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Dr. Viola Skiba (Direktorin Stadtmuseum Simeonstift)

Shownotes

Ich hab diese Frau regelrecht überfallen. Mitten in ihrer Arbeit, keine Telefonnummer, und ich so: „Da ist sie, da ist sie! Gib mal einen Stift, gib mal einen Zettel!“ Und Viola? Lacht und sagt: „Man kann mich immer ansprechen.“ Gelogen ist das nicht. Diese Frau kommt mit aufgerissenen Augen um die Ecke, wenn’s um Geschichte geht – und das ist so ansteckend, dass ich inzwischen öfter ins Museum gehe als je zuvor. Einzige Warnung, von ihr persönlich: Vor ihrem ersten Espresso morgens will ihr niemand begegnen.

Geboren in Ludwigshafen, aufgewachsen auf Burgen, auf denen sie mit ihrem Bruder herumgekrabbelt ist. Erst Mathe und Geschichte auf Lehramt – Mathe als Backup-Plan, weil sie Zahlen einfach mag. Dann ein Jahr Bologna, dann alte Geschichte und Italienisch, dann Promotion über Papst Honorius III. – rund 800 Seiten, recherchiert im Vatikanischen Archiv. Ins Museum ist sie eigentlich nur gerutscht, weil die Doktorarbeit finanziert werden musste. In Mannheim hat sie eine große Päpste-Ausstellung kuratiert, seit September 2023 ist sie Direktorin des Stadtmuseums Simeonstift in Trier.

Darüber sprechen wir:

– Warum ein Mathe-Lehramtsstudium der perfekte Umweg zur Museumsdirektorin war – Fasnacht mit drei, vier Jahren: Sie als Holzfäller mit aufgemaltem Schnurrbart, ihr kleiner Bruder als Prinzessin im Glitzerrock – Die kleine Bar zwischen Vatikanischer Bibliothek und Archiv – wo man alle zwei Stunden zum Kaffee abgeholt wird, und zwar günstiger als im restlichen Italien – Honorius III.: wichtig, unauffällig, kein Ego-Papst – und genau deshalb hatte ihn noch niemand bearbeitet – Die 20er in Trier: private Fotoalben, KI-animierte Bilder und die Frage, ob in Trier auch Charleston getanzt wurde – „Ausrangiert“: Eine Ausstellung über Wackeldackel und Elektromesser, die Fremde zum Reden gebracht hat – Warum Menschen Museen mehr vertrauen als Presse und Politik – und warum das ganz schön Verantwortung ist – Zeitreise ins antike Rom? Ja, gern. Gucken ja. Riechen eher nicht.

Am Ende bleibt ein Satz von ihr hängen: Die Menschen sind immer die Menschen, zu jeder Zeit. Mittel und Methoden ändern sich – wir eigentlich nicht. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ein Museum heute so wichtig ist wie lange nicht.

Stadtmuseum Simeonstift Trier: https://museum-trier.de

Transkript anzeigen

Simi Will: Und überall hörbar. Dazwischen mit Simmi Will.

Simi Will: Hallo zusammen draußen an den Endgeräten. Hier ist wieder eure Simmi aus dem Dazwischen-Podcast.

Simi Will: Mir gegenüber sitzt eine diesmal wirklich junge Frau.

Simi Will: Die ist wirklich jung und ist aber schon Doktor.

Simi Will: Doktor der Geschichte und Gedöns und ich weiß nicht was. Das werden wir alles

Simi Will: heute erfahren und noch viel mehr.

Simi Will: Sie ist mir über den Weg gelaufen an Tanja Kriebels Salonabend und hat mich

Simi Will: total fasziniert. Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn.

Simi Will: Sie macht Altertum Museum lebendig und spannend und ist sehr lebenslustig.

Simi Will: Und das sind Dinge, die ich alle schätze. Jetzt aber.

Simi Will: Mir gegenüber sitzt die Direktorin des Simeon Stift Stadtmuseum,

Simi Will: vorne an der Porta links, die Leiterin und Chefin des Museums, Direktorin Dr.

Simi Will: Viola Skiba. Hallo Viola, jetzt habe ich es aber.

Viola Skiba: Hallo Simi, schön, dass ich heute auch mal dabei sein darf.

Simi Will: September oder wahrscheinlich seit Frühherbst, ja ist ja September.

Viola Skiba: Genau, zum 1. September bin ich nach Drehung gekommen.

Simi Will: 23, ne? Und als Chefin des Museums, wie geil, eine Frau mal wieder.

Simi Will: Zinionstift hat öfter mit Frauen zu tun, gell?

Simi Will: Aber anyway, erzähl mal, wer du bist und was dich umtreibt.

Viola Skiba: Ja, das ist ganz schön schwierig zu sagen. Wer bin ich eigentlich?

Viola Skiba: Ich glaube, inzwischen bin ich Triererin.

Viola Skiba: Aber eigentlich komme ich aus Ludwigshafen Mannheim, so der Ecke, also die Vorderpfalz.

Viola Skiba: Habe dann die Schule dort besucht, in Heidelberg studiert, war dann in Italien.

Viola Skiba: Darauf kommen wir bestimmt noch mal zurück, könnte ich mir vorstellen.

Viola Skiba: Und bin dann eigentlich fast zufällig im Museum gelandet, weil ich meine DISS

Viola Skiba: finanzieren musste. Ich wollte über einen mittelalterlichen Papst promovieren.

Viola Skiba: War eine spannende Geschichte und sowas muss finanziert werden.

Viola Skiba: Und dann hat mich mein Doktorvater nach Malheim geschickt und hat gesagt,

Viola Skiba: da im Museum, da suchen die jemanden, die wollen eine große Ausstellung vorbereiten,

Viola Skiba: die können Hilfe brauchen, stell dich doch mal vor.

Viola Skiba: Und dann bin ich in das erste Bewerbungsgespräch meines Lebens geplatzt,

Viola Skiba: ohne zu wissen, dass ich eins hatte, was super war, weil total entspannt.

Viola Skiba: Und ja, hatte dann am Ende das Angebot, ein Volontariat zu machen,

Viola Skiba: womit ich auch nicht so wirklich was anfangen konnte und habe dann im Museum angefangen.

Viola Skiba: Und habe dann gemerkt, in den zwei Jahren, die gefolgt sind,

Viola Skiba: dass das total mein Ding ist, dass es viel, viel Spaß macht,

Viola Skiba: so auch mit Dingen in Kontakt zu kommen, Geschichten zu erzählen,

Viola Skiba: mit Menschen zu tun zu haben.

Viola Skiba: Ja, und so bin ich dann im Museum gelandet und war dann eine Weile in Mannheim

Viola Skiba: einige Jahre, habe ein paar große Ausstellungen gemacht und dann war es irgendwann

Viola Skiba: Zeit für ein eigenes Museum.

Viola Skiba: Und da hatte ich das große Glück, dass Dria ausgeschrieben war.

Viola Skiba: Und so bin ich hier seit am 1. September drei Jahren und sehr zufrieden.

Simi Will: Ach, wie herrlich. Ich meine, Mannheim, da denke ich jetzt nicht an Altertum, Geschichte und so.

Simi Will: Mannheim denke ich eher so an Industrie oder sowas, oder?

Viola Skiba: Ja, das ist richtig, aber auch Mannheim hat ja eine Geschichte.

Viola Skiba: Die Kurfürsten sind irgendwann von Heidelberg, als das Schloss zu altertümlich,

Viola Skiba: zu alt wurde, umgezogen und haben in Mannheim ein Schloss gebaut.

Viola Skiba: Und insofern ist das auch schon eine alte Stadt und behauptet von sich,

Viola Skiba: die Quadrate haben sie eigentlich erfunden und New York hat es dann später übernommen.

Viola Skiba: Also jeder hat so seine Geschichten und insofern ist das schon zumindest eine

Viola Skiba: Region mit Geschichte und ich wollte eigentlich immer schon mal was mit Geschichte

Viola Skiba: machen und ja, insofern ist eigentlich folgerichtig, dass ich im Museum gelandet bin.

Simi Will: Okay, aber hast du nicht, warte mal, sie studierte mittlere und neuere Geschichte, alte Geschichte?

Simi Will: Wo? Mathematik? Ach, du liebe Zeit, was für eine Kombination. Irre.

Simi Will: Und italienisch. Italienisch, da bist du natürlich hier total richtig,

Simi Will: bist du wahrscheinlich mit offenen Armen in Augusta Treverorum aufgenommen worden.

Simi Will: Heidelberg Bologna warst du auch. Aber wie geht denn Geschichte und Mathematik

Simi Will: zusammen? Das finde ich echt, das habe ich auch noch nie gehört.

Simi Will: Diese Kombination ist ein Alleinstellungsmerkmal.

Viola Skiba: Naja, das sagen wir mal, das war Pragmatismus. Als ich Abi gemacht hatte,

Viola Skiba: war natürlich die Frage, was studierst du jetzt?

Viola Skiba: Und da ich eigentlich immer gerne auch unterrichtet habe oder mir vorstellen

Viola Skiba: konnte, mal Lehrer zu werden und mir Mathe total Spaß gemacht hat,

Viola Skiba: beziehungsweise das Rechnen eigentlich, Zahlen. Ich mag total gerne Zahlen.

Viola Skiba: Und dann habe ich gedacht, okay, Geschichte studierst du, damit kriegst du dann

Viola Skiba: auch am Ende einen Job. Aber was passt noch ganz gut? Was machst du gerne?

Viola Skiba: Was wird gesucht? Und das war dann Mathematik. Und so habe ich dann zuerst auf Lehramt studiert.

Viola Skiba: Und erst später dann umgesattelt und gesagt, jetzt probiere ich es erst mal

Viola Skiba: wirklich mit Geschichte.

Viola Skiba: Habe dann alte Geschichte und Italienisch eben dazu genommen nach dem Auslandsjahr.

Viola Skiba: Und ja, und dann hat es am Ende aber mit Geschichte tatsächlich geklappt,

Viola Skiba: weil ins Lehramt zu gehen und Mathe zu unterrichten, war immer mal ein Backup-Plan.

Simi Will: Ah, okay. Also den Backup-Plan hatte ich nicht so. Mit einer Fünf in Mathe wäre

Simi Will: ich da auch nicht so weit gekommen.

Simi Will: Ja, irre. was ist denn für den Laien? Was ist denn mittlere und was

Simi Will: ist neuere Geschichte? Also neuere wahrscheinlich...

Simi Will: Die zwei Weltkriege?

Viola Skiba: Ja, tatsächlich ist mittlere Geschichte ja das Mittelalter. Also man geht bis

Viola Skiba: zur Reformation und die neuere Geschichte ist eigentlich alles,

Viola Skiba: was dann kommt. Und neueste Geschichte ist ab dem 20. Jahrhundert, könnte man sagen.

Viola Skiba: Und es wird immer als Paket studiert oder in der Regel als Paket studiert.

Viola Skiba: Das war auf jeden Fall in Heidelberg so.

Viola Skiba: Und insofern versucht man so ein bisschen alle Epochen zu machen.

Viola Skiba: Und ich fühle mich auch tatsächlich in allen Epochen so ein bisschen zu Hause.

Viola Skiba: Mein Herz gehört im Mittelalter am Ende. Aber meine Magisterarbeit habe ich

Viola Skiba: über die Propaganda Mussolinis geschrieben.

Viola Skiba: Also das war dann noch die eher im Bereich neueste Geschichte und das finde

Viola Skiba: ich auch total spannend.

Viola Skiba: Und ich finde, wenn man Geschichte vermitteln will und ob man das im Museum

Viola Skiba: tut oder in der Schule oder auch in einem ganz anderen Job, denn sowas tust

Viola Skiba: du ja auch, denke ich, dann muss man von allem so ein bisschen was verstehen.

Viola Skiba: Oder wäre es gut, so ein Fundament zu haben und auch Parallelen zu sehen zwischen

Viola Skiba: den verschiedenen Epochen?

Viola Skiba: Denn meine Meinung, also ich bringe es ein bisschen auf den Punkt und sage,

Viola Skiba: die Menschen sind immer die Menschen zu jeder Zeit.

Viola Skiba: Unsere Mittel und Methoden und vielleicht auch kurzfristigen Ziele mögen anders

Viola Skiba: sein, aber trotzdem funktionieren wir irgendwie doch erstaunlich ähnlich,

Viola Skiba: egal in welchem Jahrhundert oder auch Jahrtausend wir leben.

