab es hier diese Stellenausschreibung und das

Simon Santschi: hat mich gleich gereizt, weil das ist schon was Außergewöhnliches,

Simon Santschi: die Europäische Kunstakademie.

Simon Santschi: Und dann habe ich mich gleich drauf beworben. Also war jetzt nicht so,

Simon Santschi: dass ich jetzt unbedingt einen gibischen Stein gehen musste oder so.

Simon Santschi: Es war zwar schon eine befristete Anstellung, aber es hätte wahrscheinlich schon

Simon Santschi: auch irgendwie noch weitergehen können.

Simon Santschi: Aber das hat mich dann schon sehr gereizt, hierher zu kommen.

Simi Will: Also das heißt, nach der fantastischen Burg, weil das klingt wirklich sehr spannend,

Simi Will: das werde ich auch googeln, wenn ich nach Hause komme.

Simon Santschi: Sagen wir es so, also die Burg ist eine Insel in Halle.

Simon Santschi: Das ist wirklich wie so ein kleiner Kosmos in dieser Stadthalle.

Simon Santschi: Und die Stadthalle ist dann wiederum so eine Insel in Sachsen-Anhalt.

Simon Santschi: Also das sind so Inseln in Inselchen in Inselchen. Also das Umfeld war schon schwierig.

Simi Will: Ja, nach wie vor.

Simi Will: Genau, und Trier, du hast Trier vorher gekannt oder du dachtest,

Simi Will: Trier gefällt mir oder da will ich hin?

Simon Santschi: Nee, mit Trier hatte das gar nichts zu tun.

Simi Will: Einfach nur mit Trier.

Simon Santschi: Sondern wirklich die Europäische Kunstakademie, weil so eine freie und große

Simon Santschi: Akademie, also mit diesem Angebot gibt es ja deutschlandweit keine.

Simon Santschi: Also es ist ja wirklich die größte solche freie Kunstakademie mit diesen verschiedenen Abteilungen.

Simon Santschi: Dass es eben auch Druckgrafik gibt, dass es Bildhauerei gibt,

Simon Santschi: Keramik, Metall und so weiter.

Simon Santschi: Das gibt es eigentlich in diesem Umfang in Deutschland keine solche freie Akademie.

Simon Santschi: Die Freien sind alle eher klein oder so ausgerichtet dann spezialisiert auf irgendeinen Bereich.

Simon Santschi: Aber so in diesem Umfang gibt es das wirklich nur in Trier.

Simon Santschi: Und das war eigentlich das, was mich so interessiert hat. Trier,

Simon Santschi: ich war nur einmal davor in Trier.

Simon Santschi: Aber nur kurz, so auf, nee, die Schweizer kommen ja nicht auf Klassen,

Simon Santschi: fahren nach Trier. Wir haben selber ja Römer gehabt und nee,

Simon Santschi: da fährt man nicht nach Trier für.

Simon Santschi: Die Trier denken immer, alle kommen hierher wie den Römern, aber das gilt für

Simon Santschi: von Trier nach Norden hoch, gilt das.

Simon Santschi: Aber wenn man weiter südlicher ist, lebt, dann muss man nicht nach Trier.

Simi Will: Dann gibt es auch.

Simi Will: Ja, stimmt. Gut, Trier-Eka. Die Eka, muss ich gestehen, ich bin 1991 weg von

Simi Will: Trier, da gab es die meines Wissens noch nicht.

Simon Santschi: Doch, das ist ja das Lustige.

Simi Will: Da habe ich mich überhaupt nicht für sowas interessiert.

Simon Santschi: Das scheint so, ja. Weil die wurde ja 1977 gegründet, die ist ja so alt wie ich.

Simi Will: So, wie sie da jetzt steht?

Simon Santschi: Die war, nein, wenn du jetzt 1991 sagst, dann ist es genauso die Zeit,

Simon Santschi: wo das erst begonnen hat mit überhaupt die Idee, dass das da in diesen alten

Simon Santschi: Schlachthof, was es ja ist,

Simon Santschi: dieses Gebäude, wo es jetzt ist, an der Aachener Straße, da wurde das erst überhaupt

Simon Santschi: konzipiert und davor war sie im Martiner Hof in Palin.

Simi Will: Die Kunstakademie? Ja. Davon weiß ich noch. Da gab es immer so was, so Ateliers oder so.

Simon Santschi: Das war nicht Ateliers, sondern es war wirklich die Kunstakademie.

Simon Santschi: Die Ateliers kamen erst, nachdem die Akademie dann ausgezogen ist. Okay.

Simon Santschi: Und das war aber alles, ich meine, ich kenne das ja auch nicht,

Simon Santschi: ich kenne das auch nur vom Hörensagen und es gibt so ein paar Fotos und so,

Simon Santschi: aber nicht viele, wo man das sieht.

Simon Santschi: Das war alles natürlich sehr improvisiert und alles viel zu eng, viel zu klein.

Simon Santschi: Da wurde das alles selber so ausgebaut für Druckgrafik im Bildhauerei,

Simon Santschi: dann dort im Hof und so weiter. Aber das war alles sehr schwierig, räumlich gesehen.

Simon Santschi: Und für den Sommer wurden dann immer auch noch Räume von der Hochschule benutzt,

Simon Santschi: weil es, wie gesagt, alles war eigentlich zu klein.

Simon Santschi: Und so kam dann die Idee auf Ende 80er, Anfang 90er Jahre. es braucht eigentlich

Simon Santschi: ein größeres Gebäude, das alles fassen kann.

Simon Santschi: Und gleichzeitig war ja so, dass dieser städtische Schlachthof,

Simon Santschi: war ja städtisches Gebäude, also es ist es ja immer noch, und man wusste ja

Simon Santschi: nicht so genau, was soll man jetzt mit diesem Schlachthof, weil es war klar,

Simon Santschi: dass der nicht mehr funktionierte.

Simi Will: Aber weißt du zufällig, wie lange dieser Schlachthof als Schlachthof noch?

Simon Santschi: Bis Ende 80er Jahre war der noch aktiv. Er war dann zum Schluss kein städtischer

Simon Santschi: mehr, Also das Gelände war noch städtisch, aber die haben sich wie eingemietet.

Simon Santschi: Also das war dann so ein bisschen seltsames Konstrukt. Also es waren dann eigentlich

Simon Santschi: Private, die sich da eingemietet haben und dann dort quasi privat geschlachtet.

Simon Santschi: Also es war kein städtischer Betrieb mehr. Der wurde schon…

Simon Santschi: Ja, irgendwann in den 80er wurde das da mit dem städtischen Betrieb eigentlich schon aufgegeben.

Simon Santschi: Und es war klar, dass das nicht mehr weitergeht, weil man hätte dann ziemlich

Simon Santschi: investieren müssen, wegen den hygienischen Auflagen und so weiter.

Simon Santschi: Also man hätte das gar nicht weiter betreiben können. Und dann war natürlich

Simon Santschi: so die Frage, was macht man mit diesem Gebäude?

Simon Santschi: Und das war wirklich toll, dass Professor Kremer, der Gründer der Akademie… Ach,

Simi Will: Der Kremer, den kenne ich noch.

Simon Santschi: Kleiner Mann mit Goldbrille. Ja, genau. Der hatte, also so Kleines weiß ich gar nicht.

Simi Will: Du sagst es. Mit so zwei Damen von der Abteilung der Modedesigner.

Simi Will: Das war immer so eine Clique und die waren viel unterwegs, waren immer sehr

Simi Will: lustig. Der Krämer, klar, an die erinnerst mich.

Simon Santschi: Und der hatte zum Glück eigentlich das gleich gesehen, das Potenzial von diesem

Simon Santschi: Schlachthof, weil ich glaube, sonst viele würden jetzt nicht auf die Idee kommen,

Simon Santschi: Schlachthof und Kunstakademie.

Simon Santschi: Aber an sich ist ein Schlachthof jetzt so vom Gebäudetyp perfekt geeignet für

Simon Santschi: eine Kunstakademie, weil der Schlechter, der braucht ja auch,

Simon Santschi: also das müssen hohe Decken sein,

Simon Santschi: weil du hast ja da diese Rinderhälften und so.

Simon Santschi: Also das ist ja alles auch, hat gewisse Ausmaße. Das heißt, das können keine

Simon Santschi: niedrigen Gebäude sein.

Simon Santschi: Und zweitens braucht der Schlechter auch Licht. der braucht gutes Licht,

Simon Santschi: um zu sehen, was er da dann immer tut.

Simon Santschi: Und das sind beides natürlich ideale Voraussetzungen auch für Kunst.

Simi Will: Ja, ich muss ja sagen, ich liebe ja die Eka, wie du weißt, weil das ist für

Simi Will: mich nicht Trier, weil so wie es da steht jetzt als Kunstort,

Simi Will: kenne ich es tatsächlich nicht.

Simi Will: Also ich bin weggegangen und so gab es das nicht. Ja.

Simi Will: Deswegen bin ich da auch so gern. Das hat für mich so die große,

Simi Will: weite Welt. Es ist einfach ein Riesenraum.

Simi Will: Die Ausstellungen sind sehr divers, also sehr unterschiedliche Sachen.

Simi Will: Es wird nicht nur bedient.

Simi Will: Bravo, bravo, bravo. Vielen Dank dafür. Nein, finde ich wichtig.

Simi Will: Das ist für mich Aufgabe der Kunst. Und gerade in engen Räumen,

Simi Will: engen Städten doppelt wichtig. Deswegen öffnen, öffnen, öffnen.

Simi Will: Und dass die Eker sich auftut oder ein offener Ort ist.

Simi Will: Das habe ich hier ganz am Anfang schon ganz schnell gemerkt,

Simi Will: weil ich sehr schnell dort Macht doch mal vorgefunden habe.

Simi Will: Und dafür bin ich euch wirklich sehr, sehr, sehr, sehr dankbar,

Simi Will: weil dazu gehört Mut, dazu gehört es auch, wir wissen ja gar nicht, was die da machen will.

Simi Will: Komische Nummer, ein bisschen komisch ist die ja schon.

Simi Will: Ich durfte aber rein, wir durften rein da mit Tanja und ich darf das jetzt dieses

Simi Will: Jahr wieder machen und bin sehr, sehr glücklich. Das ist wirklich ganz wunderbar.

Simi Will: So, genau, und Schlachthof und Kunst zusammen, also dass es das jetzt lief.

Simon Santschi: Also zusammen nacheinander.

Simi Will: Nacheinander, ja.

Simon Santschi: Da wurde auch, das weiß ich noch, da kann man jetzt dran glauben oder nicht,

Simon Santschi: aber es gab so ein, ja fast schon Ritus, also die Akademie wurde dann von den

Simon Santschi: Künstlern ausgeräuchert.

Simon Santschi: Also um einfach da irgendwie diese Energie, also das sind ja Tausende,

Simon Santschi: Hunderttausende von Tieren sind dort ja gestorben.

Simon Santschi: Und ja, das wurde dann schon auch von den Künstlern so irgendwie,

Simon Santschi: klar, da müssen wir irgendwas tun damit.

Simi Will: Ja, aber schön. Schön, schön, schön. Und jetzt bist du, sagst du, sechs Jahre da?

Simon Santschi: Ja, genau.

Simi Will: Sechs Jahre, dann bist du ein Jahr vor mir gekommen, sozusagen, nach Trier.

Simi Will: Und was hast du vorgefunden? Konntest du gleich loslegen? Hast du gesagt,

Simi Will: so, ah, jetzt bin ich hier und ich will hier das machen und das machen.

Simi Will: Oder es ist ja für viele, die das nicht wissen, die EK ist ja auch halbstädtisch, oder wie?

Simon Santschi: Nee, es ist nicht städtisch,

Simi Will: Sondern… Siehst du, für die, die es nicht wissen, ich weiß es auch nicht.

Simi Will: Ja, also es ist ja ein Verein.

Simon Santschi: Es ist ein gemeinnütziger Verein. Und in diesem Verein sind aber die Mitglieder

Simon Santschi: sind alle nur institutionell.

Simon Santschi: Also wir haben nur institutionelle Mitglieder, also keine Privatpersonen und

Simon Santschi: die Stadt ist ein Mitglied davon.

Simi Will: Okay, verstehe.

Simon Santschi: So ist es. Und wie gesagt, das Gelände, das Gebäude ist städtisch,

Simon Santschi: aber die Akademie ist ein Verein.

Simi Will: Und Akademie heißt, dort wird gelehrt.

Simon Santschi: Ja, das ist die Hauptaufgabe. Also einerseits die Bildung, also die Vermittlung.

Simon Santschi: Und es gibt das ganze Jahr, wirklich von Februar geht das los bis November,

Simon Santschi: ist eigentlich das Kursprogramm.

Simon Santschi: Und wir haben auch berufsbegleitenden Kunststudium. Das geht das ganze Jahr durch.

Simon Santschi: Und das ist so der Fokus. Und dann haben wir ja die Kunsthalle als Ausstellungsort.

Simon Santschi: Weil auch ein Auftrag der Heer Akademie ist, die Vermittlung der bildenden Kunst

Simon Santschi: auch an eine breite Öffentlichkeit.

Simon Santschi: Also nicht ausschließlich immer an durchzuführen, sondern auch Ausstellungen

Simon Santschi: und so in Kunst auch an ein breites Publikum zu vermitteln.

Simi Will: die EK, weiß ich, ist immer für Kooperationen auch bereit.

Simi Will: Also ihr macht da viel mit anderen Leuten zusammen.

Simon Santschi: Aber ich denke, heute funktioniert das nur noch so, weil diese Veränderungen

Simon Santschi: im Kulturbereich kriegen ja alle zu spüren.

Simon Santschi: Man muss schauen, wie erreicht man überhaupt ein Publikum. Also dieses Haus

Simon Santschi: zu eröffnen, das hat ja wirklich auch damit zu tun, dass man einfach zusammenarbeiten

Simon Santschi: muss, weil nur so erreicht man eigentlich noch ein Publikum.

Simon Santschi: Also viele Vereine, das hat ja auch stark mit dem demografischen Wandel zu tun,

Simon Santschi: so eine Überalterung und alles so, wie kriegt man jetzt irgendwie auch ein inneres Publikum.

Simon Santschi: Und ich denke, das funktioniert eben nur durch diese Eröffnung und dass man

Simon Santschi: zusammenarbeitet, um an ein anderes Publikum zu kommen.

Simon Santschi: Sonst ist genau das, wie du schilderst, dann ist man so in einer eigenen Szene und

Simon Santschi: die wird dann immer kleiner und kleiner und älter und älter und kleiner und

Simon Santschi: irgendwann ist es halt dann nicht mehr.

Simi Will: Ja, und das ist meiner Ansicht nach eine Katastrophe, weil gerade jetzt Thema

Simi Will: Demokratie, wo siehst du, das wäre jetzt die nächste Frage, die ich mir so ganz

Simi Will: schlau überlegt habe, weil ich ja das Fräulein Pfeuilleton bin,

Simi Will: Und zwar, wie denkst du oder welchen gesellschaftlichen Stellenwert siehst du,

Simi Will: gibst du der Kunst im Kontext Demokratiestärken?

Simi Will: Wo ist die Kunst da zu finden oder was muss die Kunst tun um die Demokratie

Simi Will: oder muss sie gar nichts tun?

Simon Santschi: Doch, ich denke schon, dass da eigentlich eine wichtige Funktion drin liegt.