Simi Will: Aber ich habe immer bewundert, wenn Leute sich so auf ein Thema einschießen

Simi Will: können und dann einfach am Tisch sitzen und dann Blätter und was es alles gibt.

Simi Will: Und so kommst du rüber mit aufgerissenen Augen.

Simi Will: Ja wirklich. Und das ist so ansteckend, sich zu interessieren.

Simi Will: Und deswegen glaube ich, hat Trier wahnsinnig Glück, dass du da bist.

Simi Will: Und ich glaube auch nicht, dass ich so engmaschig ins Museum gehen würde,

Simi Will: wenn ich nicht wüsste, dass da so eine, wie soll ich sagen, so eine lebendige Person ist.

Simi Will: Mitmischt und mit Herzblut daran geht. Ich glaube dir das. Ich glaube das nämlich nicht allen.

Simi Will: Nein, aber das ist einfach super,

Viola Skiba: Dass du das sagst.

Simi Will: Das merkt man so. Auch jetzt, ich war ja kürzlich, das Letzte aktuell ist ja,

Simi Will: wir haben ja wie heißt es,

Simi Will: die goldenen Zwanziger ist ja das Thema im Kultursommer ganz Rheinland-Pfalz

Simi Will: und was du im Museum mit deinen Kolleginnen gemacht hast, das ist das Beste,

Simi Will: an was ich mich in Trier tatsächlich erinnern kann im Museum.

Simi Will: Also die Art und Weise, wie es gemacht ist. Ihr bezieht die KI somit ein,

Simi Will: dass es mir Freude macht. Und ich habe Angst vor der KI. Ich will das alles nicht.

Simi Will: also die aktuelle, ich weise auf die aktuelle bis Ende des Jahres, bis November?

Viola Skiba: Bis Anfang des nächsten Jahres tatsächlich. Also man kann bis,

Viola Skiba: ich glaube, zum 24. Januar kann man noch die 20er sehen.

Simi Will: Die 20er im Simeon-Stift-Museum, wie man in Trier sagt. Es ist das Stadtmuseum eigentlich, heißt es.

Simi Will: Und ihr verbindet das so toll mit denen. Ihr habt aus Fotos zum Beispiel wirklich

Simi Will: mit KI generiert, kleine Videos, also kleine Bewegtbildsequenzen gemacht,

Simi Will: wo man wirklich aus echtem, also aus einem echten Foto, Karl-Heinz Schmidt,

Simi Will: seine Uroma in der Brückenstraße,

Simi Will: Die hat ja immer als Erste die Hüft.

Simi Will: Ohne Hüfthalter ist die ja rumgelaufen.

Simi Will: So wirkt es auf einen. Und die laufen durch die Stadt. Und nebenbei fährt eben die Tram.

Simi Will: Die sieht man dann auch noch an der Portalein-Klangfahren.

Simi Will: das finde ich ganz, ganz toll.

Simi Will: Weil ich bin auch mit meiner Oma aufgewachsen. Und ich bin für die Zeit gekommen,

Simi Will: Vor dem Ersten Weltkrieg war ich schon als Kind sehr empfänglich,

Simi Will: weil die Oma so lebendig davon erzählt hat.

Simi Will: Und ich habe tatsächlich eine echte Geschichtszeugin noch erlebt und weiß daher

Simi Will: auch so ein bisschen um die Modernität von damals.

Simi Will: Weil die Mama in den 50ern viel spießiger unterwegs waren als die Oma 1923.

Viola Skiba: Ja, das ist total spannend. Also die 20er Jahre überhaupt haben verdammt viele

Viola Skiba: Parallelen eigentlich zu unserer Jetzt-Zeit.

Viola Skiba: Das ist unglaublich faszinierend und es ist eine Zeit, die auch sehr stark emotionalisiert.

Viola Skiba: Es sind 100 Jahre, das ist sehr lange Zeit, aber es ist gerade noch die Zeit,

Viola Skiba: die wir überbrücken können mit Erinnerungen von den Eltern, von den Großeltern,

Viola Skiba: wo wir dann auch noch Bilder zusammensetzen können.

Viola Skiba: Es ist die Zeit, in der die Fotografie sich ausdehnt, wo auf einmal Privatleute auch Fotos machen.

Viola Skiba: Und das ist so spannend und auch das Tolle an diesem Projekt,

Viola Skiba: also du hast ja die KI in animierten Bilder schon angesprochen,

Viola Skiba: das ist auch so ein bisschen ein Verweis darauf, dass die 20er unglaublich von

Viola Skiba: Technikbegeisterung gelebt haben.

Viola Skiba: Es war eine andere Technik als wir heute, aber es war vielleicht doch an der

Viola Skiba: Schwelle in eine neue Epoche, in ein neues Zeitalter technisch Art und da stehen wir jetzt wieder.

Viola Skiba: Und zwar ist es die KI, die uns quasi nach vorne katapultiert mit positiven

Viola Skiba: und negativen Seiten, also das will ich gar nicht verhehlen.

Viola Skiba: Wir können auch manches vielleicht noch gar nicht abschätzen,

Viola Skiba: aber es ist eine ähnliche Situation.

Viola Skiba: Und dann was noch dazu kommt, wir haben gesagt, wir wollen eine Ausstellung

Viola Skiba: machen, die die 20er Jahre so ein bisschen einfängt, weil wir haben da unglaublich

Viola Skiba: sofort Bilder vor dem inneren Auge.

Viola Skiba: Und das sind oft so ein bisschen Klischees oder so, gerade dieses Glänzende,

Viola Skiba: auch die Mode der 20er, das hat ja unheimlich viel, viel, sag ich mal.

Viola Skiba: Mit Glemmer, mit Babylon Berlin und so weiter zu tun.

Viola Skiba: Und wir haben gesagt, ja, das müssen wir auf jeden Fall auch auffangen, das Allgemeine.

Viola Skiba: Aber wir wollen auch mal nach Trier schauen. Wie war es denn da?

Viola Skiba: Gab es das da auch? Hat man da Charleston getanzt? Und wenn ja, wo?

Viola Skiba: Wie lief das eigentlich ab? Und das Spannende war, als die Alexandra Ort damit

Viola Skiba: angefangen hat, diese Sachen zusammenzutragen, dass wir noch gar nicht genau

Viola Skiba: wussten, wie viel wir am Ende zusammenbekommen werden.

Viola Skiba: Weil wir haben Aufruf gestartet und haben gesagt, bringt uns doch Geschichten,

Viola Skiba: bringt uns Bilder, weil was wir zu wenig hatten, waren auch Bilder aus dieser

Viola Skiba: Zeit. Wie sah denn Trier aus?

Viola Skiba: Und das hat wahnsinnig gut funktioniert. Also wir haben sehr,

Viola Skiba: sehr viele Geschichten, auch Objekte, die eine sehr, sehr emotionale,

Viola Skiba: ganz persönliche Geschichte erzählen.

Viola Skiba: Und wir haben deswegen auch in der Ausstellung vier oder fünf Fotoalben jetzt.

Viola Skiba: Das sind nicht die Originalbilder, weil die Menschen haben uns tatsächlich,

Viola Skiba: und das ist ein ganz großes Brä, dass man dieses Vertrauen zu uns hat.

Viola Skiba: Und das freut mich auch sehr, haben uns ihre privaten Fotoalben gebracht,

Viola Skiba: wo man dann die Familiengeschichte sieht.

Simi Will: Ich war nur an der Eröffnung. Also ich habe einen Bruchteil gesehen.

Simi Will: Ich habe einen Bruchteil gesehen. Ich weiß, dass ihr so alle Bereiche aus dem

Simi Will: Alltag abbildet, aus dieser Zeit. Ja.

Simi Will: Dass wirklich so im Vergleich zu heute so klar wird.

Simi Will: Also die Ästhetik, es gab ja nicht nur die reichen Leute. Es gab ja auch die

Simi Will: Bauern. Und Trier war ja jetzt nicht der Nabel der Welt. Und genauso war es ja auch in Berlin.

Simi Will: Und diese goldenen, es heißt ja auch goldene Zwanziger, aber auch Depressionen.

Simi Will: Dunkle Jahre. Die wirtschaftliche Depression. Also an der Schnittstelle,

Simi Will: wo wir ja auch jetzt stehen.

Simi Will: Ja, auch so gesamtgesellschaftlich, wenn man das soziologisch mal sich anguckt,

Simi Will: ist es bei uns ja auch so. Wir haben ja nicht nur die Modernität,

Simi Will: wir haben ja auch die Regression.

Simi Will: Es wollen ja auch immer dann welche zurück zur guten alten Zeit.

Simi Will: Und ihr endet mit eurer Ausstellung, das weiß ich ja auch, auf dem Beginn des Nazi-Deutschlands.

Simi Will: Logischerweise, weil nach der

Simi Will: Weimarer Republik ging es ja los oder schon während der Weimarer Republik.

Simi Will: Und ich finde das so spannend, weil

Simi Will: es ist nicht irgendwie die 20er Jahre tolle Zeit, sondern es ist Trier vor 100 Jahren.

Simi Will: Und das macht es mit der Ästhetik, wie ihr das zusammengestellt habt,

Simi Will: macht es so knackig und so spannend. Also ich glaube, ich gehe noch zwei,

Simi Will: dreimal rein. Ich bin schon mehrfach verabredet.

Viola Skiba: Super, so muss es sein.

Simi Will: Und auch mit Tante Inge, Komma 90, aus der Klosterschenke, die sagt,

Simi Will: das interessiert mich ja auch.

Simi Will: Und sie hat da auch noch Fotos, vielleicht bringe ich da noch was mit.

Simi Will: Die goldenen Zwanziger, Zeit, Museum, Lehrerin, Biografie, eigentlich wollte

Simi Will: ich noch von der Biografie mehr wissen.

Simi Will: Du kommst, woher aus, hast du gesagt?

Viola Skiba: Also geboren bin ich in Ludwigshafen.

Simi Will: Ludwigshafen, wo der Tatort herkommt.

Viola Skiba: Ja, der zum großen Teil in Baden-Baden gedreht wird, wenn ich das so richtig weiß. Aber ja.

Simi Will: Und wie viele Geschwister, aus welchem Stall kommst du? Sind deine Eltern auch schon Streber gewesen?

Viola Skiba: Sagen wir mal so, ich komme aus einer Familie, wo Geschichte eine unheimlich

Viola Skiba: große Rolle spielt. Also seit wir klein sind, sind wir auf Burgen rumgekrabbelt,

Viola Skiba: haben wir Geschichtsbücher vorgelesen bekommen.

Viola Skiba: Vorlesen war überhaupt eine wichtige, ganz wichtig für mich und meinen Bruder.

Viola Skiba: Wir haben ganz viel zusammen gemacht. Wir waren Ritterfräuland und Ritter.

Viola Skiba: Das war übrigens unterschiedlich verteilt. Also ich war durchaus auch mal der Ritter.

Viola Skiba: Und wir haben uns sehr viel mit Geschichte beschäftigt.

Simi Will: Damals konnte man einfach noch so, war man so genderfluid, ne?

Viola Skiba: Ja, ja, natürlich. Es gibt so ein ganz tolles Bild von uns. Ich weiß nicht,

Viola Skiba: wie alt wir waren, drei, vier, fünf Jahre Fasnacht.

Viola Skiba: Fastnacht, ich bin der Holzfäller mit der selbstgebackten, gebastelten Axt und

Viola Skiba: auch einem Schnurrbart aufgemalt.

Viola Skiba: Und mein Bruder, der anderthalb Jahre jünger ist, ist die Zigeunerprinzessin.

Viola Skiba: Also die mit einem langen Rock und viel Glitzer und so. Und daran kann ich mich

Viola Skiba: noch gut erinnern und das war eine schöne Zeit.

Viola Skiba: Und insofern sind wir damit schon aufgewachsen und haben uns eigentlich,

Viola Skiba: haben das auch nie verloren.

Viola Skiba: Und tatsächlich auch das Lehrer-Dasein ist in der Familie. Mein Vater,

Viola Skiba: der allerdings relativ früh gestorben ist, war auch Lehrer, wenn auch für Naturwissenschaften.

Viola Skiba: Aber Geschichte hat da eine Rolle gespielt. Und auch meine Mutter hat das immer

Viola Skiba: unheimlich geliebt und geht auch jetzt viel noch in Museen und zu Vorlesungen

Viola Skiba: und sonst irgendwas in der Art.

Viola Skiba: Also insofern sind wir da so ein bisschen reingewachsen, würde ich sagen.

Viola Skiba: Und diese Begeisterung habe ich, glaube ich, schon von ganz klein auf für diese Geschichten.