Simon Santschi: Also die Kunst kann ja sich mit Themen beschäftigen, die viele Menschen beschäftigt

Simon Santschi: auch und das aber in so einem anderen Kontext, andere Blickweisen drauf bringt und

Simon Santschi: auch öffnet, auch das nicht so in starre

Simon Santschi: Vorstellungen zwängt. Also ich finde, Kunst hat da schon eine Funktion,

Simon Santschi: eigentlich eine wichtige Funktion.

Simon Santschi: Auch so Diskurse zu öffnen, also die vielleicht teilweise auch so verhärtet

Simon Santschi: sind oder wo sich so Fronten bilden oder so,

Simon Santschi: denke ich, kann Kunst auch wieder etwas auflockern und so in Gespräch bringen.

Simon Santschi: Und das hat damit zu tun, dass Kunst ja immer auch etwas Ambivalentes haben kann.

Simon Santschi: Also es ist ja oft, ja nicht nur, aber es ist ja oft etwas Visuelles und das,

Simon Santschi: was man sieht, was jeder Einzelne sieht, jeder sieht auch ein bisschen was anderes

Simon Santschi: und wenn man dann ins Gespräch kommt, dann sieht man,

Simon Santschi: du siehst ja ganz was anderes, als ich sehe und

Simon Santschi: das finde ich schon, dass das etwas mit Demokratie zu tun hat.

Simon Santschi: Also dieses Gespräch kommen, sich austauschen und diese verschiedenen Sichtweisen

Simon Santschi: sich zu spiegeln und dann zu sehen, aha,

Simon Santschi: eigentlich gucken wir dasselbe an, finden vielleicht das beide auch gleich interessant,

Simon Santschi: aber aus ganz unterschiedlichen Gründen. Oder eben, wir finden

Simon Santschi: das sehr unterschiedlich, aber man kann drüber sprechen. Also ich finde,

Simon Santschi: es eröffnet eigentlich etwas Kunst.

Simon Santschi: Und das ist in diesen Zeiten, glaube ich, wichtig.

Simi Will: Was sagst du, ich unterstelle mal, Kunst ist ja doch auch was Schickes und eher im elitären Kontext?

Simon Santschi: Ja, das ist, für mich so ein bisschen 2000er. Danke. Danke.

Simi Will: Ich dachte jetzt, ah, jetzt mache ich mal was ganz Programmes.

Simon Santschi: Weil das stimmt. Also so 90er Jahre, 2000er, da war Kunst auch,

Simon Santschi: was Kunstmarkt betrifft,

Simon Santschi: Da hattest du dieses Schickimicki und die Kunstmessen florierten und der Kunstmarkt sowieso.

Simon Santschi: Und es gab dann auch immer, du kannst dich sicher auch erinnern,

Simon Santschi: wie dann irgendwelche Kunstauktionen wieder so viel, 100 Millionen für dieses Werk und so.

Simon Santschi: Und das hörst du jetzt eigentlich nicht mehr. Das sind gar nicht mehr die Themen jetzt.

Simon Santschi: Ich denke, das ist schon ein bisschen vorbei.

Simi Will: Also, dass die Themen, also ich denke daran, also ja, du hast recht natürlich,

Simi Will: ich das so ein bisschen 2000er?

Simi Will: Das hat mir noch keiner gesagt. Das hat mir wirklich noch keiner gesagt.

Simi Will: Da kommt dieser Schweizer und sagt, ich bin so 2000.

Simi Will: Simi ist ja irgendwie so. Das müssen wir jetzt erstmal verarbeiten.

Simon Santschi: Ja, aber du kannst das auch erkennen an Kunsthäusern.

Simon Santschi: Also dieses sehr elitäre eben sehr, wir kümmern uns da um so eine Oberschicht

Simon Santschi: in irgendeinem städtischen Umfeld und die muss da bedient werden oder so.

Simon Santschi: Ich glaube, das funktioniert heute einfach nicht mehr. Also so kannst du kein

Simon Santschi: Kunsthaus, Kunstmuseum mehr führen.

Simi Will: Ich erinnere mich zum Beispiel, also es gilt nicht nur für die bildende Kunst,

Simi Will: sondern ich sage mal generell für die Kunstwelt.

Simi Will: Ich habe zum Beispiel auch in der Kunst immer malocht.

Simi Will: Ich war bei Sascha Walz.

Simi Will: Habe ich im Radialsystem in Berlin gearbeitet, aber wo? An der Bar.

Simi Will: Da habe ich halt, ich sage es mal so, böse, die Zahnarztgattin,

Simi Will: die nie Trinkgeld gegeben haben,

Simi Will: denen habe ich dann ein Suave für ein Chardonnay verkauft. Weißt du, so.

Simon Santschi: War es doch ein toller Ort.

Simi Will: Ja, ich bin super froh. Ich habe auch gekellnert im Hamburger Bahnhof.

Simi Will: Aber deswegen komme ich auch immer so ein bisschen von der anderen Seite.

Simi Will: Ich meine, ich bin auch ein bisschen bildungsbürgermäßig erzogen.

Simi Will: Ich war auf einem Nonnengymnasium.

Simi Will: Aber ich frage mich oft, wo ist denn die oder besteht das Klischee noch?

Simi Will: Die Friseurin geht doch Sonntag nicht um elf zur Vernissage? Fragezeichen.

Simi Will: Riesenfragezeichen.

Simi Will: Noch größeres Fragezeichen. Oder geht eher die Zahnarztgattin mit der studierenden

Simi Will: Tochter, die ja eigentlich in Berlin lebt oder jetzt vielleicht in Wien?

Simi Will: Ich will ja nicht so 90er-Jahre-mäßig sein bei der Auswahl der Studienstädte.

Simi Will: So, siehst du das? Ist das noch so?

Simon Santschi: Ja, natürlich gibt es das noch. Aber nochmals, wo liegt so ein bisschen der

Simon Santschi: Fokus und wie wichtig ist das?

Simon Santschi: Ich denke schon, dass es viel offener ist als früher.

Simon Santschi: Dieses Elitäre an vielen Stellen eigentlich abgebaut wird.

Simon Santschi: das nehme ich bei vielen Kunstinstitutionen eigentlich schon so wahr.

Simon Santschi: Und das bedeutet aber nicht, dass die Zahnarztgattin dann nicht doch auch immer

Simon Santschi: noch kommt. Also die kommt immer noch, aber eben nicht nur sie.

Simi Will: Wunderbar. Und das ist genau das, wo ich finde, mit meinem Dazwischen...

Simi Will: Gut aufgehoben bin, weil ich glaube, dass ich das spüre und dass ich da auch

Simi Will: selbst, man ist ja auch immer Knecht seiner Sozialisation,

Simi Will: und das ist glaube ich etwas, was ich jetzt spüre und das gefällt mir sehr gut,

Simi Will: und für dieses Beispiel, für das, dass das einigermaßen schon spürbar ist, sehe ich die Eka,

Simi Will: die trotzdem, was ich auch mag, immer noch die die Eker ist.

Simi Will: Weil das muss sich ja nicht widersprechen.

Simon Santschi: Nee, nee. Aber ich finde das jetzt nicht nur im Kunstbereich oder jetzt hier

Simon Santschi: in Trier-Eker, sondern da kannst du ja auch ins Theater Trier gehen.

Simon Santschi: Dort ist es doch auch so. Also ich finde, das ist doch auch recht divers.

Simi Will: Ja, das stimmt.

Simon Santschi: Also natürlich gibt es da auch Vorstellungen, denke ich, die dann ein bestimmtes

Simon Santschi: Publikum besonders anspricht.

Simon Santschi: Aber wir haben ja bei uns auch eine Spielstätte,

Simon Santschi: und das ist ja wie so ein bisschen eine kleine Bühne, wo auch dann vom Bühnenbild

Simon Santschi: einfach ganz anders inszeniert wird als in eher diesem klassischen Haus

Simon Santschi: von der Hauptspielstätte. Und da sehe ich schon, dass da auch ein anderes Publikum

Simon Santschi: kommt. Das nehmen wir ja auch wahr.

Simon Santschi: wir haben eigentlich so eine gemeinsame Nutzung.

Simon Santschi: Unsere Bildhauerei, die ist im Sommer, also zur Sommerakademie ist das ein großer Bildhauersaal.

Simon Santschi: Und zur Spielzeit, also jetzt beginnt das dann wieder ab Mitte September,

Simon Santschi: kommt das Theater dann wieder rein, also da wird alles wieder umgebaut und dann

Simon Santschi: ist das wie gesagt eine Spielstätte fürs Theater, einfach

Simon Santschi: die Saison und dann im Sommer wird es wieder umgebaut und dann ist es wieder ein Billhauer Atelier.

Simi Will: Ja, das finde ich echt super. Und gibt es an der EKA, gibt es ja so Kurse,

Simi Will: das ist, also das habe ich noch nicht so ganz verstanden.

Simi Will: Das heißt, in den Kursen, die werden angeboten und das ist quasi frei.

Simi Will: Da kann ich hingehen, wenn ich sage, ich möchte….

Simon Santschi: Da kann jeder hingehen. Das ist nicht, dass es da irgendwelche Aufnahmebedingungen

Simon Santschi: oder Prüfungen oder so gibt, sondern jeder kann da wirklich teilnehmen.

Simon Santschi: Es gibt, wir haben etwa 150 Kurse im Jahr und da gibt es natürlich schon Kurse,

Simon Santschi: die jetzt geeigneter sind für Anfänger, also die wirklich vielleicht noch nie

Simon Santschi: in dem Bereich was probiert haben, dass man dann vielleicht eher so in einen

Simon Santschi: Einsteigerkurs geht. Wir haben auch so Schnupperkurse.

Simon Santschi: Und dann kann man aber grundsätzlich in alle Kurse eigentlich.

Simon Santschi: Und es gibt weniger Kurse, wo es Aufnahmebedingungen gibt.

Simon Santschi: Aber es sind wirklich nur ganz, ganz wenige für dann sehr Fortgeschrittene.

Simon Santschi: Und dann gibt es dieses berufsbegleitende Kunststudium. Und dort ist ganz klassisch

Simon Santschi: mit Mappe bewährt man sich für dieses Studium.

Simi Will: Ach siehst du, das wusste ich alles gar nicht.

Simi Will: Ich wusste immer nur, das sind Kunstkurse. Aber das ist privat. Also ich muss sagen.

Simon Santschi: Ich gönne mir

Simi Will: Jetzt im Sommer will ich Figureskes malen oder ich will einen Kurs gegenständlicher Malerei machen.

Simi Will: Dann bezahle ich das und kaufe mir quasi einen Kurs. So funktioniert das.

Simon Santschi: So funktioniert das. Das war ja der Ansatz, also 1977 gegründet von Krämer, den du ja kennst.

Simon Santschi: Und Krämer hat das eigentlich nach dem Vorbild gemacht von der Kunstakademie

Simon Santschi: in Salzburg, was auch eine Neugründung war von Oskar Kokoschka.

Simon Santschi: Und Kokoschka hatte den Ansatz, diese sehr elitären

Simon Santschi: Kunstakademien wie zum Beispiel Wien, das zu öffnen und zu sagen,

Simon Santschi: wir möchten eigentlich, dass

Simon Santschi: diese Professoren, die Dozierenden, wie sie auch Kunst unterrichten an Akademien,

Simon Santschi: dass das auch für jedermann zugänglich sein soll.

Simon Santschi: Und dann hat er dieses Modell in Salzburg entwickelt und Krämer war dann auch

Simon Santschi: in Salzburg, hat dort teilgenommen und das hat ihn so begeistert,

Simon Santschi: dass er gesagt hat, das will ich auch hier.

Simon Santschi: Das möchte ich auch hier gründen. Und so kam es dann eigentlich durch diese Gründung.

Simon Santschi: Also das Ziel war von Beginn her, eben nicht elitiert zu sein.

Simon Santschi: Also nicht, dass da eine große Hürde besteht, sondern jeder kann sich anmelden

Simon Santschi: und so einen Kurs besuchen.

Simi Will: Wenn ich das Geld dafür habe.

Simon Santschi: Das Geld, ja klar, es kostet was.

Simi Will: Okay, aber dafür brauche ich keine Aufnahmeprüfung und keinen Lebenslauf,

Simi Will: der das bestätigt, dass ich Künstlerin bin.

Simon Santschi: Ja. Ja.

Simi Will: Okay. Und wenn du, sagen wir mal, jetzt Bürgermeister von Trier wärst,

Simi Will: was würdest du dir wünschen oder wo würdest du zuerst loslegen?

Simon Santschi: Also ich bin ja Schweizer und ich kann ja hier, das ist ja EU-Ausländer,

Simon Santschi: ich kann ja hier auch lokal nicht mal wählen oder sonst irgendwas.

Simon Santschi: Also ich bin da schon ein bisschen auch raus.

Simon Santschi: Finde ich auch okay, dass das so ist. Ich meine, das wollen ja die Schweizer

Simon Santschi: so, dass die Schweiz nicht in der EU ist, aber das bedeutet halt,

Simon Santschi: dass man sich da überhaupt nirgends groß jetzt einbringen kann.

Simon Santschi: Also diese Vorstellung, Bürgermeister und ich mache jetzt da alles neu oder

Simon Santschi: so, das habe ich gar nicht, diese Vorstellung.

Simon Santschi: Eher so, wenn dann im Kleinen, es ist sowieso die Frage, wie groß bei den Kommunen

Simon Santschi: wie groß da überhaupt die Spielräume noch sind

Simon Santschi: aber wenn, dann sehe ich es eher so im Kleinen, wo ich denke ich habe ja immer

Simon Santschi: auch, wenn ich jetzt sechs Jahre

Simon Santschi: hier bin, habe ich immer auch noch so ein bisschen diesen Blick von außen,

Simon Santschi: weiß nicht, dir geht es vielleicht auch noch so also so ganz aus Trier sehe

Simon Santschi: ich mich sowieso nicht, aber

Simon Santschi: Es gibt einfach so Dinge wie zum Beispiel die Mosel, die nach wie vor irgendwie

Simon Santschi: Trier so keinen Bezug zur Mosel hat.

Simi Will: Zum Fluss an sich.

Simon Santschi: Ja, das ist für mich etwas sehr Fremdes, weil ein Fluss ist sowas Tolles.

Simon Santschi: Also ich habe jetzt gesagt, dass ich ja gar nicht so naturverbunden bin,

Simon Santschi: aber in dem Sinne schon. Also das ist für mich sowas Tolles, einen Fluss zu haben.

Simon Santschi: Ich bin ja öfters auch in Stuttgart und der Neckar ist ja sehr weit vom Stadtzentrum

Simon Santschi: entfernt und das stört mich immer so in diesem Stuttgart, in diesem Kessel und

Simon Santschi: nirgends ist irgendein Gewässer.

Simon Santschi: Und Trier hat aber hier wirklich einen sehr schönen Fluss, Flusslandschaft,

Simon Santschi: auch mit der Pferdeinsel, das ist alles so fantastisch und irgendwie ist diese

Simon Santschi: Stadt ein bisschen wie mit dem Rücken zum Fluss.

Simi Will: Ja, das ist verrückt. Das ist verrückt. Ich musste auch dran denken,

Simi Will: um nochmal auf meinen Kurzaufenthalt in der Schweiz zu kommen,

Simi Will: mit dem mehrstimmigen Gesang.

Simi Will: Da ist mir aufgefallen, dass die...

Simi Will: Leute, so ihre Umgebung so intensiv wahrgenommen haben, so viel damit umgegangen

Simi Will: sind. Die hatten zwei Pferde im Stall und es waren keine Bauern,

Simi Will: sondern ein Beamter, auch der Vater von der Freundin.