Simi Will: Ja, du beschäftigst dich ja auch im Museum sehr damit, wie soll ich sagen,

Simi Will: das Museum oder die Kultur niedrigschwelliger anzubieten. Also,

Simi Will: dass Kultur für jeden Menschen...

Simi Will: Einfach interessant wird oder in den Vordergrund rückt. Wie machst du das?

Viola Skiba: Ja, ich denke, dass ein ganz wichtiger Punkt ist, dass man wegkommt von diesen

Viola Skiba: Klischees, von denen du schon gesprochen hast.

Viola Skiba: Dass das Museum eben irgendwie oder überhaupt Kultur, was Elitäres ist oder

Viola Skiba: irgendwas, wo man erstmal über eine Schwelle drüber muss, bevor das interessant ist.

Viola Skiba: Klar, man wird nie alle erreichen, aber ein ganz wichtiger Punkt ist,

Viola Skiba: Angebote und Relevanz zu zeigen.

Viola Skiba: Also sprich, dass ich auch in einem Museum einfach Spaß haben kann,

Viola Skiba: dass ich da etwas erkunden kann, dass ich Geschichten finde,

Viola Skiba: die auch für mich relevant sind, dass man einen ganz persönlichen Bezug dazu hat.

Viola Skiba: Und das kann eine Story sein, das kann Game of Thrones sein,

Viola Skiba: das kann Vikings sein, das kann irgendwie ein persönliches Interesse,

Viola Skiba: ein Computerspiel oder sonst irgendwas sein, ja, das kann aber auch mein Alltag sein. Und das ist.

Viola Skiba: Die Kunst ist oder das, was man versuchen muss, dass man da die Anknüpfungspunkte findet.

Viola Skiba: Dass man die Menschen von groß bis klein eben mal bekommt. Weil wenn wir sie

Viola Skiba: über die Schwelle haben, dann haben wir in der Regel schon gewonnen.

Viola Skiba: Weil dann merken sie, oh toll, da kann man was machen, da gibt es spannende

Viola Skiba: Dinge, es ist auch irgendwie lustig.

Viola Skiba: Ich werde auch gefragt, was ich sage oder was mich interessiert ist von Bedeutung.

Viola Skiba: Und ich glaube, das darf man nicht unterschätzen und so weckt man auch Begeisterung,

Viola Skiba: wenn man das berücksichtigt. Oder dass man eben so, wie jetzt bei den vergangenen

Viola Skiba: Projekten, auch mal einen Aufruf

Viola Skiba: startet und sagt, was würdet ihr denn machen, was würdet ihr wollen?

Viola Skiba: Und das auch dann aber tatsächlich berücksichtigt. Also nicht nur als so eine

Viola Skiba: Sammlung, damit man es eben gemacht hat und einen Haken dran setzen kann,

Viola Skiba: sondern auch wirklich was damit macht.

Viola Skiba: Und damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht und dass man ins Gespräch reinkommen

Viola Skiba: kann. Und so fängt man auch jüngere Leute ein.

Viola Skiba: Ein ganz tolles Projekt, was ich gemacht habe, das war allerdings nicht hier

Viola Skiba: in Trier, sondern mein letztes Museum noch, dass wir tatsächlich mit Schülern,

Viola Skiba: ich glaube, die waren so 15, 16 und die mussten so ein Modul machen,

Viola Skiba: das war Baden-Württemberg, da ist der Lehrplan ja ein bisschen anders.

Simi Will: Ja, immer wichtig auch, finde ich, das wird so oft alles über einen Kamm geschert, weil...

Simi Will: Also, entschuldige, aber im Gymnasium 15-Jährige?

Viola Skiba: Und die mussten halt Texte schreiben lernen. Macht kein Kind oder machen wenige

Viola Skiba: Kinder gern, sage ich jetzt erst mal.

Viola Skiba: Und dann haben wir gesagt, okay, ihr müsst das sowieso machen.

Viola Skiba: Dann machen wir es doch einfach spannend.

Viola Skiba: Und die Texte, die ihr schreibt, sind Texte fürs Museum. Also ihr schreibt für

Viola Skiba: jüngere Schüler mal Texte, wo ihr Dinge erklärt, die ihr vorher auch aussuchen dürft.

Viola Skiba: Das heißt, wir haben ihnen Objekte gegeben von einem Schwert über einer Axt

Viola Skiba: bis zu irgendwas Schönem, was Gemaltem, was Goldenem.

Viola Skiba: Und sie durften aussuchen erstens, welche Stücke sie nehmen und durften dann.

Viola Skiba: Die Texte für die Kinder schreiben. Und die Fünfklässler haben es dann auch ausgetestet später.

Viola Skiba: Und da waren die unglaublich stolz, weil das Ergebnis war etwas,

Viola Skiba: was sie gesehen haben. Damit hat man sich identifiziert.

Viola Skiba: Und da waren sie dahinter gestanden.

Viola Skiba: Und wie gesagt, es war ja was, was sie ohnehin machen mussten.

Viola Skiba: Aber ähnliche Projekte haben wir auch gemacht mit Realschülern tatsächlich.

Viola Skiba: Ja, wo wir dann gesagt haben, wir nehmen mal das Thema Propaganda oder wie erzähle

Viola Skiba: ich Geschichten, weil auch das ist etwas, was schon in der Antike,

Viola Skiba: im Mittelalter sonst was ist, dass man ganz gefärbte Storys verbreitet,

Viola Skiba: die einen ganz, ganz klaren Botschaft haben oder auch Fake News,

Viola Skiba: die sind keine Erfindung der Gegenwart.

Viola Skiba: Und die haben dann quasi Fake News durch die Geschichte, also die ganz großen

Viola Skiba: Sachen aufgearbeitet, haben ihr eigenes Plakat designt.

Viola Skiba: Also wirklich, es war ganz, ganz zugänglich auch und wirklich bis in die Jetzt-Zeit

Viola Skiba: und haben sich damit identifiziert, aber damit auch ein größeres Thema gehabt.

Viola Skiba: Und auch die waren bolle stolz.

Viola Skiba: Und das waren dann jetzt keine Gymnasiasten. Und das hat denen richtig Spaß

Viola Skiba: gemacht. Und ich glaube, wenn wir über solche Projekte,

Viola Skiba: Kann man eben, das ist mühsam ernährt sich das Eichhörnchen,

Viola Skiba: das sind so kleine Puzzlesteine.

Viola Skiba: Aber ich glaube, dass diese Kinder, dass diese Jugendlichen später sich daran

Viola Skiba: erinnern werden und denken werden, das ist was, was interessant war,

Viola Skiba: was auch vielleicht kreativ war.

Viola Skiba: Die durften ja auch mal mit oder die haben ja auch dann mit Designprogrammen

Viola Skiba: gearbeitet. Und manche waren da richtig, richtig gut und haben wirklich viel

Viola Skiba: ins Design gesteckt, weniger in den Inhalt. Aber das ist ja egal.

Viola Skiba: Vielleicht merke ich in dem Moment, das liegt mir. Und da was rauszuziehen und dann stolz zu sein.

Simi Will: Super. Und da sprichst du was an, ohne jetzt wieder so eine Pädagogik-Nummer

Simi Will: aufzumachen, obwohl wir mittendrin sind, aber dann können wir es auch rund machen.

Simi Will: Aber dieses, ich bin in was gut, das ist für mich so die Überschrift eigentlich,

Simi Will: dafür brauche ich kein Pädagogikstudium, sondern eine Begeisterung.

Simi Will: Und ich habe den Eindruck, dass du nicht vergessen hast, wie es sich anfühlt,

Simi Will: wenn man sich anfängt für ein Thema zu begeistern, wenn man 15, 16 ist.

Simi Will: Also wirklich einfach nochmal, das ist ja auch keine große Übung.

Simi Will: Wir waren ja alle schon mal 15, 16.

Simi Will: Und Geschichte ist eigentlich genial. Geschichte ist einfach wirklich total

Simi Will: spannend. Und in der Schule fand ich es aber nicht so.

Simi Will: Oder selten. Es gibt immer einen Lehrer, der das toll gemacht hat.

Viola Skiba: Aber das ist strukturell. Das liegt auch an der Schule. Ich meine,

Viola Skiba: wie viele Stunden hast du Zeit und was machst du da?

Viola Skiba: Da musst du 100 Jahre in einer Schulstunde, das kann nicht gut werden.

Simi Will: Ja, Lehrplan und das ist, genau, da sind wir schon bei Reform der gesamten Schule.

Simi Will: Zurück zu dir. Ich wink mein Bild ab.

Viola Skiba: Sonst sind wir morgen noch hier.

Simi Will: Morgen müssen wir hier eine Serie draus machen. So.

Simi Will: Du bist, wann bist du nochmal geboren? Nochmal zurück zu dir.

Simi Will: Machen wir es jetzt immer von der Geschichte zurück zur Person.

Simi Will: 1981 bin ich geboren. 1981, 1991.

Simi Will: Du bist jung. Für eine Chefin im Museum und ein Doktor vorweg ist es jung.

Simi Will: Doktor, in was hast du den Doktor?

Viola Skiba: Tatsächlich in mittlerer, neuere Geschichte, wobei ich über einen Papst des

Viola Skiba: 13. Jahrhunderts promoviert habe.

Viola Skiba: Weil ich gerne große Geschichten mir vornehme und auch weiträumig.

Viola Skiba: Und Papstgeschichte fand ich dann super spannend, weil die Päpse hatten ihre

Viola Skiba: Finger überall mit drin.

Viola Skiba: Das heißt, da ist ganz, ganz viel Politik, Regionalgeschichte ist aber auch Rom mit dann dabei.

Viola Skiba: Böse Zungen haben behauptet, ich habe es mir auch ausgesucht,

Viola Skiba: damit ich wieder nach Italien fahren darf. Vielleicht ein ganz kleines Quäntchen Wahrheit dran.

Simi Will: Bologna.

Viola Skiba: Ja, das hat im Prinzip die große Italienliebe geweckt.

Viola Skiba: Aber später war ich dann mehr in Rom unterwegs und dann auch am Vatikan.

Viola Skiba: Und das ist natürlich nochmal eine ganz eigene Erfahrung, dort zu arbeiten,

Viola Skiba: in die Archive reinzugehen, mit den Quellen zu arbeiten, dann ein Buch aufzuschlagen,

Viola Skiba: das halt wirklich handschriftlich ist.

Simi Will: Im Vatikan, also quasi so im Nebenzimmer vom Paar, hast du die Tagebücher der

Simi Will: bösen alten, wie sagt man, Päpste durchforstet?

Viola Skiba: Ja, es gibt ja das Vatikan-Archiv, also das Archivio Secreto Vaticano.

Viola Skiba: Wo man quasi studieren kann. Und die Akten sind auch für Wissenschaftler freigegeben.

Viola Skiba: Es ist nicht ganz einfach, da reinzukommen.

Viola Skiba: Da braucht man dann Empfehlungen. Man muss Lateinkenntnisse vorweisen.

Viola Skiba: Also da gibt es schon ein paar kleinere Hürden.

Viola Skiba: Aber das ist eine sehr interessante, sehr eigene Welt. Und einer der schönsten

Viola Skiba: Orte dort, das würde ich dir nicht vorenthalten, ist, dass zwischen der Vatikanischen

Viola Skiba: Bibliothek und dem Vatikanischen Archiv gibt es einen kleinen Innenhof.

Viola Skiba: Und da steht eine Bar. Und die ist ganz wichtig.

Viola Skiba: Weil man lernt dort unheimlich viele Leute kennen, weil aus der ganzen Welt

Viola Skiba: Wissenschaftler dort sind.

Viola Skiba: Es sind auch natürlich Kirchenleute dort, alle möglichen Kuttenkanzel beobachten,

Viola Skiba: wenn du im Archiv sitzt. Und man hat so eine kleine Community und alle ein,

Viola Skiba: zwei Stunden spätestens steht jemand neben dir. Wie sieht es aus, Kaffee?

Viola Skiba: Und dann macht man eine kleine Pause und das ist total toll,

Viola Skiba: weil man ins Gespräch kommt, weil man sich austauschen kann,

Viola Skiba: weil der Kaffee dort auch ein bisschen günstiger ist, weil man hat die Steuer

Viola Skiba: nicht wie in Italien und so.

Simi Will: Ich setze mir gerade so wie Oxford auf Italienisch vor, so ein bisschen.

Simi Will: Und witzigerweise hast du es gemerkt, da war das Dazwischen.