Simi Will: Und die waren dann immer drei Tage unterwegs und die sind dann hier auf den

Simi Will: Spuren von Wilhelm Tell, er und sein Kumpel.

Simi Will: Und da habe ich ihm gesagt, ja, wir haben, bei uns ist es nicht so.

Simi Will: Und haben gesagt, ja, ihr habt doch die Mosel, die wohnt doch da,

Simi Will: wo andere Urlaub machen.

Simi Will: Und das stimmt, aber das musste mir ein Schweizer, der Vater meiner Freundin

Simi Will: Sibyl, der Familie Schwander, grüße nach Römerswil,

Simi Will: musste mir das beibringen, weil ich auch als Trier sozialisierte der Fluss als Kind im Dorf.

Simi Will: Ja, als Kind im Dorf, wir haben auch den Fluss durchschwommen. Das waren Mutproben.

Simi Will: Ich komme aus Riol und dann bist du rüber nach Longen geschwommen und solche

Simi Will: Sachen. Ich bin mit Opa Angeln gewesen, Rotaugen und sowas.

Simi Will: Und im Dorf war das schon das Fluss-Deg. Aber in Trier, ich selbst auch nicht.

Simi Will: Ich wohne in Trier Süd, weiß nicht, 20, 25 Meter vom Fluss weg.

Simi Will: Und während ich am Anfang jeden Tag spazieren war an der Mosel,

Simi Will: habe ich das irgendwie eingestellt. Das mache ich wieder.

Simon Santschi: Also jetzt war ja diese partielle Sonnenfinsternis und da ging ich an die Mosel,

Simon Santschi: weil so Richtung Staufstufe hattest du da eigentlich einen wunderbaren Blick. Ich war da alleine.

Simon Santschi: Also in Zürich oder Basel oder so undenkbar. Also da waren alle natürlich irgendwie

Simon Santschi: draußen irgendwo am Fluss.

Simi Will: In Bern geht man doch auch in den Fluss schwimmen, in der Stadt.

Simon Santschi: Gut, das hat halt etwas damit zu tun, wie sauber ein Fluss ist.

Simon Santschi: Das kann man jetzt hier von Trier ja auch nicht unbedingt ändern,

Simon Santschi: dass der halt, glaube ich, nicht so ganz so sauer ist.

Simon Santschi: Trotzdem könnte man sich mehr zum Fluss öffnen.

Simi Will: Ja, da findet ja auch nichts statt. Da gibt es jetzt diese eine Location,

Simi Will: wo dann alle hinströmen.

Simon Santschi: Und eben die Akademie.

Simi Will: Stimmt, ja gut, die Akademie ist ja auch am Fluss.

Simon Santschi: Ja, mit dem Herrlich-Herrlich. Das ist ja auch eine der wenigen Musel-Terrassen, die es überhaupt gibt.

Simi Will: Stimmt.

Simon Santschi: Auf dieser Seite.

Simi Will: Trierer, hört, hört. Musel-Metropole. Was ist los? öffne dich zum Fluss, öffne dich zum Fluss.

Simi Will: Also diese Folge, wenn ich denn folgenden Titel geben würde,

Simi Will: der Schweizer, der den Trierer die Mosel eröffnet.

Simon Santschi: Also mich hat es auch immer erstaunt, es gibt ja diese zwei wunderbaren Kranen

Simon Santschi: und in anderen Städten, da hätte man längst irgendwas damit gemacht.

Simon Santschi: Also die stehen ja da auch für sich einfach so rum und sind wirklich tolle Bauwerke.

Simon Santschi: Und also die würde man nutzen eigentlich.

Simi Will: Und wenn man da nur Pommes drin verkaufen würde.

Simon Santschi: Egal wie was, ja.

Simi Will: Ja, und der Blick zu diesen Felsen.

Simon Santschi: Das ist legendär eigentlich. Genau.

Simi Will: Die Mosel.

Simi Will: Ja, Simon Sanchi, der Mann mit dem italienisch klingenden Namen, der gar keiner ist.

Simon Santschi: Der glaube ich nicht italienisch ist. Nein, durch und durch Schweizer.

Simi Will: Ich gucke jetzt nochmal in meine Aufzeichnungen, weil der Herr Sanchi hat tatsächlich

Simi Will: auch hier Notizen dabei gehabt.

Simi Will: Das wollte ich nochmal gesagt haben. Bist du ein Richtigmacher?

Simi Will: Ein Richtigmacher. Ein Richtigmacher. So, wenn ich das mache,

Simi Will: mache ich das richtig. Oder bist du so, ach, ich gucke mal und dann schauen wir mal, was wird?

Simon Santschi: Nee, ich habe eigentlich schon auch die, das war schon früh, dieses Thema.

Simon Santschi: Bei 90 Prozent muss man einfach dann auch mal sagen, so jetzt ist gut,

Simon Santschi: jetzt muss es raus, weil sonst kommt man da nirgends hin.

Simon Santschi: Und wenn du mit richtig 100 Prozent meinst, nee, das empfehle ich nicht, das so zu tun.

Simi Will: Wunderbar, weil das ist nämlich oft ein Problem, dass Dinge dann einfach nicht passieren sollten.

Simon Santschi: Ja, weil man immer sagt, es ist noch nicht gut und das muss noch und nee,

Simon Santschi: ich bin noch nicht fertig und so und dann wird es halt nie was.

Simi Will: Ist es ein stressiger Beruf? Ist es ein freier Beruf? Kannst du sagen,

Simi Will: ich bestimme mit, ich sage, was ich nächste Saison haben will,

Simi Will: was unser Thema sein könnte?

Simon Santschi: Also wir sind natürlich auch ein Team, also ein kleines Team und natürlich frei.

Simon Santschi: Da können sich aber auch viele einbringen und stressig, natürlich ist es stressig,

Simon Santschi: weil es einfach immer viel dann doch, weil wir so unterschiedliche Angebote

Simon Santschi: haben und auch wirklich viele haben,

Simon Santschi: ist das schon immer so, muss man schauen, dass wir das überhaupt hinkriegen.

Simon Santschi: Wir sind da schon immer knapp mit den Ressourcen. Also jetzt nicht nur ich persönlich,

Simon Santschi: sondern eigentlich das ganze Team.

Simon Santschi: Wir müssen da immer schauen, dass wir das so mit den Ressourcen,

Simon Santschi: die wir haben, dass wir das hinkriegen.

Simon Santschi: Das gilt auch für die Dozierenden, die ja nicht angestellt sind bei uns,

Simon Santschi: sondern freie Künstler, Honorarkräfte.

Simon Santschi: Und das ist alles immer auch ein bisschen perkehr, muss man natürlich schon

Simon Santschi: auch sehen. Also Kunst ist reich und damit wird man nicht.

Simi Will: Mit der Art von Kunst.

Simon Santschi: Ja, genau. Aber das gilt ja für viele Bereiche im Kulturbereich ist es leider so.

Simi Will: Ja, also ich mache mir große, große Sorgen, weil ich finde ja,

Simi Will: ich werde ja immer nicht müde, unseren Kulturdezernenten echt abzufeiern.

Simi Will: Das hätte ich nie gedacht.

Simi Will: Weil ich, ja, ich weiß nicht, ich habe ihn immer gesehen. Er war überall und immer da.

Simi Will: Ja, das stimmt. Selbst sowas, so eine Präsenz wird dir ja unter Umständen in

Simi Will: der kleinen Stadt auch zum Verhängnis. Weil wie du es machst, ja, so.

Simi Will: Und deswegen werde ich gar nicht müde, diesen Mann einfach zu loben,

Simi Will: weil ich ihn wirklich immer an der Kunst treffe.

Simi Will: Vom Kaninchenzüchterverein bis zur EK, bis zu meinen Veranstaltungen.