Simi Will: Zwischen der Bibliothek und dem Ding ist wieder im Dazwischen steht da eine Bar.

Simi Will: Und das sogar in der Nähe des Papstes gibt es einen Dazwischen.

Simi Will: Ja, aber das ist wirklich, das klingt jetzt irgendwie absurd,

Simi Will: aber es gibt immer irgendeinen dazwischen, auch in meinem Podcast tatsächlich. Ja, hast du recht.

Simi Will: Ja, da war das dazwischen. Und wann warst du da? Wie lange ist das her,

Simi Will: Italien? Also, dass du da studiert hast?

Viola Skiba: Naja, also in Bologna war ich 2003, 2004. Da war ich ein ganzes Jahr.

Viola Skiba: Das war so ein bisschen das Reinschnuppern. Ich bin unheimlich viel auch gereist

Viola Skiba: und habe mich weiterentwickelt, würde ich sagen, habe Italienisch gelernt.

Viola Skiba: Das war sehr, sehr wichtig dann fürs weitere Studium. Und dann für die Dissertation

Viola Skiba: war ich dann so ab 2013, 14 immer mal wieder ein paar Wochen,

Viola Skiba: mal zwei Monate halt so zwischendrin, weil ich habe ja nebenher gearbeitet.

Viola Skiba: Also das heißt, es waren immer nur kleine Portionen, wo ich dann nach Rom fahren konnte.

Viola Skiba: Und am Deutschen Hysterischen Institut habe ich dann gearbeitet und eben im

Viola Skiba: Archiv dann und habe sehr viel mit dem Laptop auch in der Gegend rum geschrieben letztendlich.

Viola Skiba: Und das hat aber viel, viel Spaß gemacht, weil mit diesen Quellen zu arbeiten,

Viola Skiba: mal so richtig reinzugehen und auch Dinge anzuschauen, die sich noch niemand

Viola Skiba: angeschaut hat oder die sich noch nie jemand unter dem Blickwinkel angeschaut hat.

Viola Skiba: Und da stecken so viele Geschichten drin und das hat unglaublich viel Spaß gemacht.

Simi Will: Kann man diese Dissertation lesen?

Viola Skiba: Ja, das ist ein ziemlich fettes Buch geworden, ist in der Reihe Päpst und Papsttum

Viola Skiba: erschienen und so 800 Seiten ist es schon stark.

Simi Will: Und ja, also genau,

Viola Skiba: Man muss ja publizieren am Ende. Und so ein schönes Buch zu haben,

Viola Skiba: das ist schon was Besonderes. Das ist ein.

Simi Will: Richtiges Buch und das kann ich jetzt quasi auch bestellen?

Viola Skiba: Rein theoretisch schon. Aber es ist schon was eher für Fachleute.

Viola Skiba: Es ist auch ziemlich teuer, muss ich sagen, für die allgemeinen.

Viola Skiba: Aber in den Bibliotheken, hier in der wissenschaftlichen Bibliothek,

Viola Skiba: gibt es auch ein Exemplar.

Viola Skiba: Kann man mal reinschauen, wenn man möchte.

Simi Will: Also Doktor hattest du da schon? Nee, doch, dann ja.

Viola Skiba: Genau, das war dann sozusagen das Ergebnis. und dann macht man noch eine Prüfung

Viola Skiba: und danach hat man den Doktor, genau.

Simi Will: Okay, gut.

Simi Will: Okay, okay, okay. Und welcher böse Papst war dein, die waren doch immer alle böse oder nicht?

Viola Skiba: Nein, nein, nein. Stimmt das gar nicht? Mein Papst war ein ganz nett.

Viola Skiba: Naja gut, ich habe eine besondere Beziehung natürlich zu ihm entwickelt. Das war Honorius III.

Simi Will: Honorius III.

Viola Skiba: Genau. 1216 bis 1227 war er Papst und da sind ganz wichtige Sachen passiert.

Viola Skiba: Nur seinen Namen kennt eigentlich niemand. Er hat zum Beispiel Friedrich II.

Viola Skiba: Den Stauferkaiser gegründet.

Viola Skiba: Oder die Franziskaner und die Dominikaner bestätigt. Also die Regeln von denen,

Viola Skiba: die Ordensneugründung.

Viola Skiba: Also es ist schon eine interessante Zeit, in der er Papst ist.

Viola Skiba: Aber er ist eher so ein Unauffälliger, jetzt nicht so ein Ego-Papst wie der

Viola Skiba: Vorgänger. Und deswegen hatte man ihn noch nicht bearbeitend, mein Glück.

Simi Will: Aber wie schade, wenn er so ein Netterer war, der auch ein paar Sachen gut gemacht

Simi Will: hat. Von denen hörst du nichts, weißt du?

Simi Will: Und immer nur die Bösen mit den 17 Frauen und den 38 Kindern,

Simi Will: um die sie sich nicht gekümmert haben. Da haben wir es doch wieder.

Simi Will: Okay, aber träumst du in so einer Phase, wenn du wissenschaftlich arbeitest,

Simi Will: also mit so einer Empathie übers Thema unterwegs bist und dann in so einer Arbeit, träumst du davon?

Simi Will: Bist du dann irgendwie mit einer Kutte unterwegs in feuchten Gemäuern im Traum?

Viola Skiba: Nee, tatsächlich nicht. Tatsächlich nicht. Ich beschäftige mich schon sehr intensiv

Viola Skiba: damit, aber davon träumen tue ich jetzt nicht um.

Viola Skiba: Aber es fasziniert mich unheimlich und das ist das Tolle, jetzt wieder in der

Viola Skiba: Museumsarbeit dann auch mit Dingen in Kontakt zu kommen. Weil ich habe,

Viola Skiba: das hat sich zufällig gefügt, während ich dann noch an meinem Papst gearbeitet

Viola Skiba: habe, habe ich eine Päpsterausstellung gemacht.

Viola Skiba: In Mannheim gab es eine ganz große Päpsterausstellung 2017, die ich kuratiert habe.

Viola Skiba: Und da konnte man ja dann auch Objekte ausleihen, die kamen dann und da war

Viola Skiba: wirklich sehr viel Hochkarätiges dabei.

Viola Skiba: Und unter anderem konnte ich dann eine Urkunde, also die Bestätigung des Dominikanerordens,

Viola Skiba: die von meinem Papst, sage ich jetzt mal, unterschrieben war, die war dann da.

Viola Skiba: Ich konnte die anfassen. Das ist natürlich dann was ganz, ganz Besonderes und

Viola Skiba: das ist das Tolle eben an dem Job, also wenn man im Museum arbeitet,

Viola Skiba: dass man an die Objekte rankommt.

Viola Skiba: Also Bilder, die kennen viele, auch Wissenschaftler, aber wirklich an die Originale

Viola Skiba: ranzukommen, das ist dann schon noch etwas Besonderes und das tut nicht jeder.

Simi Will: Was der Papst vor sich auf dem Steintisch hatte und unterzeichnet hat mit seiner

Simi Will: Feder. Das hast du angefasst. Das ist schon geil.

Viola Skiba: Ja, das hat schon was. Da war noch viel anderes, sehr, sehr Schönes,

Viola Skiba: sehr, sehr Spannendes mit dabei.

Viola Skiba: Und das ist so etwas, was das Museum einfach so toll macht, dass man den wissenschaftlichen

Viola Skiba: Part hat. Der ist mir auch persönlich immer noch sehr, sehr wichtig.

Viola Skiba: Aber dass man eben auch den Zugang zu Objekten, zu Kunst, aber eben auch zu Alltagskultur hat.

Viola Skiba: Denn es ist auch ganz wichtig, dass man nicht nur die Geschichte der Päpste,

Viola Skiba: der Kaiser, der Könige, der Fürsten, sondern eben auch die der normalen Menschen

Viola Skiba: erzählt. Und da hat man eben auch Dinge.

Viola Skiba: Und das kann man dann wieder zusammenpuzzeln und dann eine Geschichte draus

Viola Skiba: machen, die andere Leute spannend finden und dieses Vermitteln.

Viola Skiba: Und das sind so drei Aspekte, die ich toll finde. Also diese Originale,

Viola Skiba: die Wissenschaft und dann eben das Vermitteln, dass man auch mit Leuten ins

Viola Skiba: Gespräch kommt. Und ich habe noch kein Projekt gehabt, wo ich nicht weiß, was bei gelernt habe.

Viola Skiba: Weil man andere Menschen trifft, weil sie einem auch Fragen stellen.

Viola Skiba: Zum Teil, man könnte es unter, sag ich mal, den Header dumme Fragen stellen auf den ersten Blick.

Simi Will: Sie macht Gänsefüßchen?

Viola Skiba: Genau, ich mache Gänsefüßchen. Weil dumme Fragen gibt es ja eigentlich nicht

Viola Skiba: wirklich, wissen wir ja.

Viola Skiba: Aber so Dinge, über die, die so, sag ich mal...

Viola Skiba: Absurd vielleicht sind, jetzt, wenn man sich mit einem Thema beschäftigt,

Viola Skiba: dass man sie sich noch nie gestellt und beantwortet hat. Und auf einmal merkt

Viola Skiba: man, dadurch kommt man dann auf was ganz anderes und auch auf was Superspannendes

Viola Skiba: und eine spannende Antwort.

Simi Will: Weißt du, was mir gerade einfällt? Ich sehe gerade mein Schulgeschichtsbuch

Simi Will: vor mir und ich liebe Zeitreise.

Simi Will: Alles rund um Zeitreise. Welche Zeit würdest du als erstes bereisen?

Simi Will: Ich meine, du bereist ja ständig die Zeiten.

Simi Will: Aber ich meine es jetzt ganz Hollywood-mäßig. Also du setzt dich in die Zeitmaschine

Simi Will: und fährst jetzt als erstes wohin? In welche Zeit?

Viola Skiba: Das ist eine ganz schwierige Frage. Ich habe tatsächlich auch schon mal mit

Viola Skiba: dem Gedanken Zeitreise gespielt und es ist so, dass ich viele Zeiten gerne sehen

Viola Skiba: möchte, aber ehrlich gesagt nicht unbedingt erleben oder riechen vor allem.

Viola Skiba: Das möchte ich noch mal dazu sagen. Genau. Obwohl ich Medievistin bin und ganz

Viola Skiba: begeistert vom Mittelalter, ist das jetzt eine Epoche, wo ich dann sage,

Viola Skiba: da möchte ich jetzt nicht unbedingt leben müssen, vor allem nicht als

Viola Skiba: Frau, vor allem nicht, wenn du

Viola Skiba: nicht dann auch irgendwie in einer Familie mit Geld geboren bist und so weiter, aber

Viola Skiba: ich glaube sozusagen die erste Zeit, in die ich reisen würde, die mich total

Viola Skiba: neugierig macht einfach, wäre,

Viola Skiba: die Antike und Rom in der ganz großen Zeit,

Viola Skiba: wieder fasziniert bin, also ich liebe diese Stadt, ich gucke auch,

Viola Skiba: dass ich jedes Jahr mindestens einmal in Rom binne,

Viola Skiba: und wenn man schaut, was da heute noch da ist und wenn man bedenkt,

Viola Skiba: dass da Im Prinzip seit 800.000 Jahren eigentlich, eigentlich noch länger,

Viola Skiba: wenn man es genau umnimmt, seit 1500 Jahren sind die Leute dabei abzureißen und abzubauen,

Viola Skiba: und Kalk zu brennen und wie auch immer,

Viola Skiba: die Stadt letztendlich zu zerlegen, die alte römische Stadt.

Viola Skiba: Und da zu sehen, wie das mal aussah, also wirklich aussah in der Glanzzeit,

Viola Skiba: da wäre ich dann schon echt neugierig.

Simi Will: Aber hättest du da nicht auch reich geboren sein müssen?

Simi Will: Oder war das da schon, weil Klima dort gut und Dings oder viele Winzer waren

Simi Will: oder viele, weiß ich nicht, Bäcker waren. War das da nicht auch?

Simi Will: Wenn du Sklave warst, da warst du doch die Fußbodenheizung vom Kaiser sozusagen oder von den Chefs.

Viola Skiba: Ich glaube, das gilt für jede Zeit. Und wir dürfen ja auch nicht vergessen,

Viola Skiba: auch heute geht es nicht allen Leuten so gut wie uns hier und heute und jetzt.

Viola Skiba: Also insofern, das meinte ich jetzt gar nicht, sondern ich glaube,

Viola Skiba: die Zeit macht mich besonders neugierig, weil ich denke, wenn man jetzt so die

Viola Skiba: Reste sieht und dann mal zu schauen, wie es halt eben in der Glanzzeit aussah,

Viola Skiba: das macht mich unheimlich neugierig.