Simon Santschi: Interessiert. Und das ist natürlich wichtig. Wie gesagt, viele haben da auch

Simon Santschi: nicht so eine Vorstellung, was überhaupt die Möglichkeiten sind.

Simon Santschi: Also ich denke, das sind schon immer noch Vorstellungen, dass man heute in der

Simon Santschi: Kommune weiß nicht, was für Budgets hat und da weiß nicht, was tun kann.

Simon Santschi: Aber das ist ja alles auch. Da muss man ja auch schauen, was überhaupt noch möglich ist.

Simon Santschi: Also deshalb schon Hut ab von dem, was dort überhaupt geleistet wird,

Simon Santschi: weil das ist alles andere als einfach.

Simi Will: Und es dabei noch so vielen wie möglich recht zu machen.

Simon Santschi: Ja, genau.

Simi Will: Das kommt da noch um drauf.

Simon Santschi: Wir veranstalten ja jetzt auch schon zum vierten Mal die Lange Nacht der Kunst.

Simon Santschi: Inzwischen sind es schon 17 Vereine und Organisationen, die da dabei sind.

Simon Santschi: Und das führt einfach auch zusammen, dass man gegenseitig da informiert ist,

Simon Santschi: was überhaupt läuft und was geht.

Simon Santschi: Und das finde ich schon gut, dass es

Simon Santschi: solche Möglichkeiten gibt, wo man selber, also das ist ja wie aus der Szene

Simon Santschi: heraus entstanden, diese Idee sowas durchzuführen und findet immer im ersten

Simon Santschi: Samstag im Dezember statt.

Simon Santschi: Also jetzt dieses Jahr ist es der fünfte Dezember und da sind dann alle Häuser

Simon Santschi: offen, also Kunsthäuser, Kunstvereine.

Simon Santschi: Und das finde ich wichtig, solche Begebungen.

Simi Will: Das ist, finde ich auch, also ich wünsche mir manchmal, dass Trier auch mehr,

Simi Will: so Kunst-Mosel-Metropole, weil Trier hat auch so vieles.

Simi Will: Und es steht immer noch oben drüber die Porta Nigra.

Simi Will: Man muss aber so, die Porta Nigra ist ja schon auch toll und das ganze Römerding

Simi Will: ist überhaupt keine Frage. Das ist ja unser Öl, logisch.

Simi Will: Aber Trier hat eine europäische Kunstakademie.

Simi Will: Trier hat ein Drei-Sparten-Theater mit einem Wahnsinns-Tanz-Gedöns.

Simi Will: Diese ganzen Sachen. Es gibt die Lange Nacht der Kunst. Das ist wirklich Vorbild aus großen Städten.

Simi Will: Das gab es immer in Neukölln, wie hieß es denn noch, 48 Stunden Neukölln,

Simi Will: da war ich bei den Gründern.

Simi Will: So, da haben wir das noch gemacht, damit Leute, also weil wir wollten Neukölln

Simi Will: einfach gentrifizieren, was uns dann gelungen ist.

Simi Will: Deswegen kann ich mir die Wohnung in Neukölln jetzt nicht mehr leisten.

Simon Santschi: Ja, herzlichen Glückwunsch.

Simi Will: Danke, recht herzlichen Glückwunsch. Ja, aber

Simi Will: Trier ist schon, hat auch ganz viel bildende Kunst und ganz viel Zeitgenössisches.

Simi Will: Zeitgenössisches, genau.

Simon Santschi: Aber das ist eher so schon ein bisschen versteckter, weil was andere Städte

Simon Santschi: halt schon haben, ist, dass sie dieses Zeitgenössische auch irgendwo im Stadtbild,

Simon Santschi: in der Architektur auch so sichtbar wird.

Simon Santschi: Und da ist Trier schon sehr zurückhaltend. Also wenn ich jetzt frage,

Simon Santschi: wenn mir irgendein zeitgenössisches Bauwerk enttriebe, dann kommt man auch so,

Simon Santschi: was könnte das jetzt sein?

Simon Santschi: Und wenn das nicht so sichtbar ist, und das ist Architektur halt,

Simon Santschi: das ist wirklich etwas viel prägenderes, als man denkt, wenn das nicht so sichtbar

Simon Santschi: ist, dann ist es schwierig.

Simon Santschi: Und das beginnt ja schon beim Theater. Das Theater ist ja auch so ein bisschen versteckt.

Simon Santschi: Also man sieht es ja auch nicht wirklich.

Simi Will: Ja, wobei...

Simi Will: Ja, also man geht halt in die Stadt und in der Stadt wird geshoppt und sonst

Simi Will: nichts. Und dazwischen stehen alte Kirchen, die man angucken kann.

Simon Santschi: Genau, aber eben, wenn du dir jetzt so eine Shoppingtour vorstellst,

Simon Santschi: dann gehst du vielleicht noch auf den Viehmarktplatz.

Simon Santschi: Aber du gehst dann, du nimmst nicht wahr, hier hat es auch noch ein großes,

Simon Santschi: eben mit drei Spaten, Stadttheater. Das nimmst du dann nicht wahr.

Simon Santschi: Auch die Tufa ist so ein bisschen versteckt. Alles ist so gut.

Simi Will: Ja, das stimmt.

Simon Santschi: Oder wenn du jetzt Domfreihof bist, dass dann dort hinten, aber da musst du

Simon Santschi: schon rein in diesen zweiten Innenhof, dass es dort noch diese Galerie gibt.

Simi Will: Mit den vielen Buchstaben, da war ich auch erst zwei, drei Mal.

Simon Santschi: Auch das ist so versteckt. Man muss es auch wissen, dass es dort das gibt.

Simon Santschi: Also es ist einfach im Stadtbild für Touristen, für Gäste, ist es nicht wirklich

Simon Santschi: sichtbar, dass es das überhaupt gibt, dieses zeitgenössische.

Simon Santschi: Und für die, die in Trier leben, die wissen es ja eigentlich schon,

Simon Santschi: wo diese Orte sind, aber es ist halt nicht so prägend. Also man geht durch diese

Simon Santschi: Stadt und kriegt das aber nicht so mit.

Simon Santschi: Und das finde ich schon ist bei anderen Städten doch sehr anders.

Simi Will: Ja, das stimmt.

Simon Santschi: Also wo es einfach so, auch der Simeonstift, das ist so zurückhaltend.

Simon Santschi: Ist ja tolle Architektur, aber sie nimmt sich schon auch sehr, sehr zurück.

Simon Santschi: Und ja, das ist so ein bisschen das Trier-Phänomen.

Simi Will: Ja, das stimmt. Das ist wirklich so.

Simi Will: Achtung Leute, ich habe gerade einen Aha-Moment.

Simi Will: Falls eine Pause entstehen sollte, liegt es daran. Nein, das stimmt.

Simi Will: Das ist vollkommen richtig. Statt soziologisch betrachtet ist das Zeitgenössische

Simi Will: immer irgendwo dazwischen versteckt.

Simon Santschi: Ja, oder eben fast schon dahinter.

Simi Will: Ja, nein, wobei das Simeonstift ist ja auch, öffnet sich, habe ich das Gefühl.

Simon Santschi: Ja, als Institution schon.

Simi Will: Ja, aber architektonisch. Aber ich bitte dich, das Simeonstift ist jetzt wirklich

Simi Will: auch das Paradebeispiel, weil das konnte quasi die Toilette von der Porta Nigra sein.

Simi Will: Weil das ist ja wirklich so an die Porta Nigra rangeklatscht.

Simi Will: Dahinter, man muss es wirklich wissen, der Brunnenhof, was für eine tolle Spielstätte.

Simi Will: Tolle Konzerte. Ich habe da sogar hier diese aus Berlin, wie heißen sie denn?

Simi Will: Togotronic habe ich da gesehen. Fantastisch.

Simi Will: Toll, toll, toll. Auch andere Sachen oder jetzt die...

Simi Will: Galerie Netzwerk, wo du reingehst und denkst,

Simi Will: oh, und dann groß der Garten hinten raus mit dem Blick auf dieses Kloße oder was das ist.

Simi Will: Das Priesterseminar. Genau, auch fantastischer Ort.

Simi Will: Aber das ist ja auch jemand Privates, der die Kunst quasi mitgebracht hat.

Simi Will: Der Marc Kalbisch. Hallo Marc, Grüße gehen raus.

Simi Will: Ja, wunderbar. Aber es ist toll, dass du immer noch so, also nach sechs Jahren

Simi Will: noch so einen sachlichen Blick auch auf die Stadt hast.

Simon Santschi: Ja, nein.

Simi Will: Aber sonst wird so viel auch immer verklärt, weil man niemandem auf die Füße

Simi Will: treten will, obwohl du das ja nicht tust. Das ist ja eine völlig sachliche Geschichte.

Simi Will: Aber es ist so, wenn man irgendwas sagt, wo man sagt, ja, das ist leider so,

Simi Will: ist es ja schon schwierig in der kleinen Stadt.

Simi Will: Aber du bist ja auch ein Trier-Fan, glaube ich, andererseits.

Simon Santschi: Ja, ich bin gerne hier. Und

Simon Santschi: was ich auch so schätze, das klingt jetzt immer so, ja,

Simon Santschi: das ist jetzt noch raus, aber diese Lage, ich war jetzt auch am Wochenende wieder in Maastricht,

Simon Santschi: also an sich, aus deutscher Sicht, hat es ja wirklich so hinter den sieben Bergen

Simon Santschi: und so ein bisschen ab, aber eigentlich ist es ja mittendrin in Europa,

Simon Santschi: also Westeuropa und man ist einfach sehr schnell irgendwo.

Simon Santschi: In zweieinhalb Stunden ist man in Brüssel in Europa, wenn man will.

Simon Santschi: Und das ist eben auch Trier.

Simon Santschi: Und ich kenne auch einige, die das genauso auch nutzen, also einfach auch

Simon Santschi: sehen, wobei das gilt alles jetzt nicht für die Bahn natürlich.

Simon Santschi: Nein, nein, nein. Also man muss dann schon mit dem eigenen Auto oder so oder gefahren werden.

Simi Will: Wobei Luxemburg wächst ja jetzt so ein bisschen zusammen.

Simon Santschi: Ja, da bin ich auch froh. Wir haben ja jetzt dieses Trier West,

Simon Santschi: in den neuen Bahnhalterpunkt.

Simon Santschi: Und das ist schon toll. Also da steigt man ein und man ist eigentlich direkt

Simon Santschi: von der Akademie in Luxemburg-Stadt.

Simi Will: Und ich liebe ja Luxemburg. Ich liebe Luxemburg. Gut, hallo Luxemburg.

Simi Will: Liebes dir, ich liebe dich auch. Aber es ist schon cool, dass wir einfach Luxemburg

Simi Will: hier dran geklatscht haben. Also das muss man schon mal sagen.

Simon Santschi: Ja, also ich bin da auch immer gern im Casino, im Mudam, Philharmonie,

Simon Santschi: das ist ja alles toll, was dort geboten wird.

Simi Will: Davon bringst du dann auch was mit in die EK, nach Trier.

Simon Santschi: Ja, man muss natürlich schon sehen, es hängt natürlich auch mit den finanziellen

Simon Santschi: Möglichkeiten zusammen.

Simon Santschi: Also das sieht man am Mut, das sieht man aber auch an der Philharmonie.

Simon Santschi: Das ist natürlich nur möglich, weil es halt diese Mittel gibt.

Simon Santschi: Sonst kann man das nicht so umsetzen, wie die das da können.

Simon Santschi: Also man muss da auch immer ehrlich sein und

Simon Santschi: Also man sollte da auch nicht irgendwelche falschen Dinge miteinander vergleichen,

Simon Santschi: weil das wird hier nicht Luxemburg.

Simon Santschi: Und das muss es ja auch nicht. Es muss ja nicht ein zweites Luxemburg geben.

Simi Will: Nein, nein. Aber ich würde mir zum Beispiel wünschen, dass die Damen,

Simi Will: die aus Luxemburg zu uns einkaufen kommen und die Innenstadt beleben,

Simi Will: dass die uns nicht fernbleiben.

Simi Will: Weil ich glaube, dass es ganz wichtig ist, Dass wir auch Nutznießer sind von

Simi Will: den Luxemburgern und umgekehrt, was ja auch total in Ordnung ist.

Simi Will: Und dass wir da auch uns kümmern um die Innenstadt, dass da auch ein bisschen,

Simi Will: was Attraktives unterstützt wird und bleibt und lebendig.

Simon Santschi: Dabei, wenn du das jetzt so deutschlandweit vergleichst, ist es doch immer noch recht gut hier.

Simi Will: Ja, das stimmt.

Simon Santschi: Also ich kenne durchaus andere Städte in Deutschland, also da ist dann wirklich

Simon Santschi: die Hälfte geschlossen. Das ist ja hier nicht so.

Simon Santschi: Also ich finde jetzt nicht, dass es hier so einen traurigen Eindruck ist.

Simi Will: Nein, das nicht. Aber es ist auch ein Thema und man kann jetzt noch sich darum

Simi Will: kümmern und es auch benennen und sagen, Leute, guckt mal Zwischennutzung,

Simi Will: finde ich, ist ein ganz großes Thema, auch was die Kunst angeht

Simi Will: und auch möglichst divers.

Simi Will: Wir haben Leerstand, wie andere Städte auch, du sagst es und es stimmt.

Simi Will: Aber wir sollten da vielleicht auch mal gucken, dass es niedrigschwelliger möglich

Simi Will: wird, an diesen Punkten, wo eben Leerstand ist, dass da ein bisschen Fluktuation,

Simi Will: ein bisschen Wind durchweht.

Simi Will: Weil ich glaube, das würde der Innenstadt auch gut tun.

Simi Will: Die Innenstadt ist ja fantastisch. Es ist ja immer noch fantastisch.

Simi Will: Ich gehe jeden Tag noch durch diese Stadt.

Simon Santschi: Also man muss einfach sehen, dieser Fokus auf den Einzelhandel,

Simon Santschi: das ist ja auch ein jüngeres Phänomen.

Simon Santschi: Also man denkt immer, ja Stadt, dann ist ja eigentlich im Erdgeschoss,

Simon Santschi: es sind immer nur Geschäfte, aber das war ja gar nicht früher so.

Simon Santschi: Sondern das ist ja schon eine Entwicklung seit den 50er, 60er Jahre,

Simon Santschi: wo das alles ausgebaut wurde für den Einzelhandel.

Simon Santschi: Aber diese Vorstellung, dass eine Innenstadt eigentlich auf der Ebene vom Fußgänger,

Simon Santschi: dass das nur mit Shopping zu tun hat, das ist eigentlich für mich auch so ein

Simon Santschi: bisschen ein Auslaufmodell.

Simi Will: Aber dann muss man, denke ich, zumindest die Innenstadt wieder zu bewohnen.

Simon Santschi: Ja, genau. Also das ist ja eigentlich was, was eine Stadt ausmacht.

Simon Santschi: Früher war ja, dass nicht nur eingekauft wurde, sondern dass eben auch gelebt wurde und gearbeitet.

Simon Santschi: Also es gibt ja auch, wenn du Zwischennutzung sagst,

Simon Santschi: die Vorstellung zum Beispiel im Künstleratelier in so einem Geschäft,

Simon Santschi: einfach zu sehen, wie Menschen auch arbeiten.

Simon Santschi: Also das wirklich im Schaufenster zu sehen.

Simon Santschi: Es gibt ja auch zum Beispiel so eine Schneiderei oder so irgendwas.