Viola Skiba: Aber wie gesagt, Leben in der Vergangenheit möchte ich nicht unbedingt.

Viola Skiba: Da bin ich eigentlich ganz glücklich in meiner Gegenwart. Also ganz froh,

Viola Skiba: dass ich da aufgewachsen bin in der Zeit, in der ich aufgewachsen bin.

Viola Skiba: Aber das heißt ja nicht, dass man nicht zumindest mal gucken will.

Simi Will: Ja, also das würde ich auch gerne mal gucken. Ich mache ja auch jetzt immer

Simi Will: so, ich versuche ja nicht mehr Chat-CBT zu ignorieren, weil sonst bleibe ich

Simi Will: auf der Strecke zurück, sowohl in der Schule als auch privat.

Simi Will: Und ich habe Chachibiti gefragt nach Fragen. Was kann ich Tolles mit dir besprechen

Simi Will: oder was kann ich dich fragen?

Simi Will: Zehn Fragen an Dr. Jodas Kiba für meinen Podcast dazwischen.

Viola Skiba: Jetzt bin ich aber gespannt.

Simi Will: Und ich schreibe immer liebes Chachibiti, weil irgendwie habe ich so im Kopf, man muss auch nett sein.

Simi Will: So wie es in den Wald reint. Das ist schon ein bisschen spooky.

Simi Will: Aber genau, ich würde die Fragen einfach mal machen, weil dann verfranz ich

Simi Will: mich auch nicht und dann kommen wir später noch mal zu dir zurück und zu Trier vor allen Dingen.

Simi Will: Frage Nummer eins. Was bedeutet ein Museum heute? Ist es eher ein Ort des Bewahrens

Simi Will: oder des gesellschaftlichen Dialogs? Hast du es schon angedeutet?

Viola Skiba: Eigentlich ist es beides. Es muss beides sein. Also eine zentrale Aufgabe ist

Viola Skiba: natürlich zu bewahren. Aber die Frage ist halt auch, was man bewahrt.

Viola Skiba: Und dazu gehört meines Erachtens auch Erinnerung und das, was jetzt ist.

Viola Skiba: Und dass man für die Zukunft so ein bisschen vorsorgt und ein Wissensspeicher

Viola Skiba: wird. Und dass es ein Ort ist, wo man hinkommt und sich auch austauscht.

Viola Skiba: Und das ist für mich ein gutes Museum. Also beides zusammenzubringen und auch

Viola Skiba: nicht als Widerspruch zu begreifen.

Simi Will: Frage Nummer zwei. Demokratie lebt von unterschiedlichen Perspektiven.

Simi Will: Wie kann ein Museum dazu beitragen, dass Menschen miteinander ins Gespräch kommen?

Simi Will: Das hast du eigentlich schon gesagt, glaube ich.

Simi Will: Statt nur Informationen zu konsumieren.

Viola Skiba: Indem man tatsächlich auch Fragen stellt, indem man Antworten auch aufnimmt,

Viola Skiba: indem man auch den Dialog anstößt.

Viola Skiba: Und ich glaube, als Beispiel will ich jetzt mal eine Ausstellung nennen,

Viola Skiba: die wir 2024 gemacht haben. Das war ausrangiert, weil sowas,

Viola Skiba: wie ich da erlebt habe, habe ich noch nie erlebt eigentlich in einem Museum.

Viola Skiba: Es war eigentlich so ein bisschen eine kuriose Idee. Wir haben gesagt,

Viola Skiba: wir versuchen jetzt mal.

Viola Skiba: Und die Menschen entscheiden zu lassen, was für sie denn ausrangiert ist aus

Viola Skiba: verschiedenen Bereichen. Wir haben natürlich auch so ein paar Wünsche geäußert.

Viola Skiba: Wir haben auch ein bisschen was aus der eigenen Sammlung mitgenommen.

Viola Skiba: Aber wir haben gesagt, was ist denn quasi in eurem Alltag, im Leben,

Viola Skiba: was ist denn da noch vertraut, aber eigentlich schon ausrangiert, schon passé.

Viola Skiba: Und da ist eine Ausstellung draus entstanden, die unglaublich persönlich war.

Viola Skiba: Es waren auch wieder viele Leihgaben von Privatmenschen, aber auch so kleinere Museen mit dabei.

Viola Skiba: Und da haben wir dann erlebt, in der Ausstellung, ich habe es x-mal erlebt,

Viola Skiba: dass wildfremde Menschen

Viola Skiba: vor einer Vitrine mit einem Wackeldackel, irgendeinem Porzellannippes oder dem

Viola Skiba: Moulinex, einem Messer, Elektromesser, ganz frühes Modell natürlich, ins Gespräch kommen.

Viola Skiba: Und dann erzählen und auf einmal bricht es aus ihnen heraus,

Viola Skiba: die Erinnerung. Und das hat meine Oma gehabt und das kenne ich,

Viola Skiba: das hat meine Tante noch und bin ich jetzt eigentlich auch schon ausarrangiert und so weiter.

Viola Skiba: Und man hat dann Generationen übergreifend, es waren ganz viele Großeltern mit

Viola Skiba: Enkeln da, die erzählt haben,

Viola Skiba: aber wie gesagt, ich habe es eben beobachtet, dass wildfremde Menschen vor Vitrinen

Viola Skiba: in einem Museum, in einer Ausstellung miteinander ins Gespräch kommen.

Viola Skiba: Und das eigentlich über Banalitäten, wenn man es so will, aber etwas.

Viola Skiba: Was einen berührt, was einen vielleicht in gewisser Weise auch mehr anspricht

Viola Skiba: als jetzt irgendwelche politischen oder philosophischen Überlegungen.

Viola Skiba: Und ich denke, das kann ein Zugang sein, aber natürlich auch,

Viola Skiba: und das hatten wir dann ein bisschen abstrakter, ein bisschen,

Viola Skiba: sag ich mal, auf einer anderen Ebene in Marc Aurel, wo es dann um gute Herrschaft

Viola Skiba: ging, dass man die Menschen eben auch fragt.

Viola Skiba: Und zwar jetzt, ohne es zu sehr zu lenken, was ist denn für euch gute Herrschaft?

Viola Skiba: Und was macht denn einen guten Herrscher auf? Und das ist schon interessant zu sehen.

Viola Skiba: Wir haben alle da natürlich sofort Assoziationen, vor allem wenn man,

Viola Skiba: wenn man, sag ich mal, eher so sich als aufrecht Demokraten sieht oder Demokratin.

Viola Skiba: Aber es gibt durchaus auch andere und es gibt auch, und das war sehr spannend

Viola Skiba: zu sehen, weil das nicht unbedingt jetzt Leute waren, wo man direkt gesagt hat,

Viola Skiba: die gehören in eine bestimmte Ecke, die gesagt haben, ein guter Herrscher,

Viola Skiba: der muss auch skrupellos sein.

Viola Skiba: Das ist aber dann, man muss dann darüber reden, man muss auch diskutieren,

Viola Skiba: warum sagen die das dann?

Viola Skiba: Und manchmal war es dann sogar folgerichtig, weil sie einfach skrupellos anders

Viola Skiba: definiert haben, also dass man auch gegen Widerstände, egal,

Viola Skiba: bestimmte Dinge machen muss.

Simi Will: Weil man es nicht jedem recht machen kann.

Viola Skiba: Weil man es nicht jedem recht machen kann. Das ist für manche halt eben schon

Viola Skiba: skrupellos und andere verstehen unter Skrupellosigkeit eben was ganz anderes.

Viola Skiba: Und so gute Tugenden auch mit Demokratie pro contra, das war ja ein Aspekt,

Viola Skiba: den wir betrachtet haben, auch so der Unterschied Demokratie,

Viola Skiba: da wo es eigentlich herkommt, die Wiege der Demokratie, das ist eine ganz andere

Viola Skiba: Art der Demokratie als unser heutiges Verständnis haben.

Viola Skiba: Und auch wenn man auf die Welt guckt, dass es da wirklich unterschiedliche Perspektiven gibt.

Viola Skiba: Und denen Raum zu geben, man muss natürlich auch, sag ich mal,

Viola Skiba: ein bisschen Leitlinien vorgeben. Man muss sich auch positionieren.

Viola Skiba: Oder einen Rahmen schaffen. Einen Rahmen schaffen, aber dass man darin auch

Viola Skiba: den Raum gibt für Diskurs.

Viola Skiba: Weil ich glaube, wenn wir aufhören, miteinander zu sprechen, dann ist es vorbei.

Viola Skiba: Dann haben wir nämlich gar keine Möglichkeit mehr. Und da geht es nicht nur

Viola Skiba: um Politik, sondern auch ganz generell.

Viola Skiba: Dann treffen wir, dann kommen wir nicht mehr zusammen.

Viola Skiba: Dann können wir keine Einigung, keine Lösungen finden, wenn wir nicht miteinander

Viola Skiba: sprechen. Und das ist, glaube ich, die große Schwäche. Es gibt auch viele Stärken

Viola Skiba: des digitalen Zeitalters, dass wir auch zum Teil verlernen, miteinander zu reden.

Viola Skiba: Denn sich irgendwie im Internet oder über einen Post was an den Kopf zu werfen,

Viola Skiba: ist nicht dasselbe wie miteinander zu sprechen, sich dabei in die Augen zu schauen.

Viola Skiba: Man ist dann in gewisser Weise entmenschlicht, weil man hat ja die Person nicht als Person da.

Viola Skiba: Und ich glaube, das ist auch eben wichtig. Und das kann eben ein Museum auch sein.

Simi Will: Gesicht zu zeigen im metaphorischen Sinne, aber auch im direkten Sinne.

Simi Will: Und das ist das, was ich auch mit meinen Bemühungen, sei es beruflich oder auch

Simi Will: privat, für mich in Trier als Thema entdeckt habe seit vier Jahren.

Simi Will: Und das ist wirklich diese Verbindung wieder analog und digital.

Simi Will: Frage Nummer drei. Welche Verantwortung haben Museen in Zeiten,

Simi Will: in denen Geschichte und Fakten politische Debatten oft nicht schaffen?

Simi Will: Also die politische Debatte haben wir gesagt, wir reden zu wenig oder es wird

Simi Will: in der Politik viel geredet, wenig umgesetzt, weil es schwierig ist,

Simi Will: was umzusetzen in der Demokratie.

Simi Will: Und ich glaube, ich habe es falsch vorgelesen. Welche Verantwortung haben Museen

Simi Will: in Zeiten, in denen Geschichte und Fakten zunehmend in Frage gestellt werden?

Simi Will: Ich bin in der Reihe verrutscht.

Simi Will: Zunehmend in Frage gestellt haben.

Viola Skiba: Ja, ich glaube, dass Museen da die Verantwortung haben.

Viola Skiba: Sich an die Fakten zu halten, einen Diskursraum zu geben, aber eben auch Neutralität

Viola Skiba: zu wahren, auch verlässlich zu sein.

Viola Skiba: Und ich glaube, das ist unheimlich wichtig und ich finde es immer spannend.

Viola Skiba: Ich meine, das geht natürlich runter wie Öl. Ich bin ja Museumsdirektorin,

Viola Skiba: aber es ist tatsächlich auch so, es gibt Umfragen, die werden ja regelmäßig

Viola Skiba: gemacht, Kulturleitbilder und so weiter, dass die Museen tatsächlich zu den

Viola Skiba: Institutionen gehören, denen die Menschen am meisten vertrauen.

Viola Skiba: Mehr als Presse beispielsweise, mehr als Politiker sowieso, mehr als vielen,

Viola Skiba: vielen anderen. Also was man im Museum sieht, was man da hört, dem vertraut man.

Viola Skiba: Und ich glaube, das ist schön zu hören, das ist aber auch eine verdammt große

Viola Skiba: Verantwortung, weil man dann natürlich auch daran gemessen wird,

Viola Skiba: beziehungsweise gehalten ist, das auch dann einzulösen, dieses Versprechen.

Viola Skiba: Dass man wirklich schaut, was will ich eigentlich vermitteln,

Viola Skiba: was will ich für eine Botschaft haben, aber nicht so mit einem pädagogischen

Viola Skiba: Zeigefinger und das hast du zu glauben und so ist es, sondern auch den Raum

Viola Skiba: zu lassen, dass man eben darüber selber nachdenkt, weil ich glaube,

Viola Skiba: das verlernen wir auch manchmal so ein bisschen im Heute im Jetzt.

Viola Skiba: Selber zu denken, ja, selber auch mal Dinge in Frage zu stellen und zu sagen,

Viola Skiba: nö, also warum, ja, also Kinder haben das ja oft, warum, warum,

Viola Skiba: warum, ja, dass man diskutiert und auch sagt, nö, überzeugt mich jetzt nicht

Viola Skiba: und das ist auch in Ordnung, ja, man muss es natürlich begründen und man.

Viola Skiba: Muss natürlich auch das Ganze in einer ordentlichen Art und Weise machen,

Viola Skiba: aber dass man eben wirklich selber denkt, selber zu bestimmten Schlüssen kommt

Viola Skiba: und ich glaube, das würde auch den demokratischen Diskurs im Allgemeinen sehr

Viola Skiba: stark fördern, Weil wenn ich wirklich dann auch mal Dinge hinterfrage oder

Viola Skiba: Dinge begründen muss, wenn ich das auf einer persönlichen Ebene mache mit den Menschen, dann,

Viola Skiba: ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich irgendwie da einen Kopf ab oder sonst irgendwas

Viola Skiba: als Antwort habe, wesentlich geringer.

Viola Skiba: Ja, als wenn es jetzt wirklich nur im digitalen Raum passiert,

Viola Skiba: als wenn man sich gegenseitig aufstachelt.

Viola Skiba: Und ich denke, da sind wir an der wichtigen Stelle, in der wichtigen Funktion

Viola Skiba: und auch Position, weil wir das einfach können.

Viola Skiba: Ja, weil man uns das jetzt im Hier und Jetzt glaubt und abnimmt und wir dann

Viola Skiba: auch diese Verantwortung haben und wahrnehmen müssen.

Simi Will: Ihr seid ja die, die das so zusammenstellen in der langen Vorarbeit,

Simi Will: dass wir das sehen können und wissen.

Simi Will: Aber das stimmt, da habe ich nie drüber nachgedacht.

Simi Will: Natürlich gehe ich ins Museum und gehe davon aus, was ich da sehe, ist Fakt.

Simi Will: Das war ein Ring von, bleiben wir beim Papst, Papst Tralala,

Simi Will: 1300 irgendwas. Und der hat diesen Ring getragen.

Simi Will: Und da verlasse ich mich drauf, dass das so ist.

Simi Will: Und das habe ich wirklich nie in Frage gestellt, aber ich habe es mir auch nie

Simi Will: bewusst gemacht, dass ich Museen immer vertraue natürlich.

Viola Skiba: Weil man auch dahin geht und jetzt nicht unbedingt mit der Erwartung,

Viola Skiba: dass die einen in eine bestimmte Richtung, wie auch immer, lenken wollen.

Viola Skiba: Und das ist auch gut so, denn das darf nicht sein.

Viola Skiba: Wir sind einer gewissen Neutralität verpflichtet, natürlich ethischen Maßstäben,

Viola Skiba: aber auch eben einer gewissen Neutralität, einer Wissenschaftlichkeit.

Viola Skiba: Und das ist unheimlich wichtig und das muss man sich bewahren.

Viola Skiba: Und das ist nicht so ganz selbstverständlich.

Viola Skiba: Oder es ist auch nicht selbstverständlich, dass das so bleiben wird.

Viola Skiba: Diskussionen sind ja schon genug im Gange und deswegen ist es auch wichtig,

Viola Skiba: sich das bewusst zu machen.

Simi Will: Frage Nummer vier. Anspruchsvoll. Nein, ich habe wirklich, ich habe hier Doktor-Dings.

Simi Will: Weil, wie gesagt, ich habe dich ein paar Mal sprechen hören.

Simi Will: Und du bist immer auf dem Punkt. Du bist rhetorisch sehr gut.

Simi Will: Also ich bin immer so, ich bin halt immer so Comic irgendwie.

Simi Will: Und da wollte ich vorbereitet sein.

Simi Will: Deswegen gibt es jetzt auch mal so eine kurze Strecke. Chat-Chi-Miti-Fragen.

Simi Will: So, du beschäftigst dich täglich mit Kunst und Geschichte.

Simi Will: Was kann Schönheit, was politische Debatten oft nicht schaffen?

Simi Will: Chat Chimiti.

Viola Skiba: Ja, es sind sehr interessante Fragen, aber auch, würde ich sagen, relevante.

Viola Skiba: Ich glaube, dass Schönheit uns, ich benutze jetzt das Wort, was ich eigentlich

Viola Skiba: gar nicht so gerne mag, an einer anderen Stelle abholt als andere Dinge.

Viola Skiba: Ästhetik, die kann ja ganz unterschiedlich sein. Geschmäcker sind auch total

Viola Skiba: unterschiedlich, aber die wirken anders auf uns.

Viola Skiba: Deswegen, auch wenn du in ein Museum gehst, wenn du jetzt in den 20er Jahren

Viola Skiba: warst, da passiert sehr viel mit dir, was du gar nicht merkst,

Viola Skiba: was wir aber im besten Fall uns sehr gut überlegt haben zusammen mit unseren

Viola Skiba: Gestaltern. Nämlich Ästhetik.

Viola Skiba: Wie wählen wir Farben aus? Welche Bilder? Siehst du groß, siehst du klein,

Viola Skiba: siehst du im Original oder siehst du irgendwie verfremdet oder eben auch KI animiert?

Viola Skiba: Ja, das sind Dinge, die nämlich auf einer visuellen, auf einer ästhetischen

Viola Skiba: Weise und da spielt Schönheit natürlich auch eine Rolle, wirken und die man auch einsetzen kann.

Viola Skiba: Und ich glaube, das spielt schon eine wichtige Rolle, weil uns das emotional

Viola Skiba: berührt und auch in einer gewissen Weise ankert, ohne bewusst ist.

Viola Skiba: Es ist ja auch ein Fakt in der Psychologie, dass schöne Menschen Vorteile

Viola Skiba: haben gegenüber Hässlichen.

Viola Skiba: Die können überhaupt nichts dafür. Aber in der Regel ist es so,

Viola Skiba: dass man ihnen mehr zutraut, dass sie besser durchs Leben kommen und so weiter,

Viola Skiba: weil einfach das mit dem Gegenüber etwas macht.

Viola Skiba: Und das ist ja nicht nur auf Menschen, sondern auch auf Dinge bezogen.

Viola Skiba: Die sie gar nicht wahrnehmen in dem Moment, wo es mit ihnen passiert.

Viola Skiba: Und deswegen spielt Schönheit oder Ästhetik eine unheimlich wichtige Rolle.

Simi Will: Siehst du, also Schönheit und Demokratie oder Demokratie und Schönheit passt

Simi Will: zusammen. Genau, was haben wir hier noch?

Simi Will: Viele Menschen empfinden Museen als ehrwürdige, manchmal auch einschüchternde Orte.

Simi Will: Wie möchtest du das Stadtmuseum, also das hast du ja schon, da bist du ja die

Simi Will: ganze Zeit schon dabei, aber wie möchtest du das Stadtmuseum verändern,

Simi Will: damit sich möglichst viele Menschen angesprochen fühlen?

Viola Skiba: Ja, in dem es als offener Raum eben wahrgenommen wird, dass wir Menschen eben

Viola Skiba: auch reinbekommen. Also gerade ein ganz wichtiger Punkt ist,

Viola Skiba: eigentlich war es eine ganz, ganz kleine Sache, aber ich fand sie total wichtig

Viola Skiba: und auch gelungen jetzt.

Viola Skiba: Wir haben so einen Eingangsbereich im Stadtmuseum, alle, die noch nicht da waren,

Viola Skiba: sollten unbedingt mal kommen und sich das anschauen.

Viola Skiba: Den haben wir jetzt in einen sogenannten dritten Ort umfunktioniert.

Viola Skiba: Das heißt, man kann da rein, muss noch nicht an der Kasse vorbei,

Viola Skiba: aber es sind bequeme Stühle da.

Viola Skiba: Es ist was zu lesen, da auch für Kinder ein bisschen was zu spielen.

Viola Skiba: Es ist aber auch eine unterhaltsame Hörstation.

Viola Skiba: Also ich kann mich da auch einfach aufhalten, auch wenn es mal regnet,

Viola Skiba: auch wenn ich mal warten muss. Also wir haben öfter mal welche,

Viola Skiba: die unterschiedliches Tempo haben oder ein Ehemann, der da abgesetzt wird. Kommt alles vor.

Viola Skiba: Dass ich da einfach mal reinkomme und merke, okay, hier ist einfach schön.

Viola Skiba: Hier kann ich auch mal bleiben. Also dass man diese Schwellenangst wegnimmt.

Viola Skiba: Ja, auch, dass ich dann gefordert bin im Sinne, ich muss schon was wissen, wenn ich reinkomme.

Viola Skiba: Oder es geht um so abstrakte oder hohe Themen, dass ich gar nicht da,

Viola Skiba: ja, sage ich mal, was mit anfangen kann.

Viola Skiba: Das sollte nicht passieren. Das Beste ist, wenn man mit einem Baukasten arbeitet.

Viola Skiba: Und ich glaube, das klingt trivial, ist aber etwas, mit dem wir sehr stark arbeiten.

Viola Skiba: Wir sagen, wir müssen oder wir wollen ein Museum für alle sein.

Viola Skiba: Das heißt, der gebildete Was-weiß-ich-was mit unglaublich viel Vorwissen,

Viola Skiba: der Professor so und so oder die Professorin, soll genauso was finden bei uns

Viola Skiba: wie jemand, der vielleicht nicht mal einen Hauptschulabschluss hat.

Viola Skiba: Der sich aber interessiert oder der ein schönes Thema findet,

Viola Skiba: der reinkommt und sagt, ich will aber einfach nur gucken.

Viola Skiba: Oder jemand, der gar nicht lesen kann. Oder jemand, der gar nicht lesen will.

Viola Skiba: Ja, dass man dann ein Angebot findet, auch etwas, was einem Spaß macht,

Viola Skiba: ein bisschen Geschichten, die einen berühren im besten Falle und dadurch dann sich zu Hause fühlt.

Viola Skiba: Denn das Museum, das städtische Museum vor allem, das ist eine Institution der Stadt.

Viola Skiba: Es ist von der Stadt für die Stadt. Und es funktioniert nur auch dann,

Viola Skiba: wenn das alle anderen auch so sehen.

Viola Skiba: Unsere gesellschaftliche Relevanz liegt eben auch darin, dass die Gesellschaft,

Viola Skiba: und das sind hier die Triererinnen und Trierer, sagen, ja, unser Museum, das ist uns was wert.

Viola Skiba: Wir bezahlen es ja auch, wenn wir so wollen. Und wir wollen da auch hinkommen. Es ist schön da.

Viola Skiba: Und ich glaube, dass das eine ganze Menge Menschen so sehen,

Viola Skiba: das freut mich sehr, weil es sind immer ganz, ganz tolle Gespräche, die wir da führen.

Simi Will: Und das kann ich nur bestätigen, weil ich finde, also das ist mir jetzt gar

Simi Will: nicht aufgefallen, aber jetzt, wo du es sagst, dieser offene Raum.

Simi Will: Also wenn ich vor der Porta stehe, gehe ich automatisch in diesen Hof da rein

Simi Will: und davor gibt es ja auch noch den Museumsshop, kann man immer mal so ein bisschen gucken.

Simi Will: Und ich habe genau so nie das Gefühl, ich muss jetzt sofort in die Ausstellung reingehen.

Simi Will: Weil sonst denke ich immer so, ich weiß nicht, ich habe nur eine halbe Stunde,

Simi Will: reicht mir das? Was kostet das heute? So im Museum.

Simi Will: Und das ist da gar nicht. Und ich finde so toll, es ist ja direkt an der Porta.

Simi Will: Du stehst vor der Porta und links gehst du kurz rein, dann hast du den Brunnenhof.

Simi Will: Und dieses Zusammenspiel finde ich so toll, weil die Konzerte im Brunnenhof,

Simi Will: Da guckt man hoch und weiß, ah ja, da ist ja auch das Museum,

Simi Will: da gehe ich demnächst rein. Das hängt irgendwie alles zusammen.

Viola Skiba: Und ist dazwischen.

Simi Will: Und ist, ganz genau, du hast es erfasst. Und es ist dazwischen und direkt an unserer Porta.

Viola Skiba: Genau.

Simi Will: Genau. So, was haben wir denn hier noch? Ja.