Simon Santschi: Einfach das zu sehen, dieses Handwerk überhaupt noch zu erfahren.

Simon Santschi: Also ich denke, das muss so eine Mischung geben von Leben, Wohnen und Arbeiten

Simon Santschi: und Einkaufen. Aber nur dieser Fokus auf Einkaufen, ich glaube,

Simon Santschi: das wird nirgends funktionieren.

Simon Santschi: Das ist einfach ein bisschen eine andere Zeit.

Simi Will: Ja, das stimmt. Da müssen Sie die Türen wieder aufmachen von den Häusern in

Simi Will: der Innenstadt. damit man wieder in den ersten Stock hoch kann.

Simon Santschi: ich gehe eigentlich immer, wenn ich irgendwo bin,

Simon Santschi: Gar nicht, ich bin nicht jemand, der jetzt immer schaut, wo läuft jetzt was

Simon Santschi: und dann dorthin reist, sondern wenn ich irgendwo bin, dann gehe ich halt ins

Simon Santschi: Kunstmuseum oder Kunstverein dort und lasse mich auch überraschen.

Simon Santschi: Also das finde ich eigentlich das Spannende und das funktioniert für mich auch

Simon Santschi: immer noch. Also ich werde immer wieder überrascht durch die Kunst und das ist,

Simon Santschi: glaube ich, das, was man auch so lebendig halten kann.

Simon Santschi: Also immer wieder was Neues, das finde ich auch ein schönes Lob,

Simon Santschi: wo du gesagt hast, dass wir immer so unterschiedlich auch Ausstellungen machen,

Simon Santschi: das ist schon auch mein Anliegen.

Simon Santschi: Also es soll nicht so sein, aha, Kunsthalle, das ist ja immer so und man hat

Simon Santschi: dann schon ein Bild, wie so die Ausstellungen dort sind und das möchte ich ja gar nicht.

Simi Will: Nee, es ist wirklich, also bei euch ist es, das ist wirklich ein offenes Haus.

Simi Will: Finde ich ganz, ganz toll. Und es war von Anfang an für mich einfach so,

Simi Will: Gott sei Dank, sowas gibt es ja hier auch.

Simi Will: Weil ich mit einer sehr negativen Grundhaltung, jetzt bin ich wieder da,

Simi Will: wo ich mal aufgehört habe, was in der Natur der Sache liegt,

Simi Will: wenn man zurückkommt nach 30 Jahren, wo man woanders gelebt hat.

Simi Will: Ja, ja, klar. Das hat jetzt mit Trier allein gar nichts zu tun.

Simi Will: Aber trotzdem erwartet ihr gleich ein großer Anker.

Simi Will: Und seid es bis jetzt.

Simon Santschi: Schön, ja. Wir bleiben es.

Simi Will: Ja, Gott sei Dank. Bleibst du denn auch?

Simon Santschi: Ja, also mein Vertrag ist ja bis, es sind ja so fünf Jahresverträge. Ich bin jetzt bis 2030.

Simon Santschi: Das ist meine Laufzeit.

Simon Santschi: Das ist ja auch so ganz üblich im Kulturbereich wie im Intendant oder so.

Simon Santschi: Es sind ja immer so diese Laufzeiten.

Simi Will: Also merkt euch mal den Namen, Leute. Draußen an den Endgeräten.

Simi Will: Du bist nicht so eine Rampensau. Das bist du nicht. Einmal habe ich auch versucht, dich zu filmen.

Simi Will: Das ging auch, aber das konnte man nicht zeigen.

Simon Santschi: Ah ja?

Simon Santschi: Bei welcher Gelegenheit war das?

Simi Will: Das war auch eine wundersame Ausstellung. Ganz, ganz fantastisch.

Simi Will: Ach, ich habe jetzt wieder so ein Namensproblem. Da sollte ich einen Podcast bei euch im Haus machen.

Simi Will: Die Künstler fanden die Idee super und er hatte die Technik.

Simi Will: Wolfgang Vollmer und Bettina van Haren. Genau. Und die beiden kannte ich vorher

Simi Will: gar nicht. Ich wusste überhaupt nicht, was sie machen.

Simi Will: Kommen dahin und wir waren sofort Seelenverwandte. Also das hat total gefunst

Simi Will: und ich war total glücklich.

Simon Santschi: Ja, war auch wirklich eine tolle Sache.

Simi Will: Ja, tolle Künstler und auch so eine Oldschool-Menschen, die aber nicht Oldschool

Simi Will: sind, weißt du? Also die nicht in den Nullern hängen geblieben sind,

Simi Will: wenn du weißt. Also nicht so wie ich.

Simi Will: Ja, ich bin so 2000. Das bleibt jetzt immer mit Simon Sanchi verbunden.

Simi Will: Geil, aber das gefällt mir. Das gefällt mir sehr gut.

Simi Will: Ja, Simon Sanchi, der Chef der Europäischen Kunstakademie in Trier,

Simi Will: in der Aachener Straße, war heute bei mir zu Gast.

Simi Will: Und ich dachte zuerst, das wird langweilig.

Simon Santschi: Ach ja?

Simi Will: Ja, nein, keine Ahnung. So hat man so seine Vorurteile. Aber ich wollte dich

Simi Will: ja da haben und ich wusste, da stecken Geschichten hinter. Ist doch klar,

Simi Will: ist doch immer so. Ist doch immer so.

Simi Will: Genau, Simon Sanchi, danke für deine tollen Geschichten.

Simon Santschi: Gerne, gerne.

Simi Will: Und die EK, Europäische Kunstakademie, dass das zum Beispiel die einzige in

Simi Will: der Gestalt in Europa ist, wusste ich nicht.

Simon Santschi: Also nicht in Europa, sondern in Deutschland in dieser Größe als freie Kunstakademie.

Simi Will: So, ja, super, Alleinstellungsmerkmal.

Simi Will: Dann wusste ich noch ein paar Sachen nicht. Dass Sanchi nicht italienisch ist,

Simi Will: das wusste ich auch nicht, sondern schwiezerdeutsch.

Simi Will: Ich betrachte es als eine Bildungslücke, dass Herr Sanchi den Ort Römerswil

Simi Will: nicht kennt. Aber das kann er ja nachholen.

Simon Santschi: Das gucke ich gleich nach, wo das genau liegt.

Simi Will: Und ja, ich freue mich auf alles Weitere in der EK mit der EK.

Simi Will: Und ich sage nochmal recht herzlichen Dank. Hast du eigentlich einen Doktortitel?

Simi Will: Nee. Nee, hast du gar nicht. Gott sei Dank.

Simi Will: Sonst weiß ich das auch immer, weil ich ja mit den Doktortiteln meiner Gäste auch selbst arbeite.

Simi Will: Die werden, also doktorale Aneignung sozusagen.

Simon Santschi: Nein, keine Sorge.

Simi Will: Okay. Lieber Simon Sanchi, ich danke dir, dass du da warst, dass du Zeit hattest.

Simon Santschi: Ja, danke dir. War toll.

Simi Will: Ja, es wird vielleicht noch ein zweites Mal gehen. Du bist ja jetzt noch eine Weile da.

Simon Santschi: Ich bin noch da.

Simi Will: Und dann sprechen wir nochmal über die Dinge, die dann gewesen sind.

Simon Santschi: Das ist wunderbar. Danke dir.

Simi Will: Also dann, liebe Hörende draußen an den Endgeräten, es war mir mal wieder ein

Simi Will: Fest und wir haben anscheinend schon wieder anderthalb Stunden voll gequatscht.

Simi Will: Ich hoffe, ich muss mich diesmal nicht so oft rausschneiden, aber wir werden sehen.

Simi Will: Ihr Lieben, bis auf weiteres, bleibt mir treu, bis dann, eure Simi. Tschüssi.

Simon Santschi: Diese Episode wurde gefördert von der Stadt Trier.

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