Simi Will: Ah ja, hast du eigentlich auch schon gesagt, aber nochmal so,

Simi Will: woran merkst du, wenn Menschen aus dem Museum rausgehen und die hat das jetzt

Simi Will: bewegt, die nehmen da was mit?

Viola Skiba: Das sieht man ihnen an. Oft kommt man dann auch wirklich ins Gespräch.

Viola Skiba: Viele sprechen tatsächlich auch mit ihr, die wissen gar nicht,

Viola Skiba: wer ich bin. Das müssen sie ja auch gar nicht wissen.

Viola Skiba: Aber für mich ist das immer so toll. Ich versuche es zumindest.

Viola Skiba: Vor allem auch in die Ausstellung ab und zu mal reinzugehen,

Viola Skiba: die Ohren zu spitzen, zu gucken, was auch funktioniert, was vielleicht auch

Viola Skiba: nicht funktioniert. Denn es ist ein Experimentierraum.

Viola Skiba: Auch das ist übrigens ein Museum. Wir haben kein Rezept und das exerzieren wir

Viola Skiba: durch, sondern wir probieren auch immer mal was Neues. Und im besten Falle funktioniert.

Viola Skiba: Die KI hat super funktioniert oder auch die Gestaltung.

Viola Skiba: Aber manchmal denken wir uns auch

Viola Skiba: was an, was dann am Ende nicht so gut funktioniert. Aber das ist okay.

Viola Skiba: Und man merkt dann immer, wenn die Leute rausgehen und dann beseelt sind oder

Viola Skiba: wenn ihnen was besonders gefallen hat oder so, dann spudelt es normalerweise

Viola Skiba: aus denen raus. Oder sie sprechen miteinander, denn es gibt nur wenige Leute,

Viola Skiba: die wirklich allein ins Museum gehen.

Viola Skiba: Oft sind das schon zwei, drei Leute, die gemeinsam ins Museum gehen.

Viola Skiba: Und dann kriegt man ja mit, wie

Viola Skiba: es ankommt oder eben nicht. Und 20er zum Beispiel kommt ziemlich gut an.

Viola Skiba: Also da merkt man, dass das funktioniert.

Simi Will: Ja, die ist auch, also die ist, ja, ich habe es schon gesagt,

Simi Will: ich sage es nachher nochmal,

Simi Will: zum Schluss sage ich es dann auch nochmal, weil ich wirklich davon überzeugt

Simi Will: bin und das ist ja geile Werbung, wenn ich selber das gut finde oder mich darauf

Simi Will: freue, demnächst nochmal reinzugehen, weil es genau diesen Effekt hat,

Simi Will: einen in die Zwanziger zurückzubeamen oder da gibt es immer was zu sehen.

Simi Will: Genau, ja, ich gucke jetzt nochmal das Chatschi, habe ich gleich fertig.

Simi Will: Ja, das haben wir auch schon, aber ich sage es nochmal, weil es bringt es nochmal

Simi Will: so schön auf den Punkt. Demokratie bedeutet auch, Widersprüche auszuhalten.

Simi Will: Können Ausstellungen ein Ort sein, an dem unterschiedliche Meinungen nebeneinander

Simi Will: bestehen dürfen, ohne dass alles sofort bewertet wird?

Viola Skiba: Das wäre schon gut, wenn das so ist. Also das ist ein Ziel, würde ich sagen.

Viola Skiba: Also wo wir das wirklich dann damit gearbeitet haben und das war nicht immer

Viola Skiba: einfach, auch wenn man es dem Ergebnis am Ende vielleicht gar nicht angesehen

Viola Skiba: hat, war tatsächlich in der letzten Landesausstellung eben bei Was ist gute

Viola Skiba: Herrschaft? Marc Aurel.

Viola Skiba: Sind für andere vielleicht gar nicht so demokratisch oder haben Aspekte,

Viola Skiba: die nicht so und wie ist das überhaupt mit den Labels?

Viola Skiba: Und insofern war das schon ganz wichtig zu sagen, dass wir versuchen,

Viola Skiba: diesen Nebeneinander, diesen unterschiedlichen Perspektiven oder Blickweisen,

Viola Skiba: dass wir die zumindest mal in den Fokus nehmen.

Viola Skiba: Dass wir sagen, schaut mal, so ist das, so kann man das sehen,

Viola Skiba: aber die Blickwinkel da drauf sind vielleicht unterschiedlich.

Viola Skiba: Und bei manchen fragen auch, wer sind wir denn, dass wir sagen,

Viola Skiba: so ist es. Global gesehen meine ich jetzt.

Viola Skiba: Und das ist, glaube ich, ganz, ganz wichtig, dass man sich dessen auch bewusst

Viola Skiba: ist, auch wenn wir jetzt über irgendwelche fremden Kulturen eine Ausstellung machen.

Viola Skiba: Nicht, dass wir das nicht machen sollten, aber wir müssen dann auch immer im

Viola Skiba: Hinterkopf haben und das dann auch durchaus mal sagen, dass das unser Blick ist.

Viola Skiba: Und dass, wenn man dann natürlich mit anderen Gruppen zusammenarbeitet,

Viola Skiba: im besten Fall kann man das, das kann man aber halt eben nicht immer machen,

Viola Skiba: weil man die Leute nicht da hat, dass dann ganz unterschiedliche Sachen rauskommen,

Viola Skiba: wenn es aus der eigenen Kultur heraus ist.

Viola Skiba: Ich erkläre meine Vergangenheit, die Vergangenheit meiner Stadt und meiner Gruppe

Viola Skiba: oder ob ich das von weit weg über Dritte sage.

Viola Skiba: Und das ist, glaube ich, schon etwas, was ganz wichtig ist. Perspektivwechsel,

Viola Skiba: wir haben das schon öfter gesagt, oder auch eben diesen Raum zu geben und sich

Viola Skiba: der eigenen blinden Flecken bewusst zu sein.

Viola Skiba: Aber trotzdem auch den Widerspruch zuzulassen und auszuhalten.

Simi Will: Was für mich auch heißt, zu lernen, verschiedene Grautöne zu sehen und nicht

Simi Will: immer nur das Schwarz-Weiße.

Viola Skiba: Schwierig, aber wichtig.

Simi Will: Was ich in jeder Folge habe, ich sage, ich bin eben klassisch schwarz-weiß sozialisiert,

Simi Will: einfach rein historisch.

Simi Will: Ich bin halt voll 67 geboren, also die 70er war extrem und gehört einfach dahin,

Simi Will: dass ich wieder ein anderes Demokratieverständnis habe, als vielleicht jemand, der heute 19 ist.

Simi Will: Oder der vielleicht noch viel älter ist.

Simi Will: Und wir sind alle trotzdem irgendwie in der Demokratie aufgewachsen,

Simi Will: die selbst in unserer Gesellschaft ja unterschiedliche Facetten hat.

Simi Will: Aber das Sehen zu lernen, ist für mich eine große Aufgabe. Ich muss das wirklich

Simi Will: üben. Ich muss mich da immer wieder mir klar machen. Ich habe meine Schublade.

Viola Skiba: Aber ganz ehrlich, wer sagt, der tut es nicht, der lügt. beziehungsweise oder er macht was falsch.

Simi Will: Aber die Schublade, ich sage immer, die Schublade muss ein bisschen aufbleiben,

Simi Will: damit man schnell wieder raus kann, weil ich weiß, es ist ja eine Schublade.

Simi Will: Aber ja, wir sind so.

Simi Will: So und jetzt will ich natürlich was zu Trier explizit.

Simi Will: So, Trier blickt auf, ich lese es einfach vor, weil es war so stolz,

Simi Will: weil ich habe ja immerhin die Fragen dann trotzdem zusammen mit JetGPT gebastelt.

Simi Will: Ich muss es ja füttern, das Ding. So, Trier blickt auf über 2000 Jahre Geschichte zurück.

Simi Will: Was kann eine so alte Stadt den Herausforderungen einer modernen Demokratie mitgeben?

Viola Skiba: Ich glaube, was Trier dann oder jede sehr alte Stadt eigentlich als Spray hat,

Viola Skiba: ist verdammt viel gesehen über die Jahrhunderte, über die Jahrtausende kann

Viola Skiba: man ja eigentlich schon sagen.

Viola Skiba: Das heißt, da ist schon sehr, sehr viel passiert und man ist damit umgegangen.

Viola Skiba: Man hat es bewältigt auf die eine oder andere Weise und da gehören Katastrophen,

Viola Skiba: aber auch gute Zeiten natürlich mit dazu.

Viola Skiba: Und ich glaube, wenn man das im Rücken hat und weiß, ich habe da ganz schön

Viola Skiba: viel schon überstanden und es ging immer weiter und es ging vielleicht auch aufwärts.

Viola Skiba: Und die Stadt wächst und blüht und dann ist es vielleicht auch mal wieder eine

Viola Skiba: nicht so gute Zeit oder es gibt eine Katastrophe, ein Unwetter,

Viola Skiba: wie auch immer. Da gibt es ja unterschiedliche Möglichkeiten.

Viola Skiba: Dann gibt es deinem auch Sicherheit.

Viola Skiba: Und das Wissen, das sich eben immer wieder verändert.

Viola Skiba: Eine historische Stadt, und Trier ist per Exzellence eine historische Stadt,

Viola Skiba: die weiß eben, was sie hat daran.

Viola Skiba: Die ist sich dessen bewusst und die weiß dann auch für die Zukunft,

Viola Skiba: dass da viel passieren kann und dass es eben wichtig ist, die Zukunft auch zu

Viola Skiba: gestalten. Weil die Vergangenheit haben wir ja schon im Rücken.

Simi Will: Dann bin ich mal gespannt auf die nächsten Wahlergebnisse, wenn wir hier in

Simi Will: Trier so viel schon wissen.

Simi Will: Aber ja, was du sagst, stimmt ja. Es stimmt ja, was du sagst.

Simi Will: Aber wenn diese blöden Rückschritte und die Ängste vor der Veränderung nicht

Simi Will: immer wieder neu auflammern. Und das hat dann wenig mit der historischen,

Simi Will: gewachsenen Erfahrung zu tun.

Simi Will: Weil das sind ja dann so soziologische Muster, die immer wiederkehren.

Viola Skiba: Genau, da sind wir dann halt doch wieder Menschen, die alle nur eine relativ

Viola Skiba: kurze Spanne haben und vielleicht nicht immer genug reflektieren und langfristig denken.

Viola Skiba: Also ich meine, ich tue das von Berufs wegen.

Viola Skiba: Es gibt viele andere Menschen, die das auch tun, weil sie jetzt,

Viola Skiba: die müssen ja nicht Historiker dafür sein, aber sich einfach dafür interessieren

Viola Skiba: oder über den Tellerrand schauen.

Viola Skiba: Aber ich glaube, die meisten tun das vielleicht nicht genug.

Viola Skiba: Aber das kann man ja ändern. Und man darf vor allem die Hoffnung nie aufgeben.

Simi Will: Das stimmt. Und dafür bist du für mich auch echt so eine Frau.

Simi Will: So wenig ich dich kenne, ich habe dich vier, fünf, sechs Mal gesehen,

Simi Will: plus dem abendfüllenden Miteinander bei Tanja am Salonabend.

Simi Will: Tanja Kriebel, um das nochmal zu sagen, weil das toll ist.

Simi Will: Aber du bist auch jemand, der total lebendig rüberkommt, der für mich super ansprechbar wirkt.

Simi Will: Deswegen habe ich dich auch immer mal überfallen, wie so mitten in deiner Arbeit.

Simi Will: Da ist sie, da ist sie. Warte, gib mal einen Stift, gib mal einen Zettel. In der EKA letztens.

Simi Will: Ah Mist, ich will sie fragen. Ich hatte noch keine Telefonnummer von dir.

Simi Will: Und dann so. Und du signalisierst immer, dich kann man immer ansprechen.

Simi Will: Und da konnte man dich, glaube ich, eigentlich nicht ansprechen. oder?

Viola Skiba: Du warst da beruflich. Man kann mich immer ansprechen.

Simi Will: Auf jeden Fall. Du bist auch jemand, der ist gut gelaunt.

Simi Will: Du bist immer, du strahlst. Ich bin da ganz empfindlich oder empfänglich,

Simi Will: weil ich sofort auch negative Schwingungen gegen mich werde.

Simi Will: Früher hat meine Mutter gesagt, du bist überempfindlich. Du bist ja so empfindlich.

Simi Will: Aber das ist Tatsache so, ich weiß nicht, ob das eine Störung ist oder ein Talent,

Simi Will: ist mir auch egal. Ich habe es gerne so auch mittlerweile.

Simi Will: Aber dass mir so Schwingungen von Leuten total entgegen, also dass ich das sofort mitkriege.

Simi Will: Und bei dir ist das so, ah ja, da geht so kurzes Licht an.

Simi Will: Du bist wirklich so eine, und total aktiv und du bist so eine,

Simi Will: du hast so eine sonnige Energie.

Viola Skiba: Ich tue mein Bestes, ja. Ja, ja, doch. Ich würde mich schon für einen optimistischen

Viola Skiba: Menschen halten und einer, der eigentlich lieber gute als schlechte Laune hat.

Viola Skiba: Aber ich sag dir gleich, vor meinem ersten Espresso morgens willst du mir nicht

Viola Skiba: begegnen. Will niemand. Das ist kein Widerspruch.

Simi Will: Das ist kein Widerspruch. Das ist kein Widerspruch.

Simi Will: Ach ja. Dann jetzt die letzte Frage aus dem Chat GBT.

Simi Will: Trier ist UNESCO- Weltkulturerbe.

Simi Will: Und zugleich eine lebendige Stadt ist immer viel los auf der Simeonstraße.

Simi Will: Wie gelingt der Spagat zwischen dem Bewahren der Vergangenheit und dem Gestalten der Zukunft?

Simi Will: Also da meine ich auch immer so ein bisschen, da hatte ich das Vorurteil,

Simi Will: habe ich ja mal eingangs gesagt, hier haben alle immer nur was für römische

Simi Will: Munzen übrig und das Neue und das Dazwischen ist gar nicht da. Stimmt nicht.

Simi Will: So, und wie gelingt dir das hier?

Viola Skiba: Indem man sozusagen das, was hinten dran liegt, die Vergangenheit,

Viola Skiba: nennt es Geschichte, nennt es wie auch immer Kulturgeschichte,

Viola Skiba: was auch immer, wenn man das nicht als Gegensatz,

Viola Skiba: zu dem, was jetzt und was in der Zukunft passiert, sondern das,

Viola Skiba: was wir jetzt schaffen, was unsere Kreativen jetzt schaffen,

Viola Skiba: das ist halt irgendwann auch Geschichte und das muss man einfach so sehen.

Viola Skiba: Und deswegen ist es auch ganz wichtig, nach vorne zu gucken,

Viola Skiba: Nicht nur zurück, sondern auch nach vorne.

Viola Skiba: Man muss sich umschauen im Hier und Jetzt. Und wenn man das nicht als Widerspruch

Viola Skiba: begreift und auch nicht sagt, man muss es gegeneinander aufrechnen.

Viola Skiba: Ich glaube, dann kommt man viel, viel weiter, auch gemeinsam.

Viola Skiba: Und ich habe das als etwas sehr, sehr positiv empfunden, als ich hier nach Trier

Viola Skiba: gekommen bin, weil ich habe gedacht, boah, ist hier was los.

Viola Skiba: Also das hatte ich so nicht mit gerechnet. Manchmal ist es tatsächlich sogar fast zu viel.

Viola Skiba: Man hat gerade im Sommer die Auswahl zwischen Angebot A, B und C und alle drei

Viola Skiba: Veranstaltungen möchte man gerne wahrnehmen. Man kann es nicht,

Viola Skiba: weil sie finden ja gleichzeitig statt.

Viola Skiba: Also insofern hat DRIA unheimlich viel zu bieten im Hier und Jetzt.

Viola Skiba: Und klar, es hat auch ein bisschen Vergangenheit. Das ist auch gut so.

Viola Skiba: Deswegen kommen ja auch viele Leute zu uns.

Viola Skiba: Und ich denke einfach, wir müssen beides sehen und beides auch zusammen irgendwie begreifen. Ja.

Simi Will: Ja, das meine ich. Du bist so praktisch trotzdem wissenschaftlich. Weißt du, wie ich meine?

Simi Will: Also wir würden solche Gedanken nie kommen, weil das einfach nebeneinander zu

Simi Will: stellen, dass die Zukunft ja auch eine Vergangenheit hat und wir ja dann auch.

Simi Will: Und das macht es gleich so neutral und so freundlich zu gucken.

Simi Will: Und nicht immer nur den Blick zu haben, wir sind wieder da, wo wir schon mal waren.

Simi Will: Das ist leider so im Moment. Es ist Thema gerade, natürlich,

Simi Will: aber es ist nicht nur Thema.

Simi Will: Und es gibt diese ganzen anderen Dinge. Und da bin ich jetzt wieder bei eurer

Simi Will: Ausstellung der aktuellen.

Simi Will: Dieser fantastisch, also auch super gelayoutete, ganz schön.

Simi Will: Also es ist wirklich ästhetisch.

Simi Will: Und ihr habt Möbel aus der Zeit. Ihr habt Bilder aus der Zeit.

Simi Will: Es ist so zum Anfassen. Oder diese Modernität von diesen kleinen silbernen,

Simi Will: ich weiß gar nicht, was es ist.

Viola Skiba: Messerbänkchen.

Simi Will: Messerbänkchen, ja. Also so

Simi Will: ganz wunderschöne kleine Dinge, Die einem so Lust auf diese Zeit machen.

Simi Will: Und Schönheit und Demokratie sind auch Thema.

Simi Will: Und Bilder, die laufen gelernt haben durch die KI und so weiter und so fort.

Simi Will: Also ich freue mich schon wirklich aufs nächste Mal.

Simi Will: Und ich muss sagen, was mir auch sehr gefallen hat, war die Marc-Aurel-Geschichte,

Simi Will: die ihr gemacht habt mit dem Bodo Korsig, der ja auch KI ins Museum geholt hat.

Simi Will: Und am Anfang dachte ich, ja, okay, Technik, wow, spooky.

Simi Will: Aber dann war ich ja im Museum und habe es dann gesehen.

Simi Will: Und dann konnte man ja wirklich Marc Aurel Fragen stellen aus unserer Zeit.

Simi Will: Und dadurch, dass es eben in diesem historischen Gewand war,

Simi Will: aber mit der KI gestaltet, ist es ja genauso, wie du sagst. Also du lügst nicht.

Simi Will: Es ist gestern, heute und es ist alles im Simeonstiftmuseum drin. Ja.

Simi Will: Ich bin sehr begeistert.

Viola Skiba: Das ist super, Simi.

Simi Will: So muss es sein. Ja, aber nee, ich weiß, ich muss sagen, ich habe Trier unterschätzt.

Simi Will: Oder beziehungsweise, als ich wieder zurückgekommen bin, sind auch viele andere

Simi Will: hergekommen, die auch neu sind und einen frischen Blick auf uns und das UNESCO-Weltkulturerbe haben.

Simi Will: Und nicht nur die immer sagen, ja, wir haben ja die Prochter.

Simi Will: Es ist ja viel mehr als das.

Viola Skiba: Genau.

Simi Will: Und wir haben nicht nur Fies, auch das.

Viola Skiba: Deswegen, wir brauchen das, was wir haben. Wir brauchen aber auch immer wieder frischen Wind.

Viola Skiba: Und dafür brauchen wir Leute, die frischen Wind bringen. Wie du ich zum Beispiel.

Simi Will: Und wie dich. Jetzt haben wir uns gegenseitig abgefeiert. Wunderbar.

Simi Will: Ich habe nochmal, was ich sonst in letzter Zeit immer vergessen habe,

Simi Will: habe ich nochmal einen Buchtipp mitgebracht zum Thema, was ich total spannend

Simi Will: finde. Sagt dir Katrin, passe ich was?

Simi Will: Katrin war unsere Nachbarin in Neukölln und sieht hier sogar ein bisschen ähnlich.

Simi Will: Das musst du mal googeln.

Simi Will: Ist aber so alt wie ich oder irgendwas zwischen uns. Ist auch egal.

Simi Will: Und sie hat zusammen mit Alex Scholz, ist schon ein paar Jahre alt,

Simi Will: das Buch Handbuch für Zeitreisende geschrieben.

Simi Will: Und das ist, ja, es ist sehr leicht zu lesen, weil sehr unterhaltsam.

Simi Will: Das ist so eine Art, ja, man kann sagen Essay-Form.

Simi Will: Und die gleiten so durch die Zeiten. Und gefällt mir sehr gut.

Simi Will: Und vielleicht passt es zum Thema.

Simi Will: Klingt spannend. Ja, hier steht, die Frankfurter Rundschau sagt,

Simi Will: eine Neugier auf die Welt, die ansteckend wirkt.

Simi Will: Und die Süddeutsche Zeitung sagt, unterhaltsam, geistreich, witzig.

Simi Will: Und das Ganze eben surfen durch die Zeiten.

Simi Will: Und keine 600 Seiten wie Dr. Viola Skiba über, wie heißt nochmal dein Papst?

Viola Skiba: Honorius III. Dritte.

Simi Will: Honorius der Dritte, der nicht so ein Mega-Fame hat, aber trotzdem gute Sachen gemacht hat.

Viola Skiba: Ja, er war spannend. Also ich hatte sehr viel Spaß.

Simi Will: Honorius der Dritte.

Viola Skiba: Jetzt kennen ihn gleich noch viel mehr.

Simi Will: Auf jeden Fall. Vielleicht sucht man sich den ja jetzt mal.

Viola Skiba: Genau, ein Papst dazwischen. Da wäre es zum dritten Mal.

Simi Will: Das wäre jetzt der Titel für die heutige Folge. Ein Papst aus dem Dazwischen. Genau.

Simi Will: Und wie war das mit der Bar in Rom?

Viola Skiba: Ja, die ist einer meiner Lieblingsorte im Vatikan tatsächlich.

Viola Skiba: Also zwischen Bibliothek, zwischen Archiv. Und wenn man mal eine kleine Pause

Viola Skiba: braucht und dabei einen leckeren Espresso, Cappuccino oder ein Hörnchen essen

Viola Skiba: will, kann ich nur empfehlen.

Simi Will: Ich muss nach Rom, Leute.

Viola Skiba: Auf jeden Fall.

Simi Will: Ich war noch nie da. Ja, und das mir als Römerin.

Simi Will: Ich weiß nicht, wie lange wir gesprochen haben. Ich weiß, wir könnten noch,

Simi Will: also ich hätte, wenn es nicht 40, heute sind 40 Grad gefühlt, ne?

Simi Will: Umso geiler, dass du gekommen bist. Liebe Doktor, Doktor, ich sag immer so gern

Simi Will: den Doktortitel von anderen Leuten.

Viola Skiba: Ich hab's schon gemerkt. Ja, oder?

Simi Will: Und ein Einzelabitur hat sie auch. Das hab ich von meiner Mutter,

Simi Will: die immer mit dem Fame der anderen angibt, weil sie stolz auf das ist.

Simi Will: Sie findet das toll, sie bewundert das.

Simi Will: Aber dadurch wird es auch so ein bisschen zum Eigenen.

Simi Will: Ja, anyway, anyway. Also, ich freue mich auf ganz viel mehr.

Simi Will: Du wirst hoffentlich für immer hier bleiben.

Viola Skiba: Wer weiß. Ich fühle mich sehr wohl in Trier. Sehr, sehr gut. So wie sei gesagt.

Simi Will: Sehr, sehr gut. Leute, ich mache es kurz. Geht ins städtische Museum an der Porta vorne.

Simi Will: Super niedrigschwellig, man kann da einfach reingehen. Mit dem Buch von Katrin

Simi Will: Passig sich erst mal so ins Entree setzen, weil es da relativ kühl ist,

Simi Will: glaube ich, mich zu erinnern. Aber klar.

Viola Skiba: Kühle Orte in Trier. Genau.

Simi Will: Und das wird ja später dann auch noch mit dem Theater sein. Das wird toll,

Simi Will: dass diese Orte dann einfach mal auf sind.

Simi Will: Oder wie man in Trier sagt, aufstehen. Da kannst du rinnen gehen,

Simi Will: kannst Schild setzen, kannst was lesen oder ein Schmier essen. Ja. Ja.

Simi Will: Ich sage danke dir, liebe Viola, dass du heute Zeit für uns hattest.

Viola Skiba: Danke für die Einladung.

Simi Will: Gerne wieder, meine Liebe. Also ihr da draußen an den Endgeräten.

Simi Will: Ich sage mal wieder Winke, Winke. Das war wieder ein spannendes Ding mit Viola aus dem Dazwischen.

Simi Will: Tschüssi, bis zum nächsten Mal. Die Simi und die Viola.

Viola Skiba: Tschüss.

Simi Will: Winke, Winke.

